Ausgabe 
24.12.1902 Drittes Blatt
 
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Nr. 302

Lrschetxt täglich außer Sonntags.

'Dem Gießener Anzeiger i verden tm Wechsel mit Dem Hessischen Landwirt Die Siebener Familien- Dlätter viermal in der

Woche betgelegt.

Diotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'scheu Illnivers.-Buch'U.Slein- Idruckeret (Pietsch Erbenb IRebaftton, Expedition und Druckerei:

Schulstraße 7.

klldresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

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Drittes Blatt. 152. Jahrgang Mittwoch 24. Dezember LS OS

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JEffiaF U Zj Tf V . iährlich Mk. 2.20; durch

SietzenerAMger

M General-Anzeiger " ss-Ss.

* ee a. A * i.V.: Fr. Hanne mann;

Amts- und Anzeigeblatt für den Kress Stehen

Darmstadter Möbelfabrik (160 Zirnrn.-Einricht.), Preisl. grat. 3821

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Aus Zladl und KanS.

Gießen, den 24. Dezember 1902.

Illustrationen. Preis eleg. geb. 4.50 Mk. Für Knaben tm Alter von 812 Jahren fehlte seither ein Buch, das wie das vorliegende eine gediegene Sammlung von Er­zählungen, Balladen, Gedichten, Abhandlungen aus der Ratur, Kriegserlebnissen, Jagd- sowie Seeabenteuern und vieles mehr zur Unterhaltung und Belehrung bietet. Diese Lücke auszufüllen ist dieses Buch bestimmt.

Für mein Krnd. Ein Bilderbuch für das erste Kindesalter. Mit 18 Buntbildern auf Pappe mit ca. 30 Gegenständen. Leporello Ausgabe, Mk. 2.. Bei Kindern erwacht schon frühzeitig der Trieb, Bilder zu besehen, und sie werden ihre Freude an dem Buch haben. Die Bilder, dem Bereiche des Begriffsvermögens der Kleinen ent­nommen, erfüllen ihren Zweck vortrefflich.

Von Meinholds Märchenbücher, Verlag von C. C. Meinhold u. Söhne in Dresden, sind zu Weihnachts- geschenten geeignet: liönig Drosselbart, Brüderchen und Schwesterchen, das tapfere Schneiderlein, die Hexe und die Königstinder, und Schneeweißchen und Rosenrot. Dieselben sind bei guter Ausstattung mit je 6 Farbendruckbildern bei dem billigen Preise von Mk. 1. für iedes Heft empfehlens­wert. < ., , , _

Ein Schlager für den W erh n ach t s m ar k t 190 2 ist das soeben bei I. F. Schreiber in Eßllngen er­schienene Ueberkinderbilderbuch, lustige Bilder und Reime für das kleine Volk von Mathilde Ade. 32 Setten boch Quart Mit Abbildungen in feinstem Farbendruck und Text, geb. 3 Mk. Mathilde Ade ist als Mitarbeiterin der Meggendorfer Blätter bekannt. Mathilde Ade hat den eckten K>umor, der einen ankommt, wenn man seelisch gesund ist. Sie ist keine Satirikerin, es liegt nicht in ihrer Ab­

sicht, zu geißeln, zu verletzen; lachten will sie blos, um der Köstlichkeit des Lachens willen, und köstlich sind ihre Bilder aus der Kinderstube. Mathilde Ade verfügt auch über einen sehr launigen Wortwitz. Den Text zu ihren Bildern verfaßte sie selbst; es kommt in ihm ihre heitere Weltanschauung nicht minder zum Ausdruck, als in den Zeichnungen. ,

