Ausgabe 
12.6.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Er hatte sich zu diesem

beim Eisenbahnetat-. Wenn Sie den Eisenbahnverkehr beben wollen, so trachten Sie dahin, daß, die Zolltarif- vorlage der verbündeten Regierungen angenommen und so die Erreichung langfristiger Handelsver­träge ermöglicht wird, dann werd \iti) der Verkehr rn. ganz Deutschland und auch in, Bayern heben. Res. Abg. 'Lr Pichler (Ztr.) erwidert: Wir wollen den Verkehr auch heben, aber rn der Zolltarisvorlage mußte uns die Mo gierung mehr entgegenkommen.

* Beethovens Mesie. In den Schlußartikel :Beethover^ Messe" in unserer gestrigen Nummer hat sich em stnnertt- stellender Druckfehler eingeschlichen. In dem vorletzten Ab­satz muß es statt:Besonders welch i|t die Orchestersprache , heißen:Besonders reich ist die Orchestersprache".

fr. Reiskirchen, 11. Juni. Ter Ge,angvereM Liederblüte" hatte am Sonntag einen Ausflug nach Saasen unternommen. Am Abend entspann sich zwischen dem Fahnenträger des Vereins und einem Mrtglrede ein Ctreit, damit endigte, daß die Fahne des Vereins.

Ausland.

London, 12. Juni. Tas Unterhaus nahm einen An­trag an, von der Verzollung Spiritus auszunehmen, der in Fabriken gebraucht wird. Der Antrag bezwectt, die .Herstellung gewisser Arten von Explosivstoffen und anderen Artikeln zu erleichtern, z. V. von Trogen und Anilinfarben, in deren Herstellung die englischen Fabrikanten bisher wegen des Spritzolles nicht Mit den deutschen hätten konkurrieren können.

Oberst Lynch, Parlamentsmitglied für Galway Irland), welcher bekanntlich an der Leite der Buren kämpfte, wurde heute verhaftet, als er mit einem Dampfer von Dieppe in Newhaven ankam.

Paris, 11. Juni. Ter Finanzminister veröffentlicht eine Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben zum 1. Juni. Sie ergiebt für die ersten fünf Monate des wahres 1902 ein Defizit von 25 Millionen.

Die Zahl Der bisher in der Kammer vorliegenden Interpellationen betrügt 7. Unter den Interpellationen befindet sich eine des Abg. Mirman über die Asfarre Humbert. Tie Negierung scheint jedoch keinerlei Neigung zu besitzen, darauf einzugeheu.

Rom, 11. Juni. Ter Senat nahm definitiv die Bor-^ läge betreffend die Schaffung eines neuen 31/2p r 0 z. kon­solidierten Rententitels und betretend Maß- nahmen zur Tilgung einlösbarer Schulden mi

Peking, 12. Juni. Reut e r - M e l d u n g. ^.er britische Gesandte Satow teilte den übrigen Gk.|iinDten mit, England sei bereit, sich an der ratenmäßigep Her­absetzung der Forderungen an China zu be­teiligen, um diese Forderungen dem Betrage Der Kriegs­entschädigung anzupassen. Gegenüber der Forderung der Chinesen, die Kriegsentschädigung aus der Basis der Silber- Währung zahlen zu dürfen, beharren Die Gesandten aus Zahlung nach der Goldwährung. ... x

Washington, 11. Juni. Tas Repräsentantenhaus hat die vom Senat beschlossene Errichtung einer Leib- wache für den Präsidenten ab gelehnt.

5£ 1 m. Vt iTb^cr g, 11. Juni. Tie hicfige Handclskamm« ersucht die Interessenten ihres Bezirks, Wunsche bezüglich >es Winterfahrplans ihr bis spätestens Ende ^unr zu übermitteln. Tie Mitglieder der Kammer sind bereit, Wünsche und Anträge zu vermitteln.

