Mittwoch Ä4.Dezember 1903
^wettes Matt
Aie yeutige Kummer umfaßt 14 Setten
LSÄ. Jahrgang
farnit, daß der „Panther" im Begriff mar, dieselben fort> ^uführen, als auf dem deutschen Konsulat in La Guayr« die Notflagge erschien. Ter „Panther" mußte den Kvnfirl! Lentz vor der aufgeregten VolkStienge retten und konnte sonst nicht- mit den Schiffen machen, als sie versenken. —, Tie amerikanische Regierung erkennt nach dem Studium von Autoritäten die Blockade an. — Britische Kriegsschiffe brachten zwei Schuner „Naralia" uno „Castor" auf, die beide einem Teuffchen NamenS Stolk gehören und mit Waren der deuffchen Firma Blohm unb der amerikanischen Firma Houlton befrachtet Maren. — Ter KabinettSrat ist geteilter AnsiM über den Vorschlag, daß Präsident Roosevelt das Schiedsrichteramt übernehmen solle. Letzterer hat seine Entscheidung noch nicht kundgegeben.
Hollands Venezuela-Ansprüche.
Es ist bekannt, daß neben den Großmächten Deutsch» land ,England und Italien auch kleinere Staaten, so Dänemark, Spanien und Belgien Enffcbädi- gungsforderungen an Venezuela haben. Ob Präsident Roosevelt als Schiedsrichter auch Über deren Ansprüche zu befinden haben wird, darüber ist Verläßliches noch nicht mitgeteilt worden. Eine vorzugsweise Behandlung werden {ebenfalls die Forderungen der Großmächte erfahren, untf schon um diesen gerecht zu werden, muß Präsident Castro tief in den Beutel greifen, vorausgesetzt natürlich, daß ihn der Schiedsspruch Roosevelts in vollem Umfange verurteilt, und er, Castro, sich bewogen fühlt, dem Urteil Folge zu geben. Tie Aussichten für die kleineren Staaten sind also nichts weniger als rosig. Es ist zudem auffallend^ daß von einem Regreßanspruch Hollands nichts verlautet. Tie holländische ÄntillemJvscl Curacao ist der venezolanischen Küste unmittelbar vorgelagert, zurzeit Zu- ffuchtsort zahlreicher von Castro verbannter Aufständischen, und Stützpunkt des deutsch-englischen Blockadegeschwaders. Auch holländische Unterthanen sind durch Castro um beträchtliche Summen geschädigt worden, und deshalb hat die Regierung im Haag einige Marinekapitäne angewiesen^ mit ihren Schiffen' die Mächte bei der Blockierung der Häsen Venezuelas zu unterstützen. Unentschieden ist allerdings noch, ob Teuffchland und England diese Unterstützung acceptieren. Thun sie es, so erwächst ihnen wohl die Verpflichtung, Hollands Ersatzanspruch vor dem Schiedsrichter mit zu vertreten. Es wird aber wohl in diesem Falle jede Negierung für sich selbst zu stehen haben. Allgemein betrachtet, kann die Schiedsrichterrolle der Bereinigten Staaten in jener südamerikanischen Angelegenheit Holland am wenigsten genehm sein. Wird doch dadurch in gewissem Sinne die panamerikanische Oberhoheit der Union festgelegt, ein Vorgang, der die koloniale Selbstherrlichkeit Hollands in Westindien und Südamerika «n beeinträchtigen geeignet ist. Zunächst freilich nur in der Theorie: aber die nordamerikanischssn Staatsmänner sind nicht aus dem Holz geschnitzt, daß sie Bedenken tragen sollten, gegebenen Falles die praktische Nutzanwendung zu ziehen.
Aer Konflikt mit Venezuela.
Ter Telegraph weiß heute nur wenig Neues von den Vorgängen in Ven^uela zu berichten. Ein Reuter-Tele- aramm aus La Guayra meldet: Tie Kriegsschiffe „Tribuna" und „Giovanni Bausan" brachten bie Schuner „Castor" unb „Marie Luisa" und die Schaluppen „Carmen", „Stofefita" und „Cornelia" auf, welche Stückgut geladen hatten.
