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Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
hier ein bedauerlicher Unfall, von dem vorgestern Abend bw erwachsene, völlig erblindete Wilhelmine Spengler betroffen worden ist. Als sie m die Scheune hinaufgestiegen war, stürzte sie infolge eines Fehltritts herunter und kam hierbe'. so unglücklich zu Fall, daß sie schwere Verletzungen erlitt" Dr. Eisenberg aus Kirchham, der gerade hier anwesend war leistete die erste Hilfe.
a. Marb urg, 18. Dez. In der medizinischen Fakul. tät der hiesigen Universität wird sich morgen der Oberarzt der Landesheilanstalt und psychiatrischen Klinik, Tr. Mar Jahrmärker, mit einer Antrittsvorlesung über ,Krankhafte Störung der GeisteSthätigkeit und Ausschluß der freien Willensbestimmung * habilitieren.
Marburg, 17. Dez. Man schreibt der »Oberh.Ztg.«'. .Die Marburger Studentenschaft hat in einer Sitzung des Studentenausschusses beschloßen, gegen die in letzter Jett sich häufenden Uebcrgriffe einzelner Schutzleute gegen Studenten bei Rektor und Senat und bei den städtischen Behörden Protest und Beschwerde einzulegen." Das genannte Blatt bemerkt dazu: .Wir bringen diese Zuschrift gern zur Kenntnis unserer Leser, ohne indesien dadurch irgendwie Stellung für ober gegen zu nehmen, da uns einmal jede positive Unterlage dazu fehlt, und da cS uns außerdem un- tunlich erscheint, in einer bei den Gerichten bereits anhängig gemachten Sache em Urteil abzugeben, bevor jene dort zu Ende geführt ist".
len wollte, mußte der Verein aufgelöst werden. SchweinSberg, 17. Dez. Allgemeine Teilna im
mallae Gottesdienste an allen Sonn- und Festtagen und etwaige außervrdentlicherweise angeordnete Feiern ein Durchjschnittsgehalt von 200 Mk., für jeden WochengotteS- dienst außerdem mindestens 1.50 Mk. befahlt werden sollen. Der Oberkirchenrat setzt dabei voraus, daß leistungsfähige Gemeinden, namentlich städtische, den Betrag erhöhen werden, daß aber gegenüber ausgesprochen armen Gemeinden die Organisten sich genügen lassen mit dem, was für den Augenblick möglich ift
** Städtebundtheater. Tas ^berhessische Städtebundtheater ist gesichert. Voraussichtlich wird dasselbe im Herbst 1903 seine Thatigkeit beginnen. In Betracht kommen Gießen und Marburg für den Winter und Bad- Nauheim für den Sommer. Ter wettere Anschluß der einen oder anderen Stadt in der Nähe Gießens ist nicht unwahrscheinlich. Laut Beschluß Grvßherzoglichen Mi
nisteriums der Finanzen wird dem für die vereinigten Stadtthealer von Gießen und Marburg wählenden Direktor für die Sommermonate auch das Großherzogliche Kurtheater in Bad-Nauheim übertragen werden. Tie Stelle des Direktors ist bereits ausgeschrieben. Ein Hauptwert wird and) auf die Bereitwilligkeit, mit den Bühnenmtt- gliedern möglichst JahreSverttäge abzuschließen, gelegt. — Aufgabe der Kommissionen dürfte es nun sein, derartige Eintrittspreise zu erwirken, daß stets ein guter Besuch der Vorstellungen yu erwarten ist. Je mäßiger die Preise, je größer die Zahl der ständigen Besucher. Bei Vorstellungen im Abonnement dürfte 1.50 Mk. für den Sperrsitz und 1 Mk. für den nummerierten ersten Platz angemessen sein. Die Nachricht, daß das „Oberhessische Städtebundtheater" nunmehr gesichert ist, dürfte in wetten Kreisen lebhafte Befriedigung Hervorrufen.
