Ausgabe 
18.10.1902 Zweites Blatt
 
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7926. Ohne Gewähr.

15. Nooexnber b. Js. statt.

Telephonischer Kursbericht«

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bürg sich mit anberen Stäbten »iir Begründung eines gemeinsamen Theaters zu vereinigen, ein anderer Weg erscheint ausgeschlossen.

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Tank.

bei hartnäckigen Fällen Forman- Pastillen zum Inhalieren 60 Pfg. Wirkung frappant! In allen Apotheken. Man frage den Arzt.

8ü/o Mexikaner . . 4,/i'/o Chineeen . . Electric, bobuckert , Nordd. Lloyd . .

Kreditaktien . . . Dukonto-Kommandlt. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handeleges. Oesterr. Staats bahn . Lombarden Gotthard bahn . . . Laur ah litte . . . . Bochum . . « . . Harpenor . . . .

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neuen Bureauräurnlichkeitcn brr Kammer, WalLsfraße IVr, sand gestern eine Vorsts dssitzung statt. AnS der umfang reichen Lageöordimng xsl her vorzuheben der Bericht über den 8. VQÜscheu Kandwerkskammerlag in Leipzig d, Fetz-

TheatervercinSbestrebungcn in Marburg als vorbildlich an­erkannt worden sind und wollen hoffen, daß ein dauerndes Zusammenhalten der beiden Vereine in den zwei benachbarten Universitätsstädten von erfreulichem Erfolge hier wie dort begleitet fein wird.

----- Langsdorf, 18. Okt. Die Wahlen derVollzugS- kommisstonSmüglieder für das FeldbereinigungS-Ver- fahren werden in etwa 46 Wochen stattfinden.

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mg. Darmstadt, 18. Okt. (Hessische Hand tverkSkammer.) Gelegentlich des Umzugs in

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Hessen .

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fach als .geradezu Schnupfenmittel* wird. Bei leichtem Forman-Watte Dose

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Beim Einkauf von Knöterich-Thee und -Bonbons achte man auf den Rn*»en. Siehe heutige Annonce. _______

. . 214.20 . . 187.70 . . 184.80 . . 142 AO . . 156.00 . . 152.40 . . 2050 . . 180.00 . . 199.00 . . 172.40 . . 17U.00

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Gegen Schnupfen ist der neue Echnupfäther ,Forman* anzu­wenden, der ärztlicherseits mehr-

Endlicb einT h e a t e r v e r e i n". Was soll uns derselbe wen ? Gesunde und bauernde Theaterverhältnisse I Ter Verein soll "bie künstlerischen Interessen Aiarburgs burch Veranstaltung von bramatischen Ausführungen, Vorträgen unb bergt, fördern. Darüber wird man einig fern: Marburg hätte längst ein ständiges Theater, wenn die erforderlichen Mittel vorhanden wäreii. E i n gutes Theater ist für Marburg ein Bedürfnis. Marburg, welches mit seiner reizenden Umgebung durch seine wunderbare Lage im Sommer Hervorragendes bietet, ist aus den Zuzug ö oii Pensionären, Rentnern rc., aus die Ver­mehrung der Zahl der Studenten angewiesen. Der Zu­zug muß iiicht nur gefördert werden, man muß auch alles thun, um den Zuziehenden einen angenehmen Aufenthalt zu schaffen nnd um dieselben dauernd hier zu halten. Die b e st e BoltSunterhaltung ist das Theater, wenn eS in ange­messener Form unb zu einem mäßigen Preise bargeboten wirb. Eine Stadt wie Marburg hat den Einwohnern gegenüber die Pflicht, Mittel und Wege zu finden, ein würdiges Theater zu schaffen. Allein nicht imstande, ein Theater zu erhalten, hat SDlar-

iumt Hakt gebieten. Don der Kammer hängt eS rrb, baß diese Politik yir Ausführung gelangt. Schließ­lich wird eine Tagesordnung, durch wetze daS Vorgehen der Regierung gebilligt und das Vertrauen zu der­selben ausgesprochen wird, mit 323 gegen 233 Stimmen an­genommen. , , _ ,

