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Montag S1. April L««S
Erstes Blatt.
153. Jahrgang
Nr. 92
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstschen Landwirt die Siebener Zamilien- Mtter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der B rü h l'sche« Unwers.-Buch- u. Stell»- druckerei (Piets ch Erbend Redaktton, Expedition und Druckerei:
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_ jährlich Mk. 2.20; durch,
GietzenerAnzeiger«
u General-Anzeiger w .•sxs,
*' * für den poltt. u. allgem.
Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MM
U zeigenteil: HanS Beck.
KeKanntmachung.
Mit Ermächtigung Großh. Ministeriums der Finanzen kündigen wir hiermit von der wegen Errichtung einer Landes- kultur-Rentenkaffe aufgenommenen Anleche vom 1. Oktober 1880 den Rest der noch im Verkehr bestndlichen Obligationen nn Nennbetrag von 254 000 Mk. zur Rückzahlung auf den 1. Oktober 1 9 02.
Wir fordern hiernach die Inhaber der gekündigten Obligationen auf, die Nennbeträge mit Zinsen bis Ende September l. I. zwischen dem 15. und 3 0. September 190 2 gegen Rückgabe der Obligationen und der dazu gehörigen nicht mehr zahlbaren Zinsscheine nebst Zinsscheinanweisungen bei Großh. Staatsschuldenkasse in Darmstadt, oder für deren Rechnung bei der Niederlassung der Bank für Handel und Industrie in Frankfurt a. M. um so gewisser zu erheben, als dieselben vom 1. Oktober 1902 an nicht mehr verzinst werden.
Wir machen noch besonders darauf aufmerksam, daß die auf Namen von Kirchen, Schulen und milden Stiftungen usw. eingeschriebenen Obligationen nur nach Vorlage der nach Verfügung Großh. Ministeriums des Innern vom 28. November 1873 zu Nr. M. d. I. 12 391 erforderlichen Ermächtigungen gegen Empfangsbescheinigung der Rechner dieser Fonds zurückbczahlt werden können.
Darmstadt, den 30. März 1902.
Großh. Hessische Staatsschuldenverwaltung.
Ewald. Dr. Goldmann. Moellinger.
Aas tznde des Generalstreiks in Belgien.
Brüssel, 20. April.
Der Generalrat der Arbeiterpartei beschloß, nach 2^ stündiger Beratung, daß die Arbeit von der bevorstehenden Woche ab allgemein wieder auf- genommen werden soll. Heute abend wird ein Aufruf an die Arbeiterbevölkerung erlassen, der diese von dem Beschluß des Generalrats in Kenntnis setzt. Gestern vormittag wurde bereits in kleinen Werkstätten der Streik beendige Voraussichtlich wird dieses Beispiel bald im ganzen Lande befolgt, vielleicht sogar Dienstag mit Ausnahme der streiklustigen Arbeiter im Bezirke Charleroi und Mittelbeken.
In der gestrigen Versammlung im Volks Hause betonten mehrere Redner wiederholt, daß es allein vom Könige abhänge, im Lande Frieden zu schaffen. Vander- velde gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Koalition der Opposition durch das Blut, welches die Regierung vergossen, nur fester zusammengeschweißt werde. Der Generalrat der National-Liga der liberalen Propaganda faßte gestern einstimmig den Beschluß, sämtliche Ge- meinderale, Handels- und sonstige wirtschaftliche Vereinigungen zu ersuchen, an den König eine Petition zu richten, die Auflösung der Kammer zu verfügen. Der Generalrat beschloß gleichzeitig, die Agitation zu Gunsten der Revision der Verfassung sortzusetzen. Das Manifest ist unterzeichnet von sämtlichen Abgeordneten der pro- gressistisch-liberalen Fraktion und zahlreichen hervorragenden Liberalen. Eine Gruppe Professoren beabsichtigt ebenfalls, an den König eine Petition zu richten, um die Auflösung der Kammer zu verfügen und der gegenwärtigen Sage hierdurch ein Ende zu machen.
