Drittes Blatt.
153. Jahrgang
Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen
O Die KüteLinder im Dogelsberg
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Dem GießknerAnze,qer werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siehrner $amilien> blätter viermal in der Woche beiqelcfll.
Rotationsdruck u. Ver- lofl der Brüh l'ichen Üntveri.'Buch- u Ltem- druckeret lVieksch lLrbeal
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Schul st ratze 7.
flbrefle für Deveichen: Anzeiger Gieheu.
Kernlprechanlchtnh Wr. 51
jährlich Ml. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o M.; durch diePostMk.2.—vtertel- sährl. ausschl. Bcstellg. Annahme von Anzeigen lür die Taqesnuminer biS vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lofal 12'Bk auswärts 20 Big.
Verantwortlich für den polit.u. allgem.Teil i.V.: Fr. Hanne mann; für .Stadt u. 2anb- und Gerichtssaal': Curl Plato; für den Anzeigenteil: HanS Beck.
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'Der%un trat, nachdem dies geschehen und die Weide tinaezäunt werden Lonnte, um ihrem eigentlichen Zwecke L Venen, nicht selten der Fall em, daß solche Äemeinden, deren lÄrmeinderat die Melioration beschlossen hatte, um eine Jungviehweide einzurichten, aus einmal erklärten: der Gerneinderat ist gegen die Errichtung einer Jungvieh* weide, die Viehbesitzer würden eine solche Jungviehweide bndj nicht benutzen. Uni) warum wird auf einmal der Gemeinderat cmoeren Sinnes- kna ßVrnSnprfnufen
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Ter kleine Bauer treibt auch sein GespannDieh für einzelne agesstunden auf die Weide, zusammen mit dem Jung- ieb. Er treibt die Tiere, sobald sie einigermaßen satt |mu, nun, «ui die Gespanntiere bald nachher em-
-,iispannen Er kann daher feine Tiere nicht auf eine
weit entlegene eingefriedigte Weide bringen, meil er wenigstens seine Gespanntiere vielleicht schon nach einigen Stunden wieder braucht. Tie Jungviehweide, welche die jungen Rinder des ganzen Ortes aufnimmt, mag ziemlich weit vom Orte liegen; ein ausreichender Weideplatz aber in erster Linie für die Gespanntiere sollte ganz nahe bei feder Gemeinde geschaffen werden, dann könnte man in einer solchen Gerne nide die Einzelhut em und für allemal abschaffen. , .. .
Auf meiner Wanderung im Kreise Lauterbach an Del Straße nach Herbstein sah ich hier und da eine kleine Anzahl Rinder weiden auf Flächen, die man als Wüstungen bezeichnen konnte. Tie Tiere wurden von erwachsenen Leuten beaufsichtigt, häufig von dem Besitzer selbst. Er stand da, die Peitsche im Arm, die Pfeife im Munde, den Haushund zur Seite und betrachtete und, die vorübergehenden Fremden. Es wäre unmöglich gewesen, von diesem Gesicht die Gedanken abzule,en, die sich hinter der Stirn drängten. Anscheinend gleichgiltig und doch interessiert „wo die wohl her kommen mw wo die hin wollen" ließ der Hüter seines Viehes uns vorbei. Tie Zeitverschwendung bei der Einzelhut ist noch großer, wenn der arbeitskräftige Besitzer das Amt selbst verwaltet. Es soll nicht bestritten werden, dag Scyulttnder auch besseres thun können und daß es chnen nachteilig werden rann, fast den ganzen Tag sich selbst überladen zu sein. Sollten der Herr Pfarrer und fern Nachsvlger im Bericht nicht doch etwas zu schwarz gemalt haben i ich erinnere mich noch mit Freuden meiner Jtn alten jag re, des Treibens in den großen yerbftferien. Auch wir haben in Feld und Wald uns Herumgetrieben, sind um die Feuer gesprungen, haben gesungen und gelärmt, und manches qeLyan, was uns Prügel eingetragen hatte, Wenns befannt ' geworden wäre, aber geschadet hals uns nicht. — ^n dem i einen sind wir einig, die Emzelhut muß beseitigt werden. > In dem anderen wioerspreche ich: die mäßig betriebene Kinderarbeit in Wald und Feld nützt den Kindern, wenn ordentliche Aufsicht geübt wird, und es ist unter alten Umständen, besonoers aber bei dem Arbeitermangel auf dem Lande unrichtig, die Kinderarbeit ganz und gar besettigen
Vermischtes.
