Zweites Blatt.
Dienstag 31. Oktober 1903
153. Jahrgang
Nr. 347
Orf^etet täglich nutzer Sonntags.
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gttonSdruck u. Der- der Brüßl'lchen ers^-Buch- u.eDtein- eret (Pietsch Erben) Itedaktton. Erpeditton und Druckerei:
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GletzenerMzelßerW
w General-Anzeiger " S?
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ZWZ
_____________________ ** zeigenteit: Hans Beck.
Die heutige Yummer umfaßt 10 Seiten
Ker Kampf um die ZöLe.
Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 20. Oktober:
Ein „Llbtrünniger gelangte im Reichstag heute zuerst zum Wort. Abg. Graf Schwerin begründete die ablehnende Haltung eines Teils der Konservativen gegenüber dem Antrag Frhrn. v- Wangenheim (7i/3 Mark-Zoll auf Brotgetreide). Die Gründe der Konsequenz hatte der Redner auf seiner Seite, und nicht unberechtigt war es, als er meinte, jetzt den Kommissionsbeschluß (Kompromiß) zu verwerfen, auf dem die Mehrheitsparteien sich geeinigt hätten, erscheine einigermaßen illoyal. Graf Schwerin entwickelte all das in seiner ruhigen, maßvollen Weise, doch er predigte tauben Ohren. Rur wenige der auf den bündlerischen Antrag eingeschworenen Konservativen hörten mit der dem Parteifreunde gebührenden äußeren Aufmerksamkeit zu. Eine gewisse Genugthuung mag es deshalb dem Grasen Schwerin gewährt haben, daß dre Herren vom Bundesrat seinen Ausführungen lebhaftes Interesse zuwandten.
Besonders galt dies vom württembergischen Minister b. Pischek, der unmittelbar nach dem konservativen Redner das Wort ergriff, und es gleich im Eingang so wirksam brauchte, daß alsbald Beifall und Heiterkeit sich regten. Tr. v. Pischek hatte im ganzen Verlaus feiner die Annahme der Regierungsvorlage^ empfehlenden Darlegung das Ohr des Hauses. Tie präzise Art des Vortrags erlitt auch keine Einbuße durch mehrfache Unterbrechungen von links; Herr v. Pischek wußte seine volle Ruhe zu bewahren.
Als „Geber guter Lehren" trat sodann Abg. Dr. Sattler (nl.) in Aktion. Die Regierung möge nach der bevorstehenden entscheidenden Abstimmung unverzüglich die Konsequenzen ziehen, d. h-, da das Scheitern wohl unausbleiblich, die Vorlage zurückziehen und den Reichstag auflösen. (Große Bewegung, während der Graf Bülow den
3>ie Kriegsartikel in polnischer Sprache.
Ter Generalleutnant k D v. Bo guSlawski ver- Mentlicht in der ,>Tägl. Rundsch." einen Aufsatz über die Kriegsartikel in polnischer Sprache, in dem es heißt:
Tie Ansicht, daß die Bestimmung, nach welcher Die neuen Kriegsartikel, die übrigens einfach eine kurze Zusammenfassung der alten sind, den Soldaten polnischer Zunge in UeLevsetzung zugänglich gemacht werden sollen, eine neu erlassen sei, ist unrichtig. Es ist stets derartig verfahren worden. Auch der Fahneneid ist den Rekruten, die des Deutschen nicht ganz mächtig sind, in polnischer, bezw. dänischer und französischer Sprache abgenommen worden. Tiefe Maßregel kann man durchaus nicht als im Widerspruch stehend mit den erlassenen Schulverordnungen betrachten. Tenn es ist doch wohl klar, daß ein großer Unterschied zwischen einem Kinde, das Teutsch lernen soll und einem Jungen Manne, der des Deutschen nicht vollkommen