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Drittes Blatt.
Samstag AO. September 1902
152. Jahrgang
Nr. 221
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^)em Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt.
(RotattonSbrucf il Verlag der Brüh l'ichen Untvers.-Buch- iL®teln* druckeret (Pietsch Cirben) Rebattton, Expedition und Druckerei:
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen AMZ
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dortigen Ziehkinderfürsorge sehr wirksam unterstützt; dagegen wurden die ehrenamtlichen Waisenpflegerinnen noch von den nachfolgenden Rednern höher gewertet, als von dem Referenten, der unter allen Umständen nur besoldete Waisenpflegerinnen haben wollte, was besonders für kleinere Städte, wie Gießen, wichtig ist. Auch darauf wurde hingewiesen, wie nötig die Bestellung eines Vormundes für a»lle Ziehkinder sei.
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Straßen haben, die nach verdienten Mitbürgern, Staatsmännern, Feldherrn, Dichtern usw. genannt worden sind, deren Andenken mit der Zeit nur allzuschnell verblaßt, wäre der Gedanke gar nicht so übel. Aber wünschenswerter scheint es zunächst, im Interesse des ständig wachsenden Verkehrs nämlich, die jetzt vorhandenen Straßenschilder überall so anbringen zu lassen, daß sie für den Fremden auch sichtbar sind. Wie oft beobachtet man Durchreisende, die vergeblich an den Straßenecken nach dem betr. Schilde suchen! Manchmal ist es erst ein paar Schritte weit von der Ecke angebracht; manchmal hat ein Kaufmann erbarmungslos seine Firmatafel darüber plaziert, und manchmal fehlt es ganz! Charlottenburg hat sich von den an die Hauswände zu nagelnden Schildern ganz losgesagt, und an jeder Straßenkreuzung, ziemlich an der Bordschwelle, eiserne Träger ausgestellt, die in Augenhöhe etwa, ein doppelseitiges Schild mit dem Straßennamen ausweisen. An diesen Trägern rönnte man dann auch biographisch und illustrierend wirken. Die Hauswände sind für diese Idee jedenfalls ungeeignet.
In den Theatern hat das Fühlen nach den „Schlagern" der Saison begonnen, ohne bisher Resultate zu zeitigen. Ein Stück von wirklicher Zugkraft ist in diesem Jahre noch nicht geboren. Ob das „L e s s i n g t h e a t e r" mit L a u s s s düsterem „H e e r o h m e" Glück haben wird, bleibt abzuwarten; ebenso der Erfolg von Sch illings „Pfeifertag" am O p e r n h a u s e. Tas „Deutsche Theater" brachte in diesen Tagen die 100. Aufführung von Sudermanns „Es lebe das Leben!" Aber diese 100 Aufführungen bedeuten nicht etwa 100 volle Häuser! Die Gastspiele haben mit Charlotte Wiehe, deren mimodranra- tische Virtuosität ich schon voriges Jahr geschildert habe, sehr glücklich eingesetzt. Nun wird auch Sarah Bernhard endlich kommen und sich einen Teil der fünf Milliarden wiederholen. Wer hätte das noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten? A. R
man hat in Berlin, in manchen Regionen wenigstens, nie viel für Böcklin übrig gehabt, wie die Geschichte seines Bildes „Die Gefilde der Seligen" in der National-Galerie bitter beweist. Dieses Bild hat nämlich, da es den Beifall einer durch ihr Kunstverständnis sonst hervorragenden hohen Frau nicht gefunden haben soll, jahrelang im Keller des Museums gestanden, ohne freilich von seiner Farben- frende und Schönheit das Geringste einzubüßen. So wird das Schicksal der „Nereide" usw. wohl sein, von irgend einem überseeischen Näbob auf Nimmerwiedersehen über den „großen Tümpel" geführt zu werden. Amerika hat eben trotz aller seiner ^Nüchternheit Millionen für Kunstzwecke verfügbar, wo wir uns vergeblich bemühen, Tausende zusammenzubringen. Wenn sich auch ein etwas derber Zug von Milliardären-Protz dabei markiert: Tie künftigen Generationen „drüben" haben die Freude und den Segen davon.
