dem Winde gehörig, sich nördlich an die Kleinen Antillen anschließen. Doch haben, wie die Newyorker Blätter melden, die Erderschütterungen gestern nachmittag wieder auf gehört, bevor thatsächlicher Schaden angerichtet wurde.
Die Sammlungen für die unglücklichen Ueber- lebenden nehmen einen erfreulichen Fortgang. Die vom französischen Ministerium der Kolonien eröffneten Sammlungen haben bis gestern mittag drei Millionen Francs ergeben, einschließlich der Beitrage des Auslandes.
Die deutsche Kaiserin beauftragte das Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz, den Erlaß eines Aufrufs zu Sammlungen zum Zweck der Hilfs- thätigkeit für Martinique in Erwägung zu ziehen. — Von Mitgliedern aller Fraktionen derBerlinerStadtver- ordneten-Versammlung wurde beantragt, den Magistrat zu ersuchen, unverzüglich 40 000 Mark für die durch das Erdbeben auf den Antillen Geschädigten zur Verfügung zu stellen.
Der König von Dänemark sandte der Prinzessin Waldemar, die einen Ausruf zur Unterstützung der auf Martinique Geschädigten erlassen hat, 4000 Francs. — Der Papst spendete 20 000 Lire für die Opfer auf Marttnique.
4. Sitzung Großh. Handelskammer Gießen.
für die Preise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.
Protokoll-Auszug.
Gießen, 13. Mai.
Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, Balser, Jhrmg, Katz, Nowack, Namspeck, Rinn, Röhr, Schirmer, Wallach und Zurbuch, sowie der Sekretär Vogel. Entschuldigt fehlen die Herren: Kommerzienrat Heichelheim, Dürbeck, Grünewald, Hoos, Mcvll, Schmall und Steinecke.
1. Geschäftsbericht. Der Bahnverwaltung der Dieberthalbahn wurde hinsichtlich der Nichtbcrück- sichtigung wiederholt unterbreiteter Wünsche die Anschlüsse auf Station Abend st ern betr. der Antrag unterbreitet, daß fernerhin die F ah r p l a n e n t w ü r s c von den hierzu berufenen Behörden, der Großh. Bürgermeisterei, der Verwaltung der Bieberthalbahn und der Handelskammer, in gemeinsamer Sitzung beraten werden sollen. Die Großh. Bürgermeisterei ist ersucht worsden,' diesen Antrag ihrer,eits aufnehmen und unterstützen zu wollen. — Beim Be zirks-Eisenb ahnrat wurde seitens unseres Herrn Vertreters in Gemeinschaft mit Herrn Fertsch in Friedberg der Antrag aus Ein legung eines beschleunigten Personenzuges Frankfurt a. M. --Gie ßen gestellt, der 7 Uhr abends in Frankfurt abginge.
2. Eine gelegentlich der Beantwortung unseres Jahres- berichtssragebogen uns von einer Als selber Firma unterbreitete Beschwerde über mangelhafte Berückst chti gnng der Stadt Alsfeld bei ihren telephonischen Anschlüssen mit den Orten der Oberpostdirektionsbezirke Darmstadl, Frankfurt a. M. und Cassel, wurde an die Kaiserl. Oberpostdirektion Darmstadt weitergegeben. Es lief hierauf die Antwort ein, es sei. zwar nicht zu verkennen, daß der Sprechbereich von Alsfeld im Vergleich zu anderen in früheren Jahren zur Einrichtung gelangten Fernsprechnetzen wenig umfangreich sei, es seien indessen Schritte gethan, um neue Leitungsverbindungen zu schaffen; diese erstreckten sich inzwischen aus Frankfurt a. M., Offenbach, Weilburg, Limburg und Herborn. Darmstadt, Worms, Mainz, Lauterbach, Salzschlirf und Fulda würden bestimmt im Laufe dieses Sommers hinzukommen, auch könnten Wiesbaden, Coblenz und Köln in Aussicht gestellt werden. Die von den Interessenten in Alsfeld auszubringende Gewährleistungssumme für die Verbindungsleitung Gießen-Als- feld würde sich mit dem Tage der Betriebseröffnung der neuen Stadt-Fernsprechemrichtung in Grünberg von 1000 auf 600 Mark ermäßigen.
