Ausgabe 
13.6.1902 Zweites Blatt
 
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von

wärtigen Wehren empfangen;

29497040 Mk.

12723780

19853820 ,,

gegen 1900 663048960 Mk. 396475210 571333280

Alexander Sartorius, einen Kranz nieder. Kamerad Scherfs hielt eine Ansprache, in der er der Verdienste des Verstorbenen rühmend gedachte und darauf hinwies, daß er es nach Besiegung vieler Schwierigkeiten endlich erreichte, daß am 31. Dezember 1876 mit 57 aktiven Mit­gliedern eine Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde. Nachdem der Redner geendet hatte, begann die Ausstellung des Festtages, woran sich die zur Feier erschienenen aus­wärtigen Wehren, und sämtliche Licher Vereine beteiligten. Der Zug nahm dann seinen Weg durch die Stadt nach dem Festplatz, wo der Vertreter Großh. Kreisamts Gießen, Re­gierungsrat Dr. Wagner eine Ansprache an die Jubilare richtete, und die oben erwähnten Ehrenzeichen überreichte. Jubilar Scherfs dankte im Namen seiner Kameraden und brachte ein Hoch aus den Großherzog aus. Dann hielt Stiftsdechant Klingelhöfer die eigentliche Festrede, in der er einen Rückblick auf die erfreuliche Entwickelung der Wehr warf, uiüy mit einem Hoch- aus dieselbe endete. Hier­mit schloß die offizielle Feier. Wenn auch die Witterung nicht die günstigste war, so verlies das Fest doch in der schönsten Weise und wird gewiß bei allen Teilnehmern eine angenehme Erinnerung hinterlassen.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Unsere gestrige Notiz aus Reiskirchen betrifft den Gesang­vereinLiederblüte" in Burkhardsfelden", durch ein Versehen des Setzers war die Ortsbezeichnung gestern weg­gefallen und nicht den Reiskirchener GesangvereinHar­monie". Ein Frankfurter Kaufmann, der in voriger Woche Konkurs machte, hat sich in Neustadt i. O. eine Kugel in die Brust geschossen, er wurde ins städtische Krankenhaus geschafft. Der Mann soll bei seiner Abreise 30 Pfd. Spargel mitgenommen haben, wie ein Berichterstatter wissen will. Nachdem er sein Lieblingsgericht aufgezehrt hatte, griff er zur Waffe und versuchte sich ins Jenseits zu befördern. Der im Cafe Bauer in Frankfurt a. M. angestellte 18 Jahre alte Portier Ewald Hendricks aus Elberfeld istnach Verun­treuung von 1000 Mk. von dort verschwunden. In der Naumannschen Seifenfabrik in Offenbach platzte ein Ballon Schwefelsäure, dabei wurden zwei jüngere Arbeiter im Gesicht und am Ärm ziemlich erheblich verletzt, sodaß sie im Giranten hause verbunden werden mußten.

zusammen 1692932090 Mk. 1630857450 Mk. 62074640 Mk.

Der Zuwachs von 1899 auf 1900 betrug etwas mehr, 64 393 300 Mk. Auch in diesem Jahre ist, wie im vorigen, als besonders bemerkenswert der unverhältnismäßig große Anteil der Provinz Starkenburg an dem Zuwachs, der nicht viel weniger als die Hälfte des Gesamtzuwachses beträgt, heroorzuheben.

M. Lich, 12. Juni. Am Sonntag feierte die Frei­willige Feuerwehr ihr 25jähr. Stiftungsfest. Fol­genden fünf Feuerwehrleuten, die bereits 25 Jahre der Wehr angehören, wurde das ihnen vom Großherzog ver­liehene Ehrenzeichen überreicht: Christian Vater, Heinrich Vater, Ludwig Scherff, Karl Lotz und Paul Kächler. Tie Feier nahm einen recht schönen Verlauf. Am Sonntag

Vermischtes.

* Berlin, 12. Juni. In der Sellerstraße 14 hat ein junger Bursche die dort wohnende Wittwe Alt mann ge­würgt und die vorgefundene Barschaft geraubt. Der Thäter ist entkommen.