Eine Bilderfreude, allerdings etwas eigentümlicher Art, kann man Heuer auch in einem der wie die Pilze hochschießenden neuen Kneiplokale Berlins im „Weißen Rößl" haben, dessen Wände mit Bildern unserer Theatergrößen, zum Teil von recht zweifelhafter Berechtigung, äusgeschmückt sind, natürlich in irritierter Art. Der ausführende Künstler war Knut Hansen. Daß er neben Richard Alexander, dem großen Pfeiler des Residenz- theaters, Emil Thomas verewigt hat, der seinen einstigen Ruhm viel zu lange in Aktivität überlebt, ist zu verstehn. Was aber die durch lärmende Reklame zu Tagesberühmtheiten ausposaunten Leute vom Schlage eines Bender und Josephi auf diesen Wänden sollen, ist schwer zu beantworten. Da es sich um ein Kneiplolal handelt, sollte man sich nicht gerade darüber aufregen, aber als ein Beitrag für die „Mache" fei es immerhin hier registriert.
Bilder und kurze biographische Notizen über den Taufst athen unter jenen Straßenschildern anzubringen, die den Namen irgend eines berühmten Mannes tragen, war ein Vorschlag, der nach französischen Vorbildern auch für Berlin angeregt wurde. Da wir ein ganzes Regiment von
22. Kongreß des deutschen Vereins für Armenpflege und WohllhätigKeit.
(Originalärtikel des „Gieß. Anz.") mg. Colmar, 18. September.
Seit gestern tagt hier der 22. Kongreß desDent- schen Vereins für Armenpflege und Wohl- thätigkeit. Es ist das zweitemal, daß der Kongreß im Elsaß einkehrt. War es das erstemal in Straßburg im Jahre 1896 ein gewisses Wagnis, den Boden der Reichslande mit ihren schwierigen Verhältnissen und ihrem ganz eigenartigen Armenwesen au betreten, da waren in Colmar dem Kongreß die Wege aufs beste geebnet. Tas war einmal die Wirkung des ersten Kongresses, dessen Anregungen gerade in Colmar auf sehr fruchtbaren Boden gefallen sind, und gewiß auch daS besondere Verdienst des Rechtsanwalt Tr. Ruland in Colmar, der in jahrelanger unermüdlicher Arbeit in Colmar eine mustergiltige Armenpflege nach deutschen Grundsätzen und unter starker Beteiligung von Frauen ins Sehen gerufen hat. Auch sonst mar die Wahl der Stadt Colmar sehr glücklich. Tenn diese alte Reichsstadt mit dem Blick aus die nahen Vogesen, mit ihren engen Straßen und interessanten alten Gebäuden, in denen die geschichtlichen Erinnerungen der Stadt fortleben, bietet in der That für den Besucher viel Anziehendes. Nicht wenig zur Erweckung der rechten Stimmung trug der Willkomm bei, den die Stadt in der alten Weinbörse, dem „Kopfhaus", durch den Mund ihres Bürgermeisters Riegert und durch einen Ehrentrunk in edelstem Elsässer Wein bot. Ter Begrüßungsversammlung ging in dem Saale des aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kaufhauses die Sitzung des Zentralausschusses voraus. Heute morgen um 9 Uhr begannen die öffentlichen Verhandlungen im geräumigen Katharinensaal, der in sehr geschmackvoller Weise in eine alte gothische Kirche eingebaut ist. Wir heben aus ihnen folgendes hervor. Ter Geschäftsführer des Vereins, Stadtrat Tr. Münsterberg aus Berlin, konnte über das Ergebnis der Verhandlungen der