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16.5.1902 Erstes Blatt
 
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bis Mk. 5.85 pr. Attr. für Blusen und Roben, sowie

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

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Kchiffsnüchrichten.

ed Star Linie' Antwerpen.

Der PostdarnpferVaderland" der Red Star Linie, in Ant­werpen, ist laut Telegramm am 12. Mai wohlbehalten in Newyork angekommen.

Damen-Handschuhe Preislagen 1 Waag, X";

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Vermischtes.

* Hannover, 15. Mai. In der heutigen Generalver­sammlung der Hannöverschen Straßenbahn teilte int Namen der Revisionskommission der Geh. Regierungsrat Ludowig mit, daß Direktor Krüger die Gesellschaft durch Unredlichkeiten, welche sich auf 34 Millionen Mark belaufen, geschädigt habe.

* Leipzig, 15. Mai. Staatsanwalt Dr. Traut, wel­cher im Prozeß gegen die Aufsichtsratsmitglieder der Leip­ziger Bank die Anklage zu vertreten hatte, ist an Blind­darmentzündung heute Nachmittag gestorben. Dadurch ist der Termin des Prozesses gegen Direktoren und Aufsichts- ratsmttglieder der Leipziger Bank abermals in Frage 92- stellt.

* London, 15. Mai. Eine Lloyd's Depesche meldete Die englischen TorpedobootszerstörerSoquetie* undTrasher sind zusammengestoßen. Ersterem ist dei Bug eingedrückt, letzterem das Heck beschädigt.

Höchste Temperatur am 14./15. Mai

Niedrigste u 14./15. u

Arbeiterbewegung.

Rom, 14. Mai. Nach Blättermeldungen aus Bari kam es in Polgnano infolge Lohnstreittgkeiten zu Ausschreitungen. Mehrere Tausend Menschen durchzogen die Straßen, steckten einige Oktroihäuschen in Brand und rotteten sich vor dem Stadthause zusammen. Als die Menge in das Haus eindringen wollte, ver­suchte die Gendarmerie sie zurückzudrängen; es kam zu einem Zu­sammenstoß mit der Gendarmerie, welche die Waffe gebrauchte. Sieben Gendarmen und eine Frau wurden verwundet und ungefähr vierzig Personen verhaftet. Es gelang den Gendarmen, die Ruhe wiederherzustellen.

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Aus Stadt und Land.

Gießen, den 16. Mai 1902.

** Schwindel-Ausstellungen. Trotz vielfacher Warnungen vor schwindelhaften Ausstellungen, bei denen es den Veranstaltern einzig daraus ankommt, an me­daillenlüsterne Aussteller wertlose Auszeichnungen gegen gutes Geld abzusetzen, finden sich doch immer noch Leute, sogar anständige Industrielle, die auf diesen Schwindel hineinfallen. Neuerdings wurde für eine in Paris statt­findendeinternationale Ausstellung für Kochkunst, Nahr­ungsmittel, Getränke, Hygiene und alle einschlägigen Jn- dnstrieen" auch in Deutschland geworben. Weitere Aus­stellungen dieser Art, die wohl von demselben Komitee veranstaltet werden, sollen in Nizza, Glasgow, Mailand, Warschau und in Suez stattfinden. Als Agent für die in Paris stattgehabte Ausstellung wirkte der ru,fische Unter» than Siegmund Dobschiner, der früher in Berlin wohn­haft war, aber sich dort durch sein Treiben lästig machte und deshalb polizeilich ausgewiesen wurde. Er lebte dann in Hamburg und soll sich jetzt in Dessau befinden. Er wendet sich mit Prospekten der von ihm vertretenen Winkelausstellungen an Händler, Friseure und sonstige kleine Gewerbetreibende und verspricht diesen für Zu­weisung von Ausstellern Prozente oder feste Gebühren. Die meisten dieser Leute wissen nicht, daß sie sich dadurch zu Teilnehmern an einem schwindelhaften und verwerf­lichen Unternehmen fangen lassen. Mögen wenigstens sie sich hierdurch warnen lassen, denn bei denjenigen Per­sonen, die sich von solchen Ausstellungsunternehmen Aus­zeichnungen erkaufen, ist doch jede Warnung vergeblich.

