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21.4.1902 Erstes Blatt
 
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LLbgg. Korell unb Genossen, biß Tagegelder unb Reise- ko sten der Staatsb eamten belieffrab; der Antrag des Abg. Köhler (Langsdorf), die Ernricytung von land­wirtschaftlichen Kursen für Lehrer an länd­lichen Fortbildungsschulen betreffend; Antrag Kühler (Langsdorf), die Einrichtung eines landwirt­schaftlichen Lehrkursus Freiwilligkeit der Teil­nahme der Soldaten des 2. Jahrgangs der ui Darmstadt garnisonierenden Regimenter betreffend; Antrag der >gg. Joutz und Genossen, die Kosten der Unterhaltung der Ufa betreffend; Vorstellung des Landwirts Gustav Gilurer zu Hasselhof, Gewährung eines Staats- rus chusf es für gefallenes Vieh betreffend; Antrag der Abgg. Dähr und Genossen, das Vermögens st euer- gesetz vom 12. August 1899 betreffend; Antrag der Abgg. Erk und Genosse«, Verlegung derHaltestelleRan- stadt au der Linie GießenGelnhausen betreffend.

Köhler-Langsdorf hat seinem Anträge betreffend die Einrichtung von landwirtschaftlichen Kursen für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen neuerdings den Zusatz ge­geben, es möge an der Ackerbauschule zu Friedberg ein sommerlicher landwirtschaftlicher Kursus für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen eingerichtet werden, der an- gemesseu zu dotieren und durch Begründung eines Fonds zur Unter stützung der Kursisten zu kräftigen ist.

Ferner ist wieder eine Anzahl von Berichten des vierten Ausschusses zu erwähnen. Die Vorstellung der Gemeinde Burggemünden (Kreis Alsfeld) betreffend die Erricht­ung einer Untererheb erstelle dort findet nicht die »Unter­stützung des Ausschusses, ebensowenig der obenerwähnte Antrag der Abgg. Ulrich und Genossen betreffend das Hilfs­personal in staatlichen Betrieben, und die Anträge betr. die Wirtschaftserlaubnisse. Der bereits 1893 von dem Abg, Metz (Darmstadt) gestellte Antrag um Zurücknahme der Verordnung vom 10. November 1886 ist damals dem Mini­sterium zur Meinungsäußerung mitgeteilt worden, das 1895 ein Antwortschreiben erließ, in dem u. a. folgendes aus- aeführt wurde:Wenn auch keine statistisches Angaben Dariiber beigebracht werden können, daß die Verordnung von 1886 eine Verminderung des Konsums von Wein oder Branntwein zur Folge gehabt habe, dies schon darum nicht, weil, den Ausschank und Kleinhandel von Branntwein aus­genommen, der Bedürfnisnachweis für den Betrieb der Gast- wirtschaft und zum Ausschänken von Wein und Bier durch Verordnung der Landesregierung nur für Ortschaften mit weniger als 15 000 Einwohnern emgesührt werden kann, für Ortschaften mit 15000 und mehr Einwohnern aber außer- demi hie Errichtung eines Ortsftatuts hinzutreteni maß, das im Großherzogtum für die Städte Gie ßen und Mainz niemals errichtet worden ist, für Darmstadt aber nur vor­übergehend für die Dauer von 2 Jahren bestanden hat so ist doch ohne weiteres anzunehmen, daß, je mehr Gelegenheit zum Konsum geistiger Getränke geboten wird, De sto mehr de r Konsum selbst zu­nimmt. Daß aber der Bedürfnisnachweis an und für sich geeignet ist, der allzu starten Vermehrung der Schank- wirtschajten entgegenzuwirken und diesen Zweck auch erfüllt hat, ergiebt sich aus der unverhältnismäßig stär­ke ren Zunahmeder Wirtschaften mit Brannt- weinausschauk und der Branntweinverkaufs- stellen, wie sie in den Städten Gießen, Mainz und Darmstadt, im Vergleich zu den Städten Worms und selbst Offenbach, sowie in den Gemeinden unter 15 000 Seelen, für welche das Erfordernis des Bedürfnisnachweises besteht, seit 1878 stattgefunden Hai. . . . Tas Ministerium hält sich deshalb für verpflichtet, dem Antrag auf Aufhebung der Verordnung vom 10. November 1886 seine Zustimmung zu versagen, dies zwar umsomehr, als die Wiedervorlage des tu einer früheren Session des Reichstags unerledigt geblie­benen Gesetzentwurfs zur Bekämpfung des Mißbrauchs geistiger Getränke, wenn auch nicht unmittelbar, so doch bei gelegener Zeit zu erwarten stehen dürfte."

