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Samstag 12. April LSO«
152. Jahrgang
Viertes Blatt.
Nr. 85
Erscheint täglich außer SonntagS.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die «ietzener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schea Univers.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erbe») Redaktion, Expedition und Druckerei:
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW
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42.
Beerfelden
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Seelen 15380 14813 14675 14058 1-3513 13314 13196 18060 12772 11776 11581 11244 11118 10601
9792 9007 8122 8107 7582
7414 7880 6618 6842 5530 4071
Darmstadt I Gießen Worms Darmstadt II Groß-Gerau
Lich Altenstadt
46. Hungen
47. Lallbach
48. Schlitz
49. Hirschhorn
50. Wimpfen
legung der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 Größe ihrer Scclenzahl geordnet:
Seelen 131183 84447 72881 55544 45526 41000 38627 35514 27246 26248 25710 25155 24974 28888 22078 20149 19259 18188 18969 18660 17779 17228 16724 15786 15630
VAN HOUTEN» CACAO
>^ss*e ist ein ausserordentlich
f nahrhaftes Getränk, welches einen wohl-' thuenden Einfluss auf die Nerven ausübt. Unübertroffen für den täglichen Gebrauch.
Seligenstadt Fürth L £>. Bingen Ober-Ingelheim Alsfeld Osthofen Reinheim Vilbel Wöllstein Michelstadt Butzbach Wörrstadt
Davon entfallen
8. Lorsch
9. Alzey
10. Groß-Umstadt
11. Langen
12. Oppenheim
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Aus Stadt und Kalld.
Gießen, den 12. April 1902.
** Amtsgerichte. Nach einem jüngsthin erschienenen Amis, blatt des Großh. Ministeriums der Justiz bestehen im Groß, Herzogtum Hessen 50 Amtsgerichte, und zwar unter Zugrunde,
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20. 2L 22. 28.
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I Rammte, Velvets.
I Man verlange Muster, lanblung Krefeld.
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1. Mainz Offenbach
auf die drei Provinzen des Großherzogtums: 1. Starkenburg 19 Amtsgerichte mit 489 512 Seelen,
Gerichtssaat.
Der „Fa ll Stieten crv n". Das OberlandoSgericht in Kalmar hatte sich mit der Afsaire Stietencrvit zu fassen. Rittmeister z. D. v. Stietencron war am 11. De- zember 1901 von der Zivilkammer des Laubgerichts Zabern verurteilt worden, an die Mutter, sowie den Großvater beS von ihm erschossenen italienischen Arbeiters Faz^i je eine Rellte von vterteljährlich 30 Mk. auf Lebenszeit zu be- zahleu. Gegen dieses rUtcil legte Stietencron beim Ober» landcSgericht in Colmar Berufung ein. Das Oberlandesgericht gab der Berufung Stietencrons statt, hob das Urteil des Landgerichts Zabcrll auf und entschicb dahin, daß Stietencron keinerlei Entschädigung an d i e Hinterbliebenen FaztziS zu entrichten habe.
Vermischtes.
* Heber die Angelegenheit des Fürsten Jsenburg-Birstein wird im Anschluß an unsere bisherigen Mitteilungen aus Preßburg berichtet: Der Fürst hatte Anfang der neunziger Jahre unter Bürgschaft der Erzherzogin Marie Therese, beb Fürsten von Parma, des Grasen Bardi unb anderer Verwandten mehrere Millionen Schulden kontrahiert. Zugleich wurde die Nachricht verbreitet, Erbprinz Leopold Isenburg sei mit einer Tochter des amerikanischen Eisenbahnkönigs Vanderbilt verlobt, doch verweigerten die Verwandten aus regierenden Häusern, besonders Mitglieder des Wiener Hofes, die Zustimmung zur Heirat. Der Preßburger Advokat Dr. Julius Umlauff- Frankwcll verschaffte dem Fürsten 300 000 Gulden gegen Wechsel, aber nur bei Haftung des ganzen fürstlichen Ber mögens. 1895 stellte das Fürstenpeurr Isenburg die Zah^' tun gen ein. Ein Teil der Schulden wurde durch die Erzherzogin Marie Therese gedeckt. Umlaufs wurde nicht bezahlt; er starb im Jahre 1897 aus (Vrant über den Verlust- unb ließ seine Familie in Not zurück. Erzherzog Franz Salvator, ber, wie schon mitgeteilt, s. Z. für ein von dem Fürsten bei Umlaufs gemachtes Darlehen von 30 000 sl. verbürgt hatte, verweigert die Zahlung an die Familie des verstorbenen Anwalts, da er Die Haftung eben nur für ein Darlehen, nicht für Wechsclschulden übernommen habe.
