Ausgabe 
21.6.1902 Zweites Blatt
 
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In der Gemälde-Ausstellung im Turmhaus em Brandplatz wird in der nächsten Woche wieder ein großer Wechsel der Gemälde vorgenommen, sodaß die Ausstellung von Montag an einige Tage geschlossen bleibt. Wir wollen deshalb nochmals auf die gegenwärtige reichhaltige Ausstel­lung Hinweisen, da auch die Werke von Prof. Dettmann zur Weitersendung gelangen.

w. Aus der Frauenklinik. In unserer Universi­täts-Frauenklinik sind im Rechnungsjahr 1901/02 nicht weniger als 4 6 5 Geburten zu verzeichnen gewesen.

Der hessische FechtvereinWaisenschutz" veranstaltet am Sonntag den 29. Juni ein großes Sommerfest in derSchönen Aussicht". Die hiesige Militärkapelle wird konzertieren.

** Ein Fischadler in Oberhessen! Auf seiner Jagd erlegte der Jagdpächter Hofmann in Langsdorf einen ausgewachsenen Fischadler von 1.62 Meter Spannweite. Das seltene Wlld wird im hiesigen zoologischen Institut ausgestopft und dann ausgestellt werden.

Besitzwechsel. Die Dr. Met ten h cime r'sche Mineralwasserfabrik ist aus dem Besitze des Herrn Louis Lenz in den der FinnaZum Andres" (Karl Weidig) übergegangen.

Lollar, 20. Juni. Privattelegramm. (Bereits durch Extrablatt verbreitet.) Heute mittag 7» 12 Uhr entstand in der elektrischen Licht- und Kraftanlage der Eisenwerke Lollar ein großes Schadenfeuer. Dieser Teil der Werke ist bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt. Sämtliche Maschinen, darunter zwei Dynamos, sowie die Transmissions­anlagen, sind zerstört. Der Schaden beläuft sich auf etwa 30 000 Mk. Die erste thatkräftige Hilfe leistete die Fabrik­feuerwehr, der sich die freiwillige Feuerwehr Lollar zu auf­opfernder Thätigkeit zugesellte. Gegen Uhr war der Brand gelöscht. Die Turbinenanlagen waren in größter Ge­fahr, ebenso die Gebäude mit den Gcbläsmaschmen, welche durch eine Holzbrücke mit der elektrischen Centrale verbunden waren. Hätte sich das Feuer auch davon nicht ablenkcn laßen, so hätte der ganze Betrieb der Hochöfen eingestellt werden müssen und unberechenbarer Schaden wäre entbanden.

c. Bad-Rauh eim, 20. Juni. Es sind in der letzten Woche 1194 Kurgäste hier angekommen und die Gesamt­frequenz betrug am 19. Juni 8419 Kurgäste, gegen 8142 im Vorjahre. Die Zahl der gegenwärtig hier weilenden Gäste ist 5061, gegen 4929 im Jahre 1901.

Hungen, 20. Juni. Die Beerdigung der beiden Opfer Baumbach und Lotz fand gestern (Donnerstag) statt. Ungemein zahlreich war die Beteiligung. Der oberste. Leiter der ganzen Unternehmungen aus Berlin nahm teil, die ge­samte Beamten und Arbeiterschaft der Grube, Teilnehmende aus Hungen und anderen Orten, sowie aus den Geburtsorten der Verstorbenen waren zahlreich im Trauergefolge. Pfarrer Breunlin hielt ergreifende Grabreden. Die Schüler und der Gesangverein sangen Grabgesänge. Heute wurden die zwei zuletzt Verstorbenen in Berstadt beerdigt. Die Beisetzung beider wurde gleichzeitig vorgenommen. Der Kriegeroerein mit umflorter Fahne erwies militärische Ehren. Pfarrer Koch hielt die Grabrede. Von der Beamten- und Arbeiter­schaft wurden prachtvolle Kränze mit Widmungen an den Gräbern niedergelegt und auch von anderen Seiten die Grab­hügel der Verunglückten geschmückt.

