Ausgabe 
19.4.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Ho ffurLAN (Düsseldorf) wirft die Frage auf: (Siebt es eine akute Dilatation des Herzens? In den letzten Jahren ist die Behauptung wiederholt ausgestellt worden, daß auch das gesunde Herz rasches Wechseln seiner Größe vornehmen könnte und akute Herzerweiterung als Folge von Genuß von Alkohol und Anstrengungen etwas sehr häufiges bilde. Durch eine besondere Methode, die es erlaubt, die wirkliche Größe des Herzens zugleich mit den Punkten und Linien der Körperoberflache bei Röntgen­durchleuchtung aufzuschreiben, konnte festgestellt werden, daß trotz oft schwerer funktioneller Schädigung des Herzens durch derartige Schädigung keine Herzerweiterung auftritt. Demnach ist die akute Herzerweiterung als ein Vor­kommnis zu bezeichnen, das wohl nur bei schon bestehenden Erkrankungen auftritt.

Zum Schlüsse der Sitzung sprach kurz Dietrich Ger­hard (Straßburg) über die Einwirkung von Arzneimitteln auf den kleinen Kreislauf.

Aus Stadt und Sand.

Gießen, den 19. April 1902.

** Kunfiverem. Die Gemälde-Ausstellung im Turm­haus am Brand, die wegen teilweisen Wechsels der Gemälde einige Tage geschlossen war, ist von Sonntag an wieder ge- vffnet. Neu ausgestellt sind u. a. von H. Hacker-München, Frühling in Sorento"; von R. Lipps-München,Kanal in Venedig"; von D. Holz-München,Viehweide"; von E.- Schuch-München,Gretchen"; von W. Moras-Berlin, Abendstimmung" undMondaufgang"; von O. Günther- Charlottenburg,Aus Sulden in Tyrol"; von A. Schlabitz- Berlin,Schwäbische Tracht",Tyroler",Die Geschwister" usw. usw. Ferner sind von H. Hardt-Hamburg, z. Z. Großen-Linden, 6Großen-Lindener Trachten" undKirche in Großen-Linden" ausgestellt.

** Dien st nachrichten. Der Großherzog hat den Kabinetts-Bibliothekar Dr. Lennert in Darmstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt.

Ernannt wurde der Amtsgerichtsdiener in La.uterha.ch Meyer zum Amtsgerichtsdiener in Bensheim mit Wirk­ung vom 1. Mai ah. Der Großherzog hat dem Pfarren Hermann zu Ensheim die zweite evangelische Pfarrftelle zu Nidda, Tek. Nidda, übertragen und den von dem Fürsten von Stolberg-Rvßla auf die evangelische Pfarrstelle zu Hirzenhain, Dek. Nidda, präsentierten Pfarrverwalter Schrimpf daselbst für die'e. Stelle bestätigt. Der Groß­herzog hat dem Wilhelm Heinrich zu Pfeddersheim im Kreise Worms das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In­schriftFür treue Dienste" verliehen und dem Fabrikaus­seher Bork zu Worms, in Diensten der Firma Eorn. Heyl das Allg. Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit" verliehen.

§ Butzb ach, 18. April. Der seit Montag zur Ver­büßung seiner wegen Kurpfuscherei von der Strafkammer in Darmstadt ausgesprochenen 4jährigen Zuchthausstrafe im hiesigen Zellengesängnis befindliche Friedrich Schuh­macher wurde heute morgen in der Haftzelle erhängt aufgefunden. Mittels einiger Bekleidungsstücke halte sich der Lebensmüde am Fensterkreuz stranguliert. Außer der genannten Freiheitsstrafe war der Delinquent bekanntlich noch zu 4500 Mk. Geldstrafe verurteilt.

t. Hattenrod, 16. April. Dieser Tage gerieten hier zwei Arbeiter in Streit. Die Gemüter erhitzten sich schließ­lich so, daß der Eine seinen Gegner in den Finger biß und ihn derartig verletzte, daß ärztliche Hilfe zugezogen werden mußte.

Gerichtssaal.

