Ausgabe 
23.6.1902 Erstes Blatt
 
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dürfe.

Femllelon.

** Herman Schillers litterarischer Nach­laß. Herman Schiller ist durch den Tod mitten ans litte- rarischem Schassen herausgerissen worden. Er arbeitete an einer zweibändigen pädagogischen Encpklopädie und hatte noch weitere Arbeiten teils unter der Feder, teils geplanit. Seit dem jähen Tode seiner Gattin (in Tunis) hatte er an- gesangen, seine Notizen und Aufzeichnungen zu ordnen; denn erst jetzt wollte er sich anschjicken, seineErinne­rungen" zu schreiben. Daß diese nunmehr ungeschrieben bleiben, wird vielleicht, so schreibt man derFrkf. Ztg.", von mancher Seite mit einem gewissen Aufatmen vernom­men werden; aber für die Bildungsgeschichte der letzten 40 Jahre bleibt es lebhaft zu bedauern, daß der feinsinnige Beobachter, der so viel erlebt hatte und jo gut zu sehen

recht vorLbergehe nder Natur sein. Nirgends dürste Schillers Spruch:Der Wahn cht kurz, die Reu ist lang", ^treffender sein, wie in diesem Falle.

Auch an meine Geschäftsfreunde richte ich die dringende Bitte, in ihrem eigenen Interesse die Sirenengesänge dieser Gesellschaft mit einem deutlichen kräftigenNie­mals" zu beantworten.

Ed. Krumm, Teilhaber der Firma Benner u. Krumm.

Aus Stadt uud Kand.

Gießen, den 23. Juni 1902.

**Der Erste Frankfurter Schwimmklub hatte gestern nachmittag im hiesigen Bolksbad ein Schau- und W e tt schwimmen veranstaltet, um auch hier die freunde des iSchwimmens zu sammeln und zu einem Verein zusammen zu schließen. Der Besuch seitens des Publikums Ueß aller­dings zu wünschen übrig.Das unerwartet gute Wetter habe der Veranstaltung "Abbruch gethan", meinte der Vor­sitzende des Frankfurter Vereins in einer Ansprache, und er mag damit wohl nicht,ganz Unrecht gehabt haben An­wesend waren u. a. der hiesige Regimentskommandeur, Oberst v Dewitz, der Rektor der Universität Prof. Dr. Hansen, Geh. Med.-Rat Prof. Tr. Gaffky und mehrere Os ftziere ga ist so schreibt man uns eine weit verbreitete und doch ganz irrige Ansicht, daß die Fertigkeit des Schwim­mens, die das Tier instinktiv ausführt, dem Menschen alA Naturanlage versagt sein soll. Jedes Säugetier macht mit seinen vier Beinen im Wasser die Laufbewegungen, ohne von seinen Herren Eltern dazu Anweisungen erhalten zu haben, und wenn b»er Mensch mit seinen zwei Beinen das ebenfalls thäte, und mit seinen Armen das Gleiche aus führte, würde er sich vollkommen über Wasser halten. Diejenigen Schwimmbewegungen, die der Mensch heute aus­führt, sind dem Frosche nachgeahmt, haben mit den oben angedeuteten keine Verwandtschaft, müssen erlernt und vor allen Dingen fleißig geübt werden. Zwischen Schwimmen

verstand, nicht mehr dazn kommen sollte, seine Ernme- runaen M Papier zu bringen. Es Ware ^ebenfalls em yoch- ^terettantes Buch geworden. Obgleich seit Jahren Dra- bctikcr! dachte Schiller noch lange nicht ans Sterben, Auf 70 hosste er es schon noch zu billigen. Eme Furunkel--Ope- ration aber schwächte den Organismus des ohnehin durch den plötzlichen Perlust b-er treuen Lebensgchahrtin seelisch stark Deprimierten derart, daß er der rapid zunehmenden Grundkrankheit erlag.

Bom Darmstädter Hoftheater, Man schreibt uns aus Darmstadt:

Herr Köhler-Langsdors hat bekanntlich crnc Interpellation wegen der Leitung des Darmstadter Hof­theaters angekündigt, und auch dieF ran kfu rt e rZei- tuna" schüttet einen Sack voll Klagen aus. Ern seltwev Bild der Eintracht! Es scheint System in den Angriffen zu liegen. Herr Köhler versteht ja gewiß den Landbau aber fein Kunstverständnis ist nicht über alle Zweifel erhaben. Er legt eine Lanze für die OperMeister Martin" ein. Dieses Werk' hat ja gewisse Vorzüge, im ganzen aber ist die Musik veraltet und der Text langweilig und naiv. Es ist ein verwässerterWaffenschmied von WormS" mif noch größerer Sentimentalität ohne den göttlichen Humor Lortzings. Das Stück verdankte seine Aus- nrhrung lediglich dem hessischen Patriotismus, denn der Komponist ist in Osthofen geboren. Besser hatte man die Oper, die vom Publikum sehr kühl behandelt wurde, in ihrem bereits 30jährigen Schlummer gelassen.

