Ausgabe 
13.1.1902 Zweites Blatt
 
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Dame aus seinem Bureau besucht wurde, soll, von der Liebens­würdigkeit der Besucherin hingerissen, sich soweit vergessen haben, daß die Dame große Kosten verursachende heikle ?ln- sorüche an ihn geltend macht. Auch ist Anzeige wegen Außerachtlassung der seinem Berufe schuldigen Pflichten gegen den Herrn erfolgt, und so dürste der Vorfall ein für diesen unan­genehmes Nachspiel haben. Wie uns versichert wird, wird der hiesige Stadt-Kommandant, General-Major v. Tamm demnächst in den wohlverdienten Ruhestand treten. Sein Nachfolger soll ein hessischer Offizier werden.

Mainz, 10. Jan. Wir berichteten gestern von der Zug­entgleisung zwischen Raunheim und Kelsterbach. Die Passagiere wurden von dem Luxuszug 9 Uhr 5 Min. ab Frankfurt aufgenommen und hierher befördert. Hierbei er­eignete sich nun, demMainzer Anz." zufolge, das folgende echt Lureaukratische Stückchen, daß nämlich den betr. Passa­gieren von dem Personal des Luxuszugs 90 Pfg. Zuschlags­gebühr abgefordert wurden. Tic Passagiere verweigerten natürlich die Zahlung der Zuschlagsgebühr, da sie nicht frei» willig den Luxuszug benutzten.

Frankfurt a. M., 12. Jan. Die in den letzten Tagen hier stattgehabten Ansammlungen Arbeitsloser haben den Regierungspräsidenten veranlaßt, mit dem Polizei­präsidium und dem Magistrat persönlich über die zur Ver­meidung von Wiederholungen ähnlicher Vorkommnisse zu er­greifenden Maßnahmen zu konferieren. Es ist Vorkehrung getroffen, daß seitens der Exekutivpolizei alle Ansammlungen auf das energischste von vornherein unterdrückt werden; seitens der städtischen Behörden wird für Beschaffung regel­mäßiger und vermehrter Arbeitsgelegenheit weiter gesorgt werden.

fc. Frankfurt a. M., 12. Jan. (Telephon-Meld, desGieß. Anz.") Gestern frül) wurde in einem Uhr­laden auf der Neuen Zeil eingebrochen. Durch die elektrische Allarmglocke erhielt die Inhaberin von dem Einbruch Wind. Sie ries um Hilfe und vertrat den Dieben den Weg, chnen einen geladenen Revolver vorhaltend. Zwei Schutzleute eilten herbei und nahmen die Diebe, einen Schlosser und einen Schreiner fest. Die beiden hatten für etwa 1000 Mark gestohlene Uhren in ihren Stiesel- schasten verborgen.

Fran kfürt a. M., 11. Jan. Heute kam es an beiden Enden der Schnurgasse zu einer stärkeren Ansamm­lung Arbeitsloser, die durch eine größere Anzahl Schutzleute, ohne daß die Menge Widerstand leistete, bald- zerstreut wurde. Auch sonst wurde die Ruhe dank den von der Polizei getroffenen umfassenden Maßnahmen nirgends gestört.

fc. Hanau, 12. Jan. Vor einiger Zeit wurde von der hiesigen Polizei die Rezitation des DramasDie größte Sünde" von Otto Ernst verboten. Auf die Beschwerde des Vereins Prometheus, der die Rezitation s. Z. ver­anstalten wollte, traf nun vom RegierungssiräsÜrenten in Kassel die Antwort ein, daß er die bezügliche Verfügung des hiesigen Polizeidirektors nicht für gerechtfertigt erachten könne. Die Verfügung beruhe auf einer Ver­kettung bedauerlicher Zufälligkeiten, deren Wiederkehr vor­gebeugt sei. Die Rezitation des Dramas soll nun Mitte Februar stattfinden.

Vermischtes.

* München, 12. Jan. Dr. Si g l hinterließ etwas über 300 000 Mk.

* Paris, 12. Jan. Der Marineleutuant D e r a i s o n hatte heute wiederum infolge der Berröffentlichung seiner BroschüreMes Maritimes" ein Duell mit dem Leut­nant Pidal vom 112. Linien-Regiment. Gestern abend fand eine große Protestversammlung gegen die Verurteilung des Kindesmörders Briöre statt.

