Ausgabe 
9.10.1902 Erstes Blatt
 
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L. provinzial - Aeffügel - -usstessuug des per- öaudes Höeryesstscher K.Mgelzüchter-pereine.

<5. Bübingen, 7. Oft.

Bor einigen Dagen fand ün städtischen Schulhause zu Büdingen die diesjährige Verbanbs-Ausstellung der Ge­flügelzüchter-Vereine unserer Provinz statt.

EL war die dritte derartige Veranstaltung, welche die Vereine von Oberhessen, seitdem sie sich vor etwa vier legten zu einem Verwände zusammen geschlossen hatten, ab*

War auch ba& Arrangement zu der Büdinger Aus­stellung nach mancher Richtung hin verbesserungsfähig, so ist doch anKuerkennen, daß der kleine und noch junge Verein, dem die Abhaltung der Ausstellung übertragen war, sub redlich bemüht hat, diese Geflügelausstellung nach außen yin würdig zu gestalten. Tie Ausstellung umfaßte etwa 250 Nummern und bot in gewisser Beziehung ein Bild von der Federvichhaltuna unserer Provinz. Betrachtet man die überaus gut beschicke Abteilung des Wasser­geflügels, so muß man gestehen, daß in Gänsen und Enten durchschnittlich vorzügliche Stämme zur Ausstellung gesandt worden sind. U. a. waren drei Stämme Gänse sowie Rouen- und Peking-Enten von b samen-Gießen ausgestellt. ES waren durchgängig in der Figur sowohl wie im Gefieder ideal schöne Eiere, wie man sie nicht besser auf der nationalen Ausstellung antrifft. Tie vorgeführten sechs Stämme indischer Laufenten erwiesen sich bis auf die Paare von P r e s s v n - Ober-Roßbach und Hühn- Hain- gründau als noch nicht durchzüchtet. In der Abteilung Hühner bemerkten wir zu unserer Freude, daß das Ham­burger Huhn gegen die früheren Ausstellungen nicht so stark vertreten war. Tie Hamburger sind nun einmal keine Rasse für das Land, und in nötiger Erkenntnis scheint man auch in unserer Provinz das Italiener Huhn als fleißige Eierleaerin jetzt immer mehr und mehr zu bevor­zugen. Die sch>ön gesprenkelten und gelackten Hamburger eignen sich ganz entschieden besser für einen Geflügelhof in der Stadt, wo man neben dem Nutzen auch eine Augen­weide haben will, aber die Hühnerhaltung auf dem Lande muh von ganz anderen Gesichtspunkten betrieben werden. Mr erinnern uns, daß noch vor zwei Jahren im BogelS- berg in einzelnen Gegenden Hamburger Hühner dominierten; die Büdinger Ausstellung beweist oberz daß man anscheinend jetzt auf dem Wege ist, auch dort davon abzukommen. Ebenso scheinen die Versuche, das schwarze M-inorkahuhn bei uns eiiMbürgern, keinen durchschlagenden Erfolg ge­habt zu haben. Bei den ersten beiden Verbandsausstellungen in Friedberg und Gießen Ivar dieser Hühnerschlag weit stärker vertreten, als jetzt in Büdingen. Man muß sich ja freuen über die kräftigen Gestalten der aus spanischem und italienischem Mut hervorgegangenen Hühnerrasse, ebenso sind gewiß deren schwere und große Eier schätzens­wert, aber man mußte sich wohl überzeugen, daß dieser Hühnerschlag für unseren im Winter rmchen Vogelsberg nicht ausdauernd genug ist, und daß es geratener erscheint, für Nutzzwecke allein die Itallener zu bevorzugen und h evantzsuzüchten.

