Ausgabe 
21.10.1902 Zweites Blatt
 
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Ausstellung und des neuen Kunstpalastes, dessen Errichtung der Industrie zu verdanken sei. Redner schloß mit einem Hoch auf den Kronprinzen. Oberbürgermeister Dr. Marx gedachte in seiner Rede der Abschiedsstimmung und der ma­teriellen Errungenschaften, sprach Geheimrat Lueg und Prof. Roeber namenS der Stadt Düffeldorf Dank auS und teilte mit, daß die Stadt Lueg daS Ehrenbürgerrecht verleche und für Roeber eine,Gedenktafel im Kunstpalast errichte.

München, 20. Ott Der Deutsche Veterinär­rat begann mit einer Festsitzung im alten RathauSsaal die neunte Plenarsitzung, der auch Prinz Ludwig beiwohnte. Der Präsident deS Veterinärrats, Geheimrat Effer, begrüßte die Vertreter der deutschen Bundesstaaten und Behörden und betonte, die wichtigste Frage, die die Plenarversammlung be- schäftige, sei die Neugestaltung des Reichsviehseuchen­gesetz eS. Staatsminister von Feilitzsch begrüßte die Ver­sammlung namenS der bayerischen Regierung. Geheimrat Kelch im Namen deS Reichsamtes des Innern und hob da­bei hervor, daß der neue Entwurf des revidierten Vieh- seuchengesetzeS im nächsten Monat im Reichsgesundheitsamt von Sachverständigen durchberaten werde. Sodann begannen die eigentlichen Verhandlungen über das Thema: »Aus welche Seuchen soll das neue Viehseuchengesetz ausgedehnt werden und welche Bestimmungen soll es enthalten? Die Verhandlungen über das Thema werden morgen fortgesetzt. Heute nachmittag findet ein Festmahl statt.

Heer und Flotte.

Zu m Komman deur der 21. Division ist General-Leutnant Friedrich Ferdinand v. Hagen ernannt worden. Er ist 1846 zu NeuhaldenSleben geboren, studierte auf der Universität zu Berlin die Rechte, 1865 trat er in daß Kaiser Alexander-Garde-Regiment Nr. 1 ein, machte den Feldzug 1866 gegen Oesterreich mit. Von 1869 bis 1873 war er zur Kriegs-Akademie kommandiert, welches Kom­mando durch die Teilnahme am Feldzuge 1870/71 unter­brochen wurde, und zwar war Leutnant v. Hagen dem 1. Bataillon 1. Garde-Gren.-Landwehr-Regts. zugeteilt, in dessen Reihen er an den Belagerungen von Straßburg und Paris teilnahm und sich das Eiserne Kreuz 2. Klasse erwarb. Lurch A. K.-O. v. 15. Juni 1899 mit der Führung der damaligen 4. Infanterie-Brigade (jetzt 2.) beauftragt, erfolgte 1899 seine Beförderung zum General-Major und die Er­nennung zum Kommandeur der gen. Brigade.

London,' 19. Okt. Wertlosigkeit der draht» losen Telegraphie für den Seekrieg. Das dieser Tage nach England zurückgekehrte Kreuzergeschwader, das an den großen Manöoern ber Kanal- und Mittel- meer-Flotte im Mittelländischen Meere teilgenommen hatte, brachte einige beachtenswerthe Nachrichten. Das über­raschendste Ereignis des Manövers war die Thatsache, daß eine im Hafen von Angostoli von einer mehr als doppelt so starken feindlichen Flotte blockierte Flotte von 14 Schiffen auS dem Hafen entkam. Man schreibt dies zum Teil der drahtlosen Telegraphie zu, die vollständig üer- sagte ober sich sogar als schäblich erwies, ba ber Feind ohne Unterbrechung falsche Telegramme schickte, sodaß niemand mehr wußte, welche Telegramme eigentlich galten. Die au8 dem Hafen entweichende Flotte des Prinzen von Battenberg war m ihrer Geschwindigkeit dadurch behindert, daß sie das alte Schlachtschiff ,£)oob" bei sich hatte, bas durch seine Lang­samkeit natürlich die Beweglichkeit ber ganzen Flotte ver- minberte. Zum Glück für ben Prinzen lief bieHood" auf und die Flotte konnte nun mit Volldampf weiterfahren. Ein anderer Vorfall bewies übrigens, welche Gefahren nächtliche Unternehmungen mit sich bringen. Das Flaggschiff des Prinzen von Battenberg ronrbe nämlich von einem seiner eigenen Torpedobootszerstörer mit einem Torpedo beglückt. In der Kritik der Manöver heißt es, daß es zweifelhaft fei, ob man durch sie etwas neues gelernt habe, bie Manöver hätten jedoch bewiesen, daß vom Admiral abwärts das ganze Personal ber Marine größerer Hebung be­dürfe, bannt die Flotte jeber an sie herantretenden Aufgabe gewachsen fei.