* Ein „Scherz' m 11 lurcytbarenFolgen. Einen schrecklichen Tod erlitt infolge eines furchtbaren „Scherzes" ein 16 jähriger Mb eiter Namens Harry Nutt in beit Lokomotivwerten in Patterson, New-Jersey. Ta er neu eingetreten war, schlugen fünf ältere Gefährten scherzend vor, ihn „einzuweihen". Sie schleppten chn während der Frühstücksstunde zu einem von komprimierter Luft getriebenen Krahn unb steckten ihm gewaltsam den Luftschlauch in den Mund. Sobald aber die Ouft frei wurde, strömte sie mit schrecklicher Wirkung in RuitS Körper hinein, dehnte seinen Leib zu doppelter Größe aus und verursachte furchtbare innerliche Verletzungen und Schmerzen. Tie Spaßmacher ließen erschreckt fofort ab und schlugen Alarm. Ruit wurde m em Krankenhaus gebracht, starb aber nach kurzer Zeit. Die an feinem Tode mitschuldigen Leute wurden verhaftet und wegen Totschlags angeLagt. Im Weifl«^ flriff »mtö ^er einen der Gefangenen an und hatte ihn getötet, wenn man ihn nicht rechtzeitig weggerissen hatte.
*Aus den Kaisertagen von Ems er^ihlt Furtz
Vhib nicht zum ersten Male Gegenstand der Besprechung i in Zeitungen, landwirtscl-aftlichen Vereinen usw. Was siiid Hütekinder- Schulpflichtige Jungen oder Mädchen, die Don ihren Eltern des Verdienstes wegen an kleinere oder größere Landwirte vom Frühjahr bis zum Spätherbst vermietet werden, um das Vieh auf den Weiden, oder besser gesagt Wüstungen, zu beaufsichtigen und um sich in Haus und Hof am frühen Morgen oder am Abend nützlich zu machen. Ter Hütejunge erhält von seinem Tienstherrn als Gegenleistung Wohnung und Kost und ■einen Barlohn von 20—40 Mark für die Saison. — Vor ca. acht Tagen brachte die Frankfurter Zeitung auS der Feder eines Landpaslors wahrscheinlich aus dem Vogels- berge einen längeren Artikel über den Hütejungen, der auch ein Mädchen fein kann. Unb in Nr. 338 derselben Leitung werden die Klagen über dieses Unwesen wie ts jener Artikel bezeichnet, bestätigt. Was von Alters her sich eingebürgert hat, ist nur schwer zu beseitigen, lad Einzelhüten des Rindviehes im hohen Vogelsberge ist eine Unsitte, die beseitigt werden muß. Mit einem Federstrich geht das nicht. Aber die Regierung, die dem land- virischaslllchen Provinzialverein Mittel zur .Verfügung stellt, um die Wüstungen im hohen Vogelsberg ^u meliorieren, wird, wo dies in den Gemeinden geschieht oder ge- ichehen ist, dahin wirken müssen, daß nun auf den ge- chnffenen Hutweideflächen auch wirklich gemeinsame Hut- iveiden eingerichitet werden. Tas ist nicht immer der 5-a(I, wie aus dem Nachstehenden hervorgeht. —
Für die Melioration der Hutweideflächen, die nie ae- 6üngt, nie in anderer Weise gepflegt wurden und die die aufgetriebenen Tiere eigentlich nur vor dem Hunger schützten, interessierte sich Se. Erl. der Graf Friedrich zu SolmS'Laubach als Präsident des landw. Vereins für die Provinz Lberhessen. Semen Anregungen ist es zu danken, daß die Regierung für jenen Zweck dem Provinzialverein Miel zur Verfügung stellte. Mit Gemeinden, die Versuche mit solchen Meliorationen zunächst im kleinen Maßstabe machen wollten, schloß der Verein Verträge ab: die Meliorationen wurden mit Mitteln der Gemeinde und mit Mittln der Regierung durchgesührt. Tie von F.lsblöcken, Gestrüpp, verwachsenen Amegenyausen überfäeten wüsten F-lächeu wurden gesäubert, geebnet, gedüngt, ein-gestieb, liefe Arbeiten rentierten glänzend und nach mehrjährigen Versuchen im kleinen ging man dazu über, größere Flächen zu meliorieren, damit .dieselben in Schlage ein- geteilt, eingefriebigt und zunächst ausschließlich als Jung- oiehweiden benutzt wurden. Nachdem sich nach em men wahren eine genügend starke Grasnarbe, die das Beweiben aeiialtetc, gebildet hatte, konnten Weiden eingerichtet werden. Um die Bildung dieser Grasnarbe zu sichern, mußte die meliorierte Fläche erst etwa zwei bis drei Jahre als Wiese benutzt werden, d. h. daS Gras wurde sur Rechnung der Gemeinde versteigert und durfte nur von deii Steigerern abgeerntet, nicht durch Ruider abgeweidet
