Ausgabe 
14.6.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 137

Erscheint tägttch außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vekflsche« Landwirt die Siebener Kamillen. Wärtci viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Vev- lag der BrÜhl'sch« Univers.-Buch- u. Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition und Druckerei;

Schalpratze 7.

Ldresie für Depeschenr Anzeiger Gieße«.

Kernsprrchanschluß Nr. bl.

Zweites Blatt. 152. Jahrgang Samstag 14. Juni LNOS

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Gietzener Anzeiger W General-Anzeiger w v * für den polit u. allgem»

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MMZ

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Die yeutigr Mnmmer umfaßt 18 Sette». -....... 11

Politische Tagesschau.

König Albert von Sachsen.

Mit aufrichtiger Teilnahme ist man allenthalben int Reich den wechselnden Berichten vom Krankenlager des Königs von Sachsen gefolgt. Tie Hoffnung auf Besserung sinkt leider von Stunde zu Stunde, jede neue Botschaft kann die Lunde bringen vom Ableben des greisen Monarchen, der, wie nur Einer, treu zu Kaiser und Reich stand. In König Albert sieht das deutsche Volk eine Heldengestalt aus Deutschlands großer Zeit, in der des Sachsenlandes Herrscher sich unverwelklichen kriegerischen Lorbeer erwarb. Die Herzen aber gewann sich König Albert durch die Cha­raktereigenschaften edler Atännlichkeit und Seelengüte. Das konnte der Monarch noch vor einigen Wochen, an seinem 74 Geburtstage, erkennen. Gr äußerte damals, daß er sich beglückt und belohnt fühlte durch die zahllosen Liebeserweise aus allen Gauen Deutschlands. Niemand ahnte damals, daß das Unheil im Anzuge war, wie bald die Festesfreude sich in Betrübnis und Trauer wandeln sollte.

An: Abend ist, da im Befinden des Königs keine Ver­änderung eingetreten ist, kein Bulletin ausgegeben worden. Der Donnerstag gab insofern zu Befürchtungen Anlaß, als der König auffallend viel schlref, wachte er jedoch auf, so war er bei klarem Bewußtsein. Eine unruhige Nacht hatte vor Mitternacht das Befinden erheblich beeinträchtigt, jedoch kräftigte der Schlaf nach Mitternacht den König wieder soweit, daß er am Freitag früh nach dem ersten Frühstück, sowie nach einer Zigarre verlangte. Ter stärkere Asthma-Anfall aber, an dem der König seit der Mittwoch Nacht leidet, ist noch keineswegs überwunden. Auch am Freitag hat er sich jedoch eine Zeit lang mit Regierungs­geschäften beschäftigt. Dann traten wieder Herz­beschwerden ein. Ter Beichtvater des Königs bleibt ununterbrochen in der Nähe des Kranken. Tas Aerzte- kollegium ist in Permanenz.

Herr« v. Thielens Nachfolger.

Der offiziöse Telegraph verbreitet heute folgende Mel­dung aus Berlin:Verschiedene Blätter nennen als künftigen Minister der öffentlichen Arbeiten den General­major a. D. Budde", den früheren Chef der Eisenbahn- Verwaltung des großen Generalstabes und gegenwärtigen Direktor einer Privat-Waffenfabrik. Ein Berliner Korrespondent berichtet, daß außer Generalmajor Budde als Nachfolger Thielens in erster Linie der Direktor im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Möll hausen in Betracht komme.