* Tourcoing, 10. Jan. Die Maschine des heute früh 7 Uhr aus Belgien auf dem hiesigen Bahnhofe ein­gelaufenen Zuges wurde von der Zollbehörde beschlagnahmt. Man fand nämlich unter den Kohlen der Maschine 100 KilogrammTabakversteckt, welche vom Maschinisten und Heizer eingeschmuggelt werden sollten- Beide wurden verhaftet und die Maschine zurückbehalten.

* ® en ebig, 10. Jan. Der Hauptmann Succi, ein Bruder des bekannten Hungerkünstlers, hatte ein Duell mit dem Baron Daffalo- Taffalo wurde am Halse und Succi am Kopfe verletzt- Die Veranlassung zu dem Duell war eine Differenz über eine Adelsfrage.

Graz, 11. Jan. Der Artiller i eh auptmcrnn Beranck stürzte beim Remontereiten vom Pferde und brach das Genick- Der Tod trat sofort ein.

* Budapest, 11. Jan. Der Ohrenarzt Dr. Th o m ka, welchem kürzlich mittels Einbruchs über eine Viertelmillion Kronen Wertpapiere gestohlen wurden, stürzte sich aus dem vierten Stockwerk auf die Straße und blieb sofort tot

* Petersburg, 13- Jan. Beim Brand e eines höl­zernen Hauses in der letzten Nacht kamen zwölf Men­schen um; zwanzig Personen erlitten Brandwunden-

* Neue Eisenbahnunfälle. Auf der Strecke Witten-Langendreer der Märkischen Straßenbahn­gesellschaft stürzte am 11- d. M. ein Wagen um. Non den Passagieren des Wagens sind drei schwer, die übrigen leicht verletzt worden- Ein Materialzug stürzte am 12- d. M., wie aus der süditalischen Stadt Brindisi ge­meldet wird, in den EillareYsbach- Ter Zug führte etwa 20 Arbeiter und Material zur Wiederherstellung der vor einem Monat eingestürzten Brücke über den Bach mit sich- Bis heute nachmittag sind vier Tote und neun schwerverletzte festgestellt worden. Ter Maschinist des Zuges ist flüchtig geworden, der Heizer wurde verhaftet-______

Kittrratur, Wissenschaft und Kunst.

Ein Neubau des Hofthcaters in Darmstadt. Wiener Blättern wird aus Darmstadt berichtet: Vor Kurzem wurde der Wiener Theaterarchitekt Baurat Helmer zum Großherzog von Hessen berufen, um mit demselben über den Plan einer Rekon­struktion des hiesigen im Jahre 1b'8 erbauten Hoflheaters, das sich als unzureichend erwiesen har zu konferieren. Baurat Helmer hielt dem Großherzog über die Angelegenheit eingehenden Vortrag, doch konnte derselbe sich nicht alsogleich entschließen, weil es sich um einen Kostenaufwand von 900,000 Mk. handelt, zu dem das Land 600000 Mk. beizutragen hätte. Nach der Entscheidung der Kammer über diese Beilragsleistung wird der Großherzog den Umbau des Hostbeaters beschließen.

Dem Bildhauer Magnussen ist der Auftrag zu Teil ge­worden, die drei Meter hohe Statue des Jenenser Prof. Ernst Häckel für ein Denkmal zu schaffen, das zu Lebzetten des Ge- lchrlen nach der Natur qearbettet werden soll, aber ersl nach dem Tode enthüllt wird. Ein Verehrer des großen Forschers hat 60000 All. für das Werk ausgesetzt, das vor dem zoologischen In­stitut zu Jena, Häckels vierzigiähriger Arbeitsstätte, errichtet wer­den wird.

Pater Jacob em nachgelaffenes Doirsstück mtt Gesang m fünf Akten von Earl Morre (dem Verfasser desNullere") vollendet von Leo Harand, gelangt demnächst zur Versendung an die deutschen Büsnen. Tas e>tüc£ hatte kürzlich in Wien starken Erfolg.

Wilhelm Mcycr-FörstcrsTltt-Hcidclberg" erzielte bei wicksamer Jnscenierung durch Tr. Rauch einen glänzenden

er Verein für wissenschaftliche Heil­kunde in Königsberg, dessen Mitbegründer Helm­holtz gewesen ist, hat die Universitätsprofessoren DDr. Goltz- Straßburg, Langendorff-Rostock, v. Leyden-Berlin und Vossius-Gießen zu Ehrenmitgliedern ernannt

Kandwirlfchast.

