Ausgabe 
17.2.1902 Erstes Blatt
 
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von den Buren bei Bückeboschrand überrumpelt worden ist. Das Telegramm -finden unsere Leser in unserem heutigen Morgenblatt. Reute fügte dieser Meldung hinzu, daß es sich anscheinend um den schon gemeldeten Vorfall von Klipriver handele. Diese erste Meldung lautete:Am 12. Februar wurden 150 englische berittene Infanteristen in der Nähe des Klipriver nach tapferer Gegenwehr über­wältigt. 12 fielen, 48 wurden verwundet, dar­unter mehrere Offiziere."

Das ist ein neuer Beweis für die ungeschwächte Kriegsfreudigkeit der Buren, derenhervorragende Tapfer­keit" übrigens von Reuter offen zugestanden wird.

Aus Vertykertop wird berichtet: Nach Annahme mehrerer Burenosfiziere beträgt die Stärke der noch im Felde stehenden Buren 12 000 Mann. Alle diese Leute wissen wohl, daß sie ruiniert sind und daß sie ihre Unabhängigkeit verloren haben, aber sic sind entschlossen, den Engländern möglich st großeVer- luste beizubringen und Ausgaben zu verursachen. Sie werden kämpfen bis der letzte Bur getötet oder gefangen genommen ist. Dewets Stab besteht aus seinen beiden Söhnen, von denen der eine als Se­kretär, der andere als Adjutant fungiert.

Aus 27 Konzentrationslagern liegen verläß­liche Nachrichten vor, daß die Englische Militärbehörde bie Wohlthätigteit, soweit sie in Waren besteht, nicht be­hindert. Tie Januar-Berichte aus neun Konzentrations­lager enthalten zwei mit bedeutender Verringerung der Seuchen und Sterblichkeit, u. zw. Mafeking und Pieter­maritzburg, alle anderen klagen über M angel an Kleidung, Decken, Wäsche und besonders Schuhwerk, da die Lager sich fortwährend durch neuen Nachschub von Gefangenen vergrößerten. Aus Berichten von Johannes­burg und Bloemfontein geht hervor, daß dort die Preise für Wäsche, Stoffe usw. wieder normal sind.

Aus Atadt und Land.

Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten st nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, 17. Februar 1902.

* * Prälat Habicht beabsichtigt, wie dasHess, eoangel. Sonntagsbl." von gut unterrichteter Seite hört, am 1. Juli bestimmt cn den wohlverdienten Ruhestand zu treten, nach­dem er vorher noch das 2 5jährige Jubiläum als Mit­glied der Eisenacher Kirchenkonferenz gefeiert haben wird.

* Silberhochzeit. Gestern feierten der Briefträger Joseph Staubach und seine Ehefrau im engsten Familienkreise die Silberne Hochzeit.

* * 18521902. Zu der auf Samstag in das Restaurant Feidel einberufenen Versammlung der Alterskollegen waren 96 schriftliche Einladungen ergangen. Es waren 58 Herren erschienen. Die übrigen hatten größtenteils schrift­lich zugesagt, daß sie die Feier mitmachen würden. Es ivurde em Ausschuß eingesetzt, der die Geschäfte leiten soll. Erster Vorsitzender wurde Stadtverordneter L. Huhn. Die Feier ist in derselben Weise wie im vergangenen Jahre geplant. Man beabsichtigt, einen Kommersabend mit darauffolgend ein Frühschoppen und einem Montags-Ausflug nach dem Philo­sophenwald zu veranstalten. Der Beitrag wurde auf 10 Mk. festgesetzt, jedoch soll damit keine Schranke gesetzt sein. Die Zusammenkünfte sollen um die Mitte jedes Monats, und zwar Samstags stattsinden. Der Termin wird durch denGieß. Anz." bekannt gemacht iverden.

* * Eissport. Bei anhaltendem Frostwetter und nicht zu scharfem Nordostwind beabsichtigt der Vorstand des Eisvereins, Dienstag Abend einen Abendlauf mit Konzert zu ver­anstalten. Die Teilnehnien sind gebeten, Lampions mit­zubringen. (Alles Weitere ist aus dem Inseratenteil er­sichtlich.)

* * Im Schlittschuhlaufen versuchte sich gestern auf der Eisbahn auch ein junger Kamerun-Neger. Er soll die Absicht haben, sich zum Meisterschafts-Schlittschuhläufer aus­zubilden und in seiner Heimat einen Eisoerein nach dem Muster des Gießener Vereins zu gründen, wenn die Biafra­bai oder der Golf von Guinea oder der Thadsee sich be­quemen wollen, so zuzufrieren, daß esserr rutscht".

