St angegeben. Erne Yente älZ vermißt gemeldete ist <W gerettet gemeldet worden. Tte Zahl der en betrügt somit 114. Es ist nicht ausgeschlossen, daß noch weitere Meldungen zur Liste der Vermißten ein- Lcmfen.
Der „Primus" ist etwas gehoben und 50 Meter elb- ckufwärts bugsiert worden. Bei Hochwasser wird mau versuchen, ihn aus Strand zu bringen. Die etwa in den Kajüten noch Befindlichen sollen die Mannschaften der Sani- totskolonne bergen. Am Strande befinden sich, Dausende von Neugierigen. Der Elbgrund wird mit Totenangeln ab gesucht. Dre Leichen, die bis Freitag noch nicht rekognosziert sind, sollen in Nienstedten vorläufig beerdigt werden. Im übrigen ist mit dem Leichentransport von Nienstedten und Schulau nach Hamburg begonnen worden. Man erwartet, daß von nun an zahlreiche Leichen an den Strand treiben, der stets sorgfältig bewacht wird.
Zahllos sind die tragischen Szenen, die das Unglück im Gefolge hatte. In dem Stadtteil Eilbeck, dem Wohnort der Mehrzahl der Ausflügler, herrschte während des ganzen auf die Unglücksnacht folgenden Tages die furchtbarste Aufregung, da zahlreiche Familien über das Schicksal ihrer Angehörigen in Angst und Sorge schwebten. Aus füllen Straßen standen Gruppen erregter Menschen, die sich gegenseitig Trost zuzusprechen versuchten und dabei doch selbst von banger Furcht ergriffen waren, daß auch ihre Lieben auf dem Grunde der Elbe liegen könnten. In einer Straße fand man fünf kleine Kinder vor einer ver^ sch'lossenen Hausthür stehen. Die Eltern hatten den Ausflug auf dem „Primus" mitgemacht und wollten die Kinder, die bei Bekannten zu Besuch waren, bei ihrer Heimkehr abholen. Beide Eltern haben bei dem Unglücksfall ihr Leben eingebüßt. In einer andern Straße standen zwei 15- und 17jährige Burschen und riefen nach ihren Ellern und Geschwistern, die sämtlich nicht mehr unter den Lebenden wellen. — Der Kellner Emil Eberhardt, ein lOjähriger junger Mann, ist seinem Heldenmut zum Opfer gefallen; er rettete erst seine Braut, Frl. Borries, und vier andere weibliche Personen, die er aus der Kajüte holte, auf die ,Hansa". Als er zum drlltenmal auf die ^Hausa" zurückkehrte, wurde er von seiner Braut ange- ifleht, nun doch au sich, selbst zu denken. Er erwiderte: „Es sind noch Kinder pnten, die erst gerettet werden müssen." Darauf sprang er zurück auf den „Primus^", der gerade im Versinken begriffen war, geriet in den Wasserslllldel und ward nicht mehr gesehen.
In Eilbeck hat sich ein aus 21 Personen bestehendes Hilfskomite.e zur Unterstützung der Hinterbliebenen gebildet. In-einer vom Eilbecker Bürger- Verein einberufenen Versammlung, in der obiges Komitee gewählt wurde, sind sofort 3100 Mk. gezeichnet worden. Von vielen Stellen liefen freiwillige Beiträge, sowie Angebote von Konzert und ähnlichen Veranstaltungen ein, auch viele Waisen wurden an Kindesstall angenommen .Dem Senate gingen von vielen Seiten Beileidskund- go b ungen zu, so von mehreren beim Senat akkreditierten tonsularischen Vertretern und vom Magistrat zu Wandsbeck. Donnerstag findet in der Friedenskirche in Ellbeck ein Trauergollesdienst stall Durch die Hamburger Polizei soll versucht werden, alle auf preußischem Gebiete angeschwemmten Leichen ausgeliefert zu erhalten, um die Hpfer gemeinsam bestatten zu können.