Mühlheim a. M., 11. ^unr Ein schreckliches Verbrechen, dessen Kunde heute in den ersten Jkorgen* stunden unseren Li durcheilte, setzt alle Gemüter h« in heftigste Aufregung. Bei dem in der Kleinen Zunrnw- straße wohnenden Schneidermeister Adam Vay, einem all­gemein geachteten und bescheidenen Marrn, drangen in letzter Nacht nach 1 Uhr zwei Einbrecher durch em Flurfenster in das Haus ein, nachdem sie aus dem Stalle eine Leiter und ein Beil geholt. Sie begaben sich dann m die Küche, wo sie sich an einigen Topfen mit Latwergen, Butter usw. gütlich tyaten; nach Einbrecherart besudelten sie schließlich die Töpfe in unflathigster Weise. Tann drangen sie in das Zimmer, in welchem Bay schlief, und hieben ihm mit dem Beil mehrmals über die Stirne, sodaß die Hirnschale gespalten wurk^ und die Äugen fast aus ihren Höhlen traten. Im Nebenzimmer schlief die Frau mit einem der fünf Kinder; fie wurde mit einigen Beilhieben bedacht, die aber glücklicher­weise meist das Ziel verfehlten; sie trug nur an i^rHcmd eine Verletzung Davon. In einem dritten Zimmer er­brachen die Stäuber schließlich eine Kommode, m der sie aber nur einen Betrag von 75 Pfg. fanden, mit Aichern ie die Stätte ihres Verbrechens verließen. Es ist fraglich, ob der schwerverletzte Vay mit dem Leben Daoonkommen wird. Hoffentlich gelingt es, der ruchlosen ^hater, die offenbar mit den Lokalitäten vertraut gewesen sind, bald E)ClhS a in z^?l. Juni. Tie k r 0 a t i sche 11 Raub er wer­den nach, Rechtskraft des Schwurgerichtsurteils nach dem Zuchthaus Marienschloß (Rockenberg) überführt irnd nicht, wie es vielfach im Publikum heißt, nach Dem Zellengesan^- nis Butzbach. Nach Marienschloß kommen alle ^genannten unverbesserlichen Verbrecher bezw. solche, die wehr als 10 Jahre Zuchthaus erhalten haben, -fort treten sie sofort in die Gemeinschjafk der übrigen Gefangenen und werden zu irgend einem Handwerk angelernt. Einzelzellen existieren in Marienschloß nicht. Tie weitverbreitete Ansicht un Publikum, daß die beiden Räuber Papie und Strila

' die in Neuwied erkannten Strafen von lo Zähren Zucht- ' Haus in Preußen abbüßen müßten, ist ebenfalls unzutresfend. ' fc. Schierst ein, 11. Juni. Dew e t ko mmt. Dieser ' Tage kam ein Herr, der bei der ^kehrsverwaltung in Transvaal thätig gewesen war, mit seinem -vchtuchen hier an und überbrachte dem Weingutsbesitzer und Wein- Händler Christian Schneider, dem Urheber des Wigen Dewet-Deiikmals, Grüße von Christian Dewet rnck dem Hinzufügen, daß dieser gelegentlich einer Reise nach -^.sttsch^ land Herrn Schneider seinen besonderen Tank persönlich abslatten^werd^ 10. Juni. Die Vorbereitungen -um großen 2 6. mittelrheinischen Turnfest werden jetzt mit Hochdruck betrieben. Die Lösung der schwiengsten Aufgabe liegt dem Wohnungsausschuß ob ; gilt es d^, für ca. 6000 Turner und ungezählte auswärtige ^estbesucher für l die Zeit des Festes Obdach zu schaffen. Die Stadtverwaltung 1 V . . , L_______P____QTiotfp hprPTt Pts

England und Transvaal.

Eine Kapstädter Proklamation besagt, daß alle Aufständischen", Die nicht Feldkvrnets oder Friedens­richter sind, wenn sie sich vor dem 10. Juli ergeben, nur mit Entziehung des Stimm rechts für Lebens­zeit bestraft werden sollen. Die Feldkornets oder Friedens­richter unterliegen irgend einer anderen Strafe, die Todes­strafe ausgenommen. Bedingung ist in beiden Fällen, daß die Betreffenden sich nicht des Mordes oder irgend yuec anderen gegen die Kriegsgesetze ver-stoßenden Hzand-

reichen zu können. m. . Y m ...

a. Köln, 11. Juni. Dr. Georg Bleichroder, Besitzer des GestütsRömerhof" und Burg Lechenich, stieß heute

die ün -ll. Ierliegm^de?" Strenge des Gesetzes: 11 * * *

deutschen Fahrwasser schwimmenden Blatter.der 10. I 9® Ministerpräsident Dr. Kuypers soll 1

- ofiliüütn iSrriÄTung geg !l n text 6 8 hat beschlossen, oon einem

tragen und daß der Reichskanzler sich dlcher des^^Ver- Tas Krönungstages Königs

trauens der Krone und der einstimmigen ^erMtzung B ^seVn, dagegen an demselben Abend ein großes des Staatsministeriums bewußt gewesen sei, bemerkt die Edua aozus^en vag 8 Außerdem sollen dem Präsi-

»«3**-

Berichtigung ist überflüssig. Sie rst auch. nrcht emmal werden. Einwanderung mittelloser Kap- korrekt, denn es wird darin von L«.. r p n ; n ^eu m e ft*& f HEa nacfy $erid)ten

gesprochen, wahrend es sich um emen Antrag^gehandelt Bu _ als man früher annahm, so würde selbst

hat. Außerdem wird dieser offiziöse <^£1^ den- viel 1OO O0O Mark dort nur vielleicht 20 armen

