Nr. 193
W*M außer Sonntags.
DemGießenerAnzetger werden ta Wechsel mit dem Hessischer» Landwirt die Gießener Kamillen- blätter oiermatBn der Woche beigeftgt
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Zweites Blatt. 152. Jahrgang
Dienstag 19, August LNVS
Eichener Anzeiger
M General-Anzeiger ®
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Me Heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.
Irage auf Arage.
Das Oaisertelegramm, der „Fall Löhning", diese beiden Themen sind in die neue Woche hinüber gen om- men worden. Was den ,^abt Löhning" betrifft, so hat die in Rogierungskreifen gehegte Erwartung getauscht, dar Fückstrom werde nach und nach ebben. Nur ans dieser Erwartung laßt sich das lange Scho eigen erklären, das den Enthüllungen folgte. Tas, was die endliche veröffentlichte offiziöse Note enthalt, konnte ebensbwohl gleich E Beginn der Erörterungen gesagt werden. Nirgends^ oeit wir sehen, erweckt die Auslassung das Gefühl der friedigung. Die Berliner Mendblätter erteilen übereinstimmend die Zensur „Unzureichend". Sehr scharf spricht sich n .o. die ^ntwW" aus. Die preuß Finanz Verwaltung sei offenbar außer stände, zu sagen, daß lediglich die Polenpolitik den Anlaß zu den Maßregeln gegen Löhning gegeben, daß' seine Verlobung mit der Tochter eines Feldwebels nichts damit zu thun gehabt habe. Man werde sich gründlich täuschen, wenn etwa die Hoffnung gehegt werde, daß die Beschwerde der öffentlichen Meinung bis zur Eröffnung der preußischen Landtagssession einigermaßen in Vergessenheit gerate, sodaß sich dann leichter darüber hin- wegt'onrmen lasse. Die agrarische „Deutsche Tagesztg." versteht nicht, weshalb rnan in diesem Falle auf die Benützung der offiziösen oder auch der amtlichM Presse verzichten zu sollen glaubt. In länger man die „Zurückhal- tnng" beobachte, um so stärter müsse die Verwirrung der öffentlichen Meinung werden. Das Zentrumsiblatt „Germania" wirft die naheliegende Frage auf, warum denn nicht eine Versetzung erfolgt sei, wenn die Regierung der Ansicht war, daß Löhning chrer Polenpolitik in Posen im Wege stand? AW einen „Mißgriff" bezeichnen es die JSerL N. Nachr.", daß zu einer Verschleppungsmethode die Zuflucht ergriffen wird. Es sei nicht abzusehen, weshalb der Nachweis nicht schon jetzt durch amtliche Darlegung des Sachperhalts erbracht werde, daß die Haltung Löhnings in der Polenpotttik für seine Versetzung in den Ruhestand entscheidend war? „Bon der Verlobung schweigt die offiziöse Note. Soll damit gesagt sein", so fragt die „Voss. Ztg.", daß Herr v. Rheinbaben an dieser Verlobung keinen Anstoß genommen habe. . . ?" Auf die Beantwortung dieser Kernfrage kommt eben alles an. Die offiziöse Note hat die Sachie eher verschlechtert als verbessert. Wenn man sich einmal dazu entschloß, der Qeffentlichkeit Rede zu. stehen, dann müsse man auch Punkt für Punkt die Löhning'sche Darlegung kommentieren und an die Spitze der Rechtfertigung den Satz stellen — falls man dies vermochte —. Die Verlobung des Herrn Löhning mit der Tochter eines, ehemaligen Feldwebels hat in keiner Weise die Pensionierung des Provinzialsteuerdirektors veranlaßt. Zumal da die offiziöse Note die Haltung Löhnings in der Polenpolitik augriff, war eine ausführliche Motivierung dieses Vorwurfs erforderliche Hielt man den Augenblick hierfür nicht gekommen, dann hatte man lieber ganz schweigen sollen. Es wird ja für die beteiligten amtlichen Stellen sehr wenig erfreulich sein, diese ungünstigen Beur- teilmrgen zu lesen Aber es kann jeden unbeteiligten Zu- fchauar nur mit Genugthuung erfüllen, daß, von ganz vereinzelten Ausnahmen abgesehen, die Organe der/Oeffentlich,- keit mit solche Einmütigkeit Front machen gegen Anschauungen, die man längst überwunden glaubte.
