Ausgabe 
12.5.1902 Erstes Blatt
 
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mache, daß man ober mit Hinblick auf mögliche Zwischen­fälle eine Waffe nicht aus der Hand geben könne, die unter Llmftänben vielleicht eine sehr einschneidende Bedeutung er- )alten würde. Nun hat die Entschließung des Kaisers, der bei seinen wiederholten Besuchen im Reichslande sich von Dem Stande der Dinge aus eigener Anschauung genau unter­richten konnte, auch die letzten Bedenken beseitigt. Der Diktaturparagvaph ermächtigt den Oberpräsidenten (Statt- halter) bei Gefahr für die öffentliche Sicherheit alle Maß­regeln ungesäumt zu treffen, welche er zur Abwendung der Gefahr für erforderlich erachten würde, auch zur Ausführung solcher Maßregeln, die im Reichslande stehenden Truppen in Anspruch zu nehmen. Mit dieser diskretionären Gewalt, die er zu Zeiten der Gefahr in die Hände des obersten Beamten der Reichslande legte, hat der Paragraph seinen Namen bekommen. Tatsächlich zur Anwendung gelangt ist er seit einer Reihe von Jahren nur noch in ganz seltenen Ausnahme fällen; es handelte sich dabei gewöhnlich um Maßnahmen gegen Versammlungen und Preßerzeugnisse, durch die der Statthalter die öffentliche Ruhe für gefährdet hielt. Die Erkenntnis jedoch, daß für solche Fälle auch die allgemeinen Reichsgesetze den Behörden ausreichende Macht­befugnisse einräumen, machte die Ueberzeugung von der Entbehrlichkeit des Diktaturparagraphen nach und nach zu einer allgemeinen, sodaß darauf abzielende Anträge im Reichstage wiederholt zur Annahme gelangten. Je weniger die Ausnahmebestimmung die Bewohner im Reichslande thatsächlich bedrückte, desto dringender war der Wunsch nach ihrer Beseitigung, da ihre unveränderte Aufrechterhaltung als unbegründetes Mißtrauen gegen die Loyalität der Reichs­länder empfunden wurde. Nun soll auch der letzte Rest der Ausnahmegesetzgebung abgetragen werden, ein Entschluß, der sicherlich die besten Früchte zeitigen würde.

Kic vulkamschc Katastrophe aus Martinique.

Heber die entsetzliche Katastrophe, durch die das Städt­chen St. Pierre vom Erdbooen wogge,egt wurde, liegen immer noch keine ausführlichen Berichte vor. Doch ist das dadurch erklärlich, daß, wie wir am Samstag mit­teilten, dav Kabel ebenfalls infolge der E-, der schütter ungen gerissen ist. Schiffe aber können sich der Insel nicht nähern, da der Vulkan feine Thätigkeit immer noch nicht eingestellt hat. So sind wir vorläufig auf die kurzen Mitteilungen der wenigen Geretteten uno der Besatzungen der Schiffe, denen es gelang, dem Feuerregen zu entrinnen, ange­wiesen. Bereits im Jahre 180 2 erwähnte im BallonsEqua- torial america" auf Seite 40 der Verfasser die Ausbrüche des Mont Pelee im Jahre 1851 und schreibt dazu:Einmal oder zweimal ist seitdem vom Mont Pelee ominös esBrummen vernommen worden, und es wird bestimmt prophezeit, der Mont Pelöe werde eines Tages St. Pierre mit Asche und Lava verschütten und die Geschichte von Pompeji wieder­holen." Die Prophezeiung hat sich jetzt furchtbar bewahr­heitet.