„Petit bleu" verzeichnet das Gerücht, daß die Regierung beabsichtige, eine große Anzahl Mitglieder der Arbeiter-Partei wegen Verstoßes gegen die Süyerheit des Staates gerichtlich verfolgen zu lassen, die „Gazette" hört, die Staats-Minister seien zu einer heute beim Könige im Schlosse zu Laeken stattfindenden Beratung gereift.
Das Schwurgericht zu Brüssel verurteilte gestern eine Reihe von jtunbgebern wegen Tragung von Waffen, Beleidigung der Polizei, Agitation usw. zu kleinen Gefängnisstrafen. 9hxc einer wurde zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt, well bewiesen wurde, oaß er Revolverschusse auf die Polizei abgegeben hätte.
Nach einem Telegramm des „Berl. Tagebl." kam es am Freitag auch in Charleroi und Huy zu sehr erregten Szenen. In Huy wurden die Fenster katholischer Institute
einaeworfen und erst dem energischen Einschreiten der Sicherheitsorgane gelang es, die Ordnung wiederherzustellen. Im Fabrik^entrum werden die Eisenbahnen Tag und Nacht durch Posten bewacht. Unter einer Eisen- brücke hatte man eine Bombe mit 1100Gramm Dynamit gefunden.
Der gestrige Abend ist in Löwen ohne Zwischenfall verlaufen. Die Polizei hat einen sozialistischen Mauer- anschlag entfernt, worin der Oberst de Neeff beschuldigt wird, seine Leute in dem Irrtum irre geführt zu haben, indem er ihnen erklärt habe, daß nur sogenannte Streif- Patronen, deren Wirkung nicht tödlich sein könne, verteilt worden seien. Verschiedene Blätter besprechen diese Angelegenheit und verurteilen das Verhalten des Obersten, der in Zivil Sekretär des Ministers Trooe ist.
In Löwen sollen mehrere Bürgerwehr-Mitglieder, die ihre Waffen weggeworfen hatten, verhaftet worden sein. Der Tambour, der erklärt haben soll, die Bürgerwehr besitze keine scharfen Patronen und die Kundgeber aufforderte, weiter vorzudringen, wurde ebenfalls verhaftet. — Die Beerdigung der Opfer vom Freitag sand heute statt. Zahlreiche Kränze wurden im Trauerznge getragen. Bis jetzt sind keine weiteren Zwischenfälle zu verzeichnen gewesen.
Zwischen Amay und Hersse auf der Nordbahnlinie wurde der Versuch gemacht, den Expreßzug Paris- Köln zur Entgleisung zu bringen. Eine Schwelle war über das Geleise gelegt worden, glücklicherweise aber von einem dem Expreßzug vorauffahrenden Güterzuge bei Seite geschleudert worden. Trotzdem mußte der Expreßzug zum Halten gebracht werden, da die Stelle, wo die Schwelle gelegen hatte, defekt geworden war.
Die Parteivertretung der deutschen Sozialisten in Oe st erreich hat aus ihrer Kasse 1000 Kronen an die belgischen Genossen abgehen lassen und folgendes Telegramm abgesandt: „Im Namen der klaisenbewußten Arbeiterschaft Oesterreichs, die Euren Kämpf für das Wahlrecht mit Bewunderung und Spannung verfolgt, sendet Euch die Parteivertretung der deutschen Sozialisten in Oesterreich ihre heißesten Wünsche mit herzlichen Brudergrüßen. I- A. Adler. Skoet."
Deutsches Reich.
Berlin, 20. April. »Der Kaiser und der Kronprinz sind heute abend von Hannover hier eingetroffen.
— Ter Kaiser hat befohlen, daß zum 24. d- M. anläßlich des Regierungsjubiläums des Großherzogs von Baden eine Abordnung des ersten Sce- bataillons nach Karlsruhe geht.