** U e b e r e i n e k 0 m i s ch e Verwechselung schreibt derN. Apenrader Anz/': Die Konzertsängerin Frau Fo ß- hag-Schröder gab mit dem Altonaer Cellisten Kruse, bekanntlich einem Sohn des Gastwirts Kruse in Heuchel­heim, ein Konzert im Stadttheater in Hadersleben- Vor Erledigung des Programms begehrte die Sängerin, von einem herbeigerufenen Piccolo einen Spiegel. Der Piccolo hatte seinen Auftrag nicht genau verstanden, und sein anscheinend schüchternes Wesen ließ ihn zu keinerlei weiterer Verständigung herbei. Er suchte seinen Schutz in dem an der Kasse vorhandenen Programm, und als sein Blick a ls erste NummerThronen" Dolorosa von Jensen sah, war aller Zweifel gehoben. Der schlaue Piccolo brachte, aus einem großen weißen Teller eine einsame Zwiebel.

Großherzog, Georg Seipp für das Haus Liebigstraße3 (ehemals Wasserschleben), Karl Loth für die Wirtschaft in der Hammstratze 4, Eugen Asprion für die Grün- sche Wirtschaft in der Neustadt, Joh. Appel Ehefrau für die Wirtschaft in der Löwenstemschen Hofraite in der Schloßgasse, Gustav Trinkaus für das Haus Selters­weg 50, Hermann Will für das Cafe Ebel, Fritz Kremer für das Haus Marburgersttaße 68.7 Die Bedürfnis frage wird bezügl. sämtticher Gesuche mit Ausnahme des Seippschen Gesuches handelt es sich um Uebergang bereits vorhandener Wirtschaften an neue Inhaber bejaht.

Aer Kumberl-tzrawsord-SchwmdeL

zieht immer wettere Kreise und erweist sich, je eingehender die Behörden mit der Scüche sich befassen, immer mehr als ein Skandal ohne gleichen^ als ein unter Ausnutzung der Eigentümlichkeiten des französischen Zioilprozeßverfahrens mit größtem Raffinement ins Werk gesetzter Be trug, der nur durch das Zusammenwirken einer ganzen Anzahl ebenso gewiegter wie gewissenloser Juri st en, trotz des vielfach rege gewordenen Verdachts, so lange aufrecht erhallen werden konnte. Die Seele der Machinationen der Frau Humbert war der ehemalige Notar L a n g l 0 i s, der früher wegen Amtsmißbrauches mit fünf Jahren Zucht­haus bestraft war; Langlois war beretts flüchtig, ist aber gefaßt und hinter Schloß und Riegel gesetzt worden. Ihm lag es ob, den nicht existierenden Brüdern Crawsord juristische Existenz zu geben. Er wurde dabei von dem nun ebenfalls verhafteten Notar Dumont unterstützt, der, wie schon festgestellt ist, die Rolle des einen Crawsord gespielt hat. Es wird nämlich jetzt gemeldet, daß die Brüder Crawsord sich in Paris zweimal aufgehalten haben, 1886 und 1900. Sie wohnten imHotel Eommerce". Natür­lich waren es falsche Crawfords. Sie gaben in Gegenwart eines Notars Vollmachten für Advokaten und Avoues, welche sich mit ihrer Vertretung vor Gericht Getrauten. Es fiel damals auf, daß die zwei Amerikaner das Französische vollkommen korrekt, ohne den geringsten fremden Accent sprachen. Man weiß jetzt, warum. Es kann nicht lange dauern, und alle diese Advokaten, Avoues, Notare und Jdentitätszeugen, die bei dem Schwindel mitgewirkt haben, werden ans Licht und zur Verantwortung gezogen sein. Bei der Mutter des flüchtigen Humbert, der Witwe des ehe­maligen Justizministers Humbert, der ohne Zweifel ein Hauptmitschuldiger ist, aber, da er vor einigen Jahren starb, nicht mehr belangt werden kann, hat beretts eine gericht­liche Haussuchung stattgesunden, bet welcher eine große An­zahl von Papieren beschlagnahmt wurde. _

