Ausgabe 
24.5.1902 Erstes Blatt
 
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tont niet möge an maßgebender Stelle dahin tonten, daß enu progres sive Umsatzfteuer für Getreidemühlen, wie solche bereits in Bayern Gesetz ist, in ganz Deutsch­land zur Einführung kommt. Ans Vorschlag des Sekretors beschließt die Kammer, eine Kommission aus dem Vor­sitzenden, den Mitgliedern Spocf und Rausch sowie dem ÄkretLr zu bestellen, die sich das gesamte erforderliche! Material beschaffen und prüfen soll. Schäfer (Büdingen referiert über den Entwurf eines Gesetzes 6 ert r Ain derarb eit in gewerblichen Betrieben. Die Kammer schließt sich seinen Ausführungen einstimmig an, die in folgenden Sätzen gipfeln: Die Handelskammer spricht sich grundsätzlich für den Gesetzentwurf im allge­meinen aus, wenn auch im Kammerbezirk kaum Fälle von Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben vorliegen Be­dauerlich bleibt, daß bei Einbringung des Gesetzentwurfs nicht auch die Kinderarbeit in der Landwirt schäft mit einbegriffen würde, denn auch hier liegen Schäden vor. Ferner hält die Kammer die Erhebung über das Maß der Kinderarbeit und die Wirkungen der vorge­sehenen Beschränkung in einzelnen Industrien wie z. B. der Spielwarenindustrie der Sonneberger Gegend, in den Handwebereidistrikten auf dem Eichsfeld und dem Eulen­gebirge usw. für wünschenswert, um vor Erlaß des Ge^ setzes ein sicheres Urteil über die Tragweite wesentlicher Beschränkung der Kinderarbeit gerade in den hier in Be­tracht kommenden Arbeitsgebieten zu erlangen. Abye- sehen von diesen besonderen Fällen kann man sich im allgemeinen nur der Einschränkung der Kinderarbeit auf täglich drei resp. vier Stunden ohne weiteres einverstanden erklären, ebenso wie für die Beschränkung auf gewisse Ge­werbebetriebe bezw. mit dem Ausschluß der Kinderarbeit bei solchen Gewerbebetrieben, die Gesundheit und Moral zu schädigen geeignet sind. Was die Kontrolle der gesetz­lichen Maßregeln betrifft, so hält die Kummer das im Entwurf vorgesehene Maß von Beaufsichtigung nicht für ausreichend, und befürwortet insbesondere in den Haupt­zentren der Hausindustrie die Schaffung von besonderen lokalen Aufsichtsbeamten. Die Hotelbesitzer Bcud- Nauheims bitten die Kammer, die von ihnen an das Ministerium des Innern gerichtete Eingabe um Herab­setzung der Ruhezeit ihrer Angestellten von 8 auf 7 Stunden während der Monate Juni, Juli und August gemäß Ziffer 1, ALs. 3 der Verordnung des Bundesrats vom 23. Januar 1902 zu unterstützen. Nach einem kurzen Referat Sprengels (Bad-Nauheim), der die besondere Eigen­tümlichkeit des Hotelbetriebs in Bad-Nauheim darlegt und die hierdurch begründete Ausnahme rechtfertigt, beschließt die Kammer, die Eingabe an zuständiger Stelle zu befür­worten. Don der Ortsgruppe Butzbach des Deutsch­nationalen Handlungsgehilsen-Verbandes ist der Kammer eine Zuschrift zugegangen, worin sie ge­beten wird, ihren Antrag zwecks Beseitigung der Miß­stände und Verschiedenartigkeit der Ausführungen des Ge­setzes über Sonntagsruhe und Herbeiführung eines einheitlichen Schlie ßens der Läden an Sonn­tagen um 2 Uhr nachmittags, wieder zu erneuern. Tie Kammer beschließt von neuem mit der Handelskammer Gießen ins Benehmen zu treten, um einen einheitlichen Ladenschluß an Sonntagen in Oberhessen herbeizuführen. Ein Antrag des Vereins deutscher Holzhändler in Recklinghausen: Die Ziffer 6 der Position Holz im Spezialtarif in, die seit dem L April nachstehenden Wort­laut hat:Folgende zu Grubenzwecken des Bergbaus be­stimmte Hölzer: Rundhölzer bis zu 20 Ctm. Zopfstärke (am dünnen Ende ohne Rinde gemessen) und bis zu 7 Meter Länge, ferner Schwellen, Stege, Schwartendretter, Schwor- tenpfähle, sämtlich bis zu 6 Meter Länge, sowie dünne Brettchen bis zu 1.5 Meter Länge" wird befürwortet. Die Kammer beschloß, chn beim Ministerium in Darmstadt sowie bei der Eisenbahndirektion Frankfurt schleunigst zu unterstützen. Diese unerwartete gegen den Beschluß des Landeseisenbahnrats eingeführte Tarifierung bedeutet nicht nur eine große Schädigung des Holzhandels, sondern auch der Forstverwaltung und der Forstbesitzer des Ostens, da die Interessenten der hohen Frachtsätze wegen nunmehr gezwungen werden, ihren Bedarf an Grubenhölzern vom Ausland zu decken. Der Antrag geht dahin, die Ziffer 6 der Position Holz d'ahin zu ändern:Folgende zu Gruben­zwecken des Bergbaus in Westdeutschland bestimmte Hölzer: Rundhölzer bis zu 30 Ctm. Zopsstärke (am dünnen Ende ohne Rinde gemessen) und bis zu 5 Meter Länge, ferner Ähwellen, Stege, Schwartenbretter, Schwartenpfähle, sämt­lich bis zu 6 Meter Länge, sowie dünne Brettchen bis zu 15 Meter Länge" undDie einstweilige Aussetzung der neuen Tarifbestimmung für die im Bereiche der Eisenbahn- direktionen Elberfeld, Essen und Münster gefahrenen und der dorthin bestimmten Grubenholzsendungen zu »er* fügen."

