Montag 8. Dezember 1903
152. Jahrgang
Drittes Blatt.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger v '**'
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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tährkch Akt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Alk. 2.—viertel- fährt, ausfcht. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageHuummer bts vormittags 10 Uhr. Zetlenvreis: lofal 12Ps^ auswärts 20 Pfg.
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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kefsischen Landwirt Lie Giehener Zamilien blätter viermal in der Woche beiqetegt.
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Schulstratze 7.
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FrrnlprechanIcblnßNr 51.
politische Tagesschau.
Die Goldfunde in Deutsch-Ostafrika.
Neber das Vorkommen von Gold in Jranqi (Dnrtich-- Ostasrika) bringt die „Kol.-Zcitschrist" folgende Mitteilungen:
Wir können auf Grund bester Informationen mitteilen, daß die Goldfunde die anfangs gehegten Erwartungen be- deutend übertreffen. Die Funde liegen auf dem Gebiete des Irangi-SrmdikatS, daS 1896 als Iranqi-Gesellichaft vom Hauptmann Werther inS Leben gerufen wurde. Soweit wir unterrichtet sind, sollen fünf abbauwürdige Goldriffe mit sehr hohem Goldgehalt gesimden und untersucht fein, neben zahlreichem allttvialen Goldvorkommen. Da der Goldgehalt in den Riffen durchschnittlich zwischen 3—400 Gramm für die Tonne schwankt, so hätten wir hier ein Goldvorkommen, welches daS der besten TranSvaalminen etwa um das Sechsfache übersteigt. Diese Riffe sind auf mehrere 100 Meter Länge schon heute festgestellt worden. Es verhält sich nicht dergestalt, wie jüngst in einigen Tagesblättern mitgeteilt wurde, daß auf 30 Meter Tiefe die Riffe angetroffen worden sind, sondern die Riffe laufen an der Oberfläche auS und in denselben sind bereits Schichten von 30 Metern abgeteust worden, wobei sich ergeben hat, daß der Goldgehalt nach dem Grunde zu ein gleichbleibender, bezw. steigender ist. — Natürlich ist auch diesen Angaben gegenüber Vorsicht am Platze. ________
Tas Goldland Sibirien.
Aus St. Petersburg wird geschrieben: Tie russische Regierung läßt dauernd Bodenuntersuchungen in Sibirien durch zuverlässige Fachmänner vornehmen. Es mag zuerst über die unterirdischen Schäle des sich immer mehr erschließenden Landes stark gefabelt worden sein; jetzt ist aber sicher festgestellt, daß der Boden Sibiriens große Reichtümer birgt, deren Hebung freilich mit ungeahnten Schwierigkeiten verbunden sein wird. Zahlreiche Gesellschaften sind schon jetzt damit beschäftigt, und es ist beinahe verwunderlich, daß diese Goldftlder das Goldfteber der Ausländer nicht in höherem Maße geweckt haben, als es bis jetzt geschehen zu sein scheint. Zur Zeit stellen die Amerikaner wohl die meisten ausländischen Goldsucher. Der sibirische Goldbergbau ist noch nicht alt. Er geht in seinen Anfängen etwa bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts zurück, woran die Bearbeitung der ersten Goldadern im Ural hinzu- gerechnet wird. Zunächst wurden dann goldhaarige Quarz»- risse in dem Gebiet des Jeneseisttomes und in Trans- beikalien entdeckt, dann weitere Goldlager im (Mlvernement Tomsk. Im Jahre 1871 wurde das erste Gold in der Provinz hes Amurflufles gewonnen. Tie Amur-Dergbau- gesellschaft zog aus ihren