Das Schlimmste an der Sache ist, daß auch die von dem sauberen Ehepaar Humbert, namenttich aber von der Frau, ins Leben gerufene Assekuranz-Gesellschaft R ente Vi agö r e", in die namentlich Landgeistliche und der dienenden Klasse angehörenden Personen durch Her­gabe ihrer Sparpfennige für ihre allen Tage sich eingefauft hatten, vollständig verkracht ist. Die Schwindler haben das ganze Geld, etwa 20 Millionen Fr., für sich verwendet und so bleibt den unglücklichen ver­sicherten" nicht ein Sou. Die Gelder, die bei der Kasse der Rente Viagöre eingingen, mußten den Humberts dazu dienen, chre Gläubiger, wenn sie allzu dringend wurden, und an der Crawsordschen Erbschaft von hundert Mttlionen, auf die sie ungeheure Summen vorgeschossen hatten, zu zweifeln begannen, immer wieder zu befriedigen. So haben die Schwindler 16 Mttlionen von ihren Anleihen zurückgezahll; mehr als 30 sind allerdings noch unbeglichen und für die leichtsinnigen Geldgeber endgtttig verloren. Denn besondere Schätze, die zu Geld gemacht werden könnten, haben die Humberts auch in ihrem luxuriös ausgestatteten Pariser Heim nicht hinterlassen. Es hat sich bereits heraus­gestellt, daß Frau Humbert ihre echten Juwelen längst schon durch geschickte Imitationen hat ersetzen lassen, und dasg sogar an die Stelle der wertvollen Gemälde be­rühmter Meister, die anfangs dasPalais Humbert" schmückten, später aber verkauft sein müssen, im Laufe der Zett mehr oder minder wertlose Kopien getreten sind. Es war eben alles Schwindel und auch das ursprünglich Echte wurde in den Händen dieser Leute zu Talmi.

Die Tri cs der Madame Humbert, mit denen sie die Millionäre um Million, n betrog, waren anscheinend sehr mannigfaltig, lleber etliche dieser Manöver berichtet das B. T." nach französischen Blättern. Einer der Ausgebeutel- ten erzählt seinen Reinfall in folgender Weise:

Madame Humbert beschied in ihr Palais die, welche auf die berühmte Erbschaft Geld leihen sollten, oder von denen sie einen Aufschub in der Rückzahlung schon geborgter Summen verlangte. Nachdem sie sich in sehr geheimnis­vollem Ton über die hundert Mttlionen und über die Ver­schlagenheit der Crawfords ausgelassen hatte, pflegte sie hin^uzusügen:ftdh werde für Sie etwas thun, was ich noch nie für jemanden gethan habe, aber sprechen Sie um Gottes willen kein Wort davon. Wir werden Sie über­zeugen!" Mme. Humbert entfernte sich sodann zum ge­heimnisvollen Kassenschrank und kam bald mit einem großen Paket in eLinw an dum schlag in den Händen zurück. Dies Paket" mit fünf großen Siegeln versehen, die den Stempel derBrüder Crawsord", einen rätselhaften Minervakops, zeigten, mit dem, wie Madame Humbert versicherte, diese zwei Personen die Enveloppe vor zwei Wochen gesiegelt hatten.

Dank einem Kunststück und der Geschicklichkeit eines Arbeiters, der uns die Enveloppe präpariert hatte," flüsterte Madame Humbert dem künftigen Gläubiger in Die Ohren, der schon halb gewonnen war, ,gönnen wir die Enveloppe öffnen, ohne an die Siegel zu rühren. Die Crawfords werden es nicht bemerken. Für Sie werde ich es machen aber still!" Und Mme. Humbert entfernte in der That drei Siegel, zog aus der großen Enveloppe einen Haufen Papiere heraus, und ich bemerkte dann folgendes mtt eignen Augen, und zwanzig Gläubiger haben es ebenso gesehen wie ich: In dem Pakete waren zu­nächst dreiprozentige ftanzösische Rentenbriefe.Zählen Sie sie", sagte Mme. Humbert. Ich zählte: es waren für 587 660 Fr. Rentenbriese vom Januar 1896.Sie sehen", fuhr die Dame fort,587 660 Fr. die dreiprozentige Rente von 91 Mttlionen für das verflossene Quartal. Uebrigens ist hier das Zertifikat" und dann zeigte Madame Humbert auf ein Papier, welches den Haufen Wertpapiere belleidete, es war von zwei Anwälten unter­zeichnet, die sehr vortetthaft bekannt waren. Diese be­scheinigten, daß die Reutenbriefe, denen die Nummern angefügt waren, die Vierteljahrsrente von 91 Millionen darstelllen und die von Herrn Crawsord in dreiprozentige Rentenbriefe umgewandell worden waren. Nachdem rch das gesehen, wie konnte ich noch zweifeln? Es waren die Rentcnbriefe, es waren die Quartalskupons von 91 Millionen, die Zertifikate der beiden Anwälte was konnte man mehr verlangen? Ich war dadurch überzeugt. Ich borgte, und ich ließ mich auf §rVerlängerung ein."