Ob General Budde der Minister für Eisenbahn-Refor­men sein wird, ein langer Wunschzettel, speziell in Bezug auf Vereinfachung und Verbilligung der Personen­tarife, harrt der Inangriffnahme, kann erst die Zukunft lehren. Nicht mit Unrecht sagt man, daß der Finanzminister den Minister der öffentlichen Arbeiten in Preußen dirigiert. Sobald der Finanzminister es ablehnt, ein Risiko zu über­nehmen, das mit Ausgaben für Verkeürsverbesserungen oder mit Fahrpreisermäßigungen verbunden ist, muß sich auch der reformfreundliche Eisenbahnminister bescheiden. Herr v. Thielen war ganz gewiß kein Stürmer, vielmehr allzu vorsichtig und bedächtig allen Neuerungen gegenüber, aber selbst Herr v. Thielen hat mit schmerzlicher Resignation auf manchen populären Plan verzichtet, weil die Finanz- verwaltung den Daumen auf.den Geldbeutel hielt. Das war sogar in guten, glänzenden Jahren der Fall, damit für die mageren Jahre vorgesorgt werde. Bei dem jetzigen Stand der Finanzen ist die äußerste Sparsamkeit gerade im Eisenbahnwesen gewissermaßen zum obersten Gesetz er­klärt. Trotzdem könnte Thielens Nachfolger eine Reihe von Verbesserungen einführen, die nichts kosten, doch vom Publikum dankbar begrüßt werden würden. An Vorschlägen hierfür mangelt es wahrlich nicht.

Ebenso wie Herrn v. Podbielski seinerzeit bei der lleber- nahme der Leitung des Reichspostamts einige kaufmännische Erfahrungen zu gute kommen, dürfte auch Herr Budde die Ansprüche des Verkehrs, des praktischen Lebens besser wür­digen, als es auf Grund der amgrünen Tisch" erworbenen Kenntnis möglich ist. Weiteren Kreisen bekannt geworbten ist Herr Budde durch seine Beteiligung an der Vertretung der Kanalprojekte im preußischen Abgeordnetenhaus. Er erläuterte damals in einer klaren, anschaulichen und mit Frische vorgetragenen Rede die erhebliche militärische Be­deutung der großen Wasserstraßen. Auf die Rede waren von der Regierung viel Hoffnungen gesetzt worden. In­dessen beugten sich die Konservativen auch diesem fach­männischen Urteil nicht, wenn sie es auch mit Respekt behandelten. Als rednerische Leistung bildete aber Herrn Buddes Gutachten unbestritten den Höhepunkt der Kanal- bebatten.

Eine Nentenfrage.

Ans Handelskreisen wird uns geschrieben:

Nach einer Meldung aus Paris ist das Kursangebot des Hauses Rothschild für die Uebernahme von 80 Mill. Lire neuer 31/2 prozentiger italienischer Rente von Rom aus als zu niedrig zurückgewiefen worden, weil angeblich günstigere Anerbieten ausländischer Finanzgruppm vor­liegen. DieVoss. Ztg." meint, man werde in Deutschland schwerlich Lust haben, eine neue italienische Rente heraus­zubringen. Im allgemeinen erfreut sich dieses Anlage- vapier beim deutschen Publikum in der That keiner großen Beliebtheit; die Kouponsteuer wird als lästig empfunden, weil sic eine ins Äwicht fallende Herabminderung per Kerzinfung bewirkt. Dürfte» also schon aus diesem Grunde

deutsche Bankhäuser das Risiko solcher Transaktion zu übernehmen minder geneigt fein, so kommt hinzu, daß an erstklassigen sowohl wie an höher verzinslichen An­lagewerten am deutschen Geldmarkt kein Mangel ist. Es Ware ein arger Irrtum, anzunehmen, daß die lieber? Zeichnung der russischen Anleihe in Deutschland auch anderen Emissionen zu teil würde. Die großen Banken müssen ohnehin mit der Möglichkeit einer baldigen lleber- nahme von weiteren Teilbeträgen von Reichs- oder preußi­scher Anleihe rechnen. Zudem steht die Gmittierung einer neuen Bosnischen Anleche am deutschen Geldmarkt in Aussicht.

Der neue französische Marineminister.

