Ausgabe 
19.4.1902 Zweites Blatt
 
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Samstag IS. April LSOS

ISS. Jahrgang

Zweites Blatt.

Nr. 91

Mrschetnt täglich außer SormlagS.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessische« Landwirt die Siebener Kamilien- blätler viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Univers.-Buch- u.Siein- drucke re i (Pietsch Erbend Redaktion, Expedition und Druckerei:

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GletzenerAnzelgers

" General-Anzeiger " **

v für den polit. il allgem.

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

V » VJ zeigenteil: Hans Beck.

I>ie yeutige Kummer umfaßt 16 Seiten.

Politische Tagesschau.

Tie Nordseesahrt des Kaisers.

Kaiser Wilhelm hat soeben seine Nordseefahrt beendet, die er am Donnerstag angetreten hatte und an der sich nicht weniger als acht Minister beteiligten: v. Goßler, Frhr.Hammer- ftein, Kraetke, Möller, Podbielski, Rheinbaben, Richthofen, Tirpitz. Sonstige Reisebegleiter waren außer der miliiärischen Suite, Malern und Proffessoren (Busley und Slaby) aus­schließlich Personen, die dem HandelsoertragS-Verein ange- hören oder doch ihm gesinnungs-verwandt sind; lauter Han­seaten, darunter deS freisinnig vereinigten Abg. Freese und außerdem Kommerzienräte, Financiers usw., wie die Herren Arnhold-Berlin, G. v. Bleichröder, Löwe-Berlin. Nur ein Mann agrarischen Berufs befand sich unter der Reisegesell­schaft, der Rittergutsbesitzer v. G r a ß - Kl.-Klcmin.

Von Bord des Schnelldampfers »Kronprinz Wilhelm" wird vom 18. d. M. gemeldet: Der Kaiser verweilte gestern bis Mitternacht unter den Gästen und beteiligte sich lebhaft an der Unterhaltung. Der Kronprinz verfolgte mit gro­ßem Interesse die Ankunft deS Lootsenbotes, das von der DampfschifffahrtsgesellschaftNeptun"-Bremen durch ihre Ver­tretung in Stavanger zur Abgabe und Aufnahme von Tele­grammen beordert worden war. Heute gegen Morgen steuerte der Dampfer in der Richtung auf Borkum, Um 10 V2 Uhr vormittags hatte der Dampfer auf etwa 60 Meilen Entfer­nung telegraphische Fühlung mit der Station auf Borkum bekommen, was dem Kaiser Veranlassung gab, sofort Tele­gramme aufzugeben.

Um halb 3 Uhr nachmittags wurde das Weser-Leucht­schiff gesichtet und der Kurs nunmehr erneut nach Norden auf Helgoland genommen, das um 3*/8 Uhr in Sicht kam. Der Dampfer fuhr westlich eine Strecke darüber hinaus und wendete sodann, um in derselben Fahrtrinne nach der Weser zurückzukehren. Die Ankunft in Bremerhaven erfolgte gegen 9 Uhr abends. Die Abfahrt des kaiserlichen Sonder- zugeL erfolgte um 11 Uhr abends.

Das während der Einfahrt in die Weser stattgehabte Diner verlief in jeder Beziehung glänzend und bildete einen würdigen Abschluß der zu Ehren des Kaisers und des Kron­prinzen vom Norddeutschen Lloyd getroffenen Arrangements. Die Blumenansstattung des Speisesaales war außerordentlich prächtig und erregte allgemeine Bewunderung. Der Abschied des Kaisers und des Kronprinzen von den Mitgliedern des Aufsichtsrates war überaus herzlich. Unter den vielen Ordens- auszcichnungen sei der Dekorierung deS Direktors Bremermann mit dem Roten Adlerorden, dessen Insignien der Kronprinz ihm persönlich überreichte, heroorgchoben._____________________

Deutsches Reich.