nischter Artikel hat er etlichen Theaterkritikern, den Herren Harden, Kerr rc., sowie dem jüngsten^ der rezensierenden Gilde, dem 21jährigen Jakobsohn ihr Sundenregister gegen den Takt und den guten Geschmack vorgehalten. Natürlich hat es Entgegnungen geregnet die durch chren Ton für den unbefangenen Leser kund thun, daß eubermamt trotz aller Empfindlichkeit über seine letzten Mißerfolge nicht Unrecht hat. Tann hat Blumenthal, der mit hmemge- zogen wurde in den Strudel der Erörterungen das Wort genommen und speziell den Jüngsten öffentlich der Luge unb Verleumdung geziehen, sodaß dieser Mutigste fttzt den Schuh der Gerichte gegen den Verfasser des Meißen Rößtt anruft. Belustigend an der letzten Affaire ist es, daß Jalobsohn der Neffe Blumenthals ist, und dieser nicht wenig dazu beigetragen haben soll, die theaterweltumfafsendv Bildung des eben mündig gewordenen zu begründen und zu. "^Inzwischen trat Gerhart Hauptmann, der in diesem Kriege klug geschwiegen, fein neues Drama „Der^ arme Heinrich" herausgebracht unb einen schonen ^^lg erz>iett. Es bleibt abzuwarten, ob bei Sudermanns demnachstiger Premiere „Sokrates, der Sturmgeselle", die gleiche, schone Objektivität walten wird. Im übrigen macht den Erfolg eines Stückes durchaus nicht immer die Presse, wa» man an Mayer-Försters „Altheidelberg", das durchaus Nicht glimpflich krittsiert wurde, am deutlichsten sehen kann Tie
Woche" bringt eine Sondernummer dieses ^cyaufpieis mit vielem Bilder,chmuck, auch einem Prvftlbild ^er Augenbinde wegen) des Dichters, auf den Weihnachtstftch, und wird zweifellos bamii starken Erfolg haben. Wahr,ch<.ir^ lich wird d ann die künftige Tantieme der G. m o. H. August Scherl, ihrem vorjährigen Stande hon 28 Proz. wieder näher rücken. Ter böse „Tag" soll so viel getötet haben, bau die Herren Teilhaber sich diesmal mit t Pioz» zu begnügen haben sollen, was nebenbei bemerkt, doch ganz solider Zinsfuß ist. 21
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Bären geschlagen hat und ihn vor sich hermtragen scheint. Tie wenig wappenttindigen Berliner halten diese Darstellung für einen willkürlichen Scherz des Bildhauers. Sie wissen licht, welche Wandlungen das Berliner Wappentier schon hinter sich hat. Tas älteste bekannte Berliner siegel, etwa aus der Mitte des 13. Jahrhuiiberts, zeigt den Baren noch gar nicht; es präsentiert sich als ein zwischen schrägen Seitengebäuden eingefügtes Thor^unter dem der Branben- burqische Adler sichtbar wird. Erft 1280 erscheinen zwei aufgerichtete Bären als Schildhalter für das brandenburgische Adlerschild mit dem markgraslichen Flugelhelm darüber. Ein halbes Jahrhundert später steht der Bar schon selbständig im Stadtwa^pen — aber zum_ Z^fthEN der Abhängigkeit angebunden an den ^M?rkgrasenschild. Tann folgt die am Rolandbrunnen benutzte Darstellung von 1450. Im Anfang des 17. Jahrhunderts tauchte neben diesem bis dahin aflein gebräuchlichen em zweites Siegel auf welches den Bären allein, jedoch mtt Halsband zeigte. Als Anfang des 18. Jahrhunderts em Zusammen,chmerzen aller Stadtteeile Berlins vor sich ging, erhielt die vergrößerte Kommune auch, ein reicheres Wappenbild, einen dreiteiligen Schild, der oben die Adler von Preußen und Brandenburg, unten den aufrechten Daren, über dem Ganzen den Kurbut aufweist. 1839 wurde der Dar m einen besonderen,' mit der Mauerkrone geschmückten Schild gebracht und der Kurhut durch die Konigskrone ersetzt. Erst 1875 wurde durch Magistratsbeschlutz das Halsband ^des Daren aus dem Wappen entlerni. Aber es ist mir eine Schern» freibeit, bieber gute Bär genießt, der Adler schwebt nach wie vor über ihm, und weiß ihn zu zausen, wenn er einmal allzu -orummig wird, wie die Durgermeisterwahlen der verslosfcnen Jahre es ziemlkch deutlich erwiesen haben.