In den achtziger Jahren gelangte eine Anzahl Vor­stellungen des Zentralbureaus des Rhein-Main-Gastwirte- verbandes und von Wirten aus Darmstadt, Offenbach, Gießen, Butzbach, Mainz, Worms und zahlreichen anderen Städten an die Landstände, in denen gebeten wurde, den Bedürfnisnachweis neben der Prüfung der Person desGesuch- stellers als ausschlaggebend für die Konzessionserteilung festzustellen. Daraufhin hatte die Großh. Regierung die Verordnung vom 10. dkovember 1886 erlassen. 9hm hat der Abg. Möllinger einen Antrag gestellt, durch den er allerlei Mißstände beseitigt wissen will. Die Regierung hat sich zu diesem Anträge gegenüber dem vierten Ausschüsse geäußert und u. a. folgendes ausgeführt:Nach einer alljährlich auf­gestellten Statistik liefen in den Jahren 1896, 1897, 1898, 1899 bei den Kreisämtern 1015, 1078, 964, 1279 Gesuche um Erteilung von Wirtschaftskonzessionen ein, welche in 166, 113, 93, 117, im ganzen also in 4 Jahren in 489 Fällen erstinstanzlich ablehnend beschieden wurden. In den Jahren 1897, 1898, 1899, in welchem im ganzen 323 Gesuche in der ersten Instanz abgeschlagen wurden, erfolgte in 112 Fällen Rekurs, welchem in 44 Fällen von dem Provinzial­ausschuß stattgegeben wurde. Die Zahlen ergeben, daß einerseits infolge der durch Einführung des Bedürfnisnach­weises geschaffenen Erschwerung der Konzessionserteilung die Errichtung zahlreicher Wirtschaften verhindert wurde, andererseits aber daß nur ein Drittel der erstinstanzlichen Entscheidungen angefochten und daß in der höheren Instanz in den meisten Fällen das angefochtene Erkenntnis bestätigt wird. Die von dem Abg. Möllinger geschilderten Mißstände können hiernach durch schwankende Rechtsprechung nicht ver­anlaßt sein. Schließlich dürfte der Hinweis auf die That- sache von Interesse sein, daß die Bürgermeisterei Gießen durch Ortsstatut vom 11. Dezember 1899 die Verpflichtung zu m Nachweisdesvorhandenen Bedürfnisses eingeführt hat, da auf andere Weise dem Entstehen von allzuviü neuen Wirtschaften nicht vorgebeugt werden konnte."

Ter Ausschuß sieht in dem immer mehr steigenden Verbrauch geistiger Getränke eine schwere Ge­fahr für die Allgemeinheit und stimmt gern allen Vor­schlägen zu, welche eine Verringerung des Alkoholgenusses bezwecken und den Mißbrauch geistiger Getränke einzu- schränken geeignet sind. Tie Mehrheit giebt auch zu, daß hin und wieder verwandtschaftliche ober ge­schäftliche Einflüsse bei Abstimmungen! im Gemeinderate ausschlaggebend sein können. Ob hieraus zu folgern, daß im allgemeinen der Gemeinderat unfähig sei, objektiv in Diesen Dingen zu urteilen, kann nicht zugegeben werden. Wenn ferner durch den Kon­zessionsstempel die Errichtung neuer Wirtschaften erschwert wird, so erblicken die Mitglieder der Mehrheit in Ermange­lung anderer wirksamer Wege ein wirksames Korrektiv in der Verordnung und empfehlen der Regierung, da sie die zuweilen vorkommenden Härten bedauern, entsprechende

Verfügungen an die KveisLmter zu erlassen, welche bei Prüfung der Kor^essionsgesuche zu berücksichtigen sind. Der Ausschuß beantragt in seiner Mehrheit: die Kammer wolle den Antrag Möllinger ablehnen; in seiner Min­derheit: die Kammer wolle dem Anträge zustimmen; die Vorstellung der Bürgermeisterei Bingen für erledigt zu erklären.

