imen zu thun. Die städtische Straßenreinigung beschäftigte gestern 1600 Arbeiter zur Abhilfe der Wassersnot. Vieh ist bei dem Gewitter zahlreich u in § Leben gekommen.
Kamburg a. S., 15. April. Auf der Landstraße nach Wethau wurde gestern der Einwohner Dick ermordet aufgesunden. Von dem Mörder fehlt noch jede Spur.
* Aschaffenburg, 14. April. Gestern nachmittag wurde der Radfahrer Friedrich Hartmann aus Frankfurt a. M. in der Nähe von Kleinostheim von sechs Burschen überfallen und unter Bedrohung aus»ge- raubt. Einer der Burschen setzte dem Ueberfallenen den Revolver auf die Brust, und ein anderer entwand ihm das Messer und stach ihn in die Hand. Anzeige ist erstattet.
* Dr. Lieber und die Juden. Im Jahre 1896, schreibr die „Germania", hatten neben Sigts „Vaterland" auch andere Blätter die Behauptung gebracht, Dr. Lieber, der den Juden übrigens volle Gerechtigkeit widerfahren ließ, wie das auch Wiudthorst stets, zum Beispiel bei den Verhandlungen des Reichstags über das Schächtverbot, gelhan hat, habe eine jüdische Frau geheiratet. Darau aufmerksam gemacht, antwortete Dr. Lieber, nachdem die „Germania" bereits festgestellt hatte, daß Liebers Frau einer katholischen und einer deutschen Familie entstamme, unter anderem folgendes: „So lange übrigens die liebe heilige Mutter Gottes eine „Jüdin" bleibt, kann ich den „Katholi- cismus" nicht begreifen, der einem einen Vorwurf daraus machen möchte, daß er seine Kinder auch durch eine (natürlich getaufte) Mutter aus dem auserwählten Volk in den Stand setzte, mit dem Priester in der feierlichsten Stille des Meßeanons sich patriarchae nostri Abrahae vor Gott KU rühmen . . . Man kann über derlei nur lachen, und hätte es nicht meine Frau betroffen, ich würde, wenn über» Haupt etwas, erklärt haben, daß ich die Stammverwandt- schast mit Christus und den Aposteln derjenigen mit Sigl, Senftl, Zeitler, id genus omne unter jeglichem Betracht vorzöge."
* Ein furchtbares Verbrechen wurde int Ries enge bi rge aufgedeckt. Das Hochwasser hatte einen Sack ans User getrieben, in dem eine Leiche eingenäht war. Der Kopf war abgeschnitten und b e i d e B e i n e ausgedreht. Der Ermordete ist der seit Weihnachten verschwundene Arbeiter Oswald Neugebauer. Die jetzt in Kunersdorf wohnende Ehefrau des Neugebauer, sowie deren Liebhaber, der Arbeiter Lorenz, wurden wegen dringenden Verdachts der Thäterschaft verhaftet. Bei der Haussuchung in der Wohnung des Paares sand man ein Bündel blutgetränkter Männerkleider.
* Verhaftung ein es Pastors. In Trebbin wurde der dort seit acht Jahren thätige Pastor Tisfelhof verhaftet. Tisselhof, der 42 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder ist, hat sich große Unterschlagungen zu schulden kommen lassen. Die Kirchengemeinde Trebbin, bei der angeblich seit dem Jahre 1895 keine Kassenrevision mehr vorgenommen worden sein soll, ist um 105000 Mark geschädigt, und aus der gleichfalls von D. verwalteten Kasse der Gemeinde Thyrow soll der ungetreue Geistliche 45 000 M a r k u u t e r s ch l a g e u haben. Auch Wechselsälfchungen werden Tisselhof zur Last gelegt. Lange Jahre hat er seine Untreue betrieben. Endlich aber begannen die Verfehlungen des Geistlichen ruchbar zu werden. Vorgestern erschien infolge dessen einer der Kirchenältesten, Schmiedemeister Schulz, mit noch! einem Gemeindemitgliede bei Tisselhof und verlangte Einblick in die Kasse. Diesen Herren erklärte der Pastor sofort, er habe Unterschlagungen begangen und stehe im Begriff, sich selbst der Staatsanwaltschaft zu stellen. Darauf erfolgte die Verhaftung. Wie weiter aus Trebbin mitgeteilt wird, soll Tisselhof verschwenderisch, gelebt und bei allen öffentlichen Veranstaltungen eine große Rolle gespielt haben. Es sei ihm auch nicht darauf angekommen, bei Ausflügen und sonstigen Festlichkeiten die Zeche für die ganze Gesellschaft bis zu mehreren hundert Mark zu bezahlen. Tisfelhof soll namentlich bei den Damen sehr beliebt gewesen sein. Seiner Frau sagt man nach, daß sie sehr einfach und bescheiden gelebt habe. Der Vater des Verhafteten war langjähriger Prediger an einer Berliner Kirche und ist jetzt Verwalter einer Tiakoniffen-Anstalt am Rhein. Das ganze Kirchspiel, welches neben der Stadt Trebbin noch sieben Dörfer umfaßt, befindet fich in großer Aufregung.