Die „Berl. Ztg." sagt, sie habe vollauf begründete Ursache, zu behaupten, daß die Erklärung des Finanzministers v. Rheinbaben in der „Nordd. Atlß. Ztg." eine platte Irreführung der öffentlichen Meinung sei, und sie sei in der Lage, mit apodiktischer ^ichierheit zu sagen, daß dem Finanzminister der von ihm in Aussicht gestellte Nachweis nicht gelingen werde und daß die Hinrichtung, die er an Löhning vornehmen will, für ihn selber eine Hinrichtung werden werde. Löhning habe nichts weiter sich zu schulden kommen lassen, als daß er im Kreise von Freunden und Bekannten hinsichtlich des Warschauer Vorfalles und beS Thorner Gynrnasiastenprozesses gesagt hat: „So kommen wir nicht weiter!" Aus diesen Aeußerungen habe man geglaubt, Löhning einen Strick drehen zu können. In Wahrheit war aber für die Pensionierung des Herrn Löhning nichts weiter entscheidend als seine Verlobung mit FrÄrlein Coccius.
Ter ,Lieichs.'b." bringt eine merkwürdige Zuschrift aus .Posen, die nur die gesellschaftlich^ Seite der Angelegenheit von einem schwerv er stündlichen Feudalstandpunkte aus beleuchtet. Hier wird Geheimrat Löhning als ein mauvais sujet, sozusagen als ein Schürzenjäger hingestellt, der durch sein gesellschaftliches Verhalten sich unmöglich gemacht habe. Das Blatt schreibt:
„Herr Löhning ist 58 Jahre alt, und besitzt aus seiner ersten Ehe eine mindestens dreißigjährige, unverheiratete Tochter, die ihm den Haushalt führte. Bei dieser Sachlage mußte die Art und Weise, in welcher der an der Schwelle des Greisenalters stehende Mann nach dem Tode seiner zweiten Frau in den letzten Wintern auf der Schlitt- schuhbahn und auch in Gesellschaften jungen, wohlgebil- deten Mädchen beit Hof zu machen pflegte, Lächeln und Kopflchütteln Hervorrufen. Noch mehr Befremden erregte es, als allmählich die Art des Verkehrs des Herrn Löhning in dem hiesigen Verein deutscher Katholiken bekannt wurde. Nicht als ob man es ihm verdacht Hütte, daß er die Vergnügungen dieses ganz überwiegend aus Subalternbeamten, Volksschullehrern und kleinbürgerlichen Familien bestehenden Vereins überhaupt besuchte. Allein die Art, in welcher der bald 60jährrge Mann dort mit hübschen Töchtern dieser Familien bis in die Nacht hinein tanzte, wurde als mit den Rücksichten, die er seinem Amt und seinem Alter schuldete, nicht erträgliche
empfunden Freilich wurde dieser Verkehr weiteren Kreisen erst nach der Veröffentlichung der Verlobung des Herrn Löhning mit der etwa 22jährigen Tochter einer dieser Familien bekannt. Daß aber nunmehr diese Verlobung ebensowohl wie das vorhergeaangene Auftreten des Herrn Löhning in dem genannten Verein allgemeinen Anstoß erregte, kann niemanden Wunder nehmen."