«andel und Verkehr. Volkswirtschaft

600 000 Mk. 3'/, Proz. Anleihe der Provinz Ober- hefien, die zur Erbauung und Ausstattung der Provinzial­siechenanstalt in Gießen ausgenommen wurde, sind zum Handel und zur Notierung an der Frankfurter Börse zugelafsen worden. Die Einlösring der fälligen Zinsscheine und der zur Rückzahlung berufenen Schuldverschreibungen erfolgt bei den Bankhäusern Aron Heichelheim- Gießen und Gcbr. Neustadt- Frankfurt sowie Lei der Provinzialkasse in Gießen. (Vergl. Inserat.)

Märkte.

Gieße«, 24. Mai. Marktbericht. Auf demheutigenWochenmarkt kosteten: Butter pr.Psd. 0,801,00 Alk., Hühnereier IStck. 56 Pfg., Gänseeier 1012 Pfg., Enleneier 60 Pf., Käse vr. Stuck 57 Pf., Käsematte 2 Sick.0-0 Pfg., Erbsen pr. Liter 19Pfg.,Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,801,20 DU., Hühner pr. Stück 1 001,60 DU., Hahnen pr. Stück 1,201,80 Mk., Enten pr. Stück 2402,60 DU., Ganse pr. Pfd. 0000 Pfg., Ochsenfleisch vr. Pfund 6676 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6064 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 6670 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5070 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 2,603,20 Mk^ Weißkraut per Stück 0000 Pfg- Zwiebeln pr. Beniner 7,508,50 DU., Milch per LUer 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 000 Pfg^ in Körben 0000 Pfg. Trauben 0000 Pfg.

Tauer der Marktzeit von morgens 7 Uhr bis nachmittags 1 Uhr während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nur auf den bestimmten Verkaufsplätzen und nicht im Umherziehen seilgebolen werden.__

JusiBg aus dkll Stwiesmlsiksistni der Stitt Gitfctu.

Aufgebote.

Am 17. Mai. August Haberkorn, Forstasseffor in Kassel mit Johamm Mathilde Elisabech Hormann dahier. Georg Franz Karl Hoos, Photograph dahier mit Ida Margarethe Johannette Mol­dauer in Schotten. Am 19. Adolf Christum Emmel, Bahnbe­diensteter dahier mit Marie Pitzer in Herborn. Am 20 Br. phil. Heinrich Otto Rösler, technischer Betriebsleiter m Rodach mit Elise Allvater dahier. August Keßler, Händler dahier mtt MetaKomgs- thal in Earlshafen. Am 22. Theodcr Wilhelm Karl Mcwlm Klingelmeyer, Schreinermeister dahier nut Marie Auguste Adolfine Emilie Stoll hierietbü.

Eheschließungen.

