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20.11.1902 Erstes Blatt
 
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^eucn mit Cchrillprobr u üöl76 an die ttjpeJüu. erbeten.___

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Nr. 273

®r|<f)etnt täglich außei SomuagL.

Dern Gietzener Anzeiger werden tm Wechsel mit den, kesstschea Landwirt die Siebener Zamtlien- blätter viermal In der Woche detgelegl.

RoiaitoneDrud u. Ver­tag bei Brüh l'schen Untveri.-Bnch- u.Slem- dructoreilVtetich Erben) Redaktion. Ervedltron and Trucfeiei;

Schul st ratze 7.

Uhl die tüt Depelchen: «nzetger »letzen.

AerniprechantchlutzAr 51.

Erstes Blatt.

152. Jahrgang Donnerstag 20. November 1NV2

Gießener Anzeiger

M General-Anzeiger y *

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen

Ve»ng4preis, monatlich 7b Pi., viertel- fähthd) Alk. 2.20, du.ch Abhole- u. ßroeigflellen inonailtch 65 P|.; durch die Poft Alk. 2.viertel- jährt. aus(d)L Beiiellg. Annahme von Anzeigen füt dte Tagesnunniter bis oormttiagfl 10 Uhr. getlenpTctft; lokal 12'131, Qa»ruätl4 20 Plg.

Verantwortlich: für den poltt. u. öligem. Teil: P Witt ko; für .Stadt und Vanb* und ,O)erichis|aalE Hutt Plato, lüi den An­zeigenteil: Hans Beck.

Darmstädter ZZrief.

11. B. Darmstadt, 19. Nov.

Mit der kommenden Woche wird nun also unser hessi­sches Parlament wieder seinen Einzug halten, etwa vier Wochen früher, als dies sonst- der Fall zu sein pflegte. Tie Ursache des früheren Zusammentritts liegt, wie jetzt kaum noch bezweifelt werden kann, thatsächlich in dem Umstand, daß der Groß Herzog sich zu einer Fahrt nach Indien entschlossen hat und dieselbe in der ersten Hälfte nächsten Monats anzutreten gedenkt. Es ist daher ein sehr berechtigter Wunsch des Fürsten, vor der Abreise ins Ausland die parlamentarischen Körperschaften konstituiert zu sehen und mit den maßgebenden Persön­lichkeiten über die wichtigsten Fragen der Legislative direkt zu konferieren. Tie Thätigkeit der Kammer selber wird zunächst nur formeller Art sein, und sich nach den Vor­schriften des Wahlgesetzes vom Jahre 1872 auf die Ein­weisung, Eröffnung und Konstituierung, sowie auf die Wahl der Ausschüsse beschränken; man glaubt, daß die Vorlage des St aatsh aus Haltsetats, der ja so frühzeitig noch nicht in allen Teilen fertig gestellt sein dürste, erst in einer später anzuberaumenden Sitzung erfolgen wird. Tie Einweisung der Kammer durch die landesherr­liche Einweisungstommission, die (wie mitgcteilt) auf den 24. November mittags 12 Uhr festgesetzt ist, geschieht in der Weise, daß die Zahl der amvesenden Abgeordneten festgestellt wird. Sind jroeibuittet von den 50 Vertretern zugegen, so wird darüber ein Protokoll aufgesetzt und die Kammer als verfassungsmäßig berufen erklärt. Tann ver­anlaßt das älteste der Mitglieder, wahrscheinlich wieder Herr Möllinger, als Alterspräsident mit den beiden jüngsten Mitgliedern als Schriftführer die Wahl des Prä­sidenten, der alsdann die Wahl der ü Ei tilgen Mitglieder des Präsidiums und der Ausschüsse in die Wege leitet.