3. Auf eine Anfrage des Kaiferl. Patentamtes, ob das Wort „F e l f e n f e 11 e r" im allgemeinen und freien Gebrauch für Bier vor dem 2. November 1894 gewesen sei und daher als Freizeichen zu gelten habe, wurde nach Mitteilungen einer Reihe von Sachverständigen festgestellt, daß <ponderansprüche auf das betreffende Wort im oiesseitigen Bezirk nicht geltend gemacht werden und daß demgemäß das Wort als Freizeichen anzuerkennen fei.
4. Unsere in der letzten Sitzung gefaßte Resolution betr. das K a r t e l l w e s e n wurde dem Großh. Ministerium des Innern mit eingehender Begründung übermittelt mit der Bitte, das Großy. Ministerium wolle bei der Reichsregierung ein gesetzliches Vorgehen gegen die Auswüchse der Kartelle und Syndikate nach, der in der Resolution vertretenen Richtung hin anregen.
5. In einer weiteren Eingabe an das genannte Ministerium wurde Stellung genommen gegen das Vorgehen der Privat fcuerversicherungsgesell- I d) a f t e n und die uns mitgeteilten Fälle darin verwertet. Das Großh. Ministerium ist ersucht worden, einen Schutz gegen die erschwerenden Bestimmungen schassen zu wollen. Es ist von uns als angebracht bezeichnet worden, wenn die jetzt im Gange besiudttchen Erhebungen über das Kartellwesen sich auch aus das Shndikat dieser Gesellschaften erstrecken würden.
6. Der Handelskammer Cottbus wurden zu ihrem 50jährigen Jubiläum die Wünsche der Kammer übermittelt.
2. Eingabe der Handelskammer Metz an den deutsche n Handelstag, die Nichtberechnung des Wagenstandgeldes für Sonn- und Feiertage betr. ES wird beschlossen, dieselbe unter Benutzung uns vorliegenden Materials zu unterstützen.
3. De r Verein deutscher Holzhändler „Gru- benholzbörse" und die Vereinigung der Grube n h o l z h ä n d l e r des nordwestlichen Deutschlands haben an den Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten in Berlin das Ersuchen gerichtet, der Ziffer 6, Position Holz im Spezialtarif UI, die Fassung zu geben:
„Folgende zu Grubenzwecken des Bergbaues in Westdeutschland bestimmte Holzer: Rundhölzer bis zu 30Ctm. Zopfstärke (am dünnen Ende ohpe Rinde gemessen) und bis zu 5 M. Länge, ferner Schwellen, Stege, Schwartenbretter, Schwartenpfähle, sämtlich bis zu 6 M. Länge, sowie dünne Brettchen bis zu 1'5 M. Länge."
Auf Grund eines eingehenden Referats soll diese Eingabe im Interesse des Exports nach Belgien mit der Abänderung unterstützt werden :
,/Hölzer von der Art, wie sie in Gruben Verwendung j™ken, Stamm- und Stangenhölzer, 8 M. größte Länge, (Stm^'gi:ö°^er $ *$' größte Länge, 30
Desgleichen soll eine zweite Eingabe der genannt tot »ereimgungen unt erstützt werden, welche eine einst- werlrge Aussetzung der betreffenden neuen seit 1. April Mizen Lärist>öst»mmungen herlwisühre« soll, welche lauten:
„Folgende zu Grudenzwecken des Bergbaues bestimmte Hölzer: Rundhölzer bis zu 20 Ctm. Zopfstärke (am dünnen Ende ohne Rinde gemessen) und bis zu 7 M. Länge, fernerSchwellen,Stege,Schwartenbretter, Schwartenpfähle, sämtlich bis zu 6 M. Länge, sowie dünne Brettchen bis zu 1,5 M. Lä n ge."
