Ausgabe 
12.11.1902 Drittes Blatt
 
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Oriola, Pitthan, Ripper, Schlenger, Schill, Dr. Schmitt, Werth, Wolf.

Aie Landtagswahl im Wahlkreis Iieburg Kroß-Nmstadt.

lieber die merkwürdigen Vorgänge, die sich bei der letzten Landtagswahl in Groß-Umstadt ereignet haben, und e'in N a ch sp ie lchaben werden, bringt die klerikaleStarkenb. Provztg." einen Längeren Bericht, dem wir folgendes ent­nehmen:

Tie antisemitische Minorität mit 9 eigenen Stimmen behielt gegen 13 liberale und 16 Zentrumsstimmen den Sitz im Landtag; gewiß eine vernichtende Kritik für d i e indirekte Wahl. Tie Umstände, die dem Anti­semiten Hauck zum Siege verhalfen haben, sind so merk­würdig, daß wir sie der Oefsentlichkeit nicht voreufhalteü wollen. Tie Antisemiten hatten eine bindende Er­klärung abgegeben, daß ihre Wahlmänner unter keinen Umständen für einen Groß-Umstädter Kandidaten stimmten. Aus der anderen Seite hatten die 13 liberalen Wahlmänner unaufgefordert ein Flugblatt verbreitet, worin es u. a. wörtlich heißt:

Wiederholt haben wir vor der Wahl Herrn Hauck einen Kompromißvorschlag unterbreitet, dahin gehend, daß .sich die Minorität im zweiten Wahlgange der Majorität fügen solle. Unser Vorschlag fand keine Annahme. Trotz­dem würden wir Mann für Mann bedingungslos für Hauck unsere Stimme abgegeben haben, falls die Urwahlen gegen Tr. Lahm entschieden hätten. Nachdem aber die Entscheidung für unseren Kandidaten gefallen ist, kann niemand von uns verlangen, ohne uns in unserer Mannesehre und in unserem Gewissen schwer zu kränken, daß wir Hauck unsere Stimme geben. Wir erklären deshalb mit aller Bestimmtheit: Wir halten im ersten und im zweiten Wahlgange treu zu unserem Kandidaten Real- fchuldirektor Tr. Lahm.

Tiefe Ausführungen tragen die Unterschriften von 13 liberalen Wahlmännern. Aber trotz aller dieser Beteuer­ungen sollte es anders kommen. Beim ersten Wahlgang entfielen auf Hebel (Zentr.) 16. auf Tr. Lahm (liberal) 13 und auf Hauck (Antisemit) 9 Stimmen. Tie Liberalen baten den Wahlkommissär um eine halbstündige Unterbrechung der Wahlhandlung; die Zentrumswahlmänner sprachen gegen eine so lange Pause ihr Bedenken aus und ersuchten besonders mit Rücksicht auf den Dieburger Wahlmann, der wegen Beerdigung seiner Frau wieder rechtzeitig zu Hause fein wollte, den Wahlakt sofort weiter zu führen oder eine möglichst kurze Pause eintreten zu lassen. Der Wahlkom- missär erfüllte den Wunsch der Liberalen und die Parteien verteilten sich nun in die benachbarten Gasthäuser. Sofort trat der antif. Abg. Bähr, der eigens zu diesem Zwecke ausOberhessen nach Groß-Umstadt ge­reist war, mit den liberalen Wahlmännern in Verhand­lung, um sie zum Eintritt für Hauck zu bewegen; die Libe­ralen schienen jedoch standhaft bleiben zu wollen. Die halbstündige Pause war vorüber; der Abg. Bähr war zu den Antisemiten zurückgekehrt und hatte kommandiert: Bauern, ihr bleibt sitzen, die beiden anderen Parteien mögen es miteinander ausmachen." Tie Antisemiten be­schlossen darauf, sich am zweiten Wahlgang nicht mehr zu beteiligen und blieben in der Wirtschaft zurück; die libe­ralen Wahlmänner standen noch beratend auf dem Markt­platz, während die Zentrumsmänner sich im Wahllokal wieder eingefunden hatten. Obgleich schon einige Minuten über die halbstündige Pause verstrichen waren und man seitens der Zentrumswahlrnänner um Fortführung der Wahlhandlung gebeten hatte, zögerte der Wahlkommissär immer noch; als er endlich den Polizeidiener hinaus- schickte, um die liberalen Wahlmänner rufen zu lassen, baten diese nochmals um weitere 5 Minuten Pause. Trotz des hiergegen eingelegten, zu Protokoll gegebenen Protestes eines Zentrumswahlmannes wurde aüa; diese Frist be­willigt. Nunmehr erklärten die liberalen Wahlmän- ne r dem antisemitischen Vermittler, daß sie geneigt seien, Dr. Lahm fallen zu lassen und für Hauck einzutr eten, worauf die Antisemiten aus dem Gast­haus, worin sie zurückgeblieben waren, herbeigerufen wur­den . Bei der nunmehr vorgenommenen Abstimmung wähl­ten die liberalen Wahlmänner geschlossen für Hauck, sodaß dieser die 9 antisemitischen und 13 liberalen, also 22 Stimmen erhielt. Tie 16 Zentrumswahlmänner hielten auch jetzt treu zum Zentrumskandidaten. Tem Abg. Bahr war es gelungen, Tr. Lahmabzuknöpfen", wie er sich geschmackvoll ausdrückte. Tie Antisemiten hatten dadurch unerwartet gesiegt. Tie Liberalen sind bei den Siegenden, aber thatsächlich und moralisch haben sie verloren; sie gaben ihren Kandidaten trotz bin­dendster Erklärung preis.

