Ausgabe 
14.6.1902 Zweites Blatt
 
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Rotterdam.

Märkte.

Enschede (Niederlande), 13. Jurti. Der m der TeLtil- industrie ausgebrochene Ausstand ist durch Annahme eines Vev- mittelungsvorschlages beendet worden.

Gietzen, 14. Juni. Marktbericht. Auf demheuttgenWochenmarkt kosteten: Butter pr. Psd. 0,901,10 Mk., Hühnereier 2 Stck. 1113 Pfq. Gänseeier 1012 Pfg., Enteneier 07 Pf., Käse pr. Stück 57 93L Käsematte2 Stck.00Pfg., Erbsen pr. Liter 19Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg^ Tauben pr. Paar 0,801,20 Mk., Hühner pr. Stück

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Trausvaalbahu. Die ordentliche Generalversammlung dieser Bahn findet am 21. d. M. in Amsterdam statt. Man glaubt, daß die Direktion angesichts der so wesentlich geänderten Verhält­nisse in Transvaal Ausschluß über das Derhällnis zur englischen Regierung und über die fernerhin zu ergreifenden Maßnahmen geben wrrd.

Neichsbaukautette. Auf die Anteile wird vom 16. d. M. ab die übliche erste halbjährige Abschlagszahlung von 1°/« pEt. 52,50 AU. geleistet.

Düsieldorf-Rattuger Röhrenkeffel-Gesellschaft bortn. Dürr tt. Cie. Die kaiserl. Werft hat 16 Dürrkessel bestellt, die für den Neubau des großen Kreuzers .Ersatz Kaiser^ mit einer Maschinen­leistung von 21 000 angezeigten Pserdekrästen bestimmt sind.

Elektrizitätswerke borm. O. L. Kummer, Dresden. Die Rekonstruktion der Gesellschaft ist nunmehr angeregt und sollen hierzu in erster Linie die Obligationenbesitzer die Hand bieten. Sie sollen sich zusammenthun und für eigene Rechnung das Werk er­werben. Der Ermerbspreis soll sich höchstens innerhalb des Be­trages der an erster Stelle eingettagenen Obligationen von !>/, Mill. Mark hatten, die wie bisher an erster Stelle auf dem Etablissement eingetragen bleiben sollen. Das Aktienkapital soll aus mindestens 1 Mill. Alk. festgesetzt und zunächst in den Kreisen der Obligationäre und dann der Aktionäre durch eine Barleistung von 33'/, pEt. pro Obligation oder pro Aktie ausgebracht werden. Der Mindestbettag einer Beteiligung soll 1000 Mk. betragen, wogegen eine Aktte von 1000 Alk. und em bezw. mehrere Genußscherne gegeben werden. Schon in den nächsten Tagen soll eine Versammlung derjenigen Obligationäre und Aktionäre stattfinden, die sich an der Rekonstrution zu beteiligen wünschen.

Allgem. Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin. Die Ge­sellschaft schloß mit der Nernst Electric Ligt Company Limited m London einen Verttag ab, wonach letztere auf eine Reihe von Jahren auf die Fabrikation von Nernstlampen verzichtet und für die ihr vorbehaltenen überseeischen Länder den gesamten Bedarf an Nernst­lampen von der Allgem. Elektrizitätsgesellschast bezieht.

Portugiesisches Fiuauzarraugemeut. lieber die Art der praktischen Durchführung des Arrangements wird angenommen, daß voraussichtlich eine gemeinsame Konferenz des Gläubiger­komitees abgehalten werden wird, um eine Einigung über die De­tailfragen herbeizuführen. Trotzdem das Arrangement bereits am L Juli in Kraft tritt, wird bte Einlösung der Julicoupons noch nach Maßgabe des alten Convenios und ebenso danach die Aus­schüttung der Supplemente stattfinden. Die Bestimmungen des neuen Arrangements würden erst für die vom 1* Oktober fälligen Coupons maßgebend sein.