Berlin, 18. April. Der Kaiser und der Kronprinz treffen am Samstag, von Bremerhafen kommend, aus dem Schießplatz der Firma Fried. Krupp bei Meppen, Bez. Osnabrück ein, um daselbst umfangreichen Schießübungen mit Geschützen, die eine neue Rücttaufvorrichtung zeigen, beizuwohnen.

Marcus Wolf Hinrichsen, ehemaliger Reichstags­abgeordneter und früherer Präsident der Hamburger Han­delskammer, ist einer Meldung aus Hamburg zufolge, in der letzten Nacht dort gestorben.

G 0 t h a, 18. April. Der Landtag wird in Kürze hier wieder versammelt sein. Als seine Hauptaufgabe gilt die praktische Durchführung des im Dezember vor. Jahres vereinbarten Domänen-Ausgleichs. Es war hierzu ein forstwirtschaftlicher Teilungsplan er­forderlich, mit dessen Aufstellung eine fortstwissenschastliche Autorität Thüringens betraue wurde. Diese nicht leichte Arbeit ist derart ausgeführt worden, daß die Regierung in der Lage ist, den Teilungsplan dem Landtag vorlegen zu können.

Heidelberg, 18. April. Am nächsten Dienstag findet in der hiesigen Jesuitenkirche die Trauung der Prinzessin Olga Maria von Sachsen-Weimar, der Schwester des hier wohnhaften Prinzen Wilhelm von Sachsen-Weimar, mit dem Prinzen Leopold von Isen- burg-Birstein statt. Außer vielen anderen hohen Herr­schaften werden auch das Königspaar von Württemberg, der Fürst von Jsenburg-Birstem, vielleicht auch das badische Großherzogspaar zur Bermählungsfeier hier eintreffen.

Karlsruhe, 18. April. Die badische Haupt- und Residenzstadt veranstaltet zur Feier des 50jähr. Re­gierungs-Jubiläums des Großherzogs große, mehrere Tage währende Festlichkeiten.

Tie zweite Kammer beschloß in einer geheimen Be­sprechung eine Adresse an den Großherzog. In der Kammer gelangte diese Adresse nicht zur Besprechung, da die Sozial­demokraten erklärten, dagegen zu stimmen.

Ausland.

Amsterdam, 18. ^pril. Eine Extranummer des Staatscourant" macht heute bekannt, daß die Königin an febris tiphoidea (Typhus) leida Man nimmt hier allgemein den Zustand der jungen Fürstin als äußerst er n ft an.

P a r i s, 18. April. Der Leichnam des Jnfanten Franz von Assisi wird morgen nach Jrun gebracht, wo könig­liche Ehren vorgesehen sind, und von da zum Escurial ge­leitet. Die Pariser spanische Kolonie wurde heute ovn der

Königin Isabella int Schlosse Epinay zur Kondolenz em­pfangen.

Bern, 18. April. Der Ständerat erklärte mit 31 gegen 4 Stimmen einen Antrag für erheblich, nach welchem der Bundesrat unbeschadet lder Durchführung des Vev- fassungsartikels, welcher die Gründung einer mit Noten­monopol ausgestatteten Zentralbank fordert, über die Frage der Revision des jetzigen Banknotengesetzes einen Bericht und einen Antrag etnbringen soll.

Wien, 18. April. In der EhrenaffaireWolf- Schalk lehnte der Vertreter des letzteren oen Dr. Eduard v. Stransky als Vertreter des ersteren ab, da dieser eben­falls durch eine angebliche Fälschung der Unterschrift eines Telegramms an dasGrazer Tagblatt" im Dezember vorigen Jahres, betreffend die Affaire Wolf-Seidel, die Satisfaktionsfähigkeit verwirkt habe.