M. Gießen, 18.April. Strafkammer. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertritt Oberstaatsanwalt v. Hessert. Der Bürgermeister Hermann Kock von Stockheim ist der Falschbeurkunduna angeklagt. Er soll im Dezember 1900 zu Stockheim als ein zur Aufnahme öffentlicher Urkunden befugter Beamter als Ortsgerichtsvorsteher inner­halb seiner Zuständigkeit vorsätzlich eine rechtlich erhebliche That- sache falsch beurkundet haben, indem er in einer vor ihm errichteten Kaufvertragsurkunde beurkundete, daß die Parteien vor ihm er­schienen seien und den Verkauf einer Hofraite zu Protokoll ver­einbart hätten. In Wicklichkeit war von den Kontrahenten einerseits den Eheleuten Hartmann, andererseüs dem Joh. Mich. Bauer von Stockheim die Ehefrau Hartmann nicht erjchienen, sie hat die Urkunoe erst mehrere Tage später in ihrer Wohnung vor dem Polizeidiener unterschrieben, den der Angeklagte zu diesem Zwecke zu ihr geschickt hatte. Die Verteidigung des Angeklagten bestreitet in obiekkwer Hinsicht die Rechtserheblichkeit der falsch beurkundeten Thatsache, da nach dem im Fragefall geltenden Recht der Ehemann zum.Verkauf von gütergemeinschaftlichen Immobilien nicht der Zustimmung der Frau bedürfe, ihre Mitwirkung beim Kaufakt daher nicht rechtserheblich sei, und in subjektiver Hinsicht Len Vorsatz des Angeklagten. Zur Feststellung des letzteren soll noch Beweis darüber erhoben werden, ob eine Belehrung des Ange­klagten bei seinem Amtsantritt ober nachher über das vorfchritts- mätzige Verfahren bei Beglaubigungen von Unterschriften stattgefunden hat. Die Verhandlung wird vorläufig vertagt. Der jugendliche Sattlerlehrling Johannes Busch von Lauterbach hat im Dzbr. v. I. auf die Schienen der Eisenbahn LauterbachCrainfeld Steine ge­legt und dadurch den Transport in Gefahr gefetzt. Wegen fahr­lässiger Transportgefährdung erhält er angesichts des hohen Grads von Gemeingefährlichkeit feiner Handlungsweise -T- eine Gefängnisstraße von 3 Wochen. Der Zimmermann Georg Franz von Bad-Nauheim ist der Freiheitsberaubung in RealUrnkurrenz mit dem Vergehen des Widerstands gegen die Staatsgewalt beschuldigt. Er hat eines Tages einen Mieter, mit dem er in andauerndem Streit lebte, im Keller beim Holzhacken betroffen und auf co. 3 Minuten eingeschlossen. Auf die Hilferufe des Eingeschloffenen bezw. von dessen Angehörigen kam ein Polizei­diener herbei, den der Angeklagte in seiner Erregung tbätlich an­griff, indem er ihn am Arm packte und einige Stufen ber Treppe hinabstieß. Das Gericht erkennt gegen den Anaeklaaten auf eine zehntägige Gefängnisstrafe. Der Aufseher Pöer S ch o m b e r von Geilshausen war wegen Hausfriedensbruchs und Beleidigung vom Schöffengericht Grünberg zu einer Geldstrafe von 60 Ach. ver­urteilt worden. Die Berufung der Staatsanwalt gegen dies Ur­teil wird als unbegründet verworfen. Die Ehefrau Henriette Zinn eck er aus Frankfurt a. M. wird beschuldigt, in der Zeü, in der sie in Gießen bedienstet war, einen Betrug verübt zu haben. Sie hat in einer Gärtnerei zwei Blumenarrangements bestellt und soll sich dabei als die Frau eines hiesigen Professors geriert haben. Die Blumen wurden geliefert, aber nicht bezahlt. Die Beweisaufnahme ergab, daß die angebliche Vorfpiegelung falscher Thatsachen in Wirklichkeit nicht stattgefunden hat und daß auch die Nichtzahlung durch eine Reche zufälliger Umstände und nicht durch die be­trügerische Absicht der Angeklagten veranlaßt war. Das Gericht hielt einen Betrug nicht nur für nicht erwiesen, sondern die Annahme, daß ein solcher vorliege, für ausgeschlossen und die Un­schuld der Angeklaaten für festgestellt. Es wurde daher auf Frei­sprechung in Uebereinstimmung mit dem Anträge der Staats­anwaltschaft erkannt und auf Uebernahme sämtlicher Kosten, auch derjenigen der Verteidigung aus die Staatskasse, mit Aus­nahme der Reisekosten des von auswärts erschienenen Verteidigers. Der Markscheider Ludwig Henrich von Gießen ist der Miß­