Die Büdinger Ausstellung zeigte aber unstreitig, daß man in Oberhessen gerade unter den Italienern und be­sonders in den r»ebhuhnfarbigen dieser Rasse über ein außerordentlich gutes Zuchtmaterial verfügt. In der Sammelklasse landwirtschaftlichen Nutzgeflügels zeigte der Weinhändler Aug. Schwan L vier rebhuhnfarbige Ita­liener, bei denen der Hahn zwar etwas schwache war, wäh­rend die Hennen jeden: Rassezüchter mit Ehre gereichen. Diese Hennen waren zweifellos die besten Tiere der Aus­stellung. Ebenso waren in der gleichen Klasse die rebhuhn­farbigen Itallener von Hildebrand-Udenhausen und von Adam Düring-Gießen, sowie von Heil-Streben- dvrf sehr oute Züchtungen. Unter den paarweise vorge­führten re'bhuhnfarbtgen Italiener stehen als vorzügliche oben an die Tiere von Julius Stvhr-Gießen und von Hildebrand-Udenhausen. Unter den anders gefärbten Italienern hatten beste Leistungen aufzuweisen Ludwig Schwarz-Büdingen (schwarz), Ludwig Hanau-Gießen (wäß und silberhalsig) und Friedr. T ü r ck - Büdingen (ge- sperbert). Wenn auch nur in wenigen Stämmen, so war doch auch unter den schwarzen Minorkas wertvolles Zucht­material zur Ausstellung gebracht. Die Kollektion 1/ 3 von Christ-Neumühle bei Büdingen war u. a. eine Glanzleistung, der sich die Stamme von Hildebrand- Udenhausen und H. T h i e ß e n - N.-Gemünden würdig an­schlossen. Don dem Hühnervolk schwerer Schläge, die sogen. Brüter, verdienen noch volle Beachtung: ein Stamm weiße, vier Monate alle WyandotteS von Kämpf in Elpenrod und eine Kollektion 1, 3 schwarze Langshan tarn Adam- Gießen. Unter den Zwerghuhnzüchtern ragte L.- muß-Bad Nauheim mit seiner Spezialität 1, 1, schwarze, rosenkämmige Bantams, über alles sonst Gebotene hervor. Friedrich I v ck e l-Grünberg glänzte mit einem Stämmchen Zwerg-Cochin, welche überaus ffein und dabei schön in den Federn waren.

Die Tauben-Abteilung der Büdinger Ausstel­lung umfaßte beinahe 100 Nummern und war ganz be­sonders vielseitig. Deutsche Kröpfer waren in den ver­schiedenen Farbenschlägen mit 20 Paaren vertreten, dar­unter waren die Tiere, welche H. H ü h n - Haingründau zur Ausstellung gebracht hatte, die bemerkenswertesten. Bei­nahe ebenso zahlreich waren die Brünner Kröpfer ver­treten, von welchen die Taubenpaare von Keller in Ossenheim, von Läufer-Meder-Erlenbach und von Lehrer Frank in Langenbergheim die besten waren. Pfautauben, und zwar acht "Paare, hatte Apotheker Schwieder- Gießen ausgestellt, unter denen sich übrigens prächtige Paare befanden. Unter den sonstigen Taubenrassen, welche aus der Berbandsauestellung vertreten waren, sind die Brieftauben erwähnenswert, und zwar besonders des­willen, weil die vielen Brieftaubenzüchter aus Gießen, die anerkanntermaßen über sehr gute Tiere verfügen, nicht ausgestellt hatten. Tie nächste Verbandsausstellung roirb, wie wir hören, im Jahre 1903 in Verbindung mit der dann in Gießen geplanten großen landwirtschaftlichen Ausstellung stattfinden. Wir wollen bei dieser Gelegen­heit nicht unterlassen, die Ansicht zahlreicher Geflügelzüchter in der Provinz betreffs der Prämiierung auf den Verbandsausstellungen Ausdruck zu geben. Es besteht unter den Züchtern b*r Wunsch der übrigens in den ver­schiedenen Verdand^'itzungen leider bisher vergeblich ge­äußert worden ist man möge bei diesen Ausstellungen das Preisrichteramt an Männer übertragen, die außerhall) Ob er Hessens wohnen, die also mit den einzelnen Aus stellern nullt persönlich bekannt sind. (&. ist damit die Gewähr geboten, daß das zur Ausstellung gebrachte Ge­flügel streng unparteiisck prämiiert wird, und wer dann Mit seinen Zuchtresultaten bei der Prämiierung zu kurz kommt, kann nicht, wie dies jcnt thatsächlich bei jed ?luS- steUung vorkommt, sich dem Mißtrauen hingeben.