DerTaily Mail" wird über die Katastrophe aus Kingston ans. Jamaica vom Freitag gemeldet: Die f r ü h e st e Warnung, welche kam, war das Durchreißen der Kabel. Die erste Unterbrechung wurde am Dienstag ge­meldet, als das französische Kabel zwischen Martinique und Puerto Plata unterbrochen wurde ,doch erregte dies feine Befürchtungen. Am Mittwoch hörten die Kabel zwischen St. Vincent und Grenada und auch zwischen Dominica und Martinique und St. Lucia und Martinique zu funktionieren auf. Die nördlichen Inseln wurden dadurch von allen westindischen Inseln südlich von St. Lucia abgeschnitten. Auch hörte die telegraphische Verbindung mit Semarara auf. Nun empfand man Besorgnis, weil verschiedene Punkte, mir denen die telegraphische Verbindung unterbrochen war, vulkanischen Störungen ausgesetzt find. Nach einer kurzen Thätigkeitsperiode, die keinen besonderen Grund zu Be­fürchtungen' gab, warf der Mont Pelee am Morgen des 8. Mai plötzlich gewaltige Mengen brennender Lava und Asche aus. Der DampferRo d d am", der St. Lucia am Mittwoch verlassen hatte, war das einzige Schiff im Hafen von St .Pierre, welches entkam. Unter einem furchtbaren Hagel geschmolzener Lada dampfte das Schiff mutig aus dem Hafen und entkam sehr beschädigt. 17 Leute an Bord wurden hauptsächlich durch geschmolzene Lava getötet und andere schwer verletzt. Die Ueberlevew- den an Bord bezeichneten die Szene in St. Pierre als einen Blick in die Hölle, der einer Beschreibung spottet. Die Bevölkerung der Stadt ist tot. Der DampferRo- raima" von der Quebec Steamship Company, welcher am Mittwoch von Dominica nach St. Pierre abführ, wurde in der furchtbaren Erhebung von Land und Meer ein völligesWrackund die ganze Besatzung kam um. Die Landbezirke auf SNartinique litten schwer. Keine Schiffe können Martinique erreichen . Zwei, die es versuchten, gingen mit allen Leuten an Bord zu Grunde. Man hat auch Be­fürchtungen wegen St. Vincent, da man weiß, daß der Vulkan S o u f f r i e r e i n Thätigkeit ist und ein Erd­beben von der Insel gemeldet wurde, ehe das Kabel abriß

Eine Depesche desselben Blattes aus Pointe ä Pitre auf Guadeloupe vom Freitag meldet, der Krater des Mont Pelee habe am Donnerstagmorgen drei Minuten lang ge­schmolzenes Gestein und Asche ausgeworfen, welche St. Pierre und die Gegend im Umkreis von vier Mei len Radius völlig zerstörte. Alle Einwohner und 15 Schiffe mit ihrer Besatzung wurden vernichtet. Der britische SchauerOcean Traveller" aus St. John, New-Brunswick, erreichte Freitagnachmittag Dominica und meldete, er habe Mittwochnachmittag von der Insel St. Vincent flüchten müssen infolge des furchtbaren Sandregens von dem dort thätigen Vulkan. Das Schiff versuchte nach St. Lucia zu gelangen, aber die Strömung verhinderte es und der Schauer tarn vor St. Pierre am Donn.rstag an. Während er ungefähr eine Meile entfernt war, explodierte der Mont Pelöe und das Feuer davon zerstörtedieganzeStadt und die Schiffe, darunter das Kabel-Reparatur-Schiff Grappier" der West-Jndia und Panama TelegrapH-Com- pany in London, welches das Kabel bei der Guerin'schen Fabrik reparierte. DerOcean Trsaveller" traf auf der Fahrt nach Dominica eine Menge Wracktrümmer.

Einem anderen englischen Blatt wird aus St. Thomas bia Newyork vom Freitagabend gemeldet, daß die Eruptio­nen andauern. Ein Hagel geschmolzenen Gesteins komme immer noch aus der großen Spaltung des Berges und die brennende Masse falle noch immer auf die Ruinen der Stadt und das Meer. Die Korrespondenten einiger ameri­kanischer Blätter charterten, sobald die Zwtastropye bekannt wurde, Schiffe, die sie zur Unglücksstelle bringen sollten. Sie melden zurück, es sei u n m ö g l i ch, sich d e n R u i n e n der Stadt zu nähern, viel weniger zu landen. Die Szene wird als ganz entsetzlich geschil..ert. Die ganze Stadt scheint durch Lava und Asche vernichtet.