* Berlin, 12. Juni. Der Erfinder Hermann Gans­windt ist heute Nachmittag aus der Untersuchungshaft ent­lassen worden.

* Hildesheim, 12. Juni. Ein wegen Hochstapelei hier inhaftierter Dr. v. Weddstädt, bisher Assistent ander landw. Versuchsstation hier, ist als Falschmünzer ent­larvt worden.

* London, 12. Juni. Das Rcutersche Bureau meldet aus East-London vom 11. Juni: Während eines heftigen Sturmes sind gestern 3 Segelschiffe,Aurora" Schweden, Elise Linck" Deutschland,Atbara" Norwegen auf den Strand geworfen und gescheitert. Die aus 11 Mann be­stehende Besatzung derAtbara" ertrank mit Ausnahme des Kapitäns, der sich an Land befand. Die übrigen Mann­schaften wurden gerettet.

* London, 12. Juni. Unter den Schülern der Militärschule in Sandhurst ist ein Aufrühr ausgebrochen. 200 Schüler veranstalteten vor der Stadt eine große Kund­gebung und mußten von der Polizei zerstreut und in die Anstalt zurückgebracht werden. Eine strenge Untersuchung ist ein gekettet.

wohl ein guter Schwimmer, gelang es ihm nichr mehr, aus ihnen herauszukommen. Trotzdem sofort alle möglichen Ret­tungsversuche angestellt wurden, tonnte er nicht mehr gerettet werden. Die Leiche ist noch nicht gefunden.

* Bei einer Seeübung kollidierten, wie aus Kiel berichtet wird, die LinienschiffeWeißenburg" und Kurfürst Friedrich Wilhelm". Beide sind beschädigt zurück­gekehrt. Letzteres ist leck.

* Feuer. Nach einer Depesche sind die großen Ska S- kaer Kohlenwerke und Briketfabriken in Stasga bei Kamenz durch ein Feuer eingeäschert morden. Zahlreiche Maschinen wiirden vernichtet. Der Schaden soll über 500000 Mark betragen. ____________

morgen wurden die zum Besuch herbeigekommenen aus­später schloß sich eine

* Brüssel, 12. Juni. In der Vorstadt Molenbeck tötete ein Metzgergeselle seine Geliebte und beging als­dann Selbstmord.

* Paris, 12. Juni. Bankier Hugo Lorenz aus Berlin wurde am Dienstage enthaftet, nachdem er seine Gläubiger beftiedigt hatte.

* Orleans, 12. Juni. Gestern erfolgte auf dem he­figen Militär-Schießplatze eine heftige Explosion. Die Soldaten, welche dienstfrei waren, standen in Gruppen auf dein Platze herum. Einer warf achtlos eine brennende Cigarette weg, ohne zu wissen, daß in der Nähe eure Pulverkiste stand. In demselben Augenblick erfolgte auch schon die Explosion, wodurch vier Soldaten rötlich

für 1901

für Starkenburg 692546000 Mk.

Oberhessen . 409198990

Rheinhessen 591187100

Ausland.

London, 12. Juni. Nach einer Meldung der oft aus amtlichen Quellen schöpfendenBirmingham Postt ist über den Aufenthalt König Eduards aus dein Fest­lande noch nichts Bestimmtes entschieden. Kaiser Wil­helm habe kürzlich den Wunsch ausgedrückt, König Eduard möge Homburg besuchen und später die Gastfreundschaft des Kaisers in einem seiner Schlösser annehmen. König Eduard wird der Einladung wahrscheinlich Folge leisten. Königin Alexandra wird inzwischen nach Kopenhagen reisen.

Unterhaus. Kriegsminister Brodrick erklärt, daß die Untersuchung, die die Regierung über die Art derKriegführunginSüdafrika zugesagt hat, wahr­scheinlich durch eine königliche Kommission geführt

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 12. Juni. DerReichsanzeiger" verössentlicht emen ausführlichen Bericht über die Ausgrabungen der deutschen Orientgesellschaft bei Abusir in Egypten, deren für vev- schiedene deutsche Museen beftimmte Ergebnisse dieser Tage m Alexandrien nach Hamburg verladen wurden.