3>U Bekämpfung des Mädchenhandels.

Frankfurt a TL, 8. Oft.

Tie Verhandlungen deS zweiten Kongresses zur inter­nationalen Bekämpfung deS Mädchenhandels nahmen heute früh ihren Anfang. Graf Bernstorff übernahm den Vorsitz. Am Vorstands tisch nahmen u. a. ferner Platz: Senator BSrenger-PariS, Percy William Bunting-England, Senator Saburoff-Rußland, de Meuron-Schweiz, Ingenieur Tr. Turin-Italien, Pfarrer Burckhardt-Berlin, Mortensen-Kv- penhagen, Unterstaatssekretar a. D- Prof. Dr. von Mayr- München, Oberbürgermeister Tr. AdickeS, sowie Frau Prof Michelet-Norwegen und Anna de Ho geiürorf-Holland. Ten Tätigkeitsbericht deS internationalen Bu­reaus und des englische Nationalkomitees erstattete Wm. Alex. Co o t e-London. Der Bericht erwähnt die günstige Wirkung der internationalen Konferenz zu Paris am 15. Juli d. I. und geht dann auf einzelne Fälle von Mädchenhandel ein. Ein neues Nationalkomitee ist in Spanien gegründet worden, in Argentinien gelang dies bisher nicht. Redner empfahl schließlich Anträge zur An­nahme, nach denen u. a die Polizei des Landes, in welchem ein Mann oder eine Frau in Begleitung junger Frauen angetroffen wird, offenbar für den Zweck, sie in ein frem­des Land zu führen, angeblich, um sie in Stellungen zu plazieren, die Macht haben soll, den Mann oder die Frau zu zwingen, ein Zeugnis seines ober ihres Vorlebens ab­zulegen, und ihnen die Verpflichtung aufzuerlegen, ge­setzlich zu beweisen, daß sie mit der Führung eines acht­baren Gewerbes beschäftigt sind. Weller sprachen für Belgien B e l l e r o ch e, für Dänemark Morten sen - Ko­penhagen. Beide National - Vereine waren eifrig thätig. Propst Freiherr v. d. Goltz-Berlin sprach für das deutsche Nallonallomitee. Er betonte die Tntroenoigleit der Zu­sammenarbeit von Behörden und Vereinen und der Orga­nisation. Tie Schaffung eines Bureaus mit tüchtiger Lei­tung und Hilfskräften werde viel nützen. Tas französische Nationalkomitee vertrat Frd. Dr eyf us-Paris. Die Franzosen bemühen sich um Ueberwachung der Häfen und der Grenzstationen nach Spanien und klären viel durch Ver­öffentlichungen auf. Im weiteren Verlaufe der heutigen Verhandlungen des zweiten Kongresses zur internationalen Bekämpfung des Mädchenhandels sprachen Herr und Frau Dr. Turin für Italien. Die Propaganda erstreckte sich auf 8000 Gemeinden. Für Holland referierte Gräfin von Ho gendor f, für Norwegen Frau Prof. Michelet, für Ungarn Frau Malwine Fuchs, für Rußland Se­nator Saburvff, der hauptsächlich die Bestrebungen der russischen Frauenschutzgesellschaft schildert. Für Schwe­den referiert Clara Wahlström, für die Schweiz d e Meuron. Spanien vertrat Quigo. Der Präsident des Reichsversicherungsamtes Gäbel, hebt die Notwendigkeit praktischer Mrbett hervor. In den Gefängnissen müßten ge­bildete Frauen und Mädchen die Aufsicht führen. Frau Sh eld o n-Amo s-London unterstützt die Anträge Coote, die den einzelnen Komitees zur Erwägung überwiesen wur­den. Sic. Weber spricht über Maßnahmen an den Grenzen. Kriminalkommissar v. Treskow-Berlin sagt, die gemeinsame Arbell der Polizei und des deutschen Nationalkomitees haben schon gute Erfolge gehabt. Reichs­tags abg. Cah ens ly-Limburg schildert die Thätigkeit des RasaelsvereinS. An der weiteren Diskussion beteiligten such noch Frl. Heymann-Hamburg, Pfarrer Burckhardt-Ber­lin. Tie Debatte wurde dann geschlossen und die Absendung folgenden Telegramms an die Kaiserin beschlossen:

