Ausgabe 
19.4.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

es.

mversität jolgenb, schule Dame« lern Zeugnis üba f)L Außerdem V Genehmigung des

bo§

AIkriZ."L > d.q

5,Er'°lge^ ÄH

?

tret, ^amüsiert,

"Liebes.

frei vou Art. Z tz-u Baum- irisch tijjjm

ein t$, lecher !« tt lZ "'«.fetter, 'Jlfe ..trab. Vielem Stile <rc dramatische brei Einakter er Aachnvüchler Amberg eine ulomane. Düse On leicht ans ^uße. Ter fs. gleichwohl fein >ere materielle c Zeit immer aderes lüryn. Telsias öblliy die cchrip chöpste sie chrr er.Zeü heftiger glücklichen )rc Arbeitskrch ielfach Schulden

setzentwurf im £>anöe.x für kaufmännch

check '»dem

darunter du

f pfiw « 'Stfrie*?1 ib(!* ^Koni*0! I* , U1 irt öll§ ,.jde a- W" durchs ) blC ;ie Sog' eil erd^e besu ch

Las « des sTßunft^ ßerteben bföoP -S*-"

L

r Anzeigers. in§roinbt, der ungen, lenkbares [rem in Schöne- rugs Wd d° rwarts' teilt bei mit, daß au! sschen Sozia u einer Sanim* des /Lorwarts i00.

Mer MeldunLtras Muß" bei den 31. Januar und )as Schiß war in enslation ist valliz uppe ber intet- inigung toffi d zum crstennM ii)L Cber»9teg/ Ztrafaesetz- mmen. Tie Af

3

Nr. 91

Erschet«! täglich außer SonniagS.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Siegener Familien- Wärter viermal in der Woche beigelegt

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schea Unlvers.-Buch- u.Steiw- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schul st raße 7.

Adresse für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

FernsprrchanschliißNr.bl.

Erstes Blatt. 153. Jahrgang Samstag 19. April LS«S

0 O mxmat?id}75^r mcrte^i

GlchenerAmelgerW

** General-Anzeiger "ES'

v *7 für den poltt il allgem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen U " zeigenteil: Hanß Beck.

Bekanntmachung.

ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Ium 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Fn den ermtrtelten Turchschnittsmarktpretse, einschließltch eines Auf schlags von Fünf vom Hundert pro Monat März 1902 für den LieferungSverband Gießen pro 100 Kg. betragen Hafer Mk. 19,30, Heu Mk. 9,20, Stroh Mk. 7,40.

Gießen, den 17. April 1902.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

Königin Natalie.

Mährend im Belgrader Konak die Prunktoiletten und die nationalen Trachten anprobiert werden, in denen Königin Draga sich während der Sommertage dem Kaiser und der Kaiserin von Rußland vorftellen wrrd, kommt die Kunde, die wir bereits mitteilten, Königin Natalie sei vom orthodoxen Glauben zur römisch-katholischen Kirche über­getreten. Es ist durchaus nichr lästerlich, aus den Zusammen­hang hinzuweisen zwischen den Staatsrvben, mit denen Frau Draga in Gatschina oder Livadia sich in der durch einige ironische Heiterkeit gewürzten Ojnabe des großen Zars und seiner edeldenlenden Gemahlin, einer hessischen Prinzeß, sonnen wird, uno der weltflüchtigen Sehnsucht nach deu Mysterien und Tröstungen der römisch»katholiichen Kirche, von der die in allen ihren Lebenshoffnungen so bitter getäuschte Natalie Ket,chko, geschiedene und verwitwete Obrenowitsch, erfüllt ist. DaS Bekenntnis, das die erste Serbenköntgin nach der Lehre Roms nunmehr abgelegt hat, die Entsagung, mit der sie ihren früheren Glauben abschwur, brauchen deshalb nicht weniger aufrichtig und redlich zu sein, weil der Uebertritt zur katholischen Kirche auch der letzte Trumps war, den die millionenreiü)e russische Bojaren­tochter der slavischen Welt bieten konnte, jener Welt, die sie hineinführte in das fürstliche Leben uno sie von allem Glanze der Krone nichts als bi- Pein gelassen hat.