Einige weitere Sätze, in denen die Heirat des Geheimrats Löhning als „den guten Sitten zuwiderlaufend" bezeichnet und auch sonst gefährliche Bemerkungen über den Provinzialsteuerdirektor gemacht werden, übergehen wir, abgesehen von der sehr gebotenen Rücksicht auf das Preßgesetz, aus Gründen des Taktes. Daß Löhning auf der Eisbahn oder im Salon die Grenzen der gebotenen C-our- toisie gegen die Damenwelt überschritten hätte, hat ihm bisher noch niemand zum Vorwurf gemacht. Was der Verfasser der Zuschrift schließlich über die Unverträglichkeit der Heirat Löhnings mit seinen Familienverhältnissen sagt, — wir haben einige besonders taktlose Wendungen unterdrückt — so wird diese Behauptung wohl am schlagendsten widerlegt durch die Thatsache, daß Löhnings Kinder mit seiner Wiederverehelichung durchaus einverstanden sein sollen. Löhnings Benehmen in der Oeffentlichkcit stach allerdings, wie man jetzt aus Posen zuverlässig meldet, im Verkehr mit dem Publikum erheblich von den Gepflogenheiten anderer höherer Beamten ab; er gab sich ohne Zwang und Beamtenpose. Ein Gegenstand berechtigten Spottes ist sein Verhalten nicht gewesen; darüber, daß er auch Leute, die außerhalb der Beamten- und Militäraristokratie standen, freundlich behandelte, haben nur Leute mit engem Hirn sich aufhalten können. Was das Gerede von der Greisenhaftigkeit des Herrn Löhning angeht, so wird, schreibt man aus Posen, jeder darüber lachen, der den hochgewachsenen, mit jugendlicher Elastizität und Kraft sich bewegenden und kaum den Eindruck eines Vierzigers machenden Mann persönlich kennt.
Bezüglich des K a i f e r t e l e g r a m m s wird die Meldung mit Zweifel ausgenommen, daß Gras Bülow beim P r i n z r e g e n t e n um die Erlaubnis zur Veröffentlichung, bet Kundgebung nachgesucht habe. Also auch hier heischt eine Frage nach Beantwortung: durch wen das Wolss'sche Bureau zur Veröffentlichung der beiden Telegramme ermächtigt wurde? Tie „Äugsb. Abendztg." schreibt: Es steht nunmehr fest, daß die Veröffentlichung des Tepeschen- wechsels zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten aus- schließlichausBefehldes Kaisers erfolgt ist, nachf- dem sie von bayerischer Seite, wo man das Peinliche des Vorganges von Anfang an sehr lebhaft empfand, abgelehnt worden war. Im Hoflager des Prinzregenten machte die Veröffentlichung, die man erst aus den Zeitungen ersah, eine Wirkung, für welche die Bezeichnung „ließe c = ras chung" auchnicht annähernd e r schö p f en d ist. Trotz manchem Vorausgegangenen hatte man derartiges doch nicht für möglich gehalten.
Politische Tagesschau.
Die Bureugenerale in Europa.
Ueber den Besuch der Buren generale bei König Eduard erhielten wir gestern vormittag bereits ein Telegramm, das leider durch eine schwere Unachtsamkeit in unserer Setzerei in der gestrigen Nummer keine Aufnahme gefunden hat. •
Auf dem ,Mildsire" wurden die Generale durch Lord Roberts, Lord Kitchener und Lord Onslow empfangen. Der König stand auf dem Verdeck seiner Dacht, ging ihnen entgegen und schüttelte jedem Einzelnen herzlich die Hand. Die Audienz dauerte eine Viertelstunde. König Eduard sprach zu ihnen über den Krieg und drückte seine „Anerken nung" für ihrtapferes, mutiges Kämpfen während eines langen und beschwerlichen Feldzuges aus. Er dankte ihnen auch für die „rücksichtsvolle Freundlichkeit, wie sie die britischen Soldaten behandelten, einschließlich der Verwundeten, die unter ihrer Pflege standen." Der König sprach sodann noch die wärmsten Wünsche für die Zukunft aus. Die Generale dankten für die warmen Worte des Königs. Tie Besichtigung der Flotte geschah dann auf besonderen Wunsch des Königs. Bei der Ankunft auf dem Waterloo-Bahnhof zu London brachte das Publikum erst Roberts und Kitchener, und dann auf die Burengenerale Hochrufe aus.
