Ausgabe 
12.6.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

lnnent.

* Ab-

herein ^Qien dein Streit, -eins

luniner Oglich, bereit,

^che- Mken- -r hier mrmer- em all- !en in ch ein Stalle

Mn in ?erzen, l'udelten

Tann

Stinte, ld die Rimmer mch jie sicher­er Hand mer er- in der welchem fraglich, ttommen ter, die nb, halb

er wer- mH dem nd nicht, engefmig- Mlmnten )r als 10 sofort in -erden zu existieren njicht im >lrila erst en Zucht- Messend. UIAejer alluug in Weichen mb Wein- hiesigen mit dem i) Teutz'ch- perjönlij)

\t werden hwierigsien s doch, für besuchet für memaltung e bereit et* Herstellung Ler Wohn­en Turnern können und dfrage, die - wird dein m Turne» 1902 wieder

Mtstvahl- i Äieder- ^emeilter, w S oigungljW*

S -- 6*J

sind teich^b >5. triWä89''

>d-s°"bm

i*n6e* h mit !««* d°r ®tu>

werden'

J.StoW* 3CIt (,n bau $£

. sßentiin*

öay t.f er* (05m*

,, Seftfl

:ö Jb «*

25.70

89.30

105.50

S-'/q Mexikaner . . 4*/2 Vo Chinesen . , Electric, bchackert . Nordd. Lloyd . .

Kreditaktien , . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank .

. 102.20 . 92.80 . 101.85 . 92.70 . 99.90 . 99.25

. 102.90

3l/2% Reicheanleihe

3°/o do.

3Va°/o R^nsols . .

3% -do .. . .

3l/z°/n Hessen . .

3,2% Oberhessen

4% Oesterr. Goldretne

. 216.70

. 187.70

. 139.90

Teiephomscher Kursbericht

jfc'rankiort ». 11., 12, Jun» 1902.

Oesterr. bilberrento 101.80 4% Ungar. Goldrente , . 101.65

40/ Italien. Rente . . . 102.75

4V2% Portugiesen . . . 46.20

i°/ Portugiesen.....29.40

1% C. Türken . . . ..

Türkenlose ...... 113.60

Dresdener Bank .... 146.80

Beniner Handelsges. . . 158.90

Oesterr. Staatsbahn . . . 151.20

Lombarden , . . , . 19.00

Gotthard bahn.....169.50

Lauranütte...... 206.20

Bochum ....... 200.20

. 178.00

Harpener . .

4% Grieoh. Monopol -Anl. 44.30

4'/2% äussere Argentiner.

Tendenz: still.

1503

SekanntMchM§

Von heute an werden die hiesigen Gemeinde - Stein - brüche durch die Gemeinde selbst betrieben und wird ein jeder, wer aus den genannten Brüchen Steine beziehen will, gebeten, sich an Großh. Bürger­meisterei dahier zu wenden.

Münzenberg, 11. Juni 1902.

Großh. Bürgermeisterei.

Gorr. 4371

Heugras- Verstergerung der Grast. Oberförsterei Arnsburg.

Mittwoch den 18. Juni wird das Heugras der Gottes- aekerthal-Wiesen und derVierzig Morgen, sowie das Heu- und Grummetgras der Langenzugs­wiese versteigert. Beginn 9 Uhr vormittags im Kloster, Fort­setzung bei Colnhausen um 10 Uhr. 4366

kurs der Lei

Von den Thätern hat man noch keine Spur.

hiebe.

General Lyttleton hat

Newcastle (Natal), 12. Juni.

In ganz Italien ist ein Wetter- Oberitalien sind zahlreiche Schnee- Die Temperaturen.sind überall anor-

dafür gesorgt, daß der konnte.

Rom, 12. Juni, st u r z eingetreten. In fälle zu verzeichnen, mal gesunken.

das Kommando über die Truppen in Natal nredergelegt, um demnächst den militärischen Oberbefehl über ganz Südafrika zu übernehmen. Er ist gestern nach Natal ab­gereist. DieTimes" sagen dazu: Diese Nachricht ist der überzeugendste Beweis für das Vertrauen, mit dem die Militärbehörden in Südafrika und die Regierung in London die Lage in Südafrika betrachten. Die Thatsache, daß dieser Schritt Lyttletons für angezeigt erachtet wurde, noch ehe der Krieg 14 Tage vorüber ist, ist ein deutliches Anzeichen da­für, daß das Mißtrauen in der Bevölkerrmg geschwunden ist und kein Grund besteht, weshalb Kitchener nicht bald aus Südafrika zurückkehren sollte.

m ordet.