Wien, 17. Okt. IM Ab geordn eten Hause tnter- glterte Abg. Schönerer wegen des Steckbriefs der ager Polizei gegen Kaiser Wilhelm. In der frage wird auf die Frechheit einiger tschechischer Polizei- beamten hingewiesen; eri fei ein Symptom für die grenzen­lose Gehässigkeit der Tschechen gegen den deutschen Kaiser. In der Erwägung, daß die Deutschen Oesterreichs sich entschieden dagegen verwahren müssen, daß die Person des deutschen Kaisers von tschechischer Seite in den Kot gezerrt werde, wird gefragt, warum der schuldige Beamte nicht, wie sich- gebührt hätte, sofort entlassen wurde.

Aus Stadl und Sand.

Gießen, 18. Oktober 1902.

* Gedenktage Nachdem Napoleons Macht gebrochen war, das Heer sich aufzulösen schien, trat eS am 19. Oktober 1813, dem zweiten Schlachttage von Leipzig, den Rückzug über die Elsterbrücke an und endete, als die Ver­bündeten in die Stadt eindrangen, in regelloser, entsetzlicher Flucht. Kaum bahnte man Napoleon selbst einen AuSgang. Die Brücke über die Elster war zu früh gesprengt, Tausende, unter ihnen mehrere Generale, gefangen worden. Auch der König von Sachsen, den Napoleon bis zuletzt mit Sieges- Hoffnungen getäuscht hatte, mußte sich den Monarchen ge­fangen geben, die ihm Berlin als Aufenthalt anwiesen.

Am 20. Oktober 1892 wurde der kühne Forscher Emin Pascha (Eduard Schnitzer) im Gebiet deS oberen Kongo er­mordet. Dieser verdiente Naturforscher hat die egyptische Aequatorialprovinz, zu deren Gouverneur er eingesetzt wurde und in der er eine vortreffliche Verwaltung einführte, nebst den benachbarten und bekannten Ländern seit dem Jahre 1876 in zahlreichen Zügen durchwandert. Durch den Auf­stand deS Mahdi und die feindselige Haltung des Königs von Uganda wurde er 1883 von allem Verkehr nach Norden und Süden abgeschloffen. Im Jahre 1887 zog Stanley mit Er­folg zu seiner Befreiung auS.

LU. Die Anmeldungen zur Immatrikulation an der Landes-Universität für das Wintersemester 1902/03 beginnen am Montag dem 20. Oktober im Universitäts- Sekretariat Bißmarck st raße 2 2. Daselbst erfolgt auch gleichzeitig der Umtausch der Legitimationskarten.

* Auslieferung von Wechselprotesturkunden. Auf eine von der Handelskammer Mainz unterstützte An­regung der Handelskammer Chemnitz hat das hessische Justizministerium an die Großherzoglichen Amtsgerichte, Notare und Gerichtsvollzieher folgende Verfügung erlassen: ES ist Beschwerde darüber geführt worden, daß die Aus­lieferung von Wechselprotesturkunden an auswärtige B e- rechtigte nicht selten von der vorgängigen Einzahlung deS Stempels (Nr. 88 deö Tarifs) abhängig gemacht und dadurch eine nachteilige Verzögerung in der Gettendmachung des Wechselrechts herbeigeführt werde. Zur Verhütung von Un- zuträglichkeiten empfehlen wir Ihnen, bei auswärtigen Be­rechtigten den Stempelbetrag, der auf der Protesturkunde in Marken zu verwenden ist, vorzulegen und durch Postnachnahme zu erheben. Sollte in einem Falle der vorgelegte und ver­wendete Stempelbetrag nicht eingezogen werden können, so kann auf Grund des Artikels 37 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 3, 4 deS Gesetzes über den Urkundenstempel vom 12. August 1899 Erstattung verlangt werden."

