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KriesKasten der Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
Henchelbetm. Wenn von einem unserer Träger versucht toorben ist, stir die von uns den Lesern kostensrer gelieferten Wintersahrpläne eine Gebühr zu erheben, so sei nochmals ausdrücklich darauf hingeivieien, daß jeder Abonnent des Gieß. Anz." ein Exemplar der Fahrpläne ohne Vergütung erhält.
Don Schwindsüchtigen gerauchten Zigarren dermdaen, wie Dr. Peserico im Archiv Nir Hygiene unttetlt, die Tuberkulose mit Sicherheit unmittelbar, nachdem sie geraucht worden lind, und selbst noch bis zu zwei Wochen naher, falls Ile trocken aufbewahrt bleiben, zu übertragen. Sie vertieren diese Jnfektionssähigkeit etwa innerhalb zehn Tagen, tooferu sie an einem feuchten Ort aufbewahrt werden. Es ßcheint nämlich, als ob das Wasser auS dem Tabak Stoffe löst, welche den Tuberkel-Bazillen die Giftigkeit, vielleicht Iogar die Lebensfähigkeit nehmen. Soviel aus den aller- ingS nicht sehr zahlreichen Versuchen, die Dr. Peserico mit den auf der Straste und in den CafdS aufgelesenen Ztgarrenresteo anstellte, bervorgeht, ist die Gefabr einer Üebertragung der Tuberkulose durch Zigarrenstummel selbst in Padua, wo bie Sterblichkeit an Lieser Krankheit übermäßig groß ist, verhältnismäßig geling. PesericoS Versuche fiüen durchweg negativ LUS. In an gekauften Zigarren konnten Tuberkelbazillen Überhaupt nicht nachgewiesen werden. Im übrigen ist der Gehalt der Zigarren und Zigaretten an Keimen weder be- ßonderS groß noch besonders verschiedenartig. Schimmelpilze und Kartoffelbazillen nehmen den ersten Platz -ein; Llsdann kommen einige eitererregende Bakterien, derenAn- wesenheit vielleicht manche eitrige Erkrankung erklären kann, «lr welche der 'Raucher bisweilen die Zigarren cmzu- ßchuldigen pflegt.
Handel und Verkehr. Voikswirtschast.
Märkte.
g. «tetzen, 1L Dtt Der heutige Obstmarkt war sehr gut besahren, daS Angebot übertraf die Nachfrage, vieles Obst mußten die Händler wieder wegbringen. Die Preise gingen infolgedessen etwas herunter; Laseäpsel kosteten je nach der Sorte A—10 Pfg., Birnen 10—15 Pfg^ Zwetschen 10 Psg. Tue Obstpreise Mitten mit Ausnahme der Zwetschen noch mehr heruntergehen.
Grünberg, 11. Oktober. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 15.48 bis 15.60 Mk., Korn 14.86 bis 16.00 M, Gerste 00.00 bis 00.00 Mk., Hafer 18.78 bis 14.00 Alk., Erbsen 00.00—00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mark, Samen 00.00—00.00 SDtL Kartoffeln 4.50 bis 0.00 Alk.
ko. Arankfnrt a. M., 13. Oft (Telegr. Orig.-Bericht des .Gieß. Anz.^). AnUliche Notierungen der heutigen Liehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 449 Ochsen, 149 aus Oesterreich, 28 Bullen, 1 aus Oesterreich. 875 Kühe, Fersen, Stiere und ksiinder, 0 aus Oesterreich, 272 Kälber, 449 Schafe und Hämmel, 1091 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochsen l.Qualität71—73Mk., L. Qual. 66—68 Alk., 8. Qual. 68—64Mk.; Bullen 1. Quall 62 bis öl Mk., 2. Quall 68—60 AU.; Kühe 1. Qual. 66—68 2JIL, 2. Qual. 6 2-64 Mk., 8. Quall 54—56 Mk, 4. Quall 45-48 Mk., 5. Quall (Hl—00 Mk. Kälber: 1. Qualität80—82 Pfg^ Lebendgewicht 50—00 Pf., S' Quall 78—76 Pfg., Lebendgewicht 44—46 Pfg., Schlachtanvicht 62—65 Pfg., Schafe: 1. Quall Schlachtgewicht 68—65 Pfg., 2, Quall 59—61 Pfg., 8. Quall 00—00 Pfg.; Schweine 1. Quall stH—OOPsg^ Lebendgewicht 54 Pfg., 2. Quall 67—68 Pfg^ Lebendgewicht M1/« Pfg-, 8* Quall 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend; bei Kleinvieh gut Alles verkauft.