** Submissions-Resultate. Die Submission für die neue Veterinär-medizinische Klinik, deren Offerten am Samstag mittag geöffnet wurden, hatte folgendes Resultat: Erdarbeiten (3600 Kubikmeter): Alb. Rübsamen 2052 Mk., W. Rosenthal-Klein-Linden 4320 Mk., Wilh. Müller-Villingen 3420 Mk., PH. Schlö'b 2592 Mk., Gebr. Kahl 3528 Mk., Joh. Hofmann 2088 Mk., Aug. Scheppelmann 2880 Mk., H. Weimer 2268 Mk., Birkenstock u. Schneider 2880 Mk., Gg. Pfaff 4320 Mt., H. Winn 4140 Mk., Gg. Becker 2448 Mk., Wilh. Düren-Frankfutt a. M. 2340 Mk., Jäger u. Rumps-Hanau 2160 Mk., Enders-Dieburg 3240 Mk., A. Fuchs-Kassel 3600 Mk., Wörner-Hanau 3780 Mk. — Maurerarbeiten: Aug. Scheppelmann 60 950,75 Mk., H. Winn 62 617,35 Mk., Birkenstock u. Schneider (mit Erdarbeiten) 69 338,10 M., Gg. Becker 67 693,30 Mk., Wilh. Düren-Frankfurt a. M. 75 009 Mk., M. Abermann 66171,50 Mk., Jäger u. Rumpf-Hanau 82422,75 Mt., EnderS II.- Dieburg 74 345,46 Mk., Georg Psaff 63 546,95 Mk., Fuchs- Kassel 88 061,03 Mk., L. Wörner-Hanau (mit Erdarbeiten) 79070,60 Mk. — Steinmetzarbeiten: Hessische Steinbrüche a) 4543,30 Mk. b) 5210,10 Mk. c) 5817 Mk., Loeb- Mayen a) 4832,36 Mk. b) 5257,22 Mk. c) 4603,55 Mk., Preußisch-Hessische Steinbrüche (O. Graff) a) 2326,55 Mk. b) 2951,60 Mk. c) 2483,90 Mk., Mens-Geilshausen a) 2466 Mk^ «DL Abermann a) 2095,70 Mk. b) 2945,50 Mk. c) 2313,90 Mk., Jäger u. Rumpf-Hanau a) 2603 Mk. b) 3293,50 «Dlt. c) 2705 Mk., H. Müller-Albertshausen b) 3036 Mk. a b und c bedeuten verschiedene Loose. Da, wo nichts vermerkt, sind die Anbietenden in Gießen wohnende Lieferanten.
•• Seltene Iagdbeute. Der unter den Jägern und in Sportkreisen unserer Gegend bekannte Besitzer der Adler- Brauerei in Hagen t W., Herr MarlinghauS, erlegte vor wenigen Wochen in der Gemarkung Dillheim-Wetzlar einen mächtigen, 16 Pfund schweren Wildkater, der die Zeichen der echten Wildkatze, schwarze Sohlenstecke, trug. Der Hund, welcher das im Todeskampse sich noch heftig wehrende Wild appottierte, erhielt von demselben eine kräftige Abfuhr. Das selten schöne Exemplar des erbeuteten Räuberö wurde dem Präparator Lrnnhear-Berlin zum AuSstopfen übersandt.
•* Landwirtschaftliche Provinzial-Aus- ftellung in Gießen, September 1903. Die Mitglieder des Haupttomitees haben vom Vorsitzenden desselben folgendes Schreiben erhalten: ,^-üi die im Jahre 1895 in Gießen abgehaltene landw. Ausstellung waren von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzig, von feiten der landw. und Meckverwandten Vereine, von Privaten und sonfttgen Korporationen eine große Anzahl Sieger- und Ehrenpreise ge- stiftet worden, wodurch das Interesse für die Ausstellung sehr wesentlich gesteigert worden war. Ich aebe mich der Hoffnung hin, daß eine gleiche Opferwttligrett sich auch
Herrliches Festgeschenk gratis.