* Zur Verhaftung Welkoborskys wird uns mitgeteilt, daß die Verhaftung nicht durch Verfehlungen während des Konkurses bedingt war. Es handelt sich vielmehr um Dinge, die sämtlich vor Ausbruch des Konkurses gelegen sind. Ob dieselben sich schließlich wirklich als strafbar Herausstellen, wird erst die Untersuchung und das gerichtliche Urteil ergeben. Wie uns noch mitgeteilt wird, soll die Anzeige gegen Welkoborsky bei der Staats­anwaltschaft durch einen seiner früheren Angestellten er­folgt fein.

* Theaaterverein in Marburg. Wir lesen in der MarburgerOberh. Ztg.fr

4l/,96 Oesterr. Biiberrente 100.85 4-6 Ungar. Goldrente . . 101.45

Die Verhandlungen zur Gründung eines Städtebundtheaters sind eingeleitet, eS ist Aussicht vorhanden, daß wir ein ftändiges Theater bekommen. Aber nicht nur die städtischen Behörden, auch die Einwohner Marburgs haben daS Unternehmen zu unterstützen. Vertreter des TheatervereinS müffen an den Beratungen teilnehmen. ES ist nicht nur erwünscht, sondern dringend nötig, daß möglichst Diele dem Verein beitreten, nur dann kann das Unternehmen ge­deihen. Darum frisch anS Wert! Ein wirklich gutes Theater zu mäßigem Presie zu schaffen eS wird gelingen.

Wir ersehen aus diesen Zeilen, daß die Gießene

Ucucste yicLöniißcii.

Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeiger».

Parts, 18. Okt. In der Generalversammlung der Metallarbeiter wurde eine Tagesordnung angenom­men, in der die Grubenarbeiter aufgefordert werden, im Aus stände zu beharren. Gleichzeitig verpflichten sich die Metallarbeiter in der Tagesordnung, die Gruben­arbeiter pekuniär und moralisch zu unterstützen.

Paris, 18. Cft Der König von Portugal ist gestern abend 11 Uhr hier eingetroffen.

Wien, 18. Okt. DieWiener Ztg." veröffentlicht ein kaiserliches Handschreiben an den Ministerpräsidenten v. Körber, durch welches derselbe biS auf Weiteres mit der Leitung des Justizministeriums betraut wird, ferner ein Handschreiben an den Justizminister Frhrn. Spens von Boöden, durch das dessen Enthebung von seinem Losten und Versetzung in den Nutze st and genehmigt roirb. In dem Hand schreiben beißt es zum Schlüsse, der Kaiser verleihe dem Justizminister in Anerkennung seiner reichen Verdienste auch unter schwierigen Verhältnissen als Zeichen seines fortdauernden Wohlwollens das Großkreuz des Leo- pold-OrdenS.

Belgrad, 18. Ott. Außer den Portefeuilles bei Kultus und der Finanzen sind alle besetzt. Das Präsi­dium erhielt Zinzar Markowitsch (neutral). DaS Ministerium deS Innern Kronanwalt Todorowllsch (ge­mäßigt radikal), Aeußeres der frühere Minister Losanit/ch (gemäßigt liberal), Handel der Bürgermeister von Belgrad- Marinkowitsch (radikal), Krieg General Pawlowitsch (neu­tral), öffentliche Arbeiten Hochschulprofessor Kapetanowttsch (radikal), Justiz Rintschitsch (Fortschrittler).