mächtig ist, und der die schweren Pflichten des Soldaten st an des übernehmen soll, besteht, Pflichten, deren Verletzung durch Kriegsartikel und Militär- Strafgeisehbuch mit strengen Strafen bedroht sind. Taß ihm diese Pflichten von Anfang an verständlich gemacht und klar gelegt werden, ist durchaus Sache der Militärbehörden, und dies kann eben, wenn der Mann nicht ordentlich deutsch versteht, nur in seiner Muttersprache geschehen. Taß man hierüber möglichste Kenntnis erlangt, liegt andererseits den Heimatsbehörden ob. Tiefe müssen den Ersatzbehörden darüber genaue Auskunft durch vorher- gegangene Recherchen Lei den Schulbehörden geben, und mit entsprechendem Vermerk muß der Mann dem Truppenteil überiviesen werden. Volle Gewißheit kann man darüber allerdings nie erlangen, denn der Mann ist sechs Jahre, und manche Leute sieben bis acht aus der Schule entlassen, wenn er ins Heer eintritt. Im übrigen hat auch die Kompagnie Mittel genug, um einige Tage nach der Einstellung darüber klar zu sein, ob der Mann genügend deutsch versteht. Simulanten müssen streng bestraft werden. Auch beim theoretischen Unterricht wird von alters her das Polnische dort zu Hufe genommen, wo es absolut nötig ist. Man hat eben, indem man einen Widerspruch mit den Verfügungen im Schulfach entdecken wollte, den grundlegenden Unterschied zwischen diesen Verhältnissen und denen des Heeres nicht genug berücksichtigt.
Tie Beichteabnahme in polnischer Sprache kann doch km Heere ebensowenig wie in der anderen Bevölkerung Anstoß erregen. Ob Uebersetzungen der neuen Feldgesang- bücher ins Polnische nötig sind, darüber kann man verschiedener Meinung sein. — Mit aller Strenge aber muß daraus gehalten werden, daß die polnische Sprache nicht unnötig gebraucht wird, und daß die Leute Fortschritte im Deutschen machen. — Was die Statistik der Schulbildung in der deutschen und nichtdeutschen Muttersprache anbetrifft, so muß man nicht nur die geringe Anzahl derjenigen in Betracht ziehen, die als ohne Schulbildung und nur mit Schulbildung in der nicht deutschen Muttersprache aufgeführt sind, sondern es werden sich auch in den mit Schulbildung im Teutschen aufgeführten Leuten ganz sicherlich eine bedeutende Anzahl finden, die des Teutschen eben nicht genug mächtig sind, um beim Verlesen in deutscher Sprache sofort den Sinn und die Bedeutung der Kriegsartikel zu erfassen. Die Grundsätze der Billigkeit erfordern, die Rekruten über ihre Pflichten und Bestrafungen nicht int geringsten Zweifel zu lassen. Solange die Schule uns nicht Leute schickt, die des Teutschen vollkommen mächtig sind, kann die Heeresverwaltung nicht anders verfahren.
Saal betritt). Es sei doch zwecklos, den Reichstag bann noch Monate hindurch mit Dieser Vorlage zu behelligen, eine dritte Lesung abzuwarten, die doch nichts ändern werde. (Zustimmung.) Tie Bevölkerung dürfe nicht den Glauben an die Festigkeit der Rebierungserklarungen verlieren. (Lebhafte Zurufe; Graf Bülow nimmt den langen Bleistift und einen Bogen Papier zur Hand.) Taß der Zolltarif dieses Ende nehme, sei nicht zuletzt Schuld der falschen Taktik der Mehrheitsparteien, besonders der Taktik der „falschen Freunde" der Landwirtschaft. (Stürmische Protestrufe.)