Das in der „Primus"-Katastrophe eingeleitete Strafverfahren wird durch die Staatsanwaltschaft zu Altona geführt, da sich das Unglück auf preußischem Gebiete ereignete. Der Erste Staatsanwalt Mühle-Altona war Dienstag wiederum längere Zeit an der Unglücksstelle, um die ersorderlichen Maßnahmen zu treffen. Nebenher geht ein Unfallverfahren, welches vor dem See amt geführt wird. Das Resultat der dort angestellten Ermittelungen geht der königlichen Staatsanwaltschaft zu. Ob -eine Anklage erhoben wird und gegen wen, hängt vom Spruch des Seeamtes ab. Ein unbeteiligter Zeuge der Katastrophe ist der Führer der Barkasse „Teut"", der in nächster Nähe des T,Primus" fuhr. Der Führer der Barkasse, Trudel, und der Inhaber derselben, Hagen, standen beide am' Steuer. Letzterer sagte aus: Unsere Barkasse hatte an Bord meinen Sohn und fünfzehn junge Leute. Wir kamen von einer Vergnügungstour nach Falkenthal. Obgleich ich hätte mehr rechts fahren müssen, führ ich wie üblich, dicht am Ufer, um den Ebbestrom abzuschwächen. Als ich das Wrack des „Lemnos" passierte, kam von der anderen Selle des „Lemnos" der „Primus" nach dem nördlichen Ufer und fuhr gleichfalls dicht am Lande. Der „Prinrus" fährt sonst schneller als meine Barkasse, aber da die Leute aus dem Dampfer hin- uud hertummellen, war bald das rechte, bald das linke Rad auS dem Wasser. Der „Primus" fuhr dann langsamer, deshalb blieben wir immer etwa fünfzehn Meter von einander entfernt. Querab vom Nienstedter Leuchtfeuer machte .ich Trudel auf die in Sicht kommende „Hansa" aufmerksam und sagte zu ihm: „TaS geht nicht klar." Trudel er- iwiderte: „Nein, das geht verkehrt." Gleich darauf fuhr der „Hansa" in den „Prinrus". W war 12.20 Uhr etwa 50 Meter oberhalb des Nienstedter Leuchtfeuers. „Primus" trieb bis zum Leuchtfeuer durch die Ebbe zurück und sank dort. ,Hansa" konnte unmögliche die roten Lichter des „Teut" Und „Primus" sehen. Sollten von der „Hansa" rote Lichter gesehen worden sein, so könnten das meiner Ansicht nach nur die roten Lichter des Nienstedter Leuchtturmes und der Nienstedter Landungsbrücke gewesen sein. Von Bord meines Schiffes „£eut" und des „Primus"" können nur das grüne uno das Topplicht gesehen worden sein. „Teut"", die auf den Strand geraten war, kam erst uni 1 Uhr flott und konnte nichts mehr zur Rettung thun. Bald nach der Kollision, als die Hilferufe verstummten, passierten noch mehrere Vergnügungsdampfer mit voller Musik die Unfallstelle, ohne zu ahnen, was sich eben zugetragen halle.
Der Führer des „Deut", Trudel, wurde gestern als Zeuge vom Seeamt geladen. Der Führer des „Primus"" halt seine geslligen Llussagen aufrecht. Er habe den Kurs nicht geändert. Auf das Vorhallen, daß ,Hansa"" einen so großen Tiefgang habe und gar nicht so nahe an Land fahren konnte, erwiderte Peters, die „Hansa"" diente früher als Eisbrecher und habe nur hinten vierzehn Fuß Tief- jgang, übrigens sei die Uferttefe verschieden und falle ganz plötzlich steil weg.