Als man im Jahre 1848 eine deutsche Flotte und damit ein deutsches Marineministerium zu schaffen sich bemühte, da ging man auf die Suche nach geeigneten Männern, die die Geschäfte führen sollten. DenSeekapitän" Bromme, einen geborenen Sachsen, holte man sich aus Griechenland, zum Marineminister machte man den Bremenser Großkaufmann Duckwitz und endlich stellte manals der Marine zweiten Lord an den jungen Dichter Wilhelm Jordan", dem man marinetechnische Kenntniffe zutraute, weil er vor seiner Wahl ins Frankfurter Parlament einige Monate als Privatlehrer in der Seehafenstadt Bremen gelebt hatte!

An diese interessante Vorgeschichte unserer Flotte erinnern wir uns angesichts des neuen französischenZivilmarine­ministers" Pelletan, über den man sich selbst in Frankreich lustig macht. DerFigaro" bringt über dieLandratte" Pelletan folgende Scherzszene mit der Ueberschrist:

Die Badewanne."

Marineminister Camille P e l l e t a n: Entschuldigen Sie, mein Herr. Was ist denn das für ein Ding?

Ein Sekretär: Das ist eine Badewanne, Exzellenz.

Pelletan: So? das ist eine Badewanne? Und was ist denn drinnen?

Sekretär: Wasser, Exzellenz.

Pelletan: Endlich werde ich doch mal Wasser sehen! (er taucht die Hand ein.) Oh, oh, es ist heiß.

Sekretär: In der That, Exzellenz, es ist warmes Wasser.

Pelletan: Ist Wasser immer warm?

«Sekretär: Nein, Exzellenz, Waffer ist gewöhnlich kalt.

Pelletan: Also, Flutzwasser, Seewasser, Meerwasser istkall? Sekretär: Ja, Exzellenz, aber das Meerwasser ist salzig. Pelletan: Nein, rote sonderbar! Holen Sie mir doch Salz! Ich will diese Badewanne mit Salz anfüllen. Und lassen Sie mir die kleinen Boote bringen, die ich im Louvre gekauft habe.

Sekretär: Ich möchte Ew. Exzellenz geborsamst in Er­innerung bringen, daß diese Badewanne hauptsächlich für Bäder bestimmt ist.

Pelletan: Hat Marat nicht eines Tages ein Bad ge­nommen ?

Sekretär: Allerdings, Exzellenz.

Pelletan: Es ist ihm schlecht bekommen.

Sekretär: Die Zeiten haben sich geändert, Exzellenz.

Pelletan: Mutig vorwärts! (Er zieht sich aus und steigt ins Wasser.) Ach, mein Gott! Sehen Sie doch: das Wasser wird schwarz. Ich wette, das ist ein Racheakt von Briffou.

Et« russische- Petroleumsyndikat.

Dieser Tage sind in St. Petersburg die Vertreter der großen Petroleumfirmen: Gebrüder Nobel, A I. Mantaschew u. Co., der Kaspi-Schwarzmeer-Gesellschaft (Rothschild), der Kaspischen Gesellschaft und anderer Fir­men eingetroffen, um die Frage der Gründung eines Syn­dikats der Bakuer Naphtaindustriellen zum Kampfgegeu den amerikanischen Petroleumtrust zu Export­zwecken perfekt werden zu lassen. Der erste dahin gehende Plan der russischen Naphtarndustriellen, ein von oer Re­gierung anerkanntes Syndikat zu bilden, war vom russi­schen Knanzminister deshalb cckgelehnt worden, weil sie eine Herabsetzung des Ausfuhrtarifs für Petroleum von Baku nach Batum uird eine Gleichstellung mit dem Binnen- tarif forderten, der um! 4 Kop. pro Pud weniger als der Exporttarif betrügt. Gegenwärtig will das Syndikat analog den südrussischen Montanindustriellen unter der Firma Vereinigte C^port-Aktiengesellschaft Bakuer Petroleum-In­dustrieller" zusammentreten. Das Zustandekommen des Syndikats hat sich bisher verzögert, weil eine gewisse Schwierigkeit im Interessenausgleich der einzelnen Firmen lag. Tie Vertreter der Petroleumfirmen haben bereits mit der Festsetzung der näheren Bedingungen begonnen, unter denen sie ihren Plan verwirklichen wollen. Tas Syndikat beabsichtigt, auf dem von ihm ins Auge gefaßten Absatzgebiet Niederlagen und Petroleumzisternett zu er- foauen. Wie nach russischen Blättern verlautet, dürfte die Gründung des Syndikats kaum ohne eine gewisse Hilfe der Regierung in einer teilweisen Herabsetzung des Gxporttarifs zu stände kommen, obwohl" eine derartige Erleichterung nur auf Kosten des inländischen Konsumen­ten vorgenommen werden könnte, da sie die Petroleum- frachterr künstlich ins Ausland ableiten müßte.

