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20.1.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 16

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Zweites Blatt. 153. Jahrgang Montag 3V. Januar LSVL

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WM

zeigenteil: Hans Beck.

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GietzenerAnzeiger

w General-Anzeiger

Die heutige Yummer umfaßt 12 Seiten.

Das Krönuugs- uud Krdensfest.

Berlin, 19. Jan.

Im Königlichen Schloß wurde heute das Krönnngs- itnb Ordens fest gefeiert- 9Nachdem die Mitglieder der Ge- neralordenskommission die UeLerreichung der Orden an die mit Auszeichnungen Bedachten vorgeuomnren hatten, erschien nach 11 Uhr das Kaiserpaar. Nach Begrüßung der Prinzen und Prinzessinnen und Entgegennahme der Meldung des Präsidenten per Eeneralordenskommission, Generalleutnants Prinzen Salm-Horstmar, begab sich das itaif crpaar in feierlichem Zuge unter Vorantritt des Oberhofmarschalls Grasen zu Eulenburg nach dem Ritter­saale zur Abhaltung einer Cour. Hinter dem Kaiser­paar schritt der unmittelbare Dienst, sodann der Kron- Prinz mit der Prinzessin Heinrich, Prinz Eitel Friedrich mit Prinzessin Friedrich Leopold, Prinz Heinrich mit der Herzogin von Albany, die übrigen Prinzen und Prin­zessinnen, Fürstlichkeiten und das Gefolge. Im Ritter- saale, wo sich die Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler und die Staatsminifter bereits eingefunden und die Neudekorierten ausgestellt hatten, traten das Kaiser­paar vor den Thronbatdachin, die Prinzen links, die Prin­zessinnen rechts. Prinz zu Salm-Horstmar stellte die neu­ernannten Ordensritter vor. Darnach erfolgte in der zweiten Paradekammer die sei-erliche Vorstellung der neu­dekorierten Damen- Darauf begab sich um 121/4 Uhr das ü'aiserpaar zu dem feierlichen Gottesdienst in die Schloßkapelle. Diese war von einer glänzenden Versamm­lung dicht gefüllt. Gegenüber dem Altar saßen das Kaiser- vaar, ihnen zunächst die Prinzen und Prinzessinnen. Auf den werteren Bänken saßen zahlreiche Fürstlichkeiten, der Reichskanzler, die Ritter des Schwarzen Adlerordens, das diplomatische Korps, der Bundesrat, die Minister und Staatssekretäre, ferner eine große Zahl Ordensritter und 9Leuüekorierter. Auf den Gesang des Domchors folgte Ge­meindegesang und Liturgie. Konsiftorialrat Hosprediger Kritzinger hielt die Festpredigt. Der Gesang des nieder­ländischen Daukgebets schloß die Feier.

Nach dem Gottesdienst fand Tafel im Weißen Saale, in der Bildergallerie und den angrenzenden Gemächern statt- An der Haupttafel saß wie immer neben den Fürstlichkeiten, Botschaftern und Ministern auch eine Deputation der Inhaber des Allgemeinen Ehrenzeichens und des Eisernen Kreuzes, Krongardisten, Wachtmeister und Unterbeamte. Der Kaiser saß rechts neben der Kaiserin, rechts vom Kaiser saßen Prinzessin Heinrich, Prinz Eitel Friedrich, Prinzessin Earl von Hohenzollern, Prinz Friedrich Leopold, Prinzeß Alice von Großbritannien, Prinz Albrecht, Fürstin Anton Radziwill, Prinz Friedrich Wilhelm usw- Links von der Kaiserin saß der Kronprinz, Prinzessin Friedrich Leopold, Prinz Heinrich, Herzogin von i!llbany, Prinz Friedrich Heinrich, Prinz Joachim Albrecht, Prinz Chlodwig von Hessen-Philippsthal, Prinz Albrecht zu Schleswig, Erbprinz von Hohenzollern. Den Majestäten gegenüber saß der Reichskanzler zwischen dem italienischen und österreichischen Botschafter. Neben dem italienischen Botschafter folgten der russische und türkische Botschafter, die Generalobersten v. Loe und Hahnke; neben dem österreichischen Botschafter saßen der französische Botschafter, Generalfeldmarschall Gras Waldersee, Fürst Pleß und der Herzog zu Trachenberg. Um 2y2 Uhr ver­ließen die Majestäten den Weißen Saal, um Cercle zu halten, wobei sie viele Anwesende durch Ansprachen ans- zeichneten.