Nicht rn"t^ Halsbändern wohl aber mit Maulkörben möchte Hermann Sudermann, ber befannte achter der (Jbre", „Heimat", ic. etliche der schreiblustigen Sohne der alten Bärenstadt ver,ehen wissen. In einer Reihe gchar-
Plaudereien aus der Kaiserstadl.
(Nachdruck verboten.)
Lircus auf der Straße. — Da8 Berliner Stadtwappen. — Dom Sudermannkriege. — Altheioelberg auf dem Weihnachtstisch.
Je größer der Arbeiismangel, je zahlreicher das Heer /euer Straßenhändler, die um die Zeit vor dem groyen Sckienken die ncueften Erzeugnisse der Sprelwaren-^ndn- ftne feilbieten, jene billigen, buntlackierten Blechsiguren, bie durch eine Uhrfeder uno ein kleines, manchmal bis zum Jefte wirklich funktioni.rendes R-.derwerk getrieben, al e.le: ®C Dtßu 9« a^moren. 2ic»inal haben bie SutuSkute Sell geftanben. Ein Clown, bet auf ben §anbm gebt, eine i erliche Ballerma, Purzcibanm schlagende Mrob-rten ukw tummeln lich bei 8—10 titoo Reaumiu: unter Null aus dem Slrabenasphalt, dort wo der Wagenoerkedr eine Ca|e lutäßt unb bS braie, sonst so blasiert thuende Publikum bildet einen dichten Kre^ um die Dlechkunstler und kann sich rotz d"r Külte nicht trennem Luch em Tanzbar be- indel üch unter den blechernen Gesellen unb er madjt lebt omnerlielie Bewegungen aus den Hiutersugen. ,,Äber L iö m alleen^ st^t eine? der gerisseneren Berliner Tauge. Nichts^ neben mir! ^„Wenn bet en richtig Sender Berliner Lladlbär wäre, denn müsste ihm en
int Geniel packen, wie beim Sio-and uff m ^urstenkongreß in be Siegesallee! Un denn ^ürbick °?r°ch eenen koosen" Ein vetstandnisinniges ^°iachier begleitet d > boshajle Bemerkung, die auch da- augenblicklich-^^rmb.worl „wichtig gehcnb" i,(tatt „richtig") natürlich nicht verm fi l0®LIer Bildhauer des RolanbbrunnenL hat nämlich an seinem Bilbwerk das Berliner Sladtwappen angeb gch mil einer Beziehung auf bas Sck>m's°l des hchor u en Rolandstandbsldüs niü\t dos heute gibraucklich J Wappen der Stadt B.i:in d.'..ür gewäylt, loubent b.» von i45O, auf dem ein Adl' Laie Fange in bay 0-
GietzemrAMM
Eeneral-Anzeiger 57
trag des Provinzialvereins mit ber Gemeinde geht ja . nun allerdings dahin, daß die Gemeinde in diesem Falle Tagesstunden auf die. Wen das von dem Provinzialverein resp. der Regierung auf- Die gewendete Geld ^urückzuzahlen hat. Tas geschaht denn sind, nach Hause,^um . auch die Gemeinde hat sich aber doch durch die melio- i eierte Fläche eine ständig fließende — wenn die Flachss i weiter gedüngt und gepflegt wird — Einnahmequelle ge- i chasscn, ein gemeinsames Weiden der jungen Rinder auf - >er eingefriebigten Fläche unterbleibt und das Einzel- j hüten geht weiter. Hier wäre es angebracht zunächst an- i zusetzen. Ta, wo der Gemeinderat^ einmal beschossen hat, Jungviehweiden zu schassen, mußte mit demselben Beschluß die Einzelhut für ewige Zeiten aufgehoben sein. Nachdem mehrere hundert Hektar in der geschilderten Weise melioriert sind, auf den eingerichteten Jungviehweiden die Tiere