Die. in Portland, Maine, befindliche Firma Hameln and Sou, welche eine große Besitzung in St. Pierre hatte, erhielt eine Depesche von ihrem Vertreter in Guadeloupe,

daß St. Pierre und ein großer Teil vonM ar tinique vollständig verwüstet und alle Fahrzeuge in der Nachbarschaft gesunken sind. Auf der Rhede von St. Pierre befanden sich zur Zeit zahlreiche aus Holz gebaute Schiffe, weil die Zuckerkampagne beendet war. Daher erklärt sich auch das rasche Umsicygreifelr des Feuers.

In einem an den französischen Kolonialminister gerich­teten, vom 9. aus Fort-de-France datierten Tele­gramme bestätigt der Generalsekretär des Gou­vernements von Martinique, dcuß die Stadt St. Pierre vollständig zerstört und die Bevölkerung urn- gekommen ist. Der Generalsekretär meldet in dem Tele­gramm noch, daß er von dem Gouverneur und dessen Ge­mahlin keinerlei Nachrichten habe und daß es daher immer wahrscheinlicher werde, daß sie ebenfalls umgekommen sind. Die Aufräumungsarbeiten haben, wie es in dem Telegramm weiter heißt, begonnen Zur Verhütung des Ausbruchs von Epidemien sind von den Behörden Maßnahmen ge­troffen, daß die aufgefundenen Leichen verbrannt werden. Tie Rettung der Bewohner der Umgegend von St. Pierre ist durch Dampfer bewerkstelligt, welche )ie nach Fort-de-France bringen. Da das große Lebensmitteldepot von St. Pierre vernichtet worden ist, holt derSuchet" Lebensmittel von Guadelupe.

Unter dem Vorsitze des französischen Kolonialministers bildete sich ein Komitee zur Unterstützung der Opfer der Katastrophe auf Alartinique. Dem Komitee gehören als Mitglreder die früheren Mtnister der Kolonien, die Deputierten und Senatoren der Koloncen, die Direktoren der großen Finanzinstitute an. Ein bei dem Ätarineminister eingegangenes Telegramm aus New-Orleans meldet, daß der der Marine gehörige DampferAdmiral Caze" heute nach Martinique in See gehen wird mit 60 000 Ra­tionen Leb ensmittel, Medikamenten und anderen vom Mayor von New-Orleans zur Verfügung gestellten Hilfs- gegenständen. Auch eine Baarsumme von 10000 Francs, )as Ergebnis der ersten Sammlungen, wird der Dampfer mitnehmen.

Die Londoner Eigentümer des bei der Katastrophe von St. Pierre entkommenen, jetzt bei St. Lucia ankernden DampfersRoddam" teilen mit, da'ß von der gesamten Besatzung von 23 Mann 11 tot und 10 im Hospital sind. Unversehrt an Bord des Schiffes jinb nur der zweite unb der dritte Maschinist geblieben, letzterer von beiden hat den deutschen Namen Schleswick.

Die. französische Kabelgesellschaft teilt mit, daß ihr DampferPony er Quartier" in Fort-de-Fpance mit 450 Geretteten von St. Pierre eingetroffen ist. Der Dampfer ist sofort wieder zurückgegangen, um nach weiteren Heb erlebenden zu suchen. Nach einem neuen Tele­gramm des Kommandanten des KreuzersSuchet" aus Pointe-L-Pitre begann die Katastrophe von Saint-Pierre am Donnerstag gegen 8 Uhr morgens. Der Vulkan warf starke Rauchmassen und Erde aus, in die sich bald Feuergarben mischten. In einem Augenblicke stand die gesamte Stadt in Flammen; die Schisse int Hafen wurden entmastet und entzündet. Der Feuerregen mit Felsstücken vermischt währte eine Viertelstunde. Als derSuchet" am Nachmittag um 2 Uhr vor Saint-Pierre eintraf, erreichten ihn die wenigen Personen, welche von den zerstörten Schiffen entkommen waren. In der Stadt war kein lebendes Wesen bemerkbar; das Eindringen war unmöglich ;auf den Quais bemerkte man Leichenhaufen. Der Gouverneur der Insel ist mit seiner Familie unter den Toten .