Es erhielten u a. das Großkreuz des Roten Adler­ordens mit Eichenlaub: Frhr. v. Hammerstein- Loxten, General der Inf. und Chef der Landgendarmerie. Den Roten Adlcrorden erster Klasse mit Eichenlaub: B a r k- hausen, Wirtl. Geh. Rat, Präsident des eoang. Ober- Kirchenrats, Frhr. v. Bis sing, kommand. General des 7. Armeekorps, Frhr. v. Gemmingen, Präsident des Reichsmilitärgerichts. Den Stern zum Roten Adlerorden zweiter Kl. mit Eichenlaub uud Schwertern am Ringe und der königl. Krone: Frhr. v. Schelc, Generalleutnant und Kommandeur der 16. Division. Den Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe: v. Beneckendorff und v. Hindenburg, Generalleutnant und Kommandeur der 28- Division, Ehr­hardt, Vizepräsident des Rechnungshofes des Deutschen Reichs; den Stern zum Röten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub u.. .a. Tr. jur. Frhr. v. Richthofen, Staatssekretär des Auswärtigen Amts; den Roten Adler­orden zweiter Klasse mit Eichenlaub: Dr. Olshausen, Geh- Medizinalrat und Ordentl. Professor an der Univ. Berlin, Tr- Olshausen, Oberreichsanwalt zu Leipzig, Dr- Petri, Unte^'taatssekretür im Ministerium für Elsaß; den Kronenorden zweiter Klasse: Gebhardt, Professor, Maler in Düsseldorf, Dr. Schaper, Generalarzt, Geh. Obermedizinalrat und ärztlicher Direktor des Charite- Krankenhauses in Berlin, Georg Prinz von Schon- aich-Carolath.

Politische Tagesschau.

Im preußischen Abgeordnctenhause stand am Samstag an erster Stelle die Interpellation über das Altenbekener Eisenbahn-Unglück auf der Tages­ordnung. Nach Begründung derselben durch den Abgeord­neten v. Savigny (Centrum) erklärte in Vertretung des erkrankten Eisenbahnministers Unterstaatssekretär Fleck, so- wett ein Verschulden der Beamten die Angelegenheit betreffe, unterliege diese der gerichtlichen Untersuchung, und es empfehle,

sich daher nicht, jetzt näher darauf einzugehen. Redner schildert sodann die äußeren Vorgänge bei dem Unfall. Es herrschte Nebel, über dessen Nichtigkeit die Angaben verschieden sind. Auf den Stationen der Strecke sei seit 1894 die elek­trische Blockung eingefühtt, die sich überall gut bewährt habe. Hierauf erläutert Redner die Einzelheiten dieses Dienstes und die Obliegenheiten des Blockwätters. Der Dienst sei in keiner Weise anftrengenb. Bei Nebel seien besondere Sicherheits­signale vorgesehen. Bei dem Altenbekener Fall hätten nach den bestehenden Instruktionen Knallsignale ausgelegt werden sollen, was unterblieben sei, weil alle Beamten mit der Wegschaffung der überfahrenen Pferde beschäftigt waren. Auf weitere Sicherheits-Einrichtungen werde Bedacht genommen. Es bestehe eine besondere Abteilung der Verwaltung, die Neueinrichtungen und Vorschläge genau zu prüfen hat. Abg. Funk (Freis. Volksp.) betont, daß in Sachen der Verkehrssicherheit nicht gespatt werden dürfe. Ministerialdirektor Schroeder crwidett, die Verwaltung thue alles, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Bei richtiger Durchführung der bestehenden Vorschriften wäre das Unglück unmöglich gewesen. Im weiteren Verlauf der Sitzung nimmt der Unterstaatssekretär F l e ck die Eisenbahnbeamten gegenüber Vorwürfen des Abg. Ost Haus in Schutz, speziell auf unser Lokomotivführerkorps könnten wir stolz sein.

