Ausgabe 
21.4.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 92

Erscheint täglich außer SormtagS.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener Zamilien- blittter viermal in der Woche beigelegt.

Rotalronsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Univers.-Buch- u.Skeii>- druckeret (Pietsch Erbens Redaktion, Grvedition und Druckerei: Schul st raße 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

Montag 21. April 1903

Zweites Blatt.

152. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

** General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezugspreis» monatlich 75 viertel^ jährlich Lik. 2L0; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2. viertel- jährl. auLschl. Besteüg. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnumm« bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpretS: lokal IS Pf^ auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den volit. u. allgem. Teil: P. Wtttko: für .Stadt und Land^ und ,GerichtSsaal*:R.Ditt- mann; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Ate heuttge Nummer umfaßt 10 Seite».

Die letzten 15 Semester

Die

in

den zum Die

sieben Jahren vom Winter 1894/95 (mit 528) bis Winter 1901/02 (mit 947 Studenten) beträgt 419.

mindestens nicht unwahrscheinlich, weisen folgende Zahlen auf:

Der 1000. Student.

Gießen, 21. April.

Vor sieben Jahren, im Wintersemester 1894/95 zählte die Gießener Universität 528 immatrikulierte Studenten, im verflossenen Wintersemester 1901/02 waren es deren 947. Wird im laufenden Semester die Zahl 1000 erreicht wer­den? Die Art, wie die Frequenz gestiegen ist, macht es

relative stellt sich sonach auf 79, im Jahresdurchschnitt auf 11,7 vom Hundert. Vergleicht man dagegen die Zahlen vom Sommersemestcr 1895 (mit 568) und 1901 (mit 916 Studenten), so ergiebt sich im Zeitraum von sechs Jahren bei einer absoluten Zunahme von 348 eine relative von 61, im Jahresdurchschnitt von 10 auf das Hundert. Da nun das Sommersemester 1901 916 Studenten aufwies, würden rvir bei gleicher (lO^ger) Zunahme wie bisher 916 4- 92 = 1008 Studenten für das kommende Sommer­semester zu erwarten haben. Zu einer noch etwas höheren Ziffer gelangen wir, wenn wir annehmen, daß das Sommer­semester 1902 sich in gleichem Maße über das Wintersemester 1901/02 hebt, wie es während der vorhergehenden vier Jahre geschah, wo die Sommersemesterziffer die des vorher- hergehenden Winters um 59, 97, 53, 69 übertrafen, d. i. im Jahresdurchschnitt um 80. Setzen wir nur den geringsten Zuwachs der letzten Jahre an, nämlich 53, so würde damit, da im Wintersemester 1901/02 947 Studenten immatrikuliert waren, genau die Ziffer 10 00 erreicht werden.

Mil dem heutigen Tage (21. April) beginnen die Im­matrikulationen für das neue Semester. Die Leiter der Stadt- verwaltung werden gut thun, sich baldigst die Frage vor- zulegcn, ob und wie sie das für Stadt und Hochschule gleich bedeutsame Ereignisdes 1000. Studenten" feiern wollen.

Revolverschuß den Koloß des russischen Staatsgebäudes in Trümmer legen? Dex Schuß bedeutet vielmehr das Signal für alle reaktionären Clemente zu erneuter Thätigkeit, die jetzt weitere unzweifelhafte Erfolge zeitigen wird. Dachte der Mörder nicht daran, oaß dieser Schlag im Zentrum des staatlichen Rußlands noch an den letzten Enden gesvürt wird, wo in den Morgen Sibiriens unter gemeinen Ver­brechern politische Sträflinge und Glaubensgenossen schmachten? Das geistig, wirtschaftlich und technisch mächtig aufstrebende Rußland wird sich seine Selbftregieruna er­ringen, wenn seine Zeit gekommen ist. Niemals aber durch ein Attentat auf einen einzigen Vollstrecker absolutistischer Urteile und Gesetze!