Kirche und Schule.

Der sozialdemokratische Pastor a. D. Göhre schreibt ber sozialbem. ChemnitzerVolksstimme":Wenn ich hätte Karriöre machen wollen, Hütte ich Pastor in Frankfurt a. M. bleiben müssen. Ich hatte, selbst nach benhöchsten* Kreisen hin, ohne mein Zuthun, Aussicht auf vorzügliche und nützliche Verbinbungen. So ist nur glaubwürdig nutgeteilt worden, daß auch z. B. der Kaiser sich eine Zeitlang für mich besonders interreffiert hat (Anfang ber 90er Jahre); baß er mein Buch über meine Arbeiterzeit in Chemnitz genau ge­lesen, unb baß er gewünscht habe, baß ich, ber Sachse, in Preußen angestellt werbe. Ja, eines Tages erschien bei mir ein Geheimer Rat (aber nicht auS bcm Zivilkabinet beS Kaisers) unb legte mir nahe, eine Audienz nachzusuchen. Dasselbe ist mir später einmal von einem hohen Offizier offeriert worden. Hotte ich bie Aussichten auSgenützt, so wäre ich vielleicht heute schon irgcnbroo Hofprediger. Ich habe es nicht gethan, weil ich keineKarriere* wachen wollte. Ich bleibe was ich bin, ein ganz gewöhnlicher sozialdemokratischer Agitator."

Kolonialpost.

Aus dem Deutschen Kolonial-Kongreß sprach u. a. über bie Bebeutung ber christlichen Mission für bie Entwickelung unserer Kolonien Superintendent D. Merensky, Berlm. Der Redner betonte bie Wichtigkeit ber Eingeborenenfrage, mit beren Bedeutung auch bie Bebeutung der christlichen Mission gegeben sei, bie an ber Lösung bieser Frage mitarbeitet. Er wies bie Behauptung zurück, baß bie Eingeborenen auSftcrben würben, am allerwenigsten neigten die afrikanischen Völker dazu, was er durch Beispiele er­läuterte. EL sei also klar, daß wir im Blick auf bie Zu­kunft in unseren afrikanischen Kolonien und auch auf Neu- Guinea unb ben östlich davon liegenden Inselgruppen mit ben Eingeborenen werden rechnen müffen. Ihre Entwicke- lungSfähigkeit sei erwiesen; Pflicht unb eigenes Interesse ge­biete uns, diese Entwickelung zu leiten, also bie Leute zu erziehen. Diese Erziehung sei einerseits Aufgabe des Staates, anbercrfeitS SUfgabe ber Kirche, also gegenwärtig

die Mission. Der Staat werde für Ordnung sorgen, Frieden und Rechtssicherheit schaffen, Arbeitslust wecken, nützliche Thätigkett fördern unb bie Eingeborenen gegen Unterdrückung, Ausbeutung, lasterhafte Emflüffe schützen müffen. Er könne aber nicht Religion in die Herzen pflanzen. Das Christen- um könne die Hindernisse hinwegräumen, welche sich unter heidnischen Böllern der Entwickelung wahrer Kultur ent­gegenstellen. Zu diesen Hinderniffen gehöre vor allem ber Aberglaube, ber erfahrungsmäßig zu Gedankenlosigkeit unb Mangel an Verantwortlichkeitsgefühl führe. Das Christen­tum sei auch imftanbe bie Polygamie zu bekämpfen, welche häufig, so bei allen Afrikanern, bem Mann gestattet, ein aules und unthätiges Leben zu führen. DaS Christentum bringe den Naturvölkern bie Grundlage für alle Sittlichkeit, es wecke auch baS Bewußtsein vom Wert beS Lebens unb 'pende Trost im Unglück. Schließlich wies ber Redner darauf hin, daß die Arbeit der Mission auch deshalb wichtig fei, besonders für Afrika, well nur bie Einführung des Christen­tums dem Umsichgreifen des Islam wehren könne. Was in 100 ober 200 Jahren von Afrika nicht christlich sei, werde muhamedanisch sein. DaS deutsche Volk aber möge die Missionen unter den Heiden kräftig unterstützen.

Ausland.