Em Erlaß des Erzbischofs von Posen.

Bekanntlich hatte sich die deutsche Reichsregierung an die römische Kurie gewendet und um Abstellung der Kirchen- und Schulmißstände im Erzbistum Posen- Gnesen ersucht. Darauf hin hat der Erzbischof Dr. v. Stab­lewski einen Erlaß an die polnisch-katholische Geistlichkeit seiner Diözese gerichtet, der im wesentlichen folgenden In­halt hat:

1. Die polnisch-katholische Geistlichkeit solle nach Möglichkeit und gemäß den öttlichen Verhältnissen alle Forderungen der deutschen Katholtten berücksichtigen respektive ihn den Erzbischof von solchen Forderungen benachrichtigen;

2. die polnisch-kacholische Geistlichkeit solle sich nicht in in­terne S ch u l v e r h ä l t n i s s e mischen, sondern lediglich da­nach ftreben, dasjenige, was bei dem Religionsunterr!cht in der Schule versäumt roird, in der Vorbereitung der jungen Christen nachzuholen. Diese Pflicht lege der Erzbischof besonders der Geist­lichkeit ans Herz, damit nicht noch eine größere Verwahrlosung unter der Jugend eintrete. Leider sei es unter den obwaltenden Verhältnissen nicht mehr möglich, eine katholische Schulinspektion auszuüben, wie dieses früher hier und in anderen Ländern noch der Fall ist;

3. mahnt der Erzbischof die polnisch-katholische Geistlichkeit, sich vor der Mitarbeiterschaft an polnischen Blättern, welche einen aufreize ndenCharakter tragen, zu hüten, ihre Kräfte vielmehr solchen Blättern zu widmen, die treu zu Kaiser und Papst ständen, rote z. B. derKatholische Weg­weiser" ;

4. verbietet der Erzbischof der polnisch-katholischen Geist­lichkeit, Volksversammlungen einzuberusen oder in ihnen als Redner auszutreten. Dieses würde unter den obwaltenden Ver­hältnissen nur aufreizend mitten.

Ueberhaupt bäte er, alles zu vermeiden, was sich direkt auf Religion und Kaiser bezöge.

Deutsches Deich.

Berlin, 19. Jan. Gestern abend hörte der Kaiser im landwirtschaftlichen Ministerium Vorträge über Hoch­moor-Besiedelung und Torfverwertung. Nach den Vor­trägen blieb der Kaiser noch längere Zeit mit den Gästen des LandwirtschaftSmtnisters v. PodbielSki vereint.

Die Kaiserliche PachtHohenzollern" hat gestern, nachdem die letzte Post an Bord genommen war, die Ausreise nach Amerika angetreten. Admiral von Köster ließ, wie man aus Kiel meldet, auf dem Wachtschiff Blücher" das FlaggensignalGlückliche Reise" setzen. Die Hohenzollern" fuhr durch den Kaiser Wilhelm-Kanal.

Die Errichtung eines Ehren grab es für den ermordeten Gesandten v. Kettel er ist von einem Komitee beschlossen und vom Kaiser genehmigt worden. Tas Mo­nument wird seinen Platz in Münster erhalten, wo Freiherr v. Ketteler begraben liegt.

Der Reichskanzler Graf Bülow hat Rudolf von Benni gfen anläßlich des Todes seines Sohnes sein Bei­leids usgedrückt. Tie Beisetzung des Landrats von Bennigsen erfolgt Dienstag nachmittag int Gutsparke zu Bennigsen.