Eine neue Regierungsvorlage betrifft den Bau des neuen Museums. Wir sind gespannt darauf, wie sich der Landtag zu dieser Vorlage stellen wird. An die Land- stände wird das Ansinnen gerichtet, für diesen Bau den weiteren Betrag von 289000 Mark unter dem Anfügen zu bewilligen, daß die zur Deckung dieses Betrags erforder­lichen Mittel im Wege des Staatskredits flüssig gemacht werden und daß bei Ausnahme und Tilgung der hierzu erforderlichen Anleihe nach Maßgabe des Artikels 3 des Finanzgesetzes für das Etatsjahr 1902/03 verfahren wird. Um thunlichste Beschleunigung der Beratung und Beschluß­fassung über diese Vorlage wird ersucht. Sodann wünscht die Regierung die Schaffung einer Hausbeschließerstelle für den Museumsneubau, der einen Gehalt von 1700 bis 1900 Mark erhalten soll.

Der erste Ausschuß billigt die Regierungsvorlage be- treffenb: Staatsvertrag über die Bereinigung der Großh. Hessischen Landeslotterie und der Thür.-An- haltischen Staatslotterie in ihrem ganzen Umfange.

Vermischtes.

Berlin, 19. April. Ein schwerer Bau-Unfall trug sich heute vormittag auf einem Neubau in Moabit zu, wobei ein Arbeiter sein Leben einbüßte und zwei andere schwer verletzt wurden.

* Köln, 19. April. Durch die Explosion eines Gas­ofens im Köln-Lindenthaler Metallwerk wurden 2 Arbeiter schwer und 3 leicht verletzt.

* Erdbeben sind in diesen Tagen wieder in ver­schiedenen Gegenden beobachtet worden. Laut Bericht des geologischen Instituts zu Budapest waren dort am 19. d. M. vier ziemlich heftige Erdstöße verspürbar. In Pola wurde an demselben Tage ein starkes Beben von vornehmlich ost- westlicher Richtung signalisiert. Die Entfernung des Zentrums wird auf 10000 Klm. geschätzt. Wie dieNowosti" aus Schemacha vom 17. ds. melden, traten dort um 10 und 10/8 Uhr abends starke Erdstöße auf. In Mumargejan (Be­zirk Ferghana in Turkestan) wurde in der Nacht zum 18. ds. ein starker von unterirdischem Getöse begleiteter Erdstoß ver­spürt. Die Stadt Mexiko wurde von einem schweren, 90 Sekunden andauernden Erdbeben heimgesucht, welches verhältnismäßig wenig Schaden angerichtet hat.

Brände. Auf der Schiffsbauanstalt Brlomley in Moskau brach durch die Unvorsichtigkeit eines Arbeiters Groß­feuer aus. Mehrere Werkstätten, drei große und drei kleine Dampfer verbrannten. Bei einem Brand eines Druckerei- gebäudes in der Londoner Vorstadt Hackney sind ein Mann, zwei Frauen und vier Kinder verbrannt.

HanSel und Verkehr. Volkswirtschaft.

In der Zigarrenindustrie ist der Konsum so schwach, daß die Lagerbestände nicht abnehmen und möglichst wenig neue Ware hergestellt wird.