Im großen Ganzen kann man mit der Leitung des General-Direktors Werner wohl zufrieden sein. Das Theater hat in den letzten Jahren eine l>ohe künstlerische Stufe erreicht; es braucht, was Arrangement und Zusammen­spiel betrifft, den Vergleich mit den ersten deutschen Bühnen nicht zu scheuen. Es mag als besonderes Verdienst des Herrn Werner anerkannt werden, daß er and) der modernen Litteratur die Pforten des Künstlertempels öffnete: so ge­langten Ibsen, Björnson, Hauptmann, Suder­mann, Hartleben, Otto Ernst zur Ausführung, Poeten, die sonst nicht für .hoffähig gelten. Die Zufrieden-^

hert des Publikums zeigt sich in ausverkauften Häusern und stetiger Zunahme der Abonnenten.

Damit soll nun nicht gesagt sein, daß alles eitel Wonne wäre. Es liegt Grund zu manchen Anständen vor, aber wo ist dies nicht der Fall? . . ,,

Tie Sparsamkeit des Direktors wird angefemdet; diese Tugend, die bei Künstlern im allgemeinen so selten ist, verdiente besondere Anerkennung. Auch der häufige Personalwechsel tyxt der Qualität und Einhettlichieit der Vorstellungen nicht geschadet. Manche Künstler hätten wir gern bleiben, andere gern scheiden sehen. Aber wie dem auch sei. Tie Direktion Werner ist die beste, die wir seit Jahren hatten; man lasse sie ruhig auf dem begonnenen Weg weiterfchreiten. **

FranksurterOper. Die romantisch-phantastischen Bilder aus denH o f s man n s ch en Novellen", das. letzte Werk des übermütigen deutsch-französischen Parodisten Offenbach, erlebte nach löjähriger Pause eine glanzende Reprise in der Frankfurter Oper, welche dieMontes L Hoffmann" in brillanter Ausstattung unter sorgfältigster Vorbereitung für einen Wohlthütigkeitszweck am Mittwoch Abend zur Aufführung brachte. Gegen den Modus anderer Bühnen gelangten alle drei Liebschaften des Berliner Kammergerichtsrats zur Vorführung; den stärksten mW packendsten Eindruck machte der dritte Akt, die Geschichte der unglücklichen Sängerin Antonia, für dessen dämonischen Spuk Offenbach bekanntlich Töne gefunden, welche ferne gesamte Burleske-- und Vaudeville-Musik aufwiegen. Es ist zu bedauern, daßHoffmanns Erzählungen" so selten aufgeführt werden, ihr künstlerischer Wert und die musi­kalischen Schönheiten und Kraftstellen der Partitur ub^- wiegen den größten Teil moderner Opernproduttton. Die beste gesangliche und darstellerische Leistung bot Herr Hensel als Hoffmann, dann ist der Dämon des Herrn Dr. Pröll und die Geliebte der Frau Kernic zu nennen, die jedoch gegen Schluß des Werkes abfiel. Von hervorragender stimmlicher Schönheit war die Mutter Frl. Webers. Tue Aufführungen leiteten die Herren Dr. Wolfram als Kapell­meister und Krähmer als Regisseur.

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Heer und Flotte.

Berlin, 21. Juni. Eine Reihe von Personalverände­rungen sind in der Armee eingetteten. U. a. wurden ernannt Generalleutnant v. P erb and, bisher Kommandeur der hessischen Division, zum Generalinspetkeur der Fuß-Artillerie, an seiner Stelle Generalleutnant Frhr. v. Gall, bisher Inspekteur der Kriegsschulen, zum Kommandeur der Hess ischen D i v i. f i o u, ferner Generalleutnant Frhr. v. Seckendorfs, bisher Komman­deur des Kadettenkorps, zum Inspekteur der Kriegsschulen, Generalmajor v. S ch w a r tz k o p p e n, bisher Kommandeur der 3. Garde-Jnfanterie-Brigade, zum Kommanoeur des Kadettenkorps und Generalmajor Frhr. von und zu Eg- lofsstein, bisher im Militärkabinett, zum Kommandeur der 3. Garde-Jnfanterie-Brigade. _

Hamburg, 21. Ium. Der Stapellauf des neuen KreuzersErsatzKönig Wilhelm" fand heute nach­mittag aus der Werft von Blohm & Voß statt. Pruiz Friedrich Leopold hielt eine kurze Festrede, die mit einem dreifachen Hurra auf den Kaiser schloß, worauf die Frau Prinzessin, indem sie eine Flasche Schaumwein am Bug zerschellte, das SchiffPrinz Friedrich Karl" tau te.