Rußlands Minister des Innern, Ssipiagin, wurde von dem russischen Studenten Malyschew in Petersburg erschossen. Es liegt kein persönlicher Racheakt vor, son­dern der Minister fiel als Opfer russischer Politik. Mit moralischen Erwägungen imponiert man heute nicht sonder­lich; wem aber nutzt die Mordthat? Will man mit einem

Politische Wochenschau.

Von der Tarifkommissivn nichts neues! 2&> rrigstens nicht in Hinsicht auf das Ergebnis der Beratungen. Es wird im großen und ganzen weiter erhöht. Bei der Position für Vieh und Fleisch gerieten Graf Posadowsky und der Adg. Dr. Heim wieder mal aneinander. Ersterer wiederholte die alte Litanei mit dem bereits populären SchlüsseUnannehmbar", woraus der Zentrumsbündler er­widerte, daß für chn nur ein über die Vorlage hinaus er­höhter Viehschutzzoll in Betracht käme. Um bei den ewig gleichen Erklärungen nicht die Geduld zu verlieren, üben sich unsere Politiker in der Bildersprache. Graf Posa­dowsky wurde auf seinen Vergleich des Zolltarifs mit einem Marmorblock, aus dem doch noch eine schöne Bildsäule wer­den würde, von seinen Widersachern höhnisch ausgelacht. Dr. Heim aber will denForellen auf die Beine helfen", sich aber nicht längerSchwielen am Trommelfell ansitzen". Tie letzte Metapher ist übrigens nicht so schief, wie man denken könnte: Sitzt doch mancher einer auf den Ohren und will absolut nicht hören, was man ohne Unterlaß ihm vor­predigt. Zur größten Ueberraschung sämtlicherKommtssions- mitglieder wurde der Antrag auf Streichung des 3 Mark- Zolles für das Faß gesalzener Heringe angenommen.

TerGermania" erscheint es unwahrscheinlich, daß der Reichstag schon vor Pfingsten geschlossen oder vertagt wer­den soll. Tie Hauptaufgabe des Reichstages liege gegen­wärtig in der Zolltarif-Kommission, und wenn über den Zolltarif eine Verständigung zwischen den Parteien und der Regierung herbeigeführt werden soll, bann sei das wohl kaum möglich, wenn der Reichstag geschlossen oder vertagt sei, da die Fraktionen sowie deren Führer bann die Ver­bindung untereinander verlieren.

Für st Heinrich XXII. Reuß ä. L. ist am Samstag nachmittag kurz nach 5 Uhr -nach schwerem Todeskampfe gestorben. An anderer Stelle unserer heutigen Nummer sprechen wir über diesen Todesfall ausführlicher.

Auf der gZocbfee führte unser neuester Schnelldampfer ,^ronprinz Wilhelm" eine illustre Gesellschaft an Bord. Minister, Offiziere, hohe Verwaltungsbeamte, Marinemaler und Kommerzienräte schüttelten den Berliner Staub von den Schuhen und folgten dem Kaiser auf seiner Fahrt ins offene Meer. Verwaist waren Parlamente von den höchsten Vertretern der Regierung. 9tui Posadowsky, der Unentwegte, blieb daheim. Acht Minister waren zu Schiff gen Farsund, demnach zwei Minister mehr auf der Vergnügungsreise, als neulich Abgeordnete im Reichs­tage waren: sechs ganze VoWvertreter hatten sich nach Berliner Berichten zu Beginn der Beratung über die See­mannsordnung eingefunden. Freilich ist es ange­nehmer, die erfrischende Luft auf offenem Meere zu atmen, als über die dienstlichen Verhältnisse der Seeleute lange und verzwickte Erörterungen zu führen. Dafür konnten aber die zu Hause Gebliebenen den Ansflüglern nachher aber die zu Hause Gebliebenen den Ausflügler:: mannsorduung ist in zweiter Lesung zu Ende gebracht worden!