Am 17. Mai. August Marx, Lekonom dahier mit Anna Uhl in Darmstadt. Am 2L Jakob, gen. Konrad Seitz, Sergeant da­hier mit Sophie Ottilie Friederike Leilich hierselbsr. Am 22. Mau Georg Jakob Emil Flick, Metzger dahier mit Karoline Charlotte Ockel hierfelbst. Am 23. Siegfried Stamm, Ingenieur in Kassel mit Else Bär dahier.

Geborene.

Am 1L Mai. Dem Schneider Heinrich Steiß eine Tochter. Am 16. Tem Schornstemsegermeisler Wilhelm Keil eine Tochter. Am 18. Dem Kaufmann Julius Siesel eine Tochter, Trude. Dem Schlosser Friedrich Schneider eine Tochter, Christiane Alwine. Tem Taglohner Heinrich tkenz eine Tochter, Helene Marie. Am 19. Dem Schreiner Heinrich Männche ein Sohn. Am 22. Dem Lackierer Wilhelm Deibel eine Tochter.

Gestorbene.

Am 16. Mai. Karl Kliche, 64 Jahre alt, Pferdeknecht dahier. Am 17. Marianne Timpe, geb. Beppler, 74 Jahre alt, Rentnerin dahier. 91m 18. Elisabeibe Schick, 20 Jahre alt, Dienstmädchen dahier. Elise Marie Sieglinger, 1 Jahr alt, Tochter des Gemüse­händlers Heinrich Sieglinger dahier. Am 19. Auguste Zimmer­mann, 78 Jahre alt, Privatin oahier. Am 20. Daniel Amend, 84 Jahre alt, Lehrer L P. dahier. Katharina Weil, geb. Form- hals, 73 Jahre all, Witwe des Lohndieners Karl Weil dahier. Anna Lenz, 1 Jahr alt, Tochter des Taglöhners Heinrich Lenz da­bier. Am 22. Blanka Bär, 1 Dionat all, Tochter des Kaufmanns Liebmann Bär dahier.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Mainz, 24. Mai. Heute morgen fuhr vor dem Binger- thor ein mit Backsteinen schwer beladener Wagen, dessen Bremsvorrichtung versagte, direkt in den von Finthen kommenden Lokalzug. Der Anprall war so stark, daß zwei Wagen des Lokalzuges entgleisten. Zwei Personen wurden schwer, mehrere leicht verletzt. Ein Pferd des Fuhr­werks wurde getötet. Der Fuhrmann selbst blieb unverletzt.

Berlin, 24. Mai. Der Zentralverband deutscher Industrieller richtete an den Reichstag eine Eingabe, in welcher Zollerhöhungen für eine große Anzahl Fertig­fabrikate, Halbzeuge und Rohstoffe beantragt wird. In­folgedessen erklärten mehrere große Fabriken ihren Austritt aus dem Verbände.

Köln, 24. Mai. Erzbischof Sim ar ist in der vergangenen Rächt gestorben. Dr. Simar stand im 67. Lebensjahre und hatte den erzbischöflichen Stuhl in Köln etwas über zwei Zahre inne. Am Sterbebette des Entschlafenen weilten seine Schwester Frl. Antoinette Simar, der General-Vikar Dr. Kreutz- wald, der behandelnde Arzt Dr. Vogel, der Hauskaplan Geheim- Sekretär Dr. Schmitz und das Hauspersonal des verstorbenen Kirchenfürsten.

Metz, 23. Mai. Um 8«/4 Uhr fuhr der Kaiser zum Grafen Häseler. Graf Häseler hielt zunächst dem Kaiser Vortrag. Gegen 9 Uhr begann die Tafel, an der auch der Gouverneur der Festung Metz, Generalleutnant v. Stötzer, teilnahm. Gegen */312 Uhr fuhr der Kaiser nach dem Bezirkspräsidium, wo er für diese Nacht Wohnung ge­nommen hat.

Paris, 24. Mai. Eine offiziöse Meldung desFigaro* besagt, daß Graf Lambsdorf und Deleasio sich in mehreren Unterredungen für die Zukunft vergewissert hätten, daß Fran k - reich und Rußland bei allen Gelegenheiten gegenseitiges Einvernehmen zur Anwendung bringen und die am politischen Horizont stehenden Fragen zu ihrem Vorteil regeln würden.

Nom, 24. Mai. Der päpstliche Jntemuntius im Haag, Parnassi, ist heute früh gestorben.