Goldfeldern im Jahre 1897 794 Pfund und die Argungeftllschaft aus den ihrigen, die besonders in dem Gebiete des Queltstvomes Argun gelegen sind, sogar 2145 Pfund. Bor fünf Jahren hat dann die russische Regierung' ein sorgfältig zusammengesetztes Unternehmen nach dem östlichen Sibirien entsandt, um das Küstenegbiet am Ocholssi scheu Meere auf Gold untersuchen W lassen. Es wurden in der Tbat reiche Lager im Schwemmlandboden gefunden, und die russisch-chinesische Dank begann alsbald mit der Einftihr moderner Maschinen und mit der Heranzi-'hung erfahrener Bergleute aus Kalifornien, um die Ausbeutung der neuen Goldschätze in Angriff zu nehmen. Ter goldhaltige Boden Sibiriens nimmt einen Strich ein, der sich in nordöstlicher Richtung von den Gehängen der Bergkette innerhalb der Steppen von Türkistan bis nach dem Ochotsk'schen Meere erstreckt und in der Länge fast 7000, in der Breite nahezu 650 Kilometer mißt. Bei solch ungeheurer Ausdehnung des für den Gvldbergbau
in Frage kommenden Gebiets sind alle bisherigen Unterftrch- ungen nicht entfernt erschöpfend gewesen, und sie wurden noch besonders erschwert durch die Unwegsamkeit dieser Landstrecken, da die sibirischen Urwälder dieses Striches eigentlich nur im Winter durchgucrt werden können, wenn die Flüsse und Moräste von Schnee und Eis bedeckt sind. Viele der Goldfelder liegen in einem Boden, der fortdauernd gefroren bleibt und im Sommer nur bis zu sehr geringer Tiefe auftaut. Jedenfalls wird der Bergbau hier mit ganz eigentümlichen Verhältnissen zu rechnen haben. Daß an die Ausbeutung dieser weitverbreiteten Gokdlagcr in großem Maßstabe ohne die Heranziehung billiger Arb-eitskräfte aus China kaum zu denken ist. unterliegt keinem Zweifel.
Nermilchles.
• Schwerin, 5. Dez. Drei Arbeiter auf Gut Wcn- delstorf hatten in der letzten Nacht vor dem Zubettgehen die Ofenklappe zu früh geschloffen, zwei wurden tot, ein dritter bewußtlos aufgefunden.
'Könitz, 5. Dez. Die Staatsanwaltschaft hat ihr Ausschreiben von 20 000 Mk. Belohnung für Entdeckung des Mörder? des Schülers Winter erneuert.
• Ludwigshafen a. Rh., 5. Dez. Ein Bahnarbeiter fand heute Morgen V?6 Uhr beim Rcmigen der für den Vcrfonenzug nach Mannheim bestimmten Wagen in einem Abteil 1. Klasse zwei erschossenc Personen — einen jungen Mann von ungefähr 26 Jahren und ein Mädchen von ea. 20 Jahren. Die Wagen standen über Nacht auf einem Seitengeleis. Die Tbat muß während der Nacht geschehen sein, denn beim Auffinden der Leichen war schon vollständige Starre eingetreten. In der Tasche deS Mädchen? fanden sich ein PofteinzahlttngSabschnitt und 45 Pfg. Die Namen der Erschossenen konnten bis jetzt noch nicht ermittelt werden.
* Brüssel, 5. Dez. In Antwerpen sind drei deutsche Falschmünzer und deS einen Geliebte, eine Holländerin, verhaftet worden. Die Polizei fand eine wohl- auSgestattete Falfchmünzerwerkstatt vor. Die Verhafteten befaßten sich vornehmlich mit der Herstellung von 100-Frank- Scheinen.
• PariS, 6. Dez. Die Gerichtsbehörden erhielten einen anonymen Brief, worin die Mitteilung gemacht wird, daß eine Pariser Buchdruckerei falsche Schuldtitel für Frau Humbert angefertiqt habe.
• Meerane, 5. Dez. Ter hiesige Ratsförstcr Stiller verwundete gestern Abend auf der Straße seine ftühere Braut, welche am SamStag mit einem Ingenieur Hochzeit haben sollte, durch Revolverschüsse schwer und tötete darauf sich selbst.