Ew. Majestät bittet der hier tagende -welle Kongreß seinen ehrfurchtsvollsten Dank für die Förderung der ernsten Arbell zur Rettung und Wahrung vieler Töchter des Volkes entgegennehmen zu wollen."

Ferner wurde beschlossen, den Prinzessinnen Ludwig Ferdinand von Bayern, Olga von Oldenburg, Helene von Sachsen-Altenburg und einer spanischen Prinzessin den Tank für ihre Mitarbeit auSzusprecyen. Damit schloß die Vormittagssitzung.

In der Nachmittagssitzung verzeichnete die Teilnehmer­liste 260 Namen. Den Vorsitz führte der Earl of Aber­deen. Dieser schlug die Absendung folgenden Tele­gramms an bie französische Regierung vor:

Der Kongreß übermittelt ber französischen Regie­rung ben besten Tank bafür, daß sie die Konferenz der offiziellen Regierungsvertreter im Juli 1902 einberufen hat Er hofft zuversichtlich, baß bie Beschlüsse ber Kon­ferenz in möglichst kurzer Zeit bestätigt unb ausgeführt werben mögen.

Sobann referierte Senator Geren ger-Paris über bieAufgabe ber Regierungen in ber Bekämpfung des Mädchenhandels." Ter Dllidchenhandel als internationales Verbrechen könne nur durch gemeinsam von ben Regie­rungen unternommene Maßnahmen zur befinitihen Fest­stellung bes Thatbestanbes unb Bestrafung unterbrückt werben. Rebner bespricht bie Beschlüsse ber Pariser Kon­ferenz. Tie Definition bes Londoner Kongresses machte das Vorhandensein des Verbrechens sowohl in Bezug auf min­derjährige als volljährige Mädchen ober Frauen ab­hängig von ber Anwenbung von Zwangs- ober Betrugs­mitteln. Die französische Regierung schlug vor, bie Minber- jährigen im Hinblick auf ihre eigene Schwäche zu schützen. Tie Besttafung ber Zurückhaltung in einem öffentlichen Hause tonnte nicht burch eine internationale Vereinbarung erzielt werben. Tie Konferenz hat erklärt, baß sie sich jedes Eingriffes in die diesbezüglich bestehenden Gesetz- gehungen enthalten wolle. Tas Pariser Abkommen ist von Delegierten der Regierungen von Deutschland, Oester­reich, Großbritannien, Belgien, Brasilien, Dänemark, Spa­nien, Frankreich, Ungarn, Italien, Norwegen, Niederlande, Portugal, Schweiz, Rußland und Schweden unterzeichnet worden.

Unterstaatssekretär Prvf. Dr. v. Mayr-München be­gründet den Antrag, 1. des deutschen Nationalkomitees betr. die Revision der Strafgesetzbücher. Der Vorsitzende empfiehlt Ueberweisung der Anträge von Mayr an bie verschiedenen Nationalkomitees. Cberrabbiner Werner- Müncyen macht Vorschläge zur strengeren Besttafung des Versuches des Verkaufs eines Mädchens.