Deutsches Keich.

Berlin, 13. Juni. Der Kais er hörte gestern nach­mittag den Vortrag des Generalintendanten Grafen Hoch­berg. Zur Abendtasel beim .eäiserpaar waren u. a. ge­laden der kurz vorher eingetroffene PrinzLevpold von Bayern mit seinem Adjutanten, der bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld, die hier weilenden österreichischen Offi­ziere, Reichskanzler Graf Bülow und die Chefs des Zivil- und Militärkabinetts. Prinz Leopold von Bayern reiste nach der Tafel wieder ab. Heute hörte der Kaiser die Vorträge des LandwirtschastsMinisters v. Podbielski, des Kriegs- ministers v. Goßler und des Chefs des Militürkabinetts Grafen Hülsen-Häjeler. Hm 12 Uhr empfing er den argen­

tinischen Gesandten Quesale und um 1 Uhr den japanischen Grafen Matsukata.

In Gegenwart der Kaiserin fand heute vor­mittag im königlichen Schlosse die 14. Jahresversammlung des weiteren Ausschusses des evangelisch-kirchlichen Hilssvereins statt.

Der preußische Minister für Handel und Gewerbe hat die Regierungspräsidenten angewiesen, für die bevor­stehende Erneuerung der Bekanntmachung vom 8. Juli 1893 über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichenArb eitern in den zur Anfertigung von Zigarren bestimmten Anlagen, deren Gültigkeit am 1. Mai 1903 erlischt, zu prüfen, ob etwa noch weitere Be­schränkungen der Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern oder sonstige Abänderungen der Be- kanntmachung vom 8. Juli 1893 angezeigt erscheinen.

Der polnische Maler Adalbert v. Kossak, der beim Kaiser in hoher Gunst steht und in der Berliner Ge­sellschaft seit Jahren eine Rolle spielt, war im Hofberichit unter dem Gefolge ausgeführt, das vom Kaiser nach Marienburg geladen war; außer ihm noch zwei andere Maler. Man hat dann Betrachtungen daran geknüpft, daß dieser Herr, der auch österreichischer Offizier ist, auf diese Weise die scharfen Aeußerungen des Kaisers über das Polentum angehört habe. Der tschechische Abg. Klosac hat das auch im Wiener Parlament erwähnt und in galizischen Blättern ist Herr v. Kossak als vermeintlicher stumtner Zeuge jener Rede des Kaisers angegriffen worden. Nun aber hat Herr v. Kossak nach Lemberg telegraphiert, daß diese Angriffe ungerecht seien; er habe sich trotz der Einladung des Kaisers nicht nach der Marienburg begeben und sei an jenem Abend in Berlin in Gesellschaft polnischer Mit­glieder des Abgeordnetenhauses und Reichstages gewesen. Er werde aber bald Berlin ganz verlassen, da die Situation in der Reichshauptstadt für ihn unmöglich ge­worden sei. Der gestrige Hofbericht meldete, daß der Kaiser Herrn v. Kossak in seinem Atelier be­sucht hat.

TerReichsanzeiger" giebt bekannt, daß die seitens Guatemalas ausgesprochene Kündigung des Handels­vertrags zwischen Deutschland und Guatemala von der Regierung Guatemalas dahin abgeändert worden ist, daß der Vertrag mit dem 22. Juni 1904 außer Kraft tritt.

