Ausgabe 
17.5.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Samstag 17. Mai L»«»

153. Jahrgang

Erstes Blatt.

22

Pfingsten.

alle ein nur und und

König Alfons XIII. von Spanien.

Nur wenige Wochen sind erst vergangen, seit der Ge­mahl der einst so viel genannten tugendsamen Königin Isabella von Spanien, der Jnfant Franz von Assisi Maria Ferdinand, der nie eine Rolle, weder in Spanien selbst, noch in der äußeren Politik gespielt hat, und eigentlich bereits seit seinem Sturze (September 1868) so gut wie vergessen war, das Zeitliche gesegnet, und heute jubelt das so leicht erregbare Volk desschönen Lands des Weins und der Gesänge" dem Enkelsohne des entthronten Herrscherpaares, Alfons XIIL zu, der heute, am Tage, an dem er sein 16. Lebensjahr vollendet, nach erfolgter Mündigkeitserklärung den Thron der spanischen BouÄonen besteigt. Bei dem Interesse, das mit der gesamten Kulturwelt namentlich auch Deutschland dem Lande der Kastanien entgegenbringt, seit die hohenzollernsche Thronkandidatur des Prinzen Leopold im Jahre 1870 die indirekte Veranlassung zum deutsch-französischen Kriege und damit zur glanzvollen Wiederaufrichrm'.g des Deutschen Reiches wurde, liegt es nahe, soweit es nach Lage der VerhÄtnisse möglich ist, daß man mit einer gewissen Spannung jenen feierlichen

Politische Tagesschau.

Der Ausblick auf das nächste Finanzjahr istwe der inrReichenoch in Preußen erfreulich. DieBerl. Pol. Nachr." schreiben darüber:

Das Reich hat schon den Etat des laufenden Jahres nur durch Ausschreibung von 25 Millionen Mark unge­deckter Matrikularumlagen bei gleichzeitiger Zurückstellung einer ganzen Llnzahl von minder dringlichen Ausgaben und unter Zuhilfenahme von nicht unbedenklichen finanziellen Manipulationen, wie der Erhöhung des Etatszolls der Zölle über den auf der Grundlage des Durchschnitts ausgestellten Voranschlag hinaus, zu balanzieren vermocht. Abgesehen davon, daß die Ursachen, welche zu der ungünstigen Ge­staltung der Einnahmen des Reiches in den letzten Jahren geführt haben, noch sortwirken, kommt für 1903 in Betracht, daß in diesem Jahre der hohe Fehlbetrag aus dem Rech­nungsjahr 1901 zu decken sein wird. Während dem Etat des laufenden Jahres aus 1900 nur ein Fehlbetrag von etwas über 2 Millionen Mark zur Last liegt, wird man sich fiir 1903 auf die Notwendigkeit der Deckung eines Fehlbetrages von etwa 50 Millionen Mark gefaßt machen müssen. Diese Zahl genügt allein schon, um erkennen zu lassen, um wieviel das Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen im Jahre 1903 gegenüber dem laufenden Etat sich verschlechtern wird. Es liegt auf der Hand, daß, wenn man zur Herstellung des Gleichgewichts sm Reichshaushaltsetat nicht zu außerordentlichen Hilfs-, Mitteln greifen will, wie sie von den verbündeten Regier-, ungen fiir 1902 in Aussicht genommen waren, aber nicht die Zustimmung des Reichstages gefunden haben, diese Ver­schlechterung des Verhältnisses der eigenen Einnahmen des Reichs zu seinen Ausgaben zu einer beträchtlichen; Mehrbelastung der Bundes st aaten mit Ma­trikularumlagen führen muß. Schon die Summe- von 25 Millionen Mark durch Ueberweisungen nicht gedeckter Matrikularumlagen, welche für 1902 ausgeschrieben werden mußte, ist für die meisten Budesstaaten ein schwerer Druck, und eine weitere beträchtliche Erhöhung derselben würde