Ter Vorschlag Verengers, baß der Kongreß den von der Konferenz gefaßten Beschlüssen beipflichten sott unb ben Regierungen, welche baran teilgenommen haben, der Aus­druck ber Dankbarkeit übermittelt werben sott, wird ange-

Kriminalpollzei hielt unter ihren alten Bekannten Umschau, wer wohl ber Thäter sein könnte. Ter erste Verdacht richtete sich gegen ben Einbrecher Schütte, der aber nicht ge- funben werben konnte. Ta entdeckte man einenBaron von Möllendorf", ber sich eine prächtige Wohnung eingerichtet hatte unb von bem niemand sagen Konnte, wovon er lebte. Ta ber Baron eine ausfallende Aehnlichkell mit bem verschwundenen Schütte auswieS, so wurde er auf Schritt unb Tritt scharf beobachtet. Ta zeigte sich benn, daß er einige kostbare Sachen versetzte unb daß er in Ver­bindung stand mit einem HerrnOskar v. B e r ^e n", der mit seiner Geliebten Lona Hildebrandt in AauS und BrauS lebte. Herrv. Bergen", in dem bald ein mehrfach vorbestrafter Einbrecher Moritz ^Goldbart festgestellt wurde, war augenblicklich mit seinem Schwager Moritz Kasselkraut verreist. Lona, die er allein zurückgelassen hatte, wußte mitzuteilen, daß ihr Freundchen v. Bergen nach Leipzia und Hamburg gefahren sei. Währenddessen »ertrieb sie sich die Zeit tagsüber in der Friedrichsttaße und nachts in Cafes. Tabec stach sie alle Rivalinnen durch die Kostbarkeit ihres Schmuckes aus. Ihr Oskar hatte ihr echte Brillanten verehrt, Brillanten ans ber Liebermannschen Pfandleihe. Tann kam ein Telegramm aus am bürg. Os'ar fragte feine Lona:Kann cch kommen ober haben sie Lampen?" Diese Tevesche erhielt aber nicht Sona, sondern die Kriminal­polizei. Sie telegraphierte Herrn v. Bergen zurück:Jtomm, haben keine Lampen!" Ahnungslos tarn Herr v. Bergen wieder nach Berlin, nachdem er mit seinem Schwager seinen Anteil an ber Liebermannschen Beute in Leipzig und Hamburg zum größten Teil versetzt hatte. Tie Kriminal­polizei ließ ihn ruhig nach Hauie gehen, nur baß ihm einige Beamte auf bem Fuße folgten. Dasselbe Gelell erhielt Kasselkraut nach seiner Wohnung. Lona war zwar etwas überrascht, boch aber hocherfreut, ihren Oskar so bald wiederzusehen unl> noch dazu mit so viel Geld! Bevor sie aber noch dazu kam, ihn zu fragen, weshalb er schon so früh gekommen fei, fand das Wiedersehen eine un­angenehme Storung. ,^err v. Bergen" wurde unverzüglich nach dem Polizeipräsidium geholt, und Sona mußte ihm folgen. Tort sanden sich zur selben Zeit aud) die Herren d. Möllendorf alias Heinz Schütte unb Moritz Kasselkraut auf befonbere Einlabung ein. Tie Herrschaften wollten von einem Einbruch bei Siebermann nichts wissen, als was in ben Zeitungen stehe. Als man ihnen jedoch bie unterdessen beschlagnahmten Kostbarkeiten zeigte, gaben sie schließlich klein bei. Goldbart unb seinem Schwager wurden das bare Geld und die Pfandscheine abgenommen. Ein Teil der Wertsachen aber wollte nicht zum Vorschein kommen. Erst auf Zureden des verhörenden Kriminalkommissars gab Schütte das Versteck an. Er hatte einen Teil seiner Beute im Tiergarten vergraben. Kriminalbeamte fuhren mit ihm hinaus und fanden die Kostbarkellen an der bezeichnete^ Stelle. Schütte gestand auch, bei wiederholten Einkäufen in der Pfandleihe den Einbruch ausbaldowert und bann mit seinen beiden Freunden den Plan näher ausgearbellet zu haben. Tie ganze Gesellschaft wurde dem Untersuchung-, richter zugeführt.