Vom Rheinisch-westfälischen Eifeumartt weiß dieRhein.- Westf. Ztg." zu berichten, daß im Verlause weniger Wochen so viele Aufträge herausgegeben worden sind, daß nahezu alle, mindestens aber die großen Werke auf ein halbes Jahr Beschäftigung haben. Auch auf den kleineren Werken liegen in den meisten Artikeln hin­reichende Aufträge vor und Spezifikationen gehen so reichlich ein, daß den Werken ein geregelter Betrieb auf Wochen und Monate hinaus gesichert ist. Die Preise haben in den letzten Wochen ihren bekanntlich nicht unwesentlich erhöhten Staub bewahrt, hier und da sogar noch eine kleine Aufbesserung erfahren können. Sie gewähr­leisten den Werken heute durchweg einen wenn auch geringen Ver­dienst; Verluste sind, selbst unter Berücksichtigimg der gleichfalls etwas heraufgesetzten Halbzeugpreise, jedenfalls ausgeschlossen. Es soll uns nur sehr freuen, wenn diese Mitteilungen den That- sachen entsprechen und nicht alsbald durch gegenteilige Berichte wieder desavouiert werden, wie dies schon oes Oesteren der Fall war.

Norddeutscher Lloyd. In der ordentlichen General­versammlung wurde die beantragte Kapitalerhöhung von Millionen Mark genehmigt. Der Präsident der Gesellschaft teilte mit, daß der Norddeutsche Lloyd in Gemeinschaft mit der Firma Friedrich Krupp- Essen Kohlenfelder erwerben, deren Aufschließmig alsbald erfolge. Auf Anfrage wurde ferner mitgeteilt, daß, soweit sich bisher das laufende Geschäftsjahr übersehen lasse, die Erwartung berechtigt sei, daß es zu einem normalen Geschäftsjahr führen werde, da bei dem allerdings noch immer gedrückten Frachtenmarkt der Personenverkehr sich auf ungewöhnlicher Höhe bewege.

HCS. Dortmunder Union. In der Leidensgeschichte dieser Gesellschaft ist eine neue Phase eingetreten. Nachdem die Aktionäre monatelang im Unklaren darüber gelassen worden sind, ob die notwendige Sanirung dnrch Zuzahlung oder durch Verkauf der Zeche Adolph von Hansemann bewirkt werden soll, wird jetzt aus Verwaltungskreisen bekannt, daß die Zeche bei der Gesellschaft bleibt und daß die Aktionäre zu einer neuen Zahlung herangezogen werden sollen. Dieselbe wird diesmal jedenfalls sehr ausgiebig be­messen werden müssen, denn die Gesellschaft hat nicht nur für Be­gleichung der Buchschulüen, die Ende Juni v. I. 20 Millionen be­trugen, zu sorgen, sondern muß auch auf die Herabminderung der teilweise immer noch übermäßig hohen Buchwerte bedacht sein und ferner neues Betriebskapital auforingen. Hierzu werden sich die Aktionäre natürlich nur bereit finden, wenn die Verwaltung Ga­rantien dafür zu bieten vermag, daß die neuen Opfer nicht wieder nutzlos gebracht sind. Tie diesjährige bedeutende Unterbilanz rührt, wie bekannt, zum guten Teil aus den langsichtigen Abschlüssen auf Roheisen her. Dieses zu teuersten Preisen gekaufte Roheisen wird, einer Mitteilung der Verwaltung zufolge, _ Ende d. M. aufqearbeitet sein. Ta es gelungen ist, den Auftragbestand von Ende Äezember v. I. von 69 025 auf 105 527 Tormen zu erhöhen, und dem General­director große Thatkraft nachgerühmt wird, auch die Zeche Hanse­mann wieder in Betrieb ist, wäre es ja denkbar, daß die Union wieder in eine auffteigenbe Phase gebracht werben könnte, wenn bie Aktionäre bie Gesellschaft von allen lästigen Verpflichtungen befreiten. Tie Börse faßte bie Ankündigung der Sanirung ungün|tig auf. Der Cours der 2lfiien ging bis ans 50 pCt. zurück, troß um­fassender Jnterventtonskäufe.

Märkte.