* Die Verhaftung des Grafen Heinriche E d m u n d P o t o ck i. In Wien ist Graf Potocki auf Grund einer Anzeige mehrerer österreichischen Kaufleute verhaftet worden, die angaben, von dem Verhafteten betrogen worden zu sein. Graf Potocki wird auch von den Hamburger Behörden schon seit September 1900 wegen Wechselsälschung verfolgt. Als er noch österreichischer Kadett war, erbte er von seiner Mutter das große Vermögen von zwei Millionen Gulden, brachte aber das viele Geld schnell durch.
Gerichtssaal.
M. Gießen, 15. April. Strafkammer. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertritt Staatsanwalt Reuß. — Der Ticnstknecht Karl Betz von Rodheim hat in einer Wirtschaft ein vernageltes Zigarrenkästchen, in dem Gelder für die Buren gesammelt wurden, erbrochen und einen Teil der gesammelten Gelder an sich genommen. Unter Zubilligung mildernder Umstände erhält der wegen Eigentumsdelikte noch nicht vorbestrafte Angeklagte eine viermonatliche Gefängnisstrafe. — Tic von dem Taglöhner Michael S e l d n e r aus Gießen gegen ein ihn -roegen Betrugs verurteilendes Erkenntnis; des Schöffengerichts in Dießen wird bei Ausbleiben des Angeklagten kostenfällig verworfen. — Die Steinhauer Johann A m e n d und Daniel Korbächer von Odenhausen verfolgen Berufung gegen ein Urteil des Schöffen- aerichts Grünberg, durch welches sie wegen Körperverletzung zu je 2% Monaten Gefängnis verurteilt worden sind. Tie' Berufung wird verworfen, da leslsteht, daß die Angeklagten ohne Veranlassung mit dem Forstwart von Odenhausen, an dein sie sich wegen einer- früher von demselben gegen sie erstatteten Anzeige wegen Fischereifrevels rächen wollten. Streit angefangen und in dessen Verlauf den Forstwart gemeinschaftlich mißhandelt haben. Tas schöffengerichtliche Erkenntnis wurde nur insofern abgeändert, als statt des gesetzlich unzulässigen Strafmaßes von V2 Monat Gefängnis 2 Wochen Gefängnis angefetzt wurden. — Der Taglöhner Heinrich Peter von Lauterbach ist der mittelst eines Messers begangenen Körperverletzung angeklagt. In der heutigen Verhandlung wurde sest- gestellt, daß der Angeklagte von einem Anderen — dem angeblich von ihm Gestochenen — dreimal zu Boden geworfen worden ist und daß er — wenn er überhaupt gestochen hat — in gerechter Notwehr gehandelt hat. Dem Verletzten, der als einziger Belastungszeuge auftrat und sich mit der eidlichen Aussage eines Unbeteiligten in direkten Widerspruch setzte, schenkte das Gericht keinen Glauben. Es erfolgte Freisprechung von Strafe und Kosten. — Der Samenhändler Georg S ch a r m a n n aus Bobenhausen hat seinen; kleinen Jungen mit einem Stock und seiner Frau durch einen Tritt mitten; beschuhten Fuß blutende Verletzungen beigcbracht. Die vom Schöffengericht verhängte achttägige Gefängnisstrafe wird angesichts der Brutalität der Handlungsweise aus 4 Wochen Gefängnis erhöht. — Der Handelsmann Salomon S t r a u ß auS Alsfeld ist angcklagt, durch betrügerische Manipulationen bei einem Pferdehandel einen Ameren um einige hundert Mark geschädigt zu haben. Tie Beweisaufnahme ergab, datz der Angeklagte sich grobe Unredlichkeit zu schulden kommen ließ, daß jedoch eine Ver
urteilung wegen Betrugs mangels Beweises nicht erfolgen konnte. Der Angeklagte wurde daher freigesprochen.
