Ausgabe 
6.12.1902 Viertes Blatt
 
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Innen Dekoration kn ye-

Tuchhandlung gegr. 1827.

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Sonnenstrasse 25.

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A. Fangmann

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Hannover 1902 Goldene Medaille.

London 1902

Ehren-Diplom, goldenes Ehrenkreuz und goldene Medaille.

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Frchll.Mahulm

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stclingt, die fVorm für das Ohr erfreulich zu meistern. Ter große Evangelist einer besseren Zukunft liegt bisweilen otlerdings fast stets siegreickxn Kampfe mit der rr -ft1 9"orTnen- Weit größer aber und bedeutungs­voller ist sein Kampf mit allen weltfeindlicb-en Anschauungen Don welcher Seite man auch ihn betrachtet, immer blickt man auf eine rastlos kämpfende Seele. Ihn freut cs, wenn man ihm ein Schwimmen gegen den Strom Vorhalt. Und ln der That, derselbe, der so ganz in her neuen Zeit ffUßugegn scheint, der auf bieein Gebieten ein Neuerer

' derselbe treibt mit besonderer Vorliebe sein Schi ff lein zurück in das Meer der Vergangenheit, um in seinen Tiefen sich reinzuwaschen von dem Staube des Lebensweges. Gern greift er in seinen Poesien auf den altnordischen Stil zurück, hüllt er die Gestalten unt» Ge- banken unserer Zeit in die hinterwälblerischen Gewänber seiner Altvordcren oder des mittelalterlichen Schottland

So begegnen wir denn bei ihm vielen Gegensätzen Zst er mehr Politiker, Pädagog und Prediger, oder mehr Dichter mehr Künstler? Ist er der prophetische Volk? Er- zieher, der dem Dichter in ihm bisweilen die Schwung­kraft der Flügel lähmt, oder läßt der Dichter das staats­männische Talent nicht voll sich auswachsen? Käme eS hier vor allem auf eine kritische Betrachtung an, so Ware eS vielleicht am besten, wenn man ihn in jenen verschiedenen Gestalten gesondert aufzufassen suchte, den sozialen Streiter von dem Künstler schiede. Wer sich in s-ne großen Romane versenkt, wird sich von der Fülle der Gedanken, der Größe der Weltanschauung, von der weitreichenden Bildung be­zaubert und hingerissen fühlen, aber da? Dichterische er­scheint ihm mitunter klein und geradem verkr'lv-eft durch den gelehrten Ballast, trotz der g-waltigen Schilderung? kraft, die sich, wie überall bei Djörnson auch hi"r zeigt So machen z. B. in seinem RomanAus Gotte? Degen".

E mitten in da? Treiben der Gegenwart fuhren soll die Menschen einen durchaus konstruierten E'ndruck. Fast l. W pin Gedanke, eine Tend-mz. Unter der Zdand de? Epiker? Vjörnson wand'lt sich nicht immer alle? in sondern das Poetische ist bisweilen mehr ein tu- nTlnCL^anbl in da? der Autor s'ine Ideen einkl idet mehr - ^ttel als Zweck. So tragen denn einzelne seiner größeren Prosa-Dichtungen ein allru l'-hrhafte? G^vräge und lind auf jenem Grenzgebiet didaktischer Kunst geboren' um das oft der ästhetische Streit entbrannt ist, und das viele aus dem Reiche der eigentlichen Kunst au So-schieden wissen wollen Der V^rnson der jüngeren Jahre hat viele« gemeinsam mit den Männern de?jungen Deutschland"' deren charartenstische? Emeugni? die politische, soziale und religiö.e Tendenzdichtung war Bei Björnson ist do» Mensch­liche mitunter noch gröst-r als da? Künstlerische" Dann ober wieder, in seinen modernen Dramen, wie namentlich in seinen neueren Novellen weite B-bre-'tnng gcfurheri haben, reckt er sich empor zu stattlichster künstl -ischer Größe verdlüftt er durch die überaus lebendige und natnrwabre Darstellung grundmenschlicher Verbältn'sse und ^refte und läßt wohl kaum ein soziale» Problem außer acht da? er