Wie der „Hamb. Korr."" ausführt, steht die gestrige Darstellung des Unglücks seitens des Führers vom „Primus"" in schrwffem Gegensatz zu den Erklär nutze n der Besatzung der „Hans a"". Das Blall betont, daß nautische Sachverständige die Richtigkeit der Angaben von Peters bezweifelten. Sie betonen, daß, wenn der „Primus"", der vollbesetzt mit Passagieren war, nur ellva vier Fuß ttef ging, so dicht unter Land fuhr, wie er nur llgend konnte Und sogar Gefahr gelaufen sein will, Grund zu berühren, es ganz unmöglich gewesen wäre, daß die „Hansa" nrll einem Tiefgang von 14 Fuß in die Rühe des „PrunuS"
g. langen und ihn anrennen konnte. Die ,Hansa" hätte ja unbedingt schon lange vorher auf Grund festsitzen müssen. Das Seeamt nahm heute vormittag 10 Uhr ein Verhör mit den am Zusammenstoß Beteiligten vor.
Gestern vormittag war im Hamburger Hafen das Gerücht verbreitet, Kapitän Petersen von der „Pri-- m.ug*" habe Selbstmord begangen. Eine Kontrolle )ieses Gerüchts war vis gestern abend nicht möglich. Die Polizei hat sofort die nötigen Recherchen eingeleitet.
—Sus Stadt undMnd."
Gießen, den 24. Juli 1902.
V. D. St Der Hessische Gauverband der Vereine Deutscher Studenten feiert, wie wir schon gemeldet, am 29. und 30. Juli sein lOjähriges Stiftungsfest, verbunden mit einem Kartellfest der süddeutschen Vereine Deutscher Studenten im Kyffhäuserverband. Die Feier wird eingeleitet durch einen Frühschoppen im „Deutschen Haus" zu Bensheim, dann geht es zu Wagen nach Lindenfels im Odenwald. wo die Hauptfeier im „Hotel zum Odenwald" am Abend des 29. und am 30. stattftndet. Den Abschluß bildet ein Ausflug nach dem sagenumwobenen Rodenstein. Sowell ich bis jetzt blicken läßt, verspricht die Beteiligung eine ungemein große zu werden.
? Evangelischer Arbeiterverein Gießen. Zu dem nächsten Sonntag hier stattsindenden Verbandsfest des Mittelrheinischen Verbandes evangelischer Arbeitervereine, mit dem bekanntlich die Fahnenweihe des hiesigen evangelischen Arbeitervereins verbunden ist, werden voraussichtlich die Vereine von Mainz, Oberursel, Hanau, Frankfurt, Fechenheim, Niederrad, Höchst, Griesheim, Bockenheim, Sindlingen, Butzbach, Oberrad, Offenbach, Sosienheim, Unterliederbach, Wiesbaden und Zeilsheim erscheinen. Ferner werden noch Vereine aus dem Kurhessischen Verband, sowie der Friedberger und der Wetzlarer Verein erwartet. Da die Vereine mit ihren Fahnen erscheinen, so wird der von Oswalds Garten nach Steins Garten unter den Klängen unserer Regiments- musik sich bewegende Festzug ein wechsclvolles und schönes Bild bieten. Hoffentlich werden die Bewohner unserer Stadt durch Beflaggen ihrer Häuser dem Verein ihre Sym- lathien zu erkennen geben. Das Gartenfest wird — neben den musikalischen Darbietungen unserer Regimentskapelle — durch Gesangsvorträge der einzelnen Vereine, sowie durch mancherlei Ansprachen belebt werden. Die abends 8*/, Uhr gleichfalls in Steins Garten stattfindende Familienfeier wird des Schönen und Ueberraschenden mancherlei darbieten: Vor- räge der Regimentskapelle, des Zitheroereins „Alpenröschen", )es unter Leitung des Herrn Gernhardt stehenden gemischten Chores des Vereins, ferner lebende Bilder und zum Schluß die Aufführung von „Hesselänner Kirmes, ein Bild aus dem hessischen Volksleben". — Hoffen wir, daß rechtes Festwetter uns beschieden sein möge und daß alle auswärtigen Festeilnehmer einen recht guten Eindruck von Gießen empfangen mögen.
)( Ober-Ohmen, 23. Juli. Der hiesige Maurermeister, der wegen einer Meinerdsasfaire in Untersuchungshaft geführt worden war, ist wieder gegen Stellung einer namhaften Kaution aus freien Fuß gesetzt worden.
