Nr. 170
erscheint täglich außer Sonntags.
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Zweites Blatt. 152. Jahrgang
Mittwoch 23. Jnli 1908
Gießener Anzeiger
** General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
BezngSpreiSr monatlich 75 Pf., viertel-, jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für bte Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Z eilenpreis: lokal 12 Pfauswärts 20 Pfg.
Verantwortlich: für den polit u. allgem. Teil: P. Witiko: für „Stadt und Land^ und „Gerichtssaal*: Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Die Heutige Wummer umfaßt 8 Seite«.
Ausschreiben.
Bei der Provinzial-Siechenanstalt zu Gießen And voraussichtlich zum 1. Oktober d. I. die Stellen eines Heizers mit jährlich 1200 Mk. Gehalt üeben freier Wohnung und Heizung,
dreier unverheirateter Wärter mit je 360 Mk. und zweier Wärterinnen mit je 300 Mk. Gehalt jährlich bei freier Station zu besetzen. Als Wärter werden solche Personen bevorzugt, welche ein Handwerk erlernt haben, z. B. Gättner, Schuhmacher, Schneider und Schreiner.
Bewerber wollen ihre Meldungen unter Vorlage von Lebenslauf und Zeugnissen über seitherige Beschäftigung und Führung bis zum 1. August d. I. hierher einreichen. Innerhalb dieser Zeit wird auch persönliche Vorstellung beim Anstaltsarzt, Herrn Dr. Markwald, Seltersweg Nr. 58 dahier, zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags empfohlen.
Gießen, den 16. Juli 1902.
Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhesien.
I. V.: Dr. Wagner.
KeKmmtmachung.
Betr.: Die Besetzung einer Schutzmannsstelle.
Bei unterzeichneter Behörde ist eine weitere Schutzmannsstelle mit einem Anfangsgehalt von 1320 Mk., steigend jährlich um 30 Mk. bis zum Höchstgehalt von 1800 Mk. am 1. Oktober l. I. zu besetzen.
Geeignete Bewerber wollen sich unter Vorlage selbstgeschriebener Gesuche, denen die Militärpapiere, Führungs- zeugnisie und Lebenslauf anzuschließen sind, bis spätestens 20. August l. I. melden und vormittags zwischen 10 und 12 Uhr vorstellen.
Gießen, den 15. Juli 1902.
Großherzogliches Polizei amt Gießen.
Hechler.
UoUtische Tagesschau.
Kardinal Ledochowski.
Der verstorbene Kardinal Minczislaw Halka Ledochowski war am 29. Oktober 1822 in Klimontow bei Sandomir geboren. Er entstammte einem alten polnischen Adelsgesch^lecht und studierte im Collegium nobilium zu Rom, wo er 1845 die Priesterweihe erhielt. Schon frühzeitig lenkteLedochowski die Aufmerksamkeit der höchsten kirchslichen Autoritäten auf sich; Papst Pius DL ernannte ihn bereits 1846 zum Hausprälaten und apostolischen Protonotar und sandte ihn als Auditor bei der 9£un±iotur nach Lissabon. Von dort ging! Ledochowski als päpstlicher Delegat für fünf südamerikanische Republiken nach Columbia und kehrte 1861 nach Rom zuruck, wo er zum Erzbischof von Theben in partibus ernannt wurde. Im Dezember 1865 wurde er von den Domkapiteln von Posen und Gnesen zum Erzbischof gewählt. Nachdem er mehrfach hohe Strafen erlitten hatte, wurde er am 3. Februar 1874 verhaftet, um im Kreisgefängnis zu Ostrowo eine zweijährige Gefängnisstrafe abzw- büßen. Er war der erste unter den Bischöfen Preußens, den dieses Los traf. Diese Gefangennahme erregte in der ganzen. Welt großes Aussehen, da man seit den Tagen dess Kölner Erzbischofs Clemens August solches nicht mehr erlebt hatte. Ter Papst ernannte Ledochowski am 15. März 1875 zum Kardinal. ' ,
— Aus Rom wird noch gemeldet: Kardinal Ledochowski machte am 22. d. M. eine gewöhnliche Spazierfahrt und legte sich nach dem Abendessen um 9 ll.hr schlafen. Dienstag früh erlitt der Kardinal einen Schlaganfall und verschied alsbald. Der Papst wurde durch die Nachricht sehr erschüttert.
