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17.6.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. 139

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Kernsprechanschluß Nr. 51.

Erstes Blatt. 152. Jahrgang

Dienstag 17.Jimr 1908

GietzenerAnzeiger

** General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezugspreis: monatlich 75 Pf., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2. viertel- jahrl. ausschl. Beftellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für Stadt und Land" und Gerichtssaal": Curt Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Politische Tagesschau.

Vorlesung und Urheberrecht.

Tteses Thema, das durch den bekannten Prozeß des Berliner Professors Sch moller gegen einen Studenten wogen Veröffentlichung von Teilen einer Vorlesung aktuell geworden ist, wird in derTeuHchen Juristenztg." von Landrichter Dr. Mittelstaedt in Leipzig behandelt. Der Verfasser ist der Meinung, dah das Berliner Gericht, das den Studenten verurteilt hat, von einer Auffassung des Urheberrechts ausgegangen sei, die sich aus dem Boden des geltenden Rechts nichthalt en lasse. Zur Begründung dieser Ansicht führt er aus:

Zwar gehört die akademische Vorlesung zu den int, 8 1 Ziff. 1. des Gesetzes vom 19. Juni 1901 unter den! geschütztenWerken der Litteratur" aufgeführtenVor- rügen", welcheder Belehrung dienen", und die Vor- chrift des § 17 L c., hie gewisse öffentlich gehaltene Vor­rüge für die Presse freigiebt, ist auf die Hochschulvor- lesung nicht anKuwenden. Besteht hiernach an der Vor­lesung als solcher ein Urheberrecht, so ist deshalb doch nicht jede Aenßerung, die vom Katheder aus fällt, ge- schüttt, und andererseits nicht jede Mitteilung aus der Vorlesung verboten. . . . Das Urheberrecht hat seinen Grund nrcht im Schutze der Persönlichkeit und des An­sehens des Autors . . . sondern das Urheberrecht ist be­gründet auf den Schutz der geistigen Arbeit, deren öko­nomische Ausnutzung dem Verfasser allein gewahrt werden soll. Nicht die weale Rücksicht auf die Persönlichkeit des Autors, sondern der wirtschaftliche Gedanke, daß die litte- rarische Verwertung der Arbeit ausschließlich dem Ver­fasser zustehen soll, hat zur Anerkennung des Urheber­rechtes geführt. . . . Auch nach dem neuen Gesetz ist das Urheberrecht ein wirtschaftliches Recht, ein Schutz der Arbeit, nicht ein Schutz der Persönlichkeit als solcher. . . . Tas Gesetz verbietet weiter bei solchem Werke nicht jegliche Mitteilung, sondern nur die als Konkurrenz in der lite­rarischen Ausnutzung geltende gänzliche oder teilweise Wiedergabe des Werkes als solche."

Selbst wenn das Referat des Studenten eine getreue Wiedergabe der Aeußerung Schmollers wäre, dann könnte es sich, so heißt es weiter, nicht um die ^Veröffentlichung eines geistigen Werkes" handeln, sondern nur um die Wiedergabe einer politischen Meinung, yhm hat aber Prof. Scbmoller erklärt, das Referat sei eine ganz unzureichende und vielfach mißverstandlrche Wiedergabe eines etwa ein­stündigen Vortrages. Tier Student hat also nicht den Vor­trag als solchen veröffentlicht, nicht einmal denwesent­lichen" Inhalt.

Tie Veröffenllichung einer einzelnen Meinungs­äußerung ans einem Vortrage, noch dazu in entstellender Form, aber ist eine Indiskretion und nicht die Ver­vielfältigung eines Geisteswerkes. Sollte durchaus eine strafrechtliche Ahndung der Indiskretion stattfinden, so hätte es vielleicht näher gelegen, die Handlung des Stu­denten aus dem Gesichtspunkt der Beleidigung zu beur­teilen. Ich möchte sogar fast glauben so schreibt Dr. Mittelstaedt, daß selbst der Varagraph des groben Unfugs', der schon so manchesmal ausgeholfen hat, im vorliegenden Falle dem allgemeinen Rechtsgefühl eher zugesagt haben würde, als der Begriff des Nachdrucks."

