Mittwoch LS. März 1909
159* Jahrgang
Drittes Blatt.
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GiehenerAnzeiger
" General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Stehen
Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertele jährlich Alk. 2.20; durchs Abhole- xu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertel-' jährl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pfg.
Verantwortlich: für den polit. xl allgem. Teil: P. Wittko: für „Stadt und Land" xxnb „Gerichtssaal": R.Ditt» mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Nr. 66
Erscheint
außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- blätter viermal in der
Woche beigelegt. Rotationsdruck xl Verlag der Brüh l'schen Univers.-Buch- m Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktton, Expedition xmd Druckerei:
Schul st ratze 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Gietzen*
Fernsprechanschluß Nr. 51.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 19. März 1902.
** Großh. Realgymnasium und Realschule zu Gießen. Dem uns vorliegenden Jahresbericht der Anstalten entnehmen wir Folgendes: Es unterrichteten 32 Lehrkräfte, darunter außer dem Direktor Dr* Rausch 20 Oberlehrer, von denen 12 den Titel „Professor" haben. Der Schülerbestand des Realgymnasiums betrug zu Anfang des Schuljahres 260, zu denen im Laufe desselben 6 kamen, während 34 abgingen. Davon waren 159 Einheimische, 82 auswärtige Hessen, 23 auswärtige Reichsangehörige und 2 Ausländer. 238 gehörten dem evang., 15 dem kath. und 2 dem israel. Bekennenis an. Die Realschule war zu Anfang des Jahres von 318 Schülern besucht, dazu kommen 15, während 21 weggingen. 217 davon waren Einheimische, 62 Auswärtige und 54 auswärtige Reichsangehörige; 281 waren evang., 14 kath. und 38 israel. In der Vorschule befanden sich zu Anfang des Jahres 126 Schüler. Dazu kamen 5, während 10 abgingen. Einheimische waren darunter 127, Auswärtige 3 und 1 Ausländer. 113 waren evang., 8 kath., 10 israel. Insgesamt befanden sich demnach zu Anfang des Jahres auf den Anstalten 704 Schüler (gegen 693 i. Vorj.), zu denen 26 (i. 93. 37) kamen, 65 (t V. 51) abgingen. — An die Stelle des mit Beginn des Schuljahres auf ein Jahr zum Zweck wissenschaftlicher Arbeiten beurlaubten Lehramtsassessors Dr. Horn trat von Ostern bis Herbst Lehramtsaccessist Büttner, vom Herbst an Lehramtsaspirant Bender. — Vom 17. bis 30. Juli 1901 war Professor Dr. Erb zu einer militärischen Uebung eingezogen. Am 28. August 1901 wurde Karl Schuchmann als Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen angestellt. Durch Allerhöchste Dekrete vom 11. September und 1. September 1901 wurde den Oberlehrern Dr. Sturmfels, Koob und Dr. Eollin der Charakter als Professor erteilt. Vom 29. Juli 1901 an verbrachte Oberlehrer Luley zu seiner wissenschaftlichen Aus- bildung einen Urlaub von 8 Wochen in England. Zu dem Zweck trat Professor Sturmfels am 23. Februar 1902 einen 8wöchigen Urlaub mit dem Aufenthalt in Paris an. Mit Beginn des Schuljahres wurde die Sexta der Realschule in 2 Parallelklassen geteilt. Am Schluß des Sommersemesters wurde die Reifeprüfung von 4 Oberprimanern des Realgymnasiums unter dem Vorsitz des Direktors abgehalten. Sie bestanden sämtlich. Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen befriedigend. Dagegen riefen Erkrankungen im Lehrerkollegium empfindliche Störungen des Unterrichtes hervor. Der Direktor erkrankte am 28. April 1901 und mußte bis Pfingsten von Professor Holtzmann vertreten werden. Professor Stahl mußte ebenfalls wegen Er- ftanfung vom 1. Juni bis zum Schluß des Sommersemesters Urlaub nehmen. Sein Unterricht wurde dem Lehramtsaccessisten Walther übertragen. Für die unserer Schule überwiesenen Geschenke sprechen wir den freundlichen Gebern unseren ver-
bivdlichen Dank aus. — Die Anmeldungen neuer Schüler werden Freitag, den 4. April, von 9—12 Uhr im Schulgebäude entgegengenommen. Nach den bestehenden Vorschriften darf kein Schüler, der nicht bei seinen Eltern wohnt, im Wirtshause Wohnung oder Tisch nehmen; vor dem Eintritt und vor jedem Wohnungswechsel eines auswärtigen Schülers ist dem Direktor Anzeige zu machen und dessen Genehmigung einzuholen. Diejenigen Schüler, welche Nichthessen sind und später als mit dem Beginn der Obersekunda eintreten, müssen nach § 2 des Uebereinkommens der deutschen Staatsregierungen (Reg.-Bl. Nr. 6 für 1889) die Erlaubnis der Unterrichtsverwaltung ihres Heimatstaates für diesen Eintritt erlangen, wenn das Reifezeugnis im Sinne des Uebereinkommens rechtsgiltig sein soll.
