Nr. 10«
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RolanonfbTucf u. Verlag der Brüh l'ichen Untverf.-Buch- u.Sleirr» drucke rei (Pletsch (trbea) kedaktton. Lrpedttton und Druckerei;
Schulstraß« f.
ttbrefle für Depeschen: Anzeiger Gießen.
^ernsprrchansidlnh Nr. bl.
Mittwoch 7. Mai 1»OÄ
15». Jahrgang
Erstes Blatt.
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger w
Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
** Himmelfahrt. Das HimmelfcchrtSfeft gehört frtoar nicht zu den großen Festen im Kirchenjahr, zu denen sich die Christenheit schon Wochen vorher vorbereitet; es ift vielmehr eins der bescheidenen Festesveilchen, die man aber trotzdem nicht weniger gern hat Und gerade die Feier des Himmelfahrtstages wird in manchen Gegenden überaus hoch, höher fast als die der großen Feste gehalten. Das Fest der Himmelfahrt ist gleichsam eine Vorbereitung, eine Generalprobe auf das Pfingstfest mit seiner gewaltigen, menschenumwandelnden Gabe, der Ausschüttung des Geistes Gottes. Am Charfreitag hatte man den Rabbi von Nazareth ins Grab gelegt. Ratlos und mutlos standen seine Schüler und Anhänger da. Sollte das das Ende sein? Und sie
Südsee" seiner Freunde erscheint, da nimmt die Freude kein Ende.
Vaneben So wandelt der Herland der Menschen noch 40 Tage unter Wachsen begriffene den Seinen, sie lehrend und beratend, sie hinweisend auf pitalkräftrger das große s" '
Aus tztadt und Land.
Gießen, 7. Mai 1902.
vom 1. Juni d. I. an in den Ruhestand versetzt. In den Ruhestand wurde ferner versetzt der Lokomotivführer bei der Main-Neckar-Eisenbahn Lorenz zu Darmstadt, aus sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit, mit Wirrung vom 1. Juni an.
♦♦ Ernennungen. Der Großherzog hat den Amtsrichter bei dem Anitsgecicht Darmstadt I, Amtsgerichtsrat Wagner zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg mit Wirkung vom 7. Mai ernannt. Der Gerichtsasscssor Ber ndt in Gernsheim wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungcn eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Mainz beauftragt. — Der Großherzog hat den Buchhalter bei der Hauptstempelverwaltung Steinbrecher zum Buchhalter bei der Hauptstaatskasse und den Fiuanzaspiranten Dietz aus Billertshausen zum Buchhalter bei der Staatsschuldenkasse ernannt.
**Produktions statt st ikfürdasGroßherzo. t u m H e s s e n. Nach den „Mitteilungen für Laiidesstatistik" betrug im Jahre 1900 im Großherzvgtum Hessen der Wert der Produktton aus Bergwerken Mk. 2205112, die mittlere tägliche Zahl der Arbeiter 1801. Der Wert der Salinenproduktion betrug in derselben Zeit Mk. 736 907 bei einer mittleren täglichen Zahl von 151 Arbeitern. Der Wert der H ü tt en w e r ksp r o d u kt i o n betrug Mark 2 576 488, die mittlere tägliche Zahl der Arbeiter 245. Der Produktionswert aus Berarb eitung von Roheisen betrug Mk. 4 462 317, die mittlere Zahl der Arbeiter 1470. Insgesamt oiebt das als Wert dieser Art Produktion Mk. 10 040824, bei einer mittleren täglichen Zahl von 3667 Arbeitern. Die Gesamtzahl der in M a i n z angekommenen Schiffe betrug im Jahre 1901 12052, das Gesamtgewicht )er angekommenen Güter 630166 Tonnen. Abgingen in derselben Zeit von Mainz 11052 Schiffe. Das Gesamtgewicht rer abgegangenen Güter betrug 49 407 Tonnen.