«^audesversamwlmrg des Evangelischen Mundes.

E.

Gießen, 16. Juni.

In den beiden heutigen Versammlungen wurden zu­nächst Dinge mehr interner Natur verhandelt. Wir heben das für die Allgemeinheit Wichtigere heraus. In der um

Die Jubelfeier des Oermarnscherr Museums.

ii.

Nürnberg, 16. Juni.

Heute früh nm 9 Uhr trafen der Kaiser, die Kaiserin und Bülow hier ein. Sämtliche Fürsten trugen bayerische Uniform, der Kaiser auch den Marschchlstab. Bei der! Begrüßung im Bahnhof feierte der Erste Bürgermeister den Kaiser, der das kostbare Gut des Weltfriedens mit starker Hand erhalte. Der Kaiser erwiderte, als Burggraf ziehe er in Nürnberg ein, als Burggraf von Nürnberg begrüße er die Nürnberger und als erstes Amt, das er a'.s Burggraf heute vollziehe, bringe er ein Hurra aus auf den Prinzregenten.

Die Herrschaften begaben sich sodann unter Regen auf den Platz vor dem Bahnhof zum Prinzregenten-Tenk- mal, wo der Kaiser sein aus Amberg hergekommenes vor dem Denkmal aufgestelltes Regiment besichtigte. Hier­auf fuhren die Gäste in und durch die Stadt und kehrten über denPlerrer" auf das Glacis vor den Manern zurück, wo am Farberthor Paradevorbeimarsch von acht Regimentern erfolgte. Für die Kaiserin war ein Zelt er- *^Als der Kaiser durch die Stadt fuhr, sprang auf den Tritt seines Wagens, vermutlich um eine Bitte vorzubringen, ein Mann, der aber sofort entfernt wurde.

Nach der Begrüßung zwischen dem Kaiser, der Kaiserin und dem Prinzregenten zeichnete Letzterer den Reichs­kanzler Grasen Bülow durch eine längere Unterredung aus. 'Nach der Parade konferierte Graf Bülow mit dem Ministerpräsidenten v. Crailsheim. Der Prinzregent verlieh dem Grafen Bülow sein von dem Bildhauer Hilde­brandt in Bronze ausgeMrtes Reliefporträt.

Bald nach IQ Utzr fuhr der Kaiser mit dem PrinKregerr-

Gründe liegen vor, daß die evangelischen Gemeinden Ober­hessens gerade jetzt mehr als seither an den Aufgaben und

Als- Welche

schritt berichtet werden. Nicht nur sind die Einnahmen in Hessen wiederum gegen das Vorjahr gewachsen, vor allem in Oesterreich selbst geht es stetig vorwärts. Die Zahl der Uebertritte von der römischen Kirche ist auch im ver­

8 Uhr tagenden Versammlung des hessischen Hilfsausschusses I seine Mühewaltung Entlastung erteilt, zur Unterstützung der evangelischen Bewegung in Oesterreich, oann wurde in die Besprechung der Frage: konnte von allen Seiten mit Befriedigung von stetem Fort- Gr"

flossenen Jahre wieder größer gewesen, als im Vorjahre, uno es ist nicht mehr zu bezweifeln, daß man es da mit einer elementaren Bewegung der Volksseele zu thun hat, und zwar nicht, wie es immer wieder zu ihrer Verdächtigung behauptet wird, einer politischen, sondern einer tief religiösen. Ist auch das, was von Hessen aus aur Förderung der Bewegung geschehen ist, und geschehen kann, nur bescheiden, so gereicht es, gerade im Blick auf die gestern Abend von Herrn Pfarrer Diehl vorge­tragenen Thatsachen, doch zur Befriedigung, daß wieder ein tüchtiger junger hesssicher Geistlicher dort in die Arbeit eingetreten ist. Zu seiner Unterstützung wurden für den Bau eines Betsales in der zu seiner Pfarrei Judenburg gehörenden Filialgemeinde Zeltweg 1000 Mark bewilligt.

