Ausgabe 
11.2.1902 Zweites Blatt
 
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+ Klein-Linden, 10. Februar. Am Samstag Abend and im Saale des GasthausesZur deutschen Eiche" das 37. Stiftungsfest des ältesten hiesigen Gesangvereins Eintracht" statt. Es gelangten im ganzen fünf Theater- tücke und Solovorträge zur Aufführung. Die Leistungen der Spieler fanden den ungeteilten Beifall aller Festteilnehmer. Sämtliche Stücke wurden sehr geschickt gespielt. Das von vier Damen und zwei Herren meisterhaft aufgeführte Theater- tückGypsfiguri" fand besonders reichen Beifall. Sehr chön wurden ferner das DuettAdam und Eva" und das SolostückHeimgeschickt" vorgetragen. Auch der kämpfenden Buren wurde nicht vergessen. An dieAufführung des StückesEin Deutscher im Burenkrieg", das einige Szenen aus dem Frei- yestskampf der Buren darstellt und recht gut gespielt wurde, chloß sich eine Sammlung zu Gunsten der in den Kon­zentrationslagern darbenden Burenfrauen und Buren-

Aus Stadt und Land.

(Der Albdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, 11. Februar 1902.

* * Personalnachrichten. Der Großherzog hat dem Oberlehrer an der höheren Mädchenschule zu Worms Dr. Uhrig den Charakter als Professor und dem ersten Assi­stenten bei der Dampfkesselinspektion, Regierungsbaumeister D o f f l e i n in Darmstadt den Titel und Rang eines Bau­inspektors erteilt.

* * Fastnachts-Dienstag. Schier trostlos sah es in den letzten Tagen aus infolge des fast ununterbrochen nieder­gehenden Schnees, der immer bald wieder zu Wasser wurde. Gar mancher karnevälsfreudigen Brust in unserer Stadt mag sich um das Gelingen der Fastnacht der Stoßseufzer ent­rungen haben:O Himmel, schließ' Deine Schleusen zu, wenigstens für den Fastnachts-Dienstag." Und der Himmel hat ein Einsehen gehabt. Schon gestern erstrahlte er um die Mittagszeit im schönsten Blau, und auch heute lädt schönster Sonnenschein alle Karnevalsfreudigen ein, einmal alle Sorgen des Alltagslebens abzuschütteln und dem Narren­könig ihre Huldigung darzubringen. So hat denn der Fastnachtstrubel in unserer Stadt auch bereits be­gonnen. Schon am Vormittag sah man einzelne verschrobene Maskengestalten in den sonderbarsten Kostümen durch die Straßen ziehen. Und um die Mittagszeit bewegte sich der Gießener 8. C. unter den Klängen fröhlicher Märsche, die unsere Regimentskapelle spielte, in fastnachtsmäßigem Aufputz durch die Stadt nach dem Marktplatze. Anch ein eigen­tümlich ausstaffierter Fastnachtshund, der zur Feier des Tages ein PaarUnaussprechliche" angezogen hatte, marschierte stolz neben dem Zuge einher. Auf dem Marktplatze entbot namens Seiner närrischen Hoheit des Prinzen Karneval ein Redner den Versammelten inzwischen hatte auch eine große Menschenmenge sich zusammengefunden herzlichen Gruß, worauf der übliche Salamander gerieben und die Gläser auf dem Pflaster zerschellt wurden.

" Das umgebaute Kreisamt am Brandplatz wird mit elektrischer Beleuchtung versehen. Wie wir hören, ist die Ein­richtung der elektrischen Anlage dem Ingenieur Muhlert hier übertragen worden.

* * Die Intendantur des 18. Armeekorps hat sich an sämt­liche Handelskammern Hessens mrt der Anfrage gewendet, welche Firmen die Lieferung von Ausrüstungsgegenständen für Reserve-Lazarethe für den Fall einer Mobilmachung über­nehmen könnten.

* * Ein tragisches Geschick hat die Famllie Heß hier be­troffen. Der im 68. Lebensjahre stehende Herr Georg Heß stürzte sich gestern auf seinem alltäglichen Spaziergang in einem plötzlichen Anfall geistiger Umnachtung beim Passieren der Lahnbrücke in die Lahn und konnte nur als Leiche herausgezogen werden.

** Zagdverpachtungen. Zu unserer gestrigen Notiz, bett, die Verpachtung der Gemeindejagd inAltenbuseck wird uns mitgeteilt, daß diese Jagd von mehreren hiestgen Herren gepachtet worden ist, unter denen Apotheker Dornberger nur einen Anteil hat. Die Gememdejagd in Burg-Gemünden, die fast cnrSschlteßkich ans FeLdjagd besteht, wurde für Mk. 2SH

Vermischtes.