Grünberg, 19. April. Frachtmarkt. (Durchschnitts­preis pro 100 Kilo.) Weizen 17.06 bis 00.00 Mk., Korn 14.26 bis 00.00 Mk., Gerste 14.82 bis 00A0 Mk., Hafer 16.58 bis 00,00 Mk., Erbsen 17.06 bis 00.00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mk., Samen 00.00 Mk., Kartoffeln 3.50 bis 0.00 Mk.

fc. Frankfurt a. M., 2L 2lpril. (Telegr. Lria.-Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche 9lotierungen der heutigen Viehmarkt­preise. 3uni Verkaufe standen 481 Ochsen, darunter 125 aus Oesterreich, 51 Bullen, barunter, 5 aus Oesterreich, 779 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, OKuh aus Oesterreich, 274 Halber, 186 Schafe und Hämmcl, 1096 Schweine,0Ziegen,0 Ziegen-, 00Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachlgewichr. Ochsen 1.Qualität 6668Mk., 2. Qual. 5962 Mk., 3. Qual. 5358 Alt.; Bullen 1. Qual. 55 bis 57 Mk., 2. Qual. 5153 Mk.; Kühe 1. Qual. 6062 Mk., 2. Qual. 56-59 Mk., 3. Qual. 4548 Mk, 4. Qual. 3538 Mck., 5. Qual.

günftiaen Saat en stand und ch die Landwirte nicht besser

Ungarn melden einen überaus einen Witterun-gsverlcmf, den fii wünschen können.

Ich sehe auf den Namen

»-n eine auf ge­

klärte Hausfrau, wenn ich einen Artikel, mit dem ich zufrieden war, wieder in derselben Qualität haben will. So gcht es auch mit Gioth's gemahlener Kernseife mit Salmiak und Terpentin, Wer dieses vorzügliche Waschpulver einmal benutzte und sich nach­her als Ersatz dafür ein anderes billigeres Waschpulver hat auf» schwätzen lassen, darf sich nicht beklagen, wenn seine Wäsche not- leibet, der Waschfrau bie Hände aufgeben, und man noch drei Packele mehr verbraucht, wo früher em einziges Packet ausreichte. Gioth's gemahlene Kernseife, Fabrikant I. Gioth, Hanau, Preis per Packet 15 Psg.

3034 2M. Kälber: 1. Qualität8082Pig^ Lebendgewicht 4650 Pst, 2. Qual, 7376 Psg^ Lebendgewicht 4417 Psg., Schlacht­gewicht 6570 Pfa., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 6364 Pfg., 2. Qual. 5962 Psg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine L Qual. 65 Pfg^ Lebendgewicht 5100 Pfg., 2. Qual. 64 Pfg^ Lebendgewicht 50 Vsg^ 3. Qual. 56 bis 58 Psg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, bei Kleinvieh gut, Markt: geräumt Wegen des jüdischen Osterfestes wird der Viehmarkt vom 28. auf den 30. April verlegt.

fc. Frankfurt a. M., 21. April. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen 2JIL 17.2517.50, Kurbessischer Mk. 17.5000.00, La Plata Mk. 17.0017.75, Kansas All. 17.0017.75, Roggen (hiesigechj Mk. 14.2514.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.7516^5, Hafer 2JIT. 16.5017.00, Mais Mk. 12.00 bis Akk. 1235, Weizenmehl 0 Mk. 24.5025.00, 2. Qualität 9)tt. 2L50

bis Mk. 23.00 , 3. Qualität Mk. 20.5021.00, Roggenmehl 0 Mk. 22.5023.00, 1. Qualität Mk. 21.2521.50, Weizenklete Akt 8.75 bis Mk. 9.00, Roggenkleie Mk. 9.259.50, Maiskeime Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Frankenpfälzer Rieb Mk. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadtlheatrr. Lpernhauö.

Dienstag den 22. April, abends 7 Uhr: ^Ter fliegende Holländer."

Schauspielhaus.

Dienstag den 22. April, abends 7 Uhr:Der Fall Elemeneeau.*

Gottesdienst drr israelitischen KeligionsgestÜschast.

Dienstag den 22. und Mittwoch ben 23. April 1903 Passahfest.