Zahlreiche Blätter widmen dem Kardinal längere Nachf- rufe. Interessant sind ein paar Wiener Preßsttmmen. Die „Mittagsztg." schreibt: Mit ihm scheidet einer der fana- ttschsten Verfechter der national-polnischen Sache aus dem Leben. Das „Neue Wiener Abendblatt" bezeichnet Ledochowski als den streitbarsten Vertreter einer intransigeanten Politik. ________
Die Zolltarifkommission
setzte am Dienstag die Beratung des 13. Abschnitts, Waren aus Steinen usw., bei Pos. 698 fort, die nach der Vorlage angenommen wurde. Pos. 699 wurde unter Einschaltung von „Kalksand-Ziegelstein en" mit 0.15 Mk. Zoll angenommen. Ferner wurden nach der Vorlage angenommen die Pos. 700 bis 703 einschließlich, sowie 706 bis 708 einschlieAich. Pos. 704 wurde zurückgestellt bis zur Beratung der Pos. 714 und 715. Pos. 705 wurde mit einer redaktionellen Aenderung gemäß Antrag Gothein genehmigt, desgl. Pos. 709 mit dem Zusatz nach Antrag Speck, daß auch Meerschaumspitzen mit Vorrichtung zur Befestigung von Mundstücken in die Position aufzunehmen sind. Die weiteren Positionen bis 712 wurden genehmigt.
Tie Kommission beriet den 14. Abschnitt, Thonwaren, weiter, zunächst die Position betr. Mauersteine und Ziegel. Es liegt hierzu eine Reihe meist aus Zollerhöhung gerichteter A n tr st g e vor.
Staatssekretär Gras Posadowsky sprach sich entschieden gegen weitere Erhöhungen aus und bedauerte namentlich die am Montag beschlossene Erhöhung für Pflastersteine. Was Abg. Paasche vorgestern gesagt, habe seine Anschauungen nicht erschüttert. Dr. Paasche habe ihn vorgestern de haut bas behandelt. Redner sei aber Vrattiker und wisse, daß Paasche Unrecht habe, da er rein Praktiker sei. Der Tarif .sei eben das Werk eines Kompromisses, Partikularinteressen müßten da zurücktreten. Die Zollerhöhungen könnten das Zustandekommen des Tarifs nur erschweren. Durch derarttge Beschlüsse möchte sonst kusnsere handelspolitische Rüstung zu schwer werden, um erfolgreich darin zu kämpfen.
Abg. Dr. Paasche bestteitet, den Minister von oben herab behandelt zu haben, er lasse sich ober das Recht, Anträge zu stellen, nicht nehmen. Es mach!e auf ihn den Eindruck, als solle der Reichstag zu allem, was die Regierung wolle, Ja und Amen sagen. Graf Posadowsky erwidert, die Regierung stelle es dem Reichstage frei, den Tarif zu gestalten, müsse jedoch ihre Bedenken geltend machen und die Vorlage sachlich verteidigen. Er habe sich hierbei auch stets in mäßigen Grenzen gehalten. Die Pos. 704, Schlackensteine, ebenso die Pos. 716, Klinker, werden nach, der Vorlage genehmigt. In Pos. 713, Hohlsteine, wird der Zollsatz von 15 auf 20 Psg. erhöht, in Pos. 714, rauhe Mauersteine, auf 10 von 5 Pfg. Der Rest der Pos. 714 wird unverändert angenommen, desgleichen die Positionen 715 bis 718, Dachziegel, nach! der Vorlage.