Unter den Geretteten befindet sich Senator Knight. Dieser sandte seiner Frau ein Telegramm, in dem er rnit- teilt, daß die Ortschaft Morue Rouge unversehrt geblieben. Man hoffe, daß dorthin verschiedene Personen flüchteten. Im französischen Ministerrat bestätigte der Kolo­nialminister Decrais, daß die ganze Stadt St. Pierre verwüstet sei. Der Finanzminister wurde er­mächtigt, sämtliche nötigen Kre ditezurHilfeleist- ung für Martinique zur Verfügung zu stellen. Ein Staats­beamter begab sich gestern auf einem Staats schiff von Brest nach Martinique. Er überbringt 50 000 Francs. Der Gou­verneur von Guadeloupe ist ermächtigt, alle notwendigen Ausgaben für den Transport und die Verpflegung Heber» lebender zu machen. Der Ministerrat beschloß außerdem zum Zeichen der Trauer die Flaggen auf den öffentlichen Gebäuden während dreier Tage Halbmast zu hissen. De­crais wurde beauftragt, dem Generalsekretär in Martinique den Ausdruck des Schmerzes von ganz Frankreich über die schreckliche Katastrophe zu übermitteln.

Eine andere Depesche des Gouverneurs von Barbados bestätigt, daß auch der Vulkan Souffriöre in Thätigkeit ist.

Am letzten Donnerstag in der Frühe ertönte ein heftiger Donner, der , von Blitzen begleitet, bald einem entsetz­lichen andauernden Getöse wich. Mächtige Rauch­säulen erhoben sich über dem Berg und wurden immer dichter und Dichter, bis sie sich in einen schluckenähnlichen Hagel verwandelten. Später ging ein feiner Aschenregen nieder und richtete großen Schaden an. In Chateau Setair liegt die Asche zwei Fuß tief in den Stra­ßen, in Kingston zo 111ief. Soweit bekannt, sind 3 0 P e r s o n e n u m g e k o rn m e u. Die ganze Nacht brauste ein wilder Sturm über den Souffriöre dahin. In der Frühe des Freitags wurde der Wind allmählich wieder schwächer. Doch dauert nach einem Telegramm des Gouverneurs der Windward-Jnseln die Eruption noch an. Die Regierung ent­sandte das KriegsschiffJnfafatigable" nach St. Vincent, um jede mögliche Hilfe daselbst zu leisten .

Nach einem am Samstagnachmittag 1.46 Hhr inFort - de-France aufgegebenen Telegramm hat das Erd- bebenaufgehört,dievulkanischenEruptionen dauern indessen noch an.

Der KreuzerS uche t" brachte in der Nacht vom Freitag auf Samstag eine große Menge Leb ensmittel nach Fort löse France, wo dieselben sofort unter den Schutz der Besatzung gestellt wurden. Große Massen von Negern kommen aus den umliegenden Gebieten nach Fort de France und verlangen Lebensmittel. Einer anderen Meldung aus Fort de France zufolge ist während der ganzen dlacht zum Samstag heißer Staub und Aschenregen über die ganze Insel niedergegangen. Derselbe halt noch an und verursacht großen Schaden, während die Eruption an Hef­tigkeit nachgelassen hat. Der Kapitän des SchiffesKo­ro n a", das von Dominica in Point ä Pitre eingetroffen ist, berichtet, die Eruption, von der St. Pierre auf Marti­nique heimgesucht wurde, sei augenscheinlich von einem neuen Krater gekommen. Die Eruption sei von einer Flutwelle begleitet gewesen, welche die Schiffahrt un­möglich gemacht habe.

DieAgence Havas" veröffentlicht folgende aus Fort de France vom 10. Mai datierte Schilderung der Kata­strophe auf Martinique: Die Stadt St. Pierre wurde am 8. Mar gegen 8 Uhr früh durch ein furchtbares Natur­ereignis vollständig zerstört. Bei dem Ausbruch des einige Kilometer von der Stadt gelegenen Vulkans Pelöe ver­