Budapest, 18. April. Ein Vorstoß der klerikalen Volkspartei erfuhr heute im Abgeordnetenhause eine Zurück­weisung. Die Klerikalen bekämpften den provisorischen Budgetposten von 8000 Kronen für den 79jährigen Dichter Moritz Jokai als gewesenen Redakteur des Werkes des Kronprinzen Rudolf. Einzelne Redner beschimpften den Poeten; Abg. Madaraß erklärte ihn für ein Jndivi.duum, das sich am Volk versündigt habe. Es kam zu beispiel­losen Skandalszenen, wobei Mitglieder des Hauses sich mit Schmähnugen überschütteten. Die Majorität ver­langte unter furchtbarem Lärm den Ordnungsruf für den 87jährigen Madaraß. Der Präsident erklärte die Aeußerung Madaraß für unwürdig des ungarischen Parla­ments, woraus ein neuerlicher ungeheurer Lärm entstand. Minister Wlassics bat Jokai, die Worte, welche seinen Weltruhm nicht beeinträchtigen könnten, zu ver­gessen. In namentlicher Abstimmung beschloß die Majori­tät, den Antrag der Unabhängigkeitspartei anzuuehmen, wo­nach der erwähnte Betrag für Jokai als lebenslang^ .Ncit- tionalgeschenk votiert wird. Die Majorität will einen dies­bezüglichen Gesetzentwurf einbringen.

Petersburg, 18. April. In der Universitätsstadt Dorpat, dem jetzigen Jurjew, ist eine von Anarchisten unterhaltene Bombenfabrik entdeckt worden.

Tie polnischen Studenten russischer Nationalität, die aus Berlin cuusgewiesen wurden, weil sie geheimen Gesellschaften angehörten und polnische Agitation betrieben, sind an der Grenze von der Polizei verhaftet und in das Gefängnis nach Warschau gebracht worden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 19. April 1902.

* * Militärdienstnachricht. Der einjährig-fieiwillige Arzt beim Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2 Großh. Hess.) Nr. 116 Schaaf, wurde unter Ernennung zum Unterarzt des Friedensstandes mit Wahrnehmung einer Assistenzarztstelle beauftragt.

Wissenschaftlicher Fortbildungßkursus für Volksschullehrer. Der Meldeschluß für den Fortbüdungstursus für Volksschul­lehrer, der im nächsten Sommersemester an der Landes­universität stattsinden wird, ist auf Mittwoch, den 23. April, festgesetzt. Bemerkt sei, daß es auch seitens der vorjäh­rigen Teilnehmer einer ausdrücklichen Erklärung bedarf, daß sie auch dieses Jahr wieder sich an dem Kursus beteiligen wollen; anderenfalls werden sie aus der Liste ge­strichen. Näheres über den Beginn der Vorlesungen usw. wird den Einzelnen durch besondere Zuschrift mitgetellt wer­den. Doch sei auch hier nochmals besonders hervorgehoben, daß als Vorlesungstag nur der Mittwoch ausnahmsweise vielleicht auch em- oder zweimal der Sonnabend in Aus­sicht genommen ist.

* Der neue Oberpostdirektor. Der vortragende Rat im Reichsposlamt, Geh. Oberpostrat Kobelt übernimmt zum 1. Juli die Leitung der Lberpostdirektion in Darmstadt. Wie die postofsiziöseDtsch. Verkehrsztg." hört, handelt es sich hierbei um die Erfüllung eines Wunsches des Ge­nannten, deffen Heimatsbezirk der Bezirk Darmstadt ist.

* * Konzert. Morgen findet in der Südanlage Promenadenmusik mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre z. Op.Tie Felsenmühle" von Reißiger; 2. Spinnlied a. d. Op.Die Hexe" von Guna; 3. Martin- Walzer von Zeller; 4. Phantasie a, d. Op. Jesjonda von Spohr.

* * Verhafteter Einbrecher. Unter dem dringen­den Verdacht, in der Nacht vom ersten auf den zwetten Osterfeiertag den Einbruchs-diebstahl in Großfelda be­gangen zu haben, wurde gestern ein Mann verhaftet und in Untersuchungshaft genommen.