Keine Frau lebt wohl in der fürstlichen G s.llschaft Europas, bie ein grausameres Schick,al erdulder hätte, die mehr Anlaß hätte, mit den Menschen, mit der schreienden Ungerechtigkeit der sogenannten politischen Rüa.,ichten zu rechten und verachtend sich von der Welt des Scheins ab­zuwenden, als Natalie. Die orthodoxe blirche und die slavische Welt haben es nicht um sie verdient. Als die junge, schöne Natalie Ketschko dem Fürsten Milan von Serbien die Hand reichte, war noch die sog. orientalische Frage und das bischen Balkan die Achse, um die sich die europäische Politik drehte. Dem Serbenfürsten, der mit den steten Geldbedürfnif,en für sich und sein Land ein ge­horsamer Kostgänger Oesterreichs geworden war, schenkte Rußland eine seiner reichsten Erbinnen, mit deren Renten Milan seinen fürstlichen Haushalt bestreiten, mit deren persönlichen unb politischen Beziehungen er sich in der Nordwestecke der Balkanhatbinset als brauchbarer russischer Wachtposten bewähren konnte. Ein weiblicher Apostel des orthodoxen Panflavismus so kam Natalie nach Belgrad, gerüstet zur Herrschaft in dem Ländchen der Pflaumen und Schweine durch ihre Schönheit, ihr Geld und die Diacht der ganzen slavischen Welt, für die sie das enfant terrible des Ärlkans, den jungen Milan Obrenowitsch, der eigentlich ein Sündenkind seiner schönen Mutter und des Fürsten Kusa von Rumänien war, ktrre machen sollte. So klug die Rechnung schien, so falsch war sie aufgestellt. Für Belgrad ist der Zar weit; um so näher aber sind die Kanonen und die Gulden Oesterreichs. Das legitime Joch, unter das Fürst Milan sich beugen sollte, wurde ihm nicht leichter und milder, weil bie Frau schön war, die es ihm auflegen wollte. Je legitimer Natalies Stellung und chre 2üi,prüche waren, desto verhaßter wurde sie damit ihrem Gemahl, der zeitlebens das WortPflicht" nur als eine Fessel betrachtet hat, die man anderen auferlegt. Schon nach wenigen Monaten ihres Aufenthalts in Belgrad war oas Unglück Natalies entschieden. Da sie die Liebe des Mannes nicht gewinnen konnte, versagte auch ihr Einfluß in allen politiscyen Dingen, und der Widerwille gegen die herrsch- üchtige Russin drängte Milan geradezu in b.e Gefolgschaft der Wiener Politik.

Nach der Geburt Alexanders, des ersten und einzigen Kindes aus der Ehe mit Milan, war das eheliche Zu­sammenleben der Gatten abgeschlossen. Die Königin er­schien zu den Hoffesten, sie hatte ihren Hofstaat, empfing die Besuche von Gesandten und Würdenträgern, aber es war eine Entscheidung zweier feindlicher Lager am serbischen Fürstenhofe, die einander stetig mit Jntriguen bekämpften. Die Sommermonate verbrachte die Fürstin in BÄern, und sie erholte sich im europäischen Westen von den Um erfreulichkeiten des halbasiatischen Hoslebens in Serbien. Tas alte Schicksalsrätsel der Frauenseele! Wer damals die schöne, fürstliche Frau in Franzensbad sah, ihre herr­liche Figur, die Glut bewunderte, die ihre großen dunklen Augen ausstrahlten, dem mochte es selbst für einen Milan unfaßlich erscheinen, daß solcher Liebreiz nicht beglücken, nicht fefsein sollte. Durch alle Enttäuschungen, Verbitter­ungen, Leiden, die ihr das Leben auferlegte, hat sich der Ruf chrer Tugend rein und makellos erhalten, und doch sah gerade diese Frau darnach aus, als dürste in ihr ein 'stürmisches Temperament nach Liebe. Die schwere Enttäuschung chres Lebens lag in ihr selbst, in dem Widerspruck? zwischen Schein und Sein, ihres eigenen Wesens, -.escr reichen, schönen, zum Thron getragenen Frau tvac oer Zauber versagt, der ein Aschenbrödel zur Königin macht: die Liebenswürdigkeit.