Wissenschaften hat er Unterricht genossen. Um die eigent­lichen Bedürfnisse des Staates feinten zu lernen, empfing er ft »'ner Unterweisung in Volkswirtschaft, Sozialvolitik und v.taatenfunbc seitens eines namhaften Universitäts­lehrers. Es ist also alles geschehen, um Geist, Gemüt und Körper des Thronerben nach Möglichkeit harmonisch aus­zubilden. Auf eine weise Benutzung oer Zeit wurde gleich­falls bei der Erziehung großes Gewicht gelegt. Spätestens um sieben Uhr, im Sommer früher, verläßt der junge König sein Ruhelager. Nach kurzer Frühstückspause beginnt der Unterricht, der bis ein Uhr, nur unterbrochen durch eine Stunde Leibesübungen, währt. Nachmittags folgen nach Bedarf noch ein paar Unterrichtsstunden und abends eine Musikstunde. Gegen 10 Uhr begiebt der junge König sich alsdann zu Bett. Bis vor etwa anderthalb Jahren hat er dieses regelmäßige und zurückgezogene Leben geführt. Jetzt besucht er zuweilen in Begleitung seiner Mutter und der Schwestern das Opernhaus, ein Theater re. Auch einem der leider noch immer so beliebten Stierkämpfe hat er schon beigcwohnt. Je älter der junge König wurde, desto mehr sehnte «er sich danach, die Fesseln abzustreifen, die ihn an der freien Entfaltung seiner geistigen und körper­lichen Eigenschaften hinderten, und aus seiner Zurück­gezogenheit herauszutreten. So liebt er die Jagd über alles, und des Sonntags sieht man ihn oft bei den Jagd­partien in Garzuela. Auch übt er sich fleißig in der Fecht- lunst mit seinen Altersgenossen, die natürlich dem höchsten Adel angehören. Allgemein rühmt man dem jungen Fürsten Natürlichkeit und Offenheit, eine gewisse reife Männlich­keit und liebevolle Hingabe an seine Mutter nach, von der er wünscht, daß sie auch nach seiner Mündigkeitserklärung als seine treue Beraterin im Schlosse bleibe. Schüchternheit und Befangenheit scheint er nicht zu kennen, und für sein Alter zeigt er sowohl in Sprache als Mienen eine Würde, einen Ernst, die den König ahnen lassen. Dabei haßt er alle Schmeicheleien, und hösischcs Etikettenwesen, wie es namentlich in Spanien blüht, scheint nicht nach seinem Geschmacke zu sein. Ein ehrlicher Händedruck, ein offenes Wort weiß er wohl zu schätzen. Nach alledem darf sich das spanische Volk zu seinem jungen Könige beglückwünschen, dem die schwere Aufgabe zufällt, die Wunden, welche die jüngste Vergangenheit dem Lande geschlagen haben, zu heilen und nach dem Verzichte Spaniens auf seine Stellung als Kolonialmacht mit Aufbietung aller Kräfte an der Er­neuerung und Festigung der inneren Verhältnisse zu ar­beiten. Dann wird auch Spanien berufen sein, im Völker­rate wieder eine achtunggeoietende Stellung einzunehmen, wenngleich die Zeit, da es die Meere beherrschte und fernen Gestaden seine Gesetze diktierte, für immer vorüber sein dürfte. Denn wie alles auf der Welt haben auch Staaten, und Völker chre Zeiten.

Berlin, 16. Mai. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt'. König Alfons XIII. von Spanien leistet am 17. Mai den Eid auf die Verfassung und übernimmt von diesent Augenblicke an int eigenen Namen die Regierung seines,' Staates. Die Wirksamkeit der Königin-Regentin, die in schweren Zeiten für chren Sohn das Banner des spanischen Königtums würdig und tapfer emporgehalten hat, ist nun abgeschlossen. Möge es dem jungen, durch sorgsame Er­ziehung auf seinen hohen, schweren Beruf vorbereiteten König vergönnt sein, in einer langen glücklichen Regierung seinem Volke das Beispiel einer über den Parteien stehenden königlichen Pflichttreue zu geben und die Hoffnungen zu erfüllen, die mit seiner erlauchten Mutter das spanische Volk auf ihn setzt."

