Drittes Blatt.
Samstag 1«. August 1902
152. Jahrgang
Nr. 191
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die (Siebener Kamillen« blätter viermal in der Woche beigelegt.
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General-Anzeiger
*._< . - . , für den polit. u. allgem.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ZM-Z geigenleil: HanS Beck.
.Hessische Handelskammern üver den Zolltarif.
Was der Jahresbericht der Gießener Haudels- -tammer über dieZolltorisongelegeuhett sagt, haben wir an dieser Stelle bereits mitgeteilt. Er wünscht „energische Frontmachnng gegen die Agitation des Agrariertums". Derselben Ueberzengnng ist auch die Handelskammer von Friedberg, indem sie in ihrem Berichte schreibt:
Der größte Teil unserer deutschen Industrie bedarf keiner erhöhten Schutzzölle, und eine weitere Steigerung der industriellen Zölle würde dazu führen, den inländischen Markt den Kartellen schutzlos auszuliefern, die Schleuderet nach dem Auslände zu befördern und den Abschluß von Langfristigen Handelsverträgen unmöglich zu machen.
In dem Bericht der Handelskammer Kassel heißt ess z. B.:
Der Gesichtspunkt, daß der heimische Markt der heimischen Industrie gehören müsse, findet eine gewisse Erklärung vom Standpunkte desjenigen Fabrikanten aus, der ausschließlich oder überwiegend auf den inländischen Absatz angewiesen ist und dabei die Konkurrenz des Auslandes zuweilen als lästig empfindet. Vom Gesichtspunkte des Gesamtinteresses der deutschen Industrie aus aber ist die Erwartung auf eine vermehrte Absatzgelegenheit — und nur darauf kann es doch ankommen — völlig irrig. Wir führen für etwa rund 1200 Millionen Mark Fabrikate jährlich ein. Nehmen wir an, es würde gelingen, durch erhöhte Zölle die Hälfte dieser Einfuhr abzusperren, dann würde allerdings zunächst eine Mehrproduktion im Betrage von etwa 600 Millionen Mark im Jnlande abgesetzt werden können. Wir führen aber für annähernd 3000 Millionen Mark Fabrikate jährlich aus. Wenn nun, — und daran wird niemand zweifeln können — das Ausland in gleicher Richtung wie wir vorgehen würde, und wenn es diesem dann doch in gleicher Weise möglich sein müßte, etwa die Hälfte unserer Ausfuhr zurückzuweisen, so wäre das ein Betrag von rund 1.500 Millionen Mark, während nur für 600 Millionen Mark Waren mehr im Jnlande unterzubringen sein würden. Mit anderen Worten: Für eine Produktion im Werte von 1 Milliarde Mark hätten wir keine Abnehmer. Allerdings würde unter dem Schutze der Zollerhöhungen der Ausfall an Absatzangelegenheit durch gesteigerte Preise ausgeglichen werden können; es wäre ferner möglich durch Gewährung von Ausfuhrprämien seitens der Kartelle die hemmende Wirkung der Auslandszölle aufzuheben. Daß darin eine Gefahr für die inländischen Verbraucher liegt, der unbedingt entgegengetreten werden muß, werden auch diejenigen zugeben, die im übrigen die Kartellbewegung für berechtigt und in mancher Beziehung sogar für notwendig halten. Es muß zunächst sehr zweifelhaft erscheinen, ob derjenige Teil unserer Industrie, der die Notwendigkeit eines gesteigerten Schutzes so nachdrücklich betont hat, mit dieser Zweckbestimmung der Zölle wirklich einverstanden ist. Ferner ist es nicht unbedenklich daß dieser Gesichtspunkt rückhaltlos in der Öffentlichkeit hervorgehoben worden ist; den Gegnern — also den anderen vertragschließenden Teilen — sind damit gleichsam von vornherein die Waffen ausgeliefert worden. Vor allen Dingen aber muß man fragen: was soll werden, wenn keine neuen Handelsverträge zu stände kommen? — — — Würden solche nicht durchzuführen sein, so würden wir entweder genötigt sein, Zölle von einer ernstlich gar nicht beabsichtigten Höhe, die teilweise zu einer drückenden Last werden könnten, zu erheben, oder
wir müßten über kurz oder lang aus freien Stücken zu einer Ermäßigung unseres neu anfgestellten Generaltarifs entschließen, und das wäre unserem Ansehen kaum förderlich
Dolitische Tagesschau.