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Sktzauo Vas Daugeffuch des Schreinermeisters Friedrich Denzler für den Ast er weg abgelehnt worden, hat der­selbe neue Pläne eingereicht. Das Gesuch wird ebenfalls beanstandet, wett zwei Au^nwände nicht massiv ausgeführt werden sollen.

Die Baugesuche der Firma Birkenstock & Schnei- oer für die Landgrafenstraße, bezw. den Drandplatz wer­den befürwortet, das

Baugesuch des Maurermeisters Joh. Gg. Pfaff für den Schiffend erger Weg abgelehnt, weil der Bau­platz außerhalb des Bebauungsplanes liegt

Joh. Nickel will im Stadtwald zum Betrieb einer Steinzerkleinerungsmaschine eine Lokomobile aufstellen; das Gesuch wird genehmigt

lieber die Prüfung der Rechnung der Stadt Gießen und des Stadterweiterungsfonds für 1900/1901 berichtet Beigeordneter Grüne berg namens der Finanz­deputation. Der Antrag derselben auf Genehmigung der Kredttüberschrettungen und Vorlagen, und auf Uebertragung der unverwendeten Mittel in das folgende Bugdet wird genehmigt.

Die Rechnungen über den Druck der Wählerlisten anläßlich der Stadtverordnetenwahlen vom November v. I. (152 Mk.), über gelieferten Lahnkies für Bürgersteige (2000 Mark) und über Blei-Jsolierungsplatten am neuen Fried­hof (362 Mk.) werden genehmigt

Stadtv. Dr. Gaffky hat in einem eingehenden Gut­achten die Einführung der Formaldehyddesinfek­tion für Wohnungen beantragt. Der Antrag wird ohne Debatte genehmigt, nachdem Bürgermeister Mecum dem Anttagsteller den Dank der Versammlung für diese An­regung und die Bereitwilligkeit, die desinfektore Anwen­dung des Verfahrens einzuführen, abgestattet

Zur Anschaffung von Schlauchvers chr aub u n g en für die laut früherem Beschluß angeschasften neuen Schläuche werden 85 Mt bewilligt

Die Versammlung ist bamit einverstanden, daß dem Bauunternehmer Winn die Auffüllung in der Kepler- und Bismarck st raße mit dem beim Bahnhofumbau ge­wonnenen Material zum Preise von 80 Pfg. pro Kbm. über­tragen wird.

Der Beschluß über Punkt 19: Kohlenbedarf für das städt. Elektrizitätswerk wird ausgesetzt

Für Herstellungsarbeiten und Ausbesserungen in dem von der Stadt erworbenen ehemals Reiberschen Hause, Bahnhofsttaße 65, werden 1000 Mt bewilligt

Für die lleberwölbung des Klingelbaches waren s. Zt 32000 Mt bewilligt worden und weitere 12 000 Mt für lleberwölbung der Strecke StephansttaßeLöb erstraße, sofern die Interessenten einen Tett der Kosten dazu bei­tragen. Weitere 18 000 Mt wurden vorgesehen für den Fall einer Verlegung des Klingelbaches und Ableitung des­selben in einen Abzugskanal in der Goethesttaße, wodurch das von dem jetzigen Lauf des Baches in Anspruch ge­nommene Gelände für die Anlieger nutzbar würde. Trotz eifriger Bemühungen des Stadtv. Huhn, die Interessenten1 zu einer den Kosten und den Interessen der Anlieger ent­sprechenden Bettragsleistung heranzuziehen, war das Er­gebnis nicht befriedigend, weshalb auf Antrag der Bau- beputation beschlossen wurde, von der lleberwölbung des Baches zwischen Stephansttaße und Löbersttaße abzusehen.

Bleicher Wilh. Schwall hat, nachdem er infolge Bebauung des bisher als Bleiche dienenden Geländes am Großen Steinweg seinen Betrieb aufzugeben genötigt war, der Stadt seine Trockenhalle zum Kauf angeboten. Das Angebot wurde abgelehnt. Darauf wurde dem p. Schmoll ein in der Fortsetzung der Wiesensttaße gelegenes Stück Wiese zum Pachtpreise von 80 Mt pro Jahr angeboten, damit er den Bleichereibetrieb, für welchen in dortiger Gegend ein Bedürfnis vorliegt, wieder aufnehmen kann. Gesuchsteller hat daraus erklärt, daß chm der Preis zu hoch sei. Es wird beschlossen, den Bürgermeister zur Ver­pachtung von 24 Morgen des fragt Geländes zu ermäch­tigen, sofern der angesetzte Pachtzins erzielt wird. Das Gesuch der Gemeinde Trohe um Abgabe von Stteulaub wird genehmigt; der Preis auf 3 Mk. pro Haufen festgesetzt.