A. Nidda, 20. Juni. Heute ereignete sich auf dem hiesigen Bahnhof ein schweres Unglück. Zwei mit dem Aus­laden des Wagens des Karousselbesitzers Köhler beschäftigte Arbeiter gerieten zwischen die Puffer des Eisenbahnwagens und der Rangiermaschinc. Beide Arbeiter sind schwer verletzt.

§ Gedern, 19. Juni. Zum 50jährigen Dienst- j u b i l ä u m des Lehrers und Kantors Roth hier hatten sich Freunde und Bekannte aus Nah und Fern eingefundcn. Schon am Vorabend des Ehrentages brachten die beiden hiesigen Gesangvereine ihrem früheren Leiter ein Ständchen. Um 11 Uhr versammelten sich Kreisamtmann Bohn, Kreisschulin- spcktor Backes, die Lehrer, die Ortsvorstände der Gemeinden Nieder-Seemen, Ober-Seemen, Burkhards und Gedern im Rathaussaale. Nach mehrstimmigem Gesang des Liedes: Lobe den Herrn re." überreichte Kreisamtmann Bohn nach einer kurzen Ansprache, die Verdienste des Jubilars her­vorhebend, die Krone de s Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Hofprediger Heinrichs, sprach dann im Namen der Gemeinde Gedern und überreichte einen Regu­lator. Es folgte der Obmann des Bezirksvereins, Herr Ludwig aus Ober-Lais, die Vorstände der Gemeinden, chre Geschenke überreichend. Den Dankesworten des Jubilars folgte der Gesang der Schüler:Danket dem Herrn re." und die erhebende Feier war beendigt. Um 1 Uhr fand im Bergwirtshaus" ein Mittagsmahl statt. Kreisamtmann Bohn brachte den Toast auf den Großherzog aus, dem eine weitere Anzahl folgten. Auch Oberlehrer Backes aus Darm­stadt, der Obmann des Hess. Landeslehrervereins, war zum Jubelfeste seines Freundes erschienen. Vorträge des Quar­tettes des Bezirks-Lehreroereins und Lieder der beiden Männer­gesangvereine, schufen angenehmste Abwechslung. Schließlich wurde sogar noch getanzt.

-I Re bg es Hain, 20. Juni. Die Fernsprechver­bindung mit Ulrichstein und Engelrod ist jetzt fertig gestell und dem Verkehr übergeben.

Q Vom oberen Vogelsberge, 20. Juni. In etwa 6 Wochen wird der Bau der Nebenbahnlinie GrebenhainGedern begonnen. Schon jetzt suchen Ingenieure und Aufseher Wohnungen in den anliegenden Ortschaften.

Darmstadt, 20. Juni. Die gestrige Stadt­verordneten-Versammln ng bewilligte den Rest der städtischen Zeichnung zum Garanticfonds der Künstler- kolonie im Betrage von 13 800 Mk. Im Ganzen hatte die Stadt 30 000 Mk. gezeichnet. In der geheimen Sitzung teilte der Oberbürgermeister mit, daß die preußisch- hessische Eisenbahn gemein schäft es abgelehnt habe, die Nebenbahnlinien Bickenbach Seeheiin und Eberstadt Pfungstadt zu veräußern oder zu ver­pachten. Da die Erwerbung dieser beiden Linien einen wesentlichen Bestandthell des zwischen der Stadt Darmstadt und der Süddeutschen Eiscnbahngemeinschaft abgeschlossenen Vertrages bildet, so erscheint er hierdurch gefährdet.

fc. Offenbach cu M., 20. Juni. Der Stadtver- ordnete Theodor Böhm, der im April d. I. den An­trag auf Amtsenthebung des Beigeordneten Wolff cin- gebracht hatte, wurde von diesem auf Pistolen ge­ordert.

fc. Aus d em Rheingau, 20. Juni. Die Kirschen­ernte ist in vollem Gange. Es werden hohe Preise erzielt.

Cassel, 20. Juni. Auf dem hiesigen Rangierbahn­hofe sind heute ftüh an derselben Stelle wie gestern wieder 2 Güterwagen entgleist. Hierbei ist ein Bremser tätlich verunglückt.

* Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Dem Pfarrverwalter Römheld in Grünberg wurde die Verwaltung der Pfarrstelle zu Ettingshausen über- -ragen.