Die Kapellineisterfrage der Frankfurter Oper ist durch das Engagement des Dr. K u n w a l d erledigt. Der Künstler tritt seine Franksurler Stellung zu Begum der neuen Saison am, 1. August, an, wird aber in der Zwischenzeit noch einige größere Werke neu einstudieren und herausbringen. Sein zweites Probedirigieren BeethovensFidelio" war em fast noch gröberer Erfolg als die brillanteLristan"°Auffuhrung. Eine Glanzleistung war die dritteLeonore"°Ouverture, welche Kunwald wohl mit freier Temponahme, dafür aber mit um so fernerer Nüancierung und großartiger Steigerung dirigierte.

Verstaatlichung des Aerzteweseus. In der holländischen KettungDe Standaard" teilt ein Arzt mit, daß eine Anzahl seiner Fachgenossen aus derMedizinischen Gesellschaft", der konservativen Maatschappij van Geneeskunde" ausgetreten ist, um einen Aerzte» verband zu gründen, der die Verstaatlichung des Aerztewesens an­streben soll. Es wird der Vorschlag gemacht, einen Staats-Kranken- fonds zu gründen, bei dem jeder Haushaltungsoorstand Mitglied ein müßte und einen seinen VerhälMissen entsprechenden Beitrag zu zahlen hätte. Mit 12 Prozent von dem Einkommen über 500 Gulden würde man schon viel ausrichten können. Die ärzt­liche Hilfe würde für alle Einwohner eine gleichartige sein, Slandes- unterschiede könnten nicht berücksichtigt werden.. Aus je 2000 Ein­wohner sollte eine Staatsarzt kommen, sodaß für die ca. fünf Millionen Einwohner Hollands 2500 Aerzte staatlich anzustellen wären, die selbstverständlich nicht nur Kranke zu behandeln, son­dern auch in allen hygienischen Fragen Rat und Auskunft zu er­teilen hätten.

werde.

Die englische Mission nach dem Tsadsee unter Oberst Morland hatte vollen Erfolg. Es wurde eine Garnison errichtet. Tie Franzosen zogen sich beim Vorrücken der Engländer zurück.

Haag, 12. Juni. Tie Konvention zur Regel- ( ung von Widersprüchen in den Gesetzen der , verschiedenen Staaten über die Eheschließung, : die Ehescheidung, die Trennung von Tisch und Bett und den Schutz Minderjähriger ist heute in Gegenwart des Ministers des Auswärtigen, des Justizministers und des , Staatsrats Asser von den Niederlanden, Deutschland, Belgien, Frankreich, Oesterreich-Ungarn, Italien, der Schweiz, Spanien, Schweden, Rumänien und Luxemburg unterzeichnet worden. Dänemark, Norwegen und Rußland haben noch nicht unterzeichnet.

Paris, 12. Juni. (Deputiert en kammer.) Der Sozialistenführer I a u r ö s erklärt, die Sozialisten würden mit der ganzen übrigen Mehrheit an der Arbett für die Republik und Demokratie sich beteiligen. Redner verlangt Annahme der Brüsseler Zuckerkonven­tion. Er frage sich, ob es nicht Sache Frankreichs sei, den ruhmreichen ersten Schritt in der Frage der allge­meinen Abrüstungen zu thun. Tie elsaß- lothringische Frage könne hierin kein Hindernis bilden. (Unterbrechungen auf der Rechten.) Nach längeren Ausführungen des neuen Ministerpräsidenten Combes er­teilte die Kammer dem Ministerium ein Vertrauensvotum mit 329 gegen 124 Stimmen.