Das Baccelli'schc Heilverfahren gegen Maul- und Klauenseuche. TieTarmst. Ztg." enthält einen längeren Aussatz amtlichen Charakters, in dem die Ergebnisse der Anwendung des Baccellischen Heilverfahrens bei an Maul- und Klauenseuche er­kranktem Rindvieh im Großherzogtum Hessen während des Monats Dezember 1901 geschildert werden. Der Artikel kommt zu folgendem Schluß: Was den Einfluß des Baccellischen Heilverfahrens auf den Verlaus der Erkrankungen von Rindern an Maul- uiid Klauen­seuche betrifft, so genügen die Beobachtungen, welche hier gemacht morden sind, nicht für einen sicheren Schluß. Tie Ergebnisse der verhältnismäßig wenigen Fälle, welche hier erwähm sind, haben jedoch gezeigt, daß die Anwendung des Baccellischen Verfahrens auf die bei dem diesmaligen Auftreten der Maul- und Klauenseuche in Hessen beobachtete Sterblichkettsziffer einen merkbar günstigen Emsiuß nicht ausgeübt hat.

Aus Berlin wird geschrieben: Die Unterdrückung derMaul- und Klauenseuche, die ja unendlich vil Soden angerichtet hat, ist der preußischen Regierunng immer noch nicht gelungen; auch die Untersuchungen über die Seuche selbst sind infolge der Schwierigkeiten und Langwierigkeiten der zu prüfenden Untersuchungs­methoden noch nicht zum Abschluß gelangt. Die bisher aber durch die Untersuchungen gezeitigten Resultate sind durchaus günstig, und die Regierung hat die Hoffnung, daß es gelingen wird, auch für Rinder ein wirksames und, praktisch durchsührberes Jmmunisierungsverfahren zu finden.

Markte.

Grünberg, 12. Januar. Frachtmarkt (DurchschnAS» preis pro 100 Kilo.) Weizen 16.16 bis 16.25 Mk., Korn 13.50 bis 00.00 All., Gerste 13.24 bis 00.00 Mk., Hafer 13.78 bis 15,00 Mt, Erbsen 15.66 bis 00.00 Mk., Linsen 00.00 Alk., Lein 00.00 Mk., Wicke» 00.00 Mk., Samen 00.00 All., Kartoffeln 0.00 bis 0.00 Ack.

fc. Frankfurt a. M., 13. Jan. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Skalierungen der heutigen Fruchtmarktpreise.' Weizen Alk. 16.5016.75, Kurhessischer Alk. 16.7517.00, La Plata Alk. 17.7518.00, Kansas Alk. 00.0000.00, Roggen (hiesiges Mk. 14.2500.00, Gersle (Wetterauer) Mk. 15.7516.50, Kleie Mk. 00.0000.00, Haser Alk. 14.5015.75, Mais Alk. 00.00 bis Mk. 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 25.0025.50, 2. Qualität Mk. 23.00 bis Alk. 23.50, 3. Qualität Alk. 21.0021.50, Roggenmehl 0 Alk. 22.0022.50. 1. Qualität Mk. 20.7521.00, Weizenkleie Alt 8.50 bis Alt 00.00, Roggeiikleie Alk. 9.500.00, Maiskcime Alk. 9.50 bis Mk. 10.00, Frankenpfälzer Rieb Mk. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

io. Frankfurt a. M., 13. Januar. (Telegr. Orig.-Bericht deS Gieß. Am/). Amtliche Notierungen der heutigen Biehmarkt^ preise. Zum Verkaufe standen 412 Ochsen, darunter 123 auS Oesterreich, 48 Bullen, darunter 0 aus Oesterreich, 928 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 332 Kälber, 325 Schafe und dämmet, 1411 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht. Ochsen 1. Qualität 6769 Alk^ 2. Qual. 5963 Alk., 3. Qual. 5356 Mk.; Bullen l.Qual. 53 bi» 55 Ack., 2. Quall 4850 Akk.; Kühe 1. Qual. 5860 Mk., 2. Qual« 5557 Mk., 3. Quoll 4345 Ack, 4. Quall 3234 Mk., 5. Quoll 3031 Ack. Kälber: 1. Qualität7880Pfg.,Lebendgewicht 4648 2. Quoll 7173 Psg., Lebendgewicht 4244 Pfg^ 3. Quoll Schlochb- gewicht 6066 Pfg., Schafe: 1. Quall Schlachtgewicht 5658 Psg^ 2. Quall 4648 P(g., 3. Qual. 4044 Pfg.; Schweine L CLuaL 68 Psg Lebendgewicht 5400 Psg., 2. Qual. 67 Pfg., Lebendgewicht 53 Pfg., 3. Quall 58 bis 60 Psg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gedrückt, bei Kleinvieh gut Markt: ge­räumt. Ueberstand sehr bedeutend.