Bis zum 10. Lebensjahre lag die Erziehung des Prinzen fast ausschließlich in weiblichen Händen. Dann wurde ein Kaplan des Pavftes, der einst Pate bei der Taufe des Königs gestanden hatte, mit diesem Amte betraut Später trat der Jesuitenbeichtvater der Königin-Regentin an dessen Stelle, der den AmtstitelDirector de Estudies" führt und im Schlosse wohnt. Neben ihm teilten sich noch drei Offiziere, die Obersten Loriga und Castejon, sowie der Kontreadmiral Aguirre de Tejade in die Erziehung des Thronerben. Während dem Studiendirektor mehr die moralisch-religiöse Ausbildung des königlichen Zöglings oblag, sorgten die letztgenannten für seine wissenschaftlich- tonische Förderung und sind auch seine ständigen Begleiter. Einer von ihnen schläft auch stets bei ihm im Schlafzimmer. Im allgemeinen wurde bei, der Erziehung des jungen Königs viel mehr auf praktische Ausbildung gerichtet, als es sonst in vornehmen spanischen Familien der Fall war, in denen .die bekannte spanische Etikette oft das A und O Erziehungsweisheit bildet. Dem jungen König wird besonderes Sprachtalent nachgerühmt Das aber ist dadurch erklärlich, daß er ein sehr gutes Gedächtnis eine leichte Fassungsgabe besitzt. Englisch liest, schreibt ____sprich er sehr gut; französisch spricht er fließend, wenn auch mit einem leichten spanischen Accent, und die deutsche Sprache soll er vollkommen beherrschen. Auch in den klassi­schen Sprachen Roms und Griechenlands wurde er mit Erfolg unterrichtet. Geographie und Geschichte, namentlich die seines Mutterlandes, waren stets feine ausgesprochenen Lieblingssächer, und mit leuchtenden Augen lauschte er den Balladen der heimatlichen Dichter, die von den Ruhmes- thaten der Vorfahren im Kampfe gegen chre maurischen Unterdrücker sangen. Auch m Mathematik und den Ratur-

von allen christlichen Festen bietet Pfingsten vielleicht Mn wenigsten für uns sinnlich vorstellbaren Inhalt Bei Weihnachten, Charfreitag, Ostern, Himmelfahrt ist es die Person des Herrn Jesus, die im Mittelpunkt steht und unsere Teilnahme wach ruft Hier zu Pfingsten hören wir von SturmesLrausen, von Feuerflammen und verzückten Reden der Jünger, und wir können uns von dem allen kein klraeS Bild machen. So flüchten sich denn die Pfingstgedanken gern in die Natur mit ihrer jetzt voll erschlossenen Früh- lingsherrlichkeit und Blütenpracht, mit dem neuen Lebens- Öber durch sie hindurchgeht, und uns aus ihr anweht.

geht einem ja freilich das Herz auf, und Lebensmut und Liebeslust wachen in uns auf. Aber wir erleben's ja in diesen Tagen, auf wie schwachem Grund diese Lenzes- lust steht und wie vergänglicher Art sie ist.Es fiel ein Reif in der Frühlinasnacht, er siel auf die bunten Blaublümelein, sie sind verwettet, verdorrt" Jst's auch bei uns noch gnädig abaegangen viel schöne Hoffnungen sind doch zerstört, und was für herzbewegende Botschaften kommen vom Rhein und von der Bergstraße. Wir wären doch recht Übel dran, wenn wir mit unseren Lebenshoffnungen nur auf die Bot­schaften des Lenzes, aus die Stimme der Natur angewiesen wären. Gottlob, Pfingsten hat uns etwas Besseres zu sagen. Es redet zu uns von dem lebendigen und lebensschafsenden Geist, der über der Natur erhaben und von ihr unab­hängig aus eigener Kraft sein Leben führt und gestaltet, und schöpferisch Leben zu erwecken vermag, der, obwohl er, wie der tiefsinnige schottische Naturforscher Deummond es in seinem berühmten Buch:Das Naturgesetz in der Geisteswelt" auSsührt, auch den Naturgesetzen untersteht, ie doch in seine geistige Art mnbildet, und fru dessen Ge-i etzen daher das Gesetz der Freiheit und das Sittengesetz