Wilna, 12. Juni. Dr. Michailow, welcher bei den Prügelstrafen des Gouverneurs als ärztlicher Sachverständiger fungierte, wurde zur Strafe hierfür vom revolutionären Komllee in ein Haus gelockt und erhielt dort 5 0 Stock -

vormittag 8 Uhr mit seinem Automobil auf der Fahrt von Düren nach Lechenich mit einem Wagen, dessen Pferde scheuten, zusammen. Vleichröder, der das Automobil selbst führte, geriet unter den Wagen und erlitt einen schweren Schädelbruch. Er ist gestern abend 10 Uhr gestorben.

"Dresden, 11. Juni. Als heute nachmittag der Kriminalbeamte Marcus den nach Verübung eines Raub­mordes aus Altona geflüchteten Matrosen Speck in einem Hause am Bahnhofsweg verhaften wollte, schoß Speck den Beamten nieder und entflcj), wurde aber ergriffen.

" Leipzig, 10. Juni. Die 1. Vorsitzende des Allgem. deutschen Frauenvereins, Auguste Schmidt, ist heute hier gestorben.

"Spa, 11. Juni. Die Polizei verhaftete vier Hoch­stapler. Zwei derselben, amerikanische Staatsangehörige, sind beschuldigt, in England und den Vereinigten Staaten Schwindeleien in Höhe von 2 0 0000 Frs. verübt zu haben. Der Dritte, ein Oesterreicher namens Dovietowsli, soll in Dortmund 30000 Mk. gestohlen und sich dann in Spa niedergelassen haben. Den größten Teil der ge­stohlenen Summe soll er bereits an der dortigen Spielbank verloren haben.

* Paris, 11. Juni. Wie mehrere Blätter berichten, dehnt sich die Untersuchung gegen die Familie- H u m bcrt - D'Anvignac jetzt auch nach Sibirien aus. lÄn Mitglied der Familie Humbert soll mehreren Freunden gegenüber vor einiger Zeit erklärt haben, daß er sich nach Sibirien zurück­zuziehen gedenke, wo die Familie D'Anvignac große Liegen­schaften habe.

Toulon, 10. Juni. Die Leiche des bei einer Ballon­fahrt verunglückten Marineleutnants Baud in wurde auf der Rhede von Hyöres aufgefunden.

"Dünkirchen, 12. Ium. An Bord des hier aus Indien eingetroffenen DampfersCity of Paris" sind zwei Todesfälle an Beulenpest vorgekommen.

Wien, 11. Juni. In dem in der Nähe von Wien belegenen Kornneustadt wütete in der letzten Nacht ein ver­heerender Brand. Eine große Anzahl Wohnhäuser wurde eingeäschert. Von Wien gingen mehrere Dampfspritzen zur Hilfeleistung ab.

Wienerneustadt, 11. Juni. Bei der Inspizierung oes 5. Dragoner-Regiments durch den Erzherzog Otto stürzte der beste Reiter des Regiments Oberleutnant Rup­precht mit dem Pferde, wobei ihm die Hirnschale zer­trümmert wurde.

" Prag, 11. Juni. Die dem Grafen Sternberg ge­hörige ZuckerfabrikZasnuck ist total niedergebrannt. Der Schaden beträgt 1 Mill. Kronen.

Ermittelte Verbrecher. In Würzburg wurde, wie erinnerlich, im Januar d. I. auf die Freiin Thekla v. Truchseß ein Raubmordversuch verübt. DieThäter sind nun ermittelt. In Hermsdorf wurden im April die Eheleute Eisenbach wegen mehrerer in München, Frank­furt, Würzburg usw. verübter ähnlicher Verbrechen verhaftet. Die nun nach München ausgelieferten Eheleute Eisenbach wurden, wie festgestellt ist, als die Thäter der an Freiin v. Truchseß, nun in Nürnberg, verübten That festgestellt und werden nach der Aburteilung in München nach Würz­burg verbracht. Sie hatten sich in Hermsdorf häuslich nieder­gelassen und dort eine Villa erworben.