Der Verkauf der Delagoabai.
Die Meldung, daß nunmehr zwischen England und Portugal in aller Form über die Abtretung von Lorenzo Marquez(Mozambique) verhandelt wird, konnte nicht überraschen. Denn für England ist der Besitz der Delagoabai, des dem ehemaligen Transvaal nächstgelegenen Seehafens, eine Notwendigkeit. Lord Milner, der die Verhandlungen an Ort und Stelle, in Lorenzo Marquez, führt, dürfte zum Go uv en eur des neu zu erwerbenden Gebietsteiles ausersehen sein. An eine Weigerung der portugiesischen Regierung, den Verkaufvertrag abzuschließen, ist trotz der früheren stolzen Erklärungen ihrer Minister ernstlich nicht zu denken. Auch die Cortes werden mit ihrer Genehmigung nicht zurückhalten, da England eine beträchtliche Abfindungssumme zahlt. Bei dieser Sachlage kann nicht ausbleiben, daß das Verlangen nach Veröffentlichung des deutsch-englischen Afrika-Vertrages sich geltend macht, der ja speziell auf Besitzveränderungen in Südostafrika (Delagoabai) sich bezieht. Der Wunsch nach Bekanntgabe der Vertragsbestimmungen erscheint umsomehr begründet, als unlängst der englische Unterstaatssekretär des Auswärtigen im. Unterhause auf eine Anfrage den mysteriösen Bescheid erteilte: „Wenn dieser Geheimvertrag existiert . . ." Das Bestehen des Vertrages überhaupt ist deutscherseits bisher niemals in Abrede gestellt worden.
Heer und Flotte.
Studienreise eines französisch,en Offiziers im Elsaß Mit Genehmigung des Reichskanzlers weilt feit einiger Zeit der französische Artilleriehauptmann Picard im Elsaß um für seine Regierung archivalischen Studien auf den Schlachtfeldern von Weißenburg, Wörth, Saarbrücken rc. obzuliegen. Wie verlautet, sollen im französischen Generalftabswerke einige Details, die Einnahme von Weißenburg betreffend, anders dargestellt werden, als bisher. Es soll sich namentlich um den Kampf auf dem Krautmarkte und am Hagenauer Thor handeln, sowie auch um den Weg, den die französische Truppe nahm, um während der Schlacht aus der Stadt Weißenburg, deren Thore bereits deutscherseits besetzt waren, entkommen zu können. Von Weißenburg aus besuchte Picard das Schlachtfeld von Wörth, wo er mit einem deutschen Stabsoffizier, der mit der Revision des deutschen Generalstabswertes betraut ist, zusammentras. Die beiden Herren verkehrten miteinander aufs herzlichste.
10. Rundestag deutscher Gastwirte in Kannover.
„Ter 10. Bundestag deutscher Gastwirte beschließt einstimmig, bei dem Bundesrat mit allen zu Gebote stehenden Mitteln vorstellig zu werden, die seit dein 1. April bestehende Verordnung, betr. die Ruhepause n im Gastwirtsgeiverbe, einer Revision zu unterziehen und zu diesem Zweck eine Kommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu ernennen. Ausgeschlossen von dieser Kommission sollen sein Arbeitnehmer, die sich nicht in fester Stellung befinden."
Die weiteren 22 Anträge wurden teils angenommen, teils abgelehnt, u. a. wurde die Anregung, den Besä hi gungsnachiv eis für das Gast- und Schankgewerbe einzufuhren, für" gut befunden. — Der nächste Bundestag findet in Mainz statt.