handlung seiner Frau in zwei Begangenschaften angeklagt. Vom Schöffengericht Gießen war er dieserhalb zu einer 6 wöchigen Ge­fängnisstrafe verurteilt worden. Die von ihm gegen das Urteil eingelegte Berufung wird kostenfällig verworfen. Das Gericht er­achtet durch das glaubwürdige Zeugnis der Ehefrau des Ange­klagten, das durch ein ärztliches Gutachten und die Aussage eines Augenzeugen unterstützt wird, für festgestellt, daß der Angeklagte einmal seiner Frau einen solchen Schlag auf den Kopf versetzte, daß eine Haarnadel in denselben eindrang und eine Verletzung der Kopfhaut entstand, und daß er ein anderes Mal seine Frau da­durch mißhandelte, daß er sie au den Haaren zog und auf den Kopf schlug. Das Gericht hält aber rociter durch die Beweisauf­nahme für erwiesen, daß der Angeklagte fortgesetzt und systematisch seine Fran gepeinigt und in der brutalsten Weise mißhandelt hat. unter Berücksichtigung dieser Thatsachen hielt das Gericht die exemplarische Bestrafung des Angeklagten für durchaus am Platze.

Sch. (Stegen, 15. April. (Schiedsgericht für A r - b e i t e r v e r s i ch e r u n g. In der heutigen Sitzung führte Großh. Polizeiamtmann Hechler den Vorsitz. Auf der Tagesordnung standen 10 land- und sorstw. Unsallversicher- ungssachen. 1. Die der E l i s e P r ö s ch e r zu Eichelsachsen gewährte Rente von 15 Proz. hatte die land- und forstw. Berufsgenossenschaft auf 10 Proz. herabgesetzt. Der hier­gegen eingelegten Berufung gab das Gericht nack) Anhörung des prakt. Arztes Dr. Büchner-Schotten und nach Inaugen­scheinnahme des verletzten Fingers statt und verurteilte die beklagte Genossenschaft zur Weiterzahlung der 15prozentigen Rente. Aus dem gleichen Anlaß hatte Heinrich Möller III. zu Fleschenbach Berufung verfolgt, die ebenfalls mit Ver­urteilung der Berufsgenossenschast zur Zahlung der 15pro- zentigen Rente endigte. Der gegen den die Rente von 15 Proz. einstellenden Bescheid der Genossenschaft seitens des Philipp August Schneider-Bruchenbrücken eingelegten Be­rufung mußte das Gericht den Erfolg versagen, da in dem Zustande des Klägers eine solche Besserung eingetreten ist, daß ein im wirtschaftlichen Leben meßbarer Grad von Erwerbsbeschränktheit nicht mehr besteht. Karl Gerbig- Gedern will nach der Unfallanzeige vom 8. September 1901 am 28. Dezember 1899 beim Abästen eines Baumes ge­fallen sein. Ten geltend gemachten Entschädigungsanspruch hatte die Genossenschaft abgelehnt, wogegen Gerbig Berufung verfolgte. Tas Gericht kam nach Anhörung des Kreisassistenzarztes Tr. Langermann-Gedern zu der Ueber- zeugung, daß Kläger durcy die Folgen des Unfalles in seiner Erwerbsfähigkeit in einem nennenswerten Grade nicht ge­schädigt ist bezw. war und wies demgemäß die Berufung zurück. Die 20proz. Rente des Heinrich Schmidt-Griedel hatte die Genossenschaft eingestellt. Auf erfolgte Berufung und nach Anhörung des Kreisarztes Dr. Königer hier setzte das Gericht Sie Rente auf 10 Proz. fest, da die in dem Zustande des Klägers eingetretene Besserung die Herabsetz­ung der Rente auf 10 Proz., keineswegs aber deren gänz­liche Einstellung rechtfertigt. Johs. Weiß von Wingers­hausen gab sich mit dem die Zahlung der Rente von 15 Proz. anordnenden Bescheid der Berufsgenossenschaft nicht zu­frieden. Das Gericht erachtete die eingelegte Berufung für teilweise begründet und verurteilte die Genossenschaft zur Zahlung einer lOproz. Rente. Der