Aus Caracas, 22. Tez. wird berichtet: Unter Pen fremden Importeuren in Caracas und La Guayra entstand große Erregung infolge des Befehls des Kapitäns des italienischen Kriegsschiffes „Giovannni Vausan", der dem amerikanischen Dampfer „Caracas" die Einfahrt in La Guayra untersagte, da der Dampfer erst am 15. Dezember von Newyork abgegangen war. Tieser Befehl steht mit dem Befehl des Kapitäns des englischen Kriegsschiffes „.Tribüne" in Widerspruch, welcher den englischen Konsul davon in Kenntnis setzte, daß die „Caracas" einlaufen dürfe. Ta die Blockade sich als nachteilig für den amerikanischen Handel erweist, stellten fünfzehn Importhäuser ihre Aufträge für die Vereinigten Staaten ein. Man glaubt, daß der Vorrat an Lebensmitteln in Caracas nicht für mehr als vierzehn Tage ausreichen werde. Auf Ersuchen des Kapitäns des amerikanischen Kaiwnenbootes „Marietta" und der amerikanischen Gesandtschaft erhielt später der Tampfer „Caracas" die Erlaubnis, morgen in den Hafen von La Guayra einzulaufen. — Tas venezolanische Kanonenboot „M i r a n d a" befindet sich jetzt im südlichsten Teile der Lagune von Maracaibo außerhalb des Bereiches der Schiffe der verbündeten Mächte. „Falke" versuchte zwar ohne Lotsen über die bei Maracaibo befindliche Barre zu gelangen, mußte aber wegen der damit verbundenen Gefahr von dem Unternehmen abstehen und kreuzt jetzt vor der Lagune.
DuS Newvork wird jetzt bezüglich des Versinkens venezolanischer Schiffe durch die Trutschen de-
Nslktische Tagesschau.
Die Stimmung t« Laude.
Man schreibt uns aus Berlin, 23. Dezemberr
Zustimmungs- und Ermunterungsschireiben an die Par» teileitungen, voll Lobes über die parlamentarische Haltung der Adressaten, voll kerniger Entrüstung über diejenigen, die ein mißbilligendes Urteil zu äußern sich gestatteten^ find jetzt an der Tagesordnung. Noch nie lind so viel Kundgebungen ergangen. Aber waS den Ereignissen den Reiz des Ungewöhnlichen und Eigenartigen verleiht, ist der Umstand, daß diesmal jede Partei, die am Zustandekommen des Zolltarises mitgewirkt hat, gleichzeitig bejubelt und bitter getadelt wird aus der Schar der eigenen Archüngec. Rechte, Zentrum, Nationalliberale und die Freisinnige VolkA- Partei — die letztere der „stillen Förderung" der Zoll- Vorlage geziehen — sehen sich den wechselndsten Eindrücken preisgegeben, hier hochgepriesen, ihre Politik als die einzig richtige anerkannt, dort mit „tiefem Bedauern" überschütte'! wegen einer Politik, die geradezu daraus hinarbeite, daZ Vertrauen der Wähler unwiderbringlich zu verscherzen. So hat, von Haß und Gunst verzerrt, noch nie das Charatter- bild der Parteien in der Geschichte geschwankt. Unb jetii bieser Kundgebungen für und wider wird als ein Symptom der „Stimmung im Lanbc" verzeichnet. Nach alledem ist die Stimmung im Lande das Unstimmigste, Disharmonischste, was man sich überhaupt vorstellen kann. Es ist nur ein Segen, daß es über den Zolltarif nicht zur Entscheidung durch einen neuen Reichstag gekommen ist. TaÄ fürchterliche Chaos, das dann entstanden wäre, läßt sich kaum ausdenken! Ein Wahlkampf gegen eine ganze Anzabk von Fronten, gegen die geschworenen Gegner, gegen dis radikal abtrünnig gewordenen Brüder, gegen die ganz verstimmten, die halb verstimmten, die grollend bei Seit« stehenden, die lauen, die läsfigen Freunde — niemanibi hätte sich schließlich mehr au-gesunden, wer Feind, wer Freund ist. „Es hätte schlimmer fomnum können", damit trösten sich die Parteileitungen, deren Häupter der Sturm des Unwillens unb' der Sonnenschein des Ruhmes trifft. In etlichen Wochen, so hofft man, werden neue Ereignisse und Entscheidungen für erwünschte Ablenkung sorgen.
