Ausgabe 
22.8.1902 Erstes Blatt
 
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Wetter

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4

1

2

Sonnenschein Bew. Himmel Sonnenschein

103.25

48.90

29.55

28.80

113.40

43.80

3% Oberhessen

4% Oesterr. Goldretne

. 102.55

. 92.75

. 102.70

. 92.30

. 100.40

. 99.70

. 103.75

37»% 3% 3'/,% 3% 37°%

Reichsanleihe do.

Konsole .

do. . .

Hessen

Höchste Temperatur

Niedrigste

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

5% Mexikaner . * 4%% Chinesen . . Electric. Sohuckert . Nordd. Lloyd . .

Kreditaktien . . . Dißkonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgeb. Oesterr. Staate bahn . Lombarden . . . Gotthardbahn .

Märtte.

Butzbach, 21. Aug. Der heutige Schwernemarkt war namentlich nut Ferkeln sehr gut befahren und zeigte einen lebhaften Handel. Die Preise hielten sich falt aus derselben Hohe wie bei den früheren Märkten; das Paar Ferkel kostete bis 50 M., Em- leg^chweine je nach Qualität bis 110 Mk. bas Paar.

20. August bis 20.

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. Bk., 22. August 1902.

21.

21.

August 19,0° C.

8,0° C.

4°/o Italien. Rente . . . 47,96 Portugiesen . . . 3°/' Portagiesen. . . . , 1% C. Türken . . . . Türkenloee.....

4% Grieoh. Monopol.-Anl. 47,96 äussere Argentiner

GiseilbahnZeitung.

Der Eisenbahnminister hat eine Anordnung über die Auf- tellung von Tischen mit Erfrischungen uni) von Gefäßen mit r i s ch e m T r i n k w a s s e r auf den Bahnsteigen getroffen. Die Bahnwirte sollen, nachdem neuerdings wiederum mehrfach Klagen laut geworden sind, ungesäumt angewiesen werden, bei den Schnellzügen während der wärmeren Jahreszeit nicht nur Er­frischungstische auf den Bahnsteigen in der vorgejchriebenen Weise und mit genügender Bedienung bereit zu halten, sondern, wo es den königl. Eisenbahndirektionen zweckmäßig erscheint, auch an den Zügen Erfrischungen anbieten zu lassen, und hierbei die Borschristen über das Anbringen deutlicher Preistafeln genau zu beachten. Ferner ist Sorge zu tragen, daß namentlich auf den Bahnsteigen der Schnellzugsstationen kurz vor Ankunft der Schnellzüge an ge­eigneter Stelle Gefäße mit frischem Trinkwasser ausgestellt und Taseln mit der leicht sichtbaren AufschriftTrinkwasser" angebracht werden. (Auf dem Gießener Bahnhof stndet man bereits die Anordnungen befolgt.)

Arbeiterbewegung.

New-Uork, 21. Aug. Die Weichkohlenarbeiter sind mit den Zahlungen der Streikgelder sehr rückständig, sodaß die Un­terstützungen für die Hartkohlenleute nur spärliche bleiben. Morgan weigert sich, in den Streik einzugreifen.

Posen, 20. Aug. Am 26. Aug. soll ein Streik der Bäcker proklamiert werden, wenn eine an diesem Tage abzuhal­tende Versammlimg mit den Meistern abermals keine Einigilng bringen sollte.

. 26.30- . 9L85- . 86.00 . 107.60 . 215.50 . 184^0 . 135.50 . 143.90 . 156.90 . 154L0 . 17.90 . 171.80

Laurahütte . J r . 196.55 Bochum . .^ semem vMMn- Harpener bn£, wundervolleSieh ___________fttio" ist da. Meister

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

13. Sbnntag nach Trinitatis, den 24. August.

G o t t e s d i e n st.

In der Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Zugleich Ehristenlehre für die Neukonftrmierten der Markus- gemeinde.

Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Schlosser.

In der Johauueskirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Vogt.

Vormittags 9'/? Uhr: Psarrer Dr. Naumann.

Katholische Gemeinde.

Samstag den 23. August.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

14. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur hell. Beicht.

v um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kom­munion.