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c n^rörnI?n rine echt germanische Gestalt, in der das faustische Element, der nie gestillte Drang nach Unbegrenz- tem, der kecke K'ampfmut deS Starken gepaart ist mit einer ,[e' tm Grunde religiöftn Scheu vor dem Unerforschten, mit kindlich unbewußter Unterwerfung unter das Göttliche, e TL l^/rklärlich, daß in einem Lande, in dem die Nebel so oft die äußeren Umrisse verschwinden lassen, die Ge- dankcn in die wertesten Fernen schweifen, daß sie Bilder frühester Vergangenheit in voller Gegenwart zeigen, vor grauen Jahren Heimgegangene Helden lebendig werden

in' ftc schützend die Lebenden umschweben. So mh-» k TramaSigurd Iorsalfar",

diese dramatische Bolkshumne Norwegens, getragen von der erhabenen Melodie nationalen Stolze?. Oder die Gc- danken erheben sich in? Unermeßliche, empören sich gegen dle VestrenMng unftrer Wirklichkeit, strebm hinaus über da? Menschliche, aus religiösem wie sozialem Gebiet. So entstand BiörnswiS wundervolle Verherrlichung de? Wun­derglaubens wider Willen, die Dichtunglieber unsere "tafr' die,er zcnten durchdauernde doppelte Tom zweier ft^n?eL^nt9C9(*nnr^^r Weltanschauungen. In dieser tm- erhöri ffifineti Geist und G-mi'rt aus? äußerste erregenden Gedankens-m^h-nre mm ru^w poet'schw S^ö-H it spricht der Dichter a"? wa? die Besten und Aufgeklärtesten unter uns am lebhaftesten bewegt und im Innersten erfüllt Wir sehen gar wohl, der Dichter selber ist voll durchdrungen davon, daß da? Streben übw unsere Shraft himru?. nach 7;m ^-renzenlo.en U^berirdisch-n und U-bermenschl'chen da? ich-on die aftm G»n-chan b-ck'mvft-n erSolal"? bleib-n muß .In ecner f^st n^ch üb?rimgen^e-en > Novell- Mutt-^^ ^ande", fier«-1 D'Brrs'n gon» schlicht die schassende Gr- z'ehung zirr sorialen Pflicht im L-bm den üb-rw-ftsichm' ^dealen gea-nüb-r. die dem mm-fchllchm F-Üblen und senken vwbängniSvoll w--t>en nchften Das ist die be­kannte GluckStheorie, die Erg-birng in da? unabänderliche Naturgesetz. Mehr abw al? erne individuell' B fri-dwima wird tn dm b heiß G-ist-L^mv^ CVren-

?nrLJn. N'^mand sindj? wirrer und vna-klärter dre Memunam sich gea-nüberst-hm. desto wenmer r-b-r. ^eiiat der ei^e den andern. Auch uns-re .(Itnft"

tnirb ntcmanb überz-ugen, aber die Dichftmg lehrt un« E neiie daß da? prom-fthe-fche Ankämvsen gea-n die irdi.che Endlichkeit die icne^dliche Menfchhe''t?traaödie ist ein ewig-? lln^erftegen Doch m;e in 3«'i*rn Aefchvl-'« imb Sophokles lockt e? auch die B-sten 'unserer Zeit in den Kampf. Biö^son? gno^e Traa^die im? in Da ter imb S-^bn zwei K'mpler nm M" Enneitericna der Gr--n;ei der Mensckwkraft. die b-ide d-n-ch die Nrnfttz^rna ihrer emander entgeamaes'»'»ei W fstan schai mn gen m*» der Theorie in die Pnaw?- vernichten T»t Wirndw- ' Müht Sana, der durch d-- Kraft snn-? w-6ete? v^n sein-m i ^tte^peberu^türlicch-? ob'n am zu-nnen glmibt mir , jetn Elia?, der bei höchster Verehrung leine? Vater? I'