Kommission für Ge- meindestatistik berichten, daß diese wichtigen Arbeiten, die für die llebung der Armenpflege die nötige sichere Grundlage bieten sollen, demnächst in einer besonderen Veröffentlichung zutage treten werden. Ten Mittelpunkt der heutigen Tagung bildeten die Verhandlungen über „die Einrichtung von Notstandsarbeiten und deren Er- f o l g". Tie trefflichen Referate darüber wurden von den Beigeordneten Tr. Hartmann aus Barmen und Tr. Sch wander aus Straßburg erstattet. Letzterer faßte die Arbeitslosigkeit vor allem als notroenbige Folge unserer sozialen Verhältnisse auf. Er forderte von diesem Gesichtspunkte eine Behandlung der Notstandsarbeiten, die sie als soziale Fürsorge, nicht als ein Stück Armenpflege erscheinen lasse, und als Ergänzung die Einrichtung einer Arbeitslosenversicherung. In der Tiskussion fanden die praktischen Ausführungen des Referenten viel Zustimmung und Ergänzung, wogegen dem Gedanken der Arbeitslosenversicherung scharfe Gegner erwuchsen. Bei der Abstimmung wurden die beiden ersten Leitsätze, die die Einrichtung von Notstandsarbeiten unö Verschiebung nötiger Ausführungen aus 'den Winter fordern, einstimmig angenommen, der dritte dagegen, der die Einrichtung der Arbeitslosenversicherung für erstrebenswert erklärt, nur mit 50 gegen 47 Stimmen. Sehr lebhaftes Interesse erregte auch der Vortrsag des Stadtrat Pütter aus Halle über ,chie Beaufsichtigung der Zieh - oder Haltekinder". Er wurde durch die Mitteilung der in Leipzig und Hamburg auf diesem Gebiete gemachten Erfahrungen seitens der Leiter der
Vermischtes.
* Berlin, 19. Sept. Aus Anlaß der Erörterungen über den „Fall Löhning" erinnert der „Berl. Börsenkurier"' daran, daß gegen Ende März 1874 in der „Kreuzzeitung" die folgende etwas ausführliche, etwas redselige, aber doch auch vielsagende Vermählungsanzeige erschien: „Unter dem heutigen Datum haben sich durch fakultativen Zivilakt und priesterliche Einsegnung ehelich verbunden: des heiligen Römischen Reiches Reichsfrei- und Pannerherr Friedrich Karl Eduard Ernst v. Wolzogen und Neuhaus- Bauerbach, Königl. Preuß. Premier-Leut. a. D., mit Reichsfrei- und PaNnerfrau Hermine v. Wolzogen und Neuhaus- Bauerbach, geborenen Dettloff, von sechs Töchtern die zweite des Herrn Eduard Karl Dettloff, Wachtmeister der 2. Eskadron Kgl. Preuß. Garde-Husaren- regiments in Potsdam.
Die Titel -eigen wohlgemach. Daß alle Welt vergeht, Drum merket nur auf diesen Spruch: Thatkräftige Lieb allein besteht!
Nur auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege unseren tiefgefühltesten Dank für die so vielseitig uns schon bewiesenen herzlichen Teilnahmen. Cuxhaven, den 18. März 1874. Eduard von Wolzogen. Hermine von Wolzogen, geb. Dettloff." Herr v. Wolzogen stand bei den Gardehusaren und war als Mann von Geist und Vermögen in der vornehmeren Gesellschaft Potsdams eine begehrte Per-
dort unten eine Vorstadt billiger Wohnungen entstehen. Wie groß das Bedürfnis danach hier ist, beweist der Umstand, daß die Wohnungen lange vor ihrer Fertigkeit bereits alle vermietet sind.