** Berufswahl. Zu einer Zeit, wo unsere Marine im Mittelpunkt des Interesses aller Schichten des deutschen Volkes steht, wird es jungen Leuten, die sich vor der Frage der Berufswahl befinden, sehr erwünscht sein, zu erfahren, daß sich gerade jetzt eine günstige Aussicht auf Annahme im Marinedienste bietet. Bei der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven können sofort junge Männer als Verwaltungs- Sekretariats-Applikanten eingestellt werden. Bewerber dürfen nicht älter als 26 Jahre sein. Sie müssen im Besitze des Reifezeugnisses für die Oberprima eines Gymnasiums, Realgymnasiums oder einer gleichstehenden öffentlichen Schulanstalt fein, ihrer Militärpflicht im stehenden Heere oder in der Marine genügt haben und gesund und ohne Gebrechen sein. Der Vorbereitungsdienst der Werftverwaltungs-Sekretariats-Applikanten dauert in der Regel insgesamt drei Jahre. Nach bestandener Prüfung können die Applikanten, falls Verwaltungsstellen frei sind, zu Werftverwaltungs-Sekretären ernannt werden. Der Gehalt derselben beginnt mit 1800 Mark jätycüti) nebst 432 Mark Wohnungsgeldzuschutz und steigt von drei zu drei Jahren um 400 bezw. 300 Mark auf 4200 Mart neben dem Woh-- nungsgeldzuschutz. Aus den Werftverwaltungs-Sekretären, ergänzen sich die Marine-Rendanten und Magazin-Direv- toten bei den Werften. Auch haben die Verwaltungssekretäre bei besonders hervorragenden Leistungen Aussicht auf Berücksichtigung bei Besetzung von Stellen in den Zentralbehörden der Marine. Nach einer mindestens drei^ monatlichen zufriedenstellenden Probezeit kann den Appli< kanten eine Beihilfe zu den Kosten des Unterhalts in Form einer Remuneration gewährt werden, die in der Regel 60 Mark monatlich nicht übersteigen soll. Gesuche um Annahme sind an das Verwaltungs-Ressort der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven zu richten, woselbst auch die näheren Bedingungen zu erhalten sind.
> Dir Altenbeken« Sifenbahnkatastrvphr
Volulsche Tagesschau. dürste tu nächster Zeit die Zivilaerichte noch vielfach be-
schäftigen, da an die StaatSeisendahnverwattung Ersatz- yortfchritte auf Samo«. an spräche gestellt werden, welche sic zu bewilligen nicht
« scheint. alS wenn die wirtschafflich- Entwick-llma g-n-igtistb-auspuucht der noch in
Unserer jüngsten, aber aussichtsreichen Kolonie Samoa noch in Berlin befindliche, s- Z Lb - «»rwcrbsunsäbia bleiben HÄl'SSmSTMSSÄBÄS »!>•'
barleit des Bodens und die Gesundheit des Klimas auf deS. mehrfach ober erten Pinten, .beson^rs rue^toten dürsten L^di^Zul^ An u7dI stro^^ durch den Schreck
Grgebutfle der lebten Jahre aber Haden gezeigt, bafi mit inSchll^ten^Mw
sch -ft - n^gLlldri NdikLs Samoa Pflm^ung-n »u I müssen, tan.
vertritt, die zweite, die „Upolu Cacao Co." ein rem eng-! bereits °uie recht respektable Summe getobter.________
fisches Unternehmen ist, und die dritte mit deutschem Kapital kürzlich gegründet wurde .Das Kapital dieser Gesellschaft beträgt zur Zeit eine halbe Million, soll aber noch weiter erhöht werden. Den Vorsitz im Aufsichtsrat der „Deutschen Samoa-Gesellschaft" hat Admiral z. D.
v. Werner übernommen, die Leitung ber Geschäfte auf Samoa Leutnant a D. R. D e e t e n, ber Verfasser des kürzlich erschienenen Buches Manuia Samoa. Ein Hemmnis in der flotten Entwickelung des Pflanzungsbetriebes hegt allerdings in dem Umstande, daß der S a m o a n e r zu einer dauernden intensiven Arbeit sich nicht gern bestimmen läßt. Die Käkaokultur aber verlangt eine sehr s orgsältige und ununterbrochene Arbeit. Diese Schwierigkeit kann nur durch Einführung fremder Vev- IragSarbeiter, die diesen Anforderungen entsprechen, gehoben werden. Eine Lösung der Arbeiterfrage in diesem Sinne steht unmittelbar bevor, sodaß man in Zukunft auf eine regelmäßige Zufuhr fremder Vertraasarbeiter rechnen hatten doch )o viel anderes gehofft von dem Herrn, dem kann deren selbstÄidiges Verbleiben im Lande jedoch nicht alle Naturkräfte des Himmel» und der Erde zu Gebote wünschenswert ist und deshalb vom Gouvernement verboten standen. Da aber kam ber Tag der Ostern und mit ihm wird Das Uebergewicht des deutschen Elements auf Samoa die frohe Botschaft „er ist auferstanden, er ift wahrhaftig namentlich auch auf dem wirtschaftlichen Gebiet, ist jedoch anferstanden"; und von Mund zu Munde pflanzt sich du völlig gestchert, da außer der bereits erwähnten „Deutschen Botschaft fort, überall begeisterten Widerhall findend. Und EamocÄesellschaft" eine große Hamburger Firma, die als nun der Äuferftanbene diesem seiner^Anhänger, 1EM