Zu Ehren des Grafen Waldersee fand gestern abend imKaiserhof" ein von Freunden und Waffengenossen des Feldmarschalls veranstaltetes Festmahl statt.

Das Befinden des Staatsministers v. Thielen hat sich soweit gebessert, daß er heute nachmittag das Krankenbett verlassen und einige Stunden auf dem Ruhc- lager zubringen durfte. Die völlige Wiederherstellung des Ministers wird noch längere Zeit häuslicher Pflege bean­spruchen.

Zur Fortführung der Einigungsverhandlungen hatte Gcwerbegerichtsdircktor v. Schulz bte Vertreter der ver­einigten Apothekenbesitzer und der Zenttalkommission der Krankenkassen gestern abend nach dem Bürger­saale des Rathauses berufen. Tie Bemühungen, eine Einig­ung herbeizuführen, blieben ohne Ergebnis. In den beiden Haupt strettpunkten, Höhe des Skontos und Bezug der dem freien Verkehr überlassenen Heilmittel, war eine Ver­einbarung nicht zu erzielen.

Tas Zentrum hat eine Interpellation an den Bundesrat in der Angelegenheit des Jesuitengesetzes beschlossen.

In der gestrigen Sitzung des Zentralaus­

schusses der Reichsbank bemerkte Präsident Dr. Koch im Anschlüsse an die neue Wochenübersicht vom 15. d. Mts., daß sich daraus eine bedeutende Kräftigung der Lage ergebe. Die Anlage ermäßigte sich seit Jahresschluß um volle 309 Mill., namentlich fiel auch der damals auf 161 Mill, gestiegene Lombard um 91 Mill., also noch 5 Mill, unter dem vorjährigen Bettag, die Gesamt-Anlage sei um 65 Mill, kleiner als int Vorjahre, die Wechselanlage sei um 67 Millionen, das Metall um fast 149 Mill, stärker als im Jahre 1901, das Gold allein um 137 Mill. Der Gold- b e st a n d der Reichsbank am Schlüsse des Vorjahres, ver­glichen mit dem Ende 1900, zeige eine Vermehrung von 131V2 Mill., die fremden Wechselkurse stehen nicht ungünstig, an den letzten Wochen sei mehr Gold in Deutschland eingeführt als abgcftosscn sei. Die fremden Gelder seien um 45 Mill, höher als 1901, die steuerfreie Notenreserve betrage 199y2 Mill., sei also um 105 Mill, größer als im Vorjahre. Ta der Privatdisk0nt sett Jahresschluß fast stetig gefallen sei und jetzt volle 2 Proz. niedriger se als der Bankdiskont, trotz wieder- erwach endenVertrau ens, so beabsichtige die Reichs­bankverwaltung die Ermäßigung der Bankrate­wenngleich der Vorsicht entsprechend zunächst um 1/2 Proz.

DerNordd. Allg. Ztg." zufolge fand hier am 11. Januar eine Sitzung des Ausschusses des Verbandes deutscher Berufsgenossenschaften statt, wozu auch Vertreter des Reichsversicherungsamtes eingeladen waren. Der Hauptgegenstand der Verhandlungen war die Beratung über Mittel und Wege, um zu sachgemäßer, dock) möglichst schonender Anwendung der Bestimmungen des neuen Gl> werbe-Unfallversicherungsgesetzes über die für die Industrie so schwerwiegenden Zuschläge zu den Reservefonds der Be- rufsgenossenschasten zu gelangen. Nachdem hierüber alt­seitige Einigung erzielt war, nahm der Präsident des Reichs-, Versicherungsamtes Gaebel Veranlassung, den neuerdings in der Presse gegen das Reichsversicherungsamt gerichp teten Angriffen entgegenzutreten, wonach ans der Anzahl der Maßnahmen dieser Behörde die Absicht, das Selbstver­waltungsrecht der Berufsgenossenschastcn zu verkümmern, geschlossen werden müsse. Es wurde beschlossen, die zur Beratung gestellte Angelegenheit vor dem nächsten, in Düssel­dorf stattsindendcn Gcnossenschastsverbandstage wiederholt zu verhandeln.

