Ausgabe 
15.10.1902 Drittes Blatt
 
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Nr. 242

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien- hiätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotattonßbrud u. Ver* lag der Brühl'schen Ünwers^Buch- u.Stein» vruckerei (Pietsch drbert) Redaktion, Expedition und Druckerei:

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Zweites Blatt.

152. Jahrgang

Mittwoch 15. Oktober

Gichener Anzeiger

General-Anzeiger "

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

ve-agsprei», Monamch7b Ps^ üiertefa jährlich Mk. 2J2O; durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatltch 6o Pf.; durch die Post Mk.2. viertel jährl. auöschl. Bestellg. Anaabme von Anzeige« für die TageSnumme, biS vormittag- 10 Uhr, ZellenpreiS: lokal IS^L

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verantwortltchr für den polit tu allgem. Lett: P. Wtttko:, Stadt und ßanb* und ^Gerichtssaal^l 6 nrt Plato; für den lli> zeigenteil: HanS Beck.

3>ie yeutrge Mmmer umfaßt 12 Seiten.

Politische Tagesschau.

Nationalliberaler Delegiertentag in Eisenach.

Prof. Hieb er hielt über die Stellung der Partei zur Sozialpolitik eine Rede; die Partei wolle eine ehr­liche Mitarbeit an der Förderung der sozialen Fragen; auch die Arbeiter müssen das Gefühl haben, daß des Reiches Ehre ihre Ehre, daß des Reiches Interesse ihr Interesse ist, daß sie darum freudig Mitarbeiten müssen an der Wohlfahrt und Macht des Reiches. Tie soziale Arbeit sei größtenteils Kleinarbeit mühseliger Art und manchmal undankbar. Aber gerade das Bürgertum hat diese Aufgabe zu übernehmen, als Arbeit des deutschen Pflichtgefühls, des männlichen Mutes, des praftischen Christentums. (Stürmischer Beifall und lang anhaltendes Händeklatschen.) Ter Abg. Prof. Friedberg dankte na­mens der Versammlung dem Vorsitzenden und dem Orts­ausschuß für die gastliche Ausnahme. Tas Schlußwort hielt der Präsident des Tages, der Abg. Wagner-Kempten; er dankte den Referenten, der Stadt Eisenach und dem Eise­nacher Reichsverein. Ter Delegiertentag habe bewiesen, wie wertvoll es sei, wenn man von Zeit zu Zeit zusammen tage, wenn 4kord und Süd sich nähern, wenn der eine Teil des Reiches die Bedürfnisse und Wünsche des andern Teiles kennen lernt. Tas Ergebnis sei eine neue Festigung der Partei; eine Uebcreinstimmung sei zu tage getreten, die bewundernswert war. Auch in der Zollfragc sei man einig über die Kardinalpunkte, erstens daß für einen besseren Schutz der Landwirtschaft gesorgt wer­den muß, zweitens daß Zolltarif und l a n g f r i st i g e H a n- delsVerträge notwendig sind, drittens daß die Regierungsvorlage im wesentlichen die richtige Grundlage für diese Politik abgicbt. Wenn auch in anderen Punkten einige Meinungsverschiedenhei­ten AuÄrruck gefunoen haben, so wolle man die ver­schiedenen Bedürfnisse und die Macht der Verhältnisse be­rücksichtigen. Es sei also keine Veranlassung zu sagen, man sei auch hier nicht im wesentlichen einig gewesen. Das Ziel sei die Festigung der Macht und der Wehrkraft, der friedliche und freiheitliche Ausbau des Reiches, Wohl­stand int Volke und Wunsch, daß jeher, auch der Kleinste sich frei und wohl im Vaterlande fühle. Dann wurde mit Hochrufen auf die Partei der Parteitaggeschlossen; abends folgte ein Kommers im Waldhaus, loo Einstimmig­keit darüber herrschte, daß die Tagung die erfreulichste seit einer langen Reihe von Jahren gewesen ist.