von Konrad Buchenauer- Storndorf erhobenen Berufung mußte das Gericht den Erfolg versagen, da in dem Zustande des Verletzten eine solche Wendung zum Besseren eingetreten ist, die eine Herab­setzung der Rente von 35 auf 25 Proz. für gerechtfertigt erscheinen läßt. Ebenso verwarf das Gericht die von dem Karl Schultheis zu Waldensberg gegen den die Rente von 10 Proz. einstellenden Bescheid der Berufsgenossenschaft ver­folgte Berufung. Das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß Kläger, der durch Rechtsanwalt Gutfleisch vertreten war, in keinem nennenswerten Grade mehr erwerbsbeschränkt ist. Susanne Völker-Effolderbach war am 27. Oktober 1900 beim Nachhausegehen vom Zuckerrübenausmachen zu Fall gekom­men und hatte sich am Knie verletzt. Den erhobenen Renten­anspruch wies die Beruf sgenossenschaft ab. Das Gericht hatte in seiner Sitzung vom 2. Dezember 1901 Beweiserheb­ung an Ort und Stelle beschlossen, die am 12. Dezember 1901 stattfand. Die Beweisaufnahme ergab, daß Völker einige Meter von der Arbeitsstätte entfernt gefallen war. In der heutigen Sitzung wurde die Entscheidung ausgesetzt, um ein Gutachten des behandelnden Arztes einzuholen. Ten Anspruch der Krd. Krnpper Witwe-Hartershausen hatte die Berufsgenossenschaft deshalb abgelehnt, weil nach dem vom Großh. Amtsgericht Schltt aufgenommenen Thatbestand nicht anzunehmen sei, daß der Ehemann der Krnpper, Forst- Wart Konrad Krnpper, im landwirtschaftlichen Bettiebe ver­unglückt sei. Krnpper hatte ein Schwein gekauft und wollte abends, als er nach Hause kam, nach demselben sehen. Hierbei ist er, nach Angabe der Klägerin, zu Fall gekommen und hat sich, wie gerichtsärztlich festgestellt, das Genick ab- gestürzt. Tie Genossenschaft nimmt an, Kruppert fei ver­unglückt, als er nach oder von dem Abort gegangen sei. Da Klägerin in ihrer Berufungsschrift behauptet, ber Schweinestall, in dem das gekaufte Schwein untergebracht gewesen sei, befinde sich hinter dem Abort, während der Stall für bas Mastschwein vor dem Abort sei, hierüber aber der vom Großh. Amtsgericht Schlitz aufgenommene Thatbestand keinen Aufschluß giebt, beschloß das Schieds­gericht Beweiserhebung und Inaugenscheinnahme an Ort und Stelle.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Bei den Pfälzischen Bahnen zeigt der Monat März gegen­über der gleichen Periode des Vorjahres wieder einen Ausfall und zwar beträgt das Minus Mk. 85 231. Die Gesamteiunahme der ersten drei Monate d. I. bleibt mit Mk. 6 610 555 um Mk. 216 610 oder 3,17 Proz. hinter der gleichen Vorjahrsperiode zurück. Dabei brachte der Perfonenvettehr Mk. 38 846 mehr, der Gütervettehr aber Mk. 236 593 weniger, der Kohlentransport Mk. 18 863 weniger. Daraus ist wiederum zu rrsehen, daß der industrielle Aufschwung noch immer auf sich warten läßt.

Chemische Fabrik Griesheim Electron. Laut ainer uns zugegangenen Mitteilung beträgt der Gesamt-Brutto-Gewinn in 1901 Mk. 3 367 844 (im Vorjahre Mk. 3 481 224), wovon für Generalunkosten unb Zinsen Mk. 984162 (Mk. 827 600), Emissions­kosten der Anleihe Mk. 180 038 (0) und für Abschreibungen Mk. 932 817 (918 311) abgehen, so daß ein Reingewinn von Mk. 1306 827 verbleiben gegen Mk. 1735 311 im Vorjahre. Tie Verwaltung schlägt der am l.Mai stattfindenden Generalversamm­lung eine Dividende von 10 Prozent vor. Auf neue Rechnung werden Mk. 353 270 (i. V. Mk. 385 081) vorgetragen.

