Ausgabe 
17.6.1902 Erstes Blatt
 
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dauernd gefährden würde.

gs-

1902. Wilhelm, deutscher Kaiser nnd König von Preußen.

16.

15.

Westanlage bei Tribus und Sundheim, der Beleuchtung in der Hofmann- und c. Versetzen je eines Kandelabers in der in der Ostanlage. 13. Anschaffung einer

Schiffenbergerweg Gäßchen an der b) Verbesserung Frankfurterstraße.

15,50 c.

4,2U C.

bis 16. Juni 16.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Aus Studt und Land.

Gießen, den 17. Juni 1902.

* Von der Universität. An der juristischem Fakultätsprüfung des laufenden Sommersemesters haben sich 30 Rechtskandidaten beteiligt. Hiervon haben 18 bestanden, und zwar vier mit der Note gut (2), sechs mit der Note im ganzen gut (3), acht mit genügend (4). Die Prüfung eines Kandidaten steht noch aus.

** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtver- ordneten-Versammlung Donnerstag den 19. Juni 1902, nachmittags 4 Uhr. 1. Baugesuch des Karl Bergmann für die Ederstraße. 2. Herstellungsarbeiten im ehemals Nolte'- schen Hause an der Licherstraße; hier Arbeitsoergebung. 3. Be­festigung der Bürgersteige in der Plockstraße. 4. Ausbau der Bahnhofftraße nächst dem Bahnhof; hier: Abtretung von Straßenland an die Eisenbahnverwaltung. 5. Beschädi­gungen im Haus Katharinengasse 11 durch die Wasserleitung. 6. Straßenkostenbeiträge für den Eichweg. 7. Reklamation des Dr. A. Mettenheimer gegen die Heranziehung zu den Kosten des Ausbaues iber verlängerten Alicestraße. 8. Er­hebung von Anerkennungsgebühren; hier: Reklamation des Fabrikanten Louis Lotz. 9. Antrag der juristischen Kommission auf Abänderung des § 13 des Ortsbaustatuts. 10. Betrieb der Pumpstation; hier: Rechnung der Firma Heyligenstaedt und Co. 11. Gesuch des Kommerzienrats Wilh. Gail zu

Gießen um Erlaubnis zur Anlage einer Privatstraße vom ab. 12. Straßenbeleuchtung; hier: a) das

Kunst und Wissenschaft.

Düsseldorf, 16. Juni. Unter Teilnahme von 1500 Mit­gliedern begann heute die 43. Hauptversammlung des Ver­eins deutscher Ingenieure. Aach einer Ansprache des Vorsitzenden, Generaldirektors Oechelhäuser, wurde Regierungsrat Prof. Slaby die Grashos-Denkmünze verliehen. Es folgte die Er­stattung' des Geschäftsberichts, woran sich Vorträge schlossen.

Die Kölnische Zeitung" ging am 9. Juni 1802 in den Besitz der Erben S ch a u b e r g ' s über. Zur Feier des Hund e r t- jährigen Besitzes versammelten sich Besitzer, Letter und Mit­arbeiter in der Druckerei zu einem Festakt, bet dem Kommerzien­rat Dr. Josef Neven-Tumont einen historisch-kritischen Rückblick gab. Er teilte dann die anläßlich des Jubiläums erfolgten Stiftungen mit. Zunächst soll von jetzt ab jedem Arbeiter, der 5 Jahre unmtterbrochen dem Hatise angehört, ein Urlaub von a ch t Tagen gewährt werden, ohne seine Bezüge zu kürzen. Weiter beschloß die Firma, 100000 Mk. zum Andenken der Hundertzahr- feier verschiedenen Kassen zu überweisen. Davon erhalte,i: Die Jnvalidenkasfe 10 000 All., die Witwen- und Waisenkasse des Per­sonals 40 000 Alk., die restierenden 50 000 Mk. fließen in die Ver- sorgungskasfe der Angestellten. Regierungspräsident v. Balan teilte eine Reihe von Ordensauszeichnungen an Angestellte mit, die 40 und 30 Jahre bei der Firma lhätig sind und betonte, der Kaiser- Habe den sonst übliche,l Rnhmen überschritten und auch Angestellte mit nur 30jähriger Dienstzeit ausgezeichnet.