Tas gleiche schwere aber glückliche Resultat hat der preuß. Landtag mit der zweiten Beratung des Eisen­bahnetats zu verzeichnen. Auch diese kam zur Er­ledigung. Es waren hauptsächlich Fragen und Wünsche lokaler Art, über die man lange und breite Beratungen pflog. Etwas für die Allgemeinheit Ersprießliches, etwa die Forderung auf Herabsetzung der Personentarife, ist bei den Verhandlungen nicht herausgekommen.

Was bei den dumultuarischen und blutigen Kämpfen um Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Bel­gien herauskommen wird, läßt sich mit Bestimmtheit heute nicht sagen. Das Schießen hört nicht auf, trotz der Toten auf feiten der Ruhestörer und trotzdem Vandervelde und seine sozialistischen Unterführer energisch und eindringlich ihre Genossen vor Gewaltthätigkeiten täglich warnen. Und obendrein ist die weit wirksamere moderne Waffe im Kampfe um politische Machtentfaltung in Thätigkeit, der allgemeine Ausstan d. Die Zahl der Ausständigen wird auf über 300 000 angegeben. Die progressistische Partei faßte am Samstag den Beschluß, in bepi der König zur Intervention aufgefordert wird. Der Bürger­meister von Brüssel erließ am ^amstag eine Bekanntmach­ung, die den Ausnahmezustand aufhebt und der Bevölkerung die volle Freiheit zurückgiebt. Während die Arbeiterschaft von Mons die Fortsetzung des Streiks bis aufs Messer beschloß, ist doch schon ein, wenn auch noch leichtes Nachlassen der Streikbewegung bemerkbar. Ein­geweihte Persönlichkeiten bezweifeln nicht, daß der General­rat der sozialistischen Partei in kurzem die Aufhebung des Generalstreiks oerfügen wird. Optimisten glauben, daß ihnen dahin Zusicherungen von hoher Stelle gegeben seien. Tie deutschen Sozialdemokraten haben be­schlossen, die Ausstandischen mit einer Summe bis zu 50000 Mark zu unterstützen.Peuple" veröffentlicht Tele­gramme aus Amsterdam und Leipzig sowie anderen Städten, in denen die belgische Arbeiterpartei ersucht wird, im Aus- stande zu beharren. Dem BlattePettt belge" sind in den letzten Tagen mehrere Trchbriefe zugegangen. Tas Blatt erläßt eine Erklärung, worin es heißt, daß, falls einem seiner Redakteure ein Unheil zustoßen sollte, Vandervelde dafür verantwortlich gemacht werden würde. In Brüssel demonstrieren auch die Mitglieder der Bürgerwehr. In dem (Safe des Bolkshauses erhoben sich Iciücre plötzlich von ihren Sitzen, hoben die Gewehrkolben hoch und sangen die Marseillaise. Es befanden sich barunter atoei Offi­

ziere und ein Korporal. Der Brüsseler Polizei wurpe das Verschwinden von drei Personen angezeigt. Sie sind seit vorigen Sonntag nicht in ihre Wohnunaen zurückgekehrt Lrnd man nimmt an, daß sie sich unter den un Volkshause untergebrachten Verwundeten befinden.

Ueber die Lage in Süda frika sind positive glaub­würdige Nachrichten nicht vorhanden. Man weiß nur be­stimmt, daß aus Pretoria die Bur en führe r am 18. April abends zur Beratung mit den im Felde stehenden Buren abgereist sind. Daraus darf man vielleicht schließen, daß die Friedensverhandlungen nicht g a n z resultatlos verlaufen werden, wenn man auch nicht in der Lage ist, sich für diese Auffassung auf bestimmte politische Thatfachen zu stützen. Der LondonerExpreß" will wissen, daß trotz aller Dementis eine Spa l tun g im Kabinett Salisbury über das Budget und das Unterrichtsgesetz bestehe. Nur die Friedensverhandlungen ließen den Konflikt bisher nicht zum Ausbruch kommen. Die liberale Sektion der Unionisten, darunter Chamberlain und Lord Heresord, seien absolut gegen die Kornzölle und gewisse Zuwendungen an die unter geistlichem Einfluß stehenden Privatschulen. Sollte das Unterrichtsgesetz an­genommen werden, so meint derExpreß", würden Cham­berlain und Heresord aus dem Kabinett austreten. (?) Eine etwaige Vereinigung dieser Elemente mit Lord Rosebery könnte die neue liberale Partei wieder auf den Damm bringen. Tie Börse, ein feines Barometer, beginnt sacht aber stetig anzuziehen in Erwartung des baldigen Friedens­schlusses, aber Englands Sprache ist noch ebenso hochmütig und bedingungslos wie srüher. 21000 neue Truppen sollen nach dem Kriegsschauplätze abgehen oder sind schon unter­wegs. Ter Schatzsekretär Hicks Beach selbst bezeichnete den

