— mit der Wirkung der wesentlichen Gefährdung des Friedens! — „nicht ungerechtfertigt, sondern im Gegen- teil in jeder Beziehung notwendig und gerecht- fertigt gewesen sei", woraus natürlich die Ablehnung der Berechtigung von Schadenersatzansprüchen folgt. Die deutsche Regierung hat glänzend Recht bekommen in allen Punkten; sie hat verdienstlicher Weise volle Kaltblütigkeit gewahrt, ebenso energisch tote sachlich ihre Auffassung vertreten, und der englischen und amerikanischen Regierung bleibt nur übrig, die Verluste zu ersehen, die durch die militärische Aktion Deutschen und Personen unter deutschem Schutz zugefügt worden sind. Rur ist einer weiteren Entscheidung des Königs Oskar Vorbehalten, in welcher Weise sich die Schadensersatzansprüche auf die beiden Regierungen verteilen. Am 15. März 1899 hat der Streitfall seinen Anfang genommen, am 7. November desselben Jahres erfolgte das Abkommen, wodurch der Schiedsspruch angerufen wurde, drei Jahre also hat diese Entscheidung beansprucht. Daß sie nicht gründlich sei, wird von den Unterlegenen nicht bemängelt werden tonnen. Es erfüllt mit Beruhigung, daß inzwischen die Interessensphären auf Samoa scharf abgegrcnzt worden sind, sodaß der Wiederholung solcher Konflikte, unter Umständen verhängnisvoll für den Weltfrieden, vorgebeugt ist.
Aus uni» AuiS.
Gießcn, 19. November 1902.
•* Gedenktage. Am 20. November 1815 schlossen die Alliirten mit dem zurückgekehrten Ludwig XV111. den zweiten Pariser Frieden, nachdem die Verbündeten zum zweiten Male siegreich in Paris eingezogen waren und der erneuerten Herrschaft Napoleons, genaniit die »Herrschaft der Hundert Tage" em Ende gemacht hatten. Durch den Frieden wurde Frankreich auf den Besitzstand von 1790 beschränkt und mußte 660 Millionen Mark Kriegskosten zahlen. .Der General Bonaparte mußte Europa für immer verlassen"; die Insel St. Helena wies man ihm als Exil an.
** Die Frist für den Umtausch der im Reichs- Postgebiet und in Württemberg bis Ende Diärz d. I. ailtig gewesenen Postwertzeichen gegen solche mit der Inschrift „Deutsches Reich" läuft, wie uns vom Reichspostamt mitgeteilt wird, noch bis Ende Dezember 1902. Bis dahin kann der Umtausch bei allen ReichS-Post- anstalten und Königlich Württembergischen Postanstalten sowie bei den Landbricftrö^ern bewirkt werden. Vom 1. Januar 1903 ab werden Anträge auf Umtausch alter Postwertzeichen nicht mehr berüct,ichtigt. Soweit noch Sendungen mit alten Postwertzeichen Vorkommen, werden sie von den Postanstalten bis zum Abläufe der Umtauschfrist nicht in der Beförderung ausgehalten und auch nicht mit Nachtaxe belegt. Tie livch Ablauf der Frist etwa noch verwendeten alten Postwertzeichen werden von den Post- anstalten als ungiltig behandelt.
** Kanalisationsarbeiten. Wegen der eingetretenen Mlte wurde gestern bei unseren Kanalisatioiis- arbeiten das Mauern eingestellt. Wenn die Kälte so weiter anhält, werden, wie wir hören, die Ecdarbeiten ebenfalls gänzlich ruhen. Man hofft aber, daß bald ein Witterungsumschlag es wieder zulästt, den feiernden Arbeitern Beschäftigung geben. Tie Pumpen bleiben allerdings Tag und Nacht in Thätigkeit, auch während des kalten Wetters, da sonst das schon aufgeführte Niauerwerk entzwei frieren könnte.