4. Die im Reichsamt des Innern seit Oktober 1899 herausgegebenen Nachrichten für Handel und Industrie sollen weiter ausgedehnt werden und zwar soll künftig in stärkerem Maße inländisches Material heran- gezoaen werden. Die Kammer kann diese Neuerung nur befürworten, und wird in diesem Sinne Großh. Ministerium berichten.
5. Von einem Beitritt zu der neu gegründeten deutschen Handelskammer für Rumänien in Bukarest wird
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Die bereits
in zahlreichen praktischen Fällen erprobten
bezw. 65 Mk. Rabatt, „ 4000000 Mk. 150 Mk.,
bezw. 100 Mk. Rabatt, über 4000000 Alk. 200 Mk.,
bezw. 134 Mk. Rabatt.
abgesehen.
6. Verschiedene der Kammer bei der Beantwortung ihrer Jahresberichtsfragebogen unterbreitete Wünsche sollen an die zuständigen Behörden weitergegeben werden.
8. Mobiliarfeuerversicherung: Die Kammer tritt dem Deutschen Feuerversicherungs- jchutzverband bei, dessen Geschäftsführer, Herr Dr. Prange, am 10. Mai in Gießen einen Vortrag hielt (vgl. 9ir. 109 des „Gieß. Anz." vom 12. ds.). Wir möchten nicht verfehlen, an dieser Stelle unsere Wähler auf den Verband aufmerksam zu machen und ihnen den Beitritt zu empfehlen. Die Mitglieder und Wähler der Kammer mit einer Versicherungssumme von über 50000 Mk. genießen einen Rabatt von 33Vs Prozent auf die satzungsgemäßen Verbandsbeiträge. Der Beitrag beträgt:
für Klasse I. Versicherungssumme bis 50000 Mk. 6 All.,
100000 „ 10 „ bezw. 7.50 Mk. Rabatt, 300000 Mk. 20 Mk.,
bezw. 14 Mk. Rabatt,
500000 Mk. 30 Mk.,
bezw. 20 Mk. Rabatt,
1000000 Mk. 50 Mk.,
bezw. 34 Mk. Rabatt,
2000000 Mk. 75 Mk.,
bezw. 50 Mk. Rabatt, 3000000 Mk. 100 Mk.,
Einrichtungen sind vor allem: Revision der Policen, L-okal- inspektionen, Zuweisung routinierter Brandschadenexperten. Das Sekretariat ist zu weiteren Auskünften bereit .
9. Eingänge. 1. Ein Dankschreiben der Großh. Bürgermeisterei Alzey für unsere Bemühungen um Ber- behalttrng der Zugverbindung 431 und 438 Kaiserslautern- Mainz. 2. Mitteilungen des Deutschen Handelstags: Internationale direkte Frachtbriefe, Umkartierungstarife. Verbände von Unternehmern — Anstellung von Handelschemikern — Kongreß für gewerblichen Rechtsschutz — Sicherung der Bausorderungen — Gerichtsferien; Forderungsklaaen aus Warenlieferungen als Feriensachen. 3. Eingabe des Sächsischen Provinzialvereins für Getreide und Produktenhandel Halle an den Minister für Handel und Gewerbe betr. das Gebahr en der Kornhausgenossen- schaft Halle. 4. Eingabe des Vereins zur Wahrung der Interessen der Chem. Industrie Deutschlands an )en Bundesrat, das Geheimmittelwesen betreffend. 5. Mitteilungen : Vermittelung des Absatzes von Fischereigerät schäften nach Argentinien, Elektrische Beleuchtung )er Stadt Sidney, Permanente Ausstellung von Maschinen und Fahrzeugen in Lima, Lieferungen der Vereinigten Staaten von Amerika in Bangkok, Industrieausstellung 1903 in Osaka, die Aussichten der deutschen Industrie bei den Lieferungen für die Eisenbahnen in Japan. 6. Zweifelhafte Firmen: Magdeburg, London, Madrid, Rustschuk, Kairo, Yokohama, Rio de Janeiro.