Dresden, 15. April. Wegen versuchten Mordes, Unterschlagung und Diebstahls, letzterer begangen unter Verletzung des Dienstverhältnisses hatte sich vor dem Kriegsgericht der dritten Division der 1881 geborene früher Kutscher, jetzige Husar des 2. Königin-Husaren-Regiments Nr. 19, Rieger zu verantworten. Ter Angeklagte war Bursche bei dem Oberarzt Tr. Schäfer in Grimma, dessen Wohnung sich im Grundstück des Hausbesitzers Wcichelt befindet. Wiederholt hat Rieger mit Erlaubnis seines Herrn für Weichelt Wege bczw. Einkäufe besorgt, bei welcher Gelegenheit er ein paar Groschen unterschlug. In Abwesenheit des Dr. Schäfer entwendete er seinem Herrn aus dessen Portemannaie ein Zivanzigmarkstück. Rät diesem Geld hat er seine Eigentums^ Hosen bezahlen wollen. Als Dr. Schäfer von einer Reise zurückkehrte, sagte er es dem Angeklagten auf den Kopf zu, _ daß er der Spitzbube sei. Während der Abwesenheit seines Herrn faßte Rieger deii Entschluß, seinen Herrn zu ermorden, um ihn davon abzilhalten, von dem Diebstahl und anderen Unredlichkeiten Anzeige zil erstatten. Aus einem sogenannten Arzneischränkchen entnahm R. eine Flasche mit S u b l r m a t lö s un g, goß das Gift in ein kleines Fläschchen und stellte die größere Flasche wieder in den Schrank. Als am 21. November v. Js. sein Herr ihm befahl, zum Abendbrot Thee zu servieren, goß R. aus der kleinen Flasche die Hälfte Sublimatlösung in den Theekeffel, wobei er die Absicht verfolgte, seiiicn Herrn, sowie Fräulem Kühnel, welche zum Besuch bei Tr. Schäfer war, zu vergiften. Beide merkten beim Trinken des Thees etwas Verdächtiges und ließen von dem iveiteren Ge- liusse des Thees ab. Ohne etwas zu sagen, legten sich Dr. Schäfer sowie Fräulein Kühnel zu Bett. Am Abend des 24. November v. Js. hatte Dr. Schäfer dem Angeklagten den Befehl erteilt, ihn um 9 Uhr zu wecken, ivas R. auch that. Als Dr. Schäfer nach wiederholtem Klopfen an die Schlaftammerthür nicht öffnete, ging R. Ku der Frau Weigelt und äußerte, die scheinen oben tot zu sein. Später sind Dr. Schäfer und Fräulein Kühnel aufgestanden, wobei R. die Wahrnehmung machte, daß nichts passiert sein könnte, da Beide noch munter und gesund waren. Nunmehr faßte er wiederum den Plan, seinen Herrn und Fräulein Kühnel zu vergiften, indem er die übrige Hälfte der Sublimatlösung in eme halbe Flasche Rotwein goß, welche Dr. Schäfer und Fräulein Kühnel mittags trinken sollten. Rieger selbst hat, um sich das Leben zu nehmen, aus der Weinflasche getrunken und ist bald darauf unwohl geworden. Während Dr. Schäfer nicht aus der Weinflasche getrunken hat, hat Fräulein Kühnel von dem Wein genossen und ist darauf sehr krau k geworden. Nur durch sofortiges Anwenden von Gegenmitteln ist es gelungen, Fräulein Kühnel am Leben zu erhalten. — Nach dem Ergebnis der Beweisailfnahme wurde Rieger wegen Giftniordversuchs zu 7 Jahren 6 Monaten 2 Wochen Zuchthaus, 2 Jahren Ehrverlust und Entfernung aus dem Heere verurteilt.
Handel und Uerlrehr. Volkswirtschaft.
Frankfurt a. M., 15. April. Die in der heutige-,! Sitzung des Aufsichtsrates der Consolidirten Alkaliwerke Westeregeln vorgelegte Jahresrechnung pro 1901 schließt nach Vornahme der Abschreibungen von rund 1 393 000 Mk. mit einem Reingewinne von rund 2141 000 Mk. Nach der Dotirung der gesetzlichen Reserve mit 100 000 Mk. Zahlimg der statutarischen Tantldme und Dotirung des Pensions- und Ilnterstützungsfonds mit 70 000 Mk. soll der Generalversammlung vorgeschlagen werden, auf jede Stamni- aktie eine Dividende von 17% und auf jeden Genußschein 32.45 Mk. zur Verteilllng zu bringen. Die Generalversammlung wurde aus den 23. Mai festgesetzt.
Kassel, 15. April. Wie die Konkursoerwaltung der Treber-^ gesellschaft bekamit giebt, wird an die Gläubiger der Aussichtsratsmitglieder Hermann und Arnold Sump f 1 Prozent Kon- kursdioidende zur Auszahlung gelangen. Die Auszahlung von 1 Proz. Treberdividende ist vor Mai 1903 nicht zu erwarten.