Gegen Einsendung von 12 Umhüllung-papieren der Pat. Myrrholm- Seite oder des Myrrholm-Glycerm erhält man von der -v'Srrhoun Geicchwait in Frankjurl a. M. gratis und iranko daS Pracht-Hammel
-.i.Lunt Europa. Tie hierzu gehörigen 400 hochmtcreiianten un einenden .'i»»r.chteu aus ganz Europa verlange jedermann uneru-
... , par lumerie»undFnicur-Geschall««.
Vermischtes.
* Einen gelungenen Gaunerstreich hat dieser Tage ein Einbrecher in der französisd)en Provinz-Hauptstadt Samt-Etienne ausgesuhrt. Ter freche Bursche erbrach in dem Vttlen-Vorort Andretteux eine unbewohnte Villa, und schasste sämtliche Möbel und Einrichtungsgegcn- stände — das Silber und die Wertgegenstände natürlul) nicht ausgenommen — auf einen Riöbelwagen, den er zu diesem Zwecke hatte kommen lassen. Dann fuhr er unter fröhlichem Peitschenknallen munter davon. Ta die Straß« des kleinen Ortes ansteigt und er mit seinem einzigen Pferde nicht weiterkam, weckte er den Straßenwächter auf und ließ sich ganz ungeniert von diesem helfen, den Wagen hinaufzuschieben, wofür er den braven Mann mit einem ordentlichen Trinkgeld belohnte. Am nächsten Morgen tra; er in einem benachbarten Marktflecken ein, wo er beim Bürgermeister um die Erlaubnis nachsuchte, „seine" Medll, die aus einer Erbschaft stammten, meistbietend zu versteigern. Tie Erlaubnis wurde chm erteilt, und der jüntfr- Diener trommelte die Bersleigerung auL. Diese ging auh so gut von statten, daß der geriebene Bursche einige Tausend Franks aus den gestohlenen Sachen erziette. Nach der ver- steigerung ging er so gemütlich, wie er gekommen war, wieder fort. Erst am folgenden Tage wurde der Einbruch konstatiert und die Sache aufgeklärt. Und derselbe Lmts- diener mackste sich bann mit der Trommel auf, um die Käufer davon zu verftänbigen, baß sie gestohlene Möbel gekauft hatten.
* Ein un galantes Gesetz. Im Jahre 1770 wurde im englischen Parlament folgenbes Gesetz erngebracht und angenommen: „Jede Frau, von welchem Alter sie auch sei, von welchem Stand und Beruf; jede Frau, stehe sie noch so hoch, sei sie Jungfrau, Frau ober Löttw e, die dj:i bem Tage ab, wo bieses Gesetz ausgefertigt wttb, mit Hilst von Parfum, Schminke, Pomade, falfdjem Haar oder hvhen Absätzen einen Untertanen Sr. Aiajestät zu einem ikt* löbnis ober einem Ehebünbnis verleitet, soll als Betrügeim bestraft werben, besonders soll jeder Heiratsantrag eine» Mannes, dessen Sinne durch Parfümerren benebelt waren, als ungiltig angesehen werden. Ter Gebrauch von Parfums ist fortan nur bei Begräbnissen erlaubt, da man überzeugt sein darf, baß bei solch ernsten Vorgängen auch die durch ihre Schlauheit besonders gefährlichen Frauen nüfjt bei Stimmung fein werden, um sich unter der trauernden vchar ein Opfer auszusuchen." An Personen, die öeännem eine Ehefalle stellten — Dickens hat in seinen Pickwickiern biefen schmachvollen Betrug prächtig gezeichnet — hat es in England augenscheinlich schon vor 130 Jahren nicht gefehlt.
* Aus der Frauenwelt. Mutterabende bestehen unter der Form von Klubs für Mütter in lLordamerika bereits feit 90 Jahren. Im Staate Maine berieten sich schon damals die Mütter über die Erziehung der Uinber. Heute beschäftigen sie sich eingehender mit allen Vorgängen im Leben des Kindes und verständigen sich mit den Lehrerinnen über alle Fragen, die gemeinsames Vorgehen von Schule tumb Haus wünschenswert erscheinen lassen.