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Soweit das klerikale Starkenburger Blatt. Ferner lesen wir im klerikalenMainzer Journ." folgende Korrespondenz aus Lberhessen: Die Nachricht, daß du Zentrumswahl­männer im Kreise Butzbach, welche fest ent­schlossen waren, den allseits beliebten an t is emiti- i ch e n Bürgermeister Fenchel in Griedel zu wählen, mit Rück sicht auf das Verh alten der Anti­semiten und namentlich des antif. Abg. Bähr bei der Wahl in Groß-Umstadt in letzter Stunde jedoch für Ioutz eintraten und damit dessen 3ieg herbeisuhrten, hat hier allgemeine 9kfri:Dig.i;ig i).nwrgcrufen. Tie Anti­semiten haben damit in Groß-Umstadt gefugt und dafür einen ihnen unter niederen Umständen vollständig sicheren Sitz verloren. Welchen 'Jtii^en damit der Abg. Bähr jeiner Parteisache gcbraaji hat, mag demselben wohl selbst jetzt schleierhaft sein und wird ihm in der Zukunft noch frag­licher erscheinen.

Parlamentarisches.

Berlin, 11. Nov. Mehrfach ist behauptet worden, der Reichskanzler Gras Bülow zeige neuerdings dem

Zolltarif gegenüber eine nicht zu verkennende Re­signation. Sein Interesse für die Vorlage habe nachgelassen. Demgegenüber scheint es angebracht, daraus hinzuweisen, daß in den Foyers des Reichstages die Thatsache viel besprochen wurde, daß gerade in diesen Tagen angesehene Parlamentarier verschiedener Rich­tungen im Reichskanzler-Palais verkehrt haben. Es kann als feststehend betrachtet werden, daß die dort geführten Unterredungen den Zolltarif betrafen.

Rudolstadt, 11. Nov. Im Landtage von Schwarz. burg-Rudolstadt haben die Sozialdemokraten bie absolute Mehrheit errungen.

Heer und Flotte.

Berlin, 11. Nov. Generalleutnant Georg v. Dinck- lage ist in Charlottenburg am 8. d. M. geftorben. Er war 1825 zu Bentheim geboren und im Jahre 1889 Kom­mandant von Frankfurt a. M-

Berlin, 8. Nov. Wie derReichsanzeiger" meldet, wurde dem Oberst a. T. Winterberger zu Weilburg, zuletzt Kommandeur des 2. Bataillons (Weilburg) 2. Nas­sauischen Landwehrregiments Nr. 88 der erbliche Adel verliehen.