1. Tag. Vorabend 7UO. Morgens 8" Predigt Nach- mütag 400.

2. Tag. Vorabend 8'°. Morgens 8°°. Nachmittag 4°°. Festes­ausgang 8Zu.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 21. April. Wie dasKl. I." von angeblich gut unterrichteter Seite erfährt, sieht die Regierung be* züglich der künftigen Verhandlungen über die Handels^ vertrüge in der Zolltarif-Kommission, wie dene« im Plenum des Reichstages mit aller Ruhe entgegen. Sie ist mit einem vollen Aktions-Programm ausgerüstet und wird sich weder durch agrarische noch liberale Pressions-Versuche beirren und von ihrem un*< verrückbaren Standpunkte abbringen lassen. So^ wohl der Reichskanzler Graf Bülow wie der Staatssekretär Posadowsky haben Zusicherungen seitens der Dretbundmächtes und der Bundesregierungen betreffs der Ausgestaltung baj Handelsvertrags-Politik mitgebracht. Wenn die Regierung bisher noch gezögert hat, das entscheidende Wort auszu^ sprechen, so sind hierfür lediglich gewichttge taktische Grunde maßgebend, die momentan noch eine gewisse Zurückhaltung notwendig machen. Jedenfalls soll die Situation noch vor Pfingsten eine völlige Klärung erfahren, wobei mancherlei Ueberraschungen zu Tage treten dürften. Selbst eine Auflösung des Reichstages erscheint nicht aus­geschlossen.

Stockholm, 21. April. Im ganzen Lande fanden geftea* Kundg ebungen zu gunften de§ allgemeinen! Stimmrechts statt. Im Laufe des Nachmittags kam eäJ zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und der 93o(f§*| menge, die unter dem Rufenach dem Schloß" den Polizei-- kordon zu sprengen versuchte. Die Polizei machte von der blanken Waffe Gebrauch. Mehrere Personen wurden durch Säbelhiebe verwundet, 5 Verhaftungen wurden vm> genommen. Eine Abteilung Militär hiett mit aufgepflanztenr Seitengewehr die zum Schloß führende Treppe besetzt. Der Sozialistenführer Brcmttng hielt mehrere Ansprachen an bie Volksmenge, in denen er zur Ruhe mahnte. In Malm« beteiligten sich 15 000 Personen an der Kundgebung.

Christiania, 21. April. Die Ministerkrisis ist be* endet. Blehr wird Staatsminister in Christtania, bec Minister des Innern, Sigurd Ibsen, Minister in Stockholms der bisherige Justizminister, Oman, wird Mitglied bes^ Staatsrats, das Justtzministerium übernimmt Aarstab.

London, 21. April. Aus Pretoria wird gemeldet^ Die Engländer haben das Kommando von Bezuidenhout in der Nähe von Telemechuskop angegriffen. Sie verfolgtem dasselbe 25 Meilen weit. Die Buren verloren zahlreiche Munition, Maulesel und Proviant.

Paris, 21. April. Der Exekutionsausschuß der repubfo kanisch-radikalen und radikal- sozialistischen Partei oa>' öffentlich! einen Wahlaufruf, in dem es heißt: Als publikaner und Demokraten wollen wir gemeinsame Reform«^! welche mehr Gleichhett und Gerechtigkett in die sozialen Vev^ hältnisse bringen, bie zweijährige, für alle gleiche; Militärbien st zeit, die Reform der birecten Steuern,: die Einführung der Einkommensteuer, welche die kleinen^ überlasteten Steuerzahler entlasten soll, Organifa* tion der Versicherungen gegen Gefahren, welche bie sozialen Verhältnisse mit sich bringen, Entwickelung desj landwirtschaftlichen Kredits, Gründung einer allgemeinen! Altersversicherungskasse für Arbeiter. Wir sind energische Verteidiger des individuellen Besitzes und wollen deshalb! verhindern, daß das Großindustriellentum den Charcckter einer neuen Feudalherrschaft annehme. Wir wollen die Beschleunigung der Reformen, welche dadurch, daß sie sparen, den Zweck des Kapitals erleichtern, die Zahl der kleinen; Eigentümer vermeyren und ben sozialen Frieden gründen. Tas ist unser Programm. Unter der Maske des National lismus verbirgt sich die Gesamthett der reaktionären Kräfte. Wir werden siegen durch Einigkeit und Disziplin aller repW« blikanischen Kräfte.

Wien, 21. April. Alle Berichte aus Oesterreich unü