)( Groß-Felda, 23. Juli. Ein Akt bestialischer Rohheit wurde hier verübt. Bei einer hiesigen Witwe prach im Laufe des Tages ein Fremder vor, der aber der- elben nichts weniger als fremd war, da er im vorigen Jahre bei ihr im Dienste gestanden und aus dem benachbarten Romrod stammte. Ein hiesiger Einwohner, der den Fremden bei der Witwe hatte einkehcen sehen, erbot sich nun, zu deren Schutze abends bei ihr bleiben zu wollen, da es nicht ausgeschlossen, daß der Besucher am Abend wiederkäme. Um 11 Uhr nachts klopfte es am Hause der Witwe und der Fremde begehrte Einlaß. Nun eilte der Schutzfreiwillige hinaus und überfiel den ahnungslosen Herbergesucher. In wahrhaft viehischer Weise schlug er ihn beinahe zum Tode. Aus dem Garten, darinnen die Mißhandlung ausgeführt, schleppte er den Todwunden auf eine nahe Miststätte. Eine Blutstraße bezeichnete den Weg. Der Kopf des Geschlagenen war so arg mitgenommen, daß ihn der hiesige Arzt mit 15 Nadeln zusammennähen mußte. Telegraphisch rief man den Gendarmen Dörr von Ruppertenrod herzu, der den Thäter vom Felde aus verhaftete und sofort ins Haftgefängnis nach Ulrichstein abführte.
sch, Darmstadt, 23. Jüti. Unsere Stadtverwaltung hat vor einiger Zeit eine Neueinrichtung unserer Feuerwache beschlossen, und es sind die hierzu nötigen Löschgeräte, die von der Firma C. D. Magirus in Ulm geliefert wurden, heute durch den Branddirellor Fischer den städll- schen Behörden vorgeführt worden. Es hatten sich il a. auch eintzefunden eine Anzahl Vertreter von anStoartigen Feuerwehren, u. a. Gießen, Worms, Heidelberg, Dieburg rc., die in absehbarer Zeit ebenfalls die Umgestaltung ihrer Einrichtung beabsichttgen. Die neuen Löschgeräte bestehen aus einer vierrädrigen Magirus-Drehleiter auf 20 Meter ausziehbar, und einer kompletten Löschtrain, bestehend aus einem vierrädrigen Mannschaftswagen für 14 Mann, mit Schlauchwagen, Schläuchen, Standrohren, Schiebe- und Hakenleitern, Krankenträger. Es wurden eine Anzahl Geräteübnutzen, Brandangriffe rc. exakt und rasch ausgeführt und darauf die Feuerwache mit~ Mannschasts- stüben, die Stallungen rc. besichtigt. Sämtliche Einrichtungen fanden den ungeteilten Beifall aller Anwesenden, sodaß unsere Feuerwehr, einem lange gehegten Bedürfnis entsprechend, nun schlagfertig ausgerüstet ist.
Darmstadt, 23. Juli. Der Darmstädter Detaillist enverein faßte in seiner letzten Versammlung folgenden Beschluß: Die Versammlung erklärt sich mit dem Antrag des Vorstandes, das Ortsstatut über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in Darmstadt einer Neuregelung zu unterziehen, einverstanden und beauftragte den Vorstand, bei den zuständigen Behörden sofort Verhandlungen in die Wege zu leiten. Die Beratungen haben den Nachweis erbracht, daß die bstündige Beschäftigungszeit durch nichts gerechtfertigt ist und lyzstündiges Offenhalten der Detailgeschäfte vollständig ausreichend erscheint. An Sonn- und Festtagen soll für die Lebensmittelgeschäfte die Zett von 8—y210 Uhr vormittags und für solche, die keine Lebensmittel verlaufen, die Zeit von 11—1/il Uhr zur Einführung gelangen. Die für die Zigarrengeschäfte bestehenden Ausnahmebestimmungen sollen von einer Einschränkung nicht berührt werden. Ebenso sollen die sonst geltenden Landesvorschriften über die Heilighaltung der Sonn- und Feiertage unberührt bleiben. Des weiteren wttb der Antrag dckhm gestellt, daß eine vmheitttche Ver
kaufszeit in Stadt und Land festgesetzt und spätestens um 1 Uhr nachmittags beendet sein muß.