* Losowaja, 4. Dez. Die Eisenbahn nach Petersburg ist mit Glatteis bedeckt. Die Telegraphcndrähte sind auf mehrere Werst durch daS Gewicht de§ daranhängendcu Eises zerrißen. Ein Kuricrzttg nach Petersburg mußte auf der Station Satifchije 12 Stunden liegen bleiben.
"Queenstown, 5. Dez. Der Kapitän des englischen Schiffes „Leicester Castle", welche? von San Francisko hier einqetroffen ist, berichtet, daß 300 Meilen nördlich der Pit- cairu-Infeln im südlichen Teile de? Stillen Ozeans drei amerikanische Matrosen gemeutert hätten. Sie verwundeten den Kapitän durch Schüsse und Schlage mit einer schweren Bootsspiere. Al? der Unter-Steuermann dazwischen trat, erschoßen ihn die Meuterer. Diese seien auf einem leicht gebauten Floß, daS wahrscheinlich gesunken ist, entflohen.
"Wenn man Glück bei Damen hat. Der römische Korrespondent deS „Berl. Tagebl." berichtet einen ganz besonder? drastischen Fall von Glück bei Damen. An einem feinen Institut in Turin wirkte al? Lehrer ein junger und natürlich eleganter Professor Ghiguone. Obschon verheiratet und Vater mehrerer Kinder, ging unser Profeffor eines schönen Tages mit einer Soubrette nach Buenos AyrcS durch und hieß zudem große Summen mitgchcn, die er in seiner Liebestollheit verschiedenen guten Rentier? abgeschwindelt. So selten eS nun geschieht — der Profeffor wurde -in Süd- amerika abgefaßt, nach Italien zurücktransportirt und zu langjährigem Zuchthaus verurteilt. Seitdem ist der interessante Herr daS Ziel von weiblichen Kundgebungen unerhörter Art. Fortwährend richten frühere Schülerinnen von ihm an den Staatsanwalt das Gesuch, mit dem Gefangenen sprechen zu dürfen, und eine schwer reiche junge Waise hat dem Guten sogar Herz und Vermögen zur Verfügung gestellt, über welch beide er nach seiner Freilassung verfügen mögel Auf die in Ermangelung der Ehescheidung ja in Italien unmögliche Heirat scheint das Fräulein weniger Gewicht zu legen.
♦ „Kaufet Mädchen! Schöne Mädchen!" Aus Petersburg wird der „Wiener Zeit" gemeldet: Laut Berichten der russischen Blätter au? Korea hat dort infolge der Mißernten der letzten Jahre der Verkauf der Frauen und Mädchen außerordentlich zugenommen. Der Verkauf erfolgt auf den Märkten oder direkt au? dem Elternhause. An den Markttagen ziehen die Verkäufer herum, welche zwei oder drei Mädchen vor sich herttciben und rufen: „Kaufet Mädchen! Schöne Mädchen! Billige Mädchen!" Der Preis richtet sich nach dem Alter, nach dem Grade der körperlichen Entwicklung und nach der Schönheit. Ein Kind kostet 2 x/2 Jen, ein Mädchen im Alter von 13 bis 14 Jahren beiläufig 30 bi? 40 Jen. Ein Jen ist ungefähr fünf Kronen. Reiche Kaufleute kaufen öfter die Mädchen armer Leute um einen billigen Preis, füttern sie eine Zeitlang, bis sie ein schönere? Aussehen erlangen, und verkaufen sie dann mit ansehnlichem Gewinn.