Tie Thronrede, mit welcher die Kammer am 25. November im Großherzoglichen Residenzschlosse eröffnet wird, dürfte neben der Ankündigung einer ziemlichen An­zahl neuer Gesetzentwürfe auch eine Aeußerung über die zukünftige Stellung der Großh. Regierung zur Wahl­rechtsfrage enthalten. Tie Frage der Z w a n g s o r g a- nisativn für die Landwirtschaft, wie sie in der letzten Tagung durch den Antrag Haas in Anregung gebracht wurde, wird einstweilen außerhalb der lamentarischen Erörterung bleiben. Tie Großh. Reg^r^rng hat Veranlassung genommen, zunächst einmal ^j,e An­schauungen der Kreisverbände unb der interH^rten land­wirtschaftlichen Vereinigungen darüber Ast^utwlen. Von dem Ergebnis dieser Enquete wird es ^ann ab hängen, ob überhaupt und ev. welche weiteren Stritte in dieser An­gelegenheit unternommen werden «^([en

Was im übrigen die neue^ Kammertagung bringen wird, steht noch ganz dahtn. werden zwar schon hier und da unbestimmte Andeutungen laut von st a r ke n Vo r- stößen, die von der neua^leäftigten Opposition gegen dieagrarfreundln.^" Politik der Regier- un g unternommen roer*en ,sollen und man munkelt auch noch in mysteriöser £ßeife von einembesonderen Coup" der Sozialdemokraten gleich nach der Fertigstellung des^Mats; aber das sind ungelegte Eier, die noch erst aus^obrütet werden sollen. Bekanntlich sind Hennen, die biy^' gackern, nicht gerade immer die besten Cierleger! ,7

Weit wichtiger, als diese undefinierbaren Munkeleien er­scheint uns %ie Lehre, welche das Zentrum aus der längsten Wa^l gezogen haben dürfte. TieFranks. Ztg."

beging die Unvorsichtigkeit, dem Zentrum einige Belehr­ungen über dessen Stellung zu denfreiheitlich gesinnten Parteien" zu teil werden zu lassen. Toch die klerikale Parteileitung ist dem Frankfurter Temokratenblatt die Ant­wort darauf nicht schuldig geblieben, sondern ließ durchs ihr hessisches Hauptorgan die folgenden Sätze verkünden:

Ten Sozialismus, das Schoßkind derFranks. Ztg", werden wir stets aus das Energischste bekämpsen. Ein tak- tlfcyes Vorgehen des hessischen Zentrums, welches eine Stärkung der Sozialdemokratie zum Nachteil der Na­tionalliberalen zum Zweck hätte, wäre unter den ob­waltenden Verhältnissen geradezu widersinnig und würde bei der Wählermasse des Zentrums auf Widerspruch stoßen. Tie Zeiten, wo für die Katholiken der Liberalismus gegenüber der Sozialdemokratie das größere Uebel war, sind vorüber. Tie Umsturz­partei ist heute unsere Todfeindin; ihr gilt heute in erster Linie unser Kämpf. Mit den Männern mit der roten Kravatte kann es ijc.ite für uns keine Gemeinschaft geben. . . ."

Tas sind Worte in Lapidarschrift, die allerdings voll- giltig bestätigen, daß das Tischtuch zwischen den beiden Parteien in Hessen durchschnitten ist. Wir wollen nur hoffen und wünschen, daß wir nicht im Laufe der bevor­stehenden Tagung der Kammer gezwungen werden, häu­figer an diese Worte zu erinnern.

yiTiitihiji* Äügeüschau.

Auf der Fahrt nach Canossa."

Von der f. Zt. von uns kurz erwähnten Broschüre des Karlsruher Professors Dr. Arthur Böthlingk »Auf der Fahrt nach Canossa" ist dieser Tage tm Neuen Frankfurter Verlage dte zweite Auflage (drittes und viertes Tausend) er­schienen. Die in Gesprächsform gehaltene Schrift wird trotz mancher anfechtbaren Einzelheiten in protestantischen Kreisen vielen Beifall finden. Der zweiten Auflage ist ein Vorwort beigegeben, in dem sich der Verfc.fjcc mit § 166 des Straf­gesetzbuches befaßt«, Ä^anntltch ist Professor Böthlingk wegen der Broschüre vom Freiburger Erzbischof wegen Gottes- lLeerung der Staatsanwaltschaft angezeigt worden. Der "Verfasser bemerkt zu bem § 166:

Dies Damokles-Schwert, welches von Rechts wegen über dem Haupte eines jeden Teulschcu schwebt, welcher sich über Rout äußert, ist bislang, zumal bei uns in Baden, so weit dein Bewußl- sein gewöhnlicher Sterblicher entrückt gewesen, daß die Vermutung nahe liegt, das erzbtschöfliche Ordinariat in Freiburg, welches das Richtbeil mit Hille der Staatsgewalt auf meinen Nacken nieder­fallen lassen möchte, sei erst durch die Andeutungen in meiner eigenen Schrift, wenn nicht gar durch die Pfleiderersche Kritik auf die Brauchbarkeit des Paragraphen auimertjam getoorben. Weshalb es nicht wenigstens damit versuchen?"