Eine nach, englischem Muster in Deutschland letzt em- geführte Spezialität ist derHighlife Porträt- Kalender", der an der eleganten Ausstattung eines' kleinen Prachtwerkes allem Anscheine nach eine in jedem Jahr sich neu ergänzende fortlaufende Chronik des höfischen Lebens und Treibens der obersten Zehntausend aus allen Gauen Deutschlands bilden soll. Es jdjeint uns eine sorg­fältige und auf genauen Quellenstudien beruhende, durch zahlreiche Porträts illustrierte Bereick-erung dessen, was die . Lagespresse über dies Thema in jeder Saison veröffentlicht. Ter uns vorliegende 1. Jahrgang hat zum Hauptinhalt einen umfangreichien AufsatzEin Jahrhundert preußischer Hofseste" mit 12 Kunstbeilagen. Die den starken Band ein­leitendePorträt-Gallerie nach 7 Gemälden moderner Meister" beiveist, wie weibliche Schönheit und Grazie auck) heute noch am deutschen Kaiserhofe sternenhaft glänzen. Ein beigefügter Schreibkalender von 96 Seiten und ein geschäftlicher Teil sollen die praktische Brauchbarkeit des Merkchens erhöhen, dessen Reinertrag aus diesem und den solgenven Jahrgängen zum Teil den unter dem Protektorat der deutschen Kaiserin, dem Ehrenpräsidium der Gräfin von Bülow und dem Vorsitz der Frau von Leyden stehenden; Berlin-Brandenburger Heilstätten-Verein für Lungen­kranke" zufliehen soll.

** T i e F u ß d e ck e n i n d e n P e r s o n e n w a g e n. Es ist mehrfach beobachtet worden, daß die Fnßdecken in den Personenwagen, wenn sie in der Länge nicht passen, bei dem Mangel einer Befestigung am Fußboden sich verschieben und das Schließen der Thüren behindern. Da die Juß- decken mit der Wummer des Wagens versehen sind, zu dem sie gehören, so kann das Einlegen nidjt passender Fuß- öecken nur Vorkommen, wenn entweder von Hause aus die Decken nicht richtig zugeschnllten waren oder wenn die Wagennummern beim Ellllegen verwechsell worden sind. Bon Der Befestigung der Fußdecken am Boden ist bisher nnt Rücksicht daraus abgesehen worden, daß hierdurch die Wagenreinigung erschwert und well Reisende mll ihren Kiewern an den Befestigungsmitteln hängen geblieben sind. Diese Frage ist bereits früher tm Personenwagen- ausschuß behandelt worden. Ter Minister der öffentlichen Arbellen häll die Beseitigung des heroorgetretenen Miß­standes für erforderlich und hat deshalb die Königlichen Eisenbahndirektionen beauftragt, die Angelegenheit aber­mals im Personenwagenaussä- beraten zu lassen.

Groß en-Buseck, 22. Dez. Bei der am 21. d. M. stattgehabten Wahl des Vorstandes für den Wohlthätig- keitsoerein Gvoßen-Buseck wurde G. Rosenberg als erster Vorsteher, und F. Wallenstein als Rechner einstimmig wiedergewählt. Zum Kontrolleur waren drei Kandidaten ausgestellt, doch trug S. Berlin nach einer Stichwahl gegen den seitherigen Kontrolleur den Sieg davon.

0 Darmstadt, 21. Dez. Schluß des Berichts über die Generalversammlung des landw. Provinzialvereins. Ter Vorwurf, daß das Zentralisationsprinzip |ür Haupt- und Nebengebiete sich, nicht bewährt habe, sei längst widerlegt, da nach der von der Regierung gegebenen Vorschrift dem Provinzialverein die Mittel zur direkten Verwendung zur Verfügung gestellt feien und im Interesse einer einheit- Kchen Arbeit, dadurch die Leitung teilweise in eine Hand komme. Ter Vorwurf, daß die Verwaltung alles zu wünschen übrig lasse und ein gewisser Schlendrian ein ge­rissen sei, lasse sici) auch nicht rechtfertigen; überall gebe