Dem Reichstage ist eine Petition des Professors Dr. Med em in Greifswald zugegangen, die angesichts der jüngsten Duelle Interesse beanspruchen darf. Danach soll u. a. die bisherige Straflosigkeit für Kartellträger, welche ernstlich bemüht gewesen stnd, den Zweikainpf zu verhindern^ für Sekundanten, sowie für zum Zweikamps zugezogene Zeugen, Aerzte und Wundärzte sortfallen, wenn der Zwei­kampf früher als drei Monate nach der Forderung ansge-, fochten wird. Der Anttagsteller wtll damit der Sitte ent­gegentreten, Pistolenduelle in höchster Eile und Ueberstürz-, ung erledigen zu lassen, wodurch Verhandlungen zur be­sonnenen Vermetdung des Duells unmöglich gemacht werden und der int Pistolenschießen ungeübte Duellant dem firmen Schützen überliefert wird, ohne sich hinreichend verteidigen zu tonnen.

Die Ausführungsbestimmungen zum Fleisch­beschaugesetz unterliegen noch der Beratung der Bundes-, ausschüsse. Wann diese ihre Arbetten erledigt haben werden, ist noch nicht zu übersehen.

DerGermania" zufolge bestätigt es sich, daß die Zentrumsfraktion des Reichstages beschlossen hat, eine Interpellation in Sachen des Jesuiten gesetze^ einzubrmgen.

Ter Ausschluß der Juden vom Offizierkorps erstreckt sich sogar auf den Sanitätsdienst. Nach einer im preußischen Kriegsministerium aufgenommenen Stattstik giebt es int Heere gegenwärtig im ganzen nur drei aktive jüdische Militärärzte: einen Generalobcrarzt, einen Ober­stabsarzt und eine Stabsarzt. Tas sind 0,23 Prozent aller aktiven Militärärzte. Unter den Militärärzten des Beur­laubtenstandes sind 510 oder 10,12 Prozent jüdische Sani­tätsärzte und von den Unterärzten sind 384 oder 24,84 Prozent Israeliten. Angesichts dieser Zahlen erinnert die Franks. Ztg." daran, daß feit Jahren Klage geführt wird über allzu große Lücken im Bestände des Sanitätsoffizier-, korps.

Königsberg, 19. Jan. Der frühere Reichstagsabg. Anton Frhr. von der Goltz-K'allen ist gestern ge­storben.

Stuttgart, 18. Jan. Aus zuverlässiger Quelle er­fährt man, in der Frage der Ein heits marke werde eine Entscheidung über die Haltung der Regierung und die. Stellungnahme der Fraktionen erst zu erwarten sein, wenn die Erklärung der Reichspostverwaltung auf die Abänder­ungsvorschläge, die von der württembergischen Regierung infolge der in der .Finanzkommission formulierten Beding­ungen gemacht worden sind, eingetroffen sind.

Ausland.

London, 18. Jan. Aus Sid ney wird telegraphiert: Eine deutsche Gesellschaft habe wichtige Han­delsrechte für die Ellice- und die Gilbert- Inselgruppe erlangt- Es mache sich eine lebhafte Agitation dagegen geltend, da man fürchte, die Flagge würde dem Handel folgen und die Inselgruppe würde deutsch werden. Tie Bundes-Regierung würde dringend aufgefordert, bei Chamberlain zu protestieren. An hiesiger Stelle ist davon nichts bekannt.

Glasgow, 18. Jan. Tie Admiralität hat die Privat- werften zu Angeboten auf Lieferung von zehn Torpedo­bootzerstörern mit einer auf 25 Knoten herabgesetzten: