Ausgabe 
8.3.1902 Drittes Blatt
 
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Samstag 8. März 19058

Drittes Blatt

152. Jahrgang

Nr. 57

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- blLtter viermal in der Woche beigelegt.

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W General-Anzeiger " W

für den polit. u. allgem.'

Amts- md AnzeigebM für den Kreis Gießen MW

_________________________________________________________ zeigenteil: Hans Beck.

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Grundstücke 2630 Mk., Unterhaltung der Retortenöfen 3000 Mark, Unterhaltung der Rohrleitungen, dlpparate, Betriebs- Werkzeuge rc. 11330 Mk., Geldanschlag der aus dem vorigen Betriebsjahr zu übernehmenden Bestände der in Miete ge­gebenen Gaseinrichtungen, Betriebswerkzeuge ?c., und der Gasmesser 39 000 Mk., Herstellung und lausende Unterhalt­ung der vermieteten Gasmesser rc. 7200 Mk., Laternen- wärterlöhne 9792 Mk., Herstellungen an Straßenlaternen und sonstige Unkosten 1176 Mk., Gaseinrichtungen 22 000 Mark, Gehalte 16 460 Mk., Steuern, Versicherung rc. 6440 Mark, Bureaukosten, Anzeigen rc. 3100 Mk., sonstige Un­kosten 1500 Mk., uneinbringliche Ausstände 647 Mk., Zinsen 21970 Mk., Amortisation 24 000 Mk., Vermehrung der Jn- ventargegenstände 3000 Mk., Betriebsüberschuß 56 700 Mk.

Stadtv. Eu l e r fragt, wie es mit der Eingabe der In­stallateure, die bekanntlich die Ausführung von Jnstalla- tionsarbeiten durch das Gaswerk beseitigt wissen wollen, stehe. Bürgermeister Mecum ersucht, die Beschlußfassung darüber bis zur Budgetberatung auszusetzen. Stadtv. Kirch spricht sich für Räumung des Lagers für Gaseinricht­ungen aus, da beschlossen worden sei, den Verkauf solcher durch das Gaswerk einzustellen. Bürgermeister M e c u m erklärt, daß Neuanschaffungen nicht mehr gemacht würden, die Räumung des Lagers gehe nicht so schnell von statten, da man die Gegenstände doch nicht verschleudern könne. Beig. Georgi bemerkt, wenn inzwischen Gaseinricht­ungsgegenstände neu angeschafft wurden, so sei dies auf Bestellung Privater geschehen.

Der Voranschlag des Wasserwerks rechnet für 1902/3 mit folgenden Einnahmeposten : Wa serzins 109 600 Mk., Wassermessermiete 165 Mk., Wassereinricht­ungen 19 000 Mk., von Grundstücken 420 Mk., Sonstiges 130 Mk., Wert der in das folgende Betriebsjahr übergehen­den Bestände 30 200 Mk., sowie einer Kapitalaufnahme von 25 560 Mk. An Ausgaben sind verzeichnet: Betriebs­und Unterhaltungskosten der Quellfassungs-, Maschinen- rc. Anlagen, Gebäude und Grundstücke in Queckborn 8950 Mk., Unterhaltung der Zuleitungsstrecken, des Straßenrohrnetzes usw. 7300 Mk., Unterhaltung und Bedienung der Wasser­messer 1600 Mk., der Betriebswerkzeuge 850 Mk., Wasser­einrichtungen 13 500 Mk., Gehalte 10 325 Mk., allgemeine Unkosten 4200 Mk., Zinsen 45 520 Mk., Amortisati-on 15150 Mark, Anschaffungen für das Magazin 24 000 Mk., Geld­anschlag der in das folgende Betriebsjahr zu übernehmen­den Bestände der Betrievswerkzcuge, Geräte und Materia­lien 10 500 Mk., Vermehrung der Jnveutargegcnsiände 1000 Mark, Betriebsüberschuß 16 500 Mk.

Zum Voranschlag des Elektrizitätswerks teilt Bürgermeister Mecum mit, daß sich der Verbrauch an elektrischer Energie günstig gestaltet habe. Im Voranschlag sei nocyi nicht berücisichtigt der Anschluß der öffentlichen Ge­bäude; werde derselbe von den zuständigen Stellen be­schlossen, so gestalte sich der Voranschlag noch günstiger. Stadtv. Hanau bemerkt, die Lieferung des Putz- und Schmiermaterials hätte in Submission vergeben werden werden können. Stadtv. Krumm spricht sich dafür aus daß die Stadt auch die Jnjtallationsarbeiten übernehmen solle. Bürgermeister Mecum stellt darüber besondere Beratung in Aussicht. Stadtv. Wallenfels bemerkt daß über den hohen Preis des elektrischen Stromes ge­klagt werde. Bürgermeister Mecum bemerkt, daß eine Preisermäßigung, für die auch er sei, nicht eintreten könne so lange man noch keinen bestimmten Begriff über die Selbstkosten habe. Stadtv. Kirch ist auch dafür, daß man der Frage, ob die Stadt das Jnstallationsgeschäft übernehmen solle, näher treten solle, auch betr der von

kleide, der Geiftervforte also, konnte die Gauklerin, die mit einer außerordentlichen Gewandtheit begabt sein muß, soviel Geistergrüße in die drei irdischen Dimensionen be­fördern, wie ihr zweckdienlich war. Für die skeptischeren ihrerS6ancen"-Tcilnehmer waren die Zitronen und Apfel­sinen. Jeder Eingeladene hatte als Geisterspende min- destens fünf Mark zu entrichten. Und dieSöancen" woher sie's nur haben? waren famos besucht, besser wie die Ueberbrettl, wo die Geister allerdings auch nicht immer mit so wohlriechenden Sachen auswarten. Nun ist das Geschäft vorläufig geschlossen; dieSitzungen^ sind nach Moabit verlegt. Aber außer Frau Rothe pflegt noch mancher andere Medional-Begnadete Geister-Rapport zu übermitteln. Ich hörte von einer geheimnisvollen Schusterfrau berichten, die ohne alle Taschen, im Kostüm der Venus von Milo, also auch ohne jeden Schwindel, Verstorbene zitiere, reden lasse, sogar für das Auge sicht­bar mache. Doch ist cs mir leider bislang nicht gelungen, mit dieser geistigen Urenkelin Jakob Böhme's von Görlitz in Beziehungen zu treten. Sie schließt ihre heiligen Zirkel dichter, alö die Gattin des braven Kesselschmieds cs gethan. Tie Schuster waren eben den Kesselschmieden schon in alten Zeiten überlegen! Ader ich habe die Hoffnung noch nicht ausgegeben. Mein Gervährsmann, der allerdings erst die Einwilligung eines gesellschaftlich nicht gerade unbe­deutenden Gläubigen h«ben muß, will mich, sobald es möglich ist, einführen. Natürlich ist auch er ein Gläu­biger, der alte Männer mit langen, wallenden, weißen Bärten, schattenhafte, schöne Frauen in Geisterdrapierung usw. gesehen und ganz wunder,ame Berichte aus über­menschlich klingendem Munde gehört haben will. Ich hüte mich, meine Zweifel allzu laut werden zu lassen; denn als­dann giebt es für mich keinSesam" in diese Geisterwelt- sondern thue vorläufig so, als ob ich zu ihnen gehörte^ zu denen, die nicht alle werden nämlich. Und nun fraaen Sie mich nicht boshaft, ob mir das etwa große Muhe verursache; sonst komme ich spuken, wie Frau Rothe in der Regenschirm-Geschichte!

sie hatte sich für 42 entschieden. Wann werden Behörden, Aerzte, Richter usw. endlich einmal gescheidt und lassen die ungalanten Fragen? Es kommt ja doch immer ein Malheur dabei heraus, wie wir das bei der Elsa im Lohengrin hundertmal erlebt haben! Also:Nie sollst Tu mich befragen usw.!" Ich bin nicht älter als ich ausfehe und auch das erst nach der Toilette und in respektvoller Entfernung, verstanden! Natürlich bezieht sich das nur auf--. Tie kluge und nachsichtige Leserin

lächelt, droht mit dem schlanken, rosigen Finger und spricht mich frei wie den Professor Dührssen.

Dafür erzähle ich ihr auch, wie doch im großen und ganzen das weibliche Geschlecht dem komischer Weise starken" genannt, überlegen ist. Wie viele gescheidte Berliner, bürgerliche und adlige, voll und halb und dreiachtel Gebildete, sogar studierte Leute, haben sich in den verflossenen Monden von Frau Kesselschmied Rothe und ihrem Apostel Gentsch düpieren lassen! Vergeblich war der Feldzug wissenschaftlicher Autoritäten, klarschender Theologen, kritischer Aerzte usw. gegen den Apfelsinen- und Blumenregen aus der vierten Dimension. Noch am 21. Februar hielt der bekannte Spiritist Dr. Egbert Müller einen öffentlichen Vortrag über die Zuverlässigkeit und Echtheit dieses Mediums und entrüstete sich über alle Ungläubigen. Ein ebenso begeisterter Verehrer Ann3 Rothes erzählte sogar, wie sie ihm seinen in einem unbekannten Geschäft stehen gebliebenen Regenschirm wieder herbeigeschafft habe, ohne dabei das Zimmer zu ver­lassen; durch ihren Geisterleib nämlich, oder wie diese zweite Garnitur von Armen und Beinen genannt werden mag und nun ist sie schließlich doch die Beute der rücksichtslosen Polizei geworden, der nichts heilig ist, selbst nicht die vierte Dimension mit ihrer geheimnisvollen Geisterwelt. Die vierte Dimension zeigte sich übrigens bei der Untersuchung des Mediums in ihrem Unterrock!. Es war eine riesige Tasche, wie sie die Landküster aus der guten alten Zeit in ihren Bratenröcken gehabt haben sollen. Durch einen geschickt verdeckten Schlitz im Ober­

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 6. März 1902.

(Schluß.)

Punkt 2 der Tagesordnung betrifft das Gesuch der Firma I. Dern L Co. für die Frankfurtestaße. Das Gesuch wird zurückgestellt.

Das Gesuch von Gg. Bichler um Erlaubnis zur Erbauung eines Stallgebäudes an der Hardt wird befür­wortet; das

Gesuch der Firma Birken stock & Schneider für den Brandplotz ebenfalls zurückgestellt, das

Gesuch von Karl Seipel für die Gründevgerstraße befürwortet, desgl. das

Gesuch von Prof. Dr. Fr. v. Wagner für die Moltke- straße.

Für Pftasterung des Ueberganges von der Brücke über die Oberhess. Bahn nach dem Wetzlarer Weg werden 600 Mk., für Errichtung von Aborten bei dem städt. Schul- Haus in der Neustadt 380 Mk. bewilligt.

Der Anschaffung von Bänken für das Realgymnasium wird zugestimmt, desgl. der

Errichtung einer Bretter-Einftiedigung zur Abhaltung des durch die Cokesbrech-Anlage beim städtischen Gas­werk verursachten Geräusches.

Für Straßenunterhaltungsmaterial für das Jahr 1902/03 sind noch 1305 Mk. angefordert worden, die bewilligt wurdem

Dem W. Rinn von Heuchelheim, der einen Teil der Roonstraße zur Aufstellung einer Bauhütte benutzt, soll der angesetzte Pachtpreis erlassen werden, weil die Hütte vorzeitig entfernt werden mußte.

Der neue Fluchtlinienplan für die Marburger­straße, und der Plan über die von derselben abzweigen­den Querstraßen wird genehmigt, desgl. ein OrtsstaLut, nach dem das Bebauen der projektierten Querstraßen vorerst nicht gestattet ist.

Der Beschluß über den Erlaß einer neuen Vieh­marktordnung wird ausgesetzt.

Zum Voranschlag des Gaswerks für 1902/3 be­merkt Bürgermeister Mecum, daß im Vorjahre eine Ge­samtgaserzeugung twn 1350000 Cbm. angenommen wurde - die Eröffnung des Elektrizitätswerkes habe die Gaspro­duktion nicht beeinträchtigt, sodaß für das folgende Jahr eine solche von 1400 000 Lbm. angenommen werden könne Von der bisherigen Uebung, bei Vrondschein die Straßen­beleuchtung einzustellen, soll in Zukunft abgesehen werden, die Mehrausgaben belaufen sich auf höchstens 800 Mk. Die Löhne der Laternenwärter sind je um 5 Mk. pro Moncht ausgebssert, die Anstellung eines weiteren Latcrnenwär'ters ist vorgesehen.

Der Voranschlag des Gaswerks sieht vor an Ein­nahmen für Gas 219 715 Mk., für Cokes 76 600 Mk., für Theer 6924 Mk'., für Ammoniakwasser 2006 Mk., für Re­tortengraphit 100 Mk., für Gaseinrichtungen 30 000 Mk., für Gasmessermiete 6000 Mk., sonstige Einnahmen 2152 Mk., bewertet die in das folgende Betriebsjahr überigehenden Bestände an Materialien, Einrichtungen usw. auf 80 000 Mark und sieht enie Käpitalaufnahme von 13 320 Mk. vor. 2"Aufgabe sind aufgeführt: Aus dem vorigen Betriebsjahr übernommene Bestände mit 18 500 Mk., An­schaffung von Gaskohleu 94 000 Mk., Cokes zur Unter­feuerung der Retortenöfen 20637 Mk., Anschaffung von Gasremigungsmatcrial 250 Mk., Arbeitslöhne 24940 Mk Heizung und Beleuchtung der Fabrik 1052 Mk., Arbeit^ und Fährlöhne rc. 7500 Mk., Unterhaltung der Gebäude und

Plaudereien aus der Kaiserstadt.

(Nachdruck verboten.)

Der Fall Dührffea. Frau Rothes vierte Dimension.

Professor Dührssen, dar als Operateur für Frauen­ärzten .emen guten Ruf besaß, kann sich frü dem Ehe-

N-, bav die Veranlassung für den großen Prozeß gegen chn gewesen ist, bedanken. Denn neben dem Freisvrucb den das Gericht für ihn füllte, hat der Prozeß ihm dw Sdm" pathreu ganz Berlins eingetragen, obwohl die Begutach­tungen etlicher seiner Kollegen ihn nicht ganz feder Sckukid r Surd} Fahrlässigkeit eine KörperveNetzu7g LranlZt zu Wt - led'g erklärten. Die alte Frage, ob jemand der o^^rt werden muß, zuvor erst noch ausdrücklich darüber versündigt werden soll oder nicht, ist dabei wieder lE ge­worden, ohne seibstvEiidlich ein für allemal gelöst worän öst s^- auch hier, wie in so vielen Tingen, die ich nicht alle über einen Kamm scheren lassen: es Von Fall zu Fall entschieden, dem Takt und der Gewissenbaitia- leit -es Arztes, der Widerftanl-sMigkeit und Charakt-chärk- des Patienten, schließlich auch der zeitlichen Möglichkeit RÜL fickst gegönnt werden. Besonders ehrend war für den An^ geklagten, daß die vom Ehemann der Operierten erhobene Beschuldigungen, nach denen den Patienten 3. Klasse eine geringere Sorgfalt und weniger gute Behandlung zuteil wurde, durch einwandfreie Zeugenaussagen als haltlos er» w^en wurden; interestank im ganzen Prozeß ist die uralte Betätigung weiblicher Eitelkeit! Tie Frauen, die ihren 30. Geburtstag eine endlose Reihe von Jahren hintereinander feiern, bis sie sich plötzlich entschließen, nun zu den Fünf­zigerinnen zu gehören, sind keine Erftndung der Wik­blatter, und das boshafte Wort, daß man Madame L von allen Tingen, die sie ausplaudert, nur die Hälfte glauben dürfe, ausgenommen ihr Alter, da müsse man es umgekehrt machen, scheint doch manchmal seine ab- cheuliche Berechtigung zu haben. Der Hauptzeugin war es nämlich allen Aerzten, Pflegerinnen usw. gegenüber zu penant gervefen, sich zum 45. Lebensjahre zu bekennen-

Zeit zu Zeit erforderlichen Prüfung der Anlagen. Stadtv. Krumm empfiehlt Aufklärung des Publikums über die Strompreise durch die Presse. Stadw. Piirr trüt dieser Anregung bei, ist aber gegen Uebertragung des Jn- stallationsgeschäfts an die Stadt.