Langen Schrittes eilte nunmehr der stteitbarste der bayrischen Zentrumsmannen, Wg. Dr. Heim, zur Rednerbühne, um Herrn Sattler den Text zu lesen. Er that es .auf so urwüchsige Art, unter Entfaltung so origineller rednerischer Eigenschaften, daß wahre Lachsalven durch den Saal Dröhnten. Seinem Landsmann, Dem Abg. Beckh (Frs. Volksp.) stellte Dr. Heim das trübste Wahlprognösti- fon. „Sie werden nicht wiedergewählt! Suchen Sie sich einen Wahlkreis außerhalb der blauweißen Grenzpsähle!" Geringschätzig winkte Herr Beckh ab. In der Sache selbst begründete der Redner den von ihm selbst gestellten Antrag auf Einführung eines 6 Mark-Zolles auf Brotgetreide, wobei er es an scharfen, ironisch gefärbten Angriffen auf den „Bund der Landwirte" und dessen Direktor, den Abg. Dr. Hahn, nicht fehlen ließ. Er bezeichnete die „Bündeler" als „gefährliche Freunde", von denen man in Bayern nichts wissen wolle. Da Frhr. v. Wangenheim, der erste Führer des Bundes, nicht im Saale war, mußte Dr. Hahn allein den Spott auf sein Haupt nehmen. Selbst Graf Bülow, der in ernste Stimmung durch Sattlers Rede versetzt schien, konnte sich eines Lächelns über diese Auseinandersetzung zwischen Agrariern nicht erwehren. Die Vertreter der bayrischen Regierung, Finanzminister von Riedel und der Gesandte Graf Lerchenfeld, freuten sich auch manches Kernwortes ihres Landmannes — sofern es sich nicht gegen die Vorlage, sondern gegen den Störenfried „Bund der Landwirte" richtete; aber beide Herren schienen peinlich berührt durch die unangemessene Art, wie Dr. Heim den Minister v. Pischek korrigieren zu können glaubte. „Weiß der Minister nicht, daß. . ." In diesem überhebenden Tone, doppelt befremdend gegenüber einem älteren Herren, begann eine Reihe erregter Sätze. Herr v. Pischek, mit der Durchsicht eines Schriftstücks beschäftigt, blickte ruhig auf, hörte zu und setzte ebenso gelassen seine Thätigkeit fort.
Abg. Konrad Haußmann (Volksp.), der nach einer kurzen Rede des Elsässers Hinterer — zur Abwechslung einmal für eine wesentliche Erhöhung der Industrie- Zölle — das Wort erhielt, entwarf in drastischen Zügen ein Bild der verworrenen Situation, die der Darifentwurf geschaffen, eine schürf iatyrische Tarstellung des „Kampfes aller gegen alle . Ergötzlich schilderte Haußmann den Zwiespalt der Agrarier der verschiedenen Tonart, das Mißgeschick der Regierung, die sich, auf den agrarischen Stuhl setzen wollte, den man nun der Regierung wegziehe, mit der Zumutung, sich gefälligst zwischen zwei Stühlen niederzulassen, das heimliche Sehnen des Zentrums, auch bei dieser Gelegenheit sich als Retter in der Not zu bewähren, das leise Mißtrauen der Nationalliberalen, ob die Regierung auch wohl unerschütterlich bleiben werde. Mit mancher kräftig spottenden Bemerkung über das Hin- und Herhandeln, die im Reichstag etablierte „Zoll-Auktion", traf Haußmann den Nagel auf den Köpf. „Es ist etws Wahres Drau", das drückten die nachdenkliche Mienen sogar der Herren auf der Bundesratsestrade aus. Ter Reichskanzler solle lieber sagen: „Ich grolle nicht, wenn der Tarif auch bricht". Haußmann monierte die ,/ehr unfreundlichen Tinge", die Abg. Heim dem württembergischen Minister gesagt — Herr v. Pischek und Frhr. v. Varn- b ü l e r befanden sich in unmittelbarer Nähe des Sprechers — aber wenn auch in der Form verbindlicher, war inhaltlich das, was Haußmann gegen die Erhöhung der Getreidezölle und die Auffassung der württembergischen Regierung äußerte, kaum minder entschieden. Tie Volkspartei werde den Vorschlägen der Regierungsvorlage wie den Kömmissionsbeschlüssen ihre Zustimmung versagen. Häufige Beifallskundgeoungen der Linken hatten diese fast frei vorgetragene, in ihrer Knappheit mariante Rede begleitet.