Neueste Armee-Einteilung. Vollständige Uebersicht und Unterkunftsliste des gesamten Deutschen Neichsheeres, der kaiserlichen Marine und der Ostasiatischen Besatzungsbrigade mit Angabe der Chefs (Inhaber), Korps-, Divisrons-, Brigade- und Regimentskommandeure, der Bezirkskommandos, der Truppenübungsplätze, Schieß­plätze usw. Mit drei Buntdrucktafeln, enthaltend die 'Namenszüge der Regimenter und besondere Schulterabzei­chen. Bearbeitet nach amtlichen Quellen. 38. Jubrgang. Preis 40 Pf. Berlin, Richard Schröder (vorm. Ed.- ring's Erben). Tie Neueste Armee-Einteilung ist be­richtigt nach dem Stande vom 15. Oktober d. I. Sie gehört zum ständigen Bestände des militärischen Unterrichtsmate­rials, wird aber auch von kaufmännischen Kreisen, die zu unserem Heere geschäftliche Beziehungen unterhalten, sowie von jedem, der sich für unsere Armee interessiert, als Nachschlagebüchlein benutzt. Am Schlüsse befindet sich eine farbige Zusammenstellung der Schulterabzeichen un­serer Regimenter.

Dolitische Tagesschau.

Von der Höflichkeit des österreichischen Parlament-.

Wien, 11. Nov. Im Einlauf der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses befanden sich Interpellationen und Tringlichkeitsanträge der Sozialdemokraten und Christlich- Sozialen über denEinbruch" der Polizei in das Arbeiterheim bei der Stichwahl der Favoriten. Die Interpellationen werden vom Ministerpräsidenten v. Körber sofort beantwortet. Er erklärte, es werde alles aufge­boten, um die volle Wahrheit sestzustellen. Schon jetzt könne er aber erklären, daß fein Beamter Befehl zum Eindringen erhalten habe. Das Hinauswerfen von Gläsern aus dem Arbeiterheim fei dagegen außer Zweifel gestellt. (Stürmischer Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Zwischen dem Sozialdemokraten Rieger und dem Antise­miten Geßmann kommt es zu einem erregten Wortwechsel, der in Tätlichkeiten auszuarten droht. Lueger hält Rieger gewaltsam zurück, der auf Geßmann losstürmen will. Körber muß seine Rede für mehrere Minuten unter­brechen. Er erklärt bann, daß bei der Wahl im Arbeiter­heim mit Stöcken geschlagen worden sei. (Abg. Seitz: Mit Revolvern hätte man die Polizei hinaus­jagen sollen.) Körber sagt schließlich, daß ein bestimmtes Urteil noch nicht möglich sei. Jedenfalls werde aber ge­schehen, was Rechtens ist. (Stürmischer Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Zwischen den Christlich-Sozialen und den Sozialdemokraten setzt sich inzwischen der Skan­dal weiter fort. Bürgermeister Dr. Lueger ruft fort­während: Mörder, Meuchelmörder! Wir haben Euch hinuntergedrückt. So klein seid's jetzt! Die Sozial­demokraten rufen: Einbrecher, W a h l s ch w in d ler! Dr. Lueger: Niedergedrückt haben wir Euch. Tas ist halt unangenehm! Abg. Pemerftorfer stellt den Antrag, über die Antwort des Ministerpräsidenten sogleich die Debatte zu eröffnen. Bei der Begründung des Antrages gebraucht Pemerftorfer den Ausdruck:Christlich-soziale Jagdhunde!" (Kolossaler Lärm.) Dr. Lueger:Ah, da giebt's kein Wettersprechen!" Ein neuerliches Schimpfkonzert folgt. Die Einen rufen: Meuchel­mörder, die Anderen Wahlschwindler. Tr. Lueger: Wir haben Euch halt niedergedrückt, alle Viere! (Tie vier gegen ihn koalierten Parteien.) Dr. Geßmann verhöhnt eben­falls die Sozialdemokraten. Der Antrag Pemerftorfer wttd abgelehnt und die Debatte über die Regierungserklärung fortgesetzt.