Ein einiziges Mal schien es, als sollte wirklich Natalie

Ketschko die Schicksalsgöttin werden, die im Dienste der slavi- schen Welt über die Geschicke des Balkans entscheidet. Es war nach dem Berliner Frieden, als der erste Fürst von Bulgarien, Alexander von Battenberg, die russische Vor­mundschaft ablehnte uno in einen sich stetig steigernden Konflikt mit dem Zar-Befreier geriet. Da erwachte plötzlich kriegerische Thatenlust im Belgrader Konak, das schwer be­leidigte Rußland fand an Milan einen Rächer, und seine Königin wollte die Walküre werden, die Serbiens Krieger zum Siege führte. Der Battenberger aber machte auch diesen Traum zu nichte, und nur die etwas eigenmächtige Voreiligkeit des damaligen österreichischen Gesandten in Bel­grad schützte die Residenz der Obrenowitsch vor dem Ein­marsch der bulgarischen Sieger. Dieser traurige Feldzug entschied das Schicksal der unglücklichen Königin. Hatte König Milan, durch die vorsichtigen Distanzen, aus denen er sich das Blut der Schlachten besah, den letzten Rest von Achtung bei seiner Frau eingebüßt, so war ihm die Frau, von der für chn außer Verachtung nicht einmal einiges Klein- ober Groß gelb zu holen war, völlig unerträglich ge­worben. Ein willfähriger Priester erklärte die Königs­ehe für geschieden, uno oijne Appell wurde die Verstoßene aus dem Lande gejagt. Wenige Jahre später ließ König Milan der Gattin, bic in Wiesbaden eine Zufluchtsstätte gefunden hatte, auf Grund seiner väterlichen Rechte den Sohn entreißen, und die Unglückliche mußte es duldend mit an seh en, daß ihr Kino von einem moralisch verkommenen Vater umb nach ber Thronentsagung von ehrgeizigen, ge­wissenlosen Männernerzogen" wurae, bie in dem jungen Fürsten nur das Werkzeug für ihre eigenen Pläne erblickten. Eine kurze Versöhnungslomödie Milans, bie wenigstens in der Form die Ehe wieder als bestehend anerkannte, sand mit ber abermaligen unfreiwilligen Abreise ber Königin aus Belgrad schnellen Abschluß. Heimatlos, von ihren früheren russischen Freunden und Gönnern als ungeeignete Ver­treterin der Slavensache preisgegeben, irrte die Frau im Westen Europas umher, nur selten mit dem Schiasal ver­söhnt, wenn ihr Sohn zeitweilig bei ihr weilte.

Dann kam jene letzte Episode im Spieler- und Aben­teurerleben Milands, da dieser als Kommandant ber ser­bischen Armee neuerlich die Regierung Serbiens, das heißt die Befriedigung seiner Geldbedürfnisse aus den serbischen Staatseinnahmen, besorgte uno durch seinen Einfluß bie Verbindung des jungen Königs mit seiner Mutter endgiltig löste, llnb dieser junge König, der Zög­ling Milans und Risritschs, hätte beinage die Eltern knapp vor Milans Tod miteinander versöhnt. Ein einziges Mal waren Natalie und Milan derselben Ansicht, drückte der­selbe Schmerz bas verbitterte Gemüt der Mutter und den blasierten Leichtsinn des Vaters, als König Alexander die Hofdame Draga Maschin zu seiner Gattin und Königin machte. Die traurige Posse von den vereitelten Hoff­nungen auf eine Nachkommenschaft, ber Obrenowitsch, als deren Heldin Königin Draga fungierte, ist noch in aller Erinnerung. Nach diesem lächerlichsten Skandal, den die Geschichte der Dynastien kennt, hat nur der zwingende Wunsch der Großmächte, jede Krisis in den Ballanländern zu vermeiden, den Verbleib Alexanders auf dem Throne Serbiens ermöglicht. Dieses quieta non movere ließ auch Madame Draga an der Seite ihres Gatten, und jetzt da die Bulgaren wieder einmal unartig sind, und sich in Macedonien unangenehm bemerkbar machen, soll bas artige Serbien ausgezeichnet werben. Königin Draga wirb am russischen Kaiserliche erscheinen, und aus Frankreich kommt die Kunde, daß Königin Natalie den orthodoxen Glauben abgeschworen und sich zur Kirche Noms be­kannt hat.