In der sich daran schließenden Mitgliederversammlung wurde nun der Jahresbericht erstattet, dem wir folgendes enntehmen: Die Zahl der Zweigvereine beträgt zurzeit 46 gegen 34 im ersten Berichtsjahr. Davon sind 25 in Star­kenburg, 11 in Rheinhessen und nur 9 in Oberhessen. Neugegründet wurden in Starkenburg 11 (Babenhausen, Büttelborn, Groß-Bieberau, Heppenheim, Kleestadt, Lee- Heim, Lengfeld, Nieder-Namstadt, Ober-Burbach, Richen, Rüsselsheim, dazu eine zu Offenbach gehörende Ortsgruppe Bürgel), 1 in Rheinhessen (Flonheim). Infolge dieser Neu­gründungen ist die Zahl der Mitglieder von 5632 im Vorjahr auf 6517, oder wenn man fünf angeschlossene Ver­eine mit 2413 Mitgliedern binzunimmt, auf insgesamt 8930 gestiegen. Auf Starkenburg entfallen davon 4655, auf Rheinhessen 2380, auf Oberhessen nur 870 Mitglieder.

Der Vorstand und dessen Ausschuß hatten Stellung zu nehmen zu der Frage des evangelischen Kirchenbundes, sowie der Aushebung des Jesuiteilgesetzes. Die Sache der evangelischen Diakonie wurde wirksam unterstützt und ge­fördert. Durch ein Abkommen mit dem evangelischen Tiakonieverein des Professors Zimmer in Zehlendorf ist sie in ein neues Stadium getreten. Auch in den Zweig­vereinen herrschte vielfach ein reges Leben. DieKirchliche Korrespondenz" wurde in 1439 Exemplaren, die monatlichen Mitteilungen in 2835, der Evangelische Bundesbote in 900 Exemplaren gehalten, Kalender, Flugschriften und dergl. wurden zahlreich verbreitet. Vereinsbüchereien wurden in sechs Zweigvereinen begründet. Regelmäßige Vereins­versammlungen fanden in 85 Prozent aller Ortsvereine statt. Sie waren in nur verschwindendem Maße polemi­scher Art. Vielmehr wurden vorzugsweise teils grund­sätzlicher Fragen religiöser Art, teils zeitgeschichtliche Er­eignisse, teils Thatsachen und Persönlichkeiten aus Welt- und Kirchengeschichte behandelt. Daneben fanden vielfach Lutherfeiern statt, auch Festspiele. In Darmstadt und Friedberg wurden apologetische Vorträge über religiöse Zeit­fragen mit anschließender Diskussion veranstaltet. Eine größere Anzahl Zweigvereine, wie Birkenau, Darmstadt, Friedberg, Groß-Umstadt, Groß-Zimmern, Maulbach, Nie- der-Jngelheim, Offenbach, Weisenau, Wörrstadt, haben auch die Förderung der Diakonie zu ihrer Aufgabe gemacht. So stand überall im Vordergrund nicht Polemik, sondern die Arbeit des geistlichen Aufbaus, die Verfolgung positiver Ziele und Bestrebungen, die Weckung des deutsch protestan­tischen Bewußtseins, die Pflege evangelischen Gemeinde­lebens. Tie von dem Rechner des Hauptvereins, Herrn Kaufmann Rummel aus Darmstadt vorgetragene Jahres- Rechnung fand die Genehmigung der Versammlung. Herrn Rummel wurde mit dem lebhaften Dank für