Evangelische Gemeinde.

Montag den 13. Januar, abends 8 Uhr, Bibel st unbe inr Konfirmandensaale der Johanneskirche. Abschiedsworte des Herrn; von Ev. Johannes Kap. 13, Vers 33 an, der den Jüngern bevor­stehende Trennungsschmerz und ihr Trost

Pfarrer Dr. Naumann. ,

Neueste Welöungen.

Gerichtssaall

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Frankfurt a. M., 13. Jan. Auch für die nächsten Tagt

Telephonischer Kursbericht

Tendenz: fest

101.45

90.40

101.60

90.30

99.80

372% 3%

3 y./o

3% 31/2%

102.70

100.30

100.30

100.80

40.40

26.95

27.35

105.80

42.30

daß viele umkehren mußten, besteht hauptsächlich auä Kauf­leuten, Arbeitern der intelligenteren Berufe und Lehrern., Berlin, 13. Jan. Wegen gemeinschaftlichen Land-

Reichsanleihe do.

Konsols . .

do. . .

Hessen . .

zogen blaut und teilten nach allen Seiten Hiebe aus. Nach längerem Widerstande wurde die Menge von der ver- stärtten Schutzmannschaft zersprengt und auseinanderge­trieben. 15 Personen wurden festgenommen, 7 davon wieder entlassen. Der ungeheure nächtliche Lärm rief große Auf- reguug hervor.

Berlin, 13. Jan. Gestern mittag wurde int Bürger^ » Soä hto f r»i » CS n rfi f rfvir f ßtöffußt,

Das Publikum, das sich in so großer Zahl eingefunden hatte,

int Duell erschossen hat) wurde unter Annahme mildernder Um­stände zu zwei Jahren drei Monaten Festungshaft mtd Haupt­mann v. Seebach ebenfalls unter Annahme mildernder Umstände zu 14 Tagen Festungshaft verurteilt.

I S'Vq Mexikaner 4Vs A Chinesen I Electric. 8c> ackert , Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresd- ner Bank . Beniner Handelsges Oesterr. Staatobahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . .

find von der Polizei die strengsten Vorkehrungen getroffen, um Straßeudemonstrationcn zu verhindern. Sollten fie fich wieder- holen, so wird die Ausgabe der kostenlosen Stellungsnachweise desFranks. Gen »Anz", zu deren Empfangnahme fich die Arbeitsloseo täglich auf dem Roßmarkt ausammeln, verboten werden.

Wilhelmshaven, 13. Jan. Die Kaiseryacht ,Hohem zoll er n tritt am nächsten Samstag ihre Reise nach Ame» rika au. Au der Fahrt uimmt das Mufikkorps der zweite« Matrosendivifiou teil.

Bremen, 13. Jan. Die Rettungsstation Cuxhafen der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert unter dem 2L Januar. Von dem auf der Robbenglate ge­strandeten deutschen DampferSekundant", Kapitän Eisen- Hardt, wurden 3 Personen durch das RettungsbootRenwerk" gerettet.

Larocke sur Yonne, 13. Jan. Ju einem Dachzimmer der Frauenabteilung des Departement-Irrenhauses brach in der vergangenen Rächt Feuer aus. Die 250 Kranken wurden sämtlich geweckt und in den Hof gebracht Das Gebäude brannte vollständig nieder. Am Morgen fehlten 12 Kranke. Mau glaubt, daß mehrere davon bei einem Fluchtversnch in dem nahen Fluß ertranken.

Aliwal North, 13. Jau. Der Bureuführer Liebenberg ist hiugerichtet worden.

Berlin, 13. Jan. Einem Gerücht zufolge soll die Absicht bestehen, das Posener Korpskommando an den Prinzen Friedrich Leopold von Preuße« zu übertragen. Gestern morgen brach in der Emacklv- Fabrik von Bruno Bersch in Moabit F,euer aus, das bis nachmittag 3 Uhr wütete und einen Schaden von annähernd 100,000 Mk. verursachte. Das Feuer kam in der Nähe des! Schmelzofens aus, nahm seinen Weg durch den Luftschacht in die oberen Stockwerke uneb zerstörte den ganzen Oberbaus

Frankfurt a. JH.. 13

. 202.70 . 184.80 . 129.40 . 131.50 . 143.70 . 140 00 . 19.70 . 166.20 . 193.00 . 181.50 . 164.0'

Januar.