Glngefanöt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Nachruf für die allzufrüh dahingeschiedene Frau Oberst Spohr, geb. 1847 am 26. Februar zu Neuenmühle b. Pirglitz in Böhmen, gest. 1. Juni 1902 zu Pirglitz.

Hygiaia, die göttliche, weint! Ist doch die Freundin geschieden, Tie mit der Weisheit Rat und mit warmem, liebendem Herzem Krankes Leben erneute zum freundlichen Lichte der Sonne. Ja, Tu fehlst uns allen. Du Linderin jeglicher Schmerzen, Du, die Freundin der Menschen, die auf Erden manchmal Verkannte, Andre zu retten, mißachtetest Du die eigne Gesundheit. Freudiger Hoffnung voll betratst Du die teuere Heimat, Um in den trauten Bergen aufs Neue Kräfte zu sammeln Für den schweren Beruf, den Du Dir selber erwählt hast. Doch es sollte nicht sein! Es nahte der Engel des Todes, Senkte Ruhe und Frieden aus Dich, die von Vielen Verehrte! Und so rinnen Dir nach die heißen Thränen der Liebe, Thränen des Danks und der Trauer nm Dich, Du edle Verklarte! Sie sind ein Denkmal Dir, das keine Zeit kann zerstören. > Droben wandelst Du jetzt, dort über den ewigen Sternen, Und der Gesundheit Quell, von dem Du hiemeden geträumt hast, Sprudelt Dir kosend entgegen und letzet die ewige Seele.

bert, sind historisch wie künstlerisch gleich bedeutsame Dar­stellungen. Die Schrift der alten Siegel geben sic m voller Klarheit wieder und bieten ein in dieser Vollständigkeit nir­gends mehr vorhandenes Material. Die Sammlung wird ergänzt durch Nachbildungen der Siegel des Kaiser Wil­helm, des Kaisers Friedrich und des regierenden Kaisers sowie durch die Siegel des neuen Deutschen Reiches. Die untere Hälfte des vierthürigen Schrankes enthält in o6 Schubfächern die ganze zeitlich geordnete Sammlung. ^>m oberen Teile des Schrankes, der für eine Vergrößerung der Sammlung Raum bietet, sind eine Anzahl besonders interessanter Stücke zur Schau gestellt, so die Siegel Giptns, Karls des Großen, Ottos des Großen, Ludwigs des Bayern, Maximilians und anderer. Der Prunkschrank ist von Baurat Erhardt, dem Restaurator der Tome in Schles­wig und Bremen, in romantischer Stilform entworfen und vom sächsischen Hoflieferanten O. L. Friedrich in Dresden ausgeführt. Er ist aus altem braun getönten Eichenholz gearbeitet, mit reichen Messingbeschlägen gra­viert, gepunzt, darauf galvanisch verkupfert und brüniert. Ueber den Thüren, unter der flach modellierten Kaiser­krone befindet sich eine Metalltafel mit der Widmnngs- schrift: Museo Gcrmanico Wilhelmus II. Imperator. Jm- peratorum Sigilla, in großen römischen Buchstaben. Die Inschrift ist dem aus dem 11. Jahrhundert stammenden Liber Aureus in Brünn entnommen. Den Abschluß der Inschrift bildet das Verbriefungswappen der hohenzollern- schen Burggrafen von Nürnberg. Der über drei Meter hohe Schrank, der mit silberglänzenden Siegeln und wie bei Altarbildern geöffneten oberen Flügelthüren einen präch­tigen Anblick gewährt, steht auf einer Estrade des. neu eröffneten Waffensaales ausgestellt.