Kornzoll nur als vorübergehende Maßnahme; niemals würde England zum Schutzzollsystem zurückkehren.

Rußlands Minister des Innern, Ssipiagin

Wintersemester

Sommersemester

1894/5

528

1895

568

1895/6

558

1896

630

1896/7

626

1897

663

1897/8

674

1898

733

1898/9

717

1899

814

1899/1900

802

1900

855

1900/1

847

1901

916

1901/2

947

1902

9

absolute

Zunahme

der Hochschulziffer

Aus Stadt und Zand.

Gießen, 21. April 1902.

**Schutz dem brütenden und setzenden Wild! Die Thätigkett der Tierschutzvereine, die sich so segensreich bemerkbar macht, fehlt bisher ganz auf einem Gebiete, auf dem die Tierwelt ganz besonders einer energischen Für­sorge des Menschen und eines wirksamen Sck)utzcs bedürfte: Es fehlt an dem Schutz des brütenden und setzenden Wildes, int Frühjahr. Noch bieten die Fluren dem Feldhuhn, das fein Gelege bereitet, dem Häslern, das seinen erjtcn oder vielleicht gar schon zweiten Satz auf Aesung führt, keine genügende Deckung; die noch nicht fußhohe Winterfrucht reicht nicht aus, um diese Tiere vor ihren Feinden zu ver­bergen. Aber nicht das wilde Raubzeug ist es allein, das öen harmlosen puynern und Hasen nachstellt, gar oft find es auch die jagdlustigen Hunde, die den Hasen hetzen, den Junghasen greifen! Trotz bestehender Gesetze, trotz der Bekanntmachung, die in jedem Frühjahr behördlicher­seits von neuem erfolgt, sieht man täglich, daß Spazier­gänger, Radsahrer rc. ihre vierbeinigen Freunde nach Herzenslust in den Feldern jagen lassen, obwohl die Hunde nicht einmal auf Feldwegen frei laufen dürfen, sondern nur auf Straßen, Chau,,een und anderen wirklichen Verbindungswegen, von denen )ie nicht mehr als 100 Schritte abgehen dürfen. Kommt der Flurfchütz zufällig dazu, bann bringt er Die beit*. Hundebefitzcr sicher zur Anzeige. Am Freitag konnten Passanten an der Frankfurter­straße beobachten, daiß ein Hund, den drei Spaziergänger; stet laufen ließen, einen Hasen au ft hat, nach der Bahn zu hetzte, wo der Geängstigte unter einen Zug geriet und überfahren wurde. Im Herrnwalde wurde dieser Lage eine träaiiige Rehgeitz von Kunden gejagt und zerrissen! An einer anderen Stelle wurden drei junge Hasen funden, die, wie Spuren bewiesen, von einem Hunde tot* gebissen waren. Es ist angesichts solcher Vorkommnisse be­greiflich, wenn der Jäger von der Befugnis, die die Gesetze ihm gewähren, zuweilen Gebrauch macht und den wildern­den Hund niederschießt. Gar mancher Hundebesitzer irxirtt es schon bereut Haven, daß er seinen Hund achtlos laufen lieh, wenn sein Liebling eines Tages nicht ivie der kehrte. Deshalb richten wir in ihrem eigenen Interesse die Mahn* ung an die Hundebesitzer, ihre Tiere im Feld und Wald an der Leine zu führen, auch auf Wegen und Schneisen. Es ist das ja auch nur ein Gebot der Rücksichtnahme auf die Rechte anderer, andererseits aber auch eine Pflicht für jeden Tierfreund und jeden Menschen, der ein Herz hat für die Geschöpfe, die die Natur beleben, und besonders eine Pflicht in der Satz- und Mstzeit im Frühjahr.