So hat einst auch Christine von Schweden, die könig­liche Tochter Gustav Adolfs, nach den Irrfahrten ihres Lebens in der Kirche Roms Trost und Frieden gefunden, und Christine von Schweden hatte wenigstens Liebesglück und Liebesleid in ihrem Leben reichlich erfahren. Die arme Natalie Ketschko trauert um ein freudlos dahingeopfer- tes Leben; sie kann Trost und Frieden brauchen.

Nolitische Tagesschau.

Gegen den Alkoholgenuß im Heere

wendet sich ein B e f e h l, den der ErbprinzBernhard von Sachsen-Meiningen als Kommandeur des 6. Armeekorps erlassen. Die wichtigsten Sätze des Befehls lauten wie folgt:

Ter Genuß von Alkohol und alkoholischen Getränken auf Märschen, Hebungen aller Art und auch während der Manöverübung ist verboten. Es dürfen daher keinerlei alkoholische Getränke (Kognak, Liköre aller Art, alkoholische Essenzen) oder Bier in Feldflaschen mitgenommen ober von Seiten der Marketender an die Mannschaften verkauft werden. Unter Manöverübung ist nicht der Zustand der Ruhe im Bivak umb in ber Ortsunterkunft zu verstehen. Ter Vertrieb von Schnaps ober schnapsähnlichen Ge­tränken in beit Kantinen ist für die Gemeinden im Winter von 9 Uhr abends, im Sommer von 10 Uhr abends ab, für Unteroffiziere im Winter von 10 Uhr abenos, im Sommer von 11 Uhr abends ab bis zur Ausgabe des Mittagessens am nächsten Tage untersagt. Derartige Ge­tränke dürfen überhaupt mir glasweise, nicht in Flaschen oder anderweitigen Behältern verkauft werden. Weitere Einschränkung zu befehlen bleibt den Vorgesetzten über­lassen."

Man darf in diesen Anordnungen wohl eine Folge der Verhandlungen sehen, die über das ThemaWehrkraft und Alkoholfrage" in Breslau bei ber letzten Versammlung der Deutschen Vereine gegen den Mißbrauch geistiger Getränke gepflogen wurden. Erbprinz Dernharo geht nicht so weit, wie Graf Häseler mit einigen anderen Heerführern, die die

Spirituosen gänzlich aus den Kantinen verbannt haben, aber feine Anordnungen sind ooü , recht weittragend, und man. kann gegen sie nicht die Einwendung erheben, daß die Soli baten sich in schlechteren Kneipen Schnaps kaufen würben,, wenn ihre Kantine ihn nicyt mehr führt.

Kongreß für innere Medizin.

in.

Wiesbaden, 18. April.

Karniner (Berlin) sprach über die Beziehungen zwischen Infektion und der Glykogen reaktion der Leukocyten, die nach ihm durch Kulturen und Toxine einer Reihe vpn Bazillen erzeugt wird. Professor Friedrich Müller (Basel) sprach über die Bedeutung der Antolyse bei einigen krankhaften Zuständen. Er machte darauf aufmerksam, daß die verdauende Wirk­ung der verschiedenen Bakterienarten keine gleiche sei, daß man z. B. die Höhlenbildung bei der Lungenschwind- fnajt nicht dem Tuberkelbazillus ober Streptotökius zur Last legen dürfe. Er schloß mit einem Hinweis darauf, daß der fermentative Charakter ber autolytischen Vor­gänge zwar für einige sicher bewiesen sei, au er doch nicht für alle.

Tann berichtete von Schrötter (Wien) über einen sehr seltenen Fall von Strahlenpilzerkrankung des Herzens, bie zu großartigen Zerstörungen des Organs geführt hatte, und bemoniirierte das zugehörige Präparat. Den Ausführungen von Gumprecht (Weimar) über bic Natur der sogenannten Eh areot schon K'ry- stalle wurde von v. Poehl (Petersburg) entgegenge­treten, den seine Untersuchungen zu anderen Resultate» geführt hatten.