ko. g-rauksurt a. M., 13. Okll (Orig.-Telegr. des „Gießen. Ulnq.") Amtliche 9lotierunaen der heutigen tzruchtmarktpreise. !! Kerzen AU. 15.50—15.75, Kurhessischer Mk. 15.75-16.00, La Plata QJlt. 17.50—00.00, Kansas AU. 17.50—00^)0, Roggen (hiesiger) Mark 14.00—14^)0, Gerste (Wetterauer) DU. 15.25—16.00, Franken- sLlder Atk. 00,00—00,00, Hafer AU. 14^0—15.00, Mais AU. 13.50—00.00, Q'eizenmehl 0 All. 25.25—25.75, 2. Qualttät DU. 23.25
bi» All. 28.75, 8. Qualität Mk. 21.25—21.75, Roggenmehl 0 M. 28.00—28.50, L Qualität AU. 21.75—28.00, Weizenkleie DU. 8.75 bis All. 9.00, Roggenkleie AU. 9d0—10.00, Maiskeime Mk. 10.00 biß Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried DU. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
Spirtpü» ber orrrträgtru Frankfurter Ziadühratrr.
Opernhaus.
Dienstag den 14. Oktober, abends 7 Uhr: .Romeo und skulle. *
Schaufplelhaus.
Dienstag den 14. Oktober, abends 7 Uhr: .DeS Meeres und der Liebe Wellen/
Politische Tagesschau.
Der uatioualliLerale Delegierteutag
trat am 11. d. M. in Eisenach zusammen. Anwesend sind etwa 700 Teilnehmer. Äe erste Versammlung begann mit einer nach Frirm und Inhalt vollendeten Gedächtnisrede HammacherS auf Bennigsen. Tann folgte die Wahl deS Bureaus. Gewählt wurden: als Ehrenpräsident Hammacher, alS Präsident Büsing und zu Vicepräsidenten Sattler und Krause. Tas erste Referat hatte Bassermann über „Die polittsche Lage und die allgemeine Stellung der Partei". In seinen Ausführungen sprach, er sich, na. gegeneine englandfeindliche Politik aus und forderte, daß unsere Rüstung zu Lande und zu Wasser auf der Höhe bleibe oder auf sie komme. Er betonte, die Ablehnung der Auslandkreuzer sei ein Fehler gewesen, und sprach sein Vertrauen aus, daß der Kaiser für den Ausbau der Flotte sorgen werde. TaS Korreferat hatte Pros. Kahl übernommen, welcher sich hauptsächlich gegen Polen und Zentrum äußerte. Nach längerer Debatte referierte Patzig über den zweiten Punkt der Tagesordnung: Organisation und Agitation."
Herr Dr. von Frege,
der sattsam bekannte frühere Vicepräsident des Reichstages, teilt in einem Schreiben an die „Kreuzztg." mit, sein Gesundheitszustand sei derart schlecht, da^st er nicht daran denken könne, seinen Platz im Reichstage einzunehmen Nur die lleberzeugung, daß sein Wahlkreis bei einer Nachwahl gefährdet sei, der Sozialdemokratie anheimzufallen, und dringende Bitten, bis zum Schlüsse dieser Wahlperiode auszuharren, hielten ihn ab, sein Mandant niederzulegen. Herr v. Frege geht dann in dem Schreiben auf den Zolltarif ein und äußert sich dahin, daß, wenn der jetzt vorliegende Tarif scheitere, er sehr pessimistisch in die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands sehe, welche nur durch ehrliche Bundesgenossenschaft der Landwirtschaft und Industrie eine gesicherte fei. Ter Ertrinkende greif, e auch nach der schwankenden Planke, zumal wenn das rettende Boot in so unsicherer Ferne erscheine, wie eine feste Mehrheit des ReichMrgs für einen die Landwirtschaft ganz befriedigenden Zolltarif. Gerne wolle er sich geirrt haben, wenn ein besseres Resultat als die Regierungsvorlage zu erreichen sei; das Recht, an der Lauterkeit seiner Absicht zu zweifeln, räume er aber niemand ein, auch nicht den Matadoren der Maßlosigkeit, wo dieselben auch sitzen mögen.