Vormtttags um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.

97s Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 27, Uhr: Andacht.

Hottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde.

Samstag, den 23. August 1902.

Vorabend: 7°° Uhr. Morgens: 830 Uhr.

Nachmittags: 4 Uhr.

Sabathausgang: 8SO Uhr.

Methodiften-Gemeinde. (Asterweg 16.) Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag abend 8 Uhr: Predigt.

Mittwoch abend 87, Uhr: Bibelstunde.

....... und Älgraphien ver-

Schmutzige Küchen^ «g ö Biese, Eugen B r ach t,

reinigt nichts besser und leichter als Giotb's Fr. Kallnwrgen, Kaul- sclben gekocht, ist der Schmutz wie weggeflogen, ch o e n l e b e r, 2 i e Wendung nach Gebrauchsanweisung. Preis perbgt, F. v. Uhde, W. Alleiniger Fabrikant, I. Gioch, Hanau o. M. er den älteren Meistern Bild .Hamlet und

unter der Beschuldigung der fahr lausigen Korverver- l e tz u n g, einmal, weil er die Patientin nicht hinreichend über die eventuelle Gefahr der Behandlung aufgeklärt, ferner die Bestrahlung fortgesetzt habe, als Röte bezw. Berbrennungserfcheinungen sich zeigten, und endlich, weil er die nicht zu bestrahlenden Körper­partien (Hals und Brust) nicht genügend geschützt habe. Dr. Schür- mager betonte dagegen, die Gutachten, obwohl teils für ihn günstig, eien sachlich nicht maßgebend weil zur Beurteilung von Röntgen- trahlen-Behandlung nur ein Spezialist auf diesem eigenartigen und impliziertem Gebiet kompetent sei. Die wissenschaftliche Praxis tehe z. B. gerade auf dem Standpunkt, daß die Bestrahlung auch nach dem Auftreten der fragt Röte fortgesetzt werden könne. Diese Röte, deren Erzeugung ihm vorgeworfen werde, sei gerade das charakteristische Anzeichen der Wirkung der Behandlung und müsse auftreten. Die Verbrennungserscheinungen seien wissenschaftlich nachgewiesenermaßen nicht direkte Folgen der Röntgenstrahlen, sondern noch nicht genau erforschter Beglettursachen, die man nicht in der Gewalt habe. Die Dauer und Häuftgkett der Bestrahlung sei darauf ohne Einfluß. Ost kämen solche Verbrennungs­erscheinungen schon bei der ersten Bestrahlung vor; oft überhaupt gar nicht selbst bei intensiver Behandlung. Das besonders Eharakleristische dieser Röntgenstrahl-Verbrennung sei ihr äußerst langsamer Heilungsverlaus sowie der Umstand, daß man sie außer­ordentlich milde behandeln müsse. Er stehe darum nicht an, für den schlimmen Verlauf des Heilungsprozesses die weitere Behänd- lung durch andere Aerzte diese verantwortlich zu machen. Um zu rechter Würdigung der Sachlage in allen diesen Beziehungen zu gelangen, sei es deshalb nötig, Gutachten von anerkannten Spezialisten auf dem Gebiet» der Röntgenstrahl-Behandlung em» zufordern, z. B. von den Professoren Schiff und Freund in Wien, die, wie alle Autoritäten auf diesem Gebiet überhaupt, ihm recht geben würden. Das Gericht ging indessen nicht darauf ein, sondern kam trotz der zweifelhaften Haltung der Gutachten zu einer Ver­urteilung des Dr. Schürmayer zu 300 Mk. Geld­str a f e. Gegen das Urteil wird Dr. Schürmayer Revision cinlegen.

Gütern hat.

Der Plan, zur wirtschaftlichen Hebung des Ostens in der Stadt Posen eine Hochschule zu gründen, besteht nicht mehr. Dagegen wird die Einrichtung van Hochschullursen in Erwägung gezogen. Es sollen vorzugsweise Vorlesungen in Volks- und Staats- wirtschaft, Handelsrecht und Gewerbekunde abgehalten werden. Die Errichtung eurer landwirtschaftlichen Hochs ch ul' in B r o m b e r g ist als sicher anzusehen. (Schon vor einem Jahr­zehnt wurde dort in der Presse die Gründung einer solchen Hoch­schule angeregt. D. Red. desGieß. Anz.")