dem recht oft auch den Ausdruck besonderer Zärtlichkeit, eine Liebkosung bedeutet, wie denn z. B. die goldlockige Else oder die schwarzhaarige Eva es kaum angenehm empfinden würde, wenn der verliebte Studio sie als „Magi/" und nicht mehr als „Mägdlein" besingen würde. Auch würde es sich seltsam ausnehmen, wenn fortan Faust an Gretchen die Worte zu richten hätte: „Meine schöne Frau, darf ich's wagen, Meinen Arm und Geleit ihr anzutragen?" und wem: er dann die aus ein bitteres Naturspiel deutende Antwort erhielte: „Bin weder Frau, weder schbn, Kann ungeleitet nach Hanse gehn." In der That läßt sich weder aus sprachlich-historischen Gründen, noch aus ber Volksüberzeugung heraus diese jüngste durchaus überspannte Forderung rechtfertigen, die lediglich aus einer gewissen Empfindlichkeit für die Lappalien des Lebens resultiert, die allerdings dem weiblichen Geschlecht zu aller Zeit in besonderem Maße eigen war. Bleiben wir also ruhig bei der bisherigen Unterscheidung, nicht wahr, Fraulein Eva?
abgabe auf Fleisch (Schlachtsteuer, Oktroi, Accise usw.). ES waren etwa 120 Innungen vertreten 9tach lebhaften interessanten Verhandlungen wurde einstimmig folgende Resolution gefaßt:
„Die heute hier in Fulda versammelten Vertreter von Fleischerimiungen derjenigen beteiligten Städte, welche städtisches Oktroi ober indirekte Fleischsteuern erheben, beauftragen den Vorstand des deutschen FleischcrvcrbanbeS als Vertreter aller deutschen Innungen, an den maßgebenden Stellen, vor allem bc’i; der Reichsrcgierung, dem Reichstag und dem Bundesrat vorstellig zu lucrbcn, daß die indirekten Kommunalabgaben auf Fleisch unb Erzeugnisse aus Fleisch bei der Einführung des neuen Zolltarifs in Wegfall kommen möchten unb ztvar durch Reichsgesetzgebung."
h. M e r k e n f r i tz, 10. April. Der Knecht B r ö s d) c r, der von hier nach Hirzenhain fuhr, um Sagemehl dort zu holen, wurde von einem Pferde so geschlagen, daß er blutüberströmt hierher gebracht werben musste.
Frau unb Fräulein
In einem Berliner Verein von Vorkämpferinnen der Bewegung für das Frauenrecht wurde von dem Doctor juris Frl. Marie Raschle unter dem Beifall ihrer Hörerinnen die Forderung gestellt und in einem langen Vortrag begründet, daß fortan in der Titulatur ber weiblichen Welt nicht mehr unterschieden toerben dürfe zwischen Frau und Fräulein, sondern daß der sechzehnjährige Backfisch, wie die siebzigjährige Matrone Anspruch darauf erheben dürfe, als „Frau" angeredet zu werden. „Fräulein" bedeute doch immer nur ein Diminutiv, das ebenso beleidigend wirke, wie etwa die Anrede „Herrlein" ober „Männchen". Man muß gestehen, daß die neueste Forberung ber Berliner Heber* bamen etwas Erheiterndes enthält. Sie beweist aber in erster Linie, wie weit sich die heutige Frauenbewegung von dem allein berechtigten unb von jedem Oerftänbigen Mann mit Sympathie begleiteten Bestreben entfernt, das schwächere Geschlecht in dem Teil, dem die Erfüllung seiner natürlichen Aufgabe, als Frau und Mutter zu toirfen, versagt bleibt, für den Kampf ums Dafein zu träftigen, ihm Berufe zu erschließen, die seiner Natur nicht widerstreben. Frl. Raschle unb ihre Getreuen vom Wort und von ber Feder haben natürlid) fein Verständnis dafür, baß das Diminutiv an sich keineswegs stets eine Verkleinerung, son-
2. Oberhessen 20 Amtsgerichte mit 282 047 Seelen und 3. Rheinhessen 11 Amtsgerichte mit 348 334 Seelen.
** D a s Kais e r Panorama bringt in der nächsten Woche Bilder aus Transvaal und vom südafrikanischen Kriege, eine Serie, die gewiß im höchsten Grabe interessieren wird. Sie enthält u. a. Aufnahmen von Pretoria^ Johannesburg, Kimberley unb dem s. Z. hart bedrängten Ladysmith, sowie einzelne Kriegsbilder, wie z. B. „Buren vor Colenso", „Buren den Feind erwartend", „Engländer im Bivouak" usw. Der Besuch des Kaiserpanoramas wird also in nächster Woche, nach deren Ablauf das Panorama Gießen wieder verläßt, ganz besonders zu empfehlen sein.
)( Grünberg, 10. April. Im „Englischen Hof" sand gestern die Hauptversammlung des Verkehrsvcreins statt. Nach der Jahresrechnung ist der Stand ber Kasse recht günstig, sodaß nahezu 600 Mk. zur Verfügung stehen. Ten Vorschlägen des Vorstandes inbczug auf Anlage von Spazierwegen, Aufstellung von Ruhebänken und Errichtung eines Aussichtsgerüstes auf dem „Tannenkopf" stimmte die Versammlung zu. Außerdem soll die Wegmarkierung durch den Stabtwald über Freienseen, bas SeentHal aufwärts bis zum Petershainer Hof ausgesührt werden. Ta dieser Weg fast nur durch prachtvolle Waldungen führt, dürfte dann unsere Stabt öfter als seither zum Ausgangspuntt für Touren nach dem Oberwalbe von ben Touristen gelvählt werden.