* * Turnerisches. Auch das gestrige Konzert des Turn­oereins hatte sich eines sehr starken Besuchs zu erfreuen, doch schien es, als ob mit dem Fastnachtstage auch der Karnevals-Humor gewichen sei. An Stelle des sonst üblichen lebhaften Karnevalstrubels war eine ruhige Stimmung ge­treten; umsomehr aber kämen die Aufführungen zur Geltung. Die Evolutionen am Trapez und Reck, sowie die der Parterre- und Tisch-Gymnastik waren schneidig und exakt. Die Vor­träge verschiedener Mitglieder riefen wahre Lachsalven hervor. Ebenso beifällig wurden die Gesangs - Darbietungen des Turner-Sängerchors unter der bewährten Leitung des Herrn Kasten ausgenommen. Nicht unerwähnt darf das Ballet, sowie die Ueberbrettl-Gesänge bleiben. So verlief auch dieser Abend wie der erste schön und zur vollsten Zustiedenheit aller Besucher.

* * ,,D' Lahnthaler", Gießener Zitherorchester, veranstalteten am Samstagabend imPostkeller" ihren ersten Familien­abend mit Zither-Konzert. Aus dem reichhaltigen Programm, das im allgemeinen recht gut zur Ausführung gebracht wurde, sind besonders hervorzuheben:Am Siegesabend", Marsch von Hauser,Ein Sommermärchen", Reverie von Burda, Espana", Spanischer Walzer von Meßner, welche Stücke be­sonders trefflich vorgetragen wurden. Allgemein wurde der Wunsch geäußert, daß der Verein recht oft derartige Abende veranstalten möge.

M. Strafkammer. In der heutigen Sitzung wurde aus­schließlich gegen den Stadtrechner Anton Mantel von Nidda wegen Steuerhinterziehung verhandelt. Das Gericht vertagte den Urteilsspruch auf Freitag den 21. Februar.

** Die drei hiesigen Gabelsberg'schen Stenographen- vereine (Verein, Gesellschaft und Damenverein) begingen gestern im Saale des Cafe (Ebel gemeinsam die Feier oes Geburtstages Franz Xaver Gabelsbergers, des Erfinders der deutschen Stenographie. Es war eine recht stattliche Versammlung, die Prof. Dr. Pitz im Namen der drei Vereine begrüßen konnte und die Darlegungen desselben, die auf Grund der neuesten Statistik eine ge­drängte Uebersicht über den Stand und die Zukunfts-Aus­sichten der einzelnen Systeme enthielten, fanden den ge­teilten Beifall der Anwesenden. Fräulein Auguste Hau­stein vom Damenverein erläuterte in sinniger Weise in einem Prolog die Worte des Altmeisters Gabelsberger: Idee und Wort im Flug der Zeit an's Räumliche zu binden, Sucht' ich mit ernster Thätigkeit ein Mittel zu

ergründen. Und was ich fand, das gab ich hin um Nutzen zu verbreiten. O möge stets ein gleicher Sinn auch meine Schüler leiten." Der Vorsitzende der Stcnogr. Ge­sellschaft Koch feierte in erhebenden Worten das An­denken Gabelsbergers, schilderte sein oft verkanntes Ringen und Streben, und zeigte, wie Gabelsberger in seinem Kreise ein leuchtendes Beispiel für alle Zeiten ist. Tie vorgetragenen humoristischen Darbietungen der Herren Euler, Huber, Kantowski und Lenz waren recht geeignet, die angeregte Stimmung auf ihren Höhepunkt zu bringen, und so war es bereits Morgen, als die letzten der Teilnehmer den Heimweg antraten.

* * Bei der Konkurrenz um den Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule an der Nordanlage sind, wie wir hören, gegen 80 Entwürfe cingegangen. Erfreulicher­weise haben sich auch, wie man uns mittcilt, die Gießener Architekten zahlreich an der Preisbewerbung beteiligt.