und der zahlreichen Festlichkeiten in der Umgegend, mar der Burggarten stark besetzt. Zur Verschönerung des Festes trug der hiesige Turnverein in dankenswerter Weise bei. Am Abend führten die Turner auf dem Tanzboden einen Fackelreigen auf und stellten auf der oberen Terrasse des Gartens bei bengalischer Beleuchtung mehrere Pyramiden. Auch eine Musterriege am Reck wurde vorgeführt. Erwähnt ei noch, daß an den Eingängen des Torfes prächtige Ehrenpforten errichtet waren. pr

r. Eberstadt, 16. Juni. Der Geflügelzucht- v er ein für Lich und Umgegend hat sich u. a. auch zur Aufgabe gemacht, durch Vorträge für die Hebung der Ge- lügelzucht zu wirken. Lehrer Sußner von Birklar sprach gestern über die Aufzucht der jungen Hühnchen. Der Vor­trag, der in der Wirtschaft zum Löwen gehalten und vom Bürgermeister Görlach eingeleitet wurde, fand zahlreiche aufmerksame Zuhörer. Schließlich traten mehrere Hörer dem jungen Verein bei, sodaß dessen Mitgliederzahl jetzt über 90 beträgt. , .

Gernsheim, 14. Ium. Wenig nachahmenswerte Zu. stände herrschen in der hiesigen Stadtvertretung. Wenn der Bürgermeister die Stadtväter zu einer Stadtratssitzung zu­sammentrommeln will, so muß er jedesmal die gesamte Poli- zeimacht in Aktion treten lassen. Und selbst dann bekommt er sie oft nicht zusammen. So mußte gestern wiederum trotz Polizeiaufgebots eine Stadtratssitzung infolge Beschlußunfähig- t'eit ausfallen. Die Landgemeinde-Ordnung giebl zwar dem Bürgertneister Mittel und Wege in die Hand, um solche Miß­stände in einer über 4000 Einwohner zählenden Stadt zu beseitigen, aber der Herr Bürgermeister will sich mit keinem seiner Getreuen verfeinden.

2. sie beauftragt ihren Vorstand, bei der Großh. Regie­rung dabin vorstellig zu werden, daß diese im Bundesrat nachdrücnichst für Hie Ablehnung eines Antrages eintrete, der elterliche Vereinbarungen über die religiöse Erziehung der Kinder uneingeschränkt für giltig erklärt, und welcher der den Vater überlebenden Mutter die unbegrenzte Mög­lichkeit,, die Kinder dem väterlichen Bekenntnis zu entziehen, gewährt, welcher dadurch im Falle seiner Annahme durch den Bundesrat die Interessen der evangelischen Kirche auf dem Gebiet der gemischten Ehmi tief schädigen und den interkonfessionellen Frieden im paritättschen Staat

Höchste Temperatur am

Niedrigste

Kaiserin links. Rechts folgten Prmzesftn Leopold, der König von Württemberg, Prinz Ludwig, die Pcllastdame Gräfin Keller uxib der Reichskanzler; nach links der Großherzog von Baden, Prinz Leopold, die Hofdame Fräulem v. Gers- dorff, Staatsminister v .Bötticher. Gegenüber dem Prinz- regenten saß der württembergische Gesandte Frhr. v. Soden zwischen dem badischen Gesandten v. Bodmann und dem bayerischen Gesandten v. Lerchenfeld rechts und Oberhos- marschalt Graf Seinsheim, dem preußischen Gesandten Grafen Monts und dem bayerischen Gesandten v. d. Psordten links. Tie Tafelmusik wurde von der Kapelle des 14. In­fanterieregiments ausgeführt.

Es erhielten den Roten Adlerorden 1. Klasse Oberhof­marschall Graf Seinsheim, das Großkreuz des Roten Adlerordens Finanzminister v. Riedel. Den Roten Adler­orden 3. Klasse erhielten die Direktoren des Ausftchtsrctts des Germanischen Rruseums Kommerzienrat v. Grund­herr und Frhr. v. Tücher. Den Kronenorden 3. Klasse erhielten die Direktoren des Germ. Museums v. Bezold und Bösch, ferner der zwette Bürgermeister Jager. Die Brillanten zum Kronenorden 2. Klasse erhielt der Sohn des Begründers des Germanischen Museums, Fhr. v. Auf-

sc ß-Regensburg. z , .