Vermischtest

Paris, 20. Juni. Kapitän Barry, Kommandant des KriegsschiffesTage", beging Selbstmord. Es soll ich vorher eine Skandalszene zwischen dem Kommandanten und dem Contre-Admiral Seran abgespielt haben. Barry soll dem Admiral hierbei Ohrfeigen angeboten haben. Admiral Servan ist vom Marineminister telegraphisch nach Paris berufen worden.

* Zur Katastrophe von Martinique. Nach einem Newyorker Telegramm derFrkf. Ztg." wird aus Martinique gemeldet, daß der Fluß bei Basse Pointe plötzlich dermaßen gestiegen ist, daß 3 0 Häuser weggeschwemmt wurden. Der Mont Pekoe, aus dem dicke Rauchwolken aufsteigen, w irft Asche über den ganzen nördlichen Teil der Insel aus. Es sind zahlreiche Oeffnungen entstanden, die Dampf aus- 'trömen. Mehrere Bäche sind mit kochend heißem Wasser gefüllt.

Gcrichtssaal.

Gießen, 21. Juni. Das Schöffengericht verurteilte gestern den von hier nach Halle a. S. verzogenen Eisenbahnbau- mspektor B. wegen Körperverletzung, begangen an einem Real- chüler, zu 2 0 M k. Geldstrafe, und wegen Beleidigung des- elbcn zu 25 Mk. Geldstrafe sowie in die Kosten des 93er- ährens; auch wurde auf Publikationsbefugnis erkaiint.

M. Gießen, 20. Juni. Strafkamme r. Den Vorsitz führte Landgerichtsdircktor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat Gerichtsassessor Dr. Hetzel. Der wegen Bettelns vielfach vor­bestrafte Schmied Karl W. E. Schreyer aus Minden war vom Schöffengericht Gießen wegen Bettelns zu 4 Wochen Hast und zur Ueberwelsung an die Landespolizeibehörde verurteilt worden. Auf Berufung des Angeklagten hob die Strafkammer die vom Schöffen­gericht erkannte Ueberweisung auf, da festgestellt wurde, daß der Angeklagte in den letzten Monaten wiederholt gearbeitet hatte und es nicht ausgeschlossen erschien, daß er in unverschuldeter Not gebettelt habe. Der Zimmermann Johannes Maul II. von Holzmühle ist der Majestätsbeleidigung beschuldigt. Er soll in einer Wirtschaft, als ihm ein Bild des Grotzherzogs gezeigt wurde, ge­äußert haben:Vor dem habe ich das Gewehr präsentiert, da war der noch ein Lausbube." Der Angeklagte bestreitet entschieden die Beschuldigung und behauptet, er habe mit dem fragl. Wort nicht den Großherzog, sondern seinen in der Wirtschaft neben ihm sitzenden Jungen gemeint. Der Wortlaut der fragt. Aeußerung war in der heutigen Verhandlung nicht mehr festzustcllen. Nur ein Zeuge, der ein Vierteljahr später die Denunziation einaereicht hatte, belastete den Angeklagten im Sinn der Anklage. Bei dieser Sachlage und mit Rücksicht darauf, daß der vorerwähnte Zeuge ein langjähriger Prozeßgegner des Angeklagten ist, gelangte das Gericht zu einem frei sprech enden Erkenntnis. In der Privatklogesache des Ferdinand Böttinger gegen den Pfarrer Heinrich Zinn, beide m Herbstein, wegen Beleidigung und Körperoerletzuiig, wurde heute das Urteil des Berufungsgerichts dahin verkündet, daß bezüglich der dem Angeklagten zur Last gelegten Vergehens der Körp er Verletzung auf Einstellung des Verfahrens statt der von dem 'Schöffengericht Herbstein ausgesprochenen Freisprechung er­kannt wird, und die Kosten der Berufungsinstanz dem Privatklager auserlegt worden. Am 1. Osterfeiertag 1900 befand sich der An­geklagte aus einem Dienstgang, als ihm brei pfeifende und johlende Burschen, darunter der minderjährige Sohn des Privatklägers, ent­gegenkamen. Das Gericht hielt für erwiesen, daß die Burschen mit dem Johlen und Pfeifen eine Verhöhung des Angeklagten be­absichtigt haben eine Feststellung, die insbesondere auf gründ der Dhatsache erfolgte, daß der Angeklagte bereits vor diesem Vor­fall öfters von Angehörigen anderer Konfession in Herb­stein durch Pfeifen in ähnlicher Weise insultiert worden war. Festgestelltermaßen schlug der Angeklagte zunächst einen Seltenpfad ein, kehrte jedoch, als der Lärm zunahm, auf den Weg zurück, packte von den drei Burschen den jungen Böttinger und versetzte ihm mehrere Hiebe mit feinem Spazierstock, der infolgedessen zer­brach. Das Gericht hielt diesen Stock, der etwa daumendick und mit einer eisernen Spitze versehen ist, für ein gesährliches Werk- zeug im Sinn des § 223a St.-G.-B. Da hiernach die That des Angeklagten sich als Körperverletzung mit einem gesahrlichen Werk­zeug, mithin als eine im Privatklageverfahren nicht verfolgbare Handlung, qualiftzierr, so mußte gemäß einerstrafprozessualen Vor­schrift aus Einstellung des Privattlageverfahreiis bezüglich der dem Angeklagten zur Last gelegten Körperverletzung erkannt werden. Betreffs der dem Angeklagten weiter zur Last gesetzten Beleidigung des jungen Böttinger hielt das Gericht einen genügenden Beweis für nicht erbracht. Die Berufung hiergegen mußte daher ohne weiteres verworfen werden. Da das Verfahren eingestellt wurde, hatte der Privatkläger nach gesetzlicher Vorschrift die Kosten zu tragen. In der Strafsache gegen die Ehesrau Andreas Autsch in Frankfurt beließ es bie Strastammer bei der von der ersten Instanz ausgesprochenen Haststrafe v o n z ehn Tag en, da festgestelltermaßen die Angeklagte, obschon sie in der Lage war, ihre in Pflege befindlichen unehelichen Kinder zu unterhalten, sich der Unlerhälrungspflichr trotz Aufforderung der zuständigen Be­hörde derart entzogen hat, daß fremde Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Der Taglöhner Konrad Koch in Rainrod war voni Schöffengericht Alsfeld wegen Betrugs zu einer Geldstrafe von 12 Mark verurteilt worden. Er hat unter der Behauptung, daß er vom 15.18. Januar 1902 arbeitsunfähig gewesen fei, von der Ortskrankenkasse seines Bezirks Krankengeld verlangt und er­halten. Erwiesenermaßen hat jedoch der Angeklagte während der angegebenen Zeit gearbeitet. Auf die von dem Angeklagten ein­gelegte Berufung kam die Sache heute vor der Strafkammer zur Verhandlung; die Entscheidung wird später verkündet werden. In der Privatklagesache des Albert Höpler gegen den Emil Wallach, die Ehefrau Hermann Wallach und die Ehefrau Karl Wallach wegen Beleidigung waren die beiden erstgenannten An­geklagten vom Schöffengericht Alsfeld zu Geldstrafen von je Mk. 50 verurteilt, die letztgenannte freigefprochen worden. Die gegen dies Urteil von beiden Parteien eingelegte Berufung wurde als unbegründet v e r w o r s e n.

Handel und Wrlrehr. Uolksivirtschasl

Frankfurter Börse. Von der New-Porker Börse wurde größere Abschwächung besonders für Jndustriewerle gemeldet, was natürlich aus den hieligen Markt einwirkle. Schon zu Beginn war wenig Unteriiebmungslust vorhanden und die Kurse bröckelten ab. Der Montanmarkt hatte besonders zu leiben infolge ber ungünstigen Berichte von ber gestrigen Düsseldofter Börse. Die relativ günstigen Maiausweise der Bergwerksgesellschaften blieben ohne Einfluß und die Nachricht von einer evenl. lOproz. Dividende der Harpener Ge­sellschaft blieb unbeachtet. Nur österreichische Werte waren gefragt aus Gründen, aus welche wir schon letzthin hmgewicsen haben. Lombarden bröckelten ab. Spanier und Portugiesen recht

fest und höher. Araentiner fest. Deutsche Bank und Diskonto schwächer. 'Andere Jndustrieaktien lagen größtenteils gleichsaüs etwas schwächer.