* Freiburg i. Br., 10. Febr. Eine Explosion im Laboratorium wurde verursacht durch das Versagen des Ventils am Kohlensäureballon, als Prof. Kiliani vor Hofrat Wiedersheim experimentierte. Wiedersheim blieb unverletzt. Prof. Kiliani hat einen Schädelbruch erlitten; der Ver­letzte ist jetzt wieder bei Besinnung.

* München, 10. Febr. Der Fall, daß ein vertei­digender Rechtsanwalt von einem Zeugen nach­träglich wegen seiner Ausfälle auf diesen eine Forderung zum Zweikampf erhalt, dürfte wohl zu den Selten­heiten gehören. Daß dies aber vorkommt, mußte ein Mün­chener Rechtsanawlt erfahren, der kürzlich in einem Straf­prozeß eine Angeklagte verteidigte und hierbei gegen den Hauptbelastungszeugen, einen hiesigen Großindurstiellen, in seiner Eigenschaft als Verteidiger in scharfer Weise vorging und dessen eidliche Aussagen kritisierte. Nach der Verhand­lung bekam der Rechtsanwalt wegen dieser Ausfälle von dem Zeugen eine Forderung zum Zweikampf. Er legte diese Herausforderung in seiner Eigenschaft als Offizier des Beurlaubtenstandes einem Ehrenrate zur Begut­achtung vor. Dieser verbotaber dem Herausgeforderten, der Forderung Folge zu leisten, da der Anwalt die allerr- falls als Beleidigung des Zeugen aufzufassenden Ausdrücke in Erfüllung seiner Berusspflicht zur Wahrung der Inter­essen ।einer Klientin gebraucht habe. Infolge dieses Aus­spruches unterblieb das Duell, indem der Anwalt die Forde­rung ablehnte.

* London, 10. Febr. Gestern und vorgestern wütete hier ein Sch nee sturm, wie er seit 20 Jahren nicht erlebt wurde. Die Verbindung mit der Umgebung Londons ist vollständig abgeschnitten.

* P a t e r )o n, 11. Febr. Die Zahl der bei der Feuers­brunst Verletzten, die in Krankenhäusern Aufnahme gesunden haben, beträgt fünfzig. Durch den Brand ist auch der Stad tth eil zerstört, in dem die Anar­chisten ihre Zusammenkünfte hatten.

* Paris, 10. Febr. Diesiamesischen" weib­lichen Zwillinge des Zirkus Barnum wurden gestern von dem bekannten Chirurgen Doyen durch eine Operation von einander getrennt. Das eine der beiden Mädchen ist schwer an Tuberkulose der Lunge und des Bauchfells erkrankt. Die Operation bezweckte, das Leben der gesunderen Doodica zu retten und zugleich den Zustand der schwer erkrankten Radiea zu bessern durch Entfernung der tuberkulösen Herde aus dem Bauchfell. Die Operation währte nur 20 Minuten. Sie be­stand in der Durchschneidung einer von der Leber gebildeten und Haut bedeckten Verbindungsbrücke, welche 7 Ctm. lang und 4 Ctm. dick war und drei Schlagadern führte. Wie der Doktor selbst ui den Zeitungen berichtet, ist er bisher mit dem Erfolg der Operation zufrieden.

* Eine umfangreiche Spiele raffaire macht jetzt der Charlottenburger Kriminalpolizei viel zu schaffen. Es liegt ein umfangreiches Beweismaterial zu einem Spieler­prozeß vor. Die Angelegenheit fußt auf Begebenheiten, die sich in einem Hause am Kurfürstendamm abgespielt haben. Hier befinden sich mehrere Läden, die auf einen Korridor münden, von dem man ein hofwärts belegenes großes Zimmer betritt. Einen dieser Läden hatte ein früherer Fähnrich W. zu einem Geschäft gemietet, das nichts einbrachte. Das Zimmer gehörte ihm ebenfalls. Während der Laden leer stand, fand in dem Zimmer indessen regerer Verkehr statt, freilich nur zur Nachtzeit. Durch einen Laden und auch durch die Hausthür sah man Herren und Damen eintreten, die sich in dem Jung- geseüenzimmcr versammelten und bis zum Morgengrauen oer*