Die vom Kaiser geschenkte Siegelfammlung ent­hält Nachbildungen der von den deutschen Königen und Kaiser in der Zeit bis 1806 geführten Siegel, denen sich auch die der Siegel der Kaiserinnen, der Laud- frieder sowie Reichsvikariate beigesellen und unter denen die Fälschungen eine besondere Abteilung bilden. Tiefe Abformungcn sind von dem kgl. sächsischen Staatsarchivar Oberrcgierungsrat Dr. Posse in Dresden in dreißigjähriger unermüdlicher Sammelarbeit zusammen geb rächt. Die

Bildschön und blendenweiss

ist heute mal wieder die luftig im Winde flatternde Wäsche der Nachbarin. Frau M. zerbricht sich vergeblich darüber den Kopl, mit welchen Mitteln die Nachbarin eine so tadellose Wasche er­zielt. Hätte sie doch nur den Mut, eine Frage zu stellen. otmt N. würde ihr das Geheimnis gewiß gerne verraten:ö er f a , das neue und gesetzlich geschützte Waschmittel ist es, der sie ihr schneeweißes Leinen verdankt. MitSerfa behandelte _ Wasche bildet eine Zierde für jeden Wäscheschrank und werSepa nur einmal versucht, der wird nie wieder ein anderes Waschmittel als Serfa" benutzen.

Dammstraße und _ _

Geldwage für die Stadtkasse. 14. Dienstverhältnisse der Forst­warte der Stadt Gießen. 15. Gesuch der Arbeitslehrerin i. P. Anna Müller zu Gießen um Uebernahme der Unterhal­tung von Begräbnisplätzen auf dem alten Friedhof. 16. Ge­such des Gitst. Trinkhaus zu Gießen um Erlaubnis zum Be­triebe einer Gastwirtschaft im Hause Seltersweg 50. 17. Desgl. des Friedr. Geisel zum Flaschenbierverkauf und Klein­handel mit Branntwein im Hause Wagengaffe 7. 18. Desgl. des Heinrich Erle dahier um Erlaubnis zum Branntweinaus­schank im Hause Westanlage 2. 19. Desgl. des Friedr.

Mages zur Vergrößerung seines Wirtschastsbetriebes im Hause Lindengasse 2. 20. Desgl. des Heinrich Monick im Hause Waltthorstraße 46. 21. Desgl. des Heinrich Rühl zum

Schankwttckschaftsbetrieb im Hause Neustadt 31. 22. Desgl. des Heinrich Schmidt zum Betriebe der Kantine des 3. Ba­taillons Jnf^-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116.

** Auszeichnungen. T^r Großherzog hat dem evangelischen Pfarrer, Kirchenrat Friedrich Kalb Henn zu Burggräfenrode die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüttgen., dem Bürger­meister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamten Michael S chmid t III. zu Braunsl-ardt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste" am Bande des Philippsordens verliehen.

n. Klein-Linden, 16. Juni. Gestern feierte unser Gesangverein Harmonie" sein 15jähriges Bestehen im Burggarten. Ura Mittag wurden die auswärttgen und hiesigen Vereine zum Festplatz geleitet. Am Festzug, der sich um 3 Uhr durchs den Ort bewegte, nahmen folgende Vereine teil: Krieger-Verein Klein-Linden,Avion" ättein- Linden,Liedertafel" Launsbach,Männergesangverein" Lollar,Eintracht" Klein-Linden, Turnverein hier, Gesang­verein Lützellinden,Liederkranz" Dutenhofen und zuletzt der festgebende Verein. Aur dem Festplatz begrüßte der Präsident Wahl die Festgäste und Sangesbrüder, worauf er einen Rückblick auf die Gründung und Entwickelung des Vereins warf. Die Rede schloß mit einem Hoch aus das deutsche Lied. Darnach sangen die Gesangvereine. Cs wurde durchweg Vorzügliches geleistet. Ein Teil der Gießener Regimentsmusik ließ nunmehr flotte Tanzweiscn erllingen. Trotz der etwas kühlen Witterung

Graf Posadowsky."