Erscheint ««glich außer Sonntag!
Dem GieZener Anzeiger werden tm Wechsel mit 'bcm ücsstschcn Landwirt bie Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der B r Ü h l'schen Ilnioerj.'Buch- u. Stein- druckeret lPietsch Erbens Redaktion. Expedition und Druckerei:
Schulstratze 7.
fibxefie für Depelchenr Anzeiger Gictzen.
Ferniprechanlchlutz Nr.öl.
Ein anarchistischer Bomben-Anschlag in Genf.
Ans Genf wird vom 23. Dezember folgende fen» sationclle Nachricht verbreitet: In der vergangenen Nacht um 1 Uhr wurde bei dem hölzernen Monumentportal der Kathedrale von St. Peter eine Bombe geworfen, durch welche das Schloß des VortaleS rerstört
ZW Q & « Q m.Ä*Ö.K
GletzeimAilMgeis w General-Anzeiger ” SS
1 X _ den polit.u-allgem. Teil
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen WWZ
_____________________________________________________ zeiqenteil: HanS Beck.
in Wien sehr viel in bürgerlichen Familien, wo er unangemeldet zum Souper erschien.
Die Flucht des Erzherzogs Leopold hängt, wie aus Salzburg bestätigt wird, thatsächlich mit einer Damenbekanntschaft zusammen. Der Erzherzog unterhielt seit längerer Zeit Beziehungen mit einer ehemaligen Ballerine NamenS Adamowitsch, welche er häufig in Men besuchte. Nunmehr wollte der Erzherzog die Dame heiraten und richtete an den Kaiser ein Schreiben des Inhalts, daß er sich enffchlossen habe, auf alle Rechte eines Erzherzogs xu verzichten und fortan Wölfling heißen wolle Der Erzherzog, welcher mit seiner Schwester, der Kronprinzessin von Sachsen, Salzburg verließ, traf mit >er oben genannten Dame in München zusammen, von wo die Gesellschaft die Fahrt nach Gens fortsetzte. In der Begleitung der Kronprinzessin soll nicht ein französischer Sprachlehrer, sondern ein 24 jähriger Engländer sich befinden. Erzherzog Leopold, der seinerzeit den Erzherzog Franz Ferdinand auf seiner Weltreise begleitete, muhte in Colombo wegen eines peinlichen Vorfalles ausgeschisft werden. Später wurde der Erzherzog wegen einer Affaire beim Regiment in Jglau als Oberst zur Disposition gestellt.
Um die ganze Ungeheuerlichkeit des Verhaltens der lüchtigen Prinzessin zu ermessen, wird man daran er- nnern müssen, so schreiben die „Dresd. Nachrichten", w a s ie hier aufgegeben hat: einen Gemahl, der von ganzem Herzen unb ganzer Seele an ihr hing (er ist jetzt ganz gebrochen), fünf entzückende Kinder, drei Prinzen und zwei Prinzessinnen, die xu jeder Stunde, namentlich aber um die Weihnachtszeit, das unermeßliche Glück jeder Mutter ausmachen müßten; einen weiten Kreis Verwandter, an dessen Spitze ein siebzigjähriges Familienoberhaupt steht, dessen Leitsterne im Leben nur bie treueste Pflichterfüllung in seinem Berus unb bas herzlichste innigste Zusammenleben mit seinen Kindern und Enkelkindern sind; die Anwartschaft auf die Krone eines Landes, dessen Volk ihr vom ersten Tage ihrer Anwesenheit aus innerster Zuneigung zujauchzte und in ihr die Trägerin der Zukunft seines Herrscherhauses verehrte! Kaum ist ein Menschenschicksal denkbar, welches von Gott und der Vorsehung begnadeter war, als das dieser Fürstin, und so steht denn her logisch denkende Mensch vor einer unseligen Verirrung, die schließlich fast Mitleid mit Der Urheberin all dieses Wehes erwecken muß.