gegen 9JIL 110 früher an Metzgermeister Schreiner-Gießen und Weißbindermeister P. Werner in Burg-Gemünden ver­pachtet. Tie Jagd in Schwarz, welche seither für Mk. 361 verpachtet 'war, wurde am Freitag auf weitere 6 Jahre für Mk. 514 verpachtet. Deinnach hat sich die Pachtsumme zum Vorteil der Gemeinde uni Mk. 153 erhöht. Pächter ist auch jetzt wieder der Großherzog. Bei der Verpachtung der Gememdejagd in Kirtorf blieben Graf v. Schaumburg- Lehrbach und Oberförster Wiener-Kirtorf mit Mk. 835 Meistbietende. Der seitherige Erlös war bedeutend niedriger. Bei der Wiederverpachtung der Gemeindejagd in W ahlen wurde der Jahrespachtpreis um Mk. 320 in die Höhe ge­trieben. Das Höchstgebot war Mk. 480 gegen Mk. 160 in der letzten Jagdperiode. Die Gemeinde-, Feld- und Wald- Jagd in Bermuthshain wurde auf weitere sechs Jahre dem Engländer Ernst Dillmuth aus London und Friedrich Frhr. von Riedesel in Lauterbach für jährlich Mk. 375 ver­pachtet. Der bisherige Pachtpreis betrug Mk. 210.

* * Eine schwere Säbelmrnsnr wurde am Sainstag in der Nähe unserer Stadt ausgefochten. Der eine der Beteiligten, ein hiesiger Verbindungsstudent, soll so schwere Verletzungen am Unterleib davon getragen haben, daß an seinem Auf­kommen gezweifelt wird. Nach einer anderen uns zu­gegangenen Mitteilung sind die Verletzungen leichter Natur.

* * 23au r a t Renting y. Am 7. d. M. ist in Mainz der Gr. Bauinspektor Banrat Renting, Vorstand des Gr. Hochbanamtes in Mainz, nach längerem Leiden gestorben. Renting war früher in G i e ß e n erst Vorstand des damaligen Gr. Kreisbanamtes Gießen und später der neu gegründeten Gr. Baubehörde für die Universitätsbauten. Als solcher hat er die Neubauten der psychiatrischen Klinik, des hygienischen Instituts und des chemischen Laboratoriums in der Ludwig- straße ausgeftihrt. 23er Renting, der ein ebenso tüchtiger Beamter, wie ehrenhafter Charakter war, kannte, wird dem Frühverstorbenen ein treues Andenken bewahren!

* * Maskenball. Am Samstag feierte der Be­amten- Verein Gießen im Cafe Leib seinen Masken­ball- Die Festlichkeit kann als äußerst gelungen bezeichnet werden- Es hatte sich eine große Menge Masken in recht kleidsamen und zum Teil auch sehr kostbaren Kostümen eingefunden. Die nach der Demaskierung veranstaltete Auf­führung das StückesDie Puppen fee" errang viel Bei­fall, und es muß dem Leiter sowie den Klavierspielern und den Mitwirkenden vollste Anerkennung gezollt werden. Diese Darbietung zeigt von neuem, daß der Verein weder Zeit noch Kostenscheut, um seine Mitglieder angenehm zu unterhalten. Ten Wünschen vieler würde der Verein gewiß entgegen­kommen, wenn das reizende Stückchen diePuppenfee" noch­mals anfgesührt würde.

treten, sei unbegründet. Rosebery zieht einen Ver­gleich zwischen den 23ehauptungen der Regierung bei der Erwerbung Weihaiweis und ihrer heutigen Erklärung, nach welcher der Platz zu einem Seebade zweiten Ranges herab­gesetzt werde. (Heiterkeit.) Der erste Lord der "Admiralität, Selborne, erklärt: Den wahren Schutz des englischen Han­dels in den Chinagewässern bilde die englische Flotte'.

B r ü s s e l, 10. Febr. In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, daß Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Belgien und Italien vor Wiederaus nähme der Brüsseler Zucker­konferenz sich dahin verständigen werden, einen Zoll­krieg gegen England und Frankreich ins Werk zu setzen, wenn die Zuckerkonferenz infolge des franzö­sischen Treubruches scheitern sollte.

Paris, 10. Febr. In Regierungsrreisen wird mit Bestimmtheit versichert, daß die Regierung nicht im ge­ringsten daran dentl, dem an General Gallifet gestellten Ansinnen, die Dreyfus-Affaire von neuem durch Ein­berufung des obersten Kriegsrats wieder auszurollen, Folge zu leisten.