Kirche und Schule.
— Ueber Judentaufen spricht sich der Judenmijsionar Pastor Bieling in seinem soeben erschienenen Bericht über die Thätigkeit der Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden aus. In Berlin ist die Arbeit unter den Juden von zwei Kräften, Pastor Bieling und Prediger Gelfert, getrieben worden. Zum Taufunterrichl meldeten sich bei beiden 44 Juden. 9 wurden ab= gewiesen, weil sie äußerer Vorteile wegen gekommen waren. 35 blieben, sodaß mit denen aus dem Vorjahr 42 Juden zu unterrichten waren. Rach und nach traten hiervon aber wieder 13 zurück. Von^den zurückbleibendcn 29 wurden 25 getauft (15 Männer und 10 Frauen). Tie meisten gehörten dem Kaufmannsstand an; im übrigen befanden sich darunter 1 Arzt, 1 Apotheker, 1 Schriftsteller, 1 Schriftsetzer, 1 Student der Chemie, 1 Monteur, 2 Artistinnen, 2 Lehrerinnen, die Gattin eines Theaterregisseurs usw. Einige gehörten dem Großkaufmannsstand an. Was fuhrt die Juden zum Christentum? Der zehnte Teil kommt um äußerer Vorteile willen. Treiviertel aller Bewerber kommen aus ästhetischem Wohlgefallen am Christentum, bei dem sie sich besser zu erbauen glauben. Nur die übrigen 15 Prozent kommen qu§ wirklichem innerem, tiefem Bedürfnis. Doch sind aus den anfänglichen Aesthetikern natürlich auch schon wirkliche überzeugte Christen geworden. — Mit Genug- thuung verzeichnet es die „Allgem. Ztg. des Judentums", daß von den im letzten Jahre an der B e r l i n c r U n i v e r s i t ä t verliehenen sieben Preisen für wissenschaftliche Arbeiten sechs von jüdischen Studierenden erworben worden sind. Die Feststellung, daß sich das Judentum hauptsächlich infolge des R ü ck - ganges derGeb urten verhältnismäßig vermindert, hat unter den Israeliten eine begreifliche Beunruhigung heroorgernsen. Aehnlich wie in Frankreich tauchen auch hier allerlei Vorschläge zur Hebung des Uebelstandes auf. So schreibt David Baumann an den Herausgeber der oben genannten jüdischen Zeitschrift: „Mit vollem Recht beklagen Sie die überraschend schwache Zunahme jüdischer Kinder in Deutschland. Ich finde den Hauptgrund darin, daß sehr viele jüdische Jungfrauen sitzen bleiben aus Mangel einer Aussteuer. Dr. Hildesheimer klagte mir vor Jahren, daß die wohlhabenden Iriden keinen Sinn für dergleichen Hilfe habe. Jüdische Heiratskandidaten entschließen sich selten zur Ehe nut einem mittellosen jüdischen Mädchen. Wäre es nicht möglich, auch hier Wandel zu schaffen, wenn sie in Ihrem geschätzten Blatt es anregen möchten, daß sich für diesen Zweck Vereine bilden mögen, welche durch Beiträge es ermöglichen, jüdische Mädchen, zunächst Berliner Kinder, unter die Haube zu bringen; natürlich müssen die Mitgaben miiidestens 1000 Alk. betragen. Unsere großen Bazare geben die notigen. Wäschestücke gewiß her. Ich glaube sicher, daß wir hier viele huriderte von zahlenden Mitgliedern bekommen, die gern um des guten Zweckes beitragen würden, und ein Komitee könnte das Institut leiten und Beitrage sammeln."