» Verhaftung eines Bankiers. Die Pariser Polizei verhaftete den Direktor derLondonerFiliale einer großen Berliner Bank. Wie verlautet, ist die Verhaftung auf das Auslieferungsgesuch der deutschen Regierung erfolgt. DemB. T." zufolge handelt es sich um den Bankier Hugo Löwy.

zlnioerMts-Uachrichteu.

Darmstadt, 1L Juni. Dem Doktor-Jngenier Ernst Vetter- f ein ist die venia legendi für Baukunst an der hiesigen Technischen Hochschule erteilt worden.

Landwirtschaft.

Einige kräftige Banernworte, die in der Generalver- /anunlung der Südwestdeutschen Abteilung des Bundes der San d w irte in an n t) c 1 m am Sonntag gesprochen worden sind, verdienen noch nachträglich Erwähnung. Unser hessischer Landsmann Fritsch erklärte: Von 7'/, Mark Zoll nicht einen Pfennig herunter! Heute sei's Mode, ins Ausland zu gehen und D a m e n d e s u ch e zu machen, aber wichtiger, als die amerikanische Freundschaft, sei der deutsche Bauer. In seiner klangvollen Mund­art stellte der pfälzische Bauör Groß einen derben symbolischen Vergleich zwischen den Reichshunden Tyras und Mohrchen an, in­dem er bemerkte:Caprivi bot den Karre in'n Dreck nei geführt, aber der Geist Bismarcks soll erhalte bleiwe. Bülow sieht feiner aus, aber was hawe mer davon? Den U n n e r s ch i e d sieht mer schon am Hund. Ten Bismarck sei Hund, des ischt ä deutsche Dogg gewese, die ischt gestände wie a deutsche Eich . . . der annere ischt a englischer Pudel, der werd geschore, wie mir von de Englänner. Das läßt tief blicke!"

eines Parlaments-Ausschusses verlangen, welcher beauftragt werden soll, eine Untersuchung über die Art und Werse der Kriegsführung in Südafrika einzuleiten. Die Opposition will die zahlreichen Bestechungsfälle und die groben militärischen Fehler vor einem Militär­gericht abgeurteilt wissen.

Paris, 12. Juni. Der wegen seiner Beteiligung an der Humbert-Affaire verhaftete Notar Langlois sagte gestern vor dem Untersuchungsrichter aus, daß der eigentliche Urheber des ganzen Schwindels thatsächlich der verstorbene Justiz Minister Humbert, der Schwiegervater der Schwindlerin, gewesen sei. Nach seinem Tode habe sein ehe­maliger Sekretär als juristischer Beirat der Frau Humbert Schwindel so lange fortgesetzt werden

Wien, 12. Juni. Als Ministerpräsident v. Körber gestern im Reichsrate den Preß-Ges etz-En tw ur f vor­legte, erschienen große Scharen Arbeiter vor dem Parkv- ment unter dem Rufe: Heraus mit der Preß^-Resorm.

Lemberg, 12. Juni. Die Beamten des Magistrats haben dem tschechischen Reichsrats-Abg. Klofac ihren Dank und chre Hochachtung dafür ausgedrückt, weil er int Reichsrate gegen die polenfeindliche Marienburger Rede Kaiser Wilhelms Protest erhoben hat. ( !!)

Petersburg, 12. Juni. Im Militär-Lazarett zu Norvy Margalan wurde eine barmherzige Schwester und deren Mutter aus bisher unbekannten Gründen ec*

beantragte die Freilassung Lynch'S gegen Kaution, doH wurde der Antrag abgelehnt .