Aus Stadl und Sand.
Gießen, den 15. Mai 1902.
** Das Amtsblatt des Ministeriums der Justiz, Nr. 8, vom 28. April enthält ein Ausschreiben an den Gcneral- taatsanwalt und die Vorsteher der Gefangenanstalten, betr. den Urlaub der Beamten dieser Anstalten.
** Theologische Konferenz. Die alljährlich hier statt- indende theologische Konferenz wird am 29. Mai in Steins Gatten abgehalten. Vorträge haben zugesagt: Professor D. Budde-Marburg über „Das alte Testament und die Ausgrabungen", Pfarrer Lic. Eck-Ostenbach über „Goethes religiös-sittliche Anschauung in der Zeit seines Alters". An den letzten Vortrag schließt sich eine Diskussion an.
♦* 12. Iah re sversammlung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft in Gießen. Das Programm für die 12. Jahresversammlung, die in den Tagen vorn 20. bis 22. Mai hier stattfindet, ist gleichzeitig mit der Einladung zur Teilnahme an dieser Veranstaltung er- chienen. Danach werden die Teilnehmer an der Versammlung am Montag, 19. Mai, abends 8 Uhr, im Hotel Groß? Herzog von Hessen zur Begrüßung und zu einer geselligen Zusammenkunft sich einfinden. Für Dienstag, 20. Mai, vormittags von 9—12 Uhr, ist die Eröffnungssitzung angesetzt, )ie mit Ansprachen, einem Bericht des Schriftführers und mit Vorträgen ausgefüllt wird. Für den Nachmittag von 2—5 Uhr ist die zweite Sitzung mit Vortrag und Demonstrationen anberaumt, an die sich um 5 Uhr eine gemeinsame Partie nach dem Schiffenberg anschließt. Am Mittwoch von 9—12 Uhr vormittags findet die dritte Sitzung statt, in der der Generalredakteur des Tierreiches Bericht erstatten wird; es erfolgt sodann die Wahl des nächsten Bersamm- luugsortes, woran sich Vorträge schließen. Nachmittags von 2—5 Uhr erfolgt die vierte Sitzung mit Vorträgen und Demonstrationen. Donnerstag, 21., vormittags von 9—12 inbet die fünfte Sitzung statt, in der der Bericht der Rech- nunasrevisoren entgegengenommen wird, dem sich Vorträge anschließen. Nachmittags von 2—5 Uhr steht die Schluß- itzung mit Vorträgen und Demonstrationen an. Nach Beendigung derselben ist ein gemeinsames Mittagessen im Großherzog von Hessen geplant. Zum ersten Male seit dem Bestehen der deutschen Zoologischen Gesellschaft konstituiert ich auf der Jahresversammlung eine fachwissenschaftliche Sektion, die bann eine Sitzung ab halt. Bisher find 14 Vorträge, barunter 3 mit Demonstrationen, und 6 Demonstrationen angemelbet. Am Freitag, 23., machen bic Teilnehmer einen Ausslua nach Frankfurt a. M. zur De ichtigung des Senkenbergischen Mu,eumS und des Zoobogi chen Gartens. Für ben Nachmittag ist der Besuch der Saalburg bei Hom- rurg vorgesehen, womit die Veranstaltung beschlossen wird. Die Deutsche Zoologische Gesellschaft ladet einheimische und
auswärttge Fachgenossen, sowie Freunde der Zoologie, welch« als Gäste an der Versammlung teilzunehmen wünschen, herK lich ein.