Arbeiten des Evangelischen Bundes sich beteiligen?" ein- getreten. Herr Pfarrer Fritsch aus Ruppertsburg ging m seinem einleitenden Vortrag zunächst den Gründen nach, aus denen sich die bisherige Zurückhaltung Oberhessens gegenüber dem Evang. Bund erklären. Neben mancherlei Vorurteilen sei es besonders die Thatsache, daß, von wenigen Ausnahmen abgesehen, Oberhessen bisher ein fast unge­mischt evangelisches Gebiet gewesen sei, daher hier der Trieb zu einem besonderen Zusammenschluß der Evange­lischen, wie er in konfessionell gemischten Gegenden be­stehe, naturgemäß fehlt. Das beginne allmählich anders zu werden. Während man früher in den meisten Gemeinden gemischte Ehen kaum gekannt habe, nehme ihre Zahl jetzt zu. Vor allem aber dränge die gesamte kirchliche uno poli­tische Lage dazu, daß auch Oberhessen sich auf seine Ver­pflichtung, in dem großen Geisterkampf mit einzustehen für die Sache unserer evangelischen Kirche mehr als bisher besinne, und der Boden sei dafür bereitet. Es bedürfe nur einer kräftigen Anregung, die von dieser Versammlung erwartet weLde. In der Besprechung des mit großem Bei­fall aufgenommenen Vortrags wurde von den Kennern der oberhessischen Verhältnisse besonders betont, daß die Städte der Provinz die gegebenen Mittelpunkte seien, von denen die Arbeit ausgehen müsse. Dementsprechend wurden die anwesenden Vertreter der städtischen Zweigvereine ersucht, mit den Geistlichen und Vereinsvorständen sämtlicher ober­hessischer Städte zusammenzutreten, um über die ganze Provinz, soweit die örtlichen Verhältnisse das gestatten und wünschenswert erscheinen lassen, ein Netz von Zweigver­einen auszubreiten. Außerdem wurde folgende von Herrn Pfarrer Fritsch vorgeschlagene Resolution angenommen: Tie in Gießen am 16. Juni abgehaltene 7. Ljandesver- sammlung des hessischen Hauptvereins des Evang. Bundes richtet an die evangelischen Geistlichen Oberhessens und durch sie an ihre Gemeinden die herzliche Bitte, mehr als seither den Aufgaben und Arbeiten des Evang. Bundes ihre Aufmerksamkeit und thätige Mithilfe zuwenden zu wollen. Die in Oberhessen geringere Teilnahme läßt sich wohl erklären aus dem fast ganz evangelischen Charakter und aus manchen Vorurteilen, die man bis jetzt gegen den Evang. Bund gehegt hat. Aber der Ernst der interkonfessio­nell bewegten Zeit, das Vorgehen des Ultramontanismus zwingt alle Evangelischen zu bewußter, vereinter Abwehr, und die große Aufgabe der Gegenwart, welche der Evang. Bund durch den Hessischen Hrlssausschüß für die öster­reichische Bewegung übernommen hat, erfordert thatkraf- tige Mithülfe aller evangelischen Gemeinden. Wir hoffen, daß alle Geistlichen und die für unsere Sache interessierten Gemeindeglieder sich uns anschließen, einzeln, und womög­lich in Zweigvereine, welche in geregelter Vereinsthätigkell zur Mitarbeit und regelmäßigen Gaben anregen. Unser Verein, auf dem Boden des Evangeliums der Reformation stehend und arbeitend, darf auf Beachtung und Erhöruna dieser brüderlichen Bitte rechnen."

Endlich gelangte nach eingehender Begründung durch Herrn Direktor D. Weifsenbach aus Friedberg folgende Resolution zu einstimmiger Annahme:

Die zu Gießen am 15. und 16. Juni tagende 7. Landes­versammlung des Hessischen Hauptvereins des Evang Bundes spricht:

1. der Eisenacher Kirchenkvnferenz, und damit auch dem Großh. Oberkonsisdorium warmen Dank aus für die ebenft entschiedene wie besonnene Wahrung der evangelischen Interessen bezüglich der religiösen Erziehung der Scinbei aus den gemischten Ehen gegenüber dem von dem Reichstag angenommenenToleranzantrag" des Zentrums.

ten, von Ulanen eskortiert, zur Burg. Die Kaiserin folgte unter Eskorte von Cheveanxlegers. Das kaiserliche Paar und der Prin^reaent nahmen auf der Burg Wohnung, die übrigen Fürstlichkeiten nahmen in der Stadt Absteige­quartier. Auf dem Wege zur Burg bildeten Vereine und Schulen Spalier.