London, 12. Juur. Ehamberlatn führte gestern abend auf einem Bankett der Kolonialbeamten den Vorsitz und hielt eine Rede, in welcher er ausführte, es sei für beide Teile ein ehrenvoller Friede zustande ge­kommen. England habe alles erlangt, wofür ess gekämpft habe. Es sei ein großmütiger Gegner in allem gewesen, was persönliche und prrvate Verhältntsse angehe, opferte aber nichts von wesentlicher Bedeutung und that nichts, was die schließliche Lösung der südafrikautschen Frage schädigen könnte. Tie Art, wie dre Buren ine dinaungen aunahmen, sei ein gutes Vorzeichen für die Zukunft! England habe viel zur Befestrgung deD Reiches gethan. DerStandard" meldet aus Durban dorn 10. Juni: Schalk Burgher teilte den Blättern den Wort­laut der Refolution mit, welche die in Vereemgtng versammelten Lurghers am 31. Mai angenommen haben. Tie Resolution spricht ihr Bedauern darüber aus, daß die englischen Bedingungen genau, wie sie sind, angenommen oder abgelehnt werden müßten, und beklagt ferner, daß England das Unterhandeln aus der Grundlage der Un­abhängigkeit vder der Erlaubnis, mit den, Burenoertretern in Europa in Verbindung zu treten, verweigert habe. Die Resolution bemerkt sodann, es bestehe kein angemessener Grund mehr für die Erwartung, daß die Wetterführung des Krieges die Unabhängigkeit sichern werde, und keine Berechtigung mehr für die Verlängerung der Femdselrg- leiten. Tie Resolution spricht daher die Annahme der ge­stellten Bedingungen und die Zuversicht aus, daß sich die Lage bald bessern und die Bevölkerung in den vollen Genuß der Privilegien treten werde, auf welche sie Anspruch habe.

Loudon, 12. Ium. Die Liberalen werden die Ernennung

Gewinn erzielen. , .

Die Verluste des Sächsischen Staates durch den Kon- ' '.pziger Bank betragen, unter Zugrundelegung einer 65prozentigen Konkursquote, 3 294 575 Mk.; sie erklären sich wie aus einem nunmehr von der Finanzdeputation der Zweiten sächsischen Kammer erstatteten Bericht heroorgeht, in der Hauptsache aus einer mangelhaften Beaufsichtigung der Kasse. Obwohl in den für die Lotteriedarlehnskasse erlassenen Vorschriften nur die Dis­kontierung von Wechseln gestattet ist, haben die mit der Leitung betrauten Beamten, gegen die teilweise das Disziplinar­verfahren eingeleitet ist, auch Wechsel bestehen und bei sonstigen Lombardgeschäften auch eigene Aktien der den Kredit der Kasse m Anspruch nehmenden Aktiengesellschaften als Pfand zugelassen.

Hamburger Militärdienst-, Aussteuer- und Alters- Berficheruugsgesellschaft. Dem Gefchäftsbericht pro 1901 ent­nehmen wir die folgenden Zahlen: Es liefen Anträge em über Mk. 8277935 Versicherungssumme und Mk. 14 838 jährliche Rente. Ende vorigen Jahres waren in Kraft All. 40 035 250 Versicherungs­summe und Mk. 95182 jährliche Rente. Die Prämien--Einnahme betrug Alk. 3117305, die Zinseneinnahme Mk. 244971. Die Prä- mien-Reserve erhöhte sich tm Berichtsjahr von Mk. 5827368 auf Mk. 7585558, der Sicherheitsfonds von Mk. 62794 auf Mk. 100612, der Hypothekenbestand betrug am 31. Dezember 5731540 Mark. Die Gesamt-Aktiven betragen Mk. 8545653.26. Der erzielte Ueber- schuß beläuft sich, nach Vornahme reichlicher Abschreibungen und Rücklagen, auf Mk. 294092. Nach Bildung eines Extrafonds von 105000 Mark verbleibt ein bilanzmäßiger Ueberschuß von 189092 Mark, der satzungsgemäß zur Verteilung gelangt. Aus dem Divi­dendenfonds entfällt auf die betr. Mitglieder beider Branchen eine Dividende von 6 Prozent der Jahresprämie.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