London, 20. Okt. (Unterhaus.) CH am b er lain teilt mit, bie Regierung habe bie Höhe des Beitrages noch nicht festgesetzt, der von Transvaal unb ber Oranjekolonie zu den Kriegskosten zu leisten sei. Par­lamentsuntersekretär Cranborne erklärt bezüglich der Operationen im Somaliland, daß ein indisches Ba­taillon und ein Teil des afrikanischen (ringebomenen- bataillons als Verstärkungen der Abteilung des Obersten Sw ahne zur Verfügung stehen würden. Weitere Ver- tärfungen würden, falls notwendig, entsandt werden. Aus­gedehntere kriegerische Operationen und die Verwendung größerer Truppen körper, als zuerst erwartet, würden erforderlich fein. Der Staatssekretär für Indien, Lord Hamilton, erklärt, der verstorbene Emir von Afghani- tan habe Schußwaffen und Kriegsvorräte in Deutschland gekauft. Er habe damit aber nicht gegen das Abkommen mit der englischen Regierung gehandelt. Wie Reuters S&ureau erfährt, leite der Staatssekretär für In­dien mit der indischen Regierung Verhandlungen über die Möglichkeit der Entsendung weiterer Verstärk­ungen aus Indien nach Somali land zum Kampfe gegen den Mullah ein. (Vgl. unsere Depesche in der Parlamentsbeilage. D- Red.) In einer gestern ver­öffentlichten amtlichen Depesche über das Gefecht im So­maliland heißt es wörtlich:Der Mullah, welcher in Verbindung mit Kail Inger in der Richtung nach dem Webbfluß stehen soll, zieht von allen Seiten Verstärkungen heran." Hierzu bemerkt Reuter: Die WorteKail Inger" sind zweifellos telegraphische Verstümmelung fürKarl Inger". Der Ausländer dieses Namens, man glaubt ein ehemaliger österreichischer Offizier, wurde wiederholt in Verbindung mit Somaliland und dem Mullah genannt. Weitere Depeschen aus Domaliland schildern Die Lage als sehr ernst. Oberst Swayne zieht sich vor Mullah, der über Streitkräfte in Stärke von 15 000 Mann verfügt, zurück, seine Verbindungen sind unterbrochen.

Paris, 20. Okt- Der Nationalist Ernest Roche be­antragt die Dringlichkeit für feinen Gesetzesvorschlag auf Trennung von Staat und Kirche und auf Kün­digung des Konkordats. Der Ministerpräsident Co mb es erwidert, die Regierung lasse der Kammer volle Freiheit, wie sie stimmen wolle. Es sei chm persönlich unmöglich, zu unterscheiden, ob der Antrag ehrlich gemeint, oder nur darauf berechnet sei, der Regierung Berlegenhetten zu bereiten. (Beifall links.) Der Sozialist Dejeante erklärt, seine Partei stimme für die Dringlichkeitt unter der Voraussetzung, daß mit der Kündigung des Konkordats alle Kongregationen unterdrückt werden. Die Sozialisten brachten einen entsprechenden Antrag bereits im Frühjahr ein und Dejeante beantragt die Priorität für die Abstim­mung über diesen Antrag. Ter Radikale Brisson er­klärt sich gegen die Dringlich kett. Die Frage der Trennung von Staat und Kirche sei nur in Verbindung mit der de­finitiven Regelung des Unterrichts- und Ordenswesens zu lösen. Die Priorität für den Antrag Dejeante wird mit 237 gegen 219 Stimmen abgelehnt. Die Kammer lehnte die Dringlichkeit für den Antrag Roche mit 286 gegen 179 Stimmen ab. Der frühere Generaldirektor des Kabinetts Waldeck-Rousseau, de Magny, ist ge­worben. Der Minister des Innern wies den Direktor im Kultusministerium, Dumay, an die Bischöfe, welche das am 9. Oktober von verschiedenen Blättern veröffentlichte Schreiben der französischen Erzbischöfe und Bischöfe mitunterzeichnet haben, so lange nicht zu em­pfangen, bis der Ministerrat sich am nächsten Dienstag hierüber schlüssig gemacht haben wird.

R o u e n, 20. £ft Der sozialistische Deputierte Saures hielt gestern hier einen Vortrag, in welchem er u. a. die Abrüstungsfrage besprach unb ausführte, die Kriege müßten abgeschafft werden. In Elsaß-Lothringen, Polen, Finland und Südafrika werde das Recht von der Machit unterdrückt, es gebe aber in der Welt hinreichend Ge- rechtigkett, um diese Provinzen den Ländern, denen sie früher gehörten und denen |ie entrissen seien, wiederzu­geben.