Der österreichische Ministerpräsident v. Körber ünterbreitetc am Dienstag einer Konferenz die Grund­sätze bezüglich der gesetzlichen Regelung der sprach­lichen Verhältnisse bei den landesfürstlichen Behör­den Böhmens. Für beide Länder gelten folgende gleichen Grundsätze: Tie deutsche Sprache ist in dem bisherigen Umfange zu gebrauchen 1. im gesamten Verkehr mit den Militärbehörden und der Gendarmerie für deren dienst­liche Anforderungen; 2. im Verkehr mit den Behörden außerhalb Böhmens und Mährens; 3. die deutsche Sprache ist ferner zu gebrauchen von allen landesfürstlichen Be­hörden sowohl im inneren Dienstverkehr wie auch in amt­lichen Konferenzen urcd in allen Angelegenheiten der be­waffneten Macht, weiter bei Vorlegung von Berichten, Gut­achten und Geschästsausweisen an den Zentralstellen, bei Informationen, Berichten usw. in staatspolizeilichen An­gelegenheiten und solchen der Sicherheitswache, und end­lich bei den Qualifikationstabellen der Staatsbediensteten, außerdem bei allen landesfürstlichen Kassen und Aemtern, bei Führung der Kassenjournale usw., welche von den Zentralorganen benutzt werden, wie in allen Betriebs- und Verkehrsangelegenheiteu im inneren Dienst, dem Geschäfts­betrieb des Post- und Telegraphendienstes und der der Zentralleitung unmittelbar unterstehenden staatlichen An­stalten sowie für den gegenseitigen Verkehr der betr. Or­gane und Aemter. Abgesehen hiervon sind grundsätzlich bei den landesfürstlichen Behörden zu unterscheiden: ein» sprachiges böhmisches, einfprachiges deut­sches und zweisprachiges Sprachgebiet. Als einsprachig gelten jene Gerichtsbezirke, in denen bei der Volkszählung von 1900 und bei jeder zweiteir jeweiligen Volkszählung weniger als 20 Prozent der ansässigen Be­völkerung eine andere Landessprache als Umgangssprache angegeben haben. Alle anderen Gerichtsbezirke find zwei­sprachig. Darnach richtet sich auch die Einsprachigkeit oder Zweisprachigkeit der landesfürstlichen Behörden. Mehrere Gerichtssprengel umfassende Behörden sind zweisprachig, wenn ttn oder mehrere dieser Sprengel anderssprachig sind als die übrigen.

In der Konferenz mit den Vertretern der Deutschen in Böhmen hob Ministerpräsident v. Korber hervor, daß die Grundzüge der Sprachenverordnung nach den Erfahrungen der Behörden zusammengeftellt seien, sie seien aber nrcht unabänderlich. Der Ministerpräsident betonte die Notwen­digkeit einer Verständigung und ersuchte, sich über die Grundsätze zu äußern.

In tschechischen Kreisen bezeichnet man natürlich diese Lorschläge Körbers als zur Erörterung völlig ungeeignet und nennt es Frevel, daß die Regierung mit solchen Vor­schlägen hervortrete. Tie deutschen Abgeordneten find der Änjiaft, die Vorschläge Körbers müßten einer grundlegenden Aenderung unterzogen werden, falls sie zur Grundlage tcher Beratung tauglich sein sollten.

Deutsches Reich.

Berkin, 14. Okt. Tas ,,B. T." verkündet durch ein Spezial-Kabeltelegramm", daß der Kaiser einem Herrn Boas in Newyvrk sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift geschenkt habe. BoaS ist Agent der Ham­burg-Amerika-Linie.

In gut uttterrichteten englischen Kreisen gilt es als feststehend, daß Kaiser Wilhelm nach seiner Ankunft in England am 8. November, also dem Tage vor dem Geburtsfeste König Eduards, unmittelbar nach Sandring- ham, dem Landgute des englischen Monarchen, sich be­geben wird, um dann die ersten englischen königlichen Dra­goner in Shorncliffe zu inspizieren. Tas Regiment ist erst in diesen Tagen von Südafrika zurückgekehrt. Es mag hierbei erwähnt werden, daß der Kaiser seinem englischen Regiment die größte persönliche Aufmerksamkeit zu teil werden läßt. Während des südafrikanischen Krieges sandte er von Deutschland aus an das Regiment wiederholt Glück- wunschadressen und er verfehlt niemals, ihm alljährlich am Jahrestage der Schlacht von Waterloo (Bellealliance) ein Angebinde in Form eine§ Kranzes zustellen zu lassen.