Meldungen, Graf Posadowsky habe erllärt, er glaube, der Zolltarif komme niemals zu stände, find nach dem offiziösen W. T B. durchaus unzutteffend.
Es wird vielmehr festgestelll, daß der Staatssekretär Graf Posadowsky am Schlüsse seiner Rede folgendes erklärte: „Wenn Sie gegenüber dem Tarifentwurf solche Zvll- erhöhurrgen annehmen, wie sie kürzlich beschlossen und heute wieder beantragt sind, fürchte ich, wird unsere handelspolitische Rüstung schließlich zu schwer werden, um darin erfolgreich zu kämpfen."
Doch auch dieser Satz zeigt, daß selbst Graf Posadowsky, ein Hauptmitarbeiter am Tarifentwurf, und vor etlichen Wochen noch, der Hoffnung, daß eine „wundervolle Brld- fäule" aus dem rohen Marmorblock erstehen werde, Entmutigung zu erkennen giebt. Der Zolltarifentwurf ist, das! wurde wieder ihm erklärt, ein Kompromiß der Regierungen. Wohl jeder Bundesstaat hat gewisse Opfer bringen, gewisse Forderungen im Interesse des Ganzen zurückstellen müssen. Das macht die Lage so schwierig: ixte Umgestaltung des! Entwurfs durch! die Kommission und womöglich eine zweite noch umfassendere Abänderung durch das Reichstagsplenum bedingen neue, verwickelte Ausgleichsverhandlungen unter den Bundesregierungen. Daß hierbei Differenzen einschneidender Art nicht ausgeschlossen sind, ließ auch die gestrig Beratung erkennen. Der hanseatische Generalvertteter Dr. Klugmann verfocht den Standpuntt, daß der Tarif in der Form der Regierungsvorlage sämtlichen Buttdesstaaten genehm sei; dagegen beanspruchte der Vertreter Badens, Geheimrat S ch e e r e r, für jeden Einzelstaat das Recht, eine abweichende Haltung zum ausgestellten Taris einzunehmen. Eine sehr bemerkenswerte prinzipielle Meiu- ungsverschiedenhett, die in dieser pointierten Weise bisher nocf); nicht zum Ausdruck gekommen ist. Bleibt Graf Bülow dabei, die Sache werde sich machen lassen, Regierung und Reichstag würden aus der berühmten „mittleren Lüttes zusammenkommen?
Tie „Voss. Ztg." erfährt, die Zolltarifkommission wolle am 8. August eine Pause der Verhandlungen eintreten lassen und hoffe bis dahin die Erstlesung zu bfe- endigen.
Scherze im englischen Unterhause.
Es wird noch lange dauern, ehe Herr Balfour alle die- Ehren der Popularität genießt, die seinem „bescheidenen und zurückhaltenden" Freunde und Kollegen Herrn Chamberlain zu Teil werden. Ein unfehlbares Zeichen der Popularität ist es, wenn Staatswänner nicht blos als Ztel- scheibedesWitzeD den hum orifti scheu Blättern dienen, sondern wenn sie auch zu billigen Spielwerkenj verarbeitet werden. Der gute verstorbene Carnot war auf der Höhe seiner Volkstümlichkeit, als man auf dem Boulevard eine aus Holz geschnitzte Porträtsigur von ihm verkaufte, die den Hut in derselben eckigen Weise abnehmen und dieselbe eckige Verbeugung machen konnte, die ihm eigentümlich war. Der Abg. Georg Harwood, der Geistlicher, Jurist und Spinnereibesitzer gewesen ist, aber über alle diese schönen Tinge nicht den Humor verloren hat, brachte dieser Tage eine Figur des Herrn Chamberlain mtt einem Uhrwerk ins Unterhaus mit, die alle die charakteristi- scheu 'Bewegungen des Kolonialmini st ers nachahmt, wenn er öffentlich spricht. Tas Spielzeug ist aus Zinn hergestellt und öffnet, sobald es aufgezogen ist, den 9Jtunb, läßt das Monocle fallen und nickt mit dem Kopfe. Eine Variante dieses Spielwerkes gab neuHdj, zu einer humoristischen Szene im Unterhause Anlaß. Das irische Mitglied John Redmond hatte auf der Post des Hauses ein Packet erhalten, das, wenn man es bewegte, ein rasselndes Geräusch von sich gab. Redmond fürchtete, daß man ihm eine Höllenmaschine zugeschickt. Vorsichtig setzte er das Paket auf den Fußboden des Wandelganges, und ein mutiger irischer Wigh begann es langsam zu öffnen. Plötzlich sprang aus dem Kästchen eine Zinnfigur des Kolonialministers, zwinkerte mit den Augen und schluckte das Monoale mit heiserem Lachen hinunter. Man sieht, man langweilt sich nicht im ,House of Commons". Wann wird es einen „Bülow-2lutomaten" geben, der gegen einen Nickel ein geflügeltes Wort ausspuckt?