Rom, 20. Oft In vatikanischen Kreisen fällt es auf, daß einen Tag nach der Abreise des Monsignore Guibi, des neuen apostolischen Delegaten auf den Philippinen, der Erzbischof Chapelle aus New-Orleans in Rom eintraf. Er soll den Papst auf dieUngerechtigkeiten" aufmerksam machen wollen, die den Franziskanern, Augustinern unb Tominikanern in Amerika brohen. Außerbem klagt er bie von Monsignore Jrelanb geführte katholische Partei in ben Vereinigten Staaten an, baß sie aus politiichem Inter­esse bie kirchlichen verraten habe.

TerSecolo" versichert, noch vor Jahresschluß würben deutsche und italienische Delegierte in Venedig zum Studium der Präliminarien der Hanbelsver- tragsver Handlungen zusammen treten.

Nach demCorriere bi Napoli" sandte ber Papst an ben Kaiser von Oesterreich unb an ben Prinzregenten von Bayern Schreiben, in bcnen er um Gastfreundschaft für bie französischen Kongreganisten bittet.

Ein Spezialkurier bes Zaren ist in ^an Rosore eiijgctroffen, wo augenblicklich König Viktor Emanuel toeilt Ter Kontier hat bem König mitgetcilt, baß der Z ar (eine Reise nach Italien früher antreten werde, als beabsichtigt, und baß bie Aenberungen des Programms mit ben Vor­gängen im Orient zusammen hängen. Tie Reise werbe be­reits im Dezember erfolgst

Stockholm, 20. Oft. Zum schwedisch-norwegische» Marineattach ee in Berlin und Petersburg wurde Korvettenkapitän G. F. Krack ernannt

Kop enhag en, 20. Oft (Folke thing.) Bei der heutigen Beratung des Budgets kündigte der Minister­präsident an, er werde eine Vorlage bett. Reform beS Kommunalwahlrechts einbringen, sobald eine Ans­icht, wenn auch nur eine geringe, wir Durchführung der­selben vorhanden sei; ferner einen Gesetzentwurf betr. voll­ständige Umänderung des LotsenwesenS. Ter Kul­tusminister kündigte eine Vorlage betr. Einführung der obligatorischen bürgerlichen Ehe an.

Belgrad, 20. Oft Tas neue Ministerium ist nun* mehr, wie folgt, gebildet: Präsidium und Bauten Peter Welimirowitsch, Aeußeres Oberstleutnant Wasa Antonitsch, Inneres Kronanwalt Tvdorowitsch. Finanzen Professor Rabanowitsch, Justiz Aron Nint schic, Kriog General Pawlowitsch, Unter­richt Professor Markowitsch, Volkswirtschaft Dr. Nikolic. Tas Kabinett besteht mithin aus vier Radi­kalen, zwei Neutralen unb zwei Fortschrittlern.

Conftanza, 20. Okt. Gestern würbe in Anwesenheit ,es Prinzen unb der Prinzessin von Rumänien, ber Minister, ber fremden Gesandten unb ber Militär- attachees, sowie der Mitglieder der Tonaukommission der Donaukanal zwischen Dultsche unb Sulina, burch ben bie Strecke um 22 Kilometer verkürzt würbe, eröffnet Auf bie Ansprache bes Vorsitzenden ber Tonaukommission, österreichisch-ungarischen Generalkonsuls Borhek, ge­dachte der Prinz von Rumänien der Thätigfeit der Tonaukommission und brachte einen Trinkspruch auf die delegierten der Großmächte aus. Darauf statteten Prinz und Prinzessin von Rumänien und die Minister Besuche an Bord der anwesenden fremden Stationsschiffe ab. Bei dem sich anschließenden, von der Tonaukommission ge­gebenen Festmahl trank der österreichisch-ungarische General­konsul Borhek auf das rumänische Königshaus. Der Prinz erwiderte mit einem Trinfspruch auf die vertretenen Souveräne und Staatsoberhäupter, indem er der Dankbar­keit Rumäniens für die Arbeiten der Tonaukommission Ausdruck gab.