. . 26.50

. . 87.75

. . 112.80

fried en sbruchs sind in der Nacht zum Sonntag acht junge Leute im Alter von 16 bis 23 Jahren, die an derSpitze einer großen zusammengerotteten Menschenschaar im Norden Berlins eine Polizeiwache ftürnten wollten, verhaftet worden- Die schwere Ausschreitung hängt noch mit der Sylvesterfeier zusammen- Die Freunde eines in der Syl­vesternacht Verhafteten wollten sich an dem Schutzmann,' der die Verhaftung vorgenommen und dabei den Wider­stand Leistenden durch einen Säbelhieb verwundet hatte, rächen. Etwa 60 Personen verursachten vor der Wache einen Höllenlärm und erklärten den ihnen gegenüber­tretenden Beamten, sie verlangten den Schutzmann heraus, und würden ihn, wenn er nicht freiwillig käme mit Gewalt

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft

Il/oprozeutige Darmstädter Stadtauleihc. Für die Submission auf Mk. 6 Atillionen 3l ,proz. Darmstädter Stadt­anleihe sind acht Offerten abgegeben worden. Die für die Stadt günstigste Offerte bot die Gruppe Darmstädter Bank, Robert Warschauer u. Eo., Pfälzische Bank und Bank für Süddeutschland, die 96,51 Proz. offeriert hatte. Ebenso auf 96,51 Proz. lautete auch die Offene einer zweiten Gruppe, die sich aus dem Bankhause Delbrück, Leo u. Co., Nationalbank für Deutschland, Hardy u. Co., G. m. b. H. in Berlin, Ferdinand Sander und Ed. G. ©erft in Darmstadt zusammensetzte; jedoch wurde diese Offerte nicht berücksichtigt, weih keine Solidar-Garantie zugesagt wurde. Tie Diskonto-Gefellschaft, S. Bleichröder-Berlin und Aron Heichelheim - Gießen offerieren 96,35 pCt., die Deutsche Ge- iwssenschaflsbmck und Ephraim Aiener u. Sohn in Hannover 96,26 pCt., die Dresdener Bank mtt L. u. E. Weriheimber in Frank­furt a. Ai. 96,17 pCt., die Commerz- und Diskoittobank mit All M. Warburg xu Co. in Hamburg 96,07 pCt. und endlich die Deutsche Effekten und Wechselbank zusammen mit den hiesigen Bankhäusern L. Speyer-Ellissen und Jakob, S. H. Stern sowie die Mitteldeutsche KreditbaM 95,82 pCt. Tic Offerte der Deutschen Bank wurde über­haupt nicht geöffnet, weil das Institut auf die Bedüsung der Kautionsstellung nicht angegangen war.

erschien auf erfolgte Ladung nicht vor dem Gericht und wurde die S2 . ? I. Z._____ i.....1 1

von ihm gegen den die Rente emstellenden Bescheid eingelegte Be- faule des Rathauses diefreie Hochschule' rufung auf die Akten zurückgewiesen. Wegen Nichtvorlegens von ~ c - - - " "

Erwerbsbeschranktheit hatte die Genossenschaft den Entschädigungs­anspruch des Heinrich Bockenheimer zu Harhenn abgelehnt.

Der hiergegen eingelegten Berufung mußte der Erfolg versagt werden. Ebenso ging es der Berufung des Karl Kuhl-Gedern gegen den ablehnenden Bescheid der Genossenschaft, da das Augen­leiden nicht auf einen Unfall, sondern auf Krankheit zurückzuführen ist. Gemäß § 94 Ges. hatte die Genossenschaft den Antrag beim Schiedsgericht gestellt, die Rente des Hch. Georg V.-Jlbeshaufen auf 40 pCt. herabzufetzen. Diesem Antrag gab das Gericht nach Anhörung des Kreisarztes Dr. Königer statt.