u
Berlin, 24. D^. Zu der Flucht der sächsischen Kronprinzessin wird aus Dresden gemeldet, daß der jetzigen Affaire mit dem Sprachlehrer Giron schon einige nicht so gut vorbereitete und deshalb mißlungene Fluchtversuche mit anderen Persönlichkeiten vorausgegangen seien, daß aber der Kronprinz bisher jedesmal feiner Gemahlin vergehen habe. Tie Verhältnisse liegen aber diesmal derart, daß ein solcher AuNveg nicht möglich erscheint. Der Vater der Kronprinzessin berichtete nach der Entdeckung der Flucht keiner Tochter, die man erst am späten Vormittag bemerkte, selbst an seinen Schwiegersohn und den Kaiser Franz, Josef. Im Auftrage des letzteren suchte Erzherzog Leopold Ferdinand seine SchSvester zur Rückkehr nach Satzburg $u bewegen, mußte aber Genf wieder verlassen, ohne seinen Zweck erreichit z>u hoben. Am Münchener Hofe treten Bestrebungen hervor, in der Angelegenheit eine Vermittlerrolle zu svielen. Die Kronprinzessin soll erklärt haben, niemals wieder das eheliche Leben mit ihrem Gatten ausi nehmen zu wollen, habe aber daS Verlangen ausgesprochen, daß ihre Kinder ihr verbleiben sollten. Auf tiefen Entschluß habe durchaus nicht irgend ein Gedanke an eine andere Neigung rnitgeroirtt — Der Kronprinz ist von seinem Jagdunfall sowett wieder hergestellt, daß er sich umher- fahren läßt.
Kie Itucht der sächstschen Aronprivzesfln.
SS scheint jetzt jeder Zweifel darüber ausgeschlossen, daß bie sächsische Kronprinzessin bet ihrem Entweichen inö Ausland nach einem wohlüberlegten Plan gehandelt bat. AuS verschiedenen Privatmeldungen geht hervor, daß die Ehe deS Kronprinzen von Sachsen schon lange eine unglückliche gewesen ist, und daß tie Kronprinzessin im Zerwürfnis mit dem sächsischen Königshaus und mit ihrem Vater inS Ausland gegangen ist. Dem „Berl. Lok.- Anz." wird darüber aus Dresden verichtet, die Kronprinzessin sei mit dem entlaffenen Sprachlehrer in Salzburg zusammengetroffen, von wo sich Beide nach Genf begaben. Nachdem die mit dem Hause Hccksiburg geführten Verhandlungen ergebnislos geblieben waren, und auch der Aufenthalt der Kronprinzessin in Genf ermittelt worden war, erfolgte die amtliche Mitteilung.
Wie aus Dresden gemeldet wird, hält sich die Kronprinzessin sett vier Tagen in Genf auf. Dorthin waren hr auf Antrag des Königs Oberregierungsrat Köttig von per Dresdener Polizei-Direktion und ein Fremden-Kom- mifsar gefolgt, welche die Aufgabe hatten, sich über das Verhalten der Kronprinzessin zu unterrichten und dem sächsischen Hofe Mitteilung zu machen. Ersterer ist gestern von Genf nach Dresden zurückgekehrt, letzterer bleibt vorläufig noch in Genf. In Begleitung der Kronprinzessin befindet sich der 24jährige französische Sprachlehrer ihrer Kinder. Derselbe ist ent geborener Belgier und heißt Giron.
Tie Gmfer Polizeibehörde erklärt entgegen der vorstehenden Meldung- daß die Kronprinzessin von Sachsen sich nicht in Genf befinde. Man vernimmt aber, daß sie seit zehn Tagen unter dem Namen eines Fräulein von Oben mit ihrem Bruder, dem Erzherzog Josef Ferdinand, der sich unter dem Namen Buriano in das Hotelregister eingetragen hat, und mit dem Brüsseler Professor Giron im Hotel d'Angleterre weilt, mit der mutmaßlichen Absicht, die Weihnachtstage über dort zu bleiben. Sie leben ganz zurückgezogen und richteten an das Hotelpersonal die Bitte, ihre Namen nicht zu nennen.