** Kaufmännischer Verein. Heute abend veranstaltet im Eafs Leib der Kaufmännische Verein den dritten Vortrag dieser Saison. Herr Leo Erichsen wird einen Experimentalvortrag über Hypnose, Spiritismus und Gedankenübertragung halten. Leo Erichsen behandelt das gesamte Auftreten Stuart Cumberlands, das er mit Unterstützung zahlreicher Experimente erklärt; er giebt ferner über die Täuschungskünste der sogenannten Gedantenleserpaare Homcs und Fey, Fly und Äade u. a. Ausschluß, um selbst das interessant.»'^ wissenschaftliche Experiment auszuführen; die Gedankenübertragung ohne körperliche Berührung, ein Experiment, mit dem sich zur Zeit die wissenschaftlichen kreise eingehend beschäftigen. Bei Behandlung der Hypnose führt er diese zunächst praktisch vor. Stellen stch ihm Personen aus dein Publikum Lur Verfügung, was bisher stets der Fall gewesen ist, so demonstriert er an 1—3 von ihnen die verschiedensten Stadien der Hypnose (vom einfachen hypnotischen Schlafe bis zum dritten eventl. vierten Grad dec Hypnv,e) mit ihren mannigfachen Erscheinungsformen. Tie l.-xvcri- mente, die ihm überraschend schnell gelingen, sollen dazu dienen, dem Publikum einen vollen Begriff von den Wundern der Hypnose und dem Vortragenden eine Unterlage für seine Erklärung zu geben, die er vom jüngsten Standpunkt der Wissenschaft aus gießt. Endlich wendet er sich Dem Spiritismus zu. Zum ersten Mal wird hier diose eigenartigste Erscheinung des neunzehnten Jahrhunderts erschöpfend und allgemein verständlich behandelt. Leo Erichsen giebt ohne weiteres zu, daß beim Spiritismus eine Menge Phänomene und anormale Erscheinungen zu tage treten, aber er erklärt alle diese Erscheinungen psycho- logisch als natürliche Vorgänge. Zum Schluß behandelt er die Betrugsmedien, namentlich die Anna Rothe, der er besonders nahe gestanden hat. Er zeigt ihre raffinierten BetrUgsmanover, wie die Betrügereien anderer berühmter Medien, (Euserpia Paladino, Miß Cook, Slade usw.), an hochinteressanten Experimenten.
-Der Abg. Joutz in Butzbach wahrt sich seiner Haut. Von den verschiedenen Seiten wird seine Wiederwahl absprechend erörtert, und er nimmt immer wieder im Butzbacher Blatte das Wort zur Abwehr. Neuerdings richtet er sich scharf gegen die Bauernbündler und sagt u. a.:
Eö i|t Nicht allein etwas gelhan, bau man dem Landwirt die Einnahmen zu verbessern sucht und statt im Reichstage, in Bauernversammlungen große Reden hält, fonbcvn daß man ihn auch vor vermeidbaren Ausgaben zu bewahren sucht. Der ^ruch izoll ald auch derFleijchs chutz sind Angelegen» heuen des Reichstags, und man konnte den Herrn Bauernbund- lem den Rat geben, etivas mehr daraus zu sehen, baß ihre Vertreter wcniguens bei solchen Fragen staubig den Reichstag bc- suchen. Es gäbe einen ganz irischen Zug für mein Interesse an den ReichStagsverhanblungen, wenn ich einmal lesen würbe, .der Abg. Kohler »Langsdorf hat baS Wort". Bezüglich ber Meinung, baß die Lanbwirte oder Bauern, — wie sie Kohler imb Husche! gern nennen, — als sie freisinnig wählten, ein ©rett vor ber Stirn gehabt halten, ba« später iveogefegt worben sei, so ist bad eine Phrase, bie schon duyenüiach in Bauernversanimlungen gesagt worben ist, die aber gar keine Berechtigung hat. Der Bewohner ber Wetterau euiichlievl. der Städte ist etwas demokratisch gesinnt, wie ja bas Jahr 184b bewiesen hat. Der Demokratismus yt aber kein gefährlicher. Man laim bei demselben das schon ohei auf die Hess et, angewandte Wort aiiivenden, fie rooüt.i eine Republik mit dem Grobherzog an ber epi^t*. Als nach dem Jahr 1870 der Traum von 1848, die Erstehung des deutsch n Reicl.4,