Der Auffichtsrat der Harpener Bergbau-Gesellschaft beschloß die Erhöhung des Aktienkapitals um 8 Millionen, sowie bic Ausgabe von 6 Millionen Obligationen für den Ausbau neuer Schächte. Ter Jahresüberschuß beträgt ib. 14 000 000 Mk. gegen 16 000 000 Mk. im Vorjahr unb bürsten ca. 10 pEt. Dividende zu erwarten sein. Der Ausgabekurs der neuen Aktien soll 140 pEt. betragen.

Die neue bulgarische Anleihe im Betrag von 106 Mill. Francs ist in 50 Jahren rückzahlbar und durch die Tabaksteuer garantiert.

Die 3'/rproz. Pfandbriefe der Mecklenburg-Ltrelitzschen Hhpothekenbanc sind wieder */2 pEt. zurückgegangen. Tie 4proz. find wieder gestiegen. Ter Rückgang des Kurses ist auf Verluste bei Versteigerungen zurückzuführen.

Gießen, 21. Juni. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmark kosteten: Butter pr. Pfd. 0,751,00 Mk., Hühnereier pr. Stck. 0 Pfg., 2 Stck. 1213 Pfg., Gänseeier 1012 Psg., Enteneier 67Pfg., Käse vr.Stck. 57 Pf., Käsematte2Stck. 00Psg., Erbsen pr.Liter 19Pfa^ Linsenpr. Liter 32 Psg., Taubenpr. Paar 0,801,00Mk., Hühner pr. St. 1,001,50 Mk., Hahnen pr. Stück 0,901,60 All., Enten pr. Stück 2,402,60 Mk., Gänse pr. Pfd. 0000 Psg., Ochsenfleisch gr. Pfund 6676 Pfg., Kuh- unb Rinbfleisc^ pr. Pfunb 6064 Psg., 'Schweine­fleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 6670 Psg., Hammelfleisch vr. Pfund 5070 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,254,00 All., Weißkraut per Stück 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 14,0015,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepsel per Psd. 000 Psg., in Körben 0000 Pfg« Trauben 0000 Pfg.

Neueste Melsungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Zum Tode des Königs Albert.

Sibyllenort, 21. Juni. Am TotenbetteKönrg Alberts halten hohe sächsische Offiziere und je einer der Aerzte die Totenwache. Um 12 Uhr vollzog Kardinal Kopp den Akt der Einsegnung.

Dresden, 21. Juni. Gestern nachmittag fand im Rathaussaale eine außerordentliche Gesamt-Ratssitzung statzt, in der Oberbürgermeister Beutler eine Gedächtnisrede auf den verstorbenen König hielt. Aus Anlaß des Ablebens des Königs Albert wird das Kaiserpaar seine gegen- wärtige Reise in Wesel abbrechen und Sonntag früh nach dem 9teuen Palais zurückkehren. Am Montagvormittag reist das Kaiserpaar nach Dresden ab.

Stuttgart, 21. Juni. LautMercur" wird sich im Auftrage des Königs der Herzog Robert an den Trauerseierlichkeiten in Dresden beteiligen. Der Hof legt aus 4 Wochen Trauer an .

Metz, 21. Juni. Die Bereinigung zur Schmückung der Kriegergräber von Metz und Umgegend wird einen Kranz aus Laub vom Schlachtselde von St. Privat auf der Bahre des König Albert niederlegen lassen. Der Kranz hat eine schwarz-weiß-rote Schleife, mit der Widmung: Dem könig- liehen Feldherrn von St. Privat! Scheidegruß vom Metzer Schlachtfelds Gewidmet von der Vereinigung zur Schmück- ung der Kriegergräber und Denkmäler von Metz.

Wien, 21. Juni. Blättermeldungen zufolge reist der Kaiser FranzJosef mit kleinem Gefolge am Sonntag Abend nach Dresden ab. In seiner Begleitung be­findet sich der Generalleutnant Boefras. Auf Anordnung des sächsischen Gesandten, der heute nach Dresden abreist, findet heute hier ein Trauergottesdienst für den verstor­benen König von Sachsen statt.