Offenbach, 18. April, lieber die Gründe, aus denen gegen den Beigeordneten Wolff das Disziplinarverfahren eingeleitet wurde, sei nach derOsfb. Ztg." noch folgendes mitgeteilt: Stadtv. Böhm war vom Verfassungsausschuß damit beauftragt worden, den Antrag %u formulieren und zu begründen. Er führte u. a. aus: Er habe keine Ver­anlassung, auf die älteren Angelegenheiten zurückzukommen, aber schon damals, wie auch jetzt wieder sei die Unverträg­lichkeit des Beigeordneten Wolff, die Sucht, zu verdächtigen und Leute, die ihm unbequem geworden sind, mit allen Mitteln zu verfolgen, zutage getreten. Redner bespricht bann das Verhältnis Wolffs zur Ortskrankenkasse, deren Vorstandsmttglied er war. Anfangs Jet das Verhältnis des Beigeordneten Wolff zu dem Vorsitzenden der Kasse, Streb, recht gut gewesen; das habe sich aber mit dem Augenblick geändert, in dem Herr Streb eine selbständige Meinung geäußert habe. Redner bemerkt dabei, daß die Ortskrankenkasse in allen strittigen Fällen, in denen die

Entscheidung des Kreisamts angerufen wurde, Recht be kommen habe. Nur einmal, als die Reibereien mit Wolff einen solchen Grad erreicht hatten, daß das Kreisamt vom Vorstand der Kasse ersucht wurde, die Aufsicht über die Kasse in andere Hande zu legen, antwortete oas Kreisamt, daß daß vorliegende Material bis jetzt nicht genüge. Am 30. März 1901 beleidigte der Beigeordnete Wolff ohne jede« Grund in der Entscheidung einer Beschwerde den Vorsitzenden Streb auf das schwerste, indem er ausführte, die Aus­führungen des Vorstandes seien umsomehr mit Vorsicht zu betrachten, als Thatsachen vorlägen, die bewiesen, daß der Genannte sich bei feinen Entschließungen nicht in erster Linie von dem Interesse der Versicherten, sondern vielfach von finanziellen Erwägungen habe leiten lassen. Ebenso^ habe derselbe in einem anderen Falle, in dem er Kassen- mitglieder zu Almosenempfänger gemacht habe und bei einer Vernehmung darüber zunächst die Aussage über die Gründe verweigerte, schließlich einen nicht stichhaltigen Grund angegeben. Aus einer derartigen Zeugenaussage oer Aufsichtsbehörde gegenüber sei zu entnehmen, daß bei un­bewiesenen Behauptungen möglicherweise Dinge behauptet mürben, die der Willkür d^s Vorsitzenden entsprangen. Diese Ausführungen seien den betreffenden Beschwerdeführern schriftlich mitgeteilt worden, und die Folge sei gewesen, daß diese schweren Vorwürfe in weiteren Kreisen gegen Herrn Streb kolportiert wurden. Redner geißelt weiter die Art des Prototollmachens des Beigeordneten Wolff. Er erwähnt weiter, daß der Beigeordnete Wolff die in seinem Ressort beschäftigten Beamten fortgesetzt zum Schreiben persönlicher Schriftstücke, die mit seinem Amt nichts zu thun hätten, benutzte. Auch habe er den Beamten Reitz dazu verwendet, um im Vorstand Unfrieden zu stiften. Ferner führte Redner aus einem ihm vorliegenden Briefe Stellen an, in denen der Beigeordnete Wolff sagt ,daß er gegen den Kreisrat Beschwerde beim Ministerium eingereicht habe, well dieser ihm beim Vorstand der Ortskrankenkasse die größten Schwie­rigkeiten bereitet hätte, und daß er sich speziell wegen der Mittel beschwere, die derselbe gegen ihn zur Anwendung gebracht habe. Stadtv. Böhm bemerkt dazu, daß das, was der Beigeordnete Wolff hier vom Kreisrat behauptet, völlig unwahr fei. Es gereiche der Stadt außerordentlich zum Nachteil, wenn durch derartige Verdächtigungen in allen Teilen der Verwaltung Unfrieden gestiftet werde. Redner kommt dann auf den Fall, oer die eigentliche Veran­lassung zu dem jetzigen Vorgehen gegen den Beigeord­neten gegeben habe. Er schildert chronologisch den Verlauf, der Angelegenheit des Beigeordneten Wolff mit dem Ver­sorgungshausverwalter Schi ff, und hebt besonders hervor, daß der Beigeordnete entgegen dem Beschluß der Stadtverordneten Vernehmungen in dieser Sache ohne Hinzuziehung eines Mitgliedes des Verforgungsaus schuss es vorgenommen habe. Unter besonders gravierenden Umständen sei dieses am Samstag nach der letzten Stadtverordnetensitzung geschehen. Wolff habe durch seine Beamten an die Heimatsbehörde eines früher im Versorgungsbause angestellten Mädchens in seiner Eigenschaft als Beigeordneter der Stadt Offenbach schreiben lassen. Als das Mädchen hier ankam, wollte es zu Schiff gehen. Dies wurde iym dadurch unmöglich gemacht ,daß sie von einem Herrn im Auftrage Wolffs am Bahnhof in Empfang genommen und zu diesem gebracht wurde, wo sie sofort in ein Kreuzverhör genpmmen wurde. In welcher Art das Protokoll ausgenommen wurde, erhellt schon aus dem Drängen der beiden Herren:Sie müssen noch viel mehr wissen; Sie haben uns noch nicht alles gesagt rc." Obgleich das Mädchen erklärte, daß es ein derartiges Pro­tokoll nicht beschwören könne, gab es schließlich auf Ver­anlassung des Herrn Wolff seine Unterschrift. Eine der­artige Protokollaufnahme sei eine ernste Gefahr, und da in letzter Zeit noch mehrere Verhöre stattgefunden hätten, so sei ein unverzügliches Einschreiten geboten. Bei der Abstimmung wurde der Antrag auf Disziplinaruntersuch-- ung und vorläufige Enthebung vom Amte einstimmig angenommen.