sich erfüllte, war eS ganz natürlich, baß diese von dem Freisinn getragene Gesinnung von Fortschritt und LolkSherrfchast, auch bet uns in den Wahlen ihren Ausdruck fanb. Nachdem aber in ber Freisinnigen Partei eine Richtung bie Oberhand erhielt, die bas .Allesgehenlassen im freien Kampf ber Kräfte* aus bas Panier schrieb, schwand naturgemäß bet ber hiesigen Bevölkerung bas Jn- terefse an dieser Partei. Tas hat keine Bauernorgantiaiion fertig gebracht, sondern bie Freisinnige Partei selbst. Ebenso ist es merkwürdig, daß der Herr Korrespondent meint, ba bie Handelskammer Friedberg gegen die Zollerhöhung beschloßen habe, müßte em Vertreter ber ausschließlich twubwirtschast treibenden Bevölkerung im Landtage sein, ber biejer Sachlage m erster Vinte Rechnung trägt. Einmal, wo liegt bie logische Verbindung zwischen beiben Gebanken und welche Sachlage ist gemeint, ba die Fruchtzölle u. bergt m bem Lanbtagc nicht verhanbelt werden? Außerdem haben wir auch im Wahlbezirk feine .ausschließlich' Landwirtschaft treibende Bevölkerung, sondern es bürfte kaum bie Hälste derselben an den Fruchtzöllen überhaupt ein Interesse haben. Ich stehe nicht aus bem manchesterlichen Slanbpunkt und habe auch nie ba- rauf gestanden, sondern bm ber Ansicht, daß schwache Verhältnisse im Staat geschont und gestärkt werden mühen, mochte aber nicht anerkennen, baß irgenb em Bunb, ber nicht bie Majorität im Bezirk hat, für sich einen Abgeordneten nach Tarmsladt verlangen kann, denn dann läge doch weder Recht noch Billigkeit Nun hat ber Herr noch gemeint, ein Bauer könne doch eher bie Interessen bes Stanbes vertreten, als ein Kaufmann. Erstens kommt es auch sehr barauf an, inwieweit Jemand das Zeug dazu hat, aber auch auf einen festen Charakter unb ich muß auch hier wieder an bie verschiedenartige Haltung eines befaiinten Kollegen unb bann auch baran erinnern, baß ber Landtag keine landwirtschaftliche Getier al Versammlung ist und von den ca. 1000 Angelegenheiten, bie in 3 Jahren nn Landtage verhanbelt werden, nur sehr wenige lanbwirtschastltcher Art fmb.
Frankfurt, Jd. 3too. Vom Rektorat der Darmstädter technischen Hochschule erhält die „Frkf. Ztg." eine längere Zuschrift Tas genannte Blatt hat anfangs Oktober unter der Bezeichnung „Zum Tuell gefordert" einen Bericht über angeblich vorgekommenc grobe Ausschreitungen Tarmstädter Studierender im Warte-saal zweiter K1a,se des Frankfurter Hauptbahnhofs veröffentlicht. Am Tag, nachdem jene Notiz erschienen war, stellten sich zwei Studierende unaufgefordert dem Rektorat vor, als diejenigen, die bei der Sache beteiligt gewesen. Tie anderen Herren gehörten der Hochschule Überhaupt nicht oder nicht mehr an. Tie vom Rektorat eingeleitete Untersuchung des Vorfalls giebt ein von jenem Frankfurter Bericht völlig abweichendes Bild. Ter in dem Artikel erwähnte verheiratete Arzt hatte zuerst mit einem unermittelt gebliebenen fremden Rei- ,enden einen Wortwechsel. Er fuhr dielen an, warum er ihn fixiere, woraus der Reisende, nachdem die erste Verblüffung vorüber war, dem aufgeregten Herrn erklärte, er wisse nicht, was der Herr wolle, er werde ihn aber nicht weiter stören, sich vielmehr entfernen. Tiese von den später beteiligten Herren als einfache Zuschauer mit angesehene Szene gab ihnen Veranlassung, unter sich darüber zu reden, wobei jebe Provokation des Arztes unterblieb. Ter Herr aber empfand dies als eine solche, setzte sich mit ausgcstützten Ellenbogen an den Tisch der Studenten — also nicht diese auf den seinigen — und fixierte fie unter Gebrauch verschiedener nicht gerade höflicher Ausdrücke, bis .seitens der Studenten Vorstellung erfolgte, und die Frage, was der Herr denn eigentlich wolle. Eine frühere Begegnung mit dem Arzt wird von den Studierenden aus das Entschiedenste in Abrede gestellt. Tie Studierenden haben den Herrn nicht verfolgt, sondern chicser ging ihnen nach bis an die Bahnsteigschranke. Von einer Forderung zum Tuell war seitens der Stu- bierenben keine Rede. Tie vom Polizeipräsibium veranlaßte Vernehmung des betreffenden Schutzmannes, des Eisen- bahnschassners, BahnhofSportiers und Bohnhofswächters, sowie des Kellners hat ergeben, daß keinerlei Ausschreitungen Dorgeßuminen sind. Ter angeblich Angegrissenc, Tr. M., erzählte den Beamten, er fei vis zum Tage zuvor an der Irrenanstalt zu Weilmünfter als Arzt angcftelli gewesen, den Studenten gab er zuerst GeraerstraAe in Frankfurt, dann Gera als Domizil an; auf eine Anfrage bei dem Korps einer süddeutschen Universität, dem er an- gehört hatte, wurde geantwortet, der Herr wohne in W. in Finland. So stellt sich die Angelegenheit dar als eine den Studierenden gegenüber geschehene Provokation seitens eines anscheinend nervös aufgeregten Herrn. Tie Stu- bierenben aber haben wegen ihrer Zurückhaltung gewiß leinen Tadel verdient."