* Die Rache der Milchfrauen. In Autun wurden jüngst mehrere Milchfrauen verutteilt, weil sie „nach guter alter Sitte" Wasser in die Milch gegossen hatten. Sie haben das Urteil nicht ruhig hingenommen und sich sofort, unter Berufung auf die Solidarität deS Milchftauen-StandeS, mit der Bitte um Unterstützung an alle Milchhändlerinnen deS Lande? gewandt. Man hätte nun glauben sollen, daß dieser Sammelruf ungehött verhallen würde, denn es gibt keine Körperschaft, die ruhig eingestehen möchte, daß ihre Mitglieder von Betrug leben. Aber die Milchfrauen von Autun und Umgegend haben dieses Opfer gebracht und, ohne zu zögern, gemeinsame Sache gemacht. Die erste Folge dieser Protestkundgebung war eine ganz bedeutende Steigerung der Milchpreise: man einigte sich dahin, daß die Kunden die Gerichtskosten bezahlen müssen. Dann kam der zweite Streich: die Milchfrauen haben sämttiche Richter von Autun in Acht imd Bann gethan und beschlossen, ihnen keine Milch mehr zu verkaufen. Der Gerichtshof von Autun kann also bis auf Weitere? keinen weißen Kaffee trinken.
Gerichtssaal.
Budapest, 6. Dez. Dos hiesige Bezirksgericht verurteilte den ehemaligen Tenoristen der hiesigen kql. Lper, Bnrja, jetzt Mitglied der Dresdener Oper, zu 30 000 Kronen Konventionalstrafe.
Gegen Schnupfen hilft Forman. 806
^Setßnadjfs -efiff-rafur»
Mein Wirtsch aftsgeld (Verlag von Robert Schneeweiß, Berlin W. 30, Eisenacherstr. 5) betitelt sich ein kürzlich erschienenes Buch, das in zwei Bänden zu dem mäßigen Preise von 1.50 und 2 Mk. herausgegeben ist. E? hat die gewiß lobenswerte und von vielen Frauen erwünschte Absicht, die praktischste Einteilung deS Wirtschaftsgeldes unter Hinzufügung von erprobten Küchenrezepten möglichst klar zu veranschaulichen. Band I umfaßt Aufstellungen für ein monatliches Wirtschaftsgeld von 60, 80 und 100 Mk. Der zweite Band enthält tabellarische Neber- sichten für Wirtschaftsbeträge von 120, 150 und 200 Mk. Namentlich für junge Hausfrauen und solche, die es werden wollen, wird ein solches Nachschlagebuch nicht zu unterschätzenden Anhalt gewähren.
Von dem noch vom vorigen Jahre durch Herausgabe vortrefflicher Bilderbücher gewiß manchem unserer Leser in angenehmer Erinnerung stehenden Verlag für neudeutsche Kinderkunst Schapstein & E o. in Köln sind für den Weihnachtstisch soeben wieder zwei prächtige Dilder- bücher, unseren Kleinen gewidmet, erschienen, und von neuem muß man anerkennen, wie sehr sich der Verlag um die Bildung kindlichen Kunstgeschmackes verdient macht. Der burti) seine reizenden Dlumenmärchen und „Die schlafenden Bäume" schnell bekannt und beliebt gewordene Ernst llreidolf schildert in seinem neuesten Buche „Die Wiesenzwerge" (Preis 3 Mk.) voll köstlichen Humors burch originelle phantastische Zeichnungen, die in ihrer Feinfarbigkeit äußerst vornehm wirken, v^n großer Lebendigkeit sind Anschaulichkeit und munteres Völkchen. Gewiß wird sich auch >*eses in vieler Hinsicht anregende und unterhaltende Buch wieder viele Freunde bei seinen kleinen Lesern erwerben. — Miaulina, ein Märchenbuch für kleine
Kinder von Ernst Dannheißer, mit Bildern von Julius Diez (Preis 3 Mk.), enthält 18, dem Kindergeist durchaus verständlich angepaßte und ihn interessierende kleine Erzählungen, reich ausaestattet mit farbenprächtigen Bildern. E? durfte allenthalben Freude und Jubel Hervorrufen.