Konstantinopel, 20. Oft Nach einer Meldung bet Fr. Ztg." haben sich sowohl Italien wie Englanb in der letzten Zeit wiederholt, aber erfolglos an die Pforte ge­wandt, damit sie dem zun e h m e n de n P ir a t en - U n- wesenimRotenMeere energisch steuere. Tie Kühnheit der Piraten ging soweit, daß sie kürzlich die zu Massauah gehörige Insel Telhas ausgcplündert und mehrere Ein­wohner fvrtgeschleppt haben. Angesichts der Unthätigfett der Türfei errichtete Italien im Roten Meere mehrere Sambucks und armierte sie mit Mitrailleusen. Diese Sam- bucks wurden unter den Schutz deS KreuzersTiemontie" und eines Kanonenbootes gestält DaS Ergebnis ber Jagd auf die Piraten war, daß mehrere derselben getötet und eine größere Anzahl gefangen genommen wurde. England ahmt das italienische Beispiel zur Säuberung deS Roten Meeres nach.

Saloniki, 20. Oft Ter Bandenführer Ob er st lend nant Janfow wurde von bulgarischen Bauern, die von der revolutionären Bewegung nichts wissen wollten, in einem Torfe im Vllajet Monastir gefangen genommen.

Aus Stadt und Saud.

Gießen, 21. Oktober 1902.

Hofnachrichten. Wie uns auS Darmstadt te­legraphisch gemeldet roirb, sind der Großherzog und der Prinz Heinrich heute Vormittag um 8 Uhr mittelst Automobll in das Jagdrevier Nicolaipfort bei Moerfelden gefahren.

Personalien. Der Kreisbauinspektor deS Kreises Dieburg Karl Zimmermann ist zum KreiSbauinspektor deS Kreises Heppenheim ernannt worden. Dem technischen Eisen» bahnsekretär in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Gustav v. Hößlin wurde die unkündbare Anstellung ver­liehen. Der Hochbauauffeher bei dem Hochbauamt Mainz Jakob Bolz ist zum Hochbauauffeher bei dem Hochbauamt Darmstadt und der BauaufsehcraSpirant Ludwig Geyer auS Darmstadt zum Hochbauauffeher ernannt worden.

= Klein-Linden, 20. Okt. lieber die Errichtung einer hiesigen Postagentur schweben z. Z. Verhand- lungen. Dieser Tage wellte der Ober-Postinspektor hier.

Darmstadt, 21. Okt. (Eig. Draht der icht.) Heute Vormittag um/*12 Uhr fand in Gegenwart deS EtaatS- minifterß Rothe unb deS Professoren-Kolle giumS die feierliche Uebergabe deS Rektorats sellenS des Geh. HoftatS Prof. Dr. Schering an den Geh. Baurat Prof. Dr. Pfarr statt.

Mainz, 20. Okt. Die Mombacher Eingemein» bungSfrage. In der Konferenz zwischen Vertretern von Mainz unb Mombach erklärte bie städtische Verwaltung, daß sie auf der Grundlage der von Mombach gestellten Beding­ungen in eine Beratung ber Eingemeindungs- Angelegenheit nicht eintreten könne, überhaupt auf eine Eingemeindung verzichte, wenn die unerfüllbaren Forderungen nicht beseitigt würden. Künftigen Donners­tag findet im Kasino zum ,Frankfurter Hof eine außer­ordentliche Generalversammung deS Vereins der Zentrumspartei statt, in welcher Bericht über die bevorstehende Landtagswahl erstattet wird und die Prokla- mierung der Centrumskandidaturen erfolgt. ®in hiesiger Kohlenhändler, der am Samstag eine Partie Holz in seinem Kohlenhofe klein hacken wollte, geriet beim Zuschlägen mit der linken Hand unter daS Beil und hieb sich dadurch den Daumen von der Hand vollständig ab. Der Ver­letzte kam ins Vincenzhospital.

Biebrich, 20. Okt- lieber bie von unS in ber gestri­gen Parlamentsausgabe gemeldete Zugentgleisung werden folgende Einzelheiten bekannt: Als am 19. V Tc. Vormittag ber Personcnzug 9.38 Uhr von Wiesbaden nach Mosbach abfuhr (derselbe wurde auf der letzteren Station dem Frankfurter Zug nach Köln angehängt^, kam es in der giäfje von Mosbach, unweit Kurve, auf dem hohen lamme zu einem Schienenbruch. Durch bie Geistesgegen­wart des Lokomolioführers Batt er wurde großes Un­heil vermieden. Als letzterer einen furchtbaren Stoß be­merkte, bremste er sofort unb ließ ben Dampf ab, aber auch schon im nächsten Momente stürzte bie Maschine unb ber Tender ben Tamm hinab, wobei sich bie erstere tief in das Erdreich eingrub. Zwei Wagen, die hinter der Maschine hingen, einen 3. unb 4. Klassewagen, blieben in ber Böschung bes Dammes hängen, zum Glück waren beide Wagen unbesetzt. Der Heizer He cht aus Kassel wurde