Kunst und Wiffenschaü
— „Gesundheit und Erziehung, eine Voftchule der Ehe', da§ bekannte vortreffliche Buch des Gießener ProlesiorS Tr. Georg Sticker, ist soeben in zweiter vermehrter Ausiage bei I. Rlckrr hier erschienen. AlS c5 vor zwei Jahren zum ersten Male an die iOessentlichkeit trat, da wurde ihm an dieser Stelle oon berufener Sette eine gründliche Besprechung zu teil. ES hat llch inzwischen gerade bei uns in Lberhessen so viele Freunde erworben, day dieser kurze Hinweis wohl genügt, um jeden, der eS mit seiner eigenen und seiner Nachkommen Gesundheit und deren körperlicher und geistiger Entwickelung ernst nimmt, und der bisher noch nicht im Besitze dieses guten, auch echisch wcrwollen BucheS ist, zu seinem Käufer zu machen.
Sir die kommende Ausstellung im Herbst 1903 zeigen und ethätiaen wird. Um aber die betreffenden Preise schon bei der Aufstellung der Ausstellungs- und Prämiierungsordnung berücksichtigen, be^v. in dieselbe aufnehmen zu können, wäre es mir erwünscht, schon bis geaen Ende Januar zu wissen, welche Zuwendungen uns in Vieser Richtuua in Aussicht stehen. Ich erlaube mir daher auch an Sie die erg. Bitte zu richten, Ihren Einfluß bei Vereinen, Korporationen re. in der Richtung geltend zu machen, daß (Stiftungen zu Sieger- und Ehrenpreisen tote damals gemacht werden. Auch dafür wäre ich bantbar, wenn Sie Schirm Herrn unseres landw. Berufes, auf die Gelegenheit aufmerksam machen roofiten, daß hier eine Gelegenheit geboten sei, das Interesse für die Landwirtschaft zu bethätigen. Falls Sie ev. selbst uns in der angebeuteten Weise unterstützen wollen, bitte ich gleichfalls um diesbezügliche Mttteilungen bis gegen Ende Januar."
•• Der militärische Weihnachtsurlaub ist vom 24. d. M. bis einschließlich 28. d. M. festgesetzt worden. Am 29. d. M. müssen sämtliche Urlauber aber wieder zum Dienst bei ihren Regimentern bereit sein, weil an diesem Tage für die bis dahin zurückgebliebenen Mannschaften der Neujahrsurlaub beginnt, welcher bis einschließlich 2. Januar 1903 erteilt wird. Auch die im Herbst eingetretenen Rekruten erhalten Heimatsurlaub.
*• Die Zeitschrift .Hessenland*, deren am 16. dS. MtS. erschienene Nr. 24 den 16. Jahrgang schließt, enthält die nachfolgenden Beiträge: Advent. Von M. Gerbett. Wintergedanke. Einsamkeit. Von E. B. (Gedichte.) All- Heffenland oder daS chattisch-hessische Ausbreitungsgebiet in Mitteleuropa. Von Dr. Fritz Seelig. Ein hessisches Stammbuch. Von Max G. Schmidt. Weihnachtsfahrt. Novelle von Valentin Traudt. Weihnacht. Von C. Preser. Das Christkind naht! Von A. Weiß. Die Macht der Liebe Von Sascha Elsa. (Gedichte.) Lustige Theatergeschichten. Kasseler Skizze von W. Bennecke. Aus alter und neuer Zeit. Aus Heimat und Fremde. Hessische Bücherschau. Marburg, die Perle deS Hessenlandes. Von W. Schoos. Bespr. von Hans Altmüller. Mittelalterliche Befestigungsbauten m Niederhessen. Von E. Happel. Bespr. von Dr. Vge. Der arme Lukas. Von Holzamer. Bespr. von A. Burger. Hessische Zeitschriftenschau. Von W. S. An die Leser und Shtarbeiter des .Hessenland*.