ftelTung eines Verzeichnisses der Prüfungsarbeiten bei den Gesellenprüfungen auf Grund der gewonnenen Erfahr­ungen, Bericht über die Prüfungsprotokolle als statisti- cheS Material für die Beurteilung der Schul- und theo­retischen Kenntnisse der Prüflinge, anschließend daran Be- ratung über Umwandlung der Fortbildungsschulen in fach­liche Fortbildungsschulen für die einzelnen Handwerke, ferner die eiibgiltige Feststellung des Fragebogens über den Be- ähigungsnachweis im Baugewerbe durch die in der letzten Zlenarversammlung gewählte Kommission sowie die Dienst­anweisung für die Beauftragten der Kammer und verschie- >ene Eingaben und Gesuche. Dor Eintritt in die Tages­ordnung gab der .Vorsitzende seiner Freude darüber Aus­druck, daß nunmehr die Kammer entsprechend ihrer Be- leutung und Ausdehnung geeignetere, größere Räumlich­keiten besitze, in welchen auch die Zentralgenossenschafts- kasse Unterkunft finden solle. Aber auch wehmütig stimme ihn am heutigen Tage der Gedanke, daß die Kammer den nzwischen zum Vortragenden Rat im Ministerium des Innern ernannten Herrn Lberregierungsrat Tr. U s i n a e r als Staatskommissar verliere. Vergegenwärtige er sich das, was die Kammer während des kurzen Zeitraums von 2y2 Jahren in den verschiedenen wichtigen Angelegenheiten des Handwerks geleistet habe und vergleiche er damit die Re­sultate vieler anderer deutschen Kammern, so müsse er sich sagen, daß diese großen Erfolge in der Hauptsache der that- kräftigcn Mithilfe des Staatskommissars zuzuschreiben seien. Tankend müsse anerkannt werden die bereitwillige Unterstützung der Bestrebungen des Handwerks burcö die Großh. Staaisregierung, hochgeehrt habe den Vorstand die öffentliche Anerkennung auf dem 2. deutschen Handwerts­kammertage, welche Herr Ministerialrat Braun als Vor­sitzender der Aufsichtsbehörde der Thätigkeit der Wammer gespendet hat, aber zu besonderem Tanke bleibe die Wammer Herrn Lberregierungsrat Tr. Usinger verpflichtet, der ihr in den ersten, bei der Neuheit der Sache schwierigen Jahren ein hilfsbereiter Ratgeber und rastloser Mitarbeiter war. Seiner intensiven Kenntnis auf dem Gebiete des gesamten Gewerbewesens verdanke der Vorstand manchen guten Rat bei wichtigen Beschlüssen und Entscheidungen. Bei aller Energie und Bestimmtheit im Auftreten habe er stets den richtigen umgänglichen Ton im Verkehr mit den Kammer- mitgliedern gefunden, welchen großen.Vorzug auch die Be­sucher der verschiedenen deutschen Handiverkskammertage alsbald erkannt hätten. Erst längst in Leipzig hätten sich ihm (dem Vorsitzeliden) gegenüber mehrere angesehene Kam­mer-Vertreter in diesem Sinne ausgesprochen. Tie sämt­lichen Vorstandsmitglieder waren einer Meinung mit dem Vorsitzenden und beauftragten ihn, Herrn Oberregierungs­rat Tr. Usinger, welcher wegen Unwohlsein an dieser Sitzung nicht teilnehmen konnte, den wärmsten Tank des Vorstandes zu übermitteln. Der Nachfolger ist der Kammer noch nicht bekannt, doch ist bei dem großen Interesse der Auf­sichtsbehörde für daS ersprießliche Weiterwirken der Kammer mit Sicherheit anzunehmen, daß sie wiederum eine gute Wahl treffen werde.

WormS, 16. Okt. Zum 26. mittelrheinischen Turnfest. Dank der geschickten Festteitung, vornehmlich der im Bauausschuß geübten Sparsamkeit, ist laut ,W. Z.* ein Ueberschuß von rund 3000 Litt. erzielt worden, der der Kasse unserer Turngememde zustießt.

Frankfurt a. M., 17.Okt. Die Neue Theater-Aktien- Weselljchaft erläßt heute offizielle Einladungen zur Eröff­nung deS neuen Schauspielhauses für den 1. No­vember, abends halb 6 Uhr.