'* Eisenbahndienst, Zum Stations-Assistenten wurde er» nannt der Stationsdiätar Walther in Lang-Göns. Versetzt wurden die Stations-Verwalter Malchus von Londorf nach Kahl und Schreiner von Zell-Romrod nach Groß- Karben; die Stations-Assistenten Sem ml er von Alsfeld behufs Verwaltung der Station nach Zell-Romrod; Zimm,ermann von Betzdorf als Stationsoerwalter nach Londorf; Neuhaus von Rüdesheim nach Gießen und Börner von Gelnhausen nach Gießen.
* ’ Pfingstverkehr auf der Eisenbahn. In der Zeit vom 17. bis 21. Mai werden Sonderzüge verkehren. Der Fahrplan dieser Sonderzüge ist auf den Stationen durch Plakate kenntlich gemacht.
* * Verschüttet. Zu der unter dieser Stichmarke gestern von uns veröffentlichten Notiz wird uns mitgeteilt, daß das Unglück sich nicht auf dem hiesigen Braunsteinbergwerke, sondern auf der Grube Raab bei Wetzlar, wo der Arbeiter beschäftigt war, zutrug.
* * Schneefall. Der Wonnemonat macht in diesem Jahre, ein gar zu griesgrämiges Gesicht. Die Herrschaft der drei Eisheiligen sollte eigentlich doch jetzt vorbei sein. Aber nach wie vor bemühen sie sich, der Welt zu zeigen, daß ihr Regiment selbst in der Mitte des Mai noch auf festen Füßen steht. Bis jetzt ist unsere Gegend verhältnismäßig noch gut weggekommen. Aber man soll nicht zu früh frohlocken. Wer heute früh zwischen 5 und 6 Uhr zum Fenster hinaussah, wird ein nicht wenig erstauntes Gesicht gemacht haben, als er sah, wie dichte Schneeflocken lustig durcheinander wirbelten und die Dächer der Häuser eine weiße Hülle trugen. Zum Glück hörte der Schneefall bereits in den Morgenstunden wieder auf. Aber trau, schau, wem! Ob er nicht wiederkommen wird? Der Sonnenschein in den letzten Wochen hat uns schon zu oft betrogen, als daß man sich noch zu festen Plänen für die Psingstfeiertage entschließen könnte.
M. Beueru, 15. Mai. Nachdem unsere Winterfrucht, sowie das Laub der Obstbäume durch die seitherige Kälte ganz gelb geworden ist, hat es jetzt auch lustig zu schneien begonnen. Der Schnee liegt bereits ca. 2 Zoll hoch und es schneit immer noch weiter, sodaß man sich hier in die Weihnachtszeit versetzt glaubt.
() Ober-Ohmen, 14. Mai. Dem hiesigen Krieger- Vereine, der am 8. und 9. Juni d. I. sein 25jähriges Stiftungsfest im Verein mit dem Bezirks-Kriegerfest feiert, wuüde gestern eine vom Kaiser verliehene Fahnenschleife durch den Kreisrat Dr. Me Hör feierlich überreicht. Zur Feier waren die Mitglieder des Vereins, sowie der Bezirksvorsitzende Ranft-Grünberg, Pfarrer Jung und Bürgermeister Kratz von hier versammelt. Kreisrat Dr. Melior erwähnte in feiner Ansprache, daß der Verein der Pflicht, welche den Kriegervereinen obliege, feit 25 Jahren nach» gekommen sei, wofür er bieje hohe Auszeichnung erhalten habe. Er schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog. Der Präsident des Kriegervereins Rühl sprach für die hohe Auszeichnung den Dank des Vereins aus und gab der Versicherung Ausdruck, daß die Mitglieder auch fernerhin treu zu Kaiser und Reich stehen und echte Kameradschaft pflegen würden. Nach der Ueberreichung \ blieben die Versammelten noch längere Zeit in fröhlich- festlicher Stimmung in ihrem Vereinslokale beisammen.