Ter Abg. v. Sa lisch (kons.) brachte im Reichs-, tage einen Gesetzentwurf ein, bezweckend Entschädig gung von Personen, die bei Rettungswerken ver­unglücken. Der Antr<^ enthält folgende Grundzüge: Wenn Personen bei Hilfeleistungen infolge polizeilicher Auf­forderung oder sonst beim Retten oder Bergen von Per­sonen oder Sachen im deutschen Reiche oder auf deutschen Schiffen einen Unfall erleiden, so ist für die Folgen Schaden­ersatz zu leisten .Die Höhe des letzteren ist bei Versicherten nach der Unfallversicherung, bei Nichtversicherten nach dem wirklichen Arbeitseinkommen zu bemessen, wobei mindestens, das Dreihundertfache des ortsüblichen Dagelohnes gewöhn­licher Tagearbeiter, höchstens jedoch 6000 Mk., zu gewähren sind. Tie Entschädigung soll durch die Unsatlkasseu desj Bundesstaates, in dem sich der Unfall ereignete, geschehen.

Die Zolltarifkommission nahm die Posi­tionen 389, 390 und 391, Rohseide, unverändert an. Die Positionen 392 und 393, künstliche Seide, und zwar ungezwirnte oder einmal gezwirnte ungefärbt 50, gefärbt 100, zweimal gezwirnte ungefärbt oder gefärbt 200 Mk., wurden gemäß dem Anträge Bachem auf 20 bezw. 40 bezw. 60 Mk. herabgesetzt. Die Positionen 394 und 395, Floret- seide, 396, Floretseidenge spinn st e, wurden un­verändert angenommen.

Ter preußischeStaatsanz." veröffentlicht das Gesetz gegen die Verunstaltung landschaftlich hervor­ragender Gegenden vom 2. Juni.

Tie Kommission des preußischen Herrenhauses für die Pol en Vorlage nahm den Entwurf unver­ändert an. Im Herrenhaus brachte v. Levetzow einen mit dem Anträge des Grafen Douglas gegen den Alkohol- mißbrauch sich deckenden Antrag ein.

M ü n ch e n, 13. Juni. Die Kammer der Abgeordneten uahnt nach lebhafter Debatte das Schulbedarfsgesetz mit­samt dem sogen. Si multan-Paragraphen in der Fassung des Beschlusses der Kammer der Retchsräte mit 85 gegen 66 Stimmen an. Für das Gesetz stimmten das ganze Zentrum, ein Konservclliver und ein Liberaler.

Ausland.

Wien, 13. Juni. Abg. Klosa c interpellierte heute, im Reichsrat abermals wegen der Marienburger Rede des deutschen Kaisers. Er fragte, ob die Regierung öffentlich kundzugeben gedenke, daß die Worte des deutschen Kaisers in Oesterreich entschiedenste Zurückwei­sung der Regierung und aller Faktoren fänden". (Dem Mann ist wohl nicht zu helfen.)

Wie verlautet, steht die Verlobung des Her­zogs Siegfried in Baiern mit der Erzherzogin Maria Annunciata bevor.

Budapest, 13. Juni. Minischrprcisident Szell beant­wortete im Abgeordnetenhause eine Interpellation, betr. den Dreibund. Der Inhalt des neuen Vertrages ist ganz gleichwertig mit dem alten. Hinsichtlich des wirtschaftlichen Verhältnisses zu Deutsch­land erklärt Szell:Ich kann nicht leugnen, daß dieses Verhältnis nicht so beschaffen ist, tote es wünschenswert wäre, daß wir das Entg e g e n k 0 tnmen v e rm if f en, aus das wir auf Grund des jetzigen Vertrages Anspruch haben. Es bleibt für uns b ezüglich der Vieheinfuhr und des Beterinärwefens viel zu wünschen übrig. Der Zolltarif, den Deutschland ausgestellt hat, ist es. läßt sich nicht leugnen gegen unser In-