Preußische Hypotheken - Aktien-Bank. Behufs Zu­sammenlegung im Verhältnis von 10 zu 1 sind im Garnen rund 20 Millionen Mk. eingereicht worden, sodaß etwa noch 3 Millionen ausständig sind. Diese sollen, falls keine Nachfrist bewilligt werden sollte, für kraftlos erklärt werden.

Wiener Stadtanleihe. Die Deutsche Bank hat bei der Zulassungsstelle der Berliner Börse den Prospekt für die Wiener Stadtanleihe eingereicht. In Wien findet keine Subskription, son­dern nur ein freilxmdiger Verkauf statt.

Griechische Finanzen. Die internationale Kommission für die griechischen Finanzen veröffentlicht ihren Jahresbericht pro 1901. Tie Kommission berichtet, daß alle Bestimmungen des Kon- zessionsgesetzeS vom 26. Februar 1898 und der verschiedenen Nach-

frage seinen Arzt.

2053

Forrnan (Schnupfenäther)

klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideales Schnupfenmittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen Forman-Watto (Dose 30 Pfg.) In hartnäckigen Fällen Forman-Pastillen zum Jn- haliren 50 Pfg. Wirkung frap­pant! In allen Apotheken. Man

ttagsbestimmimgen erfüllt worden sind und daß der von den Machten 1898 angestrebte Zweck, die finanzielle Lage zu klaren, er­reicht worden sei. Die Kommission würde die Lage als günstig betrachten können, ivenn nicht die innerpolitischen VerhalMiffe zu Bedenken Anlaß geben würden. .

Neue englische Anleihe. Tie 32 Millionen Pfund­sterlings-Anleihe wurde an die 40mal gezeichnet.

Allgem. Lokal- und Straßenbahn-Gesellschaft, Berlin. Auf den 12. Mai wird eine Generalversammlung einberufen, in welcher über die Erhöhung des Aktienkapitals von 15 auf 17 Mill. Mark Beschluß gefaßt werden soll. Auch ist die Ausgabe einer neuen Anleihe von 4 Mill. Mark geplant. Die Tiviüende wird mit 7 pCt. (Vorjahr 8Ve pEt.) vorgeschlagen.

Trausvaalbahu. Die Obligationen dieser Bahn haben eine wesentliche Steigerung erfahren, da verlautet, England werde die Obligationen al pari zuzüglich der rückständig gewordenen Zinseii einlösen, wonach der Wert sich auf 107108 pEt. stellen würde. t

Tabak. Wir sind auch heute nicht m der Lage, über eine Besserung im Geschäfte berichten zu können, nach wie vor ruht das Geschäft fast vollständig und es lind uns auch nennenswerte Ab-- schlüffe nicht bekannt geworden. Ta veranlaßt durch die allgemein ungünstige Geschäftslage, die Fabrikation sehr lebhaft über den Ver­kauf klagt, ist es als selbswerständlich zu betrachten, Paß denselben auch die Lust zum Einkauf ihrer Rohmaterialien fehlt. Es steht zu erwarten und ist wünschenswert, daß sich in nächster Zeit die Fa­brikation etwas mehr belebt und dürste hierdurch auch der Tabak­handel wieder in Fluß kommen. In Wattiger, gut brennender Waare besteht größere Nachfrage, doch sind nicht nur die Forder­ungen hierfür sehr hohe, sondern es bestehen auch an gut brennen­der und schmeckender .Waare nur geringe Vorräthe. Lose pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine Mk. Mk. 99,50, gebündelte All. 11 bis 11,50.

Biehmartt. Die dieswöchentlichen Märkte erfreuten sich durch­gehends einer sehr lebhaften Frequenz, aber auch der Handel war int Allgemeinen sehr zufriedenstellend. Prima Großvieh, das nicht zu stark angebotcit war, konnte sehr rasch aufgekanst werden, da die Nachfrage dem Antriebe bedeutend voraus war. Tie Preise bcwegteii sich je nach Qualität wie in der Vorwoche, prima Mast­vieh tonnte sogar etwas im Preise profitiren. Mittlere Qualitäten ivaren hierdurch veranlaß, bedeutend besser beachtet, der Handel hierin ist bei unveränderten Preisen als gut mittelmäßig zu bezeich­nen. Kälber an den größeren Märkten flott abgesetzt, an einigen Plätzen sand der Bedarf nicht volle Deckung. Einige kleinere Märkte dagegen behielten etwas Ueberstand. Fette Schweine sehr flott gehandelt, die Zufuhren waren rasch ausverkauft, die Preise hielten sich stetig, eher ist ein kleines Nachgeben bemerkbar. Läufer und Milchschweine standen in besserer Beachtung und ist der Han­del als gut mittelmäßig anzunehmen.