Klemperer (Berlin) sprach über die slich- keitsverhältnisfe der Harnsäure im Harn und betonte die Bedeutung, welche die Biseoxität des Harns und die Anwesenheit des Harnsarbstoffes für die Lös­lichkeit der öarniäure habe. In der Diskussion berichtete Edinger (Freiburg) über den Einfluß des Rhodans auf die Acidität des Harns, welche für die Löslichkeit der Harnsäure von Bedeutung ist. Sahli (Bern) demon­strierte ein einfaches Verfahren und Instrument zur exakten Bestimmung des Gehaltes an Farbstoff (Hämo­globin) im Blute. Georg Rosenfeld (Berlin!'sprach über die Pathologie der Niere, speziell über ihre sogenannte fettige Degeneration, welche ber Redner als Regenerationsvorgang, als Mobilmachung der Zellreserven archaßt.

Salomon (Frankfurt) berichtet über zwei Fälle von Fett stütz len, die seiner Ansicht nach nicht auf. Pankreaserkrankung beruhten. Es giebt bei übrigens ge­sunden Menschen Zustände, bei denen bie Fettaußaugung im Darm eine spezifische Störung aufweist. Die Therapie btefer Zustänbe ist eine fettarme Diät. Die Berfütterung von Pankreasdrüse unb die Darreichung von Pankreon bleibt bei diesen Zuständen wirkungslos, dient aber als Reagens daraus, ob die bestehende Störung der Fettauf- saugung einer Anomalie der Sekretion oder der Resorption ihre Entstehung verdankt.

Zum Schluß sprach Friedrich Strauß (Frankfurt), über die Physiologie und Pathologie der Nierenfunktionen und betonte an ber Hand seiner Erfahrungen die Wichtigkeit der neuesten Untersuchungs­methoden, welche allein eine exakte Diagnose und darauf begründete rationelle Therapie (speziell Operation) gewähr­leisteten.

Ab. Schmibt (Bonn) sprach über die Entstehung ber Magengeschwüre und führte an der Hand von Tafeln aus, daß dabei die Muskelschwäche des Magens von großer Bedeutung fei, insbesondere bei öluiarmen Personen. Man soll deshalb den Magen ber Geschwürskranken nicht mit flüssiger Kost überladen.

Sodann erörterte Felix Hirschfeld (Berlin) die Beziehungen zwischen Viagengeschwür und Magen. Allgemein wurde bisher angenommen, daß Magen­geschwüre ober deren Narben bisweilen den Äusgangs- puntt eines Magenkrebses abgeben tonnen. Der Vor­tragende weist dementsprechend darauf hin, daß bas kli­nische Krankheitsb'td derartiger Fälle kein einheitliches sei; auch spräche bet Berücksichtigung der auf bestimmte Altersklassen sich richtenden Statistik diese dagegen. Der Prozentsatz von Geschwürsnarben sei alsdann bei Magen­krebskranken nicht größer als bei gleichaltrigen Gesun­den. Der größeren Verbreitung des Magengeschwürs in einzelnen Gegenden gehe auch nicht eine größere Häufig­keit an Magenkrebs parallel. Schließlich entspräche auch nicht die Beteiligung der Geschlechter einer derartigen Annahme.

Köppen (Norden) spricht über die tuberkulöse Bauchfellentzündung unb den operativen Eingriff bei ihr. Der bei dieser Erkrankung auftretende Erguß in die Bauchhöhle soll erjt dann operativ beseitigt werden, wenn einer ^oxinüberlastung des Organismus vorgebeugt werden solle.

Friedr. Pick (Prag) teilt die Resultate seiner Unter­suchungen mit, die er über den Einfluß mechanischer undthermischerEinrichtungenaufBlut ström und Gefäßtonus angestellt hat. Er experimentierte an Tieren, deren Blut befebriniert war, und beobachtete die Ausflußgeschwindigkeit des Blutes zugleich an mehreren Venen. Diese Versuche gaben sehr scharfe Resultate. Es wurden Massage, pa^ire Bewegungen, Stätte, Wärme, in ihren Einwirkung'.: i .. Llutstrom und Gesäßtonus unter­such!. turnte b;i , diesen Versuchen im Gegensatz zu biSyerig.n , ... firner Beschleunigung der Zirurla- tion hervor.