Es wird hierbei auf einen Artikel Professor Pfleiderers in einer Monatsschrift angespielt, in welcher betont wird, daß die deutschen Staatsbürger infolge des § 166 durch das Staatsgesetz selbst gehindert sind, an nachdrücklicher Ver- teidigiing eben der Rechte, die zu den Grundlagen des modernen Rechtsstaates gehören, deren energische Behauptung eine Selbsterhaltungspflicht des Staates ist.

Heer und Flotte.

fc. Frankfurt a. 2)2., 19.Nov. Der kommandierende General des 18. Armeekorps Exz. von Lindequist erließ eine Verfügung, in der die aufsichtsführenden Offiziere

Hypnos.^, Spiritismus und KcdcnLenükertragung

(3. im Kaufmännischen und Ortsgewerbe-Verein.)

, ' V. Gießen, 19. Nov.

alte Erfahrung lehrt", sagt Ludwig Büchner in eineircj Aufsatz über Hypnotismus*), ,chaß alles Neue auf den < gebieten der Wissenschaft, Kunst oder Litteratur leicht ju Uebertreibungen verführt, oder Hoffnungen erweckt, weit über das vernünftigerweise zu Erwartende Him^usgehen. Namentlich ist das dort der Fall, wo sich ein.5 mystisches Element mit hineinmischt, und so der alte, nie. ganz beseitigende Wunderglaube der Menschheit Nah- iu, ng w finden hofft." 92ie werden bei noch so mystisch «r scheinenden Experimenten die bestehenden und anerkannten besetze der 9iatur angegriffen werden tonnen, und das, tagaä sich unserem Gesicht als übernatürlich abspielt, löst i'^ch bei genauer und wenn es fein muß wissenschaftlicher 'Untersuchung leicht auf, sodaß selbst der eingefleischteste Anhänger des Spiritismus und Hypnotismus überzeugt 'und überführt werden wird. Ter Hypnotismus und alles, ' was mit ihm zusammenhängt, beruht auf der Suggestion (Eingebung, Einflüsterung, Ueberredung). Durch seine läh­mende Einwirkung auf gewisse Teile des Großgehirns des Subjektes wird die Willenskraft und Intelligenz auf einen niedrigen psychologischen Standpunkt herabgedrückt, und macht dadurch das Gehirn in größerem Maße als in wachem )Ustande der Suggestion zugänglich. Wie nahe verwandt :r natürliche Sofias mit dem Zujtand suggerierter Per- , nen ist, beweist die Thatsache, daß wir z. B. im träume, r sich bekanntlich bis zum sogenannten Nachtwandeln gern kann, den einmal im Wachen empfangenen Ein- -.uen überlassen sind, während die suggerierte Person künstlich zugeführten Eindrücken gehormen muß. Geistig <3 . > gestellte Personen, Leute, die Selbständigkeit und j= , Beherrschung besitzen, ältere und aus gebildeten en, werden sich naturgemäß weniger für Suggestion HT L. Büchner: Im Dienste der Wahrheit. Verlag von Gießen.

eignen, während Leute, die an strenge Disziplin und Ge­horsam gewohnt sind, sowie körperlich und geistig schwache Menschen, sensitive Naturen re., bessereMedien" abgeben werden. Fast alle Hypnotiseure geben unumwunden zu, daß zu dem Gelingen eines Experimentes unbedingt der Wille dazu auf beiden Seiten vorhanden sein muß. Er­innerungen an Personen, die uns in der Hypnose beigebracht werden, und die uns in unserem gewöhnlichen Zustande schon längst entfallen waren, wollen als Beweis gar nichts bedeuten; wie oft kommen uns z. B. schon im Traume Erinnerungen und Personen unwillkürlich zu Gesicht, an die wir uns im wachen Zustande nie, auch bei dem schärfsten Gedächtnis, so genau erinnert hätten. Offenbar erhält die Erinnerungskraft, die im gewöhnlichen Leben latent bleibt und besonderer Anlässe bedarf, um aus der Tiefe des Be­wußtseins wieder an die Oberfläche zu treten, im hypno­tischen Zustand eine Steigerung.