*EinesensationelleVerbaftung. Aus Ham­burg wird berichtet: Ter österreichtsche Reiteroffizier unb Sportsman Graf Arthur von K, ber nach Hinta> lassung großer Schulden mit ber Gräfin F. aus Wie» verschwaub, wurde gestern hier wegen Betrugs ver­haftet. Der Graf hatte sich als gewöhnlicher Mattos« aus einem hiesigen Schiffe anwerben lassen und die er­haltene Heuernote bei einem Händler für gekaufte Kleidung rn.Zahlung gegeben, ohne den Dienst auf bem Schiffe an­zutreten.

Die Siebe für's Exotische. Seit drei Tage» wird bie Gattin des Buchhalters Wolff in Berlin ver­mißt. Gewisse Umstände deuten darauf hin, daß Frau Molff sich freimütig von Hause entfernt hat, um sich gLiz- lich ihrem Geliebten, einem Neger widmen zu können. Ihr Gatte ist in einem Engroshause beschäftigt, in welchem auch ein aus Ostafrika stammender Neger, Josua, angestellt ist. Gelegentlich einer Feier, die der Chef des Hauses gab, machte Frau Wolff die Bekanntschaft deS Josua, ber ihr den ganzen Abend Gesellschaft leistete. Bon da an schrieben sich der 28jährige Josua und bie 40jahrige Frau Wolff Ansichtskarten, und der schwarze sprach auch, wenn sein Weg ihn gerade vorüberführte, in der W.'schen Wohnung vor. Tonnerstag mittag, als W. aus bem Geschäft nach Hause kam, fand er seine Wohnung verwaist. Auf bem Tische lag ein Brief, in welchem Frau Wolff bittet, nicht nach ihr zu forschen, da sie mit ihrem Manne nicht mehr zusammenleben könne. W. stellte fest, daß feine Gattin Wäsche, Kleider und ein Sparkassenbuch über 8OQ Mark mitgenommen hatte. Seit derselben Zell ist Josua ebenfalls verschwunden, auch er hat Wäsche und einen An­zug in einem Koffer mitgenommen.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

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Oktober

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Höchste Temperatur am 7.-8. Oktober

Niedrigste , , 7.-8. ,

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LimouSbrot. Im Simonsbrot beoegnen wir einer Er» findung, welche bereits in allen Großstädten Einführung fand. Die Neuheit beruht in der Eigenart der Teigbereitung. Es wird die noch unvermahlene Fruchl (Roggen oder Weizen- nach tüchtigem Waschen gequellt und eru dann gemahlen und zu Teig oerarbeuet. Sauerieig roirö nicht hinmgesetzt, sondern Eigengahrung ab» .. . geroartcr, worauf in altdeutschem Ofen das Brot einer langen Bact-

^Ji?rinilu]i£d. I zeit nmerworfen wird. Es werden für das Brot bie Vorgänge in

. _ . _ . ö 3 , rjr Anspruch genommen, ganz besonders nahrhaft und bekömmlrch zu

Ein Kriminalroman. Aus beriebermannschcn |Cln# darin alle Nädrjalze und aller Kleber der Frucht tat» Pfandleihe in Ber! ' n wurden vor einigen Tagen 15 000 Lallen und durch bai Malzocrsahren total aufgeschlossen sind. 2)uarf, Goldsaöheu und uctzondcrs Brillanten gefloßen. Tie, Im übrigen verweisen wir auf den Annoncenteü unseres Blattes

Frau Scheren- Tresden ist für Aufhebung der öffent­lichen Häufer, das sei das einzige Mittel zur Abhllfe. Damit schloß bie Sitzung, der auch der bekannte fran­zösische Polizei-Präfett Löpine beiwohnte.