** Ein spanischer Schwindler. Seit Jahren versuchen spanische Schwindler,' durch Briefe, die sie nach allen Gegenden Deutschlands schicken, deutsche Bürger, deren Adressen sie sich auf irgend eine Weise zu verschaffen wußten, zur Hergabe von Geldsummen zu bewegen unter der Vor­spiegelung, daß in der Mhe des Heimatsortes der Betreffen­den ein großer Schatz verborgen sei, den sie selbst aber nicht Hebei: könnten, da sie als Opfer ihrer politischen UeberzeuH-, ung im Gefängnis schmachteten. Natürlich sollen die Adressaten einen großen Teil des Schatzes erhalten, falls sie auf die Vorschläge der Gauner eingehen. In der Presse ist zwar schon oft vor diesen Schwindlern gewarnt worden. Aus der Thatsache aber, dag sie sich immer wieder mit ihren Briesen nach Deutschland wenden, Darf man wohl schließen, daß sie ab und zu doch noa) Leute finden, d:e auf ihre Schreibereien hereinfallen. Ein solcher Brief, der vor wenigen Tagen an einen unserer Leser gerichtet wurde, wird uns von diesem freundlichst zur Verfügung gestelll. Wir geben ihn lim folgenden zur abermaligen Warnung wieder:

Geehrter Herr!

Hier wegen Entnahme verurteilt, wende ich mich an Sie, fragen ob Sie mir um wieder in dem Besitz einer! Summe von sechshundertfünfundsiebzigtausend in Banknoten zu gelangen, behilflich sein wollen Summe die ich in einer eisernen Bickse sorgfältig verpakt in einen gewisen Orte der Umgegenden Ihrer Aufianthatortes zu vergraben mich gezwungen sah, allein as ich Jhen auf­klären Wirde wenn ich hoffe Sie mir Ihren Beistand liestin und nach hier kommen un meine siebzehnjährigen Tochter welche huit zu Tag noch in einen span. Pensionat: ist, abzuholen und im das wa^> ich den Pensionoti schulde, ziL bezahlen um auf diese Weise einen mit Geheimfach ver­sehenen Reisekosser meines Eigenthiems, in welchen ich! den ortsbeschreibenen Plan um die Bükse wiedersinden zu tönen einglegt habe, zu haben. In Belohnung dafür werde ich Ihnen den dritten Teil der Summe die retten in Rede steht gern geben Sie müssen aber die Reisekosten meiner Töchter bis zu Ihnen vorschtessen, sowie auch die Spesen die zu machen sind um den fragt. Riesekoffer von dor wo er deponirt ist darzuloesen. Fürchtend da ich Jher Adresse nicht sehr fteuer bien daß diese zeilen in Ihren Händen nicht kommen, so lasse ict) diesen Brief durch einen Mann der die diutsche Sprache nicht kennt, abschreiben und nur nach Empfana Ihrer Antwort Werpe ich mit meiner Hands hrist schreiben um Ihnen m. Ge­heimnis anzuvertrauen und mit m. Name zu zeichnen und da es mir nicht möglich ist Ihre antwort hier direkt zu empfangen, so bitte ich Sie Ihre annahme durch eine Depesche laut einlieg ^zettelchen tinnen zu lassen.

Dieser Mann wird Ihre Depesche empfangen und mir dieselbe ohne Gefahr aus händigen.

Ich bitte Sie verschwiegen zu sein und in Erwartung Ihrer Antwort zeichne ich nur mit L. C.

Als Vorsichtmaßregel bitte mit Ihrem Name nie 'zu zeichnen sondern mit den Kenntniszeichen des Zettet dun, und per Draht und nicht per Post zu antworten.