Prinz Battenberg gefallen? Ein Telegramm aus Panama vom 20. d. M. meldet: Privatmeldungen zufolge fei ein Prinz Battenberg, der als Oberst in der columbischen R e g i e r u n g s a r m e e diente, am 1. d. M. im Kampfe gegen die ^n,urgenten a es all en. Er starb allein kämpfend, nachdem seine Leute geflohen waren. Seine Leiche wurde später gefunden. - Das dieser Meldung beigesetzte Fragezeichen betrifft nicht bloß den Inhalt der Meldung, sondern auch die Person, von der die Rede ist. Bei der allgemeinen Form, in der die Nachricht gehalten ist, bleibt man auf Vermutungen an- aewiesen. Von den Mitgliedern des Hauses Battenberg kämen bloß zwei Prinzen in Betracht, und zwar Ludwig Alexander Prinz von Battenberg, geboren zu Graz am 24 Mai 1854, der mit der Prinzessin Vitt o r ia v on e s s e n vermählt ist. Er bekleidet Die Eharge eines obersten a la suite der hessischen Artillerie. Ferner sein jüngster Bruder Franz Joseph, geboren zu Padua am 24 September 1861, vermalt mit Prinzessin Anna von Montenegro. Dieser Prinz ist Major a la suite der h.ess i- scken Infanterie und bulgarischer Oberst a la suite des 1 Kavallerieregiments. Ter mittlere Bruder Prinz Heinrich ist 1896 gestorben. Seine Kinder sowie jene des Ältesten Prinzen Ludwig stehen durchweg ui so jungem Alter, daß jie nicht in Betracht kommen können._____________________