* * Gemeindesteuern. Von allgemeinem Interesse dürfte nachstehende Zusammenstellung der m den größeren hessischen Städten zur Erhebung kommenden Gemeindesteuern und indirekten Gemeinde-Abgaben sein. Im Rechnungs­jahre 1901/1902 werden nach derDarmst. Ztg." er­hoben in:

Mainz 2 419 786 Mk. Gemeindesteuern und 579034 Mk. an Oktroi nach Abzug der Erhebungskosten,

Darmstadt 1 696 251 Mk. Gemeindesteuern, 531 400 Mk. an Oktroi uni) 58 000 Mk. Kanalsteuer,

Offenba ch 1118178 Mk.Gemeindesteuern und 296 867Mk. an Oktroi,

Worms 921 000 Mk. Gemeindesteuern, 219 280 Mk. an Oktroi und 35 000 Mk. Kanalsteuer,

Gießen 667 761 All. Gemeindesteuern und 91 289 Mk. an Oktroi,

Bingen 276 000 Mk. Gemeindestellern (keine sonstigen Abgaben),

Alzey 148 300 Mk. Gemeindesteuern und 1800 Mk. Kanalsteuer.

Würden in den vorstehend aufgeführten Städten keine indirekten Abgaben erhoben, und das sich jährlich ergebende Defizit des Voranschlags nur durch Gemeinde-Umlagen ge­deckt werden, so würde sich der Zuschlag in Prozenten der doppelten Grundzahlen lmd des staatlichen Einkommcnsteuer- betrags wie folgt erhöhen:

Mainz . . > . von 919,54 auf 113,957, Darmstadt . . 809,72 109,108,

Offenbach . . 820,93 103,888,

Wprms . . . . 89 277 113 925,

Gießen . . . . 99 850 113 500,

Bingen. . . 105, 105,,

Alzey .... 103,274 104,528,

Aus diesen nackten Ziffern ergiebt sich klar die große finanzielle Tragweite einer eventl. Aufhebung des Oktrois usw. für die betr. Gemeinwesen, wie eine solche von gewisser Seite schon mehrfach beantragt wurde.

* * Hessische Landes-Lotterie. In dem Hauptvoranschlag für den hessischen Staatshaushalt in 1902/03 ist aus der Landes-Lotterie ein Ueberschuß von Mk. 979 330 vorge­sehen, also Mk. 260 230 mehr wie im Vorjahre. Aus dem Urkund enstempel ist ein Mehr von Mk. 200 000 vor­gesehen. Aus der Erbschafts- und Schenkungssteuer sollen Mk. 20 000 mehr, aus der Hundesteuer dagegen Mk. 15 000 weniger eingenommen worden.

* * Eine Versammlung sämtlicher Metzger-Innungen des Großherzogtums Hessen fand vor einigen Tagen in Darm­stadt statt. Zur Tagesordnung stand neben verschiedenen gewerblichen Angelegenheiten auch die Schach tfrage. Die Obermeister Falk-Mainz, Lautz-Darmstadt u. a. sprachen, in überzeugender Weise im Interesse der Beibehaltung des Schächtens. Die Versammlung beschloß hierauf demDarmst. Tägl. Anz." zufolge einstimmig, 1. so lange die Jsraelcken das Schächten als zu ihrem KuUus gehörig betrachten, 2. es nicht nachgewiesen sei, daß andere Tötungsarten weniger schmerzhaft seien, und 3. nicht erwiesen sei, daß geschachtetes Fleisch sich weniger gut konserviere, als anderes, sich gegen ein Schächtverbot auszusprechen. Im übrigen bezogen sich die Herren Falk und Lantz auf ihre Ausführungen auf dem Allgemeinen Deutschen Fleischer-Verbandstage in Rostok, auf welchem ebenfalls mit großer Majorität ein aus Sachsen ein­gebrachter schächtgegnerischer Antrag abgelehnt wurde. Bei der Beratung wurde hervorgehoben, daß allerdings das Schächten bei unsachgemäßer Behandlung schmerzhaft für die Tiere sei, daß aber dasselbe bei allen anderen Tötungs­arten der Fall sei, wenn diese unsachgemäß ausgeführt würden. Sache der Schlachthof-Direktoren sei es, zu wachen, daß die bestehenden Vorschriften hier genau erfüllt mürben.