Wien, 12. Juni. Abgeordnetenhaus. Zur Be­ratung steht der Dringlichkeitsantrag Berger wegen Zu­rückziehung der Vorlage betreffend das Douau-Dampf- schiffahrtS-Ablommen. Während der Ausführungen des Abg. Berger kommt es zu lebhaften Kontroversen zwischen dem Abg. Schönerer und einigen Alldeutschien einerseits und dem Abgeordneten Wolf, wobei Beschimpfungen schärfster Art fallen. Schönerer ruft wiederholt gegen Wolf gewendet:Führer der korrupten Presse!" Wolf ruft:Er ist wieder einmal besoffen!" Wolf gegen Jro gewendet:Gleich wird es Ohrfeigen geben."' Jro antwortet:Die Ohrfeigen wirst Dm bekom­me n u n d zwar im Parlamen t." Berger spricht fast drei Stunden für die Dringlichkett seines Antrages. Das Haus lehnt die Dringlichkeit ab. Sämtliche Antragsteller treten von ihren Tringlichkeitsanträgen zu Gunsten des­jenigen des Abg. Kubr und Genossen zurück. Das Haus verhandelt hierauf über diesen Antrag betr. das Verbot der Rayonierung des Rüb en ein kauf es und nimmt die Dringlichkeit des Antrages an.~

Karlsbad, 12. Juni. Ter Schah von Persien schenkte dem deutschen Schulvcrein 1000 Kronen.

Petersburg, 12. Juni. Ter Regierungsbote meldet, daß der A t t e n t ä t e r L e ck e r t, der das Attentat auf den Gouverneur von Wahl verübte, zum Tode ver­urteilt und, nachdem sein Revisionsgesuch, verworfen, am 10. d. M. hin gerichtet worden sei.

Bei dem gestrigen Paradediner zu Ehren des Fürste n von Bulgarien im Großen Palais zu Peter- hof brachte der Kaiser einen Trinkspruch auf den Fürsten, den Erbprinzen Boris und auf das Gedeihen Bulgariens! aus. Der Fürst erwiderte mit Dank für den Empfang seitens des verbündeten Ziußland und brachte ein Hoch auf den Kaiser, die kaiserliche Familie und das Brudervolk aus. Nach dem Diner wandte sich Fürst Ferdinand an den Kaiser mit einer Ansprache, in welcher er ausführte, Bul­garien errichte Alexander II. in der Hauptstadt ein Denkmal als Ausdruck des Dankes, daß Rußland Bulgarien zu selb­ständigem Leben berufen habe. Ter Präsident der So- branje, Zankow, bat den Kaiser, der Enthüllung beizw- wohnen.

K o n st a n t i n o p e l, 12. Juni. Unkontrollierbaren Ge­rüchten zufolge soll Marschall Faad Pascha in Da­maskus im Ge s ä n g,n i s p l ö tzlich gestorben (?!) sein. Eine ganze Reihe von höheren Hvfbeamten aus der nächsten Umgebung deo Prinzen Mssuf Jssedin, des ältesten Sohnes des Sultans Abdul Assis und also Vetters des regierenden Herrschers, wurde verhaftet und ver- angeblich wegen Komplotts. Gegen Personen

des Hoshaltes anderer Prinzen find ähnliche Machenschaften im Gange.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 13. Juni 1902.

LU. Die Kommission zur Förderung der körperlichen Spiele bei den Studenten hat ihre Vorbereitungen soweit beendet, daß die Spiele am Samstag, den 14. Juni, 6 Uhr abends, auf dem Trieb unter Leitung des Lehrers Ziep recht ihren Anfang nehmen können.

** In die hiesige Klinik wurde vorgestern Nachmittag der Arbeiter Stephan aus Dillenburg schwer verletzt einge­liefert. Stephan war mit einem anderen Arbeiter namens Ringel auf dem Dillenburger Puddlings- und Walzwerk beim Ablöschen von Puddel-Schlacke beschäftigt, als diese explodierte. Beide erlitten schwere Brandwunden.