Märkte.

w. Friedberg, 17. April. Auf dem gefangen Ferkelmarkt wurde der ganze Auftrieb bei hohen Preisen verkauft. Die Nachfrage war so groß, daß der Markt rasch geräumt war. Große schöne Ferkel galten bis 36 Mark, kleine 20 bis 25 Mark pro Stück.

Auszug «us dru Slsudrssmisttgistkni der Siebt Sitßru.

Aufgebote.

Am 15. April. Heinrich Philipp Christian Wick, Bauunter­nehmer in Marburg mit Mathilde Kölle dahier. Wilhelm Waden- psuhl, Glaser dahier mit Louise Josephine Henriette Marie Elisa- bethe Philippine Belloff hierselbst. Jakobus Sigismund, Schlosser dahier mit Karolme Philippine Fritz hierselbst. Ferdinand Konrad Corvinus, Lehrer an der höheren Töchterschule dahier mit Marie Ottilie Schwalb in Büdingen. Arn 16. April. Dr. Oskar Polano, Assistenzarzt dahier mit Anna Bonnet in Greifswald. Am 17. April. Heinrich Karl Theis, Eisenbahntechniker in Hartenrod mit Elisabeth Henriette Schomber dahier. Johann Heinrich Orfgen, Hilfsbremser in Engers mit Anna Katha­rina Schuh oahier. Philipp Brück V., Fabrikarbeiter in Alten- Buseck mit Katharina Blum dahier. Arn 18. Heinrich Eichenauer. Fußgendarm dahier mit Ida Valentin hierselbst.

Eheschließungen.

Arn 12. April. Alfred Krifcher, Schneider dahier mit Katha« rine Luther, geb. Mantel hierselbst. Karl Heinz, Schmied dahiev mit Henriette Repp hierselbst. Heinrich Ludwig Reuß, Bäcker da­hier mit Luise Plank, hierselbst. Arn 14. April. Karl Semmler, Bahnarbeiter dahier mit Elisa Göbel hierselbst.

Geborene.

Am 6. April. Dem Schwimmlehrer Andreas Rödel ein Sohn, Emil Karl. Am 9. Dem Schuhmachermeister Theodor Eißfeller eine Tochter. Am 11. Dem Handschuhmacher Reinhold Rehme eine Tochter, Hedwig Frieda Bertha. Am 12. Dem Schmied Theodor Stein ein Sohn. Am 13. Dem Fabrikarbeiter Christian Becker ein Sohn. Am 14. Dem Schneider Johannes Find ein Sohn, Heinrich. Am 15. Dem Fuhrknecht Johannes Laub eine Tochter, Marie Elisabethe. Dem Stabs- und Bataillonsarzt Dr. Paul Radünz eine Tochter, Katharine. Am 16. Dem Bauführer Heinrich Breither eine Tochter, Frieda Erna.

Gestorbene.

Am 11. April. Frieda Bechthold, 1 Jahr alt, Tochter deZ Kutschers Heinrich Bechthold dahier. Am 12. Friedrich Eduard Riemer, 46 Jahre alt, Wirt dahier. Johannes Hill, 15 Jahre alt, Lackiererlehrling dahier. Georgine Scriba, geb. TaschS, 63 Jahre alt, ohne Beruf dahier. Anna Bertha Kohlermann, geb. Rott, 38 Jahre alt, Witwe dahier. Am 13. April. Lina Kinkel, geb. Steller, 44 Jahre alt, Eheftau des Wagners Wllhelm Kinkel dahier.

Warnung.

Die meisten Nahahmungen von Dr. Hommels Haematogen werden, um das U. K. P. Mo. 81,391 zu umgehen, mit Zuinlienahme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aethrrfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommels Haematogen und achte auf die Schutzmarke: »äugende Löwin.

Unerreichter Insectentödter!

Kaufe aber nur in Flaschen, wo Plakate aushängen.