Aus Marburg wird geschrieben: Der Physikus Dr. Hildebrand in H a m b u r g ist zum a.-o. Professor an der hiesigen Universität ernannt worden. Aus Halle berichtet man: In die juristische Fakuttät der hiesigen Universität wurde der a.-o. Professor au der Universität Ber lin. Dr. Johann Ehr.

die auf anderem Gebiet liegen. Bekanntlich hat die Frau Jahv- tchnte lang auf Deutschland geschimpft, da sagte die deutsche Re­gierung:Liebe, willst Du nicht an unsrer offiziellsten Buhne Hul­digungen empfangen ?" Warum so freundlich? Darum: weil die Stimmung zwischen Frankreich uud Deutschland gebessert werden inuß. Und akkurat mir auf diese Art geht es! Wie ein Telegramm rns Dresden berichtet, sind die Unterhandlungen Sarah Bernhardts mit dem Dresdener Hoftheater zum Abschluß gelangt. Die Künstlerin gedenkt ferner auch in Leipzig, Halle und Wei­mar aufzntreten. Insgesamt sind für die deutsche Tournee sechs Pochen vorgesehen. __ __________________

Gerichlssaal.

k. Kloppeuhcim, 20. Aug. Heute wurde am Amtsgericht zu Vilbel über einen hiesigen Einwohner und dessen Ehefrau wegen Milch pantsche ret verhandelt. Beide waren angeklagt, Milch bis fast zur Hälske mit Wässer gemischt und dann an den Milch­händler H. aus Klein-Karben abgegeben zu haben, der sie in Frank­furt verkaufte. Obengenannte Eheleute bestreiten das ihnen zur Last gelegte Vergehen, es könne höchstens beim Spülen etwas Wasser in den Kannen geblieben fein. Der Mann giebt an, davon nichts zu wissen. Mildernde Umstände wurden zugebilligt. Der Mann wurde freigesprochen, seine Ehefrau dagegen zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Auch gegen den Milchhändler steht der Prozeß bevor.

Gumbiuucu, 21. Aug. Das Kriegsgericht verurleille ben Unteroffizier Louis Gunther vom hiesigen Jüsilier-Regt.33, der auf der E haussee nach Arys em Dienstmädchen mit unsittlichen Anträgen belästigte, mit drei Hieben seines Seitengewehrs blutig geschlagen und dann ein Sittlichkeilsverbrechen an ihm verübt hat, wegen Körperverletzung unter Mißbrauch der Waffen und Notzucht zu drei Jahren Zuchthaus, Degradation und Ausstoßung aus dem Soldatenstande. Gleichzeitig schwebt gegen zwei Unter­offiziere eine Untersuchung, die in trunkenem Zustande emen Ka­nonier erst durchgeprügelt uni) bann zwei ^tod hoch aus dem Fenster geworfen haben sollen. Ter Mann wurde am 12. d. Mts. beerdigt.

Röntgenstrahlen vor Gericht. Wie aus Hannover berichtet wird, verhandette die dortige Strafkammer am 18. d. M. in fast llstündiger Sitzung einen Fall von Behaiidlung nut Röntgen­strahlen. Angeklagt war der als Spezialist m Röntgenstrahl- Behandlung bekannte Dr. Schürmayer hier. Der,elbe Halle eine junge Dame, die an Bartwuchs litt, nach der bekannten Methode zur Vertilgung der Haare durch Beleuchtung mitWontgen- strahlen in drei verschiedenen Perioden behandelt, zunächst mit Er­folg ohne schädliche Begleiterscheinungen. In der dritten Behand­lungs-Periode hatte nun der Angeklagte, als die auch bei der früheren Behandlung auftretende, hinterher aber jedesmal wieder verschwundene charakteristische Rötung der bestrahlten Stelle sich zeigte, die Bestrahlmig noch ein- oder zweimal vorgenommen. Als nun in weiterer Folge sich stärker e V er b r ennu n g s- erscheinungen zeigten, die von dem Kinn auch auf die anderen Hals- und oberen Brustpartien Übergriffen, mehrere Monate an­dauerten, eiterten und häßliche, entstellende Narben zurück- ließen, wurde Tr. Schürmayer von der Patientin sowohl für die Entstehung der Verbrennung, als auch für den bösen Verlauf des Hellungsprozesses verantivortlich gemacht und, nachdem er eine namhafte Schadenersatzforderung abgelehnt, bei der Staatsanwalt- jchast denunziert. Diese versetzte Dr. Schürmayer in Anklagezustand

Neueste Meldungen.

Origittaldrahtmcldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 22. August. Der deutschiL Gesandte in Pe­king, Dr. Mumm von Schwarzenstein, soll bem. Oslasiatischen Lloyd zufolge, n i ch t m e h r auf seinen Posten nach China zurückkehren. Sechs sozialdemokra­tische Versammlungen tagten gestern abend, um zu dem Parteitag der deutschen Sozialdemokraten in München Stellung zu nehmen. Der Versammlung des zweiten Wahlkreises lagen drei Anträge über das Verbot des Z u s a m m e n g e h e n s der Sozialdemokraten mit den Freisinnigen und über die Stellungnahme der sozial- demolratischen Partei zur A l k o h o l f r a g e vor. Die An­träge wurden mit großer Mehrheit abgelehnt, dagegen langte eine Resolution zur Annahme, daß die Parteipresse ich mehr als zuvor mit der Alkoholfrage beschäftigen und auf die Schädlichkeit des Alkohols Hinweisen soll.

Berlin, 22. Aug. lieber den Empfang der Bu­ren generale und die Gründung eines Vereins ehemaliger Burenkämpfer wurde gestern, abeuk in einer Versammlung beraten. Es wurde ein Aus» chuß gebildet, der die Vorbereitungen für den Empfang treffen soll, der einen durchaus privaten Charakter tragen wird. Auch die Vorbereitungen für die Gründung des Vereins wurde diesem Ausschuß übertragen. Zweck des Vereins ist, den Ausländern aus legalem Wege die Rürb- kehr nad) Südafrika zu ermöglichen.

Berlin, 22. Aug. Von einer Seite, die dem früheren Regiment des Oberleutnants Hildebrandt und seinem Offtoierkorps nahesteht, erfährt die .Morgenpost", daß die Veranstaltung beim Abschied Hildebrandts aus Gumbinnen direkt vom Regimentskostn- mandeur ausging. Ter Regimentskommandeur hatte eine ihm übermittelte Aeußerung des Kaisers bei Unterfertigung des Vegnadigungsaktes einem Befehl gleichgeachtet. Die Vorgesetzten Hlldebrandts hatten sich offiziell an den Abschiedsseierlichkeiten im Kasino be­teiligt.

Homburg, 22. Aug. Der K a i s e r hörte gestern vor­mittag den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts Grafen Hülsen-Häseler; am Nachmittag empfing der Monarch den Bildhauer Fritz Gerth. Heute morgen unternahm der Kaiser mit dem Kronprinzen und Gefolge einen Ausritt zur Saalburg. Dazu hatten sich aus Frankfurt der Ober­bürgermeister Adickes und der Museumsdirektor Gomill ein­gefunden. Im Laufe des .Vormittags beabsichttgt der Kaiser einen Besuch, bei dem Bildhauer Gerth.

London, 22. August. Mehrere Blätter berichten, daß ein Kredit von 6 Millionen Pfund Sterling ans- geworfen ist, um in Indien Festlichketten aus Anlaß der Krönung König Eduards zu veranstallen. Die Feste sollen im Januar in Anwesenhett eines Vertreters des Königs stattfinden.