Als sich dann der Ministerpräsident v. Körber erhob, begannen die tschechischen Radikalen ju lärmen ; fie riefen: Abzug! Hinaus mit ihm! Wir wollen den alldeutschen Ministerpräsidenten nicht hören. Ter Alldeutsche Stein ruft: Benehmen sich die nicht wie Lausbuben? Lärm. Zazvorka ruft: Fangen Sie zu lügen an? Er erhält einen Ordnungsruf. Ter Ministerpräsident sagt, die deutsche Sprache müsse ein gewisses Geltungsgebiet in den Zentral­stellen haben. Andererseits sei der tschechische Wunsch be­rechtigt, daß der Grundsatz des Artikels 19 und das Kabi­nettsschreiben des Kaisers Ferdinand zur Durchführung kommen. Ter Minister weist darauf hin, daß seine Grund- züge bedeutend nationale Vorteile für die Tschechen ent­halten. (Widerspruch bei den Tschechen.) Ter heißeste Wunsch der Regierung ist, daß ein Kompromiß zwischen den Parteien zu stände kommt. Tie wirtschasttiche Arbeit liege im Interesse beider Nationen. (Rufe bei den Tschechen: Tas sind abgedroschene Phrasen!) Ter Minister schließt mit der Aufforderung, im Streite nicht des arbeitenden Volkes zu vergessen. (Lebhafter Beifall links.) Tie Sitzung wird alsdann geschlossen.

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General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Urei; Siehrn.

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1. Wahlbez

Kreis

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Rotationsdruck und Verlag der Brühl Ich«

UniversitälSdruckerei (Pietsch Erden), Gtetz«.

Verantwortlich für den allgemeinen ttfl: P. Wittko: für den Anzeigenteil: tt 9t<L

Wiedergewählt.

Lvvenheun-Worms: seither Koch (nat.-lib.).

Geivählt Braun (B. d. L.).

Biugen-Mainz: seither Dr. Frenay (Ztr.).

Wiedergetvählt.

Tarmßadl-Groß-Gerau: seither Backes (nat.-lib.) Gewählt Seusielder (Bo. d. Landw.).

Osseubacy: seither Rau (Soz.). Wahl rejultatlos.

Steuer Wahltermin am 13. November.

e. Provinz Rheinhessen.

Worms: seither Möllinger (nat.-lib.).

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Die he»fi chen LandtagSwahLen.

Wir geben nachstehend eine Uebersicht aller Städte und Bezirke, in denen Wahlen stattzufinden hatten.

Städte:

1. Darmstadt: seither Morneweg (nat.-lib.) und Köhler (nat-hb.). Gewählt L a n g e n b a ch (s r e i s.) und S ä n g (f r e r s.).

2. Ai a i n z: seither Dr. David (So z.) und Haas (So z.). Beide wiedergewählt.

3. Offenbach: seither Ulrich (Soz.). Wiedergewählt.

4. Worms: seither Reinhart (nat.°lib.). Wreder- aewählt.

5. Gießen: seither Dr. Guts! eis ch (frei f.). Wieder- gewählt.

6. Bingen: seither Pennrich (Z t r.). Wiedergewählt.

7. Friedberg: seither Dr. Jockel (nat.-lib.). Geivählt Damm (frei s.).

8. Alsfeld: seither Guntrum (freis.). Gewählt Reh (frei s.).

Ländliche Wahlbezirke:

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Wiedergewählt.

Die 25 Abgeordneten, welche in der Kammer verblieben waren, sind: Bähr, Berthold, Brauer, Breimer, v. Brentano, Cramer, Diehl, Euler, Erck, Haas-Darmstadt, Häusel, Horn, Köhler-Langsdors, Korell, Leun, Molthan, Noack, Graf

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Kaiser Wilhelm in Kuglaud.

Man meldet aus KinasLynn,ll. Nov. Das Wetter ist verändert, der Himmel bedeckt, es weht ein scharfer Wind, Heute nachmittag trat Regen ein. Der deutsche Kaiser, König Eduard und der Prinz von Wales verließen Sandringham kurz nach 9 Uhr und begaben sich im Auto­mobil nach dem Jagdrevier. Die Hühnerjagd dauerte zu­nächst bis 1 Uhr. Die Jagdgesellschaft, bestehend aus acht Herren, begab sich zu dem auf dem Felde errichteten Zelt, vor dem alsbald die Königin, die Prinzessin Victoria und Prinzessin Karl von Dänemark mit Gefolge in acht Wagen fintrafen. Nach dem Frühstück begaben sich die Königin und die übrigen Tomen nach dem Schlosse Sand- ringham zurück, während der Kaiser, der König und der Prinz von Wales die Jagd wieder aufnahmen und bis zum Eintritt der Dunkelheit fortsetzten. Wie nunmehr festgesetzt, wttd Kaiser Wilhelm Samstag vormittag von Wolferton abreisen und sich nach Lowthercastle, Sitz des Earl of Lonsdale, begeben, wo er abends eintrifft. Heute früh begaben sich die Majestäten und Gäste auf die Rebhuhnjagd. Es fand ein Frühstück im Zelle statt, zu dem die Königin und die Damen der königl. Familie sich einfanden. Für morgen ist eine große Jagdparthie in Aussicht genommen.