Frankfurt a. M., 18. Sept. Unter Führung des Direktors des Zoologischen Gartens von New- y o r k traf am Mittwoch eine Kommission im Garten ein, die eine genaue Ausnahme des neuen „Hauses für Säugetiere" machte und Modelle in Auftrag gab, die „hinüber" geschickt werden sollen. Es wird sich vermutlich bald in der Yankeestadt ein gleich eingerichteter Bau erheben, von dem dort erwartet wird, daß er dieselben günstigen Gesundheitsverhältnisse bei seinen Insassen bewirkt, wie dies beim hiesigen Musterbau erreicht wurde. Am kommenden Sonntag (den 21.) findet der letzte 50 Pfg.-Tag in diesem Jahre statt.
Frankfurt, 19. Sept. Die von dem Magistrat beabsichtigte allmähliche Einführung des mit Französisch als erster Fremdsprache beginnenden Frankfurter Lehrplans auch in der zweiten, bisher noch nach Staatslehrplan eingerichteten Abteilung des Wohler-Real- gymnasiums hat nunmehr die Genehmigung des Ministers gefunden. Von Ostern 1903 ab werden demnach den den Lehrplan der Reformanstalten bevorzugenden (Ätern vier französische Sexten zur Einschulung ihrer Söhne zur Verfügung stehen, zwei am Wöhler-Realgymnasium, je eine am Goethe-Gymnasium und am Realgymnasium Musterschule. Eine mit Latein anfangende.Realgymnasialsexta wird in Frankfurt a. M. nicht mehr errichtet werden.
Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Wiesbaden legte der Magistrat den Stadtverordneten den provisorischen Vertrag mit Prof. Thiers betreffs des Kurhaus-Neubaues vor. Die Baukosten sollen 2^ Mill. Mk. betragen, das Honorar des Pros. Thiersch 40|000 Mk. für den Entwurf und 63 760 Mk. für die Bauausführung. Der Bau soll am 15. September 1905 schlüssel- fertig übergeben werden.
Plaudereien aus der Kaiserstadt.
(Nachdruck verboten.)
Bocklinbilder bei Schulte. — Im „Weißen Noßl". — Zur Frage der illustrierten Straßenschilder. — Theater-Umschau.
Den Kunstfreunden bietet sich in diesen Septembertagen eine kaum wiederkehrende Gelegenheit, sich an Bocklin'scher Farbenpracht zu berauben. Unter den Linden bei Schulte, dem vornehmsten Kunstsalon Berlins, ist eine Reihe von Böcklin's ausgestellt, unter denen neben der „Toteninsel", die der Meister wohl fünfmal gemalt hat, die „Fischpredigt" (der heilige Antonius predigt den Fischen. Die oberen zeigen blöd-fromme Gesichter, wahrend in der Tiefe die Raublust und Vcrtilgungsgier ihren alten Weg geht) zu finden ist. Das Hauptstück der Reche bildet jedoch das in seiner wunderbaren Koloristik unübertroffene Bild „Nereide und Triton", auf dem Wirkungen von geradezu berauschender Kraft z. B. m rieselndem Was;er usw. zu erblicken sind. Die Bilder stammen zum ^eil aus dem Nachlaß des kürzlich verstorbenen Musik-Verlegers Simrock, der ein eifriger Sammler war und das nötige Kleingeld für diese Liebhaberei hatte. Jetzt harren |te eines neuen Käufers. Da die Preise für Bocklm's in stetig aufsteigender Linie begriffen sind, |o muß dreier neue Käufer natürlich ein kleiner Krösus sein. Die Nereide und der Triton" sollten schon vor Jahren 96 000 Mark kosten, während ein rheinischer Kunstfreund nur 80 000 dafür geben wollte. Der Kauf zerschlug sich und der Barmer Mäcen begnügte sich damals mit dem etwas seltsamen Bilde „Gottvater und Adam", aus dem unser Stammvater nicht gerade als Ahn erscheint, auf den man sich viel einbilden konnte. Aber auch dieser, nicyt nach jedermanns Geschmack geratene, Böcklin kostete schon oOOOO Mark. Wer mag wissen, wohin die kostbaren Bilder, die heute noch bei Schulte stehen, geraten? Es wäre Nicht gerade unnatürlich, wenn sich der Staat dazu verstände, die Schätze für die National-Galerie zu erwerben. Aber
Aus Stadt und Land.