Wilh. Rudolph hat um Erlaß der Anerkennungs­gebühr im Betrage von 100 Mk. jährlich für die lleber- . Wölbung des Schoorgrabens nachgesucht; das Gesuch wird abgelehnt.

Dem Gesuch der Lehrerin Math. Frank um lleber- ncchme der Unterhaltung von Begräbnisplätzen auf dem alten Friedhöfe wird stattgegeben; die zu kapitalisierende Gebühr wird auf 360 Mk. festgesetzt. Die gärtnerische Unter­haltung sollen nach den für die gewünschte Ausschmückung angenommenen Sätzen berechnet werden.

Die Verhandlung über die Beschwerde der Spengler und Installateure, bett, das Gaseinrichtungswes en wird ausgesetzt, da noch wettere Erhebungen angestellt werden sollen.

Nach dem beretts in voriger (nichtöffentlicher) Sitzung behandelten Gesuch der Gießener Omnibus-Ge­sellschaft beträgt das Defizit im Bettiebsjahr 1901/02 2838,10 Mk. Es wird beschlossen, das Defiztt aus städti­schen Mitteln zu decken unter der Bedingung, daß der Be­trieb in dem seitherigen Umfange und unter der bisherigen Leitung aufrecht erhalten wird. Bürgermeister Mecum teilt mit, daß sich der Betrieb in den vier ersten Monaten dieses Jahres etwas günstiger gestaltet habe. Stadtv. Haubach wünscht, daß etwas über die Ursache des neben den 3000 Mark jährlichen Zuschusses entstandenen Defizits mitgeteUt wird. Die Mitteilung des Bürger­meisters, daß die besonders hohen Hafer- und Heupreise das Defizit veranlaßten, ergänzt Stadtv. Hanau dahin, daß der Heupreis von 2 auf nahezu 5 Mk. gestiegen sei, was bei einem Verbrauch von 10001200 Ztt. ins Gewicht falle; ferner sei anzuführen die Abschreibung auf die neu errichtete Wagenhalle, das Eingehen eines wertvollen Pferdes und die im Interesse der Schonung der Tiere er­folgte Mehrhaltung von Pferden.

Im Hinblick auf die bevorstehende Eröffnung des neuen Friedhofes ist die Anstellung eines Friedhofsauf­sehers vorzubereiten. Bürgermeister Mecum schlägt vor, den Friedhofsaufseher Löb er auf dem alten Fried­höfe zu belassen, da derselbe besser orientiert sei als ein neuer Beamter, und die Stelle für den neuen Friedhof aus- zuschreiben, wobei zu bedingen fei, daß der Bewerber ge­lernter Gärtner ist, weil der Friedhof mehr gärtnerisch angelegt werden soll. Stadtv- Pirr spricht sich gegen Die Anstellung eines gelernten Gärtners aus, weil sonst angenommen würde, es solle der Privatgärtnerei Konkur­renz bereitet werden. Bürgermeister Mecum bemertt dazu, es handle sich nicht nm euren Gewerbebetrieb, sondern um hie Unterhaltung der eigenen Anlagen. Wie es mtt der Herstellung der Gräber gehalten werden solle, bleibe be­sonderen Beschlüssen noch Vorbehalten.

Gesuche um Erteilung von Wirts chafts-Kon- ^effion liegen vor von: August Hell für das Hotel

Iandwirtschast.

Budapest, 14. Mai. Amtlicher Saatenstandsbericht vom Id Mai. Der Weizen ist in der Entwicklung durch Frost und Reis zurückgehalten wordcn, ttotzdem ist der Stand im Durchschnitt in­folge der eingetretenen günstigeren Witterung befriedigend. Der Roggen hat durch Frost in einzelnen Gegenden nicht unbedeutend gelitten, ist jedoch im' allgemeinen gut Wintergerste ist gut, Som­mergerste kaum gut, Hafer stellenweise befriedigend, im allgemeinen gut, Rapssorten besserten sich im ersten Drittel des Monats, 20 Prozent sind durch Frost vernichtet, das Uebriagebliebene steht gut. Der Anbau des Mais ist zum Teil beendet, der letzte Regen hat wohlthuend gewirkt. Der Zuckerrübenbau ift beendet, die Stuben haben gut gekeimt. Die Ackerarbeiten sind im Gange.

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