Dover, 22. Aug. Bei dem Festmahle, das yx Ehren der Offiziere des deutschen Schulschiffes Stein" gegeben wurde, hielt der Vizepräsideitt den Hafenverwaltung, Sir William Gr und al, die Festrede. Er sagte u. a.: Der deutsche Kaiser, ein hochbegabten Herrsch.er, werde nickft weniger vom englischen als vom deutschen Volke verehrt. Die gefühlvolle Gedenkrede, die der Kaiser kürzlich auf feine Mutter hielt, sei allen Eng­ländern zu Herzen gegangen. Kaiser Wilhelm sei ein Mann von großem, vielseittgem Streben, unbeugsamer Thcttkraft und von höchsten Idealen beseelt. Sein Losungswort sei: In allem tüchftg. Er bekunde lebhaftes Interesse für Handel und Industrie, indem er bei jeder Gelegenheit deut­schen Handel und deutsches Gewerbe in allen Welttellen auszudehnen bedacht sei. Er nehme auch lebhaftes Inter­esse an den Hafenbauten von Dover, wo der Hamburg- Amerika-Linie Gebäude zur Verfügung gestellt werden sollen. Vor allein aber sei der Kaiser von tief religiösen Gefühlen beseelt. Die Rede schloß mit einem Hoch auf den Kaifer. Tann folgte ein Trinkspruch, auf die deutsche Marine und. das deutsch^ Herr. Ten Toast erwiderte der Komman­dant d e sS t e i n". Er sprach die Hoffnung aus, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen England und Deutschland immer fortbauern. Ter Marine-Attachee der deutschen Botschaft in London brachste einen Trinksprnch auf die englische Marine und. die englische Armee aus.

Lyon, 22. Aug. Ein hiesiges Blatt, dessen Be­ziehungen zum Ministerium bekannt sind, teilt mit, daß die Regierung gleich nach dem Wiederzusammentritt der Kammer eine Anleihe von 1300 Millionen Francs ausschreiben werde.

Professor an der Universität Berlin. Dr. Johann Chr. Schwartz, berufen. Prof. Schwartz wird sein neues Lehramt zu Beginn des Wintersemesters wüteten. Der Assistent am pharma- «en Institut und Laboratorium für angewandte Chemie an niversität München, Privatdozent Dr. phil. R. W e i n - land, hat einen Ruf als a.-o. Professor für pharmazeutische Chemie an die Universität Tübingen erhalten. Dr. phil. H. o. d. G a b e l e n tz wurde als Privatdozent für Kunstgeschichte in die philosophische Fakultät und der Assistent am hygienischen Institute der Münchener Universität, Dr. med. 9)L Wilde, als Privatdozent in die medizinische Fakultät der Unwersität München ausgenommen. Auf eine Anregung der unlängst in Straßburg abgehaltenen Versammlung für Erdbebenforfchung hat die deutsche Reichsregierung bei anderen Mächten anfragen lassen, ob sie geneigt sind, an der Begründung eines internationalen Instituts für Erdbebenforfchung teilzunehmen. Der Erfolg des Unternehmens kann schon für gesichert gelten, da die französische Mademie der Wissenschaften ihre Teilnahme beschlossen hat und da auch die. englischen Vertreter dringend eine solche Anstalt wünschen. Alles Weitere wird erst sestgestellt werden können, wenn die Antworten aller Regierungen eingelaufen sind. Die a.-o. Professoren Tr. T. Ritter v. Sartori-Monteeroce und Dr. Alfred Ritter v. W r e 1 s ch k o sind zu ordentl. Professoren des deutschen Rechtes und des österreichischen Strafrechtes an der Uni­versität Wien ernannt worden. Mit der Vertretung der Lehr­kanzel des nach München gehenden Profeffors 2)r. ©ruber in Wien ist der erste Assistent am hygienischen Institut Professor Dr. A. S ch a 11 e n f r o h betraut worden.

4%96 Oesterr. Silberrente 102.00

496 Ungar. Goldrente . . 102.25

UniveiMts-Nachnchteii.

New-Aork, 21. Aug. Der Rektor des Canada-Kolleg Pro- feffor Dr. Carkins, der mit dem Auftrage betraut ist, ein Schema für die Durchführung des von Cecil Rhodes in seinem Testament ausgestellten Erziehungsplanes zu entwersen, sucht reiche Amerikaner für ein gleiches Vorhaben au interessieren, um briti­schen Sttidenten Freistellen an amerikanischen Universitäten zu -verschaffen. Carkins hatte mit Pierpont Morgan, mit dem er zu­lammen auf dem Dampfer ^Oceanic" die Reise nach Eng­land machte, häufig Unterredungen über die Sache. Man glaubt, daß Morgan sich für den Plan des Rektor Carkms in­teressiert.