' Al scharf erfaßt, und in seiner Art von Idealismus zum Anarchisten ^der That wird, sie beide finden einen sah.'n

1 4°^ in Ausübung ihres bestg meinten Lebensprinzips. In ' *9rem entgegengesetzten Streben nach dem nämlichen Ziel, der Befreiung und Nutzbarmachung nicht etwa mir bet tiepten innerlichsten, noch unerforschten Kräfte im Menschen, sondern übermenschlicher Kräfte, liefern sie durch Björnson? Dichtermund im Grunde nichts anderes, als einen neuen, schlagenden Beweises für den uralten, schon durch die alt- testamentarische Poelie un? überlieferten Grundsatz von bet Kongruenz her aufbauenden und der zerstörenden fftaft, unb so wardUeber unsere Kraft" in unseren Tagen bie geistesgrößte und geistesstarkste Parallele zu Wilhelm Ier- dans gründlicheremDemiurgo?"-Dewe'se und zu Nietzsä>eS umgekehrten ^Jenseits von Gut und Döse".

r TleseZ Drama von so feierlicher Größe wie wunber- »amer Zartheit zeugt in gewissem Sinne von der beginnen­den Rcs.gnafion de? den sprudelnden Iugendwellen Ent­ronnenen. der sich rein gebadet hat zur strotzenden Geistes­kraft. Hier ist er nicht mehr ganz der unerschütterliche Optimist ohne jede Einschränkung, der seksenfest überzeugt ist von der dem Gewaltigsten trotzenden Kraft de? Menschen­geschlechtes: sein Glaube aber an ba? schließliche Durch­dringen de? guten Prinzip? im Universum gerät immer mehr in? Wanken. Nir ein über die gewöhnlichen Kräfte fG emporringender Prophet der Deltfreude kann mit so 'äher Zuversichtlichkeit für eine Verwirklicknmg de? schönen Traume? von einem Panqermonie Propaganda machen, zu dem die ersten Schritte Skandinavien thun soll mit einer permanenten Neutralitätserklärung Norwegen?. Schweden? und Dänemark? die, obm-,hl die kleinsten, den Weg zu wc'sm bätt'n für die endliche E uignng b*? großen, ger­manischen Stamme?, b. h. Deutschlands. Amerika?, Groß­britannien? ie. Der v*rwi-klichte PangermoniSmus wäre freilich nt der That der Weltfriedc....

^Doch der Polit'ker Djörns-»n hat b'Sh'r begreiflicher' we-se weniger Anhänger pefnnben, al? der mchmrciche Dichter von verschwenderis-'Vm Reicht'rm der in d-m ftohm Bewußtsein üb'rwölt'genben lftberslnss'? erst unlängst eine neue dramot sche betit'lt . Auf Storbove", der Welt darreichen konnte. Ein-? seiner letzten Dramen nannte er bekanntlich Laborenri'^". Die Arbeit so fobrte er un? da mit dem Psalmisten. ist noch immer der sicherste Weg zur Neberwindung d-s L-b-n?. Und so konnte denn dm al? Grei? noch raüW Schaffende, den s'in- L^benSa^b-it zum vermögenden Mann- gemacht bat die s^'öne Be^'immunq treften. daß die ihm rn f*;nem diesjährigen Ehrentage von s- nom bargebrachte Sv-n^e zur UnfrTÜfl*ung einer *""l'->b'dürftigen B"^k'nmgsklafse verwmdet werd«, nämlich der sehr mäßig b^laldewn nvrwea'schen L hrrr und Lebrerinnm Ter Erzieher s'ine? Volke? webt das. w^? da? T-'fT ihm "iebt den E'zichern. Auch di^se Tbat wird ibm d''e G-schichte der Westlitt-ratnr nicht hrrnTrn,

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unb sie wird ibn noch w fern-n Zeiten, um ein schönes bie arrni^t h.n s rr" n.«» ^.^lv.Wort von <^eorg Brande? nt gebrauchen, prelftw als den

Er nzen von de.sen Kraft im tragischen Momente nur Igroßen Säemann Norwegen?".

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