Bom Eiseumarkt. Berliner Berichten zufolge herrscht bei den Berliner Eisengroßhändlern keine große Zuversicht auf das Z u- tandekommen des deutschen Walzwerkverbandes. Inder Versammlung vom 10. d. M. wurde die Bildung des Verbandes osficiell nicht besprochen Ein Antrag auf offizielle Festsetzung des Preises auf 115 Mk. wurde abgelehnt, lieber’ die Lage des Eisenhandels erfährt ein Correspondent der „F. Z.", daß der Absatz wenig besser ist; die Fabriken seien nicht gut beschäftigt. Das Sau» aeschaft sei besser in Folge des billigen Geldstandes, wodurch einiger Ausgleich geschaffen wird. Der Export ist vorläufig noch gut, die Preise vielfach verlustbringend.
Die deutsche Maschineuindustrie. Aus dem Geschäftsbericht der deutschen Maschinenbauanstalten entnehmen wir, daß sich die chlechte Eonjunktur des vergangenen Jahres auch in der Maschinenbranche bemerkbar gemacht hat. Die Beschäftigung ist stark zurückgegangen und um den Betrieb einigermaßen aufrecht zu erhalten, mußte teilwessc mit Verlust gearbeitet werden. Auch der Exportverkehr hat unter den Verhältnissen gelitten, wenn auch nicht stark. Die Maschinenausfuhr betrug rund 220 000 To. gegen rund 240 000 To. im Vorjahre. Allerdings hat auch die Äiaschinen- einfuhr einen Rückgang erfahren und zwar von rund 3000 To., so daß die Bilanz des Außenhandels in Maschinen sich gegen das Vorjahr um 10000 To. zu Gunsten unserer Ausfuhr verbessert hat. Der Hauptabnehmer der deutschen Maschinen war nach wie vor Rußland. Im klebrigen ist mehr unb mehr zu bemerken, daß die Güte der deutschen Maschinenfabrtkate im Ausland immer mehr Anerkennung findet; es geht dies besonders aus der Lieferung von Maschinen für Elektrizitätswerke und aus der großen Nachfrage nach deutschen Lokomotiven hervor.
Oesterreichische Südbahn. Die Actien dieser Bahn sind neuerdings zurückgegangen, da verlautet, es würde gegen die Bestellung eines Kurators für die Prioritäten Protest erhoben werden. Begründet soll dieser Protest damit werden, daß die geplante Hinanschiebung der Amortisationsfristen eine Benachteiligung der Prioritätenbesitzer tm Gefolge haben würde.
Stuttgart, 15. April. Die Fusion der beiden größten würt- tembergischen Maschinenfabriken Eßlingen und Kuhn in Berg bei Stuttgart ist jetzt perfect geworden. Tie Firma Kuhn soll in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt werden.
Iandwirtschast.
0 Jungviehweiden. Der Weidebctrieb auf den vom landwirtschaftlichen Provinzialverein eingerichteten Jungviehweiden Wernings (Kreis Büdingen), Tiergarten bei Hungen, Zell (Kreis Alsfeld) unb Lauterbach, sowie auf ber Fohlenweide Merlau (Krs. Alsselb) wird am 2. Juni eröffnet. Zugelassen werden junge Rinder, Simmenthaler und Vogelsberger Rasse, int Alter von IV, bis 2 Jahren und Bullen von V, bis 1 Jahr, welche von in das „Herdbuch" eingetragenen Eltern abstammen. Das Weidcgeld beträgt für Rinder pro Stück und Weidezeit (vom 2. Ium bis anfangs Oktober) 55 Mark, wozu der Provinzialverein einen Zuschuß von 20 Mark leistet. Außerdem nimmt der Verein sämtliche Rinder in Selbstversicherung. Das Weidegeld für Fohlen beträgt pro Stück und Periode ebenfalls 55 Mark.
Eistnlrnhn Zeitung.
Butzbach, 15. April. Gestern wurde hier die Butzbach — Lichcr Eisenbahn-Aktiengesellschaft gegründet und die erste Rate des Aktienkapitals mit 25%, also 137 500 Mk. von den Actio- nären angezahlt. Zu Ausschußmitgliedern wurden nach der „Butzb. Ztg." gewählt; Bürgermeister Küchel-Butzbach, Bürgermeister Reuhl-Gambach, Oekonomieral Hoffmmm-Höfgüll, Dr. jur. Jaffä- Berlin, Verkchrsdirector Awe-Berlin. In den Vorstand luuiben gewählt: Landtagsabgeordner Joutz-Butzbach, Regierungsbaumeisler Reh-Berlin. Tie Ausführung der Bahn liegt der Bahnbaugesell- schast Lenz u. Eomp. in Berlin ob. In etwa % Jahren dürste die Bahn fertiggestellt sein.