Deutsche Handels-und Plantagen-Gesellschaft der Südsee" seiner Freunde erscheint, da nimmt die Freude kem Ende, mit se^ gutem Erfolge aus Samoa thättg ist. Daneben So wandett der Heiland der Menschen noch 40 Taae unter hübet von deutscher Sette eine stark im Wachsen begriffene ben Seinen, sie lehrend und beratend, sie hinweisend auf Zuwanderung selbständiger kapitalkräftiger das große Ziel, für das er he noch besten mußte, ehe er Ansiedler statt, wodurch ebenfalls eine erhebliche Ber- von chnen schied. Da will wieder ^uttosigkeit ftch in arö^eruna der Pflanzungsgebiete und eine weitere Zunahme ihr Herz schleichen, aber die Engelsbotschaft,®en ?er Ausfuhr zu erwarten steht. Vor einer Einwandeyung sie eben in den Wolken dahinfah^n sahen, wiederkommQi m it telloser ober nur mit kleinen Kapitalien versehener werde ,stützt sie und hält sie ausrecht. Und er kommt wieder Ansiedler mutz jedoch gewarnt werden, da bis zum Beginn in Gestalt des heiligen Geistes am Ps"^stftste- d7r Tragfähigkeit des Kakaobaumes vier Jahre vergehen, So ist ber Himmelfahrtstag gewissermaßen ttne Zwisch«u- mäbrenb bereit der Ansiedler nicht nur keine Einnahmen, statton, die einersetts die Blicke auf dre großen Geschehnisse sondern nur Auslagen hat < der vergangenen Wochen, andererseits aber auf das b^or-
10 H_______ stehende große Ereignis, die Gründung der Christenheit,
lenken will. Und mit diesem Charakter des Himmelfahrts-
Der Verein deutscher Gerber festes harmoniert vollkommen die Jahreszeit. Nach ber
rübtete an den Reichskanzler sowohl, wie an die Zolltarif- winterlichen Grabesstille ist die Natur seit geraumem wieder r bis eine Eingabe in der er zum Leben erwacht, überall grünt und blüht es; wenn nun
daraus hinweist' daß ber Beschluß ber Kommission über bie der Sonnenschein an bitfem f
o ö r r L au f die notwendigsten Hilfsprodukte seiner irdischen Schonhett und Mäue in die Erscheinung bet Lederindustrie den Ruin des ganzen Erwerbs- trttt ,wen hiette es dann in düsterw churnpfen Maueni »w^aes bedeuten würde, falls diese Zölle Gesetzeskraft er- der Stadt? Jeder nimmt dann 9^i biejen m die A^eits- h r Shtonbe wird des Näheren mlSgeführt, Woche fallenden Feiertag Mit und sucht Erholung in Gottes bT Merete IiatTÄe”w X ^-sch^ schöner N°tur ,fut W ber Jtaato« «ntaien toiLenbften «Tumfflte unbea^tet aebtieben finb, von b-r unser- Umgegend ju so rerchrst, der kruMrvtz^n Serien; vor^eaenden Petition sich keine größere Wirkung versprechen, uno etwas von dem Frieden ber
Al-bi- Gerber D-ntschlands halten -S str ihr- Pflicht, in fein %er*. Es hegt itnS fern .hier bie Sonde der Archen. HnrRhpm bas Unalaudliche geschehen sei, wenigstens der geschichie ober gar der Astronom-- anKnlegeu, nach der - börMten Reaierungsstelle und bent Reichstage nochmals mit Weber ein oben noch ein unten rm Welterriaum greiu und allein^ Nachdrmck äwon Kenntnis zu g7ben" dast Sähe, wie die von -m-m leiblichen Enrporstergen Chrutr in dre Wollen Ke hie StomminUm am 10 .April beschlossen hat, einfach nichts wissen will «ovrel tsts.cher dast ^wenrge chr.ftl.che l ^.,l^»s»ti-ben Untergang d.eses ganzen, Lehren giebt, bu mri so elementarer Gewalt auf unser b*eVt e b lüh e n d en Er w e r b s»w e.aes der Rutschen E^pfind^ng-leden wirken wir g^ade die schlicht- Errählung N.llawirtl-baft bleuten würde. Die Lründe gegen di- von der Himmelfahri Ehrrsri Man mag flch^i ernzelnen ölte'fi^te sich die Regierung währenddes -ehn- unter dem tzimmel denken ,waS man wtll, dem fühlenden ä@nm6fe3 um das Ouehrachoholz zu eigen ge- Menschen wird er immer - und so rst es alle Z^en ge- unb bri öerr Staatssekretär des Reichsamts des wesen - als ein ersehntes und «strebenswmries Ruhezrel wäre wch^bei der Verhandlung in der Kommission vorschweben .So wollen tmr uns denn rüsten »ur fest, d-rärria aea nÄ- Zollsteigeimng auf Gerbstoffe und Gerb, lich-u Begehung des rnrug^m. hammelsahrtztages und berartig gegen em i y linken Seite mit Recht nächst nur eins wünschen, datz der Himmel in derselben
SiSboben SS« Äebte richtige Schlustfolgermlg BlÄe unb .Aarheit strahlen möge, Ne« heute früh j«gt, «»Ihtbrunfira b-s Staatssekretärs wäre die Forde- damit bie vielen Ansflugl«, ine m den letzten Tagen ichon mno^von q°!l reihettfiir bie in Red- stehenden Materialien schier verzw-if-ll nach oben schaut«., WE sich die Regen- Bedeuteten schon bie von der Regieruna vorge- schleusen immer noch nicht schließen wollten. Nicht um ihre hhTnapneit ^Me eine schwere Schädigung der Ledcrfabri- ersehnten Partten kommen.