ymiiifdjlfs.
♦ London, 18. Rov. Tas Reutersche Bureau meldet aus Jerusalem von gestern, daß dort am 16. November ein Cholerafall sestgestellt worden ist. In Jaffa verbreitet sich die Cholera-Epidemie immer mehr. In den letzten drei Tagen sind lö Personen gestorben. In vielen Törfern wütet bie Cholera. In Gaza und Lydda, wo ein großer Teil der Bevölkerung durch die Krankheit hingerafst wurde, ist die Epidemie erloschen. Es herrscht großes Elend. Ueberall ist Hilfe erforderlich.
* Paris, 18. Nov. Präsident Lvubet unterzeichnete das Dekret, durch welches der Untersuchungsrichter Le Mercier, der bie Untersuchung in der Humbert- Angelegenheit führte, seines Amtes entsetzt wird, sowie das Tekret, durch welches der Sousches der Sicher- heitspolizei in ParrS, Hamard, zum Chef dieser Behörde ernannt wird.
* Kairo, 18. Nov. In einem Magazin der Zitadelle von Kairo, in der ein Lager von Braunkohle, die einer privaten Gesellschaft gehörte, untergebracht war, fanb heute eine Explosion statt, bei welcher 18 Personen getötet wurden. Bei der Explosion wurden Trüm- mcrteile durch das Tach des auf einem benachbarten Hügel befindlichen egyptischen Armeemagazins geschleudert, ohne daß dessen Inhalt in Brand geriet
♦ lieber ein Revolver-Attentat eines Fr i - seur-LehrlingS wird au5 Lemberg berichtet: Tort hat der 16 jährige Friseurgehilfe Joseph Malecki, daS Kind anständiger Bürgersleute, auf dem Tomplatze auf die vierzehnjährige Claudia Fcrnal, die sich eben in die Schule begab, auf eine Entfernung von zwei Schritt einen Revolver schuß abgefeuert Ter Schuß streifte nur den Hut des Schulmädchens, daS unverletzt blieb, ober infolge des Schreckens ohnmächtig jusauimenbroch. Ter Altentäter flüchtete in ein Haus. Auf dem Thatvrte sammelte sich eine große Menschenmenge an. TaS EingangSthor des Hauses, in dessen Thür Malecki verschwunden war, wurde geschlossen. Malecki hatte sich in das zweite Sbockwerk des Treppenhauses zurückgezogen unb die Schußwaffe zu beseitigen gesucht Zur Doli-ei gebracht, erklärte er, daß er die junge Claudia, Die er meuchlings überfallen habe, unendlich hebe, aber bet ihr feine Gegenliebe gefunden habe, unb baß für ihn baß Leben ohne bas Mädchen ganz wertlos fei. (!) Bei bem Verhör ergab sich, daß Malecki im Juli dieses Jahres für die Mutter Claudias in Liebe entbrannt war, unb aus Verzweiflung über bie Erfolg
losigkeit seiner Bemühungen seinem Leben durch einen Revolverschuß ein Ende zu machen versucht hatte. Ec trug damals eine schwere Verletzung an der Schläfe davon. Nach seiner Wiederherstellung verliebte er sich erst in die jüngere Tochter der Frau Fernal, die dreizehnjährige Marie, unb bald darauf in bie um ein Jahr ältere Toch. ter Claudia, die er öfters auf dem Dege zur Schule zu er. warten und mit Blumensträußen zu bedenken pflegte. Malecki wurde dem Landgericht übergeben. Hoffentlich bringt dem überspannten Patron die gerichtliche Verhandlung eine kalte Touche.