wandelte der von einem wahren Feuerregen be­gleitete glühende Lavastrom die Stadt in einigenGefunden in ein ungeheures Feuer- m eer, das sich auch auf die St. Pierre benachbarte Küste erstreckte, und so eine Feuerlinie vom Dorfe darbet bis Bourg de Precheur bildete. Die Wirkungen des vulka­nischen Ausbruchs waren bis Fort de France bemerkbar, wo ein Regen von Asche und nußgroßen Steinen im Gewichte von 7 bis 10 Gramm niederste!. Die ganze Insel war mit einer drei Millimeter hohen Ascheschccht bedeckt. Trotzdem allgemeine Bestürzung herrschte, ist die Hilfeleist­ung bald in die Wege geleitet worden. Der französische KreuzerSuchet" wird zur Hnglücksstelle entsandt, auch andere Dampfer gehen dorthin ab, die bald mit Schrecken erregenden Nachrichten zurücktehren. Man kann sich der Küche nicht nähern. Die auf der Rhede von St- Pierre liegenden Schice stehen in Flammen. Die Hitze ist un­erträglich und die Bestürzung auf ihrem Höhepunkt angelangt. Lebensmittel werden requiriert- Bei den Häu­sern der Großkausteute, bei den Niederlagen und bei den öffentlichen Kassen werden Posten ausgestellt. Gegen Abend trifft derSuchet" wieder ein mit ungefähr 30 Heberleben» beu, von denen die meisten mit schrecklichen Brandwunden bedeckt find; zwei von ihnen starben während des Trans­portes nach dem Hospital. Die Scheinwerfer desSuchet" lassen chr Licht auf die Unglücksstelle fallen. Genauere Nachrichten treffen ein. Die Zahl der Opfer wird auf 30 000 geschätzt. Unter den Vermißten befindet sich >er Gouverneur von Martinique mit Gemahlin, die am Tage vor dem Unglück in St. Pierre eingetronen ist. Alle Schiffe, die in der vlähe von Barbet und Bourg de Vrecheur liegen, find mit Flüchtlingen angefüllt, deren Zahl ungefähr 5000 betragt. Die Flüchtlinge wurden noch mit nach hierher geschafft, die noch aus den Schiffen verbleibenden werden mit Lebensrnitteln versehen. Die Re­gierung von Guyana bewilligte einen Kredit von 25 000 Francs für die Opfer der Katastrophe. In Sag en ne und den übrigen Gemeinden wurden Sammlungen ver­anstaltet.

Ein weiteres Telegramm aus Fort de France vom 10. Mai meldet: Die Kabelgesellschaft hat ihren Mitarbeiter Molina nach St. Pierre entsandt- Derselbe meldet, er habe unter den Trümmern zwar das Bureau der Gesell­schaft, aber keine Spur von dem Direktor Jallabert und dem Personal aufge[unden. Die Stadt ist mit Leichen bedeckt, mit deren Verbrennung jetzt begonnen wird.

Präsident Loub et erhielt anläAich des Unglücks auf Martinique vorn deutschen. Kaiser sowie von anderen Staatsoberhäuptern Beileidstelegramme.

Die Bevölkerung von Saint Pierre bestand aus 16 000 Schwarzen, 10 000 Kreolen und 4000 Weißen. Unter den. letzteren befanden sich anscheinend einige Süddeutsche. Be­sonders schwer betroffen ist Bordeaux, dem fast alle verbrannten Schiffe angehörten, und wo fünfzig Familien Angehörige in Saint-Pierre besaßen. Unter den Toten befinden sich außer dem Sohn des Abgeordneten Gerville- Reache auch der am vorigen Sonntag neugewählte Depu­tierte Element sowie die beiden Kandidaten Percin und Clerc, die sich morgen in Saint-Pierre der Stichwahl unter- werfen sollten.

gpieiplan der vereinigten Frankfurter Stadttyeater. Opernhaus.

Dienstag den 13. Mai*):Die Zauberflöte". Mittwoch den 14. Mat: Drittes und vorletztes Gastspiel des f. L Kammersängers Herrn Franz Naval vom Hofoperntheater in Wien:Alessandro Stradella". Donnerstag den 15. Mai: ^,Die Jüdin." Freitag den 16. Mai, abends halb 7 Uhr:Der Zigeunerbaron". Samstag den 17. Mai:Ter Waffenschmied." SonMag den 18. Mai:

Louise". Montag den 19. Mai: Viertes und letztes Gastspiel des k. L Kammersängers Herrn Franz Naval vom HofoperMheater in Wien:Carmen". Dienstag den 20. Mai:Die Hugenotten".