Die Deputiertenkainmer berät das Budget des Justiz­ministeriums. Dumas beantragt Streichung des Titels betr. Kosten für Hinrichtungen, und spricht sich für Abschaffung der Todesstrafe ans. Iustizminister Monis bekämpft den Antrag. Der Antrag Dumas wird abgelehnt. (So hat also das französische Parlament es versäumt, einen ethisch wertvollen Schritt vorwärts zu machen . D. Red.)

Trotz Verbots des Polizeipräfekten ist es den Jung- türken gelungen, ihren Kongreß in Paris abzuhalten. Vertreten waren die türkischen, griechischen, albanischen, armenischen, christlichen jüdischen und kurdischen Komitees. Der Kongreß verpflichtete die Teilnehmer, auf Umwand­lung der türkischen Staatsverwaltung in ein konstitutionelles Regime hinzuarbeiten und die Mächte für die Durchführung von Reformen zu inter­essieren.

Venedig, 10. Febr. Zu einer Besprechung betr. Er­neuerung des Dreibundes und Abschluß neuer Handelsverträge joU nach Ostern hier eine Zusam­menkunft der leitenden Staatsmänner Italiens, Deutschlands und Oesterreichs stattfinden.

Be lgrad, 10. Febr. In der Skupschtina wurde sest- gestelll, daß der frühere F i n a n z m i n i st e r 23 u kaschin Petrowitsch, der jetzt im Auslande weilt, den Staat um große Summen gesch ädigt hat. So wurde u. a. mitgeteilt, daß er in Silber aufgenommene Darlehen in Gold zurückgezahlt hat, Rechnungen von Lieferanten gegen Duplikatfakturen beglichen hat, während die Originalrech­nungen sich in deren Händen befinden und Zahlungsver­bindlichkeiten begründen, und ferner, daß er bei hiesigen Banken kleinere Leihbeträge zu Wucherzinsen ausgenom­men hat.

Hier cirEuttert das Gerücht, daß sich Prinz Mirko von Montenegro mit Frl. Natalre Constantino- witsch, Tochter des Onkels des Königs Alexander, ver­lobt hat.

New York, 10. Febr. Der Zustand von Roose­velts Sohn ist sehr kritisch. Ein Newyorker Spezialist wurde zugezogen. Sofern nicht eine schnelle Wendung zum Bessern eintritt, dürfte PrinzHeinrichs Besuch ver­schoben werden. , .

t- Grebenhain, 7. Februar. Die Vermessungsarbeiten an der Bahnstrecke Grebenhain-Gedern, die anfangs Februar nach kurzer Unterbrechung wieder fortgesetzt wurden, sind beendet, und es erfolgt jetzt eine vollständige Ausarbeitung des Projekts, das sodann einer landespolizeilichen Prüfung unterzogen wird. Nach technischer Beurteilung werden keine Anstände zu erwarten sein, da es außer einer Ueberbrückung der Staatsstraße Grebenhain-Gedern eines ca. 9 m tiefen Einschnitts bei Hartmannshain und eines zu errichtenden 7 m hohen Dammes in der sogen.Hundsbach" keine größeren Terrainschwierigkeiten gibt. Auf eine Beschleunigung des Baues wird behördlicherseits sehr gedrängt.

Darmstadt, 9. Febr. Am Freitagabend war das Komitee für Errichtung eines Bismarck-Denkmals zusammen- getreten. Drei Plätze waren zur Diskussion gestellt worden, nämlich der Ludwigsplatz, der Platz vor den Bahnhöfen und die Kraftruhe. Nach kurzer Beratung wurde die allgemeine Ansicht festgestellt, daß sich der Ludwigsplatz aus verschiedenen Gründen nicht für die Aufstellung des Denkmals eigne. Gegen öen Platz vor den Bahnhöfen sprachen sich in erster Linie die Künstler, insbesondere Geh. Oberbaurat Prof. Hofmann, entschieden aus. Es kam also nur noch die Kraftruhe infrage. Geh. Rat Hofmann bezeichnete sie als geradezu idealen Platz dafür und einstimmig und freudig wurde die Wahl der Kraftruhe beschlossen.

Mainz, 10. Febr. Der kürzlich verstorbene Fabrikant Adolph Beck, in Firma Oberdehn und Beck, hat ein Ver­mächtnis von 10 000 Mk. hinterlassen mit der Bestimmung, daß alljährlich die Zinsen dieses Kapitals an Arbeiter oder deren Frauen, welche durch Krankhesten oder sonstige Ver­hältnisse in eine bedrängte Lage geraten sind, verteilt werden sollen.