Petersburg, 24. Mai. Der vorgestrige Tag endete mit einem grellen Mißton für Die große Fran- zosen-Freundschaft. Nachdem sich die französischen Matrosen in den Gärten der Restaurants gründlich be­trunken hatten, zogen sie in den späten Abendstunden von hunderten schreiender und lärmender Russen begleitet, durch die Straßen. Bis nach 12 Uhr wogte eine große Menschenmenge auf dem fast völlig dunklen Newski-Pro- spekt und wollte die Dekorationen zerstören. Ein Haufe sammelte sich vor dem Rathause zu einer Demonstration. Unter die Rufe:Vive la France" mischten sich drohende Rufe gegen Polizei und Regierung bis Gendarmen auf­ritten und den Newski-Prospekt mit Gewalt säuberten. Gegen 2 Uhr war einige Ordnung hergestellt. Gestern be­merkte man beim Volk eine recht erbitterte Stimmung. Neben Hochrufen schallte dem Präswenten Loubet bei seiner Fahrt durch die Stadt auch Hohngelächter nach.

Petersburg, 23. Mai. DerMorttcalm" mit dem Prä­sidenten Loubet an Bord stach nachmittags 4 Uhr von Kronstadt in See. Vorher fand auf demMontccttm" ein Frühstück statt, an dem das kaiserliche Paar teilnahm. Nach dem Frühstück schenkte der Kaiser der französischen Flotte eine große silberne Punschbowle in Form eines alter­tümlichen Fahrzeuges, mit Edelsteinen besetzt.

Petersburg, 24. Mai. In englischen Blättern wer­den Gerüchte verbreitet, von der angeblichen Entdeckung eines Komplottes gegen das Leben des Präsidenten Loubet. An hiesiger amtlicher Stelle werden dieselben als jeder Begründung entbehrend bezeichnet.

Newyork, 24. Mai. Die Morgangruppe hat die bituminösen Kohlenfelder im Staat Illinois er­worben. Die Fläche umfaßt 50 000 Acker.

Peking, 23. Mai. (Reuter.) Die französischen In­genieure der Hankaulinie kehren, unter militärischer Be­deckung, die von Puanschikai gestellt wird, auf ihren Posten zurück. Die Bestimmung, daß Offiziere als Eisenbahn- direttoren angestellt werden sollen, ist infolge des russischen Widerspruches aus dem Eifenbahnabkommen gestrichen worden.

London, 24. Mai. Die Morgenblätter besprechen sämtlich die Friedensverhandlungen sowie den gestrigen Ministerrat, welchem alle Minister, mit Aus­nahme des Herzogs von Devvnshire, beiwohnten. Nach Beendigung des Ministerrats reiften die Minister wieder auf ihre Landsitze zurück, nur Chamberlain blieb in London. Eine amtliche Erklärung über das Resultat des Käbinetts- rats ist bisher noch nicht erfolgt Ein Telegramm ging sofort nach Beendigung des Ministerrats an Miln er ab. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß sich das Kabinett noch einmal vor Zusammentrttt des Parlaments versammelt.

London, 24. Mat Aus Pretoria wird gemeldet: Ter Gang der Friedensnnterhandlungen wird völlig geheim gehalten. Nur Milner und Kitchener werden auf dem Laufenden erhalten. Gestern war die Hoffnung groß, aber sie stützte sich nur auf Vermutungen und nicht auf THcttsachen.

London, 24. Mat Die alkgemeine Ansicht ist noch immer die, daß die englische Regierung den Buren ein Ultimatum gestellt hat. Man glaubt allgemein, Eng­land babc seine Bedingungen aufrecht erhalten, jedoch mit dem Bemerken, daß spater kleine Mänderungen dieser bin gütigen erfolgen könnten, nachdem diese im Prinzip von den Buren angenommen seien. Die Beratung der Bure« in Vereeniging wird sich daher nur über das Ultimatum schlüssig zu machen haben. Man ist nach wie vor üb erzeugt, daß die englischen Bedingungen von, den Buren an­genommen werden. JedenfÄls wird auf die Klärung der Situation vor Montag, wo das Parlament wieder zusammen? tritt, nicht gerechnet werden können.

London, 24. Mat Dem Ministerrat lag nach einet Blättermeldung eine Depesche Milners vor, die gewisse Gegenvorschläge der Burenführer übermittelt, welche die britischen Unterhändler nicht ohne Zustimmung der Regierung anzunehmen geneigt sind. Tas Kabinett verständigte sich über die Antwort darauf. Das Zustande­kommen des Friedens wird nicht länger bezweifelt.