** Handwerk oder Fabrik. Eine beachtenswerte Entscheidung hat die Königliche Regierung in Minden gefällt. Ein Paberbvrner Ingenieur, der Alühteneinrick)!- ungen baut, TraiismissionLanlagen herstellt und Tamps- kessel und Masd)iineu montiert, hatte sich geweigert, ui den Kosten der S<hlofser-Zwangsinnung dortselbst oen Beittag zu leisten, weil er feinen Betrieb als einen fabrikmäßigen ansah. Ter Magistrat zu Paderborn trat dieser Auffassung bei und nunmehr wandte sick> die Schlosser Innung durch ihren Obermeister Eickel an die höhere Instanz, nämlich die Regierung zu Mindeitt und diese hat den betreffenden Bettieb für einen handwerksmäßigen erklärt. Ans diesem Entscheibe ift folgender Teil der Begründung von allgemeinem Interesse: „Werden Gegenstäirde auf Bestellung unter der speziellen Leitung des Betriebsinhabers ohne durchgreifenoe Arbeitstettung von gelernten Hilfskräften gefertigt, so liegt regelmäßig ein handwerksmäßiger Betrieb vor; wird dagegen mit durchgeführter Arbeitsteilung gearbeitet, sind die beschüftigten Httfskräfte nur zu bestimmten Handleiftungen, insbesondere zur Bedienung bestimmter Maschinen angeftellt, so liegt ein fabrikmäßiger Betrieb vor. Tarauf, daß der Unternehmer selbst mitarbeitet, wie die Gesellen, kann kein entsch>eidendes Gewicht gelegt werden; in größeren Betrieben, namentlich aud) in Schlossereien, Tischlereien, fehlt da^n dem Betriebsletter die Zeit, er ist von der Leitung und Beaufsichtigung des Unternehmens völlig in Anspruch, genommen; die Betriebsweise bleibt deshalb aber doch dieselbe handwerksmäßige. Bei Anwendung dieser Grundsätze muß der A.'sche Betrieb als handwerksmäßiger betrachtet werden. Es ist anzunehmen, daß berartige Betriebe, in denen Maschinenteile neu her- gestellt werden, so angelegt werden müssen, daß sie einige äußere Merkmale des Fabrikbetriebes haben; wegen der Höhe des zu ve^insenden Anlagekapitals darf der Bettiebs- umfang nicht klein fein, es muß mit Anwendung elementarer Kräfte und unter umfassender Verwendung von Maschinen gearbeitet werden; auch werden an die technische und kaufmännischx Leitung erhebliche Anforderungen gestellt Hierdurch allein wird aber der Betrieb kein fabrikmäßiger, es giebt manche zweifellos handwerksmäßige betriebe, in denen diese Merkmale zu finden sind. Fabrikmäßig wird eine solche Maschinenschlosserei erst da, wo die Aroeiter zur Bedienung solcher Maschinen angestellt werden, an denen sie sich bei dauernder Beschäftigung besondere Fertigkeit aneignen und die Arbeitsteilung völlig durchgeführt ist; solche Betriebe haben naturgemäß solche Ausdehnung, daß die Aufsicht über die Arbeiten nid^t mehr von dem Betriebsleiter, sondern von besonderen, sogenannten Meistern (Borarbeitern) geführt wird, womit auch ein näheres persönliches Verhältnis zwischen dem Betriebsleiter und den beschäfttgten Arbeitern ro eg fällt. Tiefe Merkmale treffen für den Äffchen Bettieb nicht zu; in ihm ist die Arbeitsteilung — abgesehen von der Treharbett — nick>t durchgeführt und kann nach Lage der Verhältnisse gar nicht durchgeführt werden, so lange nicht der Geschäfts- umfang ein ganz erheblich größerer ift (Ä können deshalb auch verschiedenartige Arbeiten der Mafchinenschlosserei, sowett niaft besondere Maschinen zu ihrer Durchführung nötig sind, angenommen werden, insbesondere aucy Reparaturen des handwerksmäßigen Mühlenbaues."