** Das Gesamtbednrfnis der Landesbrandversicherungsanstalt beträgt nach der im Regierungsblatt erfolgten Bekanntmachung ür das Jahr 1901 1 153 724,52 Mk., worunter an eigent­lichen Brandentschädigungen und Abschätzungskosten 928160,13 Mark. Von den Kosten einzelner größerer Brände sind hcr- oorzuhcben: Turnhallebrand in Darmstadt am 19. Nov. 1901 58069,60Mt., Schneider'scheDampfwalzmühle in Mainz am 8. Juni 1901 140 937 Mk., Waldmühle bei Ober-Ramstadt am 31. August 1901 21 222,58 Mk. Der Ausschlag beträgt, wie im Vorjahre, 7 Pfg. auf je 100 Mk. Umlagekapttal, also

Del." wollte erfahren haben, daß die deutsche Regierung gegen die Ansiedelung aus g ew anderter Buren in Deutsch-Südafrika sei. Dem gegenüber erfährt dasBert. Tgbl." von unterrichteter Seite, daß die deutsche Regierung in letzter Zeit keinen Anlaß gehabt hat, zur Frage einer Bureneinwanderung nach Deutsch-Süd- westafrika neuerdings Stellung zu nehmen.

In Weihsien und (San ton (China) wurden, wie uns das Reichspostamt mitteilt, deutsche Po st an­statt en eingerichtet.

Die Gesetzsammlung veröffentlicht das Gesetz bett. Fürsorge für Beamte infolge von Betriebs­unfällen vom 2. Juni und das Gesetz gegen die Ver­unstaltung landschaftlich hervorragender Gegenden vom 2. Juni.

Der Bundesrat crtettte in seiner heutigen Sitzung den Beschlüssen des Reichstages zum Gesetzentwurf betr. die geschäftliche Verhandlung des Zollt arif-- entwurfes seine Zustimmung. Tie Beschlüsse des! Reichstages zu den vom Abcß Lieber und Genossen vor­gelegten Gesetzentwurf, betr. die Freiheit der Reli- gionsübung wurde den zuständigen Ausschüssen über­wiesen. Der Bundesrat beschloß ferner, den Gesetzentwurf wegen Aufhebung der außerordentlichen Ge­walten des Statthalters von El s a ß-Lo t h r i n g e n zur kaiserlichen Vollziehung vorzulegeii und erteilte dem Aus­schußantrage zu der Vorlage betreffend die Ausführungs- bestimmungen zuin Scha um w e in st eu e r g e s e tz, sowie den Ausschußberichten zum Eiitwiirf der Bestimmung über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Helchelräumen und dergleichen und über die Vorlage betr. Aenderungen der Praagraphen 42 und 43 der Eisen­bahnverkehrsordnung (Beförderung von Leichen der Gsenbahn) seine Zustimmung.

verletzt wurden.

* Konstantinopel, 12. Juni. Heute Nacht 11 Uhr spürte man in Pera einen ziemlich heftigen Erdstoß, der von unterirdischem Getöse begleitet war.

* Beim Baden inl Rhein ertrank in der Nähe Germersheim der Leutnant Hatzfeld von der 5. Kompagnie des 2. bayrischen Fußart.-Regts. Er hätte bei der Garnisonschwimmschule den Rhem, der gegenwärtig ziemlich hoch geht, durchschwommen und wollte wieder zurückschwimmen, als eben ein Vergnügungsdampfer rheinaufwärts gefahren kam. Dabei wurde er in die Wellen hineingerissen und, ob-

Gerichtssaal.

S. Darmstadt, 12. Juni. Die Strafkammer verurteilte am 10. ds. den 32 Jahre alten Lehrer Georg Hechler in Seeheim, der seit 14 Jahren dort angestellt ist und eine Klasse von 76 Schulern und Schülerinnen führt, wegen lleberfdirettmig des Zuch- tigungsrechts unter Annahme mildernder Umstande in eine Geldstrafe von 20 Mk., event. 4 Tage Gefängnis. H. hat am 4. Januar d. I. einen achtjährigen Schüler, der in der Rechen­stunde nicht aufmerksam genug war, mit einem Stocke mehrere Hiebe auf den Kopf gegeben, sodaß die Ohrmuschel stark anschwoll und über dem linken Schläfenbein einen Einriß zeigte. -ter Junge hatte ferner auf dem Kopfe fünf bis jechs ca. 8 Ctm. lange und 3 4 Ctm. breite bläulich gefärbte Wulstungen.