Frankfurt a. M., 10. Febr. Auf einer Eisenbahnstatton unweit Frankfurt a. M. wurde eine Kiste aufgegeben mit der Aufschrift:Lebende Tiere". Von dort aus wurden diese Tiere in einem Wagen befördert, in dem sich lebende Gänse befanden, die in Verschlügen eingestellt waren. Als man in Hannover den Wagen öffnete, um die Tiere zu tränken, sah man, daß zehn Exemplare derRetterinnen des Kapitols" zerrissen und zum Teil angefressen im Wagen lagen. Gleich­zeitig aber kauerten in den Ecken des Wagens zähnefletschend zwei Hyänen. Die 23estien hatten sich aus dem Kasten be­freit und dann das Blutbad unter den Martinsvögeln ange­richtet. Die Hyänen waren für die Firma Hagenbeck in Hamburg bestimmt.

* * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die am 8. v. Mts. bei Groß-Krotzenburg aus dem Main geländete männliche Leiche, die allem Anschein nach schon seit längerer Zeit im Wasser gelegen hatte, wurde nun­mehr als die des im Oktober v. I. ertrunkenen Steinhauers Engelbert Gönner aus Fechenbach bei Miltenberg erkannt.

lindern, die 20,10 Mk. ergab. Der zweite Teil der Feier bestand in einem flotten Tänzchen, dem besonders die Jugend eifrig huldigte. Aber auch die älteren Mitglieder ließen es ich nicht nehmen, noch einmal einen Walzer zu riskieren, und so verging nur die Zeit zu schnell, so daß mancher der älteren Mitglieder sich in der Heimkehr um einige Stunden verspätete. Die Kapelle Becker Wieseck sorgte für treffliche Musik. So nahm die Feier den denkbar schönsten und besten Verlauf.

g. Garbenteich, 10. Febr. Die gestrige Abendunter­haltung desGesangvereins Viktoria" war sehr zahl­reich besucht. Der Lotz'sche Saal war Kopf an Kops gefüllt. Die theatralischen Aufführungen waren recht gut, ebenso er- reuten die schönen Musik- und Gesangsvorträge. Eine kleine Tanzbelustigung, die die Teilnehmer in fröhlichster Stimmung bis zum Morgengrauen zusayrmenhielt, bildete den Schluß.

a. Gruningen, 8. Febr. Am Donnerstag fand das Konzert zum Besten der Buren-Frauen und -Kinder statt. Das Prgramm, das in drei Teilen 15 Nummern aufwies, war gut gewählt. Großen Beifall fand der Violinist F. H e ß mit seinen Solis, zu denen Lehrer Jung hier die Klavier­begleitung übernommen hatte. Lebhaften Beifall fanden auch die von Letzterem vorgetragenen Lieder. Der Reinertrag der Veranstaltung beläuft sich auf 76 Mk.

Fricdrichshiitte (Oberhessen), 8. Februar. Wer schon ein­mal von Hungen das Thal der Horloff hinauf gewandert ist, der wird sich noch der sich hoch aufbauenden Holzstöße in der Nähe der chemischen Fabrik bei Ruppertsburg erinnern. Keinen geringen Schreck rief es hervor, als heute morgen der Ruf Feuer an diesem Platz erscholl; ein großer Holzstoß tand in Flammen. Da die Feuerspritze der Fabrik das Feuer nicht bewältigen konnte, wurden die Feuerwehren m Laubach, Gondershausen, Ruppertsburg, Röthges und Villingen alarmiert, welche bis 7 Uhr sämtlich zur Stelle waren, so daß den vereinten Kräften die Verhinderung des weiteren Ausbreitens des Feuers bald gelang. DemDarmst. Tägl. Anz." zufolge sind etwa 300 Meter Buchenholz durch das Feuer verzehrt worden. Ueber die Ursache ist bis jetzt nichts Näheres bekannt, böswillige Brandstiftung ist nicht aus­geschlossen.

§ Lauterbach, 9. Februar. Bürgermeister Frank von Radmühl, der zu der gestrigen Bürgermeisterversammluttg hierher gekommen war, verunglückte auf dem Wege nach dem Bahnhof derart, daß er in das hiesige Krankenhaus ge­bracht werden mußte. Er glitt in der Nähe des Perrons aus und fiel hin. Dabei brach er zwei Rippen und trug auch eine Verletztuttg am Arm davon.

t- Hartmannshaill, 6. Februar. Der Gemeinderat hat die Ausführung einer Wasserleitung beschlossen. Sie ist ehr leicht und billig anzulegen, da nur einige 100 Mir. vom Ort ergiebige Quellen sich befinden, die auch genügend hoch liegen, um da§ Wasser bis in die höchst gelegenen Häuser zu bringen