;chören. Für dieses Geistes Kommen und Wirken sind Naturerscheinungen wie Sturmesbransen und Feuerflammen nur sehr unvollkommene Bilder. Er Kommt vielmehr zur Erscheinung im persönlichen Leben der Menschen, in ihrem Denken und Fühlen, in ihrem Kämpfen und sich selbst Ueber- winden, zumal in den Entscheidungen ihres Gewissens. Er offenbart vor allem seine Eigenart und seine schöpferische Kraft in den großen Persönlichkeiten der Geschichte. Da wirtt er ungebunden von Zeit und Raum von Herz zu Herz, von Geist zu Geist, von Person zu Person, da gehen wie elektrische Funken umwälzende, erneuernde, belebende Gedanken, Empfindungen, Kräfte von ihm aus durch die Welt. Die Weltgeschichte kennt kein Beispiel, das dem Segen und neues Leben schaffenden, Liebe, Mut und große Gedanken weckenden Geistesstrom, der von Jesus ausging,

und unvermindert ausgeht, zu vergleichen wäre. Was uns die eigentliche Psingstgeschichte erzähl^ ist ja wohl noch etwas Besonderes: die Berufung und Ausrüstung der Jünger zu chrem Zeugenberus. Aber grade in diesem ihrem Beruf, schon beim ersten Austreten des Petrus am ersten Pfingstfest, erweist sich als das eigentlich wirksame die Wucht ihrer Persönlichkeiten, das völlige Ergriffensein von chren Ueberzeugungen, die begeisterte opferwillige Hingabe an ihre Lebensaufgabe, chre Erhabenheit über den Freuden und Leiden des Lebens der Geist Jesu Christi. Es geht heutzutage durch weite Kreise unseres Volkes ein starkes Gefühl dafür, daß unserem Volke vor allem solche Persönlichkeiten not thun, vom Geiste Christi erfüllte Männer und Frauen, daß alle Fortschritte der Technik in der Be­herrschung der Natur, alle Entdeckungen der Wissenschaft, alle staatlichen Gesetze und Einrichtungen uns nicht vor­wärts bringen auf dem Wege einer gesunden Entwickelung, durch die jedem Glied des Volkes in allen seinen Ständen freie Entfaltung seiner Kräfte und ein in sich befriedigtes Leben ermöglicht würde, wenn der rechte Geist fehlt, ohne stete sittliche Erneuerung in den tiefsten Wurzeln unseres persönlichen Lebens, wie sie immer nur ansgeht von großen, geistesstarken Persönlichkeiten, und zuletzt von Gottes Geist, der in ihnen und durch sie wirkt und Gestalt gewinnt.Not measures, but men", d. h. was wir brauchen, sind nicht Maßregeln, sondern Männer, dies Wort des schottischen ?Zredigers Chalmers, trifft für alle Zeiten das Rechte. Im etzten Grunde ist es Gott, den wir brauchen, der die wahre LÄensquelle ist. Nicht ohne Gott, sondern mit Gott und durch Gott, durch seine Geisteskraft innerlich erneut, so werden wir siegreich voran schreiten Das ist unser Psingst- bekenntnis, das die fröhliche Psinastbotschast. Möchte sie allem Volk widerfahren und sie loien von dem Banne, in den des Lebens Not und aberglaubiscker Unglaube sie halten, daß sie frei und froh werden in Gott! Gr.

monatlich 7b Pft vierte- jährlich DU. 2.80; durch, Abhole- u. Zweigstellen' monatlich 65 Ps.; durch! diePosl Alk. 2. vtertel- jahrl. ausjchl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnununer bifi vormittag- 10 Uhr. ßetlenprttS; lokal 18 Pf* auswärts 20 Pfg.

verantwortlich: für den poüL u. allgem. Teil: P. Wlttko: für ,6tabt und Lanl/ und ,Gerichlsiaal*:R.Ditt» mann; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Vorgang im Madrider Konigsschlosse verfolgt. Hängt doch von der Persönlichkeit eines jungen Thronerben nicht nur das Glück und die Zufriedenheit des Volkes ab, dem nach >en Wirren und Enttäuschungen der jüngsten Vergangen­heit endlich einmal sonnigere Tage zu gönnen wären, andern unter Umständen die Ruhe unb friedliche Weiter- entwickelung eines ganzen Erdteils.