Zu dem Zerwürfnis am sächsischen .Königshofe wird noch aus Dresden gemeldet: Eine Ehescheidung kommt nicht in Betracht, wenigstens nicht nach den zur Zeit in Dresden maßgebenden Anschauungen, auch nicht eine solche mit päpstlichem Ti p.nS. D e trab Honetten Beziehungen ver- sönlicher Freundschaft zwischen dem Dresdener und dem Wiener Hofe weroen unabhängig von dem, WaS vorgesallen ist, fortbestehen. Die Familie deS Kaisers Franz Josef und die des Königs Georg steht zu der der Kronprinzefsin in enger Fühlung.
Weiter berichtet daS „Derl. Tageblatt" noch anS LreSden: Den Anlaß zu der Flucht der Kronprinzessin cheinen Familienzwistigkeiten gegeben zu haben. Scl)on nährend der Krankheit des Königs Albert in Sibyllenort oll es zu peinlichen und aufgeregten Szenen zwischen )em Kronprinzen Friedrich August und seiner Gemahlin gekommen sein. Die Briefschaften der Kronprinzessin Luise ind jetzt beschlagnahmt worden. Der Bruch mit dem Hofe oll vollständig und nicht wieder einzurenken sein. Der Hofstaat der Kronprinzessin ist aufgelöst worden. Weiter joird behauptet, daß es zwischen dem Kronprinzen und dem Bruder der Kronprinzessin in Salzburg zu Thätlich- keiten gekommen sein soll. Der Beinbruch deS Kronprinzen sei erfunben. Darauf sei der Kronprittz nach Dresden gekommen, wo er seine Gattin mißhandelt habe.
Aus Salzburg meldet das „Neue Wiener Tagbl.": .Kronprinzessin Luise ttaf in der ersten Tezem- ^erwoche unangesagt und ohne jede Begleitung von Dresden in Salzburg ein, und begab sich nach dem Wohnsitz shrer Eltern, lieber ihre Abreise von Salzburg wird beachtet, daß sie zu einem Salzburg bei Nacht passierenden Zuge ohne Beglettung int Fiaker beim Babnhofe vorfuhr, elbst am Schalter eine Fahrkarte löste und in ein ab geändertes Llbteil stieg. Die Kronprinzessin wurde am Bahn- |Ofe wohl erkannt, doch war es selbstverständlich, daß ie niemand ansprach, unb man in ihrer Abreise nichts Inaewöhnliches sah, umso mehr, als sie cmch allein an- gekommen war. Erst am Tage nach der Llbretse wurden vom Palais aus Nachforschungen angestellt, jedoch unter Le ach tu na großer Vorsicht Seitdem wird über tie Ange- seaenheit das größte Stillschweigen gewahrt. Dte heute zier bekannt gewordene offizielle Verlautbarung, welche üie Abreise der Kronprinzessin ins Ausland meldet, wtrd allgemein besprochen, zumal die Kronprinzessin befannt- ihre aame Jugend in Salzburg verbrachte, dort er* ioaen unb$ber Bevölkerung sehr populär und beliebt war Wie man versichert, verließ die Kronprtnzestm thr heim in Dresden, infolge eines F-mittenzwist-s" -
Tie Wiener Mgememe Zettung" destattgt, daß Erz- • er io aS eopold in einem Briese an den Katser Franz Lfcr seinen Austritt aus der kaiserlichen Fa- nilie aiueiate, alle seine Orden, darunter das goldene Vließ, a^^tie zuständige Hofstelle übersandte, und sein llusscheiden aus der Armee bekanntgab. Der Erzherzog Derbe den Namen Leopold Wölfling führen. Dem Wunsche des Erzherzogs werde Rechnung getragen und sollen bie diesbezüglichen Verfügungen bererts getroffen sein.. Als ss vor einiger Zeit hieß. Der Erzherzog wolle em Fraulein Adamowitsch heiraten, setzte eine energische ^iterventwn ein und der Erzherzog begab sich in ein Sanatorium bei Bonn am Rhein, wo er etwa ein halbes Jahr ver- Deilte. Nunmehr ist der Erzherzog entschloisen, die Heirat Dit der Akimowitsch zu vollziehen. Erzherzog Leopold tebt im 34. L beitsjahre, ist cm auf gerne, etter, lebenslustiger Mann und h iub ube» Zeremoniells. Er verkehrte