? Groß-Eichen, 14. Mai. Gestern fand in unserer Gemeinde die Neuwahl des Bürgermeisters statt. Aus der Wahlschlacht ging siegreich unser seitheriger Bürgermeister Schombert mit 107 Stimmen hervor, der Gegenkandidat erhielt 40 Stimmen. Die diesige Musikkapelle brächte dem Wiedergewählten ein Stänochen, und bald ordnete sich ein Zug, der unter Vorantritt der Kapelle dupch das Dorf marschierte.
r. Eberstadt, 14. Mai. Gestern stürzte ein hiesiger Knecht von dem Gerüst der Scheune herab. Er zog sich dabei einen Bruch des Schulterblattes und einer Nippe zu.
b. Mainz, 14. Mai. Der gestern Morgen unfern des hiesigen Zentralbahnhofes in Brand geratene Post- packwagen des Orient-Expreßzuges Ostende-Wien enthielt, wie wir seitens der hiesigen Postbehörde erfahren, zum größten Teile nur gewöhnliche Briefe, Mustersendungen , Einschreibebriefe und Zeitungen. Wett- und Geldsendungen werden mit den Orientzügen überhaupt nicht befördert. Die angebrannten Briefsäcke wurden auf das hiesige Postamt gebracht, wo sie einer sorgfältigen Bearbeitung unterzogen rourben. Die Sendungen, deren Adressaten noch zu ermitteln waren, wurden auf anderem Wege roecker- beförbert. Der Beamte, ber ben beschäbigten Wagen zu be» bienen hatte, schlief in bem Schlafraum bes Postwagens und mußte bei bem Ausbruch bes Branbes geweckt werben.
Frankfurt a. M., 14. Mai. Prinz unb Prinzessin Friebrich Karl von Hessen werben in ben nächsten Tagen von hier zu bauernbem Aufenthalt nach Schloß Frieb- richshof übersiebeln.
Wiesbaden, 14. Mai. Heute morgen fanben Spazier- gänger im Walb bei Wiesbaben Zwei junge Damen aus Elberfelb, bie burch Revolverschüsse verletzt waren, vor. Beibe waren stark berauscht. Wie bic eingeleitete Untersuchung ergab, haben bie Damen aus Schwermut über ben vor einigen Wochen erfolgten Tob ihrer Mutter, woburch sie völlig elternlos geworben, ben Entschluß gefaßt, sich gegenseitig zu töten. Sie kauften sich zu biesem Zweck zwei Revolver, unb nachbem sie burch Austrinken einer Flasche Cognac sich ' Mut angetrunken hatten, schossen sie aufeinanber. Sie rourben ins stäbtische Krankenhaus gebracht. Man hofft, sie am Leben zu erhalten.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Halle, 13.Mai. In der Aussichtsralssitzung der Riebeck'schen Montan werke wurde bie Bilanz für bas mit bem 31. März abgelaufene Geschäftsjahr sowie die Gewinn- und Verluslrechnung vorgelegt. Einschließlich des Gelvinnvottrages von 84 440 Mark teilt sich der Bruttogewinn auf Mk. 3363577 gegen Mk. 3 474 711 bei 70 084 Mark Vortrag im Vorjahre. Nach Abzug der Geschäftsunkosten und Abschreibungen, letztere im Betrage von Mk. 955445 gegen Mk. 886081 im Vorjahre, verbleibt ein Reingewinn von Mk. 1767 546. Es wurde beschlossen, der am 25. Junr nach Halle einzuberufenden Generalversammlung eine Dividende von 12 Prozent (i. 25. 14s, Prozent) vorzuschlagen sowie nach Dotierung des Extrareservefonds und nach Abzug der statutenmäßigen Tantiemen und anderen Rücklagen den Rest von 2)1 f. 84343 Mark auf neue Rechnung vorzutragerü
3proz. Deutsche Staatsanleihen. Mrt wachsender Besorg. niS verfolgt das Kaprtalistenvublikum daS langsame aber stetige