Wenigen, g?gen die er gerichtet ist, keinen Emdrmk °iline Lterstützung

"- Nach der kommt bei der Neub es^tz- di-se^Nnwan^rer^m^g^^n

ang des Ministeriums der öffentlichen Är . U^en'und unsere Kolonie. Tie Deutsche Buren-

äs,

U. Lbersinanzrat Lehmann, Unterstaats,ekretar 5^eennS * *o4i>a&,ef" Tu V^g^ b*

Lui. Waldeck-Rousseau traf Kolonialpost.

mit seiner Familie iuid einigen anderen Herren hier em. ^-c scheinen, wie aus Deutsch-Ostasrika berichtet Der Besuch gilt hauptsächlich der Besichtigung der Hasen-1.^ Qn ber Nordgrenze der Kolonie unausgesetzt auf Dem anlagen und Schtssswerften. Am Samstag erfolgt diel wandeln. In jüngster Zeit sollen die

Wetterreise nach, der norwegischen Küste, von wo er einer Britisch-Ostafrika auch in deutsches Gebiet Einladung des Königs von Schweden und Norwegen zur » au« Jn ^ttetten Kämpfen mit Verlust

3°9bS8fernen, 11. Juni. Der Osnabrücker Pastor Wein- vieler Menschenleben viele Viehheerden geraubt aait ist im bremischen Dorfe Borgfeld zum Pfarrer ge->haben. __________ -

Ä^rben' Eine obrigkeitlich-Bestptrgrmg Yt mcht er-

Sibyllenort, 11. Juni. Im ^.Bestnden des ö Gießen, den 12. Juni 1902.

Königs von Sachsen ist eme 8^11^111^ .. ftCrman Schiller t- Aus Leipzig ging uns

nicht vor sich gegangen. Wenn auch die.Möglichkeit kerne^ V bie Nachricht zu, daß der Großh. Hess. Geh.

wegs ausgeschlossen ist, daß em Anfall sich seden Augen- trat a D. Prof. Dr. Herman Schiller rn

blick wiederhott und dann die ernstesten Folgen haben \~® ) ÖOm 10 aum U.Suni um 21/2 Uhr nach kurMm kann, so ist andererseits ebenso gu aiizunehmen, daßder derNacht vom w. ^um Schiller, der als lang-

König auch diesmal wiederhergestellt wird, äum mindesten 3 hiesigen Gymnasiums und ordentl.

liegen gewichtige Gründe, die fren emer 'unserer Universität bis nahe mi

Katastrophe befürchten lassen, md) bor (Wenn em |^T'Sgbcn/cnbcö i nächster Beziehung zu unserer Stadt liner Blatt vom Prinzen Friedrich August als dem mengen I .. Schulmann eine wett bekannte und

Thronfolger spricht, so ist es falsch, daraus den ^^te Persönlichkeit gewesen. Er hat Generationen hin­

zu, ziehen, daß Prinz Georg zu Gunsten seines Lohnes g , -inen großen Teil der heranreifenden, männlichen zu verzichten gewillt ist. Es gill vielmehr jur fest!>^heud, L J unseres Landes in hervorragendem Maße beein-

beim Reichsgericht ernannt: ferner wurden der^Rechts- INS zu in Heidelberg und

anwalt beim Reichsgericht Justizrat Krantz und der lRassische bromobierte 1876 in Tübingen. Von 1862 Ministerialrat im badischen Justizministerium Dr.- g , p in Wertheim, bis 18^2

ringer zu Reichsgerlchtsraten «nannt. L^sfor am Gymnasium in Karlsruhe, bis 1876 Direktor

o Karlsruhe, 11. ,3uni. «r0nf) 11 nj bon Ostern 1876 wurde er als

Siam traf heute nachmittag hier ein. einen Leiter des hiesigen Gymnasiums nach Gießen berufen und

Stuttgart, 11. Juni. Ter Landtag nahm einen ^iier oes m ) \ ordentlichen Professor

Antrag auf Vereinfachung der Formen desamt I^m H bst d^f Landesuniversttät ernannt. 1890

lichen f chjrrftlich>en Verkehrs an. . Mimlied der Dezemberkonferenz für

München, 11. Ium. ^m Ausschuß der Ab geo-^r^ höheren Schulwesens. Im Juli 1899

netenkammer sagte^ Minister Graf in ben Ruhestand nach den noch heute m Aller

Gedächtnis stehenden, einschneidenden Ereignissen jenes Jahres. Seitdem hat er als Prwatdozent der Pädagogik