— Wie aus Paris berichtet wird, erzählt der „Gan- lois": Ms Oberst Marchand in Berlin weilte, habe Kaiser Wilhelm ihm durch eine hohe Persönlichkeit sagen lassen, er würde ihn gern sehen und erwarte ihn im Palais. Diese Einladung, sagt der „Gaulois", glich sehr einem Befehl. Marchand antwortete durch die Mittels-Person „mit ebenso korrekter wie fester Ehrerbietung: Es sei ihm angesichts feiner bevorstehenden Abreise nicht möglich, den Wunsch des Kaisers zu erfüllen. (Offenbar ist die ganze Nachricht eitel Schwittdel! Die Red. d. „Gieß. Anz.")
— Reichskanzler Graf Bülow empfing den gegen» toärtig hier weilenden Botschafter in St. Petersburg Grasen Alvensleben. Der Botschafter folgte einer Einladung des Reichskanzlers zum Diner.
— Der General der Arttllerie Fürst Anton Radzi- will feierte gestern sein 50jähriges Dienstjubi- läum. Er erhielt vom Kaiser ein Glückwunschtelegramm. Um 1 Uhr mittags erschien das gesamte Osfirierkorps des ersten Garbe-Feldartillerie-Regiments, um dem Fürsten, der seit dem 26. April 1892 a la suite des Regiments steht, seine Glückwünsche zu überbringen.
— Ein feierliches Requiem für den verstorbenen Abg. Dr. Lieber wird auf Veranlassung ber Zentrumsfraktionen des Reichstages und des Landtages am nächsten Mittwoch in der Hedwigskirche abgehalten werden.
— Wie die „Tägl. Rundschau" hört, wird der Abg. Arendt den jüngst bekannt gewordenen Fall, daß Ausländern, die sich zu deutscher Gesinnung bekennen und deutscher Abstammung sind, die Aufnahme in den
preußischen Unterthanenverband verweigert wird, wenn sie auch im übrigen alle Vorbedingungen für die Aufnahme erfüllen, in Verbindung mit anderen Fragen des Heimatsrechts im Landtag zur Sprache bringen.
M ünster L W, 20. April. Dieser Tage hielten die Christlich-Sozialen in Mennighüffen eine Versammlung ab, bei der auch ein größerer Bauer, der Kolon Hufendieck, referierte. Bemerkenswert war folgender Satz seines Referates: „Es ist ja wahr, daß im Osten unseres Vaterlandes die Lage der Landwirtschaft gedrückt ist, bei uns aber kann man doch wohl von einer direkten Notlage nicht sprechen."
Krefeld, 20. April. Für den 20. Juni ist der Besuch des Kaisers angesagt. Es findet festlicher Empfang statt.
Hersfeld, 20. April. Tas Ableben des Fürsten von R e u ß ä. L- ruft hier die Erinnerung an einen Vorgang wach, der sich anfangs der 70 er Jahre hier abspielte. Der Fürst besuchte mit seinem Schwager, dem Erbgrafen von Merholz, unsere Stadt. Eines Morgens saßen die Beiden in der Wirtschaft von Wolf beim Frühschoppen und unterhielten sich lebhaft und in derben Ausdrücken über das Jahr 1866 und auch über 1870/71. „Der Preuß' hat uns nichts Gutes gebracht", meinte Heinrich XXII. An ihrem Stammtisch in der Nähe ber Beiden saß eilte Anzahl hiesiger Nationalliberalen, lauter enragierte Preußenfreunde. Sie veranlaßten, daß ein Schutzmann herbeigeholt wurde, um die Namen der beiden Reichsnörgler fest zu st eilen. „Fürst Reuß" lautete die Antwort des einen. Der Schutzmann verschwand urplötzlich.
Gotha, 20. April- Die Gemeinde Dietharz wählte den sozialdemokxatischen Landtagsabg. Wolf zum Bürgermeister.
Metz, 20. April- Eine evangelische Kirchenzeitung schreibt, daß der Verein für innere Mission hier den Hofprediger a. T. Tr. Stöcker zu riner in der großen Garnisonlirche geplanten Feier als Redner eingeladen habe, daß aber die Ueberlaffung ber Kirche für biefen Zweck verweigert worden sei. Diese Mitteilung wird bestätigt.