es einmal Fehler, die auch zu entschuldigen seien, wenn man Gründe dafür habe; diese seien zunächst der, daß Redner selbst ca. 4 Jahre schwer unter deren ^ruck euies hartnäckigen körperlichen Leibens stand, sodaß es ihm oft chwer fiel, seine Aufgabe zu erfüllen. Rur die uber- mmmene Pflicht habe ihn gestärkt, trotz ferner Erkrankung das Heft in der Hand zu hallen. Dazu komme ber schwere Verlust des verdienstvollen Sekretärs Stimmet, der Weck) sei in der Führung der Rechnerstelle und nicht zum wenigsten die verbrecherische Handlungsweise eines untreuen Gehilfen, zu dem man volles Vertrauen gehabt und der fick) trotzdem eine geheime Registratur mit Geheimschublade re. angelegt und dadurch großen Schaden herbeigeführt habe. Zeit­weise habe Redner den tüchtigen Vicepräsidenten bevoll­mächtigt, da die lange Landtagssession ihn auch sehr an­gestrengt habe. Bei alledem habe er noch zwei für die ganze deutsche Landwirtschaft bedeutungsvolle Aufgaben durä>- geführt. Die Gründung der Reichsgenossenschaftsbank, sowie Ehilisalpeterorganisation. Im übrigen habe er das Bewußtsein, seine Pflicht genau erfüllt zu haben. Eine Paschawirtschast habe er niemals ge­führt, da bei allen Fragen der ganze Vorstand zu be­stimmen habe. An der Lahmlegung der Bezirks- Vereine sei er nicht schuld, da diese sich durch Konrurrenz- organisationen selbst schädigen. Auch eine Lahmlegung des Zuchtinspektors, der, wie Redner zu gestehen müsse, eine rühmliche Thätigkeit entwickele, sei nicht der Fall; die dem Redner vorgeworfenen schlechten Beziehungen zur "Regierung und deren Organen entbehren ebenfalls der Begründung und müsse er sich hierbei auf Se. Exz. den Staatsminister sowie den anwesenden Vorsitzenden der landw. Minifterialabteilung beziehen; Meinungsverschieden­heiten gebe es überall, doch bestehe weder Feindschaft noch grundsätzliche Gegensätze. Tie beiden anderen Provinzllll- d er eine nähmen nach dieser Richtung eine viel schärfere Stellung cm. Er stehe lange Jahre an der Spitze des deutschen Genossenschaftswesens, welches ca. eine Million deutscher Landwirte umfasse und habe er jederzeit zur Einigkeit geraten. Mau solle den Würdigsten zum Vor­sitzenden wählen, Halle man einen anderen für aeeignter, so werde er nicht grollen. Sollte aber die Wahl wieder auf ihn fallen, so werde er seine ganze Kraft einsetzen zum Wohle der deutschen Landwirtschast. (Großer Beifall.) Landtagsabg. Schönberger ersucht alle Anwesenden, die das in jeder Weise verdienstvolle Wirken und die tüchtige Leitung anerkennen und dem seitherigen Vorsitzenden volles Vertrauen entgegenbringen, sich von den Sitzen zu er­heben, worauf sich wohl neun Zehntel aller Anwesenden erheben. (Großer Beifall.) Nun wird in die Wahlhand­lung eingetreten. Lucke-Pallershausen, Volks-Gr.-Bieberan und Direktor Knapp-Gr.-Umstadt erwähnen ebenfalls die großen Verdienste des seitherigen Vorsitzenden und schlägt letztgenannter Wiederwahl per Akklamation vor. Otto- Heppenheim erhebt hiergegen Widerspruch, doch wird fest- gestellt, daß er in dem Mitglied er Verzeichnis des Vereins nicht eingetragen ist, worauf Tierarzt Allert-Heppenheim diesen Widerspruch erneuert, sodaß die statutarisch vor ge­schriebene Zettelwahl erfolgen muß. Die Unrufye hat in­zwischen derart zugenommen, daß der namentliche Aufruf vollständig unverständlich Mich und auch eine Einteilung nad) Ortschaften sich als nicht durchführbar erwies. In­zwischen wurde, wie schon erwähnt, der Gegenkandidat, mit Rücksicht auf die Aussichtslosigkeit seiner Wahl von ver­schiedenen Seiten bearbeitet, sodaß er schließlich selber auch seine Freunde bat, für Haas zu stimmen. Tas Resultat wurde mit großem Beifall aufgenommen und hierauf Oekonomierat Walther-Lengfald ebenfalls per Akklanmllon zum 2. Vorsitzenden wiedergewählt.