Ter deutsche Botschafter in London, Graf Wolff- Metternich ist in Kabinen eingetroffen.

Tie Berliner Handelskammer-Wahlen der 3. Abteilung sind vom Bezirks-Ausschuß als Berufungs- Instanz für ungiltig erklärt worden.

Abg. Tr. Pach nicke (freis. Vcrgg.) legte sein Amt als Schriftführer des Reichstags nieder, da ihm gerade für den bevorstehenden Tagungsabschnitt eine besonders starke Ueberbürdung mit Geschäften in Aussicht steht.

Tie Interpellation der sozialdemokra­tischen Reichstags-Fraktion wegen der Fleischnot hat folgenden Wortlaut:Welche Maßregeln gedenkt der Reichs­kanzler zu ergreifen, um der Steigerung der Fleischpreise, die seit geraumer Zeit eingetreten ist und in steigendem Maße eine Kalamität für immer weitere Schichten der Be­völkerung wird, entgegenzutreten." Wie bestimmt ver­lautet, wird der Reichskanzler die Interpellation am Donnerstag nicht beantworten, sodaß an diesem Tage also bereits die zw eite Beratung d es Zolltarifs beginnen wird.

Tie preußische Staatsregierung hat der ostpreußischen Südbahn-Gesellschast, der Marienburg- Mlawka-, der Altdamm-Colberger, der Stargard-Cüstriner, der Kiel-Eckernförde-Flensburger und der Breslau-War­schauer Eisenbahn-Gesellschaft für die Abtretung ihrer Unternehmungen an beit Staat Anerbietungen gemacht, deren Wortlaut vom ,Lieichsanz." veröffentlicht wird.

Der Verband rheinhessischer Weinhänd­ler, der vor kurzem an den Reichskanzler eine (Eingabe wegen Abänderung der Ausführungsbestimmungen zum Schaumwein st euergesetz gerichtet und um eine Revision der Verordnung gebeten hatte, hat vom Reichs­schatzamt folgende Antwort erhalten:

Auf die Eingabe vom 27. September d. I. erwidere ich ergeb enft, daß die zu den Schaumweinsteuer-Ausfüh­rungsbestimmungen geäußerten Wünsche bereits früher geprüft worden sind, und daß sich erhebliche Bedenken gegen ihre Berücksichtigung ergeben haben, die bisher nicht beseitigt sind. Ter Reichskanzler."

Tie deutsche Buren-Zentrale in München hat uns ihren Rechenschaftsbericht über ihre zwei­jährige Thätigkeit eingesandt. In dieser Zeit hat sie rund 212 000 Mk. bar Geld und 150 000 Mk. in Waren an die Buren abgeliefert.

Bei den Wahlen zum oldenburgischen Land­tag verloren die Agrarier sieben Mandate. Die Sozial­demokraten gewannen fünf, die Liberalen zwei.

Stuttgart, 14. Oft. Tie Nachweijung der Rech­nungsergebnisse des Staatshaushalts für das Etats­jahr 1900 ist über Erwarten günstig. Ten Vor­anschlag haben die Einnahmen um 3 132 386 Mk., die Aus­gaben um 1009 125 Mk. überstiegen. Tas Gesamtergebnis berechnet sich somit gegenüber dem Etat günstiger um 2123161 Mk. Ta der Etat mit einem Fehlbetrag von 162 837 Mk. abgeschlossen hatte, so beträgt der Ueberschuß nunmehr 1960324 Mk. Er geht in die Restverwahüing für 1901 über.

Heer und Flotte.