Ausland.
Stockholm, 20. April. An Demonstrationen zue Erzwingung des Stimmrechts nahmen heute über 20 000 Menschen teil. Der Volkszug durch die Stadt veranlaßte die Polizei zu wiederholten Angriffen, wobei mehrere Verwundungen und zahlreiche Verhaftungen stattfanden.
Christiania, 19. April. Der Departementsdirektor Dr. Sigurd Ibsen (ein Sohn des großen Dichters. D. Red. des „Gieß. Anz.") hat den Posten als Vorsitzender der norwegischen Staatsratsabteilung in Stockholm angenommen. Staatsminister Blehr hat dem Kronprinz-Regenten mitgeteill, daß er die Neubildung des Kabinetts übernehme.
London, 19. April. Der „New Park Sun" wird auS Kingston auf Jamaica gemeldet, daß dort noch ein Gefühl der Unruhe herrsche. In dem Gemeindebezirk St. Mary sei ein Lehrer verhaftet worden, weil er dem Volk riet, die Steuern zu verweigern. Auch sei bei ihm eine Quantität Dynamit gefunden worden.
London, 20. April. Lord Aberdeen erklätte, man könnte den Buren, wie s. Z. Sen Kanadiern, das liberalste Maß von Amnestie gewähren. Asquith sagte in einer Rede, daß der Friede so gut wie gesichert sei. Der beste Dienst für die Sache des Friedens sei nunmehr, zu schweigen und Geduld zu haben.
Amsterdam, 20. April. Hier tritt mit Bestimmtheit das Gerücht auf, daß Präsident Krüger die von den Buren-- führern angeblich acceptierten Fried ensbedingungen in der Hauptsache angenommen habe. Die offizielle Erklärung Krügers werde binnen kurzem erfolgen.
Haag, 19. April. Das heute ausgegebene Bulletin lautett Die Königin hatte eine ziemlich ruhige Nacht. Die Krankheit nimmt den gewöhnlichen Verlauf. Irgendwelche Komplikationen sind nicht eingetreten, obgleich die Kräfte, entsprechend der Krankheit, ein wenig abnehmen.
Kunst und Wissenschaft.
Auf der VIII. Versammlung der Deutschen Landcsgruppc der Iutcrnatioualcu krimLualistischc» Bcrciniguug, die bieier Tage in Bremen unter Vorsitz des UnterftaatsfetretarS v. Mayr (München) tagte, stand zur Beratung u. a. die Reform der V o r u n t e r s u ch u na, worüber zunächst Professor Tr. Rosenfeld (Königsberg i. Pr.) Bericht erstattete. Prof. Tr. Rosenfeld legte folgende Thesen vor: ^1. Die gerichtliche Voruntersuchung als be= sonders abgegrenzter Teil des Vorverfahrens ist zu streichen, unter Beibehaltung der richterlichen Mitwirkung im vorbereitenden Verfahren und weiterer Ausgestaltung desselben im Sinne der Parteiöffentlichkeit. 2. Tie Auffassung des Beschuldigten als eines Unter« suchungsobjeltes ist durch bte Gesetzgebung mehr als bisher zurückzudrängen. Die Fälle der notwendigen Verteidigung sind zu vermehren, inöern in allen wichtigeren «achen auf Antrag des Beschuldigten die unentgelttiche Beiordnung eines Rechtsanwalts oder Iustizbeamteu erfolgt. Heber dieses Recht ist der Beschuldigte bet der ersten Vernehmung zu belehren. Ter Verteidiger darf richterliche Beweiserhebungen beantragen und Polizeibehörden um Auskunft ersucheit. 3. In allen Fallen der Untersuchungshaft ist binnen kürzester Frist nach Erlaß des richterlichen Haftbefehls die förmliche Anklage zu erheben. Tas Gericht hat alsdann sofort über die Fortdauer der Untersuchungshaft vorläufigen Leschlus; zu fassen und im bejahenden Falle zugleich von Amts wegen einen Verteidiger zu bestellen. Der zweite Berichterstatter, Landgerichts