Tabak. Die Fermentation schreitet ruhig weiter. Das Ge­schäft ist gegenwärtig sehr ruhig, es kamen uns an Verkäufen nur ein Posten ca. 200 Zentner 1901er Lampertheimer Tabak zu Mitte Mk. 40 zu Gehör. Rippen unverändert.

Biehmartt. Wohl veranlaßt durch die Wanderausstellung 0er Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft waren die einzelnen Märkte nicht besonders frequentiert. Obwohl ja die Ausstellung an und für sich zum Einkauf sehr wenig Gelegenheit bot, so war man durch die vorwöchigen Deckungen jedenfalls noch genügend versorgt, und der Einkauf hatte hierunter besonders zu leiden. Prima Großvieh wie immer an fast allen Märkten sehr flott gehairdelt, mittlere Qualttäten erfreuten sich an einigen größeren Plätzen besserer Be­achtung. Kälber waren im allgemeinen nur mittelmäßig gefragt, auch der Zuttieb war nicht sehr belangreich, sodaß fast allenthalben mit wenig Ausnahme ausoerkaust wurde. Jette Schweine beson­ders beachtet, an einzelnen Plätzen sogar flott ausoerkaust. Läufer und Milchschweine annehmbar gehandelt.

Kraftfuttermtttel. Der Verkehr am Markte ist em ruhiger, wobei jedoch die Stimmung eine unverändert feste bleibt. Für Abschlüsse auf Herbst- und Winterlieferung herrscht durchweg eine gute Meinung, da die Vorräte an den meisten Bezugsplätzen ohne Bedeutung sind.

Getreide. In der ersten Wochenhalte war die Stimmung sehr ruhig infolge der weichenden amerikanischen Notierungen, dann aber als an den leitenderi amerik. Märkten eine Besserung erfolgte, befestigte sich auch hier wieder die Tendenz. Die amerikanischeii' Forderungen sind heute ca. Mk. 1 höher als am Schluß der Vor­woche, die rufsischen dagegen teilweife unverändert, teilweise noch Mk. 1 billiger. Die Umsätze befchräickten sich auf das Notwendigste. Roggen ist etwas ruhiger, doch bleibt greifbare und nahe Ware gesucht. Gerste unverändert. Hafer mußte etwas nachgeben. Mais ebenfalls billiger angeboten. Die heutigen Notierungen sind: Red- rointer 2 Juli-Aug. Abldg. Mk. 132. Kansas 2 prompt Mk. 133,50 bis 134,50. Kansas 2 Juli-Aug. Abldg. Mk. 131,50 bis 132. Süd- russ. Weizen Alk. 127 bis 140. Rufs. Roggen Mk. 112 bis 113. Rufs. Futtergerste Alk. 106. Rufs. Hafer Mk. 134 bis 144. Donau- Mais AU. 97. Laplata-Mais r. t. Mk. 95,50. Per Tonne cif

1,001,50 Mk., Hahnen pr. Stück 0,901,60 Mk., Enten pr. Stuck 2,402,60 Mk., Gänse pr. Pfd. 0000 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr..Pfund 6064 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. P und 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 6670 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5070 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Hgr. 3,504,00 DU., Weißkraut per Stück 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 14,0015,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepsel per Pfd. 000 Pfg., in Korben 00-00 Pfg. Trauben 0000 Pfg.

Dauer der Marktzeit von morgens 7 Uhr dis nachmittags 1 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nur auf den bestimmten Verkaufsplätzen und nicht im Umherziehen feilgeboten werden. ______

Krieskasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben nuberückfichtigt.)

B. D. Auf der Insel Helgoland bestehen sett Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches dieselben Vorschriften bei Trauungen wie in allen übrigen Teilen des Deutschen Reiches.

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. M., 14. Juni 1902.