Der zum ersten Male im Stadtbudget erscheinende Bvy-- anschlag des Elektrizitätswerks sieht in Ein­nahmen vor: für abgegebenen elektrischen Striom 115 225 Mark, für Elcktrizitätsmessermiete 2400 Mk., für Installa­tionen 15 000 Mk., Sonstiges 300 Mk., und schlägt die in das folgende Betriebsjahr übergehenden Bestände und Ma­terialien an mit 26000 Mk. An Ausgaben erscheinen: 51äpitalzinsen 50 800 Mk., Amortisation 16 600 Mk., Gehalte und Löhne 16 000 Mk., Bureaukoslen 700 Mk., Diäten rc. 100 Mk., Steuern und Mgaben 3000 Mk., Unterhaltung der Gebäude und Grundstücke 500 Mk., Unterhaltung der Ma­schinen und Apparate 2000 Mk., Heizmaterial und Wasser!- verbrauch 22 000 Mk., Putz- und Schmiermaterial 4200 Mk., Heizung und Beleuchtung des Werkes 3000 Mk., Unterhalt­ung des Kabelnetzes, der Elektrizitätsmesser, Geräte rc. 2100 Mark, für Installationen 12 000 Mk., für Anschaffungen für das Magazin 24 000 Mk., sonstige Ausgaben 1900 Mk. Ein Betriebsüberschuß ist nicht vorgesehen; Einnahmen und Ausgaben gleichen sich aus mit 193 900 Mk.

Zum Voranschlag des Polizeiamts bemerkt Bürgermeister Mecum, daß das Polizeiamt die Anstellung von zwei Schutzmännern und zwei Hilfsschutzmännern als dringend notwendig beantragt bade; im Verigleich zu anderen hessischen Städten habe Gießen im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl die wenigsten Schutzleute; besonders würden in Bezug auf Nachtdienst bei der Ausdehnung der Stadt größere Anforderungen gestellt. Die Finanzdepu­tation hat beantragt, die geforderten Schutzmannstellen zu bewilligen, und zwar sollen am 1. April ein Schutzmann und zwei Hilfsschutzmänner, der zweite Schutzmann am 1. Oktober angestellt werden. Stadtv. Krumm ist mit dem Anträge einverstanden, bemerkt aber, daß die Schutzleute zu Arbeiten (Einkassieren von Kliniksgeldern, Austragen der Steuerzcttel usw.) verwendet würden, die ganz gut von anderen Personen verrichtet werden könnten. Bürger­meister Mecum erklärt, daß durch das Einkassieren und Steuerzeltelaustragen den Schutzleuten Gelegenheit gegeben sei, sich in ihren Bezirken die für den Polizeidienst nötige Kenntnis über Personen und Familien zu verschaffen. Der Antrag der Finanzdeputation wird zum Beschluß erhoben.

9lach dem vom Stadlbauamt vorgelegien Bericht über die Notstands ar beiten betrug die Höchstzahl der Ar­beiter 8o; diese Zahl ist aus 23 gesunken, sodaß anzunehmen sei, ein eigentlicher Notstand sei nicht mehr vorhanden und die Arbeiten demnach eingestellt werden konnten Auf Ersuchen des Bauamts soll der Rest der Arbeiter noch bei dem Ausbau der Roonstraße beschäftigt werden. Da der Lohn der ständigen Ackbeiter 22 Pfg. per Stunde be­trägt, die Notstanüsarbeiter aber 25 Pfg. erhielten, soll vom 16. März ab der Lohn aus 22 Pfg. herabgesetzt werden.

, Zu den Gesuchen von W. Lip p o ld (Licherstraße 59) und Fritz Tcigler (An den Bahnhöfen 20) um Erteilung der Konzession zum Wirtschastsbetrieb wird beschlossen, die Bedürfnisfrage zu bejahen, bezüglich des Gesuches von Job. Gg. Seipp, der im Hause Bahnhofstraße 66 ein Hotel 2. Ranges errichten will, die Bedürftiisfrage verneint.

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*on £itea & Keussen, Krefeld.