Gartenlaube-Bilderbuch ist der Titel eines reizenden, künstlerisch ausgestatteten Jugendbuchs, das der Verlag der „Gartenlaube" (Ernst Keils Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig) als eine Festgabe für die deutsche Kinderwelt anläßlich der in diesem Jahre stattftndendeu Feier de? 50jährigen Bestehens dieses Familienblattes auf den Weihnachtstisch legt. Der reiche Bilderschmuck in Bunt- und Schwarzdruck rührt von berufenen Künstlern her, der Text hat namhafte Dichter und Dichterinnen zu Verfassern. Es ist ein Buch voll tiefer Empfindung, goldenen Humors und geeignet, nicht nur den Kindern, sondern auch den Erwachsenen Freude und Humor zu bereiten. Von den Verfassern, welche Gedichte, " Erzählungen und Märchen beigesttuert haben, seien genannt: W. Heimburg, Anna Ritter,Johannes Trojan, Hans Hoffmann, Heinrich Seidel, Victor Dluthgen, Karl RoSner. Die Bilder, meist Originalzeichnungen und Aquarelle, sind von Künstlern, wie CaSpari, Flinzer, Hein, Kreidolf, Vogeler u. a. dargeboten. Dazu kommt, daß die Reproduktionen ganz vorzüglich sind. Ueberhaupt ist die Ausstattung mustergiltig und von feinstem Geschmack. ES steckt in dem Buch eine Fülle von Poesie und Belehrung, und es ist geeignet, die Welt unserer Kleinen mit schönen Vorstellungen und Empfindungen zu bereichern, veredelnd auf Geist und Herz zu wirken und so den Spruch aufs neue wahr zu machen, daß gute Bücher die besten Freunde sind, die man auf dem Lebensweg finden kann. Und was vollends für dieses im besten Sinne des Wortes moderne „Bilderbuch" einnimmt: eS wird zu einem Preis verkauft, der
wirklich als erstaunlich gering bezeichnet werden muß, wenn man zusieht, was da alles für 3 Mk. geboten wird. Ein Stück Kindcrparadies, zu dem der Weg den weitesten Kreisen gebahnt ist!
Paul Lindenb er g hat feinen jungen Freunden ein Weihnachtsgeschenk beschert: „KurtNettelbeck, Aden - teuer eines jungen Deutschen in Siam" (Berlin, Ferd. Tümmlers Verlag). Tas Reich des Weißen Elefanten, das der Verfasser aus eigener Anschauung kennen gelernt hat, bildet den farbenprächtigen Hintergrund der außerordentlich spannenden Erzählung, welche auch daS Interesse reiferer Leser zu erwecken im stände ist. Mit regster Teilnahme verfolgt man die Schicksale de§ mutigen, kühn entschlossenen Kurt Nettelbeck, eines echten, kernigen deutschen Jünglings, der mit seinem siamesischen Begleiter von Bangkok aus in da? Innere des Landes zieht, um einigen Diamantendieben ihren Raub abzujagen. Was er hierbei erlebt, wie er eine das Leben des Königs bedrohende geheimnisvolle Verschwörung entdeckt, seine Abenteuer un llrwalde und am Meere re. sind fortreißend erzählt, ohne daß auch nur eine Szene den Rahmen der Möglichkeit verläßt. Das mit trefflichen Abbildungen versehene Buch ist hübsch ausgestattet und sein Preis von 4 Mk. niedrig.
Eine hochinteressante Neuheit auf dem Gebiete der Stereoskopie ist im Deutschen Verlage, Berlin SW. 11, erschienen. Es ist dies ein Heft „P l a st o g r a p h i e n" (15 Sehenswürdigkeiten Berlins, in Querfolioformat), welche infolge zweier rot und blau übereinander gedruckter Autotypien Bilder ergeben, die durch eine dazu gehörige rot- grüne Brille (Plasrograph^ betrachtet, eine geradezu überraschend schöne plastische Wirkung erzielen. Der geringe Preis von nur 1 Mk. wird dem Absatz besonders jetzt zum bevorstehenden Weihnachtsfeste sehr förderlich sein. Zu beziehen sind die Plastographien durch alle Buchhandlungen.