Der Kaiser verneigte sich gegen den Prinzregenten. Dieser dankte. Hierauf besichtigten die Fürstlichkeiten den ausgestellten Schrank und uitternahmen einen Gang durch das Museum. Nach dem sehr ausgedehnten Rundgange kehrten die Fürstlichketten nach dem Wasfensaal zurück, wo nunmehr nach einem Prolog des Bürgermeisters Jäger Mttglieder des Nürnberger Turnvereins zwei Reim- spiele von Hans Sachs, nämlichDie ungleichen Kinder Evas" undDer Krämerskorb" in der ganzen vom Dichter gewollten Urwüchftgkeit zur Darstellung brachten. Nachdem die dNajcstäten noch Cercle abgehalten, kehrten der Kaiser und die Kaiserin, sowie der Prinzregent auf die Burg, die übrigen Fürstlichkeiten in ihre Absteige­quartiere zurück. Am Eingänge vor der Burg und aus der Wiese vor der Kapelle hatten sich Mttglieder der Schnäpper- Schützengesellschaft in mittelalterlichem Kostüm mit Arm­brust und Hellebarden neben Zelten malerisch gelagert. Tie Hans Sachs-Rettnspiele wurden im Lause des Nachmittags in der Katharinenkirche vor einem großen Publikum wieder­holt. Heute vormittag hatte die Tuchersche Brauerei den Festteilnehmern aus dem Ludwigsthor-Zwinger ein Früh­stück gegeben. Heute nachmittag veranstaltete die Stadt Nürnberg ein Gartenfest aus der Aiazwiese. Prinz L u d w i g von Bayern nahm das Frühstück mtt dem Reichskanzler Grafen Bülow und dem Ministerpräsidenten Crails­heim ein. Nach dem Festakt statteten die Minister v. Riedel und v. Feilitzsch dem Grafen Bülow einen Besuch ab.

Kurz vor 7 Uhr fuhren der Kaiser und der Prinzregent US offenen Vierspänner zur Hoftafel im Rathause. In ^isem Metten Wägen folgte die Kaiserin mit ihrer .Hofdame

Gerichtsftml.

Breslau, 14. Juni. Ein Erbschafts-Prozeß gegen den Kardinal Kopp ist vorn hiesigen Landgericht zu Ungunsten des Beklagten entschieden worden. Die im Jahre 1899 verstorbene, drei Jahre vorher wegen Attersblödigkeit entmündigte ^ischler- meisterswittve Preuß hatte testameMarisch ihr Vermögen von 42000 Mark dem Konvent der barmherzigen Brüder und un Falle der Nichtannahme dem Kardinal Kopp vermacht. Dr. Kopp nahm, da für die barmherzigen Brüder die Genehmigung nicht zu erlangen war, zu deren Gunsten die Erbschaft an. Die im Testa» ment auf den Pflichtteil gesetzte T^ter beschritt den Prozeßweg und führte den Beweis, daß die Erblasserin bei Abfassung des Testaments nicht mehr zurechnungsfähig gewesen sei. Das Gericht erkannte hierauf, daß Kardinal Kopp gehalten se,, d,e Ungültigkeit des Testaments anzuerkennen und den Nachlaß an die Klägerin herauszugeben. ~ , £. ,