Zu diesem Schreiben erklärt die „Kreuzztg.", sie könne diesen Ausführungen nicht zu stimmen, wohl aber teile sie die Meinung des Herrn v. Frege, daß nur durch ehrliche Bundesgenossenschast der Landwirtschaft und Industrie die Zukunft Teutschlanos eine gesicherte sei. Aber man müsse bedenken, daß die Industrie die ihr ehrlich von der Landwirtschaft dargebotene Bundesgenossenschaft nicht angenommen habe und noch immer daran festhalte: ,Ahr müßt uns (denen es gut geht) alles zugestehen, was wir wünschen, wir bekämpfen eure Wünsche (obwohl es euch schlecht geht)." Tas sei keine ehrliche Bundesgenossenschaft mehr, und deshalb lehre sie, die ,Meuzztg.", dieselbe ab und bekämpfe jede Erhöhung industrieller Zölle. Schmettere die Zolltarif- Vorlage, bann sehe sie durchaus nicht pessimistisch in die Zukunft.
Neueste Meldungen.
vrtginaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
New York, 13. Okt- Wie die „Tribüne" meldet, ist Präsident Roosevelt entschlossen, beim Kongreß die Ab- schaffun g der Eingaugszölle aus Koble durch- zusetzen. Die Abgeordneten des Kohlen-Reviers werden diesen Antrag bekämpfen, daß diese Zölle abgefchafft werden. Die Kohlen aus Neu-Schottland könnten alsdann denen der Vereinigten Staaten Konkurrenz machen.
Brüssel, 13. Okll Dem gestrigen Gottesdienst in der evangelischen Kirche wohnten die Generale Botha, De- larey und Ferreira mit ihren Damen bell Delo et traf 9 Uhr abends hier ein und hielt vom Balkon des Hotels mit Telarey Ansprachen an die Menge, in denen sie nochmals der Brüsseler Bevölkerung für den warmen Empfang namens des südafrikanischen Volkes dankten. Heute früh 8 Uhr reisten die Generale nach Paris.
Genf, 13. Okll Der Generalstreik ist für beendet erklärt worden.
G r e i tz, 13. Okt. Gestern abend entstand infolge der Explosion einer Petroleumlampe ein Gro»feuer, welches einen Teil der Marktstraße, im ganzen 12 Hauser, einäscherte. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Der Schaden wird auf 7—800 000 Mark veranschlagll
New York, 13. Okll Ein seltsamer Streck ist hier ausgebrochen. 2500 Journalisten haben ihre Tchätia- keit eingestellt. Dieselben fordern als BeriMerstatter eut Minimal-Honorar von 70 Dollar. Mehrere kleine Blätter haben ihr Erscheinen einstellen müssen.
St. Etienne, 13. Okt. Der Abg. Briant des Loire- Departements hat dem Ministerpräsidenten Combes mitgeteilt, daß er ihn über das tragische Vorkommnis in Terre noire interpellieren werde.
Telephonischer Kursbericht«
Frankfurt a. JBL.. 1L Oktober 1902.
378°/o Reichsanleihe . . 102.00 30/o do. ... 92.30 3*/.% Konsole .... 102.00 8% do......92.15
3*/2% Hessen .... 100.20 396 Oberheeaen . . . 99.60 4% Oesterr. Goldrente . . 102.80 4l/,% Oeaterr. BUberrente 101.80 4-6 Ungar. Goldrente . . 101.40 40/0 Italien. Bente . . . 108.30 4V,-6 Portugiesen . . . 50.70 0% Portugiesen, .... 81.85 156 C. Türken .... —
Türkenloae 122.60 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44L0
Suasere Argentiner —.—
8% Mexikaner .... 26.60 4,/s9/o Chinesen .... 92.65 Electric. Bohuckert . . . 82.00 Nordd. Lloyd . . . . —.—
Kreditaktien .... 216.00 Diskonto-Kommandit . . 188.00 Darmstadter Bank . . . 185.80 Dresdener Bank .... 142J5O Berliner Handelsges. , . 156.10 Oesterr. Staatsbahn . . . 158.75 Lombarden .... 20.40 Gotthardbahn 179.00 Laurahütte ..... 202.50 Bochum ...... 177.75 Harpener 170L0 Tendenz t fest.
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