Botha, Delarey und D e w e t reiften am Montag Nachmittag nach Rotterdam ab. Sie sollten dort heute vormittag mit dem Dampfer „Batavia" ankommen. Eine Schar junger Leute hat sich dort zu einer Art Leibwache formiert und den Zugvernichter Slegtkamp zum Führer erwählt. Nach einstündigem Aufenthalt fahren die Generale nach dem Haag und werden noch am gleichen Tage Steijn einen Besuch machen, der jedoch äußerst kurz bemessen ist. Nach einem weiteren Besuch bei Krüger fahren die Generale nach Brüssel, doch ist der Zeitpunkt für die Abfahrt noch nicht bestimmt.
Vom französischen Kulturkampf.
Die Sitzungen der französischen Generalräte (eine Art Provinziallandtag. D Red.) sind am Montag eröffnet worden. Fast überall wurden die bisherigen Präsidenten wieder- gewählt; unter ihnen befinden sich die Minister Eombes, Valle, Trouillot und Maruüjouls. Ter Generatrat in Versailles nahm eine Resolution an, wonach die Regierung die Wiedereröffnung der geschlossenen Scyulen gestatten soll. Die Generalräte von 55 Departements haben beschlossen, an die Regierung eine Abresse zu richten, durch welche diese zu ihrer festen Haltung in der Ausführung des Vereinsgesetzes beglückwünscht wird. Bon den Generalräten der Departements Finistsre, Vienne, Calvados, Orne und Mor- bitzau wurden dagegen Resolutionen gefaßt, in denen gegen
die Schließung der Kongregationsschulen Widerspruch erhoben cißer die Rückkehr der Schwestern verlangt wird. In mehreren Departements leg im die Präfekten Verwahrung gegen diese Resolutionen ein. In Nimes versammelten sich 2000 Personen vor der Präfektur und verlangten die Wiedereröffnung der Schulen der Schwestern.
Wie dem „Temps" aus Brest gemeldet wird, weigerte sich der Major Le Roy Ladurie, der beauftragt war, mit einer Abteilung des 19. Infanterieregiments die Ausweisung der Schulschwestern in Douarnenez vorzunehmen, diesen Befehl auszuführen. Der Major wurde mit Festungsarrest bestraft. Bei der Durchführung der Schuldekdrete in Le Folgost, St. Meen und Ploudaniel wurden 12 Männer, 10 Mädchen, zwei Gendarmen, zwei Soldaten und ein Polizeikommissar verletzt. 8 Verhaftungen wurden voraenommen, von denen zwei ausrechterhalten sind. Ein Grundbesitzer, ein Journalist und ein Abbö werden wegen Aufreizung der Manifestanten gerichtlich verfolgt. In Lesneven trafen am Montag 50 Gendarmen zu Fuß und zu Pferde vor Ploudaniel, Lcfolgoet und St. Meen ein und wurden von der Bevölkerung mit Hochrufen auf die Freiheit und die Schwestern empfangen. Die Offiziere forderten die Bevölkerung und ihre Leute zur Ruhe und Kaltblütigkeit aus. Um 11 Uhr begann man gegen die Schulen vorzugehen. In Ploudaniel war der Kommissar, der die geistliche Schule schließen sollte, von einem Schlosser und zwei Kompagnien Infanterie begleitet. Es regnete in Strömen. Die Menge weigerte sich, den Kommissar durch- zulassen, der sich daher genötigt sah, die in der Schule Befindlichen zum Oeffnen der Schwüle aufzufordern. Kein Mensch antwortete. Als der Schlosser verbuchte, das Thor zu öffnen, wurde er von den Bauern im Schulgebäude mit Unrat beworfen. Als weitere Aufforderungen zu öffnen erfolglos blieben, befahl der Kommissar Arbeitern, ein Loch in die Mauer zu stoßen. Bon neuem warfen die Bauern Unrat und Steine gegen die Arbeiter, den Kommissar und die Gendarmen. Als der Kommissar versuchte, die Umfassungsmauer zu übersteigen, empfingen ihn die Bauern mit Stocks chl ä g en Die Bauern zün - d et en sodann mit Petro leum getränkteStroh- bündel «nn und schleuderten sie auf die Arbeiter, den Kommissar und die Soldaten. Der Kommissar wich von neuem zurück. Die dauern fangen Choräle. Gegen 2 Uhr mußte der Kommissar seine Versuche unter strömendem Regen unterere chen.