den Rechten eines Nachbarvolkes uns verpflichten könnte, es ruhig hinzunehmen, daß eine Macht, indem sie einen ihrer Prinzen auf den Thron Karls V. setzt, zu unserem Schaden das augenblicklicbe Gleichgewicht der Kräfte m Europa stören und die Interessen und die Ehre Frank­reichs gefährden darf. Wir haben die feste Zuversicht, daß diese Möglichkeit sich nicht verwirllichen wird. Um sie zu verhindern zählen wir gleichzeitig auf die Weis­hell des deutschen Volkes und auf die Freundschaft des spanischen Volkes. Wenn Dem nicht so wäre, würden wir im Vertrauen auf Ihre Unterstützung, verehrte Herren und auf die der Nation, unsere Pflicht ohne Zögern und ohne Schwäche zu erfüllen wissen."

Bezüglich, dieses herausfordernden Schlusses bemeru de Grammont auf dem in Frage stehenden Schriftstücke: Ter Schluß wird eingehend in dem Ministerrate er­örtert und von Herrn Emile Ollivier nach seiner einstim­migen Annahme und Abfassung durch die anwesenden Minister niedergeschrieben. Mir diesen Elementen, al)o mit dem ersten Aufsatze mit seinen Veränderungen und Hinzufügungen wurde die endglltige Erklärung hergestellt, die zweimal dem Ministerrate vvrgelesen, genehmigt, ne uarietur, beschlossen, von dem Minister selbst bei feiner Ankunft in Paris umgeschrieben, zwei Kabinettattaches diktiert und eine Viertelstunde später in der Kammer verlesen wurde." _ w _

Nach Veröffentlichung dieses Schriftstückes wird Herr Emile Ollivier wohl nicht mehr die Stirn haben, die Ver­antwortung für die Herbeiführung des deutsch-französi­schen Krieges auf andere abzuwälzen.

Weihnachts-^itteratur.

a n »e3 Verlag Ferdinand Carl in Stuttgar t sandll uns folgende für die bevorstehende Weihnachtszen ^arth° GW^Unser Durch en Erzählung für Mädchen von 8-12 Jahren. Mit 4 Farbeudruckbilderu; VrÄ? eleg geb. 3 Mk. - Ein neues Buch von Martha Gieie bedarf wohl kaum einer bqonueren Ausweisung üild da bekcmntlich an gediegenen Unterhaltungsschriften mr das immer noch Seburpn5

1 so dürfte der vorliegende Band der fein- sühlrgen Schriftstellerin eine willkommene Weihnachts-Au»-

Löhr, Erzählungen für ft'inber in Mit 6 Bunt-, 6 Ton- sowie 28 Text- "rhlftrationm 5t$rciS eleg. geb. 2,50 Mk. Löhrs Erzähl- Illustrationen, p klassischen Kinder) chnften, denn

Sbarf9^anCneinSUi8^) w'Ä b°s sich in unserem 1° Mer ßO Satire auf dem Büchermärkte zu er-

enUrou6t6e Es sind Geschichten der kindlichen Seele; einfadi aber voll Reichtum der inneren Erfahrung, von

auf dem Leben gegriffen, dürfte den jungen 2etennnen ^Snäb'enfreTnb. Eine Sammlung °on Erzähl- anaen. Zur Unterhaltung und Belehrung ^rausgegeben oon Otto Promber. Mit 8 Buntöildem und vielen ^.ext-

tzin Aktenstück zur Kriegserklärung 1870.