Krieskallen der Keöaklwn.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

W. Bei Beendigung des LehrvorschulkursuS hat der Lehrherr dem Lehrling ein schriftliches Zeugnis über bie Tauer der Lehrzeit und bie während dieser erworbenen KennMiffe und Fählgteuen, sowie über sein Betragen auszustellen. Tie Taner der Lehrzeit bestimmt sich nach dem Lehrvertrag, in Ermangelung verrragS- mäßiger Festsetzung nach den örtlichen Verordnungen oder dem Ortsbrauche. Als ein wichtiger Grund zur Kündlgung durch den LehrUng ist es insbesondere auch anzugeben, wenn der Lehrherr seine Verpflichtungen gegen den Lehrling tn einer dessen Gesundheit, Sittlichkeit aber Ausbildung gefährdenden Weise vernachlässigte, Ansprüche wegen unbefugten Austritts auS der Lehre kann der Lehrherr gegen den Lehrling nur machen, wenn der Lehrvertrag schriftlich geschloffen ist. Soweit das Handelsgesetzbuch. HandeÜ es sich um einen Handwerkerlehrling, so ist auf § 127 ff. der Ge­werbeordnung zu verweisen.

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Gerühlssaal.

M. Gießen, 17. Okt. Strafkammer. Den Vorsitz ührte Landgerichtsdirektor Tr. Güngerich, die Anklagebehörde ver­trat Staatsanwalt Hoos. Ter 19jährige Zimmergeselle Christian Ambron aus Nieder-Wöllsladt, trotz seiner Jugend wegen Dteb- slahlS mit einer Gefängnisstrafe von über 4 Monaten vorbestraft, tjt wiederum deS Diebstahls beschuldigt. Der Angeklagte gesteht zu, sich in der Abwesenheit der Bewohner in ein Haus eingeschltchen unb auS einer Schublade, die er mit dem an der Wand hängenden Schlüssel öffnete, einen Geldbettag von Alk. 3.70 entwendet zu haoen. Der Bestohlene behauptet, ihm seien Mk. 30 gestohlen worden, der Angeklagte bestreitet den Diebstahl in dieser Hohe. DaS Schöffengericht Friedberg hat den Angeklagten aus verschie­denen Jndicien der Entwendung der ganzen Summe für überführt erachtet und gegen ihn auf eine sechsmonatige GesangniSstrase er­kannt. Tas Ber-ufungsgericht war der Ansicht, daß bet der zweifel­haften Sachlage zu Gunsten deS Angeklagten der Diebstahl von mehr als Alk. 8.70 nicht erwiesen anzunehmen sei und setzte mit Rücksicht hierauf die Strafe auf 4 Atonale Gefängnis herab. Ter 16 jährige Bergwerksaeselle Johannes Boll von Stangen­rod ist des Verbrechens i. S. der §§ 176, 56, 57 Stt.-G.-B. be­schuldigt und wird unter Versagung von mildernden Umständen zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten verurteilt. Ter Oekonomieverwalter Karl Appel von Gießen ist der unternommenen Verleitung zum Dteineid angeklagt. Gegen den Angeklagten schwebte vor einiger Zeit am hiesigen Amtsgericht ein Alimentationsprozeß, in dessen Verlauf er unter Geltend­machung der excoptio pluriam behauptete, ein gewisser Jünger habe in der kritischen Zeit mit der Frau verkehrt. Jünger wurde vernommen, gab auch den Verkehr zu, konnte aber keine genauen Zeitangaben machen. In dieser Lage des Prozeffes hat sich der heutige Angeklagte an einen gewißen Krausch einen früher un­ter seiner Verwaltung beschäftigten Dienstknecht gewandt und ihn soll er nach der Anklage zu einem 'Meineid zu verleiten unter­nommen haben, indem er ihn mündlich und schriftlich angesonnen habe zu bekunden, daß er von einem Verkehr des Junger und der Frau zur kritischen Zeit wisse. In der heutiaen Haupwerhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte eines Tags nach Bicklar ge-, fahren ist ausschließlich zu dem Zweck, um ben^ Krausch zu fragen waS er wisse, daß er diesem Zeugen Mk. 50 für seine Be­kundungen versprochen hat, daß er ihm kurz daraus einen Brief zugehen ließ, in dem er genau angibt, worauf es m der damaligen Prozeßsituation bei seiner des Zeugen Aussage ankommt und in dem sich Wendungen finden wie, er solle ihm doch den Gesallen thun, eS könne ihm nichts paffieren, jedenfalls aber solle er den Brief niemanden zeigen. WaS den Inhalt der Unterredung tn Birklar betrifft, fo hat der Zeuge Krausch früher bekundet, er habe sofort dem Angeklagten zu verstehen gegeben, daß er nicht wisse, ob Jünger zu der kritischen Zeit nut der Frau verkehrt habe und eS daher auch nicht bekunden könne, während er heute nicht mehr weiß, was er damals dem Angeklagten gesagt hat. Ta Krausch bei der Unterredung in Birklar stark angetrunken war, hielt das Gericht die Möglichkeit nicht für ausgeschloffen, daß er m seiner Trunkenheit Aeußerungen gethan hat, die in der Richtung der von dem Angeklagten erlangten Aussage gelegen Haden und daß auf gnmb derartiger Aeußerungen der Angeklagte habe glauben können, der Zeuge Krausch könne guten Gewissens bestätigen, was er ihm auszusagen angesonnen habe. Trotz der schweren Verdachts­momente rechnete das Gericht zu Gunsten deS Angeklagten mit der wenn auch sehr entfernten Möglichkeit, dav ihm das Be­wußtsein gefehlt habe, der Zeuge Krausch werde demnächst eine unwahre Thatsache beschwören. Wahrend die -Llaatsanwaltfchaft die Anklage aufrecht erhielt und eine Zuchthausittase von einem Jahr und 6 Monaten bcanfragte, hielt daS Gericht den Angeklagten zwar für schwer belastet, wegen der schwankenden Haltung deS Zeugen Krausch ein verurteilendes Erkenntnis gegen demelben tedoch furnicht möglich und sprach ihn daher von Strafe und Kosten freu Ter ^gefragte, der bisher tn Untersuchungshaft sich befunden