Gießen, 20. September 1902.
**DasGroßh. Regierungsblatt Nr. 63 , aus- gegeben am 16. d. M., enthält: 1. Verordnung, die allgemeinen Staatsprüfungen für das Hochbau-, Ingenieurbau- und Maschinenbaufach betreffend. 2. Bekanntmachung betreffend.
** Das Amtsblatt Großherzoglich en Ministeriums der Justiz Nr. 29 Dom 5. September enthält ein Ausschreiben an die Justizbehörden, insbesondere die Staatsanwaltschaften, betreff. Mitteilungen der Staatsanwaltschaften an andere Behörden in Straf-, Disziplinar- unb Ehesachen.
** Blumen-Ausstellung. Nächsten Sonntag am 21. und Montag den 22. d. M. findet in der Turnhalle der Stadtmädchenschule (Westanlage) eine Ausstellung von Blumen statt,'welche in diesem Frühjahr den Schülerinnen der oberen Klassen der Volksschule zur häuslichen Pflege übergeben wurden. Wir machen hiermit alle Blumenfreunde auf diese Ausstellung aufmerksam. Sie ist an beiden Tagen von vormittags 11 bis nachmittags 5 Uhr geöffnet.
)( Vom oberen Vogelsberg, 18. Sept- Seit einigen Tagen ist hier anhaltendes Regenwetter eingetreten, sodaß das Einbringen der Sommerfrucht zurückgeblieben ist, ebenso auch die Grummeternte unterbleiben muß. Vordem waren einige sehr schöne heiße Tage da, an denen jedoch nur Grummet gemacht werden konnte, da die Sommerfrucht noch nicht reif war. Die Witterung ist im übrigen schon recht herbstlich, zeitweise herrschte verhältnismäßig große Kälte hier. Mit dem Aussäen des Kornes wird allmählich schon begonnen, da dies in hiesiger Gegend frühzeitig geschehen muß. An Kartoffeln giebt es in diesem Jahre wenig, desgleichen an Dickwurz und Kohlrabi, da das Aussetzen zu spät erfolgen mußte. An Obst giebt es eine Unmenge von Birnen und Aepseln, sodaß sich die Bäume unter der Last biegen. Kirschen hat es hier nicht gegeben. Viele Haselnüsse sind dagegen vorhanden. Es wird ein frühzeitiger Winter erwartet-
Frankfurt a. M., 18. Sept. 762 kleine Wohnungen auf einmal hat die Aktiengesellschaft „Hellerhof" an der Rebstöckerstraße in der Nähe von Griesheim so weit vollendet, daß sie in nächster Zeit bezogen werden können. Jeder Wohnung von zwei und drei Zimmern ist eine Küche mit ventiliertem Speiseschrank, ein Badezimmer, ein Klvset, ein Bodenraum, ein Kellerschrank, ein für sich eingefriedigter Gartenanteil, sowie die Benutzung der Waschküche und des Trockenplatzes zugeteilt. Tie Mietpreise schwanken zwischen 10 und 45 Mk. monatlich. 150 Wohnhäuser sind auf Veranlassung der Stadtverwaltung errichtet und erforderten einen Kostenaufwand von 4 300 000 Mk. Die Bebauung des Geländes ist landhausmäßig erfolgt und geschickt das „Kasernenartige" dieser Wohnungen, die 3000 Personen fassen, vermieden. Tie Gebäude sind zweieinhalb Meter voneinander entfernt. Auch die Aktiengesellschaft für kleine Wohnungen baut in der Nähe eine Anzahl Häuser, mit meist Zweizimmerwohnungen, und so wird nach und nach
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