Wasserdichter Abschluss Luftund fester haltbarer *. Verputz durch Bekleidungmir.^
Im festlich geschmückten großen Saal des alten Rathauses in Hannover fand am Dienstag den 12. August die Tagung des Bundes deutscher Gastwirte statt, an der die staatlichen und städtischen Behörden und über 500 Delegierte aus allen Gauen Deutschlands tedgenoinmen haben. Zu Punkt 1 der Tagesordnung, betr. die Ruhepausen des Per-
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sonals, wurde folgende Resolution em|timnug angenommen. I Horst, Nicgekpsav. 175
Plaudereien aus der Kaiserstadt.
(Nachdruck verboten.)
Heimkehr aus der Sommerfrische. — Unliebsame Ueberraschungen. — Das verschwundene Hans. — Ein Hypothekenschwiudel. — Die Zukunft des „Deutschen Theaters".
In dieser Woche hatten die Berliner Schulferien ihr Ende erreicht, und wen der zur Gießkanne gewordene Himmel dieses merkwürdigen Sommers nicht schon früher zurück in die behaglichen Räume der oft geschmähten, und in der elenden Kette von Regentagen doch so schmerzlich vermißten Berliner Wohnung getrieben hatte, der langte zu Anfang der Woche auf einem der Bahnhöfe wieder an, diesmal ohne die frische braune Farbe auf den Gesichtem der Seinen, verdrießlich und verärgert über den unnütz geopferten Mammon; nervöser wie vorher, da die Leiden einer verregneten Sommerfrische bekanntlich mehr ver- ftimmen als die Enttäuschungen der Wintersaison, selbst in Hinsicht auf zwei bis sieben gäuzlich unverlobte Töchter! Und dennoch: so wie die erste Bekannte auftaucht auf der Leipziger oder Friedrichstraße und nach der obligaten Meder- sehenssreude mit leiser Schadenfreude — zumal wenn sie in Berlin war während der Reisezeit — fragt: „Wie war denn das Wetter, meine liebe Frau Rechnungsrätin?" — Ta^n sagen Mutter und .Vater wie aus einem Munde: ,/O, wir können nicht klagen! Es soll ja wo auders wie mit Mollen gegossen haben. Wir hatten herrliche Tage!" Dieser Zug ist hundertfach zu beobachten. Der Berliner gesteht es nicht gern ein, daß ihm etwas gegen den Strich gegangen ist. Er kennt das ironische Bedauern seiner lieben Lauds- leute zu gut. Hat ihn der Himmel schon einmal übers Ohr gehauen, braucht's ein anderer koch nicht zu erfahren. Tie Poltrons natürlich lassen sich die schöne Gelegenheit nicht entgehen, auf „den ganzen Schwindel da brau]} er'' nach Kräften zu schimpfen, und Himmel und Erde, Wald und Wasser, Eisenbahn, Wirtshäuser, Betten und Bedienung in Bausch und Bogen zehn Klafter tief in die Erde zu verdammen. Glücklicherweise hält der Zorn nicht Lange vor.
Manche von den ganz Wilden schnüren vielleicht im September schon wieder ihrBüadel w.nnPttrus b.sd..hin besserer Laune geworden fein sollte, und sehn sich „den Schwindel da draußen" von einer anderen Ecke aus an! Hier und dort fehlt es für die Heimkehrenden nicht an kleinen Ueberraschungen. Ausgeräumte Bodenkammern, Einbrüche in die Wohnung unter liebevoller Berücksichtigung von Gold- unb Silbersachen, verschwundene Dienstboten rc. sind keine Seltenheiten. In der Kurfürstenstraße fand eine Familie, die ein paar Tage früher als festgesetzt war, heimkehrte, den Freundeskreis der Köchin bei einer kleinen Schlemmerei im Salon versammelt: es war ein fröhliches Fest aus Anlaß ihrer Verlobung arrangiert, das nun einen jähen Abschluß sand. Auch die kleine Szene, die sich in der Häuslichkeit eines jungen Strohwitwers in