rat Kulemann (Braunschweig) vettrat in zahlreichen Punkten einen durchaus abweichenden Standpunkt. In der Debatte sprach sich der großh. Oberstaatsanwalt Pretorius (Darmstadt) mit Entschiedenheit gegen die Öffentlichkeit und die Mündlichkeit des Verfahrens aus. Er ist auch dagegen, daß die Anklage in der Hauptverhandlung durch den Untersuchungsrichter vertreten werben soll, ebenso gegen eine ausgiebige Beteiligung des Verletzten. Dagegen hall er für erstrebenswert die Verwertung der Kraft des Untersuchungsrichters bei der Ueberweisung zur Harrptverhandlung und für solche Fälle, in, denen ein bestimmter Thäter noch nicht ermittelt ist. — Man beschloß mit allen gegen eine Stimme von einer enbgiltigen Stellungnahme zu dem Problem abzusehen und den Vorstand zu beauftragen, dre Frage der Reform der Voruntersuchung auf die Tagesordnung ber nächsten Versammlung zu stellen und die Frage durch Einholen von Gutachten, auch schweizertfcher und österreichischer Juristen, oorzubereiten. Mit Interesse nahm die Versammlung einen Vortrag des Direktors der Bremer ^rrenanftalt, Dr. Delbrück, über die verminderte Zurechnungsfähigkeit und die Verpflegung der vermindert Zurechnungsfähigen tn besonderen Anstalten entgegen.
Klingers „Beethoven" Aus Wien wird geschrieben: Die 14. Ausstellung ber eeceh’ion bietet nur den Klinger'schen Beethoven; baß fic bas fertig brachte, ist eine künstlerische Thal. Alle kunstbegeisterten Menschen werben dahin wallfahren und dem Meister huldigen, der in diesem Werk die größte Offenbarung seines Genies giebr. Durch Reklame waren unrichtige Ansichten über das Weck verbreitet. Auf einem vorspringenden Felsen, in einem eigen
tümlich geformten Bronze-Thronsessel, sitzt eine bis zum Gürtel nackte Gestalt, aus parischem Marmor, ein Prometheus, die Verkörperung des kämpfenden, strebenden Helden, dem Klinger die Züge Beethovens gab. Bon den Kmeen an bedeckt ein Gewand aus gelbem Laaser Onix wie eine Wolke den Körper. Tie Kraft des Ausdrucks in dem herrlichen Kopf, die Gedankenarbeit, die sich in ber Götterstirn ausspricht, das Leid, bas Augen und Mund beschattet, wickt erschütternd. Diese Statue scheint ein Höhepunkt moderner Kunst, die aus dem antiken Geiste neu geboren wurde. Hier empfindet Jeder die Weihe ber Kunst. Wie in einen Tempel trat man in ben Raum. Dieses Werk wird bie Wandlungen des Geschmacks überleben und wie der Moses von Michel-Angelo seine Bedeutung behalten. Tie verschiedensten Materialien, in noch nie dagewesener Weise verarbeitet, sind zu dem Beethoven verwendet worden, staunend bleiben Künstler und Laien von dem Werke gebannt. — Aus Le ipztg wird gemeldet: „Die Verhandeung wegen des Ankaufs von Klinger's Beethoven durch em Wiener Vrivatmuseum hat sich zerschlagen. Nunmehr hat der Rat der Stadt Leipzig 150000 Mk. als Beisteuer für den Ankauf m Aussicht gestellt, um das Weck dem Leipziger Museum zu sichern. Ter Beschluß des Rates steht bereits für die nächsten Tage bevor." Klinger verlangt 400 000 Mk. u
Berlin, 19.April. Tie Märchenbrunnen-Ange le g enheit ist heule bis zum derbst vertagt worden, nachdem Stadtbaurat Honmann der Kunst-Teputation einen neuen Entwurf vorgelegt haue.