Schauspielhaus.

Dienstag den 13. Mai *):Die versunkene Glocke". Rau« tendclein: Frl. Lotti Sarrow vom Deutschen Theater in Berlin als Gast. Hemrich: Herr Rich. Kirch als Gast. Mittwoch den 14. Mai:Nora". Donnerstag den 15. Mai, abends halb 8 Uhr: Hamlet". Freitag den 16. Mai:Der Fall Clemenceau". Sams­tag den 17. Mai:Der Tugendhof." Sonntag den 18. Mai: Gastspiel des Herrn Direkwrs Konrad Dreher:Die beiden Reichenmüller"/ Montag den 19. Mai, nachmittags halb 4 Uhr: Alt-Heidelberg." Abends 7 Uhr: Gastspiel des Herrn Direktors Konrad Dreher:Logenbrüder".

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Kusjllß a»s vra KilchkMHeru -er Staat idlktzr«.

Evangelische Gemeinde.

Getaufte. Math äusaem einde. Den 4. Mai. Eine un­eheliche Tochter, Hermine Christine Bercha, geb. den 29. März. Dem Wäschereibesitzer Karl Herr em Sohn, Theodor Friedrich, geb. den 21. November. Dem Steinhauer Karl Pfeiffer eine Tochter, Marie Wilhelmine, geb. den 8. 'März. Deni Bademeister Ludwig Germer eine Tochter, Ella, geb. den 3. April. Markus- gemeinde. Den 4. Mai. Dem Bremser Hermann Klatz eine Tochter, Luise, geb. den 8. März. Dem Fuhrmann Johannes Rausch ein Sohn, Wllhelm, geb. den 24. Februar. Dem Schuh­machermeister Ücheodor Eißfeller eine Tochter, Emmy Rosa, geb. den 9. April Dem Laternenwärter Johannes Konrad Will eine Tochter, Katharine, geb. den 9. März. Dem Agent Heinrich Schmitt ein Sohn, Karl Friedrich Otto, geb. den 20. März. Dem Schuhmacher Peter Gerber ein Sohu, Hemrich Friedrich Wilhelm, geb. den 22. März. Lukasgemeinde. Den 4. 'Mai. Dem Taglohner Ernst Martin ein Sohn, Ernst Wichelm, geboren den 24. März. Dem Stellwerkschloffer Johannes Becker ein Sohn, Heinrich Hermann, geb. den 21. März. Dem Zugführer Johannes George ein Sohn, Karl Friedrich Hans, geboren den 4. April. Dem Schneider Johannes Find ein Sohn, Heinrich, geboren den 14. April. Johan nesgemein de. Eine uneheliche Tochter, Johanna, geb. den 17. April.

Getraute. Mathäusgem einde. Den 3. Mai. Adam Hornig, Dienstknecht zu Hof Albach und Margarethe Diehl aus Climbach. Den 4. Mai. Wilhelm Wadenpfuhl, Glaser zu Gießen und Luise Josephine Henriette Marie Elisabethe Philippine Belloff, Tochter des verstorbenen Küsermeisters Heinrich Belloff IV. zu Gregen. Markusgem einde. Den 3. Atai. Johannes Korrell, Korrespondeirt zu Dortmund und Ottilie Mickel, Tochter des Brief­trägers Philipp Mickel zu Gießen. Den 4. Mal Friedrich Nach- tigall, Schlosser zu - Gießen und Marie Weihrauch zu Aschbach, Kreis Heppenherm. .

Beerdigte. Mathäusgemeinde. Den 7. Mar Johann Lorenz Settegast, Agent, verheiratet, 49 Jahre alt, starb den 5. Mai. Markus gemeinde. Den 7. Mal Kalharme Wien, geb. Becker, Witwe des Leinwebers Konrad Wien, 77 Jahre alt, starb den 5. Mai. Lukasgemeinde. Den 8. Mai. Emill Hensel, geb. Reitzel, Witwe des Kaufmanns Karl Hensel, 76 Jahn alt, starb den 5. Mai. Io h a nne s g em e rnd e. Den 7. Mai Heinrich Sieglinger, Gemüsehändler, 24 Jahre alt, starb de* 5. 'Mai.

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