Feuilleton.
Kinder des Volles. Roman von Alfred Bock. Verlag von F. Fontane u. Co. in Berlin, 3 Mk., geb- 4 Mk. Der neue Roman von Alfred Bock wird sich leicht Eingang verschaffen in die Häuser und die Herzen des Volkes, und namentlich des hessischen Volkes. Eine stattliche Reihe hessischer Volksfiguren hat auch hier wieder der Autor prächtig geschildert, jeden Zug und jede Pointe mit herzhaftem Durch- und Nachempfinden sicher getroffen. Der Roman ist nicht durchweg dem Gefühl, sondern zum größeren Teile wohl der Ueberleguna entsprungen, deren erkennbare Arbeit hier und da vielleicht ein wenig die Wirkung beeinträchtigt. Alles ist so sorgfälttg bedacht, daß das Kommende mitunter schon wett im voraus sichtbar ist. Die Konflitte sind aber klug zurechtgelegt und die frische, aus dem Milieu heraus mit strotzender Kraft erwachsende Stimmung besitzt viel von der auch sonst in Bocks Romanen, namentlich in der „Pflastermeisterin" und im „Flurschütz" so erfreulichen kernigen Gesundheit echt deutschen Schrifttums. Nur an wenigen Stellen verfällt der Autor leider in Sentimentalität, ergeht er sich in kleinbürgerlich hausbacken idealisierende „Aufgeklärtheit". Einem Vollsschullehrer hat er ein etwas schlotterig sitzendes Mäntelchen aus grauer Theorie umgehängt, die ja recht brav ist, und die man wohl auch hier und da zu Lande antrifft, aber die von dem Autor besser mit derselben ruhigen Sachlichkeit zu behandeln gewesen wäre, die seine sonsttge, so recht der oberhessischen Erdschwere entsprechende Darstellungsweise vor vielen anderen unserer tüchtigen Romanschriftsteller vorteilhaft auszeichnet. Hier wird der Autor zu sehr Partei — im Gegensatz zum guten alten Fontane, von dem wir alle so unendüch viel lernen können, vornehmlich die schöne Ausgeglichenheit, das niemandem
zu Liebe und niemandem zu Leide, das alles Verstehen- und alles Verzeihen, das wundervoll gleichmäßige Ab- wägen von Licht und Sck)atten allüberall, das alles mit gleichen Augen der Liebe und des Interesses Betrachten. Dieser mit besonderer Wärme vom Autor gestaltete Lehrer hat sein prächtiges weibliches Gegenstück in dep Lene Launs- bach, diesem echten Kinde des Volkes, einem Mädchen mit gesunder Seele, und gesundem Geiste, dem der Leser von vornherein fein warmes Mitgefühl entgegenbringt. Dieses Fäbriknrädel ist mit dem Blicke des echten Künstlers geschaut und geschaffen, wir lieben es und verehren den Autor, der einen solchen wahren Menschen so sicher und mit so restloser Lebenstreue zu gestalten vermochte. Man erinnert sich unwillkürlich an das Milieu der Hebbel'schen „Maria Magdalena". Wie Klara zwischen ihrem wackeren Sekretär und dem bösen Leonhard steht, hat Lene vor ihrem braven Volksschullehrer den treulosen Schreiber Schollas über Genüge Lennen lernen müssen. Gerade dieser dunkle Ehrenmann Schollas macht uns mit ein paar köstlichen Charakterfiguren befannt von urwüchsiger humoristischer Färbung, und