Im Hotel Tronot zu Paris ist dieser Tage ein höchst lkteressantes und charatteristtsches historisches Schriftstück verkauft worden, nämlich der Text der berühmten Er- Mrung vom 6. Juli 1870 auf die die von Paris ver­langten Auskünfte über die Kandidatur des Prin- Sen von Hohenzollem verweigernde Note des Ber­ner Kabinetts vom 4. Juli. Das S<l)riststück rührt von tte Grammont her und weist die Verbesserungen und Radierungen auf, die in dem von dem Kaiser Napoleon III. geleiteten Ministerrclle beschlossen wurde. Es weiht uns wi den Gedankengang und die Rolle der damaligen Leiter Her französischen Politik, Napoleons III., Emile Olliviers und de Grammonts, vorzüglich ein. Der Herzog de Gram- mont hatte in feiner Eigenschaft als Minister des .leußeren die für die Kammer und ganz Europa be­stimmte Note aufgesetzt. Sie folgt nachstehend mit Unter­streichung der Stellen, die verändert wurden:

Unsere Informationen bestätigen, daß £er Marschall Prim dem Prinzen Leopold von Hohenzollem die spanische Krone angeboten und daß "Dieser sie ange- nommen hat. Aber das spanische Volk hat sich noch nicht dazu erklärt, und wir fennen die wahren Einzelheiten dieser Vcrhanblung noch nicht, die uns verheimlicht Horben ist. Daher würde eine Erörterung darüber heute W keinem praktischen Ergebnisse führen können und wir Litten Sie, verehrte Herren, diese zu vertagen. Wir haben stets der spanischen Nation unsere Sympathien bezeugt und unablässig alles vermieden, was den Anschein einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten einer edlen unb großen Nation, die im Vollbesitze ihrer Souveränität t st, erwecken könnnte. . . Wir verharren in biefer Halt­ung, aber wir zählen auf bie Weishell bes beutschen Volkes nnb bie Freundschaft Spaniens, um einen Plan fallen zu lassen, b er aus nichts weniger als die Zer- Körung bes europäischen Gleichgewichts zur Benachteiligung unserer Interessen ab-

Ö Emile Ollivier verlangte zunächst als Kämpe für bie Nein hell ber französischen Sprache einige grammatika­lische Abänberungen. Start:Unsere Infor­mationen bestätigen" muß:Es ist wahr'", statt Mr kennen bie wahren Einzelheiten biefer Verhanb- Üiing noch nicht"Wll kennen bie wahren Einzelheiten einer Verhcuiblung noch nicht" gesetzt und ferner bad n b" aus dem letzten Teile dieses Satzes entfernt werden.

Tann gingen die Erörterungen auf ein anderes, ge- Mrlicheres Gebiet über. Ter Kaiser selbst ergriff das tfiort Ter letzte Absatz sollte eine Mänderung erfahren; »er griff selbst zur Feder und schrieb:Einen Plan, der un ertm Nachteil das augenblicklick-e Gleichgewicht der näfte Europas stören und bie Interessen und die Ehre 'Frankreichs gefährden würde"". Es entspann sich eine Lebhafte Erörterung, an der der gesamte Ministerrat sich lbeteiligte. Napoleon III. regte folgende Aenderung an, Iste er selbst diktierte:Wir glauben nicht, daß bie -Achtung vor ben Rechten eines Nachbarvolkes uns ver- stlickitet es ruhig hinzunehmen, baß eine ftemde Macht >as augenblicklid)e Gleichgewicht der Kräfte Europa's zu mserem Nackiteil stören unb bie Interessen unb bie Ehre Frankreichs gesährben darf." Emile Ollivier schlug noch bie tönende Schlußphrase "bor:indem Ire einen threr ßrinzen auf den Thron Karl s V. setzt, die dem itail'er sehr gefiel. . .

Tann schrieb Ollivier zu der im Grunde genomnien nicht besonders agressiven und jedenfalls recht banalen flöte de Grammont's selbst die Sätze hmzi^. die in Berlin als gegen bie Würde einer Großmacht verstoßenbe Drohungen aufgenommen werden mußten:Wir sind ben verschiedenen Krvnprätendenken gegenüber nicht aus er strengsten Neutralität herausgetreten und haben für einen von ihnen einen Vorzug noch eine Abneigung ekundet. Aber wir glauben nicht, daß die Achtung vor