London, 21. Juni. Der Hof legt aus Anlaß desj Ablebens des Königs von Sachsen auf 3 Wochen Trauer an. Während der Krönungstage wird die Trauer unterbrochen.

Brüssel, 21. Juni. Der Hof hat auf 3 Wochen tiefe Hoftrauer angelegt. König Leopold, die Königin, die Prinzen sowie der Minister des Auswärtigen Favereau sandten Bei­leids-Telegramme. Im Auftrage König Leopolds begaben sich Graf und Gräfin Flandern zur Beisetzung nach Dresden.

4% Oesterr. Goldretno .

113.00

. 25.50 . 91.50 . 105.30

214.90 . 186.40 . 138.40 . 145.50 . 157.70 . 159.50 . 18.80 . 170.20 . 205.50 . 196.70

102.25

46.50

59.95

. 99.25

. 102.19

s 72% 3% 3V,% 3% 372% 3\'i%

102.15

93.95

102.00

92.50

Reichsanleihe do.

Konsole . do. . .

Hessen Oberhessen

8u/q Mexikaner . , 47z% Chinesen . . Electric. Schlickert . Nordd. Lloyd . .

Kreditaktien , . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handeleges. Oesterr. Staatobahn . Lombarden . Gottbardbahn . . . Laurabütte . . . . Bochum . . « . .

4*/2% Oesterr. Silberrente 101.70 4% Ungar. Goldrente . . 101.90 4% Italien. Rente 42% Portugiesen h®/ Portugiesen. .

1% C. Türken . Türkenloso . . .

Köln, 21. Juni. Nach einer Meldung derKöln. Ztg."> teilte auf dem gestrigen großen.Festessen in Mörs ders Landrat von Laer mit, daß der Kaiser der Stadt Mörs ein Denkmal der Gemahlin des Großen K u r f ü r st e n, durch die die Grafschaft Mörs an Preußen gekommen sei, schenken werde.

Krefeld, 21. Juni. Aus Befehl des Kaisers bei seinem gestrigen Besuch soll Krefeld eine Garnison erhalten, und zwar ein Regiment Husaren. Freund­liche Worte hatte der Kaiser an die Ehrenjung­frauen gerichtet. Er fragte, wie oft die Damen tanzten und ob auch die Leutnants viel mit ihnen tanzten. Als die Damen erwiderten, hier gäbe es keine Leutnants, sagte der Kaiser, dann wolle er ihnen welche her schicken.

London, 21. Juni. Lord Ki t ch e n e r reist am Mon­tag von Südafrika nach England ab.

Paris, 21. Juni. DemMatin" wird aus Konstan­tinopel gemeldet: Gerüchtweise verlautet, Said Edhem, Vetter des Sultans, sei im Gefängnis erdros­selt worden. Ahmed Pascha, ein früherer Günstling des Sultans, habe an Bord eines englischen Kriegsschiffes, die Flucht ergriffen.

Graz, 21. Juni. In ganz Steiermark herrscht infolge der andauernden Niederschläge ernste Hochwasserge­fahr. Viele Flüsse sind bereits aus den Ufern getreten! und haben große Verwüstungen angerichtet.

Krakau, 21. Juni. Bei dem gestrigen Hrndernis- Rennen stürzteLeutnantKoller beim Nehmen eines Hindernisses so unglücklich, daß er sich die rechte Hüfte

brach.

Pretoria, 21. Juni. Der Johannesburger Gemeinderat gab K i t ch e n e r ein großes F e st e s s e n. In seinem Toast erklärte Kitchener, die englische Armee habe in dem letzten Kriege viel gelernt. Was die Buren betreffe, so seien die-, selben eine mannhafte Nation, für England eine kostbare Acquisition. Sie haben während des Krieges eine außer­ordentliche Thätigkeit und die größten kriegerischen Eigen- schäften an den Tag gelegt. ____________________

Telephonischer Kursbericht»

Frankfurt » M., 21. Juni 1902.

4% Griech. Monopol.-Anl. 47z % äussere Argentiner

44.10 Harpener

......177.50

Tendenz: still