Die Angriffe, die im Sommer v. Js. derDeutschnationale Handttmgsgehilfen-Verband" bezw. sein Vorsteher Wilhelm Schack gegen denVerein für Handlungs-Kommis von 1858 (Kaufmän­nischer Verein) in Hamburg" im Organ des Verbandes veröffent­licht haben, sind Gegenstand eines Zivilprozeffes gewesen, den der 58er Verein gegen denD. H.-V." und seinen Verbandsleiter an­gestrengt hatte. Die Beklagten hatten uom 58er Verein behauptet, er befinde sich in Zahlungsschwierigkeiten", habe 1899 mit einer Unterbilanz abgeschlossen" und ersuche seinen völligen Znsam- menbruch hinauszuschieben". Von der Penslons-Kaffe des 58er Vereins, einem Versicherungsinstitute, das über 7 Millionen Mark Vermögen besitzt, hatten die Beklagteii behauptet, siehabe eine schwankende Grundlage",mit der Streichung der Mariinalbelrage seien viele Mitglieder schändlich betrogen bezw. getauscht worden undzwischen der Kasse und dem Verein sei Jahre lang eme falsche Buchführung getrieben worden". Dann war noch gesagt,bei _emcr Versicherungsgesellschaft würde sich der Staatsanwalt mit der trxxche beschäftigen^ unddie Pensionäre erhielten im günstigsten H-alle nur wenige 100 Mark in die Hände gedrückt". Der ober Verem hat auf Einstellung dieser Angriffe geklagt und ist mit einem Klagebegehren durchgedrungen. Die Angriffe desD. H.-V. wer­

den in der Begründung des GerichtsurteiE samt und sonders aSb Unwahrheiten bezeichnet. Das Gericht spricht aus, daß da^ Vw- halten der Beklagtenunzweifelhaft gegen die guten Sitten ver­stoßen hat" und dem 58er Vereine und feiner Pensions-Kapevor­sätzlich dadurch Schaden zugesügt sei". Tas Gericht bezeichnet ferner einen Teil der Angriffe Schacks sogar alswider belieres Wissen" ausgestellte Behauptungen und hat das Urteil sofort für vollstreckbar erklärt. TerD. H.-V." ist mit ferner Widerklage abgewiesen. Der 58er Verein kündigt an, daß er wegen der vom ^ivilqencht als Verleumdungen gekennzeichneten Angriffe des D H-V." damals oud) sofort Strafantrag wegen Beleidigung gestellt hat; die Entscheidung des Schöffengerichts dürfte bald zu erwarten sein. ______

Handel Md Verkehr. Uolkswirlschafl.

Anatolische Eisenbahucn. Tie Einnahmen der Gesamt- Linien betragen feit 1. Januar 4269000 Fr., oder Fr. 1025000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Verwaltung des Bergischen Gruben- und .vutten- vereins schätzt die Dividende für 1901 2 auf zehn Prozent gegen 25 Prozent im Vorjahre bei großen Rückstellung wegen schweben- bet ^0^'cc\8cr^ani>(undCU beir. Abschlüsse einer 4> °pro> bosnischen Anleihe im Betrage von 75 Millionen mitsr Mit­wirkung der Deutschen Bank und Berliner Handelsgesellschaft dürften in den nächsten Tagen zum Abschluß gelangen.

Frankfurter Börse. Lffangels jeglicher Anregung ver» kehrt die Börse in außerordentlicher Geschästsstille. Tie Umsätze sind so minimal, daß die Kurse kaum nennenswerte Aenderungen erfahren. Bon den auswärtigen Plätzen fehlt aber auch jegliche Anregung, es herrscht dort dieselbe Geschästsstille wie hier. Der Markt der festverzinslichen Werte ist das einige Gebiet, das m ausnahmslos günstiger Haltung verkehrt. Insbesondere sind 3proz. Reichsanleihen und 3'/,proz. Stadtanleihen gefragt. .

_Die Neuen Aktien der Siemens Glas-Jndustrre wer­den erst nach Verweisung des 80 Prozent betragenden Aufgeldes an die Reserve an der Frankfurter Böfte zugelasfen werden.

Leipzig, 16. Juni. Die Eingänge aus den noch vorhandenen Bermögeusobjekten der Konkursmasse der Leipziger Bank werden von der Konkursverwaltung auf insgesamt höchstens rund 32 Alill. und mindestens 25 Millionen Matt beziffert.

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