In Lefolgost und in St. Meen war der Widerstand ebenfalls sehr heftig. Hier wurden Hochrufe auf die Armee ausgebracht. Nach zweistündigem heftigem Widerstände, während dessen die Vertreter der Regierung thätlich angegriffen wurden, wurde die Schule in St. Meen geschloffen. Der Polizeikommissar wurde leicht verwundet. Die Schließung der Schulen in Folgost und Ploudaniel ist gleichfalls erfolgt. Die vom Polizeitommissar an die Schule von St. Meen gelegten Siegel find aber wieder abgerissen worden.
Die „Libre Parole" fordert in einem offenen Briefe an Francois Copps diesen auf, an die Spitze einer Bewegung sich zu stellen, welche die Weigernn g der Steuerzahlung aufs Programm setzt. Die einzige Folge hiervon sei die gerichtliche Verfolgung und zur Bestreitung der dadurch entstehenden Kosten müffe eine Zentralkasse gegründet werden. In Perpignan haben bereits 200 Einwohner beschlossen, die Steuern nicht zu entrichten.
Deutsches Deich.
Berlin, 18. Aug. Ter Kaiser hörte gestern nachmittag auf Schloß Homburg den Vortrag des Vertreters des Auswärtigen Amtes und heute vormittag den des stellvertretenden Chefs des Zivilkabinetts. — Bei der heutigen Frühstückstafel aus Anlaß des 7 2. Geburtstages des österreichischen Kaisers saßen die Majestäten einander gegenüber. Der Kaiser saß zwischen dem österreichisch- ungarstchen Botschafter v. Szögyeny, dem kommandierenden General v. Lindequist, dem Oberhofmarschall Grafen zu Eulenburg, dem General Grasen Hülsen-Häseler rechts und dem k. t- Oberstleutnant Grafen Stürkh, dem Staatsminister Grafen Zedlitz-Trützschlcr, dem General der Infanterie v. Plessen und dem Gesandten v. Tschirschky und Bögendorff links, die Kaiserin saß zwischen dem Kronprinzen und der Palastdame Gräfin Keller rechts und dem k. k- Botschaftsrat Grafen Thun und der Hofdame Gräfin Stolberg-Wernigerode links. Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich heute nachmittag nach Schloß Friedrichshof in offenem Wagen und fuhren nach oem Thee itacij Homburg zurück.
— Nunmehr steht definitiv fest, daß die Kaiserin am 24. August im Neuen Palais wieder eintrifft.
— Nach der „Post" kann Graf P o s a d o w s l y entgegen seiner ursprünglichen Absicht nicht nach Posen kommen, da er auf ärztlichen Rat seinen Urlaub nicht unterbrechen darf.
— Der italienische Botschafter Graf Lanza ist aus Rom hier wieder eingetroffen und hat die Geschäfte der Botschaft übernommen.
— Der Handelsvertrag zwischen dem deutschen Reiche und Guatemala vom 20. September 1887 ist durch die Negierung von Guatemala unter Abänderung der früheren Kündigungsverträge von neuem zum 22. Juni 1904 gekündigt worden. x
Fulda, 18. Aug. Zu der am 20. August beginnenden Bischosskonferenz sind mit Ausnahme der Bischöfe von Posen und Hildesheim alle preußischen Bischöfe angemeldet.______ ~
Ausland.
London, 18. Aug. Tie „Agentur Tatziel" meldet aus Newyork, der Präsident Castro von Venezuela sei von den Rebellen gefangen genommenworden.