Marburg, 10. Juni. Der erst 23 Jahre alte Kausmarm Hugo Büchsen schütz aus Sachsenberg in Waldeck erschien im März in Thalitter und in Vöhl und gab sich als Vertreter der Industrie-Gesellschaft Goldbaum u. Co. in Duisburg aus. Als solcherkaufte" er die Dr. Günther'sche Papierfabrik m Vohl für 50 000 Alk. und trat, obwohl er keinen Pfennig hatte, mit dem Gutsbesitzer Staudinger in Viermünden in Unterhandlung, um dessen Gut für 200 000 Mk. zu kaufen. Zugleich trcn er als Ver­treter seinerGesellschaft" Anstalten, eine Molkerei, Spiritus- und Hefefabrik zu gründen, und machte Abschlüsse mit einer Anzahl von Landwirten wegen Lieferung von 900 Liter Milch taalich. Da­neben aber borgte er verschiedene Personen um nanchaftc Geld­beträge an und verkaufte aus der noch nicht bezahlten Papierfabrik für 2300 Mk. altes Eisen. Wegen djeser verschiedenen Betrüge­reien wurde Büchsenschütz von der hiesigen Strafkammer heute zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Vertin, 12. Juni. Prozeß Sanden. Die Verhandlung ivird heute wieder aufgenommen bei dem Teil der Anklage, der von den Terrainspekulationen der Angeklagten Ed. wanden und Puchmüller und der Art, wie diese verbucht worden sind, handelt, liebet die komplizierten Buchungsfragen läßt sich Geh. Rat Hecht in einer längeren Darlegung aus, ivclche die ganze Buchungs- methode, die bei dem Spielhagen-Konkurs Platz gegriffen hatte, zum Gegenstand hat. Ihm sei bei der Prüfung dieser Buchungen manchmat schwindelig geworden, denn Millionen spielten gar feine Rolle. Der Geldbeutel bei den hier in Frage kommenden Geschäften der Angeklagten Sanden und Puchmüller fei zweifellos die Preuß. Hypothekenaktienbank gewesen. Wohin mehrere Millionen gekommen seien, laffe sich nicht feststellen. Staatsanwalt Beeck stellt noch ein­mal fest, daß den Angeklagten der Vorwurf gemacht werbe, daß sie Hypolhekengeschäfte für eigene Rechnung gemacht haben,P)te aus diesen Geschäften entstandenen Verluste jedoch auf die -rochter- gesellschasten abgeschoben haben. Puchmüller beftreitet bie§. Tie Bücherrevisoren Kruse und Hilschke laßen sich über die Buchführung aus. Tie Konten hätten nicht stimmen können, weil die Angeklagten die Salden geschoben hätten, wie es ihnen gerade gepaßt habe. Die Anklagebehorde faßt das Ergebnis der Fesfftellungen dahin zu­sammen : Das Risiko der Spekillationen trugen die Prcußenbank und die Grundschi-.ldbank. Tie Angeklagten beliehcn die Grund­stücke auf Grund von unrichtigen Taxen weit über die statuten­mäßige Grenze hinaus, und zwar gegen verhälinißmäßig geringe Zinssätze, zahlten die Zinsen nicht bar und Provisionen überhaupt nicht. Tagegen erlitten die Banken dadurch, daß ihnen die in­solvente Aktiengesellschaft für Grundbesitz und >vypothetenverkehr als Schuldnerin überwiesen wurde, einen erheblichen Ausfall. Es folgt die Verhandluiig eines Abschnittes der Anllage, bei dem Heinrich Schmidt und Eduard Sanden der Untreue beschuldigt

Hebung der Freiwilligen Feuerwehr von Lich an, und um 1 Uhr begab man fitÄ mit Musik auf den Friedhof und legte an dem Grabe des Gründers der Licher Feuerwehr,

70 Pfg. °/O0. Die Brandversicherungskapttalien der Gebäude, von welchen die Umlage erhoben wird, stellen sich

also Zuwachs