und Schwimmen ist nun ein gewaltiger Unterschied, es giebt Leute für die das Schwimmen eine Kraftleistung ist, way- 1 rend 'andere die schwierigften Evolutionen muhelos aus- . führen. Zir jeder Leibesübung müssen gewisse Naturanlagen 1 mitgebracht werden, so ist der schlanke Körper dem ge- . drimgenen beim Schwimmen fast immer überlegen, der Gewandte dem Ungeschickten und der Mutige dem Feigling. In engster Beziehung zum Schwimmen steht das Springen, nicht nur, daß es den Schwimm er zwingt, sofort nach dem plötzlichen Eintauchen im Wasser sstch^zurecht zu finden, sondern es fördert auch den Mut die Geistes­gegenwart, die Geschicklichkeit, und hält den Körper bis in die späteren Jahre elastisch. Zwei so verschwisterte Künste in vollendeter Weise ausgeführt zu sehen, ist eine-Freude, und die Herren aus Frankfurt haben uns in ihrer Mehrheit diese Freude bereitet. Die Vorführungen bestanden aus 11 Nummern: 1. Reigenschwimmen, ausgeführt von 16 Herren, 2. Brustschwimmen (Wettkampf), 3. Seitenschwimmen (Schaunummer), 4. Tauchen nach Tellern, 5. Hechttauchen, 6. Rückenschwimmen (Wettkampf), 7. Springen, 8. <5^^nel^^ schwimmen (Wettkampf), 9. Schulschwimmen, 10. Schnell- chwimmen (spanisch, Wettkampf), 11. Wasserball,prel, 14 Teilnehmer. Alle Darbietungen wurden mit Schneid und Verve absolviert. Manchmal wollte es uns scheinen, als wenn man, mit Ausnahme des R e i g e n s, der fehr elegant geschwommen wurde, den Hauptwert auf die Schneidigteit legte. So haben wir- z .B. sehr ungern das Kurf chwim- men vermißt; unter dem ausgezeichneten Vereinsmaterial ist gewiß mancher, der mit Gewandtheit und Kunstfertig­keit die souveräne Beherrschung des Wassers in elegante Formen zu kleiden weiß. Daß so etwas gern gesehen wird, bewies der große Beifall, den die K ü r s P r i n g e r ernteten, die ohne Oberleitung in Einzelleistungen geradezu Aus­gezeichnetes boten. War auch nickst jeder Sprung em Treffer, o war auch wieder keiner eine ganze Niete. Reckst be­achtenswertes boten auch die Taucher, von denen einer in einem Buge alle 10, nach den verschiedensten Richtungen hineingeworfene Teller erwischte. Beneidenswerte -unge. Weniger konnte das W e 11 s ch w i m m e n zur Geltung kom­men; die räumlichen Verhältnisse unseres sonst >o schonen Volksbades eignen sich wirklich nicht dazu, llmusant, aber mit dem Schwimmen in reckst losem Zusammen­hänge war das W a s s e r b a l l s p i e l bei dem buUrigen Herren außerordentlich rege dem Wasser Getränk zu- svrack'en. Uns fiel überhaupt der Konsum mich dieser Rich^ ning hin auf, wir meinen, der Grund hierfür liegt jjn °er> kehrten Atmen durch den Mund. Der Schwimmer soll durch, die Nase Luft schöpfen. Mit einemGut Naß! Hurra . dem Kernspruch der Schwimmer, schloß das reiche iswogramm. Wir bestrellen nun feinen Augenblick, daß die schone, fast gleichmäßige Ausbildung der Mitglieder des Franksutter Klubs einen großen Eindrua hinterlassen hat, der sicher der Schwimmsache in Gießen förderlich sem wird. Ob dabei eine Steigerung durch eine Vereinsbildu.ng erzielt werden kann, wollen wir weder absprechen noch behaupten. Gewessenhaft berichten wir herbei, daß eine ^rfutaenDe Mitgliederliste 28 Unterschriften ergab. Biel wünschens werter wäre es jedenfalls, wenn das Sch W imm en gleich dem Turnen dem Schulprogramm obligatorisch ein- qefügt würde. Es giebt keine Leibesübung neben dem Schwimmen, die, ganz abgesehen von seinem hydropa- thischen Werte, so gleichmäßig jede Muvkel in Thatig- keit setzt und dabei Herz und Lunge zu normaler Thatigkett geradezu zwingt. Wenn dieser Bor,chlag,in ^ Wortes idealer Bedeutung,ins Wa s s e r 11 , dann h^t uns Frankfurt mehr gebracht, als es versprochen hat. Nack dem Schwimmen versammelten,sich unsere Gaste im Hote^ Schütz, wo sie bewiesen, daß sie nickst nur ^unbe t>e§> Wassers sind, sondern daß sie auch eme hellere Ge^^bll auf dem Trockenen lieben. Manch srohliches .,G-ut Naß. ertönte hier, und erst spät am .Abend loste sich die Tafel­runde. Wie wir nachträglich noch erfahren, hat sich in die Liste der Mitglieder des neu zu gründenden Vereins auch Prof Oncken eingetragen. Der ^Verein wird sich hier hoffentlich recht bald konstituieren können, es werden zu diesem Zwecke Herren von Frankfurt herubEommen. Das Nähere werden wir s .Z. unfern Les em mitteilen.

** Karten von Hessen. Im Verlage von Emil Roth in Gießen erschienen soeben zwei Karten, die die Beachtung unserer Leserschaft verdienen. Die Frommann'sche ,Flarte des Großherzog- Mms dessen mit Berücksichtigung der angrenzenden Lander hat bereits ihre 29. neu revidierte Auflage erretdjt ©u? kostet 2 Au. 80 Psq RothsSpezialkarte von Hessen-Nassau, Oberhessen, Vogels- tog ^^rroalb und Lahnchal m p°h°nIch>cht°n-T°r,.-llung ^st in 3. Auflage herausgetommen und kostet 1 Alk. oO -pfg. ^er Maßstab der ersten Karte ist 1:280 943, der der zweiten 1:200 000.