reichlich und gute Nahrung finden unb sich freudig entwickeln, ist der Beweis erbracht, daß sich im hohen Vogelsberg aus den seit Jahrhunderten wüsten Flächen, sehr gute Weiden abringen lassen. Tie Meliorationen müssen weiter gefördert und die Ein^echute von Jahr zu Jahr in der Weise eingeschränkt werden, daß den Gemeinden das Recht unter Umständen die Einzelhut zuzulassen, entzogen wird. Unsere Bauern im Vogelsberg wissen letzt, daß es anders und besser zu machen ist.
Beide Artikel der Frankfurter Zeitung beschuldigen nun die größeren Bauern in den Gemeinden, sie seien an der Beibehaltung der Einzelhut interessiert und deshalb verschwände diese Art des Weideganges der Rinder nicht. Tas ist nach meinen Beobachtungen und Erfahrungen, die ich 5. B. im Kreise Lauterbach in der Richtung von dieser Kreisstadt nach Herbstein hin machte, nicht richtig. Tie größeren Bauern dort liefern Milch in die Molkereien und damit verträgt sich der Weidegang auf wüsten Flachen nicht. Ter zweite Artikelschreiber der Frankfurter S^tmig sagt selbst wörtlich: „Tie Tiere werden ohne Rücksichtnahme auf die Witterung von April bis November auf die unkultivierten Flächen getrieben, die oft kaum Nahrung für eine Kuh abgeben und kommen abends genau so hungrig heim, wie sie morgens den Stall verlassen haben.' Tas ist beinahe zutreffend. Aber von solchen Kühen kann man keine Milch in die Molkereien schicken, und da dies geschieht und ich mich in mehreren größeren Torfern überzeugt habe, daß dort vielfach Stallsütterung einge- füfirt ist, daß Kraftsuttermittel gekauft und gefüttert werden, so kann es nicht richtig sein, was jener Schreiber behauptet, daß die Clique der Großbauern in jebem xatf schuld sei an der Beibehaltung des Einzelhütens. — Ich kann ja bei meinen Wanderungen durch eine Anzahl Dörfer in der oben angegebenen Richtung falsch beschrieben sein, wenn mir gegenüber behauptet wurde, es seien die mittleren und kleinen Bauern, welche von Jungviehweiden nichts wissen wollten und deren Opposition man , im Gemeinderat zu fürchten habe. Es wurde meiter be- ’ hauptet und das stimmt mit meinen Beobachtungen über- ; ein, daß die kleineren Sauern die Einzelhut auf eigenem und Gemeindeeigentum am fleißigsten ausnutzten und nun befürchteten, dieser Vorteil höre auf, wenn sie gezwungen seien, ihr Vieh auf die Jungviehweide zu treiben, die nun auch dem größeren Bauern zur Verfügung steht. — Wer hat hier Recht? Unter allen Umständen, wiederhole ich, ist die Einzechut aus tausend Gründen em Fehler, der so ra ch als möglich beseittgt werden muß.
Tas geht aber nicht allein durch die Errichtung von Jungviehweiden, die in der Regel ziemlich weit ab vom a wiro au] einnuu r>c». I Torfe liegen. Bei der Errichtung von ^bhwei en, le - . < - . -„sptott Pimtcd? Weil das Grasverkausen den Zweck haben, die Einzelhut unnötig zu machen, und —memberat anocren Cinuu*? o i Keren reichliches und zu tta gl ick) es Futter zu sch an en,