B'/jO/q Reicheanleihe . . 102.20 3O/o do. ... 92.70 3'/,% Konsole . . . . 101.80 30/0 do. 92.20 3*/2°/o Heesen .... 99.90 3>/z56 Oberhessen . . . 99.25 4% Oesterr. Goldretne . . 103.00 4l/a % Oesterr. Silberrente 101.65 4% Ungar. Goldrente . . 101.55 4o/., Italien. Rente . . . 102.75 4*/2% Portugiesen . . . 46.10 3°/ Portugiesen. .... 29.80 1% C. Türken .... 26.30 Türkenlose 112.30 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44.20 4*/,% äussere Argentiner.

3% Mexikaner .... 25.60 4'/2 /o Chinesen .... 91.15 Electric, beb ackert . . . 104.60 Nordd. Lloyd . . . . 110.25

Kreditaktien , . . . . 216.20 Diskonto-Kornmandit. . . 187.30 Darmstädter Bank . . . 138.70 Dresdener Bank .... 146.50 Berliner Handelsges. . . 158.70 Oesterr. Staatobahn . .. . 150.90 Lombarden .... 18.80 Gotthard bahn .... 169.80 Laurahütte 227.00 Bochum ...... 200.20 Harpener 177.70

t: still.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers.

Berlin, 14. Juni. Im Giftmord-Prozeß Tho- maschke wurde heute nacht das Urteil gesprochen. Die Geschworenen erkannten nach anderthalbstündiger Beratung auf nichtschuldig und sprachen demgemäß den Angeklagten Thomaschke frei. Die Urteils-Verkündigung erfolgte gegen 2 Uhr nachts. Der frühere Reichstags- und Landtagsabg. General-Direktor Friedrich Goldschmidt von der Patzen- Hofer Brauerei ist gestern in Marienbad im Alter von 65 Jahren gestorben.

Bonn a. Rh., 14. Juni. Zur Einleitung der Festlich­keiten anläßlich des 50jährigen Garnison-Jubi­läums des hiesigen Husaren - Regiments Kaiser Wilhelm I. fand gestern im Offizier-Kasino der Gersdorff- Kaserne ein Festessen statt, an dem u. A. Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe, Generaloberst v. Loe sowie die städtischen Behörden teilnahmen. Seitens der Stadt und des hier gar- nisonierenden Infanterie-Regiments Nr. 160 wurdem dem Regiment zum Jubiläum wertvolle Geschenke überreicht.

Sibyllenort, 14. Juni. Nach dem heute morgen 7 Uhr ausgegebenen Bulletin ist das Befinden des Königs von Sachsen nur wenig besser, der König schlief in der Nacht nur teilweise. Die Brustbeklemmungen sind seltener und weniger heftig, doch werden sie bei der geringsten Bewegung stärker. Der König muß deshalb die strengste Ruhelage innehalten. Eine Zunahme der Kräfte hat nicht stattgefunden.

Hamburg, 14. Juni. Die Klempner-Jnnung be­schloß die Aussperrung von über tausend Gehllfen infolge Differenzen.

Ludwigshafen, 14. Juni. Bei dem Bau eines Schul­hauses brach ein Gerüst zusammen und riß fünf Ar­beiter in die Tiefe. Einer von ihnen starb auf dem Trans­porte nach dem Krankenhause. Später stürzte bei dem Wiederaufrichten des Gerüstes dieses abermals zusammen und begrub vier Arbeiter unter seinen Trümmern. Zwei wurden schwer, zwei leicht verletzt. Die Untersuchung ist ein­geleitet. Die mangelhafte Konstruktion des Gerüstes soll die Schuld an dem Unfall tragen.

London, 14. Juni. Nach Meldungen derDaily Mail" aus Amsterdam übersandte die Brüsseler Buren-Gesandtschaft

dem Obersten Lynch vor seiner Abfahrt nach England bk notwendigen Dokumente zur Feststellung, daß er ein natu­ralisierter Transoaalbürger sei.

London, 14. Juni. Eine bedeutende Geld sch rank» fabrik in Birmingham soll Blättermeldungen zufolge gericht­lich verfolgt werden wegen Einschmuggelung von Waffen in Geldschränken an der Küste des persischen Golfes.