ÄMdel Md Merlrehr. Volküwirtschast. ö _ 3Ur Lage der Elektrizitätsindustrie. Der bevorstehende Rücktritt des Generaldirektors Geh. Baurat Rathenau von der allgemeinen E l e k t ri z i t ä ts - G e s e l l s ch a ft regt zu allerlei Betrachtungen an. Rathenau war 20 Jahre bet der All- meinen Elettrizitätsgesellschast thätig und die Ursache seines Rück­tritts soll einzig in einer leicht begreiflichen Müdigkeit liegen. Wer an des Abgeherrden Stelle treten soll, ist eine für die Gesellschaft hoch wichtige Frage, denn so leicht ist R. nicht zu ersetzen. Dem Plan der A. E. G. mit Schuckerl eine Interessengemeinschaft zu bllden soll der Sck)eidende sympathisch gegenüber gestanden haben, er ist der Ueberzeügung, daß die deutsche Elektrizitätsinduslrle ihre rühere Prosperität nur erlangen könne, wenn sich das Geschäft in wenigen Händen vereinige. Die gegenwärtige Lage der Elekllizi-- lätsindustrie ist immer noch recht ungünstig. Em Teil der Werke hat keine Arbeit und diejenigen, die Arbeit haben, können nur un­befriedigende Preise dafür erzielen. Wer in guten Zetten mcht energisch abgeschrieben hat, ist jetzt schlimm daran Die «schwieria. keit für etwa 20 000 Leute, wie sie bei der Schuck ertg es etl- schäft vorhanden sind, in der jetzigen Zeit Arbeit zu be- chaffen, trägt dazu bei, die Herbeiführung emes endgültigen Resultates der Verhandlungen zwischen der A. E. G. mch der Schuckertgesellschast zu verzögern. In jedem oall soll die Bilanz der Schuckertgesellschaft vor weiteren Verhandlungen abgewattet werden. Diesen Auslassnngen gegenüber möchten wrr noch be­merken, daß die A.E. G. nach Bekanntwerden der Schuckertbilanzen sich erst recht überlegen wird, ob sie sich an das fernere Schicksal der Schuckertgesellschaft ketten will und dmm ist erst vor einigen Wochen verbreitet ivorden, daß die Schuckertgesellschaft so gut bs schäftigt sei, daß sie für alle Arbeiten beit zehnstündigen Dienst wieder ausgenommen hat. Schließlich wird auch viel von einer Rekonstruktion der Kummer-Gesellschaft gesprochen unter den gegenwärtigen VerhälMissen ebenfalls em gewagtes Unternehmen. Gut beschäftigt ist augenblicklich die Union Elek­trizitäts-Gesellschaft, die von der Stadt Brussel große Auftrage^erhalten^hat^ ^^ertag. Der Vorstand und Ausschuß des ^entralverbandes des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes haben beschlossen, im Herbst dieses Jahres einenAllgemeiner Deutschen Bankiettag" zur Förderung der schwebenden Fragen der Revision des Börsengesetzes einzuberufen. Diese Borsentage sollev alle zwei Jahre stctttsinden, der erste in Frankfurt a. M.

Trier, 22. Juni. Unter dem Vorsitz des Gch. Kommerzien­rates Spaeter-Eoblenz hielt hier heute der Verband für Kana- nalisation derMoselund Saar seine diesjährige Haupt­versammlung ab. Die Versammlung nahm einen Beschlußantrag an in dem die Maßnahmen der Regierung, aus denen auf die Ausnahme der Mosel- und Saarkanalisierung m die große wasserwirtschaftliche Vorlage zu schließen sei, mtt Ge° nuathuuna begrüßt werden und der Ueberzeugung Ausdruck ge- geben wird, daß der baldige Ausbau des Wasserstraßenweaes, ms, besondere die Kanalisierung der Mosel und der Saar im Jnteresst ' unseres gesamten Erwerbslebens nicht länger verzogett werdev

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Bad Nauheim, 22. Juni. Für diese Woche Md folgende Unterhaltungen vorgesehen: Frühtonzert der Kurkapelle täglich von 78 Uhr vorrnlltags am sun> brunnen. Dienstag nachrn. und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle; ebenso Mittwoch abends Theater» VorstellungJadwiga"; Donnerstag, Krönungstag des Königs und der Königin von England, nachmittags Konzert der Kurkapelle. Abends englisches National-.'.onzert. Bei gutem Wetter Lampionsbeleuchtung der Terra, je. Theot«> vorftellungTon Eesar". Freitag nachrn. und abeiws. von 810 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle, Abends Parkbeleuchtung mit hochspringendem Sprudel. Samstag nachrn. und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung:Im weißen Röss'l". Sonntag Doppelkonzert des Kölner Liederkranz und der Kurkapelle. Dienstag, 1. Juli: Im L«ale Konzert der Königl. Sächs. und Großh. Hess. Kammer-- sängerin Frau Erita Wedekind.

Darmstadt, 22. Juni. Der Großherzog empfing am 21. Juni u. a. den Professor Olbrich, den Oberförster Schwörer von Lich und den Generaldirektor Werner. Heute nachmittag hat der Großherzog die beabsichttgte Reise nach London angetreten. Im Auftrag und in Vertretung Seiner Königlichen Hoheit hat sich Oberhofmarschall von Westerweller zu den Trauerfeierlichkeiten nach Dres­den begeben.