TerKöln. Ztg." wird aus Berlin gemeldet: Der eng­lische Premierminister hat sich ein wichtiges Verdienst da­durch erworben, daß er es entschieden ablehnte, auf die phantastischen Erfindungen ein^ugehen, die die Presse an die Reise des deutschen Kaisers geknüpft hat. In dieser Beziehung ist viel in der englischen Presse ge­sündigt worden, und bei einzelnen Kundgebungen hatte man den Eindruck, als ob man damit nur bezwecke, der deut­schen Presse einen Spieß e n t g e g e nzu h a l t en, damit sie auf ihn aufrenne. Soweit Portugal dabei in Betracht kommt, haben wir schon lange vor der Kaiser­reise darauf hingewiesen, daß die damit verknüpften poli­tischen Betrachtungen jedes wirklichen Hintergrundes ent­behren . Es liegt zurzeit gar kein Anlaß zu irgendwelchen auf Portugal bezüglichen Verhandlungen zwischen England und Deutschland vor. Dann brachte dieSt. James Gazette" Mitteilungen von ,Verhandlungen über die Räumung Schanghais, die von mancher Seite als von der eng­lischen Regierung ausgehend aufgefaßt wurden. Wir mußten aus verschiedenen Gründen glauben, daß diese Annahme hinfällig sei und daß die Regiernng der Veröffentlichung sernsteht. Die Angaben enthalten verschiedene Ungenauig» feiten, die vielleicht später eine Richtigstellung erfahren. Es ist nicht einzusehen, weshalb man an diesen Verhand­lungen herumdeuteln soll, zumal englischerseits zugestanden worden ist, daß diese zu einem Ergebnis geführt haben, mit dem alle beteiligten Mächte zufrieden sein tonnen. All­seitig herrschte der lebhafte Wunsch, die europäischen Trup­pen aus Schanghai zurückzuziehen und diese an sich nicht eben leichte Frage ist bis auf nebensächliche Formalitäten jetzt so geregelt, daß die Besetzung bald ihr ®nbe erreicht, ohne daß dabei das Interesse irgend einer Macht geschä­digt, und ohne daß dem Grundsätze der ,/offenen Thür" Eintrag gechan wäre. Höchstens könnte man sagen, daß diePolitik der offenen Thür" aus den Verhandlungen neu gekräftigt hervorgegangen ist.

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a) Provinz Oberhessen.

3. Wahlbez. Kreis Friedberg-Butzbach: seither Jouh (frs.). Wieder- oewählt.

6. , - Alsfeld - Schotten - Grünberg: seither Schönfeld

(nl.). Geivählt Hirschel (Antisemit).

9. Lauterbach: seither Zin ßer. Gewählt durch Losentscheidung

Mittwoch, 12. November 1902*

Erschck-t täglich mit Ausnahme de« Sonntags. < fr. << A A X A A «

Di«Siebener Lamilienblätter" werden dem Je J? S 2

Anzeiger viermal wöchentlich betgelegt. Der V ||!l. UlL I I W_. I. M W W 811 , I.

»hessisch« Landwirt" erscheint monatlich einmal. B B

Stöpler.

Lauterbach - Schotten: seither Schmalbach (Antisemit. Wiedergewählt.

Schotten-Büdingen: seither Weidner (christl.- soc.). Wiedergewählt.

b) Provinz Starkenburg.

2. Wahlbez. Kreis Erbach: seither Lang (nat.-lib.). Wieder- gewählt.

peppeuheim-Erbach: seither Tr. Hei den reich

" (nat.-l tb.. Wiedergeivählt.

Reinheim - Tieburg: seither Schönberger (nat.-lib.). Wiedergewählt.

Tiebiirg-Groß-Umstadt: seither Ohl (Antis..

" Gewählt Hauck (Antis.).

Bensheim: seither Seelinger (nat.-lib.).