* * Ein Kurpfuscher der gefährlichsten Sorte ist in dem homöopatischen Laienpraktiker" Löh in Siegen entlarvt worden. Mit seiner Entlarvung fällt gleichzeitig seine Flucht unter Zurücklassung seiner Familie zusammen. $ lieber, ein Jahr lang war es diesem Schwindler möglich, seinePraxis" in einer geradezu gemeingefährlichen Weise auszuüben. Der Schwindelmeier hatte einen Zulauf anPatienten", bie die Zahl 20 fast täglich überschritt. Auch aus Großen-Linden und Klein-Linden und anderen Orten der Umgegend sind zahlreiche Personen zu dem Schwinder gereift, um sich von ihm heilen zu lassen. Die gute Sitte verbietet es, einzelne Kuren, wie äer Schwindler sie an Personen weiblichen Ge­schlechts vorgenommen, zu brandmarken.

h. Watzenborn-Steinberg, 15. Febr. Heute fand die Ge­neralversammlung der Spar- und Darlehnskasse Watzenborn-Steinberg im hiesigen Rathaussaal statt. Die Genossenschaft hat in dem verflossenen Geschäftsjahr wiederum einen ansehnlichen Mitgliederzuwachs mit einem entsprechend höheren Kassenumsatz zu verzeichnen, was der beste Beweis für die Lebensfähigkeit des Instituts ist. Wenn auch der Reingewinn nicht so hoch ist, wie im Vorjahr, so war die Generalversammlung dennoch in der Lage, die gleiche Dividende wie im Vorjahr zu bewilligen. Alle Punkte der Tagesordnung wurden glatt erledigt. Die ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsrats-Mitglieder wurden durch Akkla­mation wiedergewählt. Nach Schluß der Generalversamm­lung versammelten sich die Teilnehmer zu einer Feier in der I. Gilbert'schen Wirtschaft in Watzenborn.

? Lang-Göns, 17. Febr. Gestern nachmittag fand im Saale des Wirtes Wenzel eine Bauernversammlung statt. Auch die Nachbarorte waren zahlreich vertreten. Es

sprachen die Abgg. Köhler und Leun, der letztere übe hessische Steuerfragen. Ferner erörterte Landwirt Weil ver­schiedene Erlasse des Kreistages resp. Kreisausschusses, be­sonders die Frage, wie weit der Gemeinderat noch selbst- sländig als Vertreter der Gemeinde.

§ Nockenberg, 16. Febr. Bei der gestrigen Bürger­in e i ft e r wähl ging das Gemeinderatsmitglied Anton Wettner als Sieger hervor. Er bekam 73 Stimmen, während fein Gegner, Beigeordneter Dietz, 65 Stimmen er- hielt. Eine Anzahl Bürger machten von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch.

[A.] Gedern, 15. Febr. Heute ereignete sich hier ein schwerer Unglücksfall. Der Landwirt H. Weber, ein in den siebziger Jahren stehender, geachteter Bürger, war in der Scheune damit beschäftigt, Strohseile zu knöpfen. Wahr- schemlich wollte er vom Gerüst Stroh holen; dabei stürzte er ab und blieb sofort tot. Der rasch gerufene Arzt konnte nur den eingetretenen Tod feststellen.

iS. Darmstadt, 16. Febr. Eme Frage von prinzipieller Bedeutung wird demnächst vor der Strafkammer hier ver­handelt werden. Während nämlich bisher die Mensuren der Studenten in einem vor der Stadt gelegenen Lokale gleichsam unter den Augen und dem Schutze der öffentlichen Sicherheits­organe unbeanstandet ftattfanben, ist vor einigen Tagen, wie es heißt, burch den Verrat eines furchtsamen Musensohnes, ber zur Mensur antreten sollte, eine Anzeige bei ber Polizei eingelaufen, sodaß diese einschreiten mußte. Zwei Teilnehmer und der Wirt wurden ausgeschrieben. Die Staatsanwaltschaft Hot nun Anklage wegen Zweikampfes, bezw. Beihilfe hierzu gegen die Betreffenden erhoben. Die Verhandlung wird am 27. Februar vor der hiesigen Strafkammer stattfinden.

Darmstadt, 16. Febr. Der neueZentralbahnhof" scheint nichts weiter zu werden als eine Erweiterung ber bis­herigen Bahnhofsanlagen, die bie ganze Gegend nicht geradezu verschönern wird. Außerdem soll der Uebergang von ber Rheinstraße zu ber Breiten Allee gänzlich geschlossen werben. Als Ersatz soll eine zirka 25 Meter breite Rampe über bie 'Schienengeleise gelegt werden, mit einer Steigung von 1:40, die den ganzen Fährverkehr nach Griesheim und auch nach der Griesheimer Straßenbahn bewältigen soll. Dann würden natürlich auch die zwischen der Bahn und dem Exerzierplatz mit großen Geldopsern hergerichteten Anlagen sortsallen. Außerdem dars die Stadt auch noch zu diesem herrlichen Zentralbahnhos", der weder in einem Umbau noch m einem Neubau besteht, sondern auf eine einstöckige Glashalle vor dem Gebäude der früheren Hess. Ludwigsbahn hinauszulaufen scheint, 400,000 bis 500,000 Mk. beitragen.