Bingen, 18. April. Eine Millionenerbschaft wurde der Stadt Bingen zuteil, wie in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten von Bürgermeister Neff mitgeteilt wurde. Mit der Uebernahme dieser Erbschaft sind aller­dings noch einige Schwierigkeiten verbunden, die es als sehr fraglich hinstellen, ob die Stadt jemals in den Besitz, der Million gelangen wird. Der Erblasser, Herr Guts­besitzer Karl W 0 11 i n g e r in St. Gotthard (Ungarn), läßt der Stadt durch das Bezirksgericht Graz mitteilen, daß die Million zur Gründung eines Waisenhauses unter dem TitelWollinger-Stiftung" verwandt werden solle, aber sie wird erst dann in den Besitz der Stadt Dingen übergehen, wenn sein Sohn, der jetzt 22 Jahre alt ist, und feine jung verheiratete Tochter ohne Erben ft erben.

S. Darmsta dt, 18. April. Im Offizierkasino des Jnf.-Leibg-Regiments Nr. 115 hielt heute nachmittag Ober­leutnant v. Oidtmann vom Jnf.-Regt. Nr. 115, der den China-Feldzug mitmachte und bei Tientsin, Peking rc. focht und dann ein Jahr beurlaubt war, während welcher Zeit er sich in Südafrika aufhielt und die hartnäckigen Kämpfe zwischen Buren und Engländern eifrig verfolgte, einen Vortrag, zu dem auch der Kommandierende General des 18. Armeetorps v. Lind equ ist, sowie zahlreiche ©tabS» offiziere fast aller Regimenter, welche dem Korps angehören, anwohnten. Insbesondere hat die Schlacht bei Magers- fontein eine eingehende Behandlung erfahren. Der Mozartverein hier hat dem Gesangverein Doppelquartett, welches Pfingsten hier einen großen Gesangswettstreit veranstalten wird, einen dritten Ehrenpreis sowie eine große silberne Medaille für relativ beste Leistungen ge­stiftet. Bekanntlich hat der Großherzog den ersten und die Stadt Darmstadt den zwetten Ehrenpreis gestiftet.