Spurt.
FrühjahrSgautag des Gauverbands IX dcS Deutsche« Rad,ahrerbnndes. Zu den Verhandlungen, welche tm großen Saale der „Alemannia" zu Frankfurt a. M. am Sonntag
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14. Woche. Vom 30. März bis 5. April 1902. Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (inkl. 1600 Mann Militär). 'Sterblichkeitsziffer: 22,08, nach Abzug von 5 Ortsfremden 12,05%«.
Kinder
Summa: 11 (5s 7" (4) ' 2 2 (1)
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todessälle in der betreffenden Krankheit auf von cnlswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Morgen begannen, waren 68 stimmberechtigte Delegierte, sowie eine große Anzahl weiterer Vereinsvertreter erschienen. Dem Bericht oes 1. Vorsitzenden entnehmen wir, daß das sportliche Leben im Gau auch wahrend des Winters ein sehr reges gewesen ist und in jeder Beziehung erfreuliche Resultate gezeitigt habe. Besonders erwähnenswert seien die bei den Winterfesten der Gauvereine in Frankfurt a. M., Wiesbaden, Offenbach, Hanau, Darmstadt, Aschaffenburg, Mainz, Gießen und Höchst gebotenen sportlichen Veranstaltungen. Zwei Vereine seien dem Gauverbaitd weiter bet- getreten. Ter letztere habe durch Herausgabe etites wertvollen Handbuches — welches an alle Gaumitglieder kostenlos verabfolgt wttrde — einem lang empfundenen Bedürfnis Rechnung getragen. Aus dem Kassenbericht des Gauzahlmeisters gingen die besten und geordnetsten Fittaiizverhältttisse hervor; der Tourenbttchfonds beträgt ca. 3000 Mark.
„Bill i g e" Fahrräder. Unter diesem Titel richtet der „Cyclist" die folgenden Mahnworte an seine Leser: Mir haben zu wiederholten Malen vor dem Ankauf billiger Räder gewarnt, die von Händlern angepriesen werden, welche keinen Ruf, es sei denn, einen nicht beneidenswerten, besitzen. Wir komtnen von Zeit zu Zeit wieder auf diese Mahnung zurück, um Radnovizen, die sich leicht durch die Ankündigung eines „unerreichten" Fahrrades ködern lassen könnten, vor einer bösen Enttän-schung zu schützen. Heute, wo die hervorragendsten Firmen Räder zu annehmbaren Preisen liefern und in den meisten Fällen in eine ratenweise Abzahlung einwilligen, wäre es geradezu widersinnig, sich beim Ankäufe eines Rades an Leute zu wenden, welche die einzelnen Bestandteile aus allen Windrichtungen zusammenbringen, daraus ein „neues" Rad herstellen, um es unter einem pompösen Namen ihren ahnungslosen Opferit zu verkaufen. Eine Maschine mit schleuderhaft verlötheten Rahmenrohren, mit einem Zubehör, das irgendwo von einer zu Grunde gegangenen Fabrik zu einem Spottpreise zusammengekauft wurde, und mit Pneumatiks einer unbekannten Marke ist weit 'entfernt, den Namen Fahrrad zu verdienen. Vor Allem ist es kein billiges, sondern ein immens teures Rad, wie der bedauernswerte Anfänger aus den fortwährenden Reparaturkosten nur zu bald erfahren wird. Wir möchten darauf schwören, daß ein also Geprellter sich kein zweites Exemplar dieser „unerreichten" Marke an- schaffcn wird. Nichts ist so teuer als eine wohlfeile Schundware; dies wird gewiß jeder ehrlich denkende Mensch unterschreiben.
Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Donnerstag den 17. April*): „Figaros Hochzeit." Freitag den 18. April: „Das süße Mädel". Samstag den 19. April: „Norma". Sonntag den 20. April: „Fra Diavolo."
Schauspielhaus.
Donnerstag den 17. April: „Alt-Frankfurt". Freitag den 18. April: „Uriel Acofta." Samstag den 19. April: „Viel Lärm um ttichts." Sonntag den SO. April, nachmittags 3 Uhr: „All- Heidelberg". Abends 7 Uhr: „Der Fall Cletnenceau." Montag den 21. April: „Alt-Frankfurt."
*) Anfang, wenn tticht anders bemeckt, abends um 7 Uhr.
April
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