Frankfurt a. M., 16. Febr. Die Fachausstellung für deutsche Schuh- und Lederindustrie, die vom Verband deutscher Schuhwarenhändler veranstaltet ist, wurde heute vormittag eröffnet. Verbandspräsident Emil Jacoby hielt die Eröffnungsrede, die mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Darauf fand ein offizielles Frühstück und dann ein Rundgang durch die Ausstellung statt. Dieselbe ist von 200 Ausstellern, Leder- und Schuhfabrikanten, beschickt und dauert bis Dienstag.

Frankfurt a. M, 17. Febr. Heute fand hier die sehr besuchten Vertreter-Versammlung des Main-Rhein-Gau- Verbandes Gabelsberger'scher Stenographen statt. Der bisherige Vorort Gießen wurde für das Jahr 1902 wiedergewählt.

t o. Frankfurt a. M., 16. Febr. In derFranks. Ztg." finden wir folgendes Inserat:Strebsamer junger und sehr talentierter Dramatiker, welcher wegen Mangels an Pro­tektion an keinem Theater ankommen kann, wäre bereit, gegen Erstaufführung einem Theaterdirektor einige Schulden zu begleichen. Schriftliche Offerten mit An­gabe der gewünschten Summe unter H. J. K., Köln a. Rh., Hauptpostlagemd." Dem Manne kann geholfen werden.

Limburg, 16. Febr. Die Generalversammlung des Lahn- thalverbandes fand dieser Tage hier statt. Der Lahn­thalverband bezweckt die Förderung des Fremdenver­kehrs im Lahnthale. Zu dem Verbände gehören neun Stadtverwaltungen und Körperschaften als Mitglieder, näm­lich Ems, Runkel, Limburg, Kurkommission Bad Ems, Kur- kommission Nassail, Taunusklub, Braunfels, Wetzlar, Diez und Weilburg. Nach dem Rechenschaftsbericht des Kassierers betrug die Einnahme 1901 593.07 Mk., dagegen die Aus­gaben 545.18 Mk., mithin eine Mehreinnahme von 59.89 Mk., während auf der Kreissparkasse ungefähr 248 Mk. angelegt sind. Der Verband ist dem Verbände deutscher Verkehrs­vereinigungen in Frankfurt beigetreten. Die nächste Ver­sammlung findet in Braunfels statt.

* * Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. In Darmstadt tötete sich am Freitag Abend ein 19jähriger Fabrikarbeiter durch einen Revolverschuß in die linke Brust­seite. Von der Handelskammer in Wetzlar wurden für 1902 als Vorsitzender der Generaldirektor der Buderus'schen Eisenwerke, Kaiser, und als Stellvertreter Ad. Neumann, Inhaber der Marmorwerke Dyckerhoff u. Neumann, einstimmig wiedergewählt.______________

Vermischtes.

* Grenoble, 16. Febr. Hier herrscht ein furchtbarer Sch n eesturm mtt außergewöhnlicher Kälte, wie man sie seit Jahren nicht mehr erlebt hat.

* Paris, 16. Febr. Die Auslieferung des Direktors der Kasseler Trebertrocknungs-Gesellschaft Schmidt wird am Montag erfolgen.

* Lille, 16. Febr. Ein 66jähriges alleinstehendes Fräulein wurde gestern erdrosselt in 'ihrer Wohnung aufgefunden. Der Hals war mit einem Taschentuch zusammen­geschnürt. Sämtliche Wertsachen waren aus der Wohnung verschwunden.

* Rom, 16. Febr. Zwischen Modale und Paris ist aus einem Eisenbahnabteil ein Koffer mit 350,000 Frcs. in Wertpapieren gestohlen worden. Von dem Verbleibe des Koffers fehlt jede Spur.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Hamburg, 15. Febr. Bei der heutigen Begebung ber neuen Hamburgischen Staatsanleihe im Betrage von 50 Mill. Mk. in 31/2°/oigen Titres, resp. 55 Mill. Mk. in 3prozentigen Titres erhielt ein Konsortium unter Führmv