Berlin, 14. Oft. Tie angeordneten Truppenver­legungen haben ftatjtgefunben. Ter Stab sowie die 1., 2. und 5. Eskadron desHusaren-Regiments Nr. 13 wurde von Frankfurt a. M. nach Mainz verlegt, wo das ganze Regiment nunmehr vereinigt ist. Nach Frankfurt kommen der Stab und die 1. Abteilung des 2. Nassaui- ch en Feldar tille-r ie-Regiments Nr. 63 von Mainz. Ferner haben die 3. und 4. Eskadron des Littaui- schen Ulanen-Regiments Nr. 12 ihre Standorte Insterburg und Goldap miteinander vertauscht und die 8. Kompagnie des Hohenzollernschen Fußartillerie-Regiments Nr. 13 ist von Neubreisach nach Altbreisach verlegt worden. Gegen­wärtig findet ein Jnformationskursus für Gene­rale bei der Jnfanterie-Schießschule in Spandau-Ruhleben tatt, zu welcher neun Generale der Kavallerie oder Feld­artillerie kommandiert sind. Hierzu haben das 11., 14., 15., 16., 17. und 18. Armeekorps je einen General gestellt; außerdem nehmen noch ein Kavallerie-Inspekteur sowie ein sächsischer und ein württembergischer General an diesem Kursus teil, der am 21. d. M. schließt.

Der Ko mm and eur der 25. T-ivision hat folgendes Dankschreiben erlassen: Dem Großh. Ministerium be­ehrt sich die Division sehr ergebenst mttzuteilen, daß die Mfnahme, welche die unterstellten Stäbe und Truppen

wahrend der Manöver seitens der Bevölkerung der Provinz Oberhessen gefunden haben, eine ausaezeichnere war. Ter Patriotismus der Bevölkerung zeigte sich in den häu­figsten freiwilligen Angeboten, Einquartierung zu nehmen, im günstigsten Lichte. ES sind zahlreiche Fälle bnkrrnH geworden, in welchen die Quartiergeber in Verabreichung der Beköstigung weit über das Pflichtmäßige hinauSgingen. Besonderes Entgegenkommen zeigte auch die Einwohner­schaft der durch bie Einquartierung stark in Anspruch ge­nommenen Städte Friedberg und Bad-Nauheim. Dem Gr. Ministerium wäre die Division für Uebermitthing deSDanküS an die patriotische Bevölkerung OberhessenS sowie auch an die um die gute Aufnahme der unterstellten Truppen ver­dienten Behörden zu besonderem Tanke verpflichtet.

Ausland.

London, 14. Okt- Ein hiesiges Blatt meldet auS Rom, die von Deutschland vorgeschlagene Kon- ferenz über drahtlose Telegraravhie würde nicht zu stände kommen, da England, Frankreich, Italien und Rußland noch nicht auf den Vorschlag geant­wortet hätten. (Nach zuverlässigen Informationen liegt keinerlei Grund vor, welche eine so pessimistische Auffas­sung rechtfertigen.)

DenTimes" wird unter dem 13. Oktober aus Shanghai gemeldet: Es verlautet, daß die Abreise der fremden Garnisonen aufgeschoben und so­lange ungewiß ist, bis die beiden Posten der Vizekönige von Nanking und Witschang in sicheren Händen zu sein scheinen. Es ist noch ungewiß, ob bte vorläufige Versetzung deS bisherigen Vizekönigs von Wutschang, Tschang-tschi-tung, nach Nanking bestätigt wird. Aus glaubwürdiger Quelle stammenden Nachrichten zufolge, wird als dessen Nachfolger her frühere chinesische Gesandte in Berlin, Lu, genannt.

Haag, 14. Okt. Nachdem in Anwesenheit Krügers am Sonntag in der Kirche eine Art Abschiedsfeier abgehalten war, reiste der Präsident heute in einem Salon­wagen von Utrecht nach Men tone. Mit Krüger reiften Dr. Hymans, Pfarrer van Broethuizen, Adjutant Bredel! und Krügers Tochter, Frau Cloff.