führt den Leser zu dem technischen Höhepunkte des Romans: eine feuchtfröhliche yochzetts- aefellfckwft lernen wir in einem Hause von zweifelhaftem Rufe kennen und sehen eine dramatische Meisterszene vor uns, die uns ein so drastisch lebenswahres als bunt belebtes Bild gewährt, fast von dem humorvollen Sttmmungszauber eines Teniers ober Ostade. Hier zeigt Bock fern dramatisches Talent und läßt uns hoffen, daß er uns noch mit anderen Bühnengaben als seinem „Gymnasialdirektor" und seiner a la Scribe uns anmutenden „Prinzessin von Sesttn" erfreuen wird. Eine Erquickung ist auch Bocks Sprache m ihrer kurzen knappen, so ganz unkomplizierten Schlichtheit, ohne alle gesuchte und gequälte Getstterchigkett, so ganz dem Stoffe angemessen. Den oberhesttschen Dialekt wendet Back mtt BorfM an, wohl um sich auch anderswo in
deutschen Landen besser verständlich zu machen; das hat feine Vorzüge, aber auch feine künstlerischen Schattenfetten. Alles in allem genommen sind die „Kinder des Volkes" ein sehr erfreuliches Buch, allerbeste Volksnahrung und auch für jeden literarischen Feinschmecker angenehme, würzige und gesunde Kost, eine höchst wohllhuende Abwechselung für den, der sich sonst durch ein Menu von Maeterlinck, d'Annunzio, Johs. Sclftaf, Wedekind, Tolswi, Gorki, Zchörnson, Strindberg usw. durchbeißt. P. W.
Bayreuth, 22. Juli. Die diesjährigen Festspiele begannen heute Nachmittag mit der Aufführung des „Fliegenden Holländer" unter der Leitung des Generalmusikdirektors Mottl, die, wie im Vorjahre, ohne Pause vor sich ging. Die Vorstellung war in allen Einzelheiten unübertrefflich gelungen. Am Schluffe erhob sich großer Jubel im Publikum. Begeisterte Rufe erschollen nach Mottl, Frl. Destinn (Senta), Bertram (Holländer) und nach Fran Cosima Wagner. Den Erik sang Bergmann-Hamburg, den Daland Knüpfer-Berlin, die Mary Frau Schumann-Heink-Berlin, den Steuermann Brozel-London. Zu den Festspielen sind zahlreiche fürstliche Gäste eingetroffen, u. A. die Großherzogin-Wittwc von Mecklenburg-Schwerin, Großherzog Ernst Ludwig v o n H e s s e n , bte Großherzogin von Oldenburg. In der Stadi herrscht bewegtes, festliches Treiben trotz der ungünstigen Witterung.
Helgoland, 22. Juli. Heute Nachmittag wurde das mit einer biologischen Station verbundene neue Seeaquarium durch den Kultusminister Studt feierlich eröffnet.
Kopenhagen, 22. Juli. Der internationale R a t für b i o l o g i s ch ° h y d r o g r a p h i s ch e M e e r e s u n t e r s u ch u n g zu Fischereizwecken trat heute im Ministerium des Aeußern zusammen. An der Versammlung nahmen Vertreter von Deutschland, Dänemark, England Finnland, Holland, Rußland, Schweden und Norwegen teil. Der Konseilspräsident Teuntzer begrüßte die Versammlung im Namen des Königs von Tänentark. Der deutsche Vertreter, Präsident des deutschen Seeftschereivereins in Hannover, Geh. Oberregierungsrat Herwig wurde zum Vorsitzenden des Rates gewählt.