Die Eltern des jungen Königs sind Alfons XII., der älteste Sohn Isabellas und des jüngst verstorbenen Jn- :ernten Franz von Assisi, und Marie Christine, eine öster­reichische Erzherzogin. Alfons XII. suchte, nachdem er nach Verzichtleistung seiner Mutter auf den spanischen Thron 125. Juni 1870) durch General Martinez Campos zum König proklamiert worden war, als konstttutionell regie­render Herrscher die Wunden, die lange und unheilvolle Bürgerkriege dem unglücklichen Lande geschlagen, zu heilen. In erster Linie war er bestrebt, gegenüber den beiden gefährlichsten Feinden der inneren Ruhe, den Anarchisten und Republikanern einerseits und den legitimisttschen Kar- listen, den Anhängern der älteren bourbonischen Linie, andererseits die besonnenen, auf monarchischem Boden stehenden Elemente zu gemeinsamer Arbeit für das Wohl >es Vaterlandes zu vereinigen und ihnen durch eine ge­mäßigte, von fortschrittlichem Geiste getragene Regierung den Weg hierzu zu zeigen. Außerdem suchte er Spaniens Ansehen im Auslande zu heben u/j durch Anknüpfung neuer Beziehungen mit den Großmächten Handel und Ver­kehr zu fördern. Wie er namentlich in Deutschland einen starken Rückhalt suchte und von Kaiser Wilhelm I. gelegentlich der Kaisermanöver in Hamburg (1883) zum Chef eines Ulanenregiments ernannt wurde, wie er infolgedessen auf seiner Rückreise in Paris alsroi Ulan" vom dortigen Pöbel auf das gröbste beschimpft, bei seinem Einzuge in Madrid aber .um so begeisterter empfangen wurde, wie er endlich durch weise Mäßigung dazu beitrug, daß der Karo­linen-Streit, der infolge der Hetzereien einer fanatischen Minderheit bereits fast bis zur Siedehitze gediehen war, nicht weitere unheilvolle Folgen zeitigte, sondern nach Bismarcks klugem Vorschläge, die Angelegenheit dem Schiedsgerichte des Papstes zu unterbreiten, in ruhigere Bahnen einlenkte: dies ist noch in unser aller Gedächtnis. Leiser starb Alfons XII. bereits am 25. November 1885, und seine (zweite) Gemahlin Marie Christine übernahm die Regentschaft für chren bereits als König geborenen Sohn.

Was über diesen in die Oeffentlichkeit gedrungen, ist nicht viel. Da der .König in frühester Kindheit sehr schwäch­lich war, so wurde in der Erziehung ein Hauptgewicht auf möglichste Kräfttgung des Körpers gelegt Gleichwohl schien es einmal, als sollte dem königlichen Kinde kein längeres Leben beschieden sein. Das war im Januar 1890. Aber die Vorsehung hatte es anders bestimmt, und nach Wochen bangen Harrens gen der Thronerbe wieder, zur Freude aller, denen das Wohl des Landes am Herzen lag. Mens fana in corpore sano! Das war der Grundsatz, von dem sich fortan die königliche Mutter bei der Erziehung des Sohnes leiten liest Turnen stand infolgedessen an erster Stelle, und in allen körperlichen Uebungen- nimmt es Alfons XIII. mit jedem seiner Altersgenossen auf. Die Thatsache, daß er sich zu einem tüchtigen Bergsteiger heran» gebildet hat, beweist, daß von der früheren Schwächlichkeit des Körpers kaum noch etwas zurückgeblieben ist. Am liebsten klettert der junge Thronerbe in den zerklüfteten Felsbergen bei San Sebastian herum, und manch wage­halsiges Stücklein zeugt von seiner Kühnheit und Uner­schrockenheit. In seiner äußeren Erscheinung, besonders im Gesichts ausdruck ist Alfons XIII. der vollendete Typus eines Bourbonen: Helle, klare Augen, eine breite Stirn und regel­mäßige, wenn auch etwas zarte Gesichtszüge. Von Tempe­rament ist er, ein echter Südländer, lebhaft, teilweise sogar feurig; dabei liebt er es, zuweilen mit Altersgenossen, am liebsten mit seiner jüngeren Schwester allerlei Neckereien zu treiben, wobei er stets eine gewisse Ueberlegenh-eit seines regen Geistes zeigt.

erf»<«nt taeri* /»*. Q

außer LonnlagS. Wg He

MGietzenerAnzeiger

V General-Anzeiger «*

Es& Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen

^rnsprechanschluß Nr. öl. ______________________________________ ___