der Königgrätzerstraße abgespielt haben soll, muß ganz amüsant gewesen sein. Getreue Nachbarn hatten dem ahnungslosen Frauchen nach Ahlbeck berichtet, daß der Herr Gemahl seit ein paar Tagen nicht mehr allein Hause. Eine Dame seiner Vergangenheit, wahrscheinlich, nicht mehr ganz jung, aber doch eben noch reizvoll genug, habe zur Empörung der Umwohnenden dort Aufenthalt genommen. Natürlich Thronen ströme, Rachepläne und schleunige Heimkehr. <^)ät am Abend langt sie an in Berlin. Das 9ieft ist verschlossen. Sie wartet auf der dunklen Treppe, bis sie kommen. Da endliche klingt seine Stimme auf: „Warte noch; ich mache Licht! Hast Tu die Treppe? Stoß Dich blos nicht, liebe. . ." Sie läßt ihn nicht ausreden. Wie eine Löwin springt sie hinab und packt die Nebenbuhlerin, dem Gatten in leidenschaftlichen Worten seine Treulosigkett vorhaltend — bis endlich das Wachsstreichholz aufflammt und sie, fast ohnmächtig vor Schreck, die eigeneMama erkennt, die dem Schwiegersohn sett ein paar Tagen die Wirtschaft führt und ihrTöchier- lein nicht vor der Zeit aus der Sommerfrische aufstören wollte! — Ueberraschungen, wie sie jenes Ehepaar aus der Mitte des verflossenen Jahrhunderts naä). feiner Sommerreise erlebt hat, kommen im neuen Berlin übrigens doch nicht mehr vor. Tie beiden-Alten wohnten in der Fronkfurterstraße, die damals noch auf wette Strecken hin
| wüst und unbebaut war. Als sie eines Herbstabends mit der Postkutsche von Karlsbad zurückkommen und in einer Droschke ihrem Häuschen draußen zustteben, stellt es sich nach langem Suchen, Brummen und Fluchen heraus, daß besagtes Häuschen in der Zwischenzeit vom Erdboden verschwunden ist, und nur noch eine leere Baustelle an die Stätte des einstigen Behagens erinnert. Spitzbuben hatten die Abwesenheit der Alten benutzt und das Landhaus abgerissen, um Holz und Steine rc. als altes Baumaterial in Geld umzusetzen. Die Neuzeit verfährt genialer, wie der Fall jenes Hausbesitzers beweist, der jahrelang in Italien gewesen war und bei seiner Rückkehr erfahren mußte, daß fein Haus, das er hypothekenfrei verlassen, wegen nicht eingelöster Hypothekenforderungen sub- hastiert worden sei und ihm nicht mehr gehöre. Zwei abgefeimte Hochstapler hatten es verstanden, sich als Eigentümer und Hypothekendarleiher einem etwas fahrlässigen Notar gegenüber aufzuspielen, der nachher ahnungslos bei der Grundbucheinttagung den vermeintlichen Hausbesitzer als Bekannten legitimierte. Die Hypothek wurde alsbald- wieder gekündigt, nicht bezahlt, und die Sache nahm ihren gewöhnlichen Gang. Ein dritter durchaus ehrenwerter Unbeteiligter erwarb das Grundstück, die Gauner verschwanden mit dem Gelde — und der wirkliche Eigentümer war sein Haus los. Denn der Notar, der wohl haftbar gewesen wäre, hatte keinen Heller Vermögen! Ein Streich- der den Humberts würdig erscheint, aber schon lange vor ihnen passiert ist.
Ueber den Direktionswcchsel am „Deutschen Th ea- ter" zum 1. Juli 1904 sind Ihre Leser schon unterrichtet. PaulLindau, der am „Berliner Theater" sein Tirekttoustalent glänzend bewiesen hat, wird Otto Brahm, den Bannerttäger Hauptmanns, ablösen. „Ter rote Hahn" wird dann kaum noch zum Krähen kommen. „Fuhrmann Henschel" wird seinen „Biberpelz" anziehen können und sich nach einer anderen Heimat umsehen müssen. Term Lindau strebt danach, den Idealen von einst wieder Geltung zu verschaffen. A. R.