Sn uti) fcer Ä verarbeitenden Industrien, so kann ** P e n s i o n ie run g en. Der Großberzog Bat am kanten und nq dieser Sätze nur ver- 1. Mai den ordenllichen Professor an der Tecknischen
rLrlZ M eine Unlerbiudung der Erwerbs- Hochschule zu Daruisladt, Geheimen Hosrat Dr. Schäfer, tÄtett mf dM iraglichcu Lirffmastsgcbi-te gewünscht äus sein Rachsuchen unter Anerkennung >einer lang, tychigteit aus oem puyi jährigen, treuen und er,priehlichen Dienste und unter
wrrü. __ ! Verleihung des Charakters als. Gcheimerat mit Wirkung
*♦ Alldeutscher Verband. Am Montag fand ür Mainz unter dem Vorsitz des Rechtsanwalts Claß- Mainz die Vertretertagung des Rhein-Main-Gaues statt, die außerordentlich stark, aus nahezu sämtlichen Ortsgruppen des Gaues, besucht war. Nachdem Direktor Rist en g art-Fraiikfurt a. M. znm Schriftführer berufen und der Kassenbericht des Schatzmeisters Grün sch lag genehmigt worden war, erstatteten die Ortsgruppen-Ber- treter Bericht über bie Thättgkeit ihrer Ortsgruppen im vergangenen Geschäftsjahre. Es ergab sich, daß fast überall der Alldeutsche Veroand große äußere Fortschritts gemacht hat, indem die Mttgliederzahl sich bedeutend gehoben hat, und daß auch innerlich eine Festigung unb? ein stetiger Ausbau der Organisation feftgciteiit werden konnte. An die Berichte schloß sich eine allgemeine Besprechung über die Ergebnisse der bisherigen und die Ein- ttchtung der Aufünftigeu Werbearbeit; von allen Seiten wurde Die wettere Bearbeitung des flachen Landes- empfohlen und ins Auge gefaßt, daß gerade dort auch während des Sommers Vorträge und Versammlungen- veranstaltet werden sollten. Danach hielt Professor Dr- Liese gang-Wiesbaden einen Vortrag über die vlämi- sch e Frage, indem er an Hand ber Geschichte zeigte, wie diese Frage sich entwickelt hat und von welcher Bedeutung' sie für das deutsche Volk ift Er wies vor allem darauf», hin, daß heute nach den Ergebnissen der Stattstik 65 Prozent der Gesamtbevölkerung Belgiens Vlämen seien, Ablömm- linge der ripuarischen Franken, und damit als Angehörige des niederdeutschen Stammes deutschen Bluts seien. In der Besprechung wurde betont, daß der Alldeutsche Verband zwar die vlämische Frage in ihrer Entwickelung- aufmerksam verfolgen, daß er sich aber unbedingt jedes tbättgew Eingreifens enchallen müsse. Es wurde sodann beschlossen, in diesem Sommer von einer Kundgebung auf dem Niederwald Abstand zu nehmen, da hoffentlich im Herbst aur Grundsteinlegung für bie Bismarcksäule auf ber Walbeck geschritten werden könne, die mit einer würdigen Feien verbunden werden soll. Dr- Riftengart-FrankfiUch