Paris, 14. Okt. Aus dem vom Finanzminister der Kammer vorgelegten Budget für 1903 ist hervorzuheben: Die Ausfuhrprämien für Zucker werden ab ge­schafft, entsprechend den Beschlüssen der Brüsseler Kvn- serenz; gleichzeitig wird die Zus atz st euer auf Zucker von 65 auf 25 Francs herabgesetzt. Der Minderertrag wird durch den Ausfall der Prämien nicht vollständig gedeckt, es bleibt eine Lücke von 40 Millionen auszufüllen. Da­von sollen 19 Millionen durch Erhöhung derTabak- preise gedeckt werden. Das Vorrecht der ländlichen Brenner auf steuerfreien Haustrank soll auf 20 Liter im Jahre beschränkt werden, was einen Mehrertrag der Ge­tränkesteuer von 50 Millionen ergiebt.

Der Staatsvoranschlag stellt fest: Zur Er­zielung des Gleichgewichts sind 207 Millionen neue Mittel nötig Unter diesen neuen Mitteln befinden sich die Einnahmen aus der Konversion der 3i/a prozentigÖr Rente, die Regelung des Privilegiums der Hausorenner, Revision der Rechte der toten Hand auf bebaute Grund­stücke, die Ausgabe von Schatzscheinen mit sechsmonatlicher Laufzeit usw. Bei Einrechnung der neuen Mittel weist das Budget einen Ueberschuß von 500 000 Frcs. aus.

Die Burengenerale Botha und De Wet statteten heute dem Louvre einen Besuch ab, während D e l a r e y wegen Unpäßlichkeit im Hotel zurückblieb. Alsdann fuhren beide, von einer zahlreichen Menge ehrerbietig begrüßt, nach dem Rathause, wo sie von dem Vizepräsidenten des Stadtrates, Le Menuet, und mehreren Staotraten be­grüßt wurden. Nachdem die Generale dem stürmisch ge­äußerten Wunsche der vor dem Rathaus sich drängenden Menschenmassen, sie zu sehen, durch Erscheinen auf dem Balkon entsprochen, hieß Le Menuet die Generale in einer kurzen Ansprache willkommen. Wir begrüßen, sagte er, in Ihnen die bewunderungswürdigen Soldaten, bie bis zum Enbe für ihr Land gerümpft haben, bie großen Männer, bie an bem Wiederaufblühen ihres Landes arbeiten wollen und die sich an alle Franzosen wenden, mit einem Auf­ruf zum Besten der Opfer des furchtbaren Krieges. Botha dantte in seiner Erwiderung für die freundliche Aufnahme in Paris. Dann begaben sich die Generale unter erneuten Huldigungen der Menge in das Hotel zurück.

Hier geht das Gerücht, Ch am b er la in wolle die Burengenerale deshalb noch einmal em­pfangen, um mit ihnen über die Transvaalan­leihe zu konferieren.

TerFranyais" weist auf die Meldung eines hiesige- Blattes, wonach man sich in Kiel angeblich die Modelle aller fremden Unterseeboote, auch die der französi­schen, verschafft habe, und greift den Käbinettsdireftor des Marineministeriums sehr heftig an, weil derselbe den Schweizer Ingenieur Pictet beauftragt habe, den Plan ür ein neuartiges Unterseeboot auszuarbeiten.

Wien, 14. Okt. DasFremdenblatt" schreibt, an­knüpfend an Berliner Zeitungsmeldungen, nach welchen der gegenwärtige Botschafter am hiesigen Hofe, Fürst' zu Eulenburg, die Absicht hätte, mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand demnächst um Enthebung von seinem Posten nachzusuchen: Es sei die in verschiedenen Blättern chon oft gehörte Behauptung wieder aufgetaucht, Fürst jU Eulenburg übte während seiner Thätigkeit einen Ein- lufe auf die innerpolitischen Fragen Oefter- reichö aus. Eine solche Einmischung fand, so erklärt das Fremdenblatt", niemals und in teurem Falle statt. Fürst zu Eulenburg) fei sich der Grenzen seines Wirkungskreises, jiU sehr bewußt gewesen, um nicht jede Stellungnahme zu Fragen, die au rbülb desselben gelegen wavöü, zu