Fulda, 10. April. Ein außerordentlicher Delegiertentag des deutschen Fleischer-Verbandes behandelte hier die Abschaffung ber Verbrauchs-
Politische Tagesschau.
Der Grohherzog voa Luxemburg hat sich, wie bereits gemeldet, von den RegierungSgeschäsben zurückgezogen und den Erbgroßherzog zum Statthalter ernannt. Großherzog Adolf ist 1817 geboren, er steht demnach im 85. Lebensjahre. 1839 folgte er feinem Vater als a von Nassau und nahm 1849 als Kommandeur einer e an dem dänischen Kriege teil. Sein Vertrauen auf die Ueberlegenheit Oesterreichs mußte er 1866 mit dem Verluste seines Landes bezahlen. In hohem Alter söhnte sich Großherzog Adolf mit der neuen Ordnung ber Dmge in Deutschland aus. 1885 vermählte sich feine Tochter, Prinzessin Hilda, mit dem Erbgroßherzog Friedrich von Baben, wodurch eine Annäherung an das Haus Hohenzollem herbeigeführt wurde. Im Jahre 1888 fand alsdann zwischen dem Kaiser und ldem Großherzog eine persönliche Begegnung statt. Die Negierung in Luxemburg fuhrt ber Groß- Herzog feit dem 15. November 1890, an welchem Tage der Ic^te niederlänbische Herrscher, ber bie Niederlande mit Luxemburg in Personal-Union regierte, Wilhelm II., starb unb die Erbfolge ber niederländischen Dränier für Luxemburg, wo nur das männliche Erbrecht gilt, erlosch. Grvß- herzog Adolf ist der älteste preußische General der Staballerie, welche Würde er bereits feit dem 12. Juli 1855 bekleidet. Vor kurzem ist er zum Generaloberst ernannt ivorden. Er ist Chef des in Düsseldorf stehenden westfälischen Ulanen- Regiments Nr. 5. Der jetzt $um Statthalter ernannte Erbgroßherzog Wilhelm Alexander ist 1852 geboren unb seit 1893 mit der 1861 geborenen Prinzessin Minna Anna von Portugal vermählt. Dieser Ehe find bisher fünf Prinzessinnen entsprossen, deren jüngste am 7. März 1901 geboren ist.
Der KriegLmiuister von Goßler
sandte an Frau T r. Lieber folgendes Beileidschrei- b en, das in nassauischen Blättern veröffentlicht wird:
Sehr verehrte gnädige Frau! Ties erschüttert habe ich von dem schweren Schlage, ber Sie unb die Ihrigen durch das Hinscheiden Ihres Herrn Gemahls getroffen hat, Kenntnis genommen, und bitte ich Sie, meiner herzlichsten Teilnahme versichert zu sein. Unvergessen wird dem auch von mir hoch verehrten Dahin geschieben en, ber auf zahlreichen Gebieten bes öffentlichen Wirkens unb Lebens in so glänzenber Weise hervor- getreten ist, die opferwillige Bereitwilligkeit bleiben, mit ber er als bewährter unb sachkundiger Führer einer der großen Parteien des deutschen Reichstages so oft für dieWehrhaftigkeit unseres teuren Vaterlandes eingetreten ist. Mit Ihrem Herrn Gemahl ist eine markante, von warmer Vaterlandsliebe erfüllte Persönlichkeit aus dem Leben ge- fd/ieben, die eine schwer auszufüllenbe Lücke hinterläßt. Möge Gottes Trost Ihnen und ben Ihrigen in dieser schweren Zeit zur Seite stehen."
Daß Dr. Lieber gegen die Militärvorlage im Jahre 1893 auf trat, ist bekannt.
26. Höchst
27. Gernsheim
28. Pfeddersheim
29. Grünberg
30. Bensheim
81. Rieder-Olm
82. Ridda
33. Zwingenberg
84. Büdingen
35. Ortenberg
86. Lauterbach
87. Herbstein
38. Homberg a. d. O.
89. Bad-Nauheim
40. Wald-Michelbach
41. Schotten
Protektor: Se. Kaiser!, y, König!. Hoheit der Kronprinz Oes deutschen Reiches.
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verbunden mit einer 2940
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W Eröffnung am 1. Mai 1902. -w
I• 7 Hauptgewinne: mit 135 000 Mk. bar Inn- hDSMP nnffMf IPFIfi gesamtUk. Gewinne 1,oh I Mk. niVllVllV. GeneralvOTtr.iFerd.Wchäfer,Düsseldorf,KZmigeallee
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