** Höhere und Erweiterte Mädchenschule. Aus dem Jahresbericht der Höheren und Erweiterten Mädchenschule zu Gießen entnehmen wir folgendes: Das Schuljahr 1901/02 begann am 15. April. Für die unterste Vorschulklasse der Höheren Mädchenschule wurden 43, für die der Erweiterten 28 Mädchen angemeldet. Die Höhere Mädchenschule zeigte einen Anfangsbestand von 345 Schülerinnen; während des Schuljahrs traten 7 ein, 22 aus, sodaß am Schlüsse 330 verblieben. Der Anfangsbestand der Erweiterten Mädchenschule war 229; im Laufe des Schuljahres traten 10 ein, 9 aus, sodaß der Schlußbestand 230 betrug. Von den sämtlichen Schülerinnen beider Anstalten waren 488 evangelischer, 44 katholischer, 59 israelitischer Konfession. Der Heimat nach waren 544 aus Gießen, 27 aus anderen Staaten des Reiches, 1 Ausländerin. Durch Dekret vom 23. März 1901, mit Wirkung vom 1. April 1901, wurde Fräulein von Kreß fest angestellt. Zu Beginn des Schuljahrs waren die sämtlichen Lehrer und Lehrerinnen der Anstalt fest angestellt. Es unterrichteten 24 Lehrkräfte, darunter außer dem Direktor Dr. Stoeriko 3 Oberlehrer und 9 Damen. Herr Lehr suchte am Ende der Osterferien mit Rücksicht auf seine stark angegriffene Gesimdheit längeren Urlaub nach. Er wurde bis zum Wiederbeginn des Unterrichts nach den Herbstferien, wo er wieder eintrat, von Fräulein Maria Birnbaum vertreten. Die Herbstferien verbrachte Fräulein Am end zum Teil in Lausanne, wo sie bereits im Sommer 1900 sich aufgehalten und an einem Ferienkursus teilgenommen hatte. Fräulein Zimmermann weilte während der Osterferien in England. Der Direktor wohnte der 13. Hauptversammlung des deutschen Vereins für das höhere Mädchenschulwesen bei, die vom 1. — 4. Oktober in Freiburg t B. stattfand. Vom 12. —16. Februar legte Herr Sam es in Darmstadt die „erweiterte Prüfung für Volksschullehrer" ab. Der Gesundheitszustand war im allgemeinen nicht gut. Nicht weniger als 55 Mädchen (47 aus der Höheren und 8 aus der Erweiterten Schule haben auf Grund ärztlicher Zeugnisse von weniger oder mehr Fächern und auf kürzere oder längere Zeit — viele sogar für das ganze Jahr — befreit werden müssen* Die wichtigste Veränderung im Stundenplan betrifft
das Englische, das in den Klassen IV und III eine Stunde verloren, in I dagegen eine gewonnen, im ganzen also eine eingebüßt hat. Die mtensive Arbeit an der zweiten fremden Sprache in die Klassen II und I zu verlegen, schien um so gebotener, als für alle diejenigen, die aus Kl. IV oder III austreten, der Gewinn an englischen Sprachkenntnissen ohnehin nur ein bescheidener ist. Die Gesamtzahl der von beiden Schulen in diesem Jahre ausgeführten Spaziergänge, einschließlich der von einigen Oberklassen gemachten Tagesausflüge, beträgt 129. Das neue Schuljahr beginnt Montag den 7. April, morgens 8 Uhr.
** Landesverband der Kriegerkameradschaft „Hassia". Aus dem Protokoll der letzten Sitzung des Gesamtpräsidiums der „Hassia" ist zu entnehmen, daß das Ergebnis aus dem Pro- videntiavcrtrag für 1901 sich auf 18 309 Mk. 42 Pfg. beziffert. Der Anteil am Reingewinn der „Zürich" ist noch nicht festgestellt, dagegen beträgt der Prämienanteil 697 Mk. 21 Pfg. Bezüglich der Gesellschaft „Deutscher Anker" soll mit der Einzelagitation nunmehr begonnen werden. Hauptmann Waldecker hat von jetzt ab die Vertretung übernommen^ Das Jahr 1901 schließt mit einer Kap ita lv ermehrung des Verbandes mit 14 000 Mark ab. Für das Unterstützungswesen werden im neuen Voranschlag 12 300 Mark vorgesehen. Die Beschwerden: Klein-Krotzenburg bete, beschäftigt das Gericht; Herchenhain wird als erledigt betrachtet, bezüglich der Art der Klage aber eine Rüge ausgesprochen. Bezüglich des Roon-Denkmals soll, sobald die Sammlungen im Lande beginnen, ein Aufruf an die Kameraden der „Hassia" erlassen werden. Für das Prinz Weimar- Denkmal werden 50 Mark bewilligt. Von der Veranstaltung einer weiteren Gesellschaftslotterie soll Abstand genommen werden* Aus der Ernst Ludwig-Stiftung sollen 178 Kinder, darunter 21 Ganzwaisen, ein Konfirmationsgeschenk von je 10 Mark erhalten. Bezüglich des Jubiläums des Großherzogs von Baden soll eine gemeinsame Adresse des Kyffhäuserbundes angeregt werden, eventuell soll eine von der „Hassia" erfolgen. — Nach Erfüllung der satzungsmäßigen Pflichten rourbe der Kriegerverein in Harheim, Bezirk Vilbel, mit 25 Mitgliedern in den Landesverband der Krieger- kameradschaft „Hassia" ausgenommen.
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Samstag bett Ä2. März, abends 8% Uhr: Heffentliche Versammlung im Saale des gaf6 Leib.
Tagesordnung:
1. Wie verhall sich das hiesige Leichen-Bestatttmgswesen zu der neuen Friedhofsordnung?
2. Eine Mitteilung vom Vorstand des Gießener Volksbades an die hiesigen Kranken- unb Ortskassen.
Referent: Herr Stadtverordneter Ed. Krumm.
Auch Nichtmitglieder rönnen an dieser Versammlung teilnehmen* 2161
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