Gegen 2 Uhr begaben sich die Fürstlichkeiten zu Wageu, von einer Kavallerieeskorte begleitet, noch dem Germani­schen Museum, wo die große Feier begann. Im Waffensaal waren die Deputationen, sämtliche hier an­wesenden Würdenträger und die Herren und Damen des Gefolges versammelt. Um 2 Uhr erschienen der Prinz- regent, der die Kaiserin führte, der Kaiser mit der Prinzessin Leopold, der König von Württem­berg, der Großherzog von Baden, Prinz Ludwig und Prinz Leopold, ferner der Reichskanzler, der bayerische Ministerpräsident und die übrigen bayerischen und preu­ßischen Minister. Direktor von Bezold dankte in kürzer Rede den Fürstlichkeiten für ihr Erscheinen und ihre bis­herige Antellnahme.

Ter Kaiser verlas hierauf eine Urkunde. Diese Urkunde weist darauf.fyin, wie das Germ. Museum nach dem Willen seiner Begründer in einer Zeit, da die deutsche Einheit fern zu liegen schien, durch Aufdeckung und Samm­lung der Denkmäler uni) Zeugnisse der großen gemein­samen Geschichte den Gedanken an die Wiedergeburt des Deutschen Reiches wachhielt und an seinem Teile den Boden wiederbereiten half, auf dem der stolze Bau des geeinigten Deutschlands sich erheben sollte. Von bescheidenen An­fängen ausgegangen, ist das Germanische Museum unter dem Schutz des bayerischen Königshauses, getragen von der Teilnahme und dem einmütigen Zusammenwirken der deutschen Fürsten, des Adels deutscher D^ation, der deutschen Städte und Bürgerschaften und der alteingesessenen Ge- Wechter der ehrwürdigen Stadt Nürnberg," sowie unge­

zählter, für die Wiedererweckung der deutschen Vergangen­heit begeisterter Vtäuner und Frauen aus allen Gauen Deutschlands, geleitet von Männern wie dem hochverdien-. ten August von Essenwein zu einer der hervorragendsten Sammlungs- und Blldungsstätten Deutschlands empor- gewachsen. Tank der unmittelbaren Einwirkung Kaiser Wilhelm I. haben Bundesrat und Reichstag dem Germanischen Museum als erste der voin neuen deutschen Reiche geförderten wissenschaftlichen Unternehmungen that- krästige Hilfe geleistet, und so war mit dem Staat und der Stadt dtümberg eine feste Grundlage für die gegenwärtige große Blüte der nationalen Anstalt geschaffen.Nach dem Vorbilde unserer in Gott ruhenden (SItern, Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin Friedrich, deren teure Namen als Zeugnis für erfahrene Gunstbeweise in bedeutsamen Thaten des Museums fortleben, wollen wir dem Ger­manischen Nationalmuseum bei seinem 50jährigen Jubiläum einen erneuten Beweis unserer kaiserlichen Huld und Für­sorge dadurch gewähren, daß wir die S a m m lung deut- scher Kaiser siegel des Dr. Otto Posse, welcher die Entwickekung der deutschen Geschichte von den Tagen der Karolinger bis zum Ende des römischen Reiches deutscher Nation eindrucksvoll veranschaulicht, ergänzt durch die Siegel Wilhelms des Großen und Friedrichs III. sowie durch das von uns geführte kaiserliche Siegel, dem Museum zum dauernden Besitz überweisen. Möge das Germanische Mu­seum unter dem friedenverbürgeuden Schutze von Kaiser und Reich, unter der ferneren Obhut kunstsinniger Landes­herren, nach dem Beispiel seines dermaligen erhabenen Protektors, S. K. H. des Prinzregenten Luitpold von Bayern, des Königreichs Bayern Verweser, unter der opferwilligen Beteiligung aller Glieder der Nation auch in Zukunft wach,en und gedeihen als Hüter großer Ueberlieferungen, als Mehrer deutscher Kunst und Wissenschaft, als Bewahrer kostbarer Denkmäler, die das Wirken der göttlichen Bvv«