_j---- 111 - - ,
Lcuidmiilschasl.
Limmeuthalcr Vieh.
Wir lesen in der „Worm,er Ztg.":
Tie Nützlichkeit und die Notwendigkeit ber Besprechung dieses Themas werden neuerbingß wieder durch einen Vortrag über die Perlsuckt (Lungenseuchel bei ’ben verschiedenen Viehsorten nacygewicsen, daß bas Sim men- tHaler Vieh biß zu 90 Prozent verseucht i st, wahrend das oberhes fische nur etwa biß zu ö pCt. dieser auch für bie Menschen folgenschweren Krankheit unter- warfen war. Bekanntlich Hal man das Simmenthaler Vieh ursprünglich deshalb hauptsächlich begunst.gt, weil man der irrigen Meinung war, daß diese Sone frei von Tuberkulose sei, welche sich durch die Milch leicht auf die Kinder über» trägt Nachdem man aus dem Säckel der hessischen Steuerzahler nunmehr eine Million Mark für die Einfuhr dieses kostspieligen Vichmaterials in der Form von Zuschüssen, großenteils zu Gunsten einzelner Landwirte bei dem Einkauf ausgegeben hat, muß man zu der Ueberzeugung gelangen, daß man in Lbechessen wenigstens bie gesunde einheimische Sorte verseucht hat. Wie sich der vergleichsweise Prozentsatz der Tuberkulose bei der Odenwälder unb ber Tonnersberger Ra,se stellt, bleibt der näheren Untersuchung Vorbehalten, welche aber nicht unterlassen werden darf. Es war ein schwerer Fehler, mit Geldopfern aller Steuerzahler eine fremde lungenkranke Viehsorte unter Bewilligung von Prämien bis zu einer Million Mark einzuführen, anstatt die gesunden, heimischen Rassen, welche leit Jahrhunderten gute Dienste geleistet hatten, zu kultivieren. Solche Modesachen werden bauptsäckstich bann begünstigt, wenn die wirtschaftlichen Jnten.ssen einer Be- russklasse einer zentralisierten Leitung unterstellt sind. Tcs- halb gewinnt in Rheinhessen in neuerer Zeit unter den Landwirten bie Ansicht bie Ueberhanb, daß eine Berufe Vereinigung der Landwirte nur auf dem Boden pro- vinzieller Organisation durchgeführt werben darf. Oberhessen unb Starkenburg arbeiten unter ganz anderen wirtschaftlichen Verhältnissen als die Provinz Rheinhessen. Tas Cängelband gewisser Führer ohne Wr unb Halm haben wir deshalb nicht nötig, wir wollen die unabhängige Arbeit in dem Provinzialverein, welcher sich bewährt hat, Hochhalten und wenn eine Zentralisation nötig (ein sollte, nur im Voraus festgestellte gemeinsame Angelegenheiten dieser Überleitung überlassen, wie dies auch m den Bestimmungen über den Hanbelskammertag vorgesehen ist, obschon dieser keine Gelder zu verausgaben, ,ondern nur Wünsche vorzutragen hat.
Kirchliche Klichrichlcn.
Evangelische Gemeinde.
DonnerÄtaq den 20. November, abends 8 Uhr, im oberen Konfirmandeiijaal, Kirchstraße ti: Bibelstunde. Pjalm 53.
Pfarrer Schlosser.
öcr Giiltt höGrs ist dnr gute vir- hinnntl fi® erhält Leib und Seele gtfuniOdnb UHuUUlJf verspricht ein hohes Alter. Entbehren Sie dieselbe, ift Ihr Magen trank, der Darm trüg, müssen Sie in der Wahl der Speisen vorsichtig sein — dann versuchen Eie td mit Dr. W. ßncdjt'i Magenbitter „Läntls", ein Destillat, da» mit keinem bis jetzt aus den Markt gebrachlen^ju vergleichen ist. Erhältlich in den Apotheken, Drogerien, Colonialwaren- u. Delikatessrn-Geschäftm. Probeflajche AU.1.-. aroste Flasche Alk. 2-50.
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