Mainz, 23. Juli. Gestern Abend fand eine 93er* ammlung hiesiger Metzgermeister statt, um gegen den Beschluß der Viehhändler, nicht mehr unter Garantte zu verkaufen, Stellung zu nehmen. Nach einer längeren Aus- ührung erklärten die Metzger, daß sie von den Viehhändlern verlangen könnten, daß sie für ihr gutes Geld auch gutes und gesundes Vieh geliefert erhielten; sie )alten an der Bestimmung fest, daß sie nur solches Vieh kaufen würden, für welches der Viehändler auch die nötige Garantie leiste. Im Uebrigen wurden den Metzgern von anderen auswättigen Viehändlern Angebote gemacht, daß sie bereit seien, gutes Vieh unter Garantie zu liefern. Mtt den den hiesigen Viehmarkt beschickenden Viehhändlern soll noch einmal wegen dieser Garantiefrage Rücksprache genommen werden.
Frankfurt, 23. Juni. Der Hochbau-Ausschuß der Stadtverordneten-Versammlung hat einen sehr intereffanten und weittragenden Beschluß gefaßt. Man klagte hier schon des öfteren darüber, daß bei den städttschen Hochbauten hohe Kreditüberschreitungen vorgekommen waren, ohne daß jierfür zwingende Gründe Vorgelegen hatten. Die bett. Beamten hatten eben zu sehr aus denk Vollen gewirtschaftet. Nun aber will der Ausschuß ein Exempel statuieren. Er beantragt, die Stadtverordneten-Versammlung solle bei den Kreditüberschreitungen für die Hölderlin-Schule die in Frage kommenden Beamten nicht nur disziplinarisch, nein, auch zivilrechtlich haftbar machen, wie dies nach ihren Anstellungsverträgen möglich ist. Die Herren sollen also den übermäßigen Aufwand aus dem eigenen Beutel bezahlen. Allerdings wohl ein ebenso heilsames als abschreckendes Exempel. — Am Mainkai spielten gestern abend mehrere Jungen ohne Aufsicht. Von einem Kameraden wurde im Spiel der fünfjährige Knabe des Schuhmachers Kolb in den Main gestoßen, wo er ertrank. Nach einer halben Stunde fand man die Leiche, die der entsetzte Vater auf seinen Armen unter großem Zulauf des Publikums nach Hause trug.
Frankfurt, 23. Juli. Aus Versehen einge*- wickelt zu werden, passierte gestern einem Hundertmarkschein in einer Metzgerei aus dem großen Hirschgraben. Der „blaue Lappen"" lag uubeaussickftigt aus der Theke und geriet beim Einwickeln in das Fleischpaket eines Käufers. Dieser entdeckte erst vor dem Laden, daß am Paket etwas Blaues hervorlugte, welch' billigen Einkauf er trotz der teuren Fleisch- und Wurstpreise gemacht hatte. Er gehörte aber zu der Spezies der ehrlichen^ Finder, und brachte den Schein Dem zurück, dem er gehörte. Eines wenigstens, so meint die „Frkf. Ztg.", lehrt die Geschichte: So lange noch Hundertmarkscheine zwischen Rippchen und Haspel auf dem Ladentisch herumslattem, gehört die Metzgerei zu den Handwerken, die ihren Mann wenigstens notdürftig ernähren.
Wetzlar, 23. Juli. Zum ersten Male wieder seit dem Jahre 1884 wird in unserer Stadt in den Tagen des 26. bis 28. Juli d. I. ein Gesangsfest des Lahnthalsängerbundes und Atoar das XXIV. gefeiert werden. Schon feit Monaten sind die aus Mitgliedern, Freunden und Gönnern des hiesigen Männergesangvereins gebildeten Ausschüsse in lebhafter Thätigkett, um das tfeft in einer Weise vorzubereiten, tvie es der erwarteten zahlreichen Gäste und des wohlbegründeten Rufes von Wetzlar als Feststadt würdig ist. Und man darf sagen, diese Vorbereitungen sind gelungen; die Sänger des Lahnchalbun- des werden in unserer Stadt einer willkommenen Aufnahme begegnen und der Verlauf des Festes wird nicht nur ihnen, sondern auch den sonstigen auswärttgen Gästen beweisen, daß die altbekannte Gemütlichkeit der Wetzlarer Feste nach wie vor besteht.
** Weilburg, 23.Juli. Das der Ge,verkschaft „Union in Dortmund gehörige Eisen st ein berg werk „Martha" bei Hirschhausen, das bis jetzt noch die meisten Bergleute beschäftigte, ist vollständig ersoffen. Die Maschinen und Pumpen sind verloren. Die ganze Belegschaft ist bis auf wenige Mann entlassen worden. Da der Betrieb der übrigen Eisensteingruben in der Gegend sehr flau ist, haben viele der enttassenen Arbeittr in Bergwerken Lothringens Arbeit gesucht.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Wiesbaden hat der Marineleutnant a. D. Ewald Munte, ein Sohn des bekannten Düsseldorfer Malers, vor einigen Tagen einen Selbstmordversuch gemacht, der zunächst seine Erblindung zur Folge hatte. Jetzt ist er im Krankenhaus gestorben. — Ein Herr aus Mainz hat in Bingen einen schweren Verlust erlitten. Er wollte am 20. d. Mts. auf einem Dampfboot den auf seinen Kleidern befindlichen Staub mtt der Hand abklopfen, dabei entfiel ein Brillantring im Werte von 500 Mk., seiner Hand und rollte vom Verdeck in den Rhein. — Der Bundestag des Bundes deutscher Gastwirte roirb am 12. August und die Generalversammlung der Sterbekaffe desselben Bundes am 13. August ds. zu Hannover abhalten. Der Verbandstag des Mitteldeutschen Gastwittever- bandes für nächstes Jahr findet, wie schon jetzt feststeht, zu Hersfeld statt. — Die Gemeinde Groß-Wlnternheim hat zur Vertilgung der Mäuse nicht weniger als 15 Zentner Gift bezogen. Das Gift wird zur Hälfte von der Gemeinde und zur Hälfte von den Abnehmern bezahlt. — Ein in Butzbach in Stellung befindlicher junger Mann, der dott die Abfahrt des Zuges verschlafen hatte, sprang in der Nacht zum 21. d. Mts. bei Großen-Linden aus dem Zuge und zog sich hierbei mehrfache Verletzungen zu. — In Ruppertshlitten machte in einem Anfall von Geistesstörung der Bauer Gottfried Sator seinem Leben durch Erhängen ein Ende.
Handel und Verkehr. Uolkswirlschaft.
Gießen, 24. Juli. sViehmarltberichl.) Ter gestrige Lchjern markt hatte einen Borrath von 100 — 150 Stück Gangvieh. Fettoieh war nicht am Mackl. Aufkäufer aus der Gegend^ von Köln machlen hauprsächlrch den Markt, die courante Zjähriges Simmenthaler Vieh, sogenannte Schecken kauften und dafür gute Preise anlegten. Gangvieh, Dogelberger Rasse war schwer verkäuflich und nur zu billigem Preise an den 'Dimm zu bringen. Unsere heimische rothe Rasse ist eben leine Marktwaare und wird es nie werden, so sehr auch anzuerkennen ist, daß inan etwas Tüchtiges daraus herausgezüchtet hat. — Es wurden gehandelt: Gangochsen, beste Waare am Markt, 850—900 Mk., Mittelschlag 7—800 Mk. per Paar. Angelernte Sucre waren am Markt nicht vorhanden. Ter Handel warum halb LUc beeuösl uu- »veuig Ueberftanb vorhanden. — Auf deru