Spiritismus und Hypnotismus, wie oft werden die­selben für nahe verwandt gehalten! Wenn der Hypnotis­mus auf wissenschaftlichem Wege leicht erklärbar ist, so geben eine solche Möglichkeit die Anhänger des Spiritis­mus bei diesem nicht zu. Tie vielen Entlarvungen in den letzten Jahren derMedien" haben ja genügend bewiesen, wie oft sich die, einer spiritistischen Sitzung Beiwohnenden täuschen lassen. Man kann wohl eine Person durch Hypnose inspirieren eine Handlung auszuführen, die ihr gelegen ist, d. h. ihr bekannt ist, aber kein Spiritist der ganzen Welt wird es fertig bringen, z. B. einen Menschen, der nie reden konnte, ifo zu inf^irür.n, daß er plötzlich anfängt, lange Reden zu halten und noch dazu über ein Thema, das ihm vielleicht nie bekannt war. EinMedium" tanii seine Zuhörer wohl im günstigsten Falle soweit durch Hyp­nose bringen, daß sie glauben, z. B. den Geist eines Verstorbenen zu sehen, over gar j.ch mit einem solchen zu unterhalten, lvaö in Wirklichkeit ja natürlich nicht zutrifst. Ter Redner,Herr Leo Erichsen führte uns in seinem Vortrag auf dieses Gebiet des Hypnotismus und Spiritismus und betonte in erster Linie, daß wohl durch

angewiesen werben, streng darauf zu achten, daß die Unter' ofsiziere stets mindestens 3 Schritt von der Llbteilung, die sie exerzieren lasten, entfernt stehen.

Pie KeneraLversammlung des Kesstschen Aauern- vereivs.

(Originalbericht desGieß. Anz.")

Gernsheim, 19. Nov.

Die siebente Generalversammlung des hessischen Bauernbundes fand heute hier statt. Nach stattgehabter Begrüßung besichtigten die Er- schietrenen die landwirtschaftliche Ausstellung, an der sich die Raiffeisen-Filialen in Ludwigshafen und das Lagerhaus Lorsch in hervorragendem Maße beteiligt hatten. Weiler hatten noch ausgestellt u. a. die Zucker­fabrik Frankenthal (Torfmehl, 9Nelassetorfmehlfutter), die Pfälzer Tabakverwerlungsgenosfenschaft Berg a. Rh. (Tabak, Zigarren). Viele Andere hatten Obst, Kartoffeln und andere Feldfrüchte, Geflügel rc. ausgestellt. Interessant von Raiff­eisen waren die graphischen Darstelluligen der zunehmenden Anzahl der angcschlossenen Orlsvereine der Pfalzer Tabak- verraufsgenossenschaft. Im Jahre 1897 waren es 18, im Jahre 19U1: 52. Ferner Die Darstellungen der zunehmenden Anzahl der Tabatpflanzer der Pfälzischen Tabakoerkaufs- genossenschaft: im Jahre 1897: 739, im Jahre 1901: 2439, sowie weiter die Darstellungen der Zunahme der jährlichen Tabakmengen lb«er Pfälzischen Tabatverlaufsgenolfenschaft: int Jahre 1897: 8297 Zentner, im Jahre 1901: 30 100 Ztr.