Paris, 14. Juni. Die Polizei hält es nicht für wahrscheinlich, daß die Familie Humbert oder doch einige ihrer nächsten Angehörigen Paris nicht verlassen habe«, sondern in den Klöstern Zuflucht gesucht haben. Die Polizei hat infolgedeffen eine Durchsuchung der Klöster tx» genommen.

Wien, 14. Juni. Abg. Wolff hat den Alldeutschen Berger wegen der vorgestrigen Beschimpfungen fordern lasten. Berger lehnte die Annahme der Forderung ab, weil er Wolf für nicht satisfaktionsfähig hält. Die Vertreter der drei größten deuffchen Parteien erschienen gestern bei Körber, um sich dagegen zu verwahren, daß den Tschechen für die Erledigung der Tagesordnung irgend welche Zugeständnisse gemacht werden. Körber erklärte, er hätte auf nationalem Gebiete keinerlei Zugeständnisse gemacht und der nächstjährige Staatsvoranschlag werde keine Spur der gegenwärtigen Verhandlungen zeigen.

Wien, 14. Juni. Aus diplomatischer Quelle erfährt datz N. W. Tgbl. daß Dr. Kuypers augenblicklich bemüht ist, auf Krüger einzuwirken, damtt er seine Entschlüsse hinsichttich des Friedensschlusses rückgängig macht.

Teplitz, 14. Juni. Professor Rudolf Virchow reiste heute früh zur Fortsetzung seiner Kur nach Harzburg.

Budapest, 14. Juni. Den letzten verläßlichen Be­richten zufolge sind die Ernte-Aussichten andauernd günstig.

Philadelphia, 14. Juni. Eine große Feuersbruuh. brach in einer Konservenfabrik aus, in der 200 Arbeiter be­schäftigt waren. Wie verlautet, sind zehn Personen in den Flammen umgekommen. Die für den Fall einer Feuersbrunst vorgesehenen Ausgänge waren ungenügend und der Andrang so groß, daß zahlreiche Arbetterinnen Ver­letzungen erlitten. Drei Leichen sind bereits aus den Trüm­mern heroorgezogen.

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3 Taglöhner, 2 Hausdiener, 1 Fuhrmann, 1 Knecht, 5 Laustrauen,

1 Kindermädchen, 2 Dienstmädchen, 2 Büreaugehilfen.

Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Installateur, 1 Schuhmacher,

1 Küfer, 3 Schreiner, 2 Hausburschen, 1 Taglöhner, 7 Dienst­mädchen, 2 Lauffrauen.

Lehrlinge: 2 Bäcker, 1 Friseur, 1 Schlaffer.__________________

Vekmultmachung.

In der Zeit vom 7. bis 14. Juni 1902 wurden in hie­

siger Stadt

Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Zwicker, 1 Brille mit Futteral, 1 Damengürtel, 1 Halstuch, ein Kinderkleidchen, 1 Kinderjäckchen, 2 Unterröckchen und 1 Pferdeteppich.

Verloren: 1 Uhr mit Kette, 2 Bierzipfel und 1 Säckchen mit zirka 20 Mk. Inhalt.

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände

belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 14. Juni 1902.

Großherzogliches Polizeimnt Gießen. Hechler._________________'

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Dienstboten des Sparkassebezirks Nidda, welche ununter­brochen fünf Jahre lang bei ein und derselben Herrschaft- gedient und ihren Sinn für Sparsamkeit durch Einlagen in die Sparkasse bethätigt haben, erhalten Prämien aus der Sparkasse.

Auch diejenigen Dienstboten, welche aus triftigen Gründen keine Einlagen in die Sparkasse machen konnten, können Be­rücksichtigung finden.

Gesuche um Prämiierung müsten durch bürgermeister­amtlich beglaubigte Zeugnisse der Dienstherrschaften begründet und bis zum 20. Juni L I. bei dem Unterzeichneten ein­gereicht werden.

Nidda, den 15. Mai 1902.

Der Direktor der Spar- und Leihkaste Nidda.

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