Nun wendete sich die Aufmerksamkeit besonders der Rechten wie der von ihren Plätzen eilenden Sozialdemokraten dem bayerischen Finanzminister zu. Frhr. v. Riedel legte, wie nicht anders zu erwarten, den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf die umftrittene Frage des Gersten- zolls. Er wiederholte seine in der ersten Lesung abgegebene Erklärung, daß eine Erhöhung des Gerstenzolls über den Satz der Vorlage hinauf „ernste Bedenken" habe. Graf Bülow, der während der Rede des Wg. Haußmann nicht im Saale war, schien befriedigt über die nachdrückliche Unterstützung seitens des Kollegen aus Bayern. Vielleicht wird doch noch die Gerste das Kvmpensationsobjekt, entsprechend den Wünschen des Zentrums. Hier gilt eine mäßige Zollerhöhung in letzter Stunde nicht für ganz ausgeschlossen.
„Ein Plaidoyer auf mildernde Umstände" nannte Abg. Tr. Barth (Freis. Verg.) die Darlegung des Frhrn. von Riedel. Im übrigen setzte der freisinnige Redner den Derb. Regierungen die Pistole auf die Brust dadurch, daß er erklärte, die Linke werde, falls die Regierung bei Ablehnung ihrer Zollsätze auf Vrol/nneibe den Entwurf nicht zurückziehe, die pe i n l' rüfung jeder einzelnen Position, also eine planmä^. Obstrnkrion ins Werk setzen, was allerdings mit der Ve., ,r.ppung der Vorlage bis zu den Neuwahlen gleichbedeu^no sein würde. Scylla und Carybdis in alter Form! Wie wird die Regierung das Zolltarif-Schifflein hindurchbugsieren- Die Erwartung, vom Reichsrcmzler heute eine Erklärung zu vernehmen, erfüllte
sich nicht. Ta morgen die entsprechende Abstimmung statt- finden dürste, ist sie möglicherweise bis dahin vertagt. Tie Situation hat sich jedenfalls erdenklich zugespitzt. Eine längere Rede beS1 Abg. Säubert (Soz.) machte ben Beschluß der Sitzung. Erwähnenswert ist, daß Abg. Bändert dem Minister v. Pischek den Stuttgarter Oberbürgermeister, Tr. Gauß, gegenüberfteltte, der auf dem Städtetag tn Berlin den Tarifentwurf als ein „nationales Unglück" bezeichnet habe.
Politische Tagesschau.
Graf Oriola und Frhr. v. Heyl.
Bei Besprechung der Resolution des Eisenacher Tele- giertentages, worin sich die nat.-lib. Partei für den Zolltarifentwurf der Regierung und gegen die weitergehenden Forderungen der Agrarier ausgesprochen hatte, war in der Korr. des Handelsvertragsvereins u. a. bemerkt worden: „Es wird von Interesse sein, wie sich die Wag. Graf Oriola, Frhr. Heyl zu Herrnsheim, Sieg und andere dem agrarischen Flübel der Partei angehörende Abgeordnete zu der Resolution stellen." Mas wenigstens die beiden Erstgenannten betrifft, so ist die Frage beantwortet. Von der „Wormser Ztg." wird geschrieben: „Tiejenigen Reichs taigsmitglieder, die einen höheren Zoll schütz der Laiidwirtschaft, als ihn die Regierungsvorlage bietet, schon bisher anstrebten und, wie wir voraussetzen, auch der Reichst-- tagsabgeordnete unseres Kreises, werden auch in der zweiten Lesung im Reichstagsplenum für die Kompromißbeschlüsse der ZolltarifLommistion eintreten." Ob die Regierung wirklich, zumal in der Frage des GerstenzolleS, sest bleibe, sei noch nicht genau heraus, und schlimmstenfalls wäre zur endgültigen Stellungnahme immer noch bis zur dritten Lesung Zeit."
Deutsches Reich.