Gewählt wurden als ärztliche Sachverständige pro 1902: Kreisarzt Medizinalrat Dr. Haberkorn, Kreisarzt Dr. Königer, Prof. Dr. Poppert, Prof. Dr. Sommer, Prof. Tr. Riegel, Prof. Dr. Vosius, Prof. Tr. Leutert, Privatdozent für Chirurgie Dr. Böt­ticher, prakt. Arzt Sanitätsrat Dr. Haupt, prakt. Arzt Dr. Zinfer.

Fcua, 11. Jan. Heute fand hier unter Vorsitz des Oberst­leutnants von Haustein die kriegsgerichtliche Verhandlung gegen den Leutnant Thieme vom hiesigen Bataillon wegen Zwei­kampfs uni) gegen den Hauptmann v. Seebach wegen Kartelltragens statt. Leutnant Thieme (der bekanntlich den cand. chem. Held

sch. Gießen, 1L Jan. (Schiedsgericht für Arbeiter­versicherung.) In der gestrigen Sitzung führte Polizeiamtmann Hechler den Vorsitz. Auf der Tagesordnung standen 11 land- und forstwirtschaftliche Unfallversicherungssachen, ferner die Wahl der ärztlichen Sachverständigen für das Jahr 1902. Der Landwirt Georg Fink zu Uellershausen war mit dem wegen feines Bruch­schadens geltend gemachten Rentenanspruch von der Genossenschaft abgewiefen worden. Die hiergegen eingelegte Berufung wurde von dem Gericht verworfen, weil der Bruch nicht infolge des Unfalles entstanden isll Aus demselben Grunde wies das Gericht die Berufung des Heinrich Klos IV. von Harbach nach Llnhörung des Prioatdozenlen Dr. Bötticher zurück. Landwirt Andr. Stürz von Rainrod hatte gegen den Bescheid der Genossenschaft, die ihm wegen eines Wadenbeinbruchs außer der Behandlung in einem medico-mech. Institut zunächst eine 65prozentige und bann eine 30pro$entige Rente bewilligte, Berufung verfolgt, die jedoch von dem Gericht nach Anhörung des Kreisarztes Dr. Königer als urrbe- gründet verworfen wurde. Friedr. Eurich zu Weid-Moos er­achtete die fettens der Genossenschaft erfolgte Einstellung der Rente von 10 Prozent für ungerechtfertigt und legte Berufung ein. Das Gericht gab derselben keine Folge. Heinrich Goll VL von Glau- berg erhielt wegen eines , Bruches des rechten Oberarmes Zuerst eine Rente von 50 Prozent und später eine solche von 30 Prozent, außerdem kostenlose Behandlung in einem medico- mechanifchen Institut, während derer die Rente wegfiel und eine Angehörigenrente bezahlt wurde. Die gegen die Fest­setzung der Rente und Angehorigenrente eingelegte Berufung wurde für teilweise begründet erachtet und die Genoffenschaft ver­urteilt, für die Zeit bis zum Eintritt in das medico-mechanische Jnstttut die gesetzliche Vollrente und während der Zeit der Behano- lung eine Angehorigenrente von 60 pCt. des Jahresarbettsverdienstes au zahlen. Die gegen den wegen Verlustes des l. Zeige- und Mittelfingers eine Ibprozentige Rente bewilligenden Bescheid fettens des Landwirts Louis H i l d von Nieüer-Seemen eingelegte Be­rufung wurde für begründet erachtet und die Genossenschaft zur Ge­währung einer Rente von 33*/, pEll verurteilll Mit Bescheid vom 19. Juli 1900 hatte die Genossenschaft die dem Landwirt Ernst Schaaf- Ober-Gleen gewährte Rente eingestellt, weshalb dieser Berufung einlegte. Zu der angeordneten ärztlichen Unterfuchung erschien Kläger jedoch nicht, weshalb die Berufung nach Lage der Akten verworfen wurde. Taglohner Heinrich Euler-Attenstadt

herausholen- Durch Zuzug von Neugierigen schwoll die Menge auf etwa 200 Personen an- Während Beamte Ver­stärkungen herbeiholten, drang die Rotte ungestüm auf sis ein und bewarf sie mit Steinen- Die Schutzleutej

3% Hessen . . . . « 4% Oesterr. Goldrente 4' 5% Oesterr. Silberrenfe 4% Ungar. Goldrente . .

40/ Italien. Rente . . .

4/2 % Portugiesen . . .

°l Portugiesen . . . .

1 % C. Türken . . . .

Türkenlose ...... 4"/u Griech. Monopo 1-Anl 41;2 % äussere Argeutin«