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Herren Dr. W. Knecht * Lo., Frankfurt a. M. - Lenden Eie sofort 2 Flaschen 3^e4< Klagen bi tterl .ESntis' an Herrn M., Berlin, B ftrafee uni. Nach­nahme.....IhrSLntis" vragendtttcr ist

vorzüglich, insbesondere ist die Wirtung bei Folgeerscheinungen der Darmträgheit eine ?an, emin-nte. ''Säntts" Mageudttter ist erhältlichem den Apocheken Trogerien..Colon s u. Delikoteß-Seschästen, große Flasche Mk. 1-50, H<uu

Pro de flasche Mk. 1

Vertreter in Gießen: «h. Ludwig Thoma», Bahnhosstt. 87. 7355 Dr. W. Unecht *. Co., Fraukfart a. _____

Warnung!

Die meinten Nachahmangen von Dr Hommele Haematagea werden, um das D. H. P. kio. bi,3»l «u umgehen, nut Zmn.ieuauae TOn AMber bereitet, ein Zusatz, der insbesondere fttr Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher m sein, dae aetberfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets audürucanch Dr. Hommele Haematogen und achte so! die SchutzmarkeSiu- --------r- MIO geuoe LOwio.

hatte, wurde ablsbald auf freien Fuß gesetzt. Ter Gärtner Lud. wig Riege auS Gießen ist des im strafrechtl. Rückfall begangenen Diebstahls einer Gartenfcheere und eines Glaserdiamanten ange­klagt. Er leugnet den Diebstahl und behauptet, die Gartenscheere sei fein Eigentum und von ihm in einem Friedberger Geschäft ein- gekauft worden; den Glaserdiamanten will er von dem Besitzer geliehen, aber demselben zurückzuaeben vergessen haben. Er wird jedoch des Diebstahls in beiden Fällen überführt und zu einet Gefängnis st rase von einem Jahre unb einem Monat verurteilt, m welche Strafe eine früher erkannte neimmonatliche Gefängnissttafe ivegen TiebstahlS embezogen wird.

ZanSel und Nerlrehr. Volliüivirlschasl.

Freiburger Lose. Bei der am 15. Oktober d. IS. statt­gehabten Serien-Zlehung der Freiburger 15-FrancS-Lose wurden folgende 70 Serien gezogen: 39 200 234 855 402 416 520 681 685 1001 1030 1066 1184 1290 1343 1435 1550 1660 1662 1914