Die Abnahme der theologischen Studenteu wird in einem Briefe eines Geistlichen an dasSchleswig-Holstein-Lauenb. Kirchen- und Schillbl." beklagt und die Redaktion des genannten Blattes (Pastor Andersen in Flensburg, ein Angehöriger der strengeren kirchlichen Richwng) schließt sich diesen Klagen an und schreibt: Man forscht nach den Gründen dieser Erschemung. Wir schen sie in drei Umständen: 1. Heberfüllung mit theolo­gischen Kandidaten vor einigen Jahren, die naturgemäß einen Rück- idjlag zur Folge hat: 2. in der Einführung des neuen Pfarrbesol- Dungsgesetzes, dessen zu klägliche Bemessung des Ansangsgehaltes manche junge Leute abschreckt; 3. (was für die Abnahme aus Pastorenhäusern besonders m Betracht kommt) in einzelnen bedenklichen Strömungen der Universitätstheologie, deren Aufgabe es z. B. nach dem Ausspruch des Professors Krüger-Gießen sein soll,Seelen zu gefährden". Solche ^luf- faßungen mögen doch wohl manchem Vater die Frage nal)elegen, ob er nicht besser thut, seinen Sohn anderes werden zu lassen, als etwas, wo er nach seiner Meinung seinen Glauben verlieren muß. Trotzdem aber liegt es uns am Herzen, mit dem Schreiber obiger Zeilen auch die Pflicht namentlich von uns Geisllichen zu betonen, für unfern Beruf zu werben. Demi die biblische Wahrhest durchdringt auch standhaft die gelegentlicheii Verirrungen der Theo­logie, und es gibt neben radikalen doch auch heMe noch eine Fülle geistgesalbter theologischer Lehrer, die nicht aus der Schttft heraus, sondern in sie hineinführen. Vor allem aber darf die kärgliche 2ln- sangsbesoldung (deren Verbesserung ja auch erstrebt werden kann) nicht abschrecken. Sie ist em Zeichen, daß unser Beruf seinen Schwerpunkt nicht in materiellen, s

Glngesanö!.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redattion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Infolge Ausschreibens von städtischen Nacharbeiten in Höhe von rund 150 Mk. hatte ein hiesiger Meister derselbe Geschäfts­mann, dem die betreffenden Hauptarbesten übertragen worden waren und der diefe zur vollen Zufriedenheit der städtischen Bau­behörde ausgeführt hatte ein Angebot abgegeben, das so niedrig im Preise gehalten war, daß von einem Verdienste schlechterdings keine Rede sein tonnte, was bei dem flauen Geschäftsgang nicht immer vermieden werden kann, wenn anders dem Unternehmer das Wohl seiner Arbeiter am Herzen liegt. Dessenungeachtet wurde die Aussührung der fragL Arbeiten einem auswärtigen Meister übertragen, einem Manne, der keinen einzigen Pfennig dem städti­schen Ääckel beisteuert, während der in Frage stehende hiesige Meister mehr als 400 Mk. jährliche Gemeindesteuer bezahlt. Und warum diese eigenartige Beschlußfassung, welche zum Nachteil der städtischen Geschäftsleute, die bei städtischen Arbeiten doch wohl in allererster Linie in Betracht zu ziehen sind, die auswärtigeii Meister berücksichtigt? Wohl lediglich aus dem Grunde, weil der aus­wärtige Geschäftsmann ein noch niedrigeres Angebot abgegeben hatte, vielleicht auch mit Rücksicht auf billigere Arbeitslöhne ab­geben konnte. In Worms und an anderen Plätzen pflegen städtische Arbeiten nur an städtische Meister vergeben zu werden. Warum nicht auch hier der gleiche Gemein- und Gerechtigkeitssinn? Um­somehr, als unsere Stadtverwaltung mit auswärtigen Geschäfts­leuten wohl doch schon der trüben Erfahrungen genug gemacht hat?

Civis.

August

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