§ Butzbach, 17. Dez. Ein mehrere Jahre hier bedienstet gewesener Knecht aus Eberstadt bei Darmstadt zog sich in verflossener Woche eine unbedeutende Verletzung an der Hand zu. Da die Wunde nicht beachtet wurde, entstand nach einigen Tagen Blutvergiftung, welcher der Be- baucrnSrocrte nun erlag. Der Verstorbene hatte sich durch Lohnersparniffe ein erhebliches Kapitalvermögen erworben. Seit dem 15. Lebensjahre war er der Heimat ferne und ließ seine Verwandten ohne Nachricht über den jeweiligen Aufenthalt
da Bermuthshain, 17. Dez. Der hiesige Gesangverein ,LiederkranzE wurde mangels eines Dirigenten aufgelöst. Das noch vorhandene Jnvmtar des Vereins wurde durch den Präsidenten Balthaser Muth öffentlich im VereinSlokal versteigert. Der Verein hatte als letzten Dirigenten den Lehrer Kröll, der jedoch nach Friedberg! versetzt wurde. Da somit der Verein verwaist war, auch
von Anregung für Geist und Herz. In jedem Jahre gesellen sich zu der großen Schar mtbewäyrter Mitarbeiter neue hervorragende Kräfte. So ist für den diesjährigen Band besonders hervorzuheben, daß Königin Carmen S y l v a, die berühmte Dichterin auf dem Thron, demselben einige Oriainalbetträge und auch ihr neuestes Bildnis mtt eigenhändiger Unterfdyrift zugewendet hat.
„Herzblättchens Zeitvertreib", Unterhaltungen für kleine Knaben und Mädchen zur Herzensbildung und Entwickelung der Begriffe. Begründet von Thekla von Gunivert. Neue Folge. Herausgegeben von Berta Wegner-Zell, Verlag von Earl Flemming, Glogau. 5. Band 1902 (47. Band des ganzen Werkes). Mit 29 Farbendruckbildern, 4 Bella gen und zahlreichen Abbildungen im Text. Elea. geb. 6.— Mk. TuS altbekannte und allbeliebte Kirwerbuch, erweckt auch heute noch das Interesse der kleinen Well wie einst. Bewegt mögen viele Großellern es den Enkeln auf den Weihnachtstisch legen, dabei der Freude gedenkend, in der sie einst selbst in seliger Kinder- zeit die ersten Bände dieses Jahrbuches empfingen.
Der Tr 0 tzköpf, von E. v. Rhoden, der geistreichen und gemütvollen Gatttn des Romanschriftstellers Friedrich Friedrich, ist in neuem Gewände erschienen. DaS Entzücken der Heranwachsenden weiblichen Jugend ist entschieden „Ter Trotzkopft'. Wer hat fick; an den ausgelassenen Streichen, welche die jungen Dämckien in der Pension auSführev. nicht ergötzt, und die Hauptfigur, die trotzige und später „bezähmte Widerspenstige, daS AmtmannStöchterlem Ilse, nicht innig inS Herz geschlossen? Wessen Sympathie errangen nicht die gutmütige Wellie mit ihrem gebrochenen Deutsch, die brave Rosi, die energische Russin Orla, die drollige englische Lehrerin, der an gebetete Doktor Althoff und zahlreiche andere Persönlichkeiten der unterhallenden Erzählung? Wie ergreifend wird die firanfljeit der niedlichen Lilli geschildert. Ich kami mir alS WeihnachtSgabe für junge Mädchen kein passenderes und hübscheres Gcsd)enr denken, als dieses Buch Sein Erfolg ist aber auch beispiellos, was daS Crsck^einen der 37. Auflage beweist.
Höchste Temperatur am 16.—17. Dezember
Niedrigste , „ 16.—17. ,
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