Berlin, 20. Okt. Gestern morgen besuchten bit Majestäten den Gottesdienst in den EommnnS. Um 12 Uhr legte Maler Bohrt Entwürfe vor. Um 1 Uhr empfing der Kaiser den bisherigen dänischen Gesandten v. Bind in Gegenwart des Staatssekretärs Frhrn. v. Richthofen in Abschieds-Audienz, ferner den Hauptmann Frhrn. v. Senden, welcher als Militär-Attachs nach Madrid geht, und den Militär-Attachs in London, Rittmeister Grafen Schulenburg.
— Wenn sich auch etwas Bestimmtes betreffs des Reichsdefizits für 1902 noch nicht sagen läßt, so wird doch in den mit der Vorbereitung des Voranschlages betrauten Kreisen nach der ,Rat.-Lib. Korresp." angenommen, der Fehlbettag werde sich niedriger stellen, als bisher verlautete, allerdings aber höher sein, als 100 Millio nen Mark.
— Der Prinz-Gemahl Heinrich der Niederlande, welcher nach mehrwöchiger Kür heute die Stadt Aachen wieder verläßt, gab am Samstag Abend in einem dortigen Hotel ein Abschiedsdiner, an welchem nur der Oberbürgermeister Veltmann, Polizeipräsident Wallraf, der niederländische Konsul Jonkheer v. Pelser-Berensberg, sowie der Sa» nitätsrat Dr. Rademaker teilnahmen. — Königin Wil - helmina und der Prinz-Gemahl werden trh Laufe des November von Schloß Het Loo in Mecklenburg-Schwerin eintreffen zu einem mehrtägigen Besuche am Großh. Hofe.
Berlin, 20. Okt. Die Abendblätter melden, die Mit« glieder des Aeltesten-KollegiumS der Kaufmannschaft, welche gleichzeitig der Handelskammer angehören, werden in der heute abend stattfindenden Sitzung erklären, ihre Mandate mit dem 31. Dezember niederzulegen, da sie erkannt hätten, daß die prinzipiellen Gegensätze statt eines von ihnen erstrebten friedlichen Ausgleichs zwischen beiden Körperschaften, auch fernerhin in den Vordergrund gestellt werden sollten.
—- Seitens der sozialistischen Fraktion sind za § 1 des Zollgesetzes und den hiermit verbundenen Tarif- Positionen iin Reichstag Anträge auf 14 namentliche Abstimmungen vorbereitet worden.
Nürnberg, 20. Okt. Laut Meldung des .Fränk. Kur." stellen die Sozialdemokraten in dein jetzt bemokratisch vertretenen Reichstagswahlkreise Ansbach-Schwabach den Feingoldschlägergehilfen Hier! in Schwabach als Kandidaten auf.
Düsseldorf, 20. Okt. Heute vormittag fand bei Schlußakt der Ausstellung statt. Geheimrat Lueg teilte mit, daß bis zum 15. Oktober 4 882 459 Personen die Ausstellung besiichten und das Eintrittsgeld 3 184 355 Mk. ergab. Verteilt werden Diplome für 216 goldene, 447 silberne und 566 bronzene Medaillen, zusammen 1229 bei 2800 Ausstellern. 30 Diplome erhalten Mitarbeiter der Aussteller und der Ausstellungsleitung. — In seiner Rede betonte Geheim- rat Lueg die Berechtigung der Veranstaltung von Provinzialausstellungen gegenüber den Weltausstellungen', die zu unübersichtlich seien. Ferner teilte Redner mit,' daß nicht nur den Garantiezeichnern die eingezahlten Beträge znrückgegeben unb _ der rückzahlbare Beittagsfonds von V/4 Millionen zuruckerstattet, sondern auch ein nicht unerheblicher Ueberschuß gemeinnützigen Zwecken zugewendet werden könne. Redner schloß nach dem Ausdruck des Dankes für die Behörden und die städtische Verwaltung mit einem Hoch auf den Kaiser, dessen Gnade die Uebernahme der Schirmherrschaft seitens des Kronprinzen zu verdanken sei. Professor Roeber gab bann ein poetisches Bilb von ber Entstehung der