»».«» mannsche Verlag in ausgezeichneter Ausstattung heraus- ^t, Schulen und andere öffentliche Gebäude zur Herstellung gab, und die ihm noch die hervorragende Anerkennung Massenquartieren zur Verfügung zu stellen. Der Wohn- feiner historischen Fachgenossen gebracht. Bon femm i usschuß arbeitet aber darauf hm, den ftemden Turnern früheren großen Werken seien heute nur noch.erwähntZerne J 1 ? private Q-uartiere anbieten zu können und

(«eibändige Et-fchM- dar römflchen Kar ÄÄeHu B-Hufe eben eme Rundfrage, bie

S» ,»ÄÄ SS 7-d.,, «- "SS

harter Schicksalsschlag: seine Gattin wurde ihm auf^ en^ vorzüglichen Ruf als gastliche ^esl,ladt, den es s ch

setzliche Weise fern von der deutschen Heimat m Eis weisen im Jahre 1886 erworben hat, un Jahre 1902 wiede an der südafrikanischen Küste jäh entrissen. Er hinterlaßt aUe machen. . r,

zwei Söhne, von denen der ältere Rechtsanwalt m Leipzig, Frankfurt a. M., 11. Tie Atagistratswahl- der jüngere Arzt in Breslau ist. Tie Beerdigung findet Kommission hat vorgeschlagen, für ben ^alt

Freitags den 13 b. M., mittags 12 tthrstatt. Blumenspenden l ^^ennung des Dr. Ad ick es äum Oberburgermeiter, nimmt Die Beerdigungsanstalt M. Ritter, Matthaikirchhof Bezüge für die zweite Amtsperiode wie folgt fest-

32 in Leipzig, entgegen rr Een: Gehalt 18000 Mk., Wohnungsentschadigung bOOO

** Eine Reich sh auptbank für Hessen, ^n Mark, Repräsentationsgelder 6000 Mark.

unserer Nummer vorn Tienstag rrahmen wir Nottz von ___ -

LlHCl , ' , ,f J j- r '» p. a »itf-yn f |Aj*f ft] ("t V (1 I

auch g^agt^daß bereits einleitende Schlriw gethan seicri . Berlin, II.Jnni. Der des DWmordrS «l dem Wie irnnmehr m der Angelegenheit dc^B. T. uiitterlt,Geldverleiher Löffler angeklagte Agent Thomaschke h ist eine der Handelstammern des Großherzogtumv an die Nacht in seiner Zelle im UntersuchungS--Gefangms einen

b^chi? Die

dustr!e"dcs ^Graßherzogtums'cm durchaus gerechtes Ber- Thomaschke nach ärztlichen, Gutachten noch

langen. Ter Bundesrat hat sich noch nicht mit der Ange-Läf)ig ist. Die Verwundungen des Thomaschle sind leichterer leqenheit beschäftigt. Doch siiid der Verwaltung der Reichs- Natur. Schon gestern abend, nachdem er aus dem Sitzungs­bank Die hessischen Wünsche nicht unbekannt aver da W ( . feine Zelle wieder abgeführt worden war, hatte er noch nicht direkt an sie herangetreten sind hat sie sichV ' gezeigt. Thomaschke wird im Untersuchungsge-

BSSÄ WS& MM

gebürt Wie verlautet, wird rm gegebenen Augenblick die (i$ ist. Als heute morgen der wachhabende Gefangnisbeamte Reichsbank in eine Prüfung der Frage eintreten, und die, Blick in die Zelle des Thomaschke warf, sah er diesen Berichte der hessischen Neben- und. Bankstellen emforb^n. ^^^01111 auf Dem Erdboden liegen. Der Gefängnisarzt

1 ** Radrennen z u Gießen. Die am ^*ori^L9 iCuDpe wurde sofort herbeigerufen; dieser konstatiette, daß

1 zur Verteilung kommenden Preise, dw ^ewiß das Jnttresst - P pp 'thomaschke etwa zwanzig Risse und

Mitglieder des Kuratoriums wollen ihre Karten im Safe bann herauszuziehen. Er hatte sich zu diesem

Lettler in Empfang nehnren. Tie Karten zu den bejfer>en jn)e(^c offenbar auf Den Tisch gestellt, um so das Venula-

Plätzen sind abends zu bedeutend ermäßigten Preisen zu Qu§ bcm er den eisernen Haken losmachte, er-

haben, wie aus dem Inserat in der heutigen Nummer! J -

S wu Plakaten crfui-.lich ift 2a bic Nachfrage danach

schon jetzt stark ist, i|t Den I nteref s enten dr ui gen D zu em­

pfehlen/ sich die gelvünsü^en Plätze vorher zu sichern.