Um 11.45 Uhr begann die Abwicklung des geschäftlichen Teiles. Bürgermeister Roß von Gernsheim begrüßte die Teilnehmer:Ter Bauernstand ist das festeste Fundament des Staates und der Gemeinde. Standhafter wie irgend eine andere Berufsklasse ertrügt er über ihn hereinbrechende Krisen" das war das Leitmotiv seiner Ausführungen, die mit einem Hoch auf den Hessischen Bauernverein schlossen. Nach dem Jahresbericht zählt der Verein in 56 Lolawereinen, die sich auf die drei hessischen Provinzen verteilen, 3054 Mitglieder. Die Einnahmen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 17 014,99 Mk., die Ausgaben 15 438,8 i Mk. Das Vermögen des Vereins beträgt 17153,66 Mark. Das Vereinsblatt hat eine Auflage von 3700 Exem­plaren. Beiläufig bemerkt wurde, daß 4 26 Mitglieder mit den Ver e insb ei t g en im Rückstände sind. Sie werden ersucht, bald ihrer Pflicht und Schuldigkeit nachzulommeli, widrigenfalls sie aus der Mitgliederliste gestrichen werden. Tas Vereinsvermögen hat sich in den letzten Jahren wesentlich gehoben und zwar hauptsächlich dadurch, daß der Generalsekretär des Vereins, der 3000 Gehalt bezog und dafür absolut nichts leistete, einfach a b g e s ch a s s t wurde. Dem Rechner wurde Techarge erteilt.

Zum 1. Präsidenten des Vereins wurde der Land­wirt Regner-Bretzenheim gewählt. Hieraus wurde eine Statutenänderung dahin Dorgenommen, daß künftig die Generalversammlungen stets im letzten Viertel des Jahres abgehalten werden sollen, anstatt wie früher im März> Als nächster Ort der Generalversammlung wurde Die­burg für den Fall bestimmt, daß die v b e r h essisch e n Lokalvereine, die nicht vertreten waren, nicht den Wunsch ausdrücken sollten, sie in einem vberhessischen Orte abzuhalten.

In Der Diskussion trat Wagner- Urberach für eine regere Agitation und Gründung neuer Lokalvereine ein. Weiter befürwortet er die Einteilung der Lokalvereins- bezirke in der Weise, daß sie mit den Landtagswahlkreisen

das Mystische, das dieses Gebiet schon an und für sich umglebt, es zu einem ausgiebigen Felde für die größten und erfolgreichsten Gaunereien und Betrügereien geworden ist. Er schilderte uns durch Worte und in mehr oder we­niger gelungenen Experimenten das gaunerhafte Treiben des so weltberühmten amerikanischen Taschenspielers Stuart Cumöerland. Er gab uns Aufschluß über die meister­haften Täuschungskünste der Gedanienleserpaare Homes und Fey, Fly und Stade u. a. in. Er führte uns ein interessan­tes Beispieltiefer Hypnose" an einem aus dem Publikum ausgesua)tenMedium" wirklich meisterhaft vor, und kam zum Schluß auf den Spiritismus und die Betrügerin Der bekannten Anna Rothe zu sprechen, indem er bewies, welch betrügerisches Spiel diesesMedium" mit seinen Zuhörern getrieben hat.

Gern hätten wir von dem Redner einige Worte übet den berühmten Roman Tumauriers ,L!rilby" gehört, in dem ja bekanntlich die Hypnose die Hauptrolle spielt. Auch wäre das Thema der Anwendung der Hypnose zu Heilzwecken gewiß ein ebenso interessantes wie aus­giebige^ Feld für eine Besprechung gewesen. Im großen und ganzen erfüllte der gestrige Vortrag die Erwart­ungen, mit denen man nach dem Cafe Leib gegangen war. Wenn dies und jenes nicht klapstte, so ist daran in erster Linie das Verhalten eines Teiles pes Publi­kums schuld. Ohne Rücksicht auf den mehrfach geäußerten Wunsch des Vortragenden machte sich fortwährend große Unruhe bemerkbar, junge Grünschnäbel lachten, Kellner klimperten mit dem Geld, und auf der Galerie herrschte anhaltendes Getrampel und Stuhlrücken. Ein Teil der Experimente konnte daher nicht gelingen, was sehr be­dauert werden muß.

Wir möchten zum Schluß noch darauf aufmerksam machen, daß die Heldin" Der heute in unserem Stadt- t h e a t e r durch eine Berliner Künstlerin von Oluf zur Tar- ftellung gelangenden pdäenoen Tichmng IbsensT i e F r a u vom Meere" erkckirlich wird, w.nn man sie auf faßt als in hypnotischem Zustande befindlich