London, 24. Mai. Die letzte Verlustliste, welche vom Kriegsamt veröffentlicht wird, umfaßt 7 Tote und 27 chren Verwundungen Erlegenen.

Utrecht, 24. Mai. Präsident Krüger hatte gestern eine Unterredung mit Dr. Leyds. In Brüsseler Buren­kreisen herrscht die Ansicht vor, daß, wenn es zum Frieden kommt, England in wichtigen Punkten, wie in der Am- nestte-Frage und bezüglich der Festsetzung des Zeitpunktes für den Eintritt einer repräsentativen Regierung, be­deutende Konzessionen und zwar auf Veranlassung Kid« cheners machen werde.

Pretoria, 23. Mat Das (Ergebnis der Bureu- zus ammenkun ft in Vereenigung enttäuschte insofern, als eine greifbare Entscheidung nicht erreicht wurde. Die Transvaalburen betonen die Notwendigkeit, die Friedensbedingungen Englands anzunehmen, lehnen eS aber ab, für sich allein ein Abkommen mit der britischen Re­gierung zu treffen und die Freistaatburen auf diese Weise den Kampf allein weiter führen zu lassen. Es wurde be­schlossen, daß die Hauptführer der Buren sich zu Lord Kitchener begeben, um ihn von dem Ergebnis der Be­ratungen zu unterrichten. Wegen deS unentschiedenen Charakters dieser Mitteilungen wurde im Allgemeinen er­wartet, daß die Feindseligketten wieder eröffnet werden wür­den. Jedermann war daher erstaunt, daß die Delegierten sich noch immer in Pretoria befinden. Deshalb wird ver­mutet, daß die Friedensausfichten noch nicht hoffnungs­los find.

London, 24. Mai. Aus Kin gston auf St. Vincent wird gemeldet: Ein Fünftel der Insel ist völlig verwüstet. Auch die übrigen vier Fünftel sind für den Anbau so gut wie verloren.

Newyork, 24. Mai. Nach einer Meldung deSNewyork Herald" aus Pointe-ä-Pitre von gestern ergießt sich aus einem neuen Krater auf der Nordseite des Mont Pelee Lava in breitem Strom ins Meer. Ein weiterer Verlust an Menschenleben ist zu verzeichnen. Eine große Anzahl von Personen in Grande Riviäre, meistens Frauen und Kinder, find vom Lavastrom umschlossen. Hilfescheintunmöglich. Man kann sehen, wie sie Rettung erflehen, während sich die Lava allmählich weiter verbreitet.

Newyork, 24. Mat Aus Fort de France wird g* meldet: Die Flucht der erschreckten Einwohner aus der Stadt dauert fort Zwei Dampfer sind gestern mit je 450 Flücht- lingen, der äußersten Zahl, die sie anfnehmen konnten, nach den westindischen Hafen in See gegangen. Bei der Abfahrt spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Die Zurückbleibenden wollten durchaus ausgenommen werden.

Bictoria, 24. Mai. (Britisch Columbia.) Zn einem Kohlenbergwerk bei Fernie im Bezirk Kooteuay fand eine Ex. plosion statt, bei der 170 Personen umkam eu. Nur 30 wurden gerettet Die Betroffenen find meist Ausländer.

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. ffl., 24. Mai 1902.

81/g% Reichsanleihe . , 101.75 8% do. ... 91L0 8V,% Konsole .... 101.90 3°/o do 91.75 8*/8% Hessen .... 99.75 3% Hessen. 4% Oesterr. Goldretne . . 102.65 4lOesterr. Silberrente 101.70 4% Ungar. Goldrente . . 101.70

4% Italien. Rente . . . 102.05 4i]2% Portugiesen . . . 45.10 b°/ Portugiesen. .... 28.90 \% C. Türken ..... Türkenlose 111.80 4°/o Grieoh. Monopol -Anl. 44.00 4/»% äussere Argentiner.

8v/q Mexikaner , , , , 25.65 4,/i7q Chinesen .... 89.70 Electric. Scluckert . . , 100.50 Nordd. Lloyd. Kreditaktien , . . . . 216.20 Diskonto-Kommandit. . , 185.50 Darmstädter Bank . . . 185.70 Dresdener Bank .... 142.70 Berliner Handelsges. . . 153.30 Oesterr. Staatabahn . . . 148.90 Lombarden .... 18.80 Gotthardbahn 168.80 LaurabQtte ..... 200.00 Bochum . ..... 195.00 Harpener ..... 174£0

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