8. Darmstadt, 12. Juni. Die Zweite Kammer setzte die Beratung der Wahlrechts-Vorlage fort. Abg. Jockel nimmt vorerst einen ablehnenden Standpunkt ein, da die Materie noch nicht spruchreif sei. Dafür spreche auch die Thatsache, daß gerade die Nationalliberalen sich in der Frage vollständig ge­spalten hätten. Nach der Vorlage würden besonders Bildung und Besitz zn kurz kommen. Die geheime Wahl führe zu Miß­ständen und verderbe den Charakter. Man solle zunächst eine abwartende Stellung einnehmen und Erfahrungen sammeln Staatsminister Nothc weist daraus hin, daß es sich in der Vor- läge um ein Stück Verfassung handle, das man sehr gründlich prüfen müsse. v. Brentano erklärt, die Regierung habe sehr Recht, wenn sie ein kautelenfreies Gesetz nicht schaffen wolle. Die dem Entwurf beiliegende Tabelle gebe ein erschreckendes Beispiel von der Wahlmüd.gkeit des Volkes. Das sei der beste Beweis, daß man nach einem anderen System drängen müsse. Durch die Vermehrung der städtischen Abgeordneten habe die Regierung billigen Wünschen Rechnung getragen. Die Be­fürchtung, daß die extremen Parteien durch den Entwurf in Vorteil kämen, sei nicht berechtigt. Es sprechen noch mehrere Abgeordnete teils für, teils gegen den Entwurf, worauf die Weiterberatung auf morgen vertagt wird. Es sind noch zehn Redner vorgemerkt.

Berlin, 12. Juni. ° Der Kaiser hat für das 20. mitteldeutsche Bu n d es s ch i e ße n einen Ehren­preis gestiftet.

Sibyllenort, 12. Juni. Der heute früh 7Uhr über das Befinden des Königs Albert ausgegebene Krankheitsbericht lautet: Die vergangene Nacht war durch beschwertes Atmen und dadurch bewirkte allgemeine Unruhe öfters gestört. Die Herzthätigkeit bedarf noch hier und da der An­regung. Der Appetit ist noch fortdauernd gut.

Leipzig, 12. Juni. Wie verlautet, sollen unter Beteiligung von Berliner Buchhändlern Unterhandlungen zur Gründung einer nationalen deutschen Buch- Händler-Bank eingeleitet sein.

London, 12. Juni. Oberst Lynch wurde vordem Polizeigericht wegen Hochverrats angeklagt und die Verhandlung nach der formellen Beweisaufnahme über seine Verhaftung bis zum Samstag zurückgestellt. Lynch benahm sich aus der Anklagebank mit kühler Gleichgiltig­keit. In einem früheren offenen Briefe hatte Lynch er­klärt, er sei Burgher der südaftTikanischen Republik ge­wesen, als er für sie die Waffen ergriff, doch sei seine Handlung auch als irischer Protest gegen die Mtß^- Regierung aujzufassen. .Der irische Wg. Oberst Nolan

Gerichtssaal.

Kassel, 11. Juni Eine Vernehmung des verhafteten Direk­tors Schmidt von der T r e b e r t r 0 ck n u n g s-G e s e l l s ch a f t hat hier durch eine fünfgliedrige Kommission des Landgerichts Leipzig stattgefunden. Das Verhör erfolgte im Untersuchungsgc- angnis und betraf Schmidts Beziehungen zur Leipziger Bank, gegen bereu Direktoren und Aufsichtsräte bekanntlich oom 16 d. Akts, ab in Leipzig verhandelt werden wird. Ob Schmidt zu dem Prozeß nach Leipzig transportiert werden wird, ift noch zweifelhaft. Der Verhaftete hat ein zwanzig Seiten langes Geständnis zu Protokoll gegeben.

Berlin, 11. Juni. Prozeß Sauden. Der Sachverstän­dige Geh.-Rat Hecht erklärt, daß er einen Tag freie Zeit haben muffe, um noch eine Reihe von Buchprüfungen vorzunehmen, die auf das Verhältnis der einzelnen Institute zu einander, auf ver- jchiedene Hypolheken-Transaktionen re. Bezug haben. Es wird in­folgedessen beschlossen, heute in der Verhandlung nicht sortzusahren. Ter Vorsitzende verliest noch ein Anschreiben der Direktion der Neuen Bodenqcjellschaft, durch das sie festgestellt sehen möchte, daß die in der Verhandlung durch die Rechtsanwälte Bollert und Bern­stein gegebene Darstellung über verweigerte Emsichtnahme der sämllichen der Llquidationsbilanz per 4. März 1901 zu Grunde liegenden Unterlagen nicht zutreffend und das Verfahren der Di­rektion in der "Angelegenheit durchaus korrekt gewesen sei. Eine Liguidationsbllau', der yieuen Bodenakt,engefelljchaft existiere nicht, wohl aber eine der Deutschen Grundschuldoanl Die Direktion sei bereit, alle gewünschten Urkunden dem Gericht zur Verfügung zu stellen. Tie Rechtsanwälte Bollert und Bernstein hatten aber, als ie in dem Bureau der Neuen Bodengesellschaft erschienen und nur einen Prokuristen antrafen, auf den Direktor nicht warten wollen, ondern ertlcinai, daß sie der Gesellschaft den Gerichtsbeschluß zn- tellen lassen r über. Lie Rechtsanwälte Bollert nnb Bernstein teilen hierauf b:e Angelegenheit wesentlich anders _t>ar. Beide hätten den Eitidruck gehabt, als ob die Neue Bodengeselljchast sich

hinter formalen Schwierigkeiten verschanzen wollte. Der Gerichts­hof erklärt nunmehr die Sache für erledigt. Dre Verhandlung wird morgen fortgesetzt. ,, .. .

Parts, 11. Juni. In dem Prozeß, welche die Witwe des Obersten Henry gegen Reina ch anstrengte, weil dieser den Obersten Henry als Komplizen Esterhazy 's bezeichnete, be­antragte der Staatsanwalt Abweisung d e r K l a g e mit der Begründung, daß Reinach niemals daran dachte, die Witwe Henrys und deren Sohn zu verleumderr. Remach machte nur vom Rechte als Historiker Gebrauch und handelte zweifellos in gutem Glauben. Die Abweisung werde auch durch den Wunsch gerechtfertigt, da» die durch die Dreysusangelegenheit hervorgerusene Bewegung cm Ende nehme. Das Urteil wird rnorgen gefällt.

Rom, 11. Juni. Der Brigant Al u s 0 l i n 0 wurde nach zwei­monatlichem Prozeß von den Geschworenen in Lucca unter Aus­schluß mildernder Umstände zu l e b e n s l an g l i ch e m 3uti)t= Hans verurteilt.

HanÄol und Verkehr. Volkswirtschaft.

Süddeutsche Kabelwerke. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung wird sich mit Herabsetzung des Grundkapitals durch Zusammenlegung von 5 Aktien in 4, ferner mit dem Antrag der Geschäftsübernahme der Mannheimer Lelcgraphendraht- und Kabelfabrik vorm. Schachrerer zu beschäftigen haben.

Die Obsiprodutten-Fudustriegefellschaft in Koblenz wird das Grundkapital auf 416 000 Atk. Herabsetzemund dann wieder durch Ausgabe neuer Aktien auf 2 Millionen Mk. erhöhen.

Dortmunder Union. Ueber die ordentliche General­versammlung wird noch der folgende Stimmungsbericht veröffent­licht: Tie Generalversammlung stand zwar von vornherein unter dem Eindruck des Unabänderlichem Desto lebhafter aber wurde aus den Kreisen des mittleren Aktienbesitzes die Oppoiition begrüßt, zumal da sie sich bei aller Schärfe in sachlicher Beziehung doch durchaus vornehmer Formen bediente. Der Vorsitzende nahm die Angriffe mit stoischer Ruhe auf. Von Fachleuten würde es be­dauert, daß dem Aufsichtsrat eine technische Lapacitat fehle, auch wäre es sehr wünschenswert, daß derselbe intime Fühlung mit der Betriebsleitung hätte. Lebhafte Aufmerksamkeit wird m industriellen Kreisen der Frage der künftigen Ausstattung der neuen Hemrlchs- Hütten-Gefelljchaft zugewandt; insbesondere dürfte es für den Wert der vom Aufsichtsrat den Union-Aktionären in Aussicht gestellten Bezugsrechte auf die Aktien dieser Gesellschaft ins Gewicht fallen, wenn die wertvollen Kostenberechtsamen, welche die Union bei Blankenburg a. d. R. besitzt, der Heinrichshütte angegliedert werden sollen.

Aktien-Gesellschaft für Feld- und Kleinbahnen, vorm. Orensteiu u. Koppel. In dem ziemlich unerquicklichen Bericht des Direktors Orenstein über die Geschäftslage wird die Been­digung des Transvaalkrieges als ein für die Gesellschaft jedenfalls glückliches Ereignis bezeichnet, doch könne sich die Hebung des Ab­satzes dorthin nur allmählich, von Monat zu Monat entwickeln. Die südafrikanische Filiale, die im vorigen